Kategorie: AktuelleNEWS

Die Frankfurter Sparkasse hat einen guten Kompromiss gefunden

Tower der Hessischen Landesbank

Die Frankfurter Sparkasse entstand 1989 durch den Zusammenschluss der Frankfurter Sparkasse von 1822, einer Tochter der polytechnischen Gesellschaft und der Stadtsparkasse Frankfurt die damals noch in der Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins geführt wurde.

Somit liegt das Gründungsdatum der beiden fusionierten Institute im Jahr 1822, sodass die Bank in diesem Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum feiern kann. Anlässlich dieser Feierlichkeiten ist auch die Herausgabe einer Festschrift geplant, mit deren Erstellung das Institut für Bank- und Finanzgeschichte (IBF) beauftragt worden war. Das IBF seinerseits hatte den Historiker Dr. Ralf Roth, einem Professor für neuere Geschichte und Experte für Unternehmensgeschichte im »Dritten Reich« beauftragt, einen Teil dieser Festschrift (die Ära von 1822 – 1970) zu erarbeiten.

Dabei stieß Herr Dr. Roth auf tiefe Verstrickungen der Sparkasse mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten. Daraufhin entbrannte ein monatelanger Streit wie mit diesen Entdeckungen umzugehen war. Ein erheblicher Imageschaden für die Bank drohte. Die Beteiligten suchten seitdem nach einer Lösung, wie auf der einen Seite die Festschrift noch rechtzeitig fertiggestellt werden kann und wie man auf der anderen Seite dem Vorwurf begegnet, die Bank wolle Teile ihre Geschichte vor der Öffentlichkeit verbergen.

Der Vorstand der Frankfurter Sparkasse und die Polytechnische Gesellschaft als damalige Gründerin der Sparkasse fanden nun gemeinsam einen Ausweg. Sie beauftragten das renommierte Fritz-Bauer-Institut, sich dieses Themas anzunehmen. Das Fritz-Bauer-Institut hatte bereits im Jahre 2010 im Auftrag der Polytechnischen Gesellschaft die eigene Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus untersuchen lassen. Die traurigen Erkenntnisse wurden veröffentlicht, damit in der Zukunft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden kann. Diese Entscheidung brachte dem Institut in der Öffentlichkeit breite Anerkennung.

Das Fritz-Bauer-Institut wird sich mit der Geschichte der betroffenen jüdischen Kunden der Sparkasse beschäftigen und dabei auch die Verantwortlichkeit des damaligen Trägers der Sparkasse von 1822 untersuchen. Parallel dazu wird die geplante Festschrift fertiggestellt damit sie noch im Jubiläumsjahr präsentiert werden kann. Für die Erforschung der nationalsozialistischen Vergangenheit steht nun genügend Zeit zur Verfügung, um die Arbeit gründlich durchzuführen.

Das Fritz-Bauer-Institut hat seinen Namen von dem hessischen Generalstaatsanwalt, der sich gegen viele Widerstände durchsetzte und dafür sorgte das in den Sechzigerjahren die Auschwitzprozesse in Frankfurt durchgeführt werden konnten. Im Institut läuft derzeit ein Forschungsprojekt zum Thema „Arisierung in Frankfurt“ die einherging mit dem Raub von Grundstücken und Immobilien aus jüdischem Besitz. So können die Erkenntnisse aus beiden Untersuchungen zu einem neuen Gesamtbild der Vorgänge im Dritten Reich hier in Frankfurt führen.

Ein vernünftiger Ausweg aus dem angerichteten Schlamassel. Die Öffentlichkeit darf gespannt auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sein. Auch wenn die Wunden der Vergangenheit heute noch weh tun, ist es gut, wenn sie ans Tageslicht gebracht werden, denn nur die Wahrheit und das was wir daraus für unsere Gegenwart lernen und umsetzen macht uns wirklich frei.


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Dem Vergessen entrissen – ein Kunstobjekt im MPI für Hirnforschung

Never Forget, MPI für Hirnforschung

Die Skulptur mit dem Titel „Never Forget“ wurde zum Gedenken an einen schrecklichen und grausamen Tag im Oktober des Jahres 1940 errichtet, als 58 Kinder aus ihrer Anstalt für geistig Behinderte in Brandenburg-Görden abtransportiert und ermordet wurden, damit ihre Gehirne zu Forschungszwecken verwendet werden konnten.

