Kategorie: AktuelleNEWS

Schüler fordern Wechselunterricht – und drohen mit Streik

Die Schülervertretungen von sieben Frankfurter Schulen, unter anderem vom Gymnasium Riedberg, fordern eine sofortige Einrichtung des Wechselunterrichts – und drohen mit Streik. An der IGS Kalbach-Riedberg laufen bereits Planungen für ein Hybrid-Modell.

„Wir fühlen uns mit den jetzt getroffenen Maßnahmen in den Schulen nicht mehr geschützt“, schreiben die Schülervertretungen unter anderem der Neuen Gymnasialen Oberstufe, des Riedberg-Gymnasiums, des Goethe-Gymnasiums und der Otto-Hahn-Schule in einer Rundmail an die Medien. Sie fordern die hessische Landesregierung auf, „in ein Hybridmodell an Schulen überzugehen, da der Mindestabstand zurzeit an den meisten Schulen nicht einhaltbar ist und wir uns von Masken alleine nicht genug geschützt fühlen.“ Zudem wird ein neues Infektionsschutzkonzept gefordert und mehr Mitsprache.

Die Schülerinnen und Schüler haben „Angst, selbst infiziert zu werden“ und „unkontrolliert“ Mitschüler und die Familie anzustecken. Das Wechselmodell würde in ihren Augen dafür sorgen, dass Ansteckungen an Schulen minimiert werden, Kontaktpersonen leichter nachverfolgt werden können und der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Streik-Aufruf für Montag

Falls ihre „Forderungen und Ängste“ nicht ernstgenommen werden sollten, sähen sie sich „gezwungen, in einen Schulstreik zu treten“. Ganz konkret wird heute auf der Facebook-Seite der StadtschülerInnenrates Frankfurt allerdings schon zu einem Schulstreik am Montag, 30. November, um 11 Uhr in Form eine Demonstration vor dem Gesundheitsamt aufgerufen. Als Alternative wird der „digitale Streik durch Zuhause-Bleiben“ genannt.

Gymnasium Riedberg ist die Schule mit den geringsten Corona-Zahlen

In einem aktuellen Rundschreiben an die Eltern verweist Helmut Kühnberger, Schulleiter des Gymnasiums Riedberg, unterdessen auf die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin und der Tagung des Corona-Kabinetts der Hessischen Landesregierung. Wie bisher gelten weiterhin die Maskenpflicht im Unterricht und auf dem ganzen Schulgelände sowie die weiteren Corona-Regeln. Es werde aber kein allgemeines Wechselmodell geben. 

Das Gymnasium Riedberg ist die Schule mit den geringsten Corona-Zahlen in Frankfurt. Hier gab es bisher nur vier bestätigte Corona-Fälle. Dies rechtfertige aus Sicht des Gesundheitsamtes und der Schulleitung kein Wechselmodell für die gesamte Schule.

IGS will Wechselunterricht einführen

In der zweiten weiterführenden Schule im Stadtteil, an der IGS Kalbach-Riedberg, laufen – aufgrund der unverändert hohen Corona-Zahlen in und um Frankfurt – bereits die Planungen für ein Wechselmodell. Demnach könnten die Kinder im täglichen Wechsel zuhause und im Klassenraum unterrichtet werden. Hausaufgaben würden über die digitale Schulplattform „Moodle“ gestellt oder an den Tagen in der Schule. Klassenarbeiten sollen wie geplant stattfinden.

Aber auch an den Tagen ohne Präsenzunterricht soll um 10 Uhr eine digitale Klassenkonferenz stattfinden. „Denn dieser Startschuss in den Tag und eine Struktur ist für die Kinder sehr wichtig“, erklärt Schulleiterin Susanne Gölitzer. Täglich von 8 bis 10 Uhr könnten Lehrerinnen und Lehrer auch direkte Ansprechpartner in der Schule sein. Kinder, die nicht über das digitale Equipment verfügen, bekommen dieses gestellt.

Die Planungen sind also schon sehr konkret, die Schule möchte mit dem Wechselunterricht am 7. Dezember starten – wenn die Schulkonferenz zustimmt und auch das Schulamt keine Einwände hat.

