Kategorie: AktuelleNEWS

Wer will „autofasten“?

Die VGF veranstaltet in der sechswöchigen Fastenzeit vom 26. Februar bis 10. April zusammen mit dem Carsharing-Anbieter book-n-drive erneut die Aktion #Autofasten 2020 – und sucht interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zum Start der Fastenzeit geben die ihren Autoschlüssel in die Obhut der VGF und bekommen im Austausch dafür ein kostenloses, sechs Wochen gültiges ÖPNV-Ticket für ihre gewohnten Strecken sowie 250 Euro Fahrtguthaben von book-n-drive, das beliebig eingesetzt werden kann.

Bewerben können sich bis zum 16.2.2020 alle Autobesitzerinnen und Autobesitzer, die in Frankfurt wohnen oder arbeiten und den Frankfurter Nahverkehr bereits nutzen bzw. anstelle des Autos nutzen wollen. Außerdem sollten die Teilnehmenden Social-Media-affin sein, denn regelmäßig gilt es, kurze Rückmeldungen zum Alltag ohne eigenes Auto in Form von Fotos, Videos und/oder Texten an die VGF zu senden. Das wird dann auf den Social-Media-Kanälen der Verkehrsgesellschaft veröffentlicht. Weitere Infos und das Anmeldeformular gibt’s auf dem VGF-Blog (blog.vgf-ffm.de/autofasten2020).

Informationen & Foto: VGF

Toter Wolf in Frankfurt

Am Dienstag kam es auf der Babenhäuser Landstraße in Sachsenhausen zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Fahrzeug und einem die Fahrbahn kreuzenden Tier. Das Tier kam durch den Zusammenstoß ums Leben. Aufgrund der äußeren Erscheinung ging man schnell davon aus, dass es sich um einen Wolf handelt. Gestern wurde der Verdacht von Experten vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden anhand von Polizeifotos bestätigt. Eine Genanalyse soll nun Aufschluss darüber bringen, aus welcher Population das Tier stammt und ob es in Hessen schon einmal nachgewiesen wurde.

Gegen 8.45 Uhr am Dienstagmorgen fuhr eine 47-jährige Autofahrerin aus Richtung Heusenstamm kommend in Richtung Frankfurt. Während der Fahrt lief plötzlich ein Tier auf die Fahrbahn. Die Frau hielt es im ersten Moment für einen Hund und wollte bremsen. Trotz eingeleiteter Vollbremsung konnte sie den Zusammenstoß mit dem Tier aber nicht mehr verhindern, das durch die Wucht des Aufpralls in den Mittelstreifen der beiden Fahrbahnen geschleudert wurde. Die Autofahrerin wurde durch den Unfall nicht verletzt. Das Fahrzeug war jedoch so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrbereit war.

Bereits die alarmierten Polizeibeamten stellten das besondere Äußere des vermeintlichen Hundes fest. Aufgrund der äußeren Merkmale und der Gesamtoptik bestand sofort der Verdacht, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handeln könnte.

Foto: Polizei Frankfurt

Experten empfehlen Neubau der Städtischen Bühnen

Kulturdezernentin Ina Hartwig hat zusammen mit dem Leiter der städtischen Stabsstelle, Michael Guntersdorf, die Ergebnisse des Prüfauftrages zur Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 23. Januar, im Deutschen Architekturmuseum vorgestellt. „Die Stabsstelle hat zusammen mit den Städtischen Bühnen, den notwendigen Ämtern der Stadt sowie externen Fachplanern fundierte Antworten auf die Fragestellungen der Stadtverordneten erarbeitet. Mit diesen differenzierten Ergebnissen kann jetzt eine grundsätzliche Entscheidung zur Zukunft der Städtischen Bühnen getroffen werden“, bedankte sich Hartwig bei Stabsstellenleiter Guntersdorf und allen beteiligten Mitarbeitern.

Sanierung der Theaterdoppelanlage nicht wirtschaftlich

In einem ersten Schritt prüfte die Stabsstelle eine sogenannte „Basis-Sanierung“, bei der nur das Nötigste saniert und modernisiert sowie die technischen Anlagen ausgetauscht werden. Die Gesamtkosten für diese Variante belaufen sich auf rund 826 Millionen Euro. Grundlegende Defizite, wie die schwierigen Anlieferungsbedingungen und ineffizienten Betriebsablaufe, bleiben weiterhin bestehen. Im zweiten Schritt untersuchte die Stabsstelle eine sogenannte „Verbesserte Sanierungsvariante“. Diese ermöglicht unter anderem Verbesserungen im Bereich der Anlieferung und eine Öffnung des Gebäudes für die Öffentlichkeit. Auch in dieser Variante bleiben die der Altsubstanz geschuldeten funktionalen Einschränkungen bestehen. Die Gesamtkosten für diese Variante sind mit rund 918 Millionen Euro veranschlagt.

Neubauvarianten für die Oper und das Schauspiel

In einem nächsten Schritt untersuchte die Stabsstelle zwei Neubauvarianten: eine Variante mit optimierten Neubau der Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz und eine Variante mit zwei Neubauten, davon einer auf dem jetzigen Grundstück am Willy-Brandt-Platz und ein weiterer an einem zentral gelegenen Standort. Die Gesamtkosten für einen Neubau der Theaterdoppelanlage am selben Standort sind mit rund 875 Millionen Euro veranschlagt. Bei der Variante mit zwei getrennten Neubauten können Interimskosten für eine der beiden Spielstätten vermieden werden, da mit einem Neubau bereits begonnen werden kann, während der Spielbetrieb in der jetzigen Theaterdoppelanlage noch läuft. Die Kosten dieser Variante sind mit 809 Millionen Euro angesetzt.