Das Max-Planck-Institut (MPI) für Hirnforschung ist seit einigen Jahren hier am Riedberg in der Max-von-Laue-Str. 4 angesiedelt. Gegründet wurde es 1914 in Berlin als Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Hirnforschung. Erst 1962 zog es nach Frankfurt um, in ein neues Institutsgebäude in der Deutschordenstraße.

Zu den Gräueltaten, die an den Kindern verübt wurden, kam es, weil zwischen 1940 und 1945 die Direktoren Hugo Spatz und Julius Hallervorden, bekennende Nationalsozialisten, ihre Machtpositionen ausnutzten, um so an die für ihre Hirnforschung benötigten Gehirnpräparate zu gelangen. Selbst während der Nürnberger Prozesse entging Direktor Hallervorden jeglicher Rechenschaftspflicht. Bis in die 1960er Jahre hinein verwendete er die Gehirne von mehr als 800 Opfern für seine Forschung.

MPI für Hirnforschung, Interneurone im Kleinhirn

MPI für Hirnforschung, Interneurone im Kleinhirn

Erst 1984 deckte der Journalist und Historiker Götz Aly auf, dass sich mikroskopische Hirnpräparate von 33 Kindern, die am 28.10.1940 auf Anweisung von Julius Hallervorden ermordet worden waren, noch immer im Frankfurter Institut befanden, ohne dass die damaligen Direktoren des Instituts dies wussten.

Insgesamt 58 Kinder wurden unter Hallervordens Aufsicht in der Berliner Anstalt Brandenburg-Görden in den Tod geschickt. Etwa 40 der Kinder verloren ihr Gehirn an die Sammlung der Hirnforschung. All diese Hirnpräparate wurden im Februar 1990 auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt.

Never Forget, MPI für Hirnforschung

Die Gedenkskulptur besteht aus Stühlen in Kindergröße, die auf engem Raum angeordnet sind. Gestaltet wurde sie vom Frankfurter Atelier Goldstein, einem Kunstatelier für Künstlerinnen, die als kognitiv behindert wahrgenommen werden. Die Namen von 38 der ermordeten Kinder, handgeschrieben von den Künstlern des Ateliers Goldstein, sind als Intarsien in die Oberfläche der Plattform eingelegt.

Die matte Farbe und die ärmlich aussehenden Materialien wurden gewählt, um die Tristesse des Lebens der Heimkinder darzustellen. Die Stühle sind unordentlich arrangiert und befinden sich auf einer schwebenden Fläche, um das Chaos und die Tragödie dieses Tages (und aller anderen Tage), an denen unschuldige Opfer im Namen der Wissenschaft und zur Unterstützung des Nazi-Regimes getötet wurden, darzustellen.


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Vatertag auf dem Burghof

Vatertag auf dem Burghof

Das Wettergeschehen ließ den Organisator Martin Stark, beim Vatertagsspektakel auf dem Burghof nicht im Stich. Ab 11:30 Uhr trudelten die ersten Gäste aus dem Umland ein. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Motorrad oder dem Auto, Hauptsache man war rechtzeitig da, um dieser kostenlosen Veranstaltung beiwohnen zu können.

So manche, wie zum Beispiel unsere zufälligen Tisch-Gäste aus Goldstein, hatten ihre Vatertags-Tour so geplant, dass sie rechtzeitig vor Ort waren, um den Auftritt der Band „Die Quietschboys“, nicht zu verpassen. Eine Band aus Sossenheim, die jetzt endlich nach der Coronapause, wieder vor großem Publikum spielen konnte.

Verköstigt wurde das Publikum mit Getränken, Grillwürstchen, Hähnchensteaks und Pommes zu vernünftigen Preisen. Das Ziel dieser Veranstaltung sollte auch nicht der große Gewinn sein, sondern erklärtermaßen die Deckung der entstandenen Kosten.