Symbolfoto: CDC on Unsplash

 

 

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Corona: Frankfurt errichtet Impfzentren

Es ist eine Mammut-Aufgabe! Mindestens 60 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter sollen in absehbarer Zeit gegen das Coronavirus geimpft werden. Das Ziel: Nachhaltige Eindämmung der Pandemie.

Jetzt gehen die Vorbereitungen für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur Durchführung der Covid-19-Impfungen in die entscheidende Phase. Hessen hat gestern den Einsatzbefehl für Aufbau und Betrieb von landesweiten Impfzentren bis 11. Dezember gegeben. Zuständig sind die Gesundheitsämter, mit Unterstützung des örtlichen Katastrophenschutzes, in Frankfurt die Branddirektion. Das gilt auch für Frankfurt, wo der Planungsstab bereits an der Umsetzung der Impfungen arbeitet.

1000 Impfungen pro Tag und pro Impfzentrum

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: „Eine gewaltige Aufgabe, die aber auch eine große Chance bietet. Über 1000 Impfungen pro Tag und Impfzentrum, sieben Tagen die Woche – das geht nur, wenn wirklich alle an einem Strang ziehen. Daran habe ich in Frankfurt keinen Zweifel. Unser Gesundheitsamt genießt zurecht weit über die Stadtgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf, ebenso unsere Branddirektion.“ Gesundheitsdezernent Stefan Majer ergänzt: „Nachdem das Gesundheitsamt schon seit geraumer Zeit an möglichen Impfszenarios gearbeitet hat, können mit dem gestrigen Einsatzbefehl nun die konkreten operativen Schritte für diese Mammutaufgabe eingeläutet werden. Mit gut geplanten und effizienten Impfaktionen und einer hoffentlich hohen Impfquote steht uns die Tür zu einer wirklichen und lang ersehnten Normalisierung dann im nächsten Jahr offen.“

Feldmann und Majer mahnen dennoch zur Geduld: „Ein ermutigendes Signal! Aber es wird viele Monate dauern, bis die erforderliche Impfquote erreicht wird. Bis dahin bleibt die AHA-L-Regel unsere wichtigste Waffe im Kampf gegen das Virus, sprich: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften. Uns zu früh in Sicherheit zu wiegen, wäre ein großer Fehler.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: CDC on Unsplash

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Warnstreik: Am Samstag stehen die U-Bahnen still

Die Gewerkschaft Verdi hat erneut Warnstreiks angekündigt, die auch den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt beeinträchtigen werden. Gestern und heute wurden Verwaltungen und Werkstätten bestreikt. Am morgigen Samstag allerdings werden ab etwa 3 Uhr für 24 Stunden alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien vom Streik betroffen sein.

U-Bahnen bilden das „Rückgrat“ des städtischen Nahverkehrsnetzes, ihr Ausfall durch den Warnstreik wird viele Fahrgäste schmerzhaft treffen. Da aber S-Bahnen, Regionalzüge und Buslinien planmäßig verkehren, können sie im dichten Frankfurter Nahverkehrsnetz vielfach als Alternative weiterhelfen – ein vollwertiger Ersatz für die wegen des Streiks nicht verkehrenden Linien können sie aber nicht sein, wie die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ und die VGF betonen. 

Weitere Warnstreiks für die kommenden Adventssamstage hat die Gewerkschaft schon angedroht.

Es wird empfohlen, sich über die Radiosender, das RMV-Servicetelefon unter 069/24248024, das rund um die Uhr erreichbar ist sowie im Internet unter www.rmv-frankfurt.de und in den sozialen Medien zu informieren.

Foto: MAINRiedberg/ Archiv

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Dreister Diebstahl in der Tiefgarage

Gastbeitrag von Alexander Markert
 

Vorfall in der Tiefgarage: Erst verfolgte und bedrängte ein mutmaßliches Diebes-Duo einen Autofahrer am Riedberg. Als dieser sich nicht einschüchtern ließ, suchten die beiden das Weite – allerdings hatten sie ihm vorher noch unbemerkt eine Armbanduhr entwendet.

Ein Riedberger war am Dienstag, 10.11., um 17 Uhr in der Innenstadt zum Einkaufen unterwegs. Schon beim Einsteigen in seinen PKW in der Berliner Straße fiel ihm ein etwas älterer Audi A4 auf. Auf dem Weg zurück über die Rosa-Luxemburg-Straße dachte er nicht weiter darüber nach. Als er dann aber im Quartier Altkönigblick in seine Tiefgarage fuhr, parkte der gleiche Audi in seiner Einfahrt direkt unter dem Garagentor, das sich dadurch nicht mehr schließen konnte.

