Kategorie: AktuelleNEWS

Familien sind „Seismograph der Krise“

Eltern empfinden die Corona-Krise als äußerst aufreibend. Insbesondere Mütter berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Das haben erste Ergebnisse einer Studie der Frankfurter Goethe-Universität und der Universität Hildesheim ergeben.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies sind die Kernfragen der Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 – 03.05.2020 durchgeführt wurde. Über 25.000 Personen haben in dieser kurzen Zeit mindestens 95 Prozent des Fragebogens beantwortet und sich damit viel Zeit genommen. „Die umfangreiche Beteiligung an der Befragung verstehen wir als einen Indikator dafür, dass es unter Müttern und Vätern einen hohen Mitteilungsbedarf gibt“, so die Wissenschaftlerin Dr. Severine Thomas. Aufgabe von Wissenschaft ist es aus Sicht des Forschungsverbundes „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, Informationen der Befragten möglichst zügig aufzubereiten und die Ergebnisse zu kommunizieren. In diesem Grundverständnis werden erste Einblicke in die Auswertung des Datenmaterials gegeben.

Vor allem haben sich erwerbstätige Mütter beteiligt. Sie berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Die befragten Eltern versuchen ihren Kindern Rückzugsmöglichkeiten zu Hause zu ermöglichen, für sich selbst haben sie diese häufig nicht. „Doch es gibt auch Mütter und Väter, die durch ihre Erfahrungen eine neue Perspektive gewonnen haben und den Alltag vor der Pandemie zwischen Erwerbsarbeit, Schule, Freizeit, Fürsorge nun als äußerst aufreibend beschreiben“, so Johanna Wilmes aus dem Forschungsteam.

Mehr als 25.000 Eltern haben an einer Befragung zum Familienalltag in Zeiten der Pandemie teilgenommen. Nach der Veröffentlichung der Studie „JuCo“ zu den Erfahrungen junger Menschen zu den Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor zwei Wochen stellt der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ nun erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen vor. Der Forschungsverbund setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld.

Weitere Informationen zu beiden Studien sind auf der Seite des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim zu finden unter https://t1p.de/studien-corona. Weitere Auswertungen werden folgen.

Informationen: Goethe-Universität

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Vorsicht! Zwei Unfälle behindern U-Bahn-Verkehr

Zwei Zwischenfälle behindern den Betrieb auf der stark befahrenen A-Strecke. U1 und U9 bleiben bis Donnerstag Morgen unterbrochen. Die U8 fährt nur bis Heddernheim.

Zunächst fuhr um 1.35 Uhr in der Nacht eine U1 auf einen Prellbock an der Endstation Ginnheim. Im Zug wurden drei Fahrgäste leicht verletzt, mussten aber nicht medizinisch behandelt werden. Der Zug und die Oberleitung wurden schwer beschädigt, denn hinter dem Prellbock steht ein Fahrleitungsmast, der beim Aufprall ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die VGF mußte die Station für U1, U9 und die Straßenbahnlinie 16 sperren.

VGF und Feuerwehr gleisten den Zug wieder ein, danach wurde die Oberleitung gesichert. Bis Mittag soll der Betrieb der Linie 16 wieder aufgenommen werden, U1 und U9 bleiben bis auf weiteres unterbrochen, da der Havarist erst in der Nacht in den Betriebshof Heddernheim gebracht werden kann und die Oberleitung geprüft werden muss. Mit einer Aufnahme des Verkehrs ist nicht vor Betriebsbeginn in der Nacht auf Donnerstag, 28. Mai, zu rechnen. Zu Unfallursache oder Schadenshöhe kann die VGF noch keine Angaben machen.

Dier Linie 16 wurde während der Arbeiten zum Westbahnhof umgeleitet, U1 und U9 enden bis auf weiteres an der Station Römerstadt. Auf den unterbrochenen Abschnitten wurden Ersatzverkehre mit Taxen eingerichtet.

Oberleitungsschaden am Schweizer Platz

Noch während der Bergungsarbeiten in Ginnheim unterbrach ein Oberleitungsschaden im Tunnel zwischen Willy-Brandt-Platz und Schweizer Platz den U-Bahnbetrieb der Linien U1, U2, U3 und U8. Warum eine U2 die Oberleitung beschädigte, ist noch nicht bekannt. Aus dem Zug führte die VGF die Fahrgäste zurück zur Station Willy-Brandt-Platz. Bergungsarbeiten und Instandsetzung der Oberleitung laufen, wie lange sie dauern und der Betrieb zwischen Willy-Brandt-Platz und Südbahnhof unterbrochen ist, steht noch nicht fest.