Vatertag auf dem Burghof

Landwirt Martin Stark

Der Landwirt und seine Mannschaft mussten pausenlos neue Bierzeltgarnituren heranschaffen, um den ständig herbeiströmenden Zuschauermengen Sitzgelegenheiten zu bieten. Und der Zustrom ließ nicht nach. Ganze Bikergangs hatten den Weg nach Niederursel auf sich genommen, um an diesem Event teilnehmen zu können.

Vatertag auf dem Burghof - Biker

Auch für Motorräder fand sich Platz

Eine große Bühne und viel technisches Equipment sorgten für den nötigen Sound, der noch an der entfernten Krebsmühle zu hören war. Für die Kinder gab es eine separate Ecke, in der sie sich im Reiten eines bockigen Bullen trainieren konnten. Die Schlangen vor der Grillstation wurden mit der Zeit immer länger. Aber die Gäste warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren. Die Warterei wurde ihnen mit Musik versüßt.

Der Organisator, Herr Stark, ist im Hauptberuf eigentlich Landwirt. Da muss er sich nicht nur um die 30.000 Hühner kümmern, die auf seinem Hof leben, sondern auch um die restlichen 125 ha Ackerland die ihm geblieben sind, nachdem er seit 2005 etwa 100 ha Land an die Stadt Frankfurt verloren hat, die dieses Land nutzte, um dringend benötigten Wohnraum dort zu errichten. Einige seiner Felder lagen auch auf dem Riedberg.

Herr Stark pflegt aber auch noch ein künstlerisches Hobby. Er spielt Gitarre und Schlagzeug in einer Band zusammen mit vier Kollegen. In einem ehemaligen Hühnerstall, der lange Zeit als Verkaufsraum genutzt wurde, haben sie einen kleinen Musik-Klub aufgebaut. Über die Jahre hinweg wurden dann immer größere Musikevents veranstaltet. Diese Groß-Events erstreckten sich auch mal über drei Tage hinweg.

Vatertag auf dem Burghof - Hühnerstall

Der Burghof-Hühnerstall

Den ständig steigenden Anforderungen mit „Brandschutzkonzepten und allem Drum und Dran“ kosteten ihn viel Geld. Aber es war gut investiert. Auch für Familienfeiern sind die Räumlichkeiten sehr beliebt geworden. In den Zeiten vor Corona konnten die Räumlichkeiten locker zweimal die Woche vermietet werden. Eine Einnahmequelle, die leider in den letzten zwei Jahren wegfiel.

Vor allem regional bekannte Bands treten hier gerne auf. Am Sonntag, dem 29. Mai, wird auf dem Burghof ein Frühschoppen mit der Band „Aber Hossa – Old Beer Devilz“ veranstaltet. Die Veranstaltung beginnt ab 11:00 Uhr und kostet 12 Euro Eintritt. Tickets können gebucht werden unter https://eintrittskarten.io/shop/burghof-frankfurt.

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U-Bahn entgleist – Rettungshubschrauber im Einsatz

Verkehrsunfall am Riedberg

Am Mittwochabend kam es am Ende der Riedbergallee, kurz vor der Haltestelle Uni Campus Riedberg, zu einem Frontalzusammenstoß einer U-Bahn mit einem Auto. Wie es zu dem Unfall kommen konnte ist noch nicht geklärt. Ein Großaufgebot an Rettungskräften, sowie der Rettungshubschrauber, waren im Einsatz. Drei Insassen konnten insgesamt aus dem Auto gerettet werden, davon zwei von dem zuerst eingetroffenen Rettungswagen. Die U-Bahn ist aufgrund des Zusammenstoßes von den Schienen entgleist. Es kommt daher den ganzen Abend lang zu einer ausgeweiteten Störung auf der Strecke.

Betriebsstörung U-Bahn

Aktualisierung nach offiziellen Pressemeldungen der Polizei und der Feuerwehr

Eine 40 Jahre alte Frau und ihre 7-jährige Tochter befanden sich in dem Auto, welches den Bahnübergang überqueren und nach links in die Robert-Koch-Allee einbiegen wollte. Der 34 Jahre alte Bahnführer leitete sofort eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern. Der VW Tiguan wurde dabei zwischen der Bahn und einem Oberleitungsmast eingeklemmt; das vordere Drehgestell der U-Bahn entgleiste.