Eine junge Frau stieg aus und stellte sich so vor die Fahrertür des Mannes, dass man diese kaum noch öffnen konnte. Er ließ deshalb die Seitenscheibe herunter und sie verwickelte ihn in ein Gespräch und fragte nach einer Adresse in der Mainzer Landstraße. Das Ganze war dem Riedberger reichlich suspekt und er drückte mit etwas mehr Nachdruck die Autotür auf. Zudem forderte er die Frau auf, die Tiefgarage zu verlassen. Da der Audi weiter die Ein- und Ausfahrt blockierte, ging er auf diesen zu und forderte vehementer auch den Fahrer dazu auf rauszufahren. Da dieser nicht reagierte, trat er gegen den Kotflügel. Daraufhin setzte der Fahrer nach hinten. Die Frau folgte ihm mit schnellen Schritten ebenfalls nach draußen und gemeinsam fuhren sie davon.

Der Riedberger brachte dies zur Anzeige auf dem 14. Polizeirevier in der Marie-Curie-Straße. Als er immer noch aufgewühlt wieder nach Hause fuhr, fiel ihm auf, dass seine Armbanduhr fehlte. Sie wurde ihm offenbar während des Wortwechsels in der Tiefgarage gestohlen.

Symbolbild: Scottie Scheid / unsplash.com

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100.000 Frankfurter stundenlang ohne Strom

Infolge eines Feuers in einer Umspannanlage in Frankfurt Höchst herrschte heute ab dem späten Vormittag für mehr als sechs Stunden Stromausfall in zunächst sieben westlichen Stadtteilen. Betroffen waren Höchst, Nied, Unterliederbach, Zeilsheim, Sossenheim, Griesheim und Sindlingen. Das bedeutete anhand der Einwohnerzahlen bis zu 114.000 mögliche Betroffene. Der Betreiber Süwag AG konnte aus seinen genaueren Daten rund 35.000 tatsächlich Betroffene ermitteln, vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in einigen Stadtteilen nicht alle Straßen von der Versorgung abgeschnitten waren. Gegen 16 Uhr meldete die Süwag, alle Stadtteile seien wieder mit Elektrizität versorgt.

Verschiedene Stabsbereiche der Frankfurter Feuerwehr befassten sich seit Beginn des Stromausfalls vor allem mit den Einrichtungen kritischer Infrastruktur, wie Krankenhäusern und Pflegeheimen, in dem Bereich und bereiteten für den Bedarfsfall notwendige Maßnahmen vor.

Die Feuerwehrhäuser der freiwilligen Feuerwehren in den betroffenen Stadtteilen im Westen der Stadt wurden vorübergehend mit ehrenamtlichen Einsatzkräften besetzt. So wurde eine Möglichkeit geschaffen, bei Ausfall des Telefons Notfälle zu melden.

Anwohner in den betroffenen Stadtteilen wurden aufgefordert, sich laufend über die Entwicklung zu informieren. Das Feuer in Umspannanlage war gegen 12 Uhr gelöscht.

Foto: Archiv

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Nachwuchs bei den Gorillas

Der Zoo und das Menschenaffenhaus Borgori-Wald sind zwar wegen der Corona-Pandemie zurzeit für Besucher geschlossen, aber das Familienleben bei Gorilla, Orang-Utan & Co. geht dennoch seinen gewohnten – zuweilen auch seinen besonderen – Gang. So hat es Anfang September Nachwuchs bei den Flachlandgorillas gegeben.

Der kleine Arco wurde am 7. September geboren. Er ist das vierte Jungtier der 16-jährigen Shira, die eine routinierte und entspannte Mutter ist. Vater ist Silberrücken Viatu, geboren 1998.