Die Linien U1 und U2 enden bis auf weiteres an der Station Willy-Brandt-Platz, U3 und U8 fahren bis Heddernheim. Fahrgäste bis Südbahnhof verweist die VGF auf die an der Hauptwache fahrenden S-Bahn-Linien.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

5-Quadratmeter-Regel in der Gastronomie fällt

Die Corona-Regeln werden gelockert – jetzt auch für Cafés, Eisdielen, Restaurants & Co. Das wird auch die Gastronomen am Riedberg freuen.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank freut sich: „Die Gastronomie ist eine Branche von großer Bedeutung für unsere Stadt und es ist eine große Erleichterung für unser Gastgewerbe, dass bereits ab Donnerstag die Regelung entfällt, dass nur eine Person je angefangenen fünf Quadratmetern Gastfläche zugelassen wird. Die geöffneten Restaurants senden in diesen herausfordernden Zeiten wichtige Impulse für unser aller Lebensgefühl aus – wir haben in den letzten Wochen verspürt, wie sehr diese Farbtupfer und das kulinarische Verwöhntwerden fehlen.“

Auch Madjid Djamegari, Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt, ist erleichtert: „Wir sind glücklich darüber, dass unsere hartnäckigen Bemühungen um Abschaffung der Fünf-Quadratmeter-Regel erfolgreich waren und danken insbesondere den Verantwortlichen im Magistrat der Stadt Frankfurt für ihre tatkräftige Unterstützung. Das und die großzügige Möglichkeit der Ausweitung der Außengastronomieflächen ermöglichen den Frankfurter Gastronomen den nächsten Schritt in Richtung eines betriebswirtschaftlich tragbaren Betriebes ihrer Gaststätten in dieser Zeit.“

„Ich freue mich sehr, dass die hessische Landesregierung die Fünf-Quadratmeter-Regel jetzt endlich aufgehoben hat und die nationalen Standards übernimmt. Der Einsatz für realistische Abstandsregeln hat sich gelohnt. Noch letzte Woche konnte ich bei Besuchen in Frankfurter Wirtschaften sehen, in welche Nöte die Gastronomie durch diese Regel gebracht worden ist. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Gaststätte war unter diesen Umständen nicht möglich. Mit dem Sitzabstand von 1,5 Metern wird jetzt ein weiterer Schritt Richtung Normalität vollzogen. Ich setze auch weiterhin auf die Vernunft der Frankfurter, die sich bei Restaurantbesuchen bislang überwiegend vorbildlich verhalten haben“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Mit der neuen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung (gültig ab Donnerstag, 28. Mai) muss zwar der Sitzabstand von 1,5 Metern weiterhin eingehalten werden. Dieser Mindestabstand gilt nicht zwischen Personen, die dem eigenen Hausstand angehören oder als Mitglieder eines weiteren Hausstandes mit den Erstgenannten zum Gaststättenbesuch verabredet sind.

Informationen: Stadt Frankfurt

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Teddy-Demo für Kita-Öffnung und mehr Schule

Wegen der Corona-Pandemie sind Kitas und Schulen nach wie vor nicht für alle Kinder geöffnet. In Frankfurt hatte deshalb gestern das Bündnis „Familien in der Krise“ zu einer „Teddy-Demo“ aufgerufen. Die Initiative fordert, dass an den Schulen wieder mindestens 20 Stunden Präsenzunterricht stattfinden soll und dass Kitas auch für Kinder von „nicht-systemrelevanten“ Eltern geöffnet werden.

Die meisten Bündnis-Initiatoren sind Mütter und Väter, die selbst Kita- oder Schulkinder haben. Anlass für die Demo, die eher als deutlich sichtbarer Protest mit Kindern und Kuscheltieren gedacht war, war eine Sitzung des Bildungsausschusses der Stadt Frankfurt im Saalbau Bornheim. Gegen 16 Uhr platzierten die Organisatoren Teddybären mit Protestplakaten und Schulranzen vor dem Gebäude. Unter anderem mit den Worten „Kinder brauchen Kinder“ oder „Morgenkreis statt Homeoffice“. Später trugen die OrganisatorInnen ihre Forderungen auch vor dem Bildungsausschuss der Stadt vor.