Die Mutter und ihre Tochter konnten sich selbstständig aus dem verunfallten Auto befreien und kamen ins Krankenhaus, aus dem sie bereits nach wenigen Stunden wieder entlassen werden konnten. Außerdem wurden zwei Fahrgäste der U-Bahn leicht verletzt und vor Ort von den Rettungssanitätern versorgt. Der Feuerwehr gelang es mit Spezialgeräten den entgleisten Zug wieder auf die Schienen zu bringen, sodass die verunfallte U-Bahn weg gefahren werden konnte.

Der Schaden beläuft sich auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Das Auto der 40-jährigen erlitt einen Totalschaden in Höhe von etwa 45.000 Euro.

 

Unfallbild-2

Foto: Feuerwehr

 

 

Unfallbild-1

Foto: Feuerwehr

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Stiftung Polytechnische Gesellschaft startet neues Fortbildungsangebot für das Frankfurter Ehrenamt

Ehrenamt

Die Bürger-Akademie der Stiftung Polytechnische Gesellschaft bietet ein neues und kostenfreies Angebot zur Fortbildung, Anerkennung und Vernetzung ehrenamtlich aktiver Frankfurter Bürgerinnen und Bürger.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat ein neues Fortbildungsangebot konzipiert, das sich gezielt an ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt richtet. Das kostenfreie Online-Angebot soll zur Qualifizierung und Vernetzung der Frankfurter Ehrenamtsszene beitragen. Der Pilotdurchgang besteht aus Praxisseminaren zu den Themen Projektplanung, Zusammenarbeit und emotionale Intelligenz sowie Führungskompetenz.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird ein praktisches Methodenset für ihr ehrenamtliches Engagement vermittelt. Die Seminare finden an je drei aufeinander aufbauenden Terminen statt. Ein offener Marktplatz rundet das neue Angebot ab. Die ersten Veranstaltungen starten im Juni 2022, eine Anmeldung ist jeweils bis 10 Tage vor dem Auftaktseminar möglich. Die Website buerger-akademie.de bündelt alle genauen Informationen und Termine.

„Mit der offenen Bürger-Akademie haben wir ein neues Angebot für die vielen ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürgern der Stadt geschaffen“, so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Es hilft ihnen dabei, sich fortzubilden, damit sie ihre Ideen in ihrem Engagement-Alltag noch besser einbringen und ihrer oft großen Verantwortung noch besser gerecht werden können. Das motiviert und sorgt zugleich für eine bessere Vernetzung der ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger.“

Konrad Dorenkamp, Bereichsleiter Bürgerengagement der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, erklärt den Bedarf, den das offene Fortbildungsangebot zu decken sucht: „Ehrenamtlich engagierte Menschen sind hoch motiviert und haben kreative Ideen, wie sie ihren Verein oder ihre Organisation unterstützen und weiterentwickeln möchten. Dieser Unterstützungsimpuls ist Ursprung allen sozialen Engagements und für die Gesellschaft unverzichtbar. Häufig erleichtern allerdings zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten die Engagementarbeit. Diese wollen wir mit unserem neuen Angebot vermitteln“.

Die Idee für das offene Fortbildungsangebot entstammt der Bürger-Akademie, dem Stipendium der Stiftung Polytechnische Gesellschaft für ehrenamtlich besonders Aktive in Frankfurt. Das Stipendium wurde in Zusammenarbeit mit 24 in Frankfurt präsenten Ehrenamtsorganisationen entwickelt, die im Beirat der Bürger-Akademie zusammenarbeiten. „Seit 2009 trägt das Programm maßgeblich zur Förderung des Frankfurter Ehrenamts bei“, so Dorenkamp. „Ein wachsender Zusammenschluss von Teilnehmern aus allen Jahrgängen steht in produktivem Austausch. Die Bürger-Akademie ist sehr lebendig.“ Viele Referenten des neuen offenen Fortbildungsangebots stammen aus diesem Kreis.

Weitere Informationen sind zu finden unter buerger-akademie.de.


Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft …
wurde 2005 von der Polytechnischen Gesellschaft errichtet. Ganz im Sinne der polytechnischen Ideen engagiert sie sich operativ und fördernd in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technik, Kultur, Soziales und Bürgerengagement in Frankfurt am Main. Weitere Informationen unter www.sptg.de.