„Über die Nachricht, dass in unserem Zoo ein Gorilla-Jungtier zur Welt gekommen ist, habe ich mich gerade in diesen Zeiten sehr gefreut. Es ist wirklich schade, dass man den kleinen Arco zurzeit wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen kann“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Gorilla-Jungtiere haben eine vergleichsweise lange Kindheit und Jugend. Männliche Tiere verlassen erst mit etwa acht bis neun Jahren die Gruppe. Ich bin daher absolut zuversichtlich, dass wir Arco aufwachsen sehen können.“

Arco ist immer ganz nah bei der Mutter

Die ersten Monate verbringen Gorilla-Jungtiere ganz nah bei ihrer Mutter, lange werden sie eng am Körper getragen. Mit etwa acht Wochen kann Arco bereits auf dem Rücken seiner Mutter reiten und hat dadurch einen guten Überblick über sein Gehege und die Artgenossen. „Arco ist aufmerksam und munter, interessiert sich für die anderen Gruppenmitglieder und schaut sie aufmerksam an. Wer sich ihm nähern darf, wird aber noch von Mutter Shira bestimmt, die ihren Nachwuchs beschützt und die neugierige Verwandtschaft auch mal auf Abstand hält“, erzählt Zoodirektor Miguel Casares.

Gorilla-Jungtiere werden drei bis vier Jahre lang von ihrer Mutter gesäugt. Nach etwa sechs Monaten beginnen sie, auch pflanzliche Nahrung zu fressen. Gorillas ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern und Knospen.

Auffällig an Arco sind seine langen Augenbrauen, die ihm einen freundlichen Gesichtsausdruck verleihen. Die gleichen Augenbrauen hat auch seine große Schwester Wela, geboren 2016.

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So leben Flachlandgorillas

Westliche Flachlandgorillas leben in kleinen Haremsgruppen von bis zu 20 Tieren. Ein dominantes Männchen führt die Gruppe an, in der neben einigen Weibchen auch Jungtiere verschiedener Altersgruppen zu finden sind. „Wir hoffen, dass Arco eines Tages seinen eigenen Beitrag zum Erhalt dieser hochbedrohten Tierart leisten kann, zumal der Frankfurter Zoo das Internationale Zuchtbuch (ISB) für die Westlichen Flachlandgorillas führt“, sagt Casares.

Der Bestand der Westlichen Flachland-Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in ihrem natürlichen Lebensraum ist durch Besiedlung und Rodung der Urwälder stark bedroht. Insbesondere im östlichen Kongogebiet ist die Zahl der Gorillas stark zurückgegangen. Der rote Liste-Status diese imposanten Tiere ist laut IUCN „vom Aussterben bedroht“.

Foto: Zoo Frankfurt

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Schulen bleiben (vorerst) im Regelbetrieb

In Hessen soll der Präsenzunterricht landesweit so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Frankfurt plant vorerst kein Wechselmodell. Mitschüler und Lehrer positiv getesteter Kinder werden hier nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne geschickt.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat in dieser Woche erneut erklärt, dass die Schulen in der Corona-Krise so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten sollten. Einen landesweiten Wechselunterricht zwischen Präsenz in den Klassen und Lernen von zu Hause aus soll es vorerst nicht geben. „Solange es infektiologisch vertretbar ist, werde ich für jedes Kind an jedem Ort in Hessen um jeden Tag Präsenzunterricht kämpfen“, sagte Lorz laut hr-online.

In Offenbach wird ab nächster Woche aufgrund der weiter steigenden Corona-Zahlen Wechselunterricht ab der Sekundarstufe II und an den berufsbildenden Schulen eingeführt. In Frankfurt ist das aktuell nicht geplant.

Nur positive Kinder in Quarantäne

Hier gibt es im Gesundheitsamt ein Team, das sich nur um Tests und Kontaktverfolgungen in Kitas und Schulen kümmert. Deshalb sei es aktuell „nur in Ausnahmefällen notwendig, den Präsenzbetrieb in ganzen Klassen auszusetzen“, schreibt das Frankfurter Gesundheitsamt. Das bedeutet, dass Mitschüler und Lehrer positiv getesteter Kinder nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne geschickt werden.

Eltern aus unserem Stadtteil berichten, dass die Information der Schulen an die betroffenen Klassen oft nur mit Verzögerung erfolgen würde. Anders in der Europäischen Schule in der Nordweststadt. „Dort wird bei einem positiven Befund die gesamte Schule informiert. Dieses Recht auf Information sollte auch nicht einzelnen Eltern vorbehalten sein. Das ist in manchen Fällen enorm wichtig, um Risikopatienten schützen zu können“, erklärt eine Mutter, deren Kinder verschiedene Einrichtungen besuchen.