Eine größere Demonstration von Eltern und Kindern findet heute Nachmittag vor der Staatskanzlei in Wiesbaden statt.

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„Familien sind die Leidtragenden“

Frankfurts Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber übt harte Kritik am fehlenden Konzept der hessischen Landesregierung zur Öffnung von Kitas und Horten. 

Am 5. Mai hatte die hessische Landesregierung angekündigt, dass die Kitas, Krippen und Horte ab 2. Juni auch wieder über die Notfallbetreuung hinaus für den eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet werden sollen. Seither warten die Kommunen, Landkreise, Träger und vor allem die Familien auf ein Konzept der Landesregierung, um analog der Vorgehensweise bei den Schulen jetzt auch die Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Kitas vorbereiten zu können.

„Was wir jetzt zehn Tage vor dem Öffnungstermin bekommen ist aber leider weder ein Rahmen noch ein Konzept, sondern eine politische Verantwortungslosigkeit des Ministers und der Hessischen Landesregierung insgesamt, die dieses Vorgehen ja offensichtlich billigt“, kritisiert Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Zu keinem der wirklich wichtigen Punkte, die Familien betreffen, gäbe es konkrete Aussagen. Auch fänden sich in der Bekanntmachung weder Orientierungshilfen noch Rückendeckung für die Träger der Einrichtungen, sagt Weber. Die Entscheidungen beispielsweise über die Aufnahme von Kindern über die der Notfallbetreuung hinaus, über die zulässigen Gruppengrößen, über die möglichen Betreuungszeiten oder die Finanzierung hatte das Land in seiner Erklärung am Mittwoch vollständig an die Kommunen und die Träger delegiert und deutlich gesagt, dass es dazu keine Aussagen treffen werde.

Dezernentin spricht von „konzeptioneller Mutlosigkeit“

„Wo hätte gestaltet und geplant werden müssen, wird die Verantwortung an die Gemeinden und Träger abgegeben. Was der Minister „freie Hand für Kommunen“ nennt, nenne ich konzeptionelle Mutlosigkeit“, sagt Weber. Dabei habe der Städtetag bereits einen weitergehenden Vorschlag erarbeitet, den man nur noch hätte konkretisieren müssen. „Offenbar will sich aber der Minister nicht festlegen und scheut den Konflikt“, sagt Weber weiter. „Insofern ist es gut, dass ich mit den Trägern bereits vorgearbeitet habe und wir in der nächsten Woche ein Frankfurter Rahmenkonzept verabschieden können“, erklärt die Stadträtin, die seit Beginn der Corona-Krise in wöchentlichem engen Austausch mit den Trägern der Frankfurter Kindertagesstätten steht.

Frankfurt will jetzt eigenes Konzept entwickeln

„Das Land ist seiner Verantwortung nicht gerecht geworden und hat die Familien mit kleinen Kindern erst hingehalten und jetzt hängen lassen. Seit Wochen jonglieren unzählige Mütter und Väter unter hoher nervlicher und zeitlicher Belastung ihren familiären und beruflichen Alltag. Sie hätten eine klare und belastbare Aussage verdient. Stattdessen hat das Land große Ankündigungen gemacht und Erwartungen geweckt, die es nicht erfüllen kann. Minister Klose ist als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet – er hat schlichtweg nicht geliefert. Ich werde mich jetzt gemeinsam mit unseren Trägern darum kümmern, dass diese Leerstelle gefüllt wird und die Stadt Frankfurt ihr eigenes Konzept entwickelt“, kündigte die Dezernentin an.

Sie werde sich in den nächsten Tagen auch die Öffnungskonzepte anderer Bundesländer ansehen und gemeinsam mit den Frankfurter Trägern eine Vorgehensweise für die Öffnung der Kitas erarbeiten, die den Vorgaben des Infektionsschutzes gerecht werde aber vor allem endlich Planbarkeit für alle Betroffenen herstelle. „Schließlich geht es neben der Bereitstellung von Betreuungsplätzen auch um den Gesundheitsschutz der Erzieherinnen und Erziehern in den Einrichtungen sowie um den Schutz der Kinder und Eltern, die sich dort aufhalten. Hier müssen wir ein Spagat hinbekommen, für das ich mir mehr Rückendeckung vom Land gewünscht hätte. Auf die jetzt von Minister Klose angekündigten Empfehlungen können wir nicht warten – wir haben 870 Einrichtungen von rund 200 Trägern in der Stadt, die alle eingebunden werden müssen“, sagt Weber. „Das geht eben nicht von Freitag Abend bis Montag Morgen.“

Sie werde sich jetzt so schnell wie möglich darum kümmern, dass Familien Planungssicherheit bekämen und Eltern und Kinder sukzessive wieder bestmöglich den Alltag unter den neuen Vorgaben der Pandemie leben können, auf den sie alle warten.