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Der Wissenschaftsgarten feierte seinen zehnten Geburtstag

Frühlingsfest Wissenschaftsgarten

Hätten Sie es gewusst, dass Frankfurt zu den glücklichen Städten zählt, die mit drei botanischen Gärten gesegnet sind? Zum einen den Alten Botanischen Garten, zum zweiten den Palmengarten und zum dritten den Wissenschaftsgarten hier am Riedberg.

Während andere Städte, aufgrund der Wirtschaftslage, Gartenanlagen eher abbauen oder schließen, sorgen Unterstützungsgelder von Firmen und großzügige Privatspenden dafür, dass bei uns der Wissenschaftsgarten sogar noch ausgebaut wird und die anderen Gärten weiter intensiv genutzt werden können.

Der erste botanische Garten wurde von Johann Christian Senckenberg 1763 in der Nähe vom Eschenheimer Turm begründet. Auch damals war es ein wissenschaftlicher Garten, in dem Kräuter und Arzneien wuchsen und für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung standen. Gerade die Entwicklung der Gärten in Frankfurt erfolgte in enger Kooperation zwischen Wissenschaftlern und Bürgern der Stadt. Durch die Gründung von Stiftungsvereinen wie die „Freunde des Palmengartens“ oder dem „Freundeskreis Botanischer Garten Frankfurt am Main“ wurden die finanziellen Mittel der Mäzene gebündelt.

Das weitverbreitete Artensterben und der Klimawandel haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass das Thema Biodiversität* in den wissenschaftlichen Mittelpunkt gerückt ist. Hier am Riedberg läuft schon seit Jahren ein Projekt zum Thema „Wald der Zukunft“ – welche Bäume überleben hier in den kommenden, immer heißer werdenden Jahren. Auch Pilzkulturen werden hier untersucht, denen Wassermangel und Hitze schwer zu schaffen machen.

Frühlingsfest Wissenschaftsgarten

Schattenhalle

Parallel zu den kultivierten Pflanzen, werden Informationen über ihr Vorkommen, ihre Umweltanforderungen, ihre Besonderheiten und viele andere Daten digital erfasst und gespeichert. Neben so mancher Pflanze steht ein Hinweisschild mit einem QR-Code, so das Smartphone-Besitzer nicht nur die Pflanze bewundern können, sondern auch interessante Informationstexte in verständlicher Sprache abrufen können.

In diesem Jahr konnte der Wissenschaftsgarten von 2,2 ha auf 3 ha ausgedehnt werden. Dafür musste ein angrenzendes Gebiet mit einem engmaschigen Zaun versehen werden und die dort ansässigen Ureinwohner (Kaninchen) in andere Gebiete umgesiedelt werden. Ansonsten hätten diese niedlichen Tiere dafür gesorgt, dass jedes Pflanzenwachstum nach kurzer Zeit in ihrem Magen endet. Voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren werden neben dem Wissenschaftsgarten nicht nur die neuen Gebäude für die Chemie errichtet, sondern im Süden der Chemie, bis hin zur Altenhöferallee das Gelände ausgeweitet und am Ende etwa 6 ha umfassen.

Das Wachstumspotenzial ist ein großer Anreiz für Forscher hierher zum Riedberg zu wechseln, da hier noch genügend Flächen für weitere botanische Experimente zur Verfügung stehen. Ein weiterer Pluspunkt, für den Standort Riedberg bzw. für die Goethe Universität Frankfurt ist der neu gegründete Dachverband Bio-Frankfurt. Ein Zusammenschluss wichtiger Frankfurter Institutionen, die ebenfalls am Thema Biodiversität arbeiten. Zu nennen wären hier zum Beispiel die Senckenbergische Gesellschaft, aber auch der Frankfurter Zoo und der Opel-Zoo. Dazu noch die Frankfurter Zoologische Gesellschaft, das Umweltamt, zahlreiche Naturschutzvereine, aber auch die KfW und die GIZ. Sie alle kämpfen für den Erhalt der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen, die so wichtig für das Überleben des Menschen und auch aller anderen Lebewesen auf diesem Planeten ist. „Nur wenn die Vielfalt der Arten erhalten bleibt, stehen uns auch in Zukunft genügend Lebensmittel und Medikamente oder ökologische Dienstleistungen wie zum Beispiel sauberes Wasser zur Verfügung.“ so Frau Maike Piepenbring, die wissenschaftliche Leiterin des Wissenschaftsgartens.