Photo by Taylor Wilcox on Unsplash.com

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„Raubüberfall“ war Dreh für Rap-Video

Am Samstagnachmittag kam es in der Münchener Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Grund war ein vermeintlicher Raubüberfall auf einen Juwelier.

Passanten meldeten der Polizei um 16:10 Uhr per Notruf, dass zwei Personen mit Langwaffen das Juweliergeschäft überfallen. Dem entsprechend reagierte die Polizei und kam mit einem größeren Aufgebot zum vermeintlichen Tatort. Schließlich brachten die Polizeikräfte die Lage vor Ort schnell unter Kontrolle. Zur Überraschung aller stellte sich in diesem Moment heraus, dass es sich bei dem „Überfall“ um einen Videodreh des bekannten Rappers Kollegah handelte.

Es konnten zehn Personen, darunter auch der Inhaber des Juweliergeschäftes angetroffen werden. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei fünf täuschend echte Waffenattrappen (zwei Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, zwei Faustfeuerwaffen) sicher. Schließlich kam heraus, dass zwar eine Drehgenehmigung der Stadt Frankfurt für die Dreharbeiten vorlag, jedoch hatte der Produzent es versäumt, das örtliche Polizeirevier darüber zu unterrichten. Welche Konsequenzen diese Aktion am Ende haben wird, steht noch nicht abschließend fest. Wegen des Führens von „Anscheinswaffen“ erwartet die Betroffenen jedoch ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Foto: Archiv

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„Nie wieder!“ – Gedenken an die Novemberpogrome von 1938

Es geschah vor 82 Jahren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November brannten die Synagogen, Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen geplündert. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet und deportiert. Oberbürgermeister Peter Feldmann gedachte heute gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und Bürgern den Opfern der Novemberpogrome von 1938.

Frankfurt hatte in den 1930er Jahren die zweitgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands. In der so genannten „Reichspogromnacht“ wurden 1000 Frankfurter Juden in die Messehalle verschleppt, einige starben in dieser Nacht, viele wurden ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

„Es wird oft gesagt, dass in dieser Nacht die Kulturgeschichte ins Mittelalter zurückfiel. Das stimmt. Es war ein Schritt, der in den Vernichtungslagern für Millionen Menschen mit ihrer Ermordung endete“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann während der Gedenkveranstaltung am Montag, 9. November, am Mahnmal vor der Paulskirche. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Gedenkveranstaltung im Freien vor der Paulskirche abgehalten. Gemeinsam mit Leo Latasch vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde, geladenen Gästen und Frankfurtern, gedachte das Stadtoberhaupt der Opfer des Novemberpogroms und des Nazi-Regimes.

Frankfurt wurde durch seine Jüdische Gemeinde wie kaum eine andere Stadt geprägt. „Wir sagen mit Stolz: Wir sind die jüdischste Stadt Deutschlands. Unsere Universität, das reiche Stiftungswesen Frankfurts, unsere Kultur wäre ohne den Beitrag der jüdischen Gemeinschaft undenkbar. Leopold Sonnemann, Charles Hallgarten oder Bertha Pappenheim. Sie stehe dafür. Paul Ehrlich, Ludwig Edinger, Max Horkheimer oder Martin Buber. Sie stehen dafür“, sagte das Stadtoberhaupt.

„Der 9. November ist und bleibt als Gedenktag unentbehrlich. Wir gedenken der Opfer und wir erinnern uns an die Untätigkeit vieler, die schweigend mitansahen, wie ihre jüdischen Nachbarn und Freunde gedemütigt, geschlagen und deportiert wurden, wie Synagogen brannten und die Hemmschwelle der Brutalität immer tiefer sank. Das Gedenken an den 9. November ist nur einmal im Jahr, aber die Lehren müssen wir auch an alle anderen 364 Tagen ziehen. Wenn Rechtspopulisten die Geschichte umdeuten wollen, wenn rechtsextreme Positionen in der Mitte der Gesellschaft sicht- und hörbar werden, dann darf die Mehrheitsgesellschaft nicht mehr schweigen. Dies ist und bleibt Aufgabe von allen“, sagte Latasch.