Informationen & Foto: Stadt Frankfurt

Schwimmbäder öffnen für den Vereinssport

Nach der aktuellen Ankündigung der Hessischen Landesregierung können die Schwimmbäder ab 1. Juni 2020 für Schwimmvereine und Schwimmkurse wieder öffnen – das gab die Stadt Frankfurt heute bekannt.

Bis Mitte Juni entscheidet dann das Land, ab wann wieder alle Bürger zum Schwimmen gehen können. Sportdezernent Markus Frank begrüßt den Entschluss, die Schwimmbäder stufenweise unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln zu öffnen.

Die Frankfurter Bäder sind für die stufenweise Öffnung gut vorbreitet. Die notwendigen Pläne und Gesundheitskonzepte für die Sportschwimmer und Schwimmkurse werden umgesetzt. Stadtrat Markus Frank dankt den Bäderbetrieben für die weitsichtige Vorbereitung.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

Absage von Ferien-Freizeiten – Workshops sollen stattfinden

Das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt sagt aus aktuellem Anlass alle für die Sommerferien geplanten Ferienfreizeiten ab. Das „Ferienkarussell“ mit Bildungs- und Freizeitangeboten soll aber stattfinden. Auch im Familienzentrum Billabong am Riedberg laufen noch die Gespräche, ob und in welcher Form die beliebten Ferienspiele möglich sind. Sobald es Neuigkeiten dazu gibt, werden wir auf main-riedberg.de darüber berichten.

Zurück zu den städtischen Ferien-Angeboten. An den Bildungswochen im Stadtgebiet wird zurzeit festgehalten. Mit veränderten Konzepten der Ferienmaßnahmen möchte das Ferienkarussell zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln beitragen und die Maßnahmen an die, zu diesem Zeitpunkt aktuelle, Situation anpassen. Daher arbeiten die Mitarbeiter des Ferienkarussells gemeinsam mit den Mitwirkenden mit Hochdruck an Alternativen für die Feriengestaltung der jungen Menschen.

Nicht nur in dieser besonderen und turbulenten Zeit hat das Ferienkarussell das Ziel, Langeweile und Isolation bei Kindern und Jugendlichen zu vermeiden und ihnen positive Anregungen für die aktive und kreative Gestaltung ihrer Freizeit zu ermöglichen. Es ist geplant, Projekte kurzfristig in digitalen Formaten an den Start zu bringen, um Kindern, Jugendlichen und deren Familien eine attraktive Freizeitgestaltung anzubieten.

Diese und alle weiteren Informationen sind auf der Homepage unter http://www.ferienkarussell-frankfurt.deoder über das Infotelefon unter 069/212-33010 erhältlich.

Die Jugenddezernentin Daniela Birkenfeld wünscht allen Frankfurter Familien und Mitwirkenden des Ferienkarussells ein großes Durchhaltevermögen und alles Gute in dieser Zeit.

Foto: Archiv

Stadt investiert in WLAN und in digitale Infrastruktur der Schulen

Die Corona-Auszeit hat den digitalen Nachholbedarf an den Schulen deutlich gemacht. Jetzt will die Stadt 56 Millionen Euro in WLAN und eine verbesserte digitale Infrastruktur an allen Frankfurter Schulen investieren.

Am Freitag hat der Magistrat eine Vorlage von Bildungsdezernentin Sylvia Weber beschlossen, die die Verwendung von knapp 50 Millionen Euro aus dem Digitalpakt für die Digitalisierung der Schulen auf den Weg bringt. Sechs Millionen Euro bringt die Stadt Frankfurt als Eigenanteil in diesen Betrag ein.

„Ich freue mich, dass der Magistrat meinem Vorschlag folgt und auf einen zügigen Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen setzt. Der Beschluss ermöglicht die Ausrüstung aller Frankfurter Schulen mit WLAN und eine verbesserte Ausstattung mit Laptops und Tablets. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen nun sofort angegangen werden muss. Aber es geht nicht nur um Soforthilfen in der Krise, sondern auch um den langfristigen und strukturierten Ausbau der digitalen Ressourcen“, sagt Weber.