Frühlingsfest Wissenschaftsgarten

Vortrag Prof. Dr. Meike Piepenbring
Wissenschaftliche
Leiterin des Wissenschaftsgartens

Seit den Eröffnungsfeierlichkeiten im Jahre 2014 wurde fast jedes Jahr im Mai ein Frühlingsfest gefeiert, mit Unterstützung von Sponsoren und großem Arbeitseinsatz der wissenschaftlichen Gemeinde. Nur in den beiden Corona Jahren 2020 und 2021 musste auf diese schöne Tradition verzichtet werden. Aber man ist optimistisch auch in den nächsten Jahren dieses schöne Event wieder ausrichten zu können. Hier bietet sich nämlich die beste Gelegenheit wissenschaftliche Erkenntnisse durch Fachleute dem interessierten Publikum näherzubringen. Sei es durch Informationsstände oder durch eine der zahlreichen Führungen auf dem Gelände.

Frühlingsfest Wissenschaftsgarten

Präsentation Pflanzversuche

Bei dem herrlichen Wetter konnte man sich kaum vorstellen, dass es eigentlich ein Frühlingsfest war, denn die Temperaturen und der UV-Index ließen einen eher an Hochsommer denken. Kalte Getränke, leckere Pfannkuchen und andere Speisen vertrieben dabei jeden Anflug von Hunger.

* Biodiversität ist die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süßwasser, in den Ozeanen sowie in der Luft.


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Der Naturschutzverein Bonames sorgt für tolle Blumenkästen

Bepflanzung Blumenkästen

Seit 2018 kümmern sich die Mitglieder des Naturschutzvereins Bonames, der 2016 gegründet wurde, nicht nur um ihren tollen Garten unweit des „alten Flughafen Bonames“, sondern verschönern auch zusammen mit den älteren Bürgern die Blumenkästen in den Straßen des alten Ortskerns Bonames.

Als die Aktion das erste Mal gestartet wurde, gingen die Mitglieder des Vereins noch von Tür zu Tür, stellten sich vor und luden die Mieter oder Eigentümer der Immobilie ein, ihre Blumenkästen einmal im Jahr aufzuhübschen und bienenfreundliche Pflanzen in den Kästen anzupflanzen.

Besonders die älteren Bürger freuen sich über diesen Service, denn jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß, welche Arbeit dahintersteht, so einen zentnerschweren Blumenkasten herzurichten. Die benötigte Erde und bienenfreundliche Blumen wurden von einem edlen Spender gestellt.

Die gemeinschaftliche Arbeit des Pflanzens und Herrichtens wird im Hof des Vereinsmitglieds Frau Susanne Hisgen durchgeführt. Ortsnähe und gemeinschaftliches Gärtnern sind für den Erfolg dieses Aktionsangebotes wesentlich. Auch die Kinder dürfen mitmachen und haben ihren Spaß dabei.

Kinder helfen beim Bepflanzen

Foto: NSV Bonames

Aber auch für den gemeinschaftlichen Garten sind neue Aktivitäten geplant: Die nächste Herausforderung ist eine große Kräuterspirale in ihrem Naturschutzgarten anzulegen. Die Steine haben sie schon im Garten liegen. Jetzt heißt es anpacken, damit die Kräuterspirale zu einem Schmuckstück wird.

Steinhaufen

Foto: NSV Bonames

Wer den Naturschutzverein unterstützen möchte, sei es mit Know-how oder mit finanziellen Mitteln, dem werden keine Steine in den Weg gelegt, sondern man wird ihn herzlich willkommen heißen.

Spenden können auf das Konto bei der Frankfurter Volksbank e.G. mit
der IBAN DE 51 5019 0000 6200 6098 49 überwiesen werden. Da der Verein gemeinnützig ist, können auch Spendenquittungen ausgestellt werden.