„Die vier großen Frankfurter Synagogen – errichtet zwischen 1860 und 1911 – waren sichtbarste Zeichen der Größe und des Stolzes der Jüdischen Gemeinde. 1938 wurden sie zu Terrorzielen der Nazis. Die Thorarollen – das Heiligste – wurden geschändet, Rabbiner gedemütigt und misshandelt. Der Weg, der zur Ermordung von Millionen führte, begann im Kleinen: in Schulen, am Arbeitsplatz, am Küchentisch in den Familien. Er begann überall dort, wo Nazis und deutschnationale Rassisten unwidersprochen Hassreden hielten“, sagte Feldmann.

Der Oberbürgermeister betonte, dass auch heute wieder Synagogen Ziel von Terror und Juden- und Völkerhass in Parlamenten seien. Der Weg der Barbarei beginne mit vielen kleinen Schritten, mit Wegschauen und Weghören und mit klammheimlicher Zustimmung: „Stellen wir uns dem in den Weg: Heute, morgen, an jedem Tag! Beherzigen wir das Erbe unseres Landes und unseres Frankfurt in zwei Worten: Nie wieder!“, sagte Feldmann.

Foto: Bernd Kammerer/ Stadt Frankfurt

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Schnitzel und Grie Soß per App und im Drive-in

Burger am Drive-in war gestern – jetzt holen wir uns Handkäs, Schnitzel und Grie Soß! Zumindest beim „Lahmen Esel“ in Niederursel, wo ab sofort außerdem die Bestellung und Bezahlung per App möglich ist. Dank der innovativen Idee eines jungen Riedberger Start-ups.

Wenn einer das vor einem Jahr prophezeit hätte, hätte man ihn wohl für verrückt erklärt. Nicht nur die Sache mit dem weltweit ersten Drive-in bei einer Äppelwoi-Kneipe. Eine verrückt-geniale Idee von Gastronom Thomas Metzmacher , die sich schon während der ersten Corona-Welle mehr als bewährt hat.

Gefragtes Krisenmanagement: Gastronom Thomas Metzmacher wurde vom hr interviewt und sein „Drive-In“ ist heute bei bei den Bildern des Tages auf welt.de

Jetzt setzt der Wirt vom „Lahmen Esel“ noch eine Schippe drauf: Denn ab sofort ist es bei ihm auch möglich, das Essen per App zu bestellen, bargeldlos zu bezahlen und zur gewünschten Zeit einfach abzuholen. Eine „normale“ Bestellung per Telefon geht natürlich auch noch. „Damit bieten wir drei Möglichkeiten, um absolut kontaktlos an leckeres Essen zu kommen“, sagt Metzmacher, der so der Corona-Krise trotzen will.

Die App ist „made in Riedberg“ 

Der Lahme Esel nutzt die neue Bestell-App „piq“, die IT-Unternehmensberater Maxim Beizerov mit seinem Bruder und Co-Founder entwickelt hat. Erst Anfang Oktober haben die beiden Riedberger  die Einführungsphase ihrer App gestartet, zunächst bei uns im Stadtteil mit dem „House of Waffles“, „kebabiss“ sowie „Karrys & Barrys“ als erste Partner. Der Name der App klingt nicht zufällig nach einer trendigen Abkürzung von pick up. Also bestellen, abholen, fertig. 

Per piq-App bestellen, bargeldlos bezahlen und zur gewünschten Uhrzeit kontaktlos abholen – das ist neben drei Lokalen am Riedberg jetzt auch beim „Lahmen Esel“ möglich Foto: piq

Für die Kunden ist das Angebot kostenfrei. Während die Lokale iPads mit der piq-Software bekommen und weder Zeit noch Manpower für den Bestellvorgang benötigen, kann der User per App für eine Wunschzeit bestellen, bargeldlos bezahlen, den Lieferstatus verfolgen und sich ohne Verzögerung das Essen holen. Am besten zu Fuß. Die piq-Macher legen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie wollen auch anders als Lieferdienste, die empfindliche Provisionen verlangen, in der Krise auf Gewinnmargen verzichten. „Viele verstehen scheinbar erst angesichts des Lockdowns unsere Idee so richtig“, sagt Beizerov. Fast täglich kommen Interessenten und vor allem Kunden hinzu. Das soll erst der Anfang sein.

Weitere Informationen unter lahmer-esel.de und bei App-Anbieter piq.zyz

Foto: privat

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