Nach den Osterferien hatte die Bildungsdezernentin bereits ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung des digitalen Unterrichts in der Corona-Krise vorgestellt. Teil des Maßnahmenpakets war unter anderem die Möglichkeit der Ausleihe von mobilen Endgeräten an Schüler, die Freischaltung von schulischen Computern für Videokonferenzen, ein breites Angebot von Online-Fortbildungen und Webinaren für Lehrer über das Medienzentrum Frankfurt und die Entwicklung eines Netzwerks, in dem Lehrkräfte Materialien und Methoden vorstellen und weitergeben.

WLAN in allen Klassenzimmern

Ein großer Teil der Mittel des Digitalpakts, nämlich 13 Millionen Euro, gehen in die flächendeckende Ausstattung der Schulen mit WLAN und die Anschaffung zusätzlicher Endgeräte. Zukünftig werden die Schulen in allen Klassenräumen mit drahtlosem Internet ausgestattet, zudem wird die Quote der mobilen Endgeräte zu den stationären Computern von 30:70 auf 50:50 erhöht.

„Unser WLAN-Pilotprojekt hat gezeigt, dass sich die Schulen eine flächendeckende Abdeckung der Räume mit WLAN wünschen. Dies ist auch aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen nachvollziehbar und sinnvoll. Zusammen mit dem drahtlosen Internet erhalten die Schulen auch mehr mobile Endgeräte“, erläutert Weber.

Im Rahmen eines Pilotprojekts waren vor einem Jahr 14 Schulen mit WLAN ausgestattet worden. Die Erfahrungen der Schulen fließen nun in den Ausbau des drahtlosen Internet in der Fläche ein. Pro Jahr werden etwa 30 Schulen mit WLAN und neuen Endgeräten versorgt, so dass bis zum Ende der Laufzeit des Digitalpakts im Jahr 2024 alle 167 Schulen in Trägerschaft der Stadt Frankfurt entsprechend ausgestattet sind.

Unterstützung auch für inklusiven Unterricht

Ein Teil der Mittel des Digitalpakts ist auch für die Unterstützung des inklusiven Unterrichts vorgesehen. Gerade Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, beispielsweise im Hinblick auf die Förderschwerpunkte Hören und Sehen, können in ihren Lernmöglichkeiten profitieren, wenn sie Geräte mit speziell auf sie zugeschnittenen Anwendungen nutzen. Darüber hinaus ist der Ausbau von Clouddiensten vorgesehen sowie Investitionen in die Serverstruktur und die Gebäudeverkabelung an den Schulen.

Die digitale Ausstattung wird von den Schulen jeweils separat beim Schulträger beantragt und von der Stadt Frankfurt dann in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt in Auftrag gegeben. „Der Magistrat legt nun seinen Vorschlag zur digitalen Ausstattung der Schulen der Stadtverordnetenversammlung vor, die im Juni darüber entscheiden wird. Danach werde ich die Schulen über das weitere Vorgehen und die Antragstellung informieren“, erläutert Weber die weiteren Schritte.

Der Digitalpakt ist ein Förderprogramm des Bundes und der Länder für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur. Er hat eine Laufzeit von 2019 bis 2024. In Hessen sind die Förderrichtlinien für den Digitalpakt im Dezember 2019 verabschiedet worden.

Informationen: Stadt Frankfurt

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Frankfurter Jura-Professorin wird Bundesverfassungsrichterin

Die Goethe-Universität gratuliert „ihrer“ Jura-Professorin Astrid Wallrabenstein, die seit 2010 in Frankfurt Öffentliches Recht lehrt: Sie ist heute als Richterin in den 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden.

„Wir sind sehr stolz und freuen uns: Wieder wird ein Mitglied der Goethe-Uni in ein wichtiges öffentliches Amt berufen. Zu dieser überaus ehrenvollen Wahl gratuliere ich der künftigen Verfassungsrichterin Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein und unserem Fachbereich Rechtswissenschaft von Herzen“, reagierte Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, auf die Bekanntgabe der Wahl. Es sei für die Goethe-Universität sehr ehrenvoll, dass nach Winfried Hassemer und Lerke Osterloh mit Wallrabenstein wieder eine Frankfurter Rechtswissenschaftlerin Frankfurter Ideen in ein solch hohes Amt in unserem Staat einbringen könne.