Kontakt: Naturschutzverein Bonames e. V.
Antonella Petta-Hentschker
2. Vorsitzende

Am Burghof 14
60437 Frankfurt

Mobil: 0160-937 164 70

eMail: 2vs@nsv-bonames.de
Web: https://www.nsv-bonames.de/

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Frankfurt macht KlimaMeter

Grüne Soße Festspiele

2021 war die 45 Meter lange und 4 Meter hohe Klimawand das Aushängeschild der Grüne Soße Festspiele. In diesem Jahr gestalten Schulkinder 193 Europaletten in den Farben aller Flaggen der Vereinten Nationen.

Diese mit Kräutern bepflanzten Europaletten, sogenannte „KlimaMeter“, dienen als Kulisse für das Bühnenprogramm der Grüne-Soße-Festspiele.

Ab sofort können KlimaMeter gekauft werden – als Spende für KiTas und Schulen oder für den Eigenbedarf – und finden so nach den Festspielen in Frankfurt und Umgebung ein neues Zuhause.

Kaufen Sie „KlimaMeter“!

Mit dem Kauf der „KlimaMeter“ unterstützen Sie:

  • die Malaktion mit über 400 Grundschulkindern
  • die Grüne Soße Festspiele und damit 3 Wochen Kultur auf dem Rossmarkt
  • KiTas, Schulen, soziale Einrichtungen durch die Verschönerung der Höfe / umweltpädagogische Maßnahmen
  • das Klima in der Innenstadt

Jeder Meter für das Klima zählt

Werden Sie ein Teil dieser wunderbaren Aktion – weitere Infos finden Sie bei »GrieSoß United«. Hier geht es direkt zum Bestellformular!

Grüne Klimawand

Grüne Klimawand,
Foto Heike Gräler, © Grie Soß United e.V.

Grüne Soße „Open“ 2022

Vom 24.06.2022 bis 16.07.2022 finden die Grüne Soße Festspiele auf dem Rossmarkt im Herzen Frankfurts statt. Drei Wochen Kultur in der City mit Kabarett, Comedy, Rock, Pop, Oper, Poetry Slam und Zaubershow! Das Besondere in diesem Jahr: Zu allen Veranstaltungen, einschließlich des Abendprogramms, ist der Eintritt frei! Das Abendprogramm finden Sie hier.

An 7 Abenden wird ein „offenes“ Grüne Soße Tasting veranstaltet zwischen 18:00 Uhr und 19:30 Uhr. Erst wird fröhlich abgestimmt und anschließend genießt man das Kulturprogramm unter dem Schirm.

Terminübersicht

Grüne Soße Tasting

  • Dienstag, 28. Juni
  • Mittwoch, 29. Juni
  • Mittwoch, 13. Juli
  • Donnerstag, 14. Juli
  • Freitag, 15. Juli

Handkäs Tasting

  • Sonntag, 26. Juni

Frankfurter Würstchen Tasting

  • Montag, 27. Juni

Da das Angebot begrenzt ist – können Sie Ihr Tasting vorab online buchen.

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Überfall auf Geldboten landet vor Gericht

Justitia

Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, ist im Prozess vor dem Landgericht Köln der Sicherheitsmann, der 2019 vor der IKEA-Filiale in unserem Ortsteil überfallen und angeschossen worden ist, als Zeuge vernommen worden. Der Geldbote war am Oberschenkel schwer verletzt worden.

Angeklagt ist der Reemtsma-Entführer Thomas Drach wegen vier Raubüberfällen und zwei Mordversuchen. Bei dem Überfall in Frankfurt hatte er 58.600 Euro erbeutet.

Der Zeuge berichtet, er habe den im Möbelhaus abgeholten Geldkoffer in den Transporter laden wollen, als der Täter von hinten an ihn herangetreten sei. Der Mann habe eine Pistole gehabt und gesagt: „Geld, Geld, Geld!“ – „Ja, dann nimm es“, habe er geantwortet. Als der Täter sich entfernt habe, seien die Schüsse gefallen. Er konnte jedoch nicht genau sagen, ob der Angeklagte zuerst geschossen hat oder ob er zuerst geschossen hatte. Über den von ihm abgegebenen Schuss sagte der Zeuge: „Ich habe ihn nicht erwischt.“

Der gewalttätige Überfall führte dazu, dass der Geldbote arbeitsunfähig wurde. Von nächtlichen Albträumen geplagt, ist kein erholsamer Schlaf mehr möglich, trotz psychologischer Betreuung.