Unabhängig davon, welche der Varianten umgesetzt werden soll, rät die Stabsstelle zu einem eigenen Produktionszentrum. Das Zusammenführen der bislang externen Probebühnen und Lager mit den auszulagernden Werkstätten führt zu Synergien im Betriebsablauf und einer erheblichen Reduzierung der Gesamtkosten. Die Gesamtkosten aller Varianten enthalten grundsätzlich die Baukosten, Risikozuschläge, die zu erwartenden Baupreissteigerungen und die Kosten für ein Produktionszentrum.

„Die Ergebnisse der Stabsstelle sprechen eine deutliche Sprache. Als Kulturdezernentin bin ich daher zu einem klaren Ergebnis gekommen. Die alte Doppelanlage ist ein traditionsreicher Bau, es fällt sicherlich vielen schwer, sich von ihm zu trennen. Dennoch kann ich eine Sanierung nicht empfehlen, sie ist wirtschaftlich nicht vertretbar und nicht nachhaltig“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Ich empfehle, zwei Neubauten zu errichten, mindestens einen davon am Willy-Brandt-Platz, den anderen in zentraler Innenstadtlage. Dadurch sparen wir ein Interim ein, ermöglichen den Bühnen ein zukunftsfähiges Arbeiten und bieten den Frankfurterinnen und Frankfurtern einen öffentlichen Raum auch jenseits des Spielbetriebs. Für mich steht fest: Das kulturelle Herz der Stadt schlägt am Willy-Brandt-Platz, wir dürfen es nicht herausreißen.“

Zum Hintergrund:

Im März 2018 war der Magistrat durch die Stadtverordneten beauftragt worden, eine Sanierung unter maximalem Erhalt des Bestandes der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz zu prüfen. Für die aktuelle Untersuchung wurde die Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt“ gegründet, die am 1. November 2018 ihre Arbeit aufnahm und im Kulturdezernat angesiedelt ist. Die heute vorgestellten Ergebnisse ergänzen die 2013 beauftragte und im Jahr 2017 präsentierte Machbarkeitsstudie, die eine reine Sanierung nicht geprüft hatte. Angepasst an aktuelle Baupreissteigerungen und Risikozuschläge liegen die ermittelten Kosten für die Varianten der Machbarkeitsstudie von 2017 mittlerweile bei über eine Milliarde Euro.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Oper Frankfurt

Eintracht & Stadt: Stadion-Mietvertrag steht

Nachdem im vergangenen Jahr eine entsprechende Absichtserklärung zwischen der Stadt Frankfurt am Main und der Eintracht Frankfurt Fußball AG unterschrieben wurde, ist nun der nächste Schritt erfolgt: Der Magistrat der Stadt hat heute einen Beschluss gefasst, laut dem Eintracht Frankfurt in einem über 15 Jahre laufenden gewerblichen Mietvertrag ab 1. Juli 2020 die Nutzung der Arena in einem zeitlichen Anteil von rund 80 Prozent eingeräumt wird. Die Vermarktungsrechte werden bei Eintracht Frankfurt liegen. Über den Magistratsbeschluss müssen nun die Stadtverordneten entscheiden.

Der Vertrag im Detail: Die Verantwortung für das technische Gebäudemanagement übernimmt die städtische Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF), während das infrastrukturelle Gebäudemanagement von Eintracht Frankfurt verantwortet werden wird. Eine Kapazitätserweiterung ist genauso beabsichtigt wie Investitionen in den digitalen Ausbau.

Mehr Stehplätze und vergünstigte Tickets

„Es soll ein gewerblicher Mietvertrag geschlossen werden. In dessen Laufzeit wird das Stadion ausgebaut, mit neuer digitaler Infrastruktur, mehr günstigeren Sitzplätzen und wichtigen Investitionen auch für die EURO 2024“, sagt Oberbürgermeister Feldmann. Und weiter: „Mir ist wichtig, dass alle fussballbegeisterten Menschen an Fußballspielen teilhaben können. Neue Stehplätze für die Fans, das Einfrieren der Ticketpreise für die Fans durch die Eintracht, zusätzlich je 1000 günstige Tickets für 5 Euro für Jugendliche und für 10 Euro bei Erwachsenen zeigen, dass der Weg unseres Fußballs richtig ist. Das ist doch super!“

Der seit 2005 bestehende Vertrag zum Betrieb der Commerzbank-Arena zwischen der städtischen SSF GmbH und dem bisherigen Betreiber (Stadion Frankfurt Management GmbH) endet am 30. Juni 2020. Es war daher notwendig, sich frühzeitig mit der Frage zu befassen, wie Betrieb und Vermarktung künftig organisiert werden sollen, um die SSF stärker als bisher in den operativen Ablauf einzubinden und auch dem Hauptnutzer Eintracht Frankfurt gerecht zu werden.

Sportdezernent Markus Frank als Vorsitzender des Aufsichtsrates der SSF hält die Entscheidung für wegweisend: „Unsere Eintracht gehört nach Frankfurt, sie gehört in die Commerzbank-Arena — und sie gehört in ein modernes und zukunftssicheres Stadion. Dafür werden jetzt die Weichen gestellt.“

Laut dem Beschluss soll Eintracht Frankfurt eine Stadionmiete in Höhe von acht Millionen Euro (netto) pro Saison in der 1. Bundesliga zahlen und dabei bis zu 90 Prozent aller Betriebskosten tragen. Sie trägt die Kosten für den digitalen