„Das ist eine wirklich erfreuliche Nachricht in diesen schwierigen Zeiten: Unsere Kollegin Astrid Wallrabenstein geht als Nachfolgerin von Andreas Voßkuhle ans Bundesverfassungsgericht. Mit ihrer anerkannten wissenschaftlichen Expertise vor allem im Sozialrecht sowie im Ausländer- und Migrationsrecht wird sie eine wichtige Rolle in diesem für unseren Verfassungsstaat zentralen Gericht spielen. Neben dem großen persönlichen Erfolg, zu dem ich ihr herzlich gratuliere, zeigt dieses Wahl erneut, dass Frankfurter Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler bundesweit wahrgenommen werden“, kommentiert Prof. Dr. Klaus Günther die Entscheidung.

In der heutigen Sitzung des Bundesrates ist Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein einstimmig in den 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden. Sie übernimmt damit das Amt von Andreas Voßkuhle, der nach zwölf Jahren in Karlsruhe als Präsident des Verfassungsgerichts von Stephan Harbarth abgelöst wird. Bundesverfassungsrichter werden wechselweise mit Zweidrittelmehrheit von Bundestag oder Bundesrat gewählt. Das Vorschlagsrecht liegt bei den Parteien. Wallrabenstein ist von den Grünen nominiert worden. Sie ist nun – wie alle anderen 15 Verfassungsrichter – für zwölf Jahre ins Amt gewählt.

Astrid Wallrabenstein hat seit Oktober 2010 die Professur für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Sozialrecht an der Goethe-Universität inne. 2012 wurde sie Mitglied im Sozialbeirat der Bundesregierung, seit 2013 ist sie außerdem als Richterin am Hessischen Landessozialgericht tätig. An der Goethe-Universität hat Wallrabenstein die Einrichtung einer Law Clinic initiiert, wo Studierende der Rechtswissenschaft kostenlose Rechtsberatung im Aufenthalts- und Sozialrecht anbieten. Wallrabenstein selbst hat unter anderem an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, bevor sie nach Promotion und Habilitation an die Goethe-Universität kam, hatte sie von 2008 bis 2010 den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Bildungsrecht und Recht der sozialen Sicherung an der Universität Bielefeld inne. Wallrabenstein ist 50 Jahre alt und hat zwei Kinder.

Informationen: Goethe-Universität

Foto: privat

Corona-Alltag: Jugendliche wollen gehört werden!

Wie gehen Jugendliche mit der Corona-Krise um? Jugendforscher*innen der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Hildesheim haben hierzu eine Onlinebefragung durchgeführt. Circa 6.000 Jugendliche haben sich in sehr kurzer Zeit an der bundesweiten Studie JuCo beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten. Die Forscher*innen des Verbundes sehen darin ein Signal und einen Auftrag, die Ergebnisse der Studie möglichst schnell der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Zwei Ergebnisse stechen heraus: „Jugendliche“, so Tanja Rusack aus dem Forschungsteam, „wollen nicht nur auf die Rolle als Homeschooler*in reduziert werden“. Ihr veränderter Lebensalltag und ihre Sorge werden kaum wahrgenommen. Zudem, ergänzt Johanna Wilmes, die ebenfalls in dem Verbund mitarbeitet: „Die Jugendlichen sehen nicht, dass sie mit ihren Anliegen Gehör finden, die Beteiligungsformate von jungen Menschen scheinen nicht krisenfest“. Die jungen Menschen hätten den Eindruck, dass gegenwärtig die Erwachsenen allein entscheiden, wie sie in der Corona-Krise ihren Alltag zu gestalten haben. Die Jugendlichen haben die Befragung genutzt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Dies sehen wir auch daran, wie viele Jugendliche die Freitextfelder ausgefüllt haben, die es auch im Fragebogen gibt“, berichtet Anna Lips aus der Auswertungsarbeit. „Schon daran kann abgelesen werden, wie groß das Bedürfnis ist, gehört zu werden.“

Die ersten Ergebnisse können open access unter https://doi.org/10.18442/120 heruntergeladen werden. In den kommenden Wochen werden weitere Ergebnisse veröffentlicht, unter anderem auch aus der Studie KiCo, in der zeitgleich Eltern mit Kindern unter 15 Jahren befragt wurden.

Informationen: Goethe-Universität

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