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Die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel muss sich in Geduld üben

Kirchturm Gustav-Adolf-Kirche

Die Kirche wurde 1928 nach den Plänen von Martin Elsaesser (1884-1957) errichtet, dem herausragenden Architekten in Frankfurt, dem wir auch den Bau der Großmarkthalle verdanken, die heute in den Bau der Europäischen Zentralbank im Ostend integriert ist. Jetzt ist die Gustav-Adolf-Kirche schon seit einem Jahr eingerüstet und wartet auf die Renovierung der Außenfassade des Kirchenturms. Inzwischen sind Material-Lieferschwierigkeiten zum alltäglichen Problem geworden und verzögern dementsprechend die Fertigstellung.

Seit 2002 ist Pfarrer Stichling der gute Hirte dieser historisch bedeutsamen Kirche. Aber erst 2007 sorgte eine besondere Lichteinstrahlung der Sonne dafür, dass der Sockel des rund 1,20 Meter hohen Wandkreuzes unter der Farbschicht hervorblitzte und seine Aufmerksamkeit erregte. Im Laufe der letzten 90 Jahre war dieses Kreuz übermalt worden und somit in Vergessenheit geraten.

Nach Voruntersuchungen im Jahr 2014 beschloss der im selben Jahr gegründete Förderverein, zunächst die Innenarbeiten mit einigen aufwendigen Maßnahmen wie dem Austausch der Fenster auszuführen, während der Evangelische Regionalverband und der Ortsbeirat ein Konzept für die Außensanierung und die Gestaltung des Kirchplatzes erarbeiteten.

Die Innensanierung kostete etwa 1,5 Millionen Euro und hatte nur einen Terminverzug von 3 Monaten. Im März 2017 konnte Pfarrer Stichling die Kirche in neuem Glanz wieder für Gottesdienste nutzen. Viele Gäste aus dem In- und Ausland haben inzwischen dieses architektonische Juwel wieder so bewundern können, wie Martin Elsaesser es damals geplant hatte.

Kirchturmspitze Gustav-Adolf-Kirche

Kirchturmspitze Gustav-Adolf-Kirche, Foto: A. Woitun

Der aufmerksame Beobachter wird erkennen, dass das goldene Kreuz auf der Spitze des Kirchturms inzwischen um einen „Jubelkranz“ ergänzt wurde. Offen ist aktuell noch die Frage, in welchen Farben die Kirchturm-Uhr gestrichen werden soll. Da die historischen Aufnahmen nur in Graustufen vorliegen, helfen sie bei der Wahrheitsfindung auch nicht weiter. Die Farben Rot und Schwarz werden von den Bausachverständigen derzeit diskutiert. Der Restaurator Thorsten Moser hat mit Akribie versucht, Informationen über die ursprüngliche Farbgestaltung der Kirche zusammenzutragen.

Wie man an der Restoration der Innenräume sehen kann, schaffen die historischen Farben (cremefarbene Wände, eine rund 15 Meter hohe Decke in leuchtendem Rot sowie ein Lilaton in den Nischen über der Empore) eine Raumatmosphäre der besonderen Art.

Martin Elsässer, der eigentlich aus dem schwäbischen Raum stammte, hatte dort vor seiner Schaffensperiode in Frankfurt schon eine ganze Reihe von Kirchen renoviert und sich dabei vielfältige Kenntnisse angeeignet. Die Gustav-Adolf-Kirche war die einzige Kirche, die er in Frankfurt renovierte und auch seine letzte Kirche. Sie wurde zu einem krönenden Schlussstein in seinem Lebenswerk.

Wie monumental musste dieses Bauwerk damals in dem beschaulichen Fachwerkdörfchen Niederursel gewesen sein. Gut, dass der evangelische Regionalverband hier noch Geld investiert, obwohl an anderen Stellen in Frankfurt kirchliche Gebäude mangels Nutzung aufgegeben werden müssen. Wir dürfen uns auf das Ende der Renovierung freuen, auch wenn Materialmangel den Fertigstellungszeitpunkt noch etwas in die Zukunft verschiebt.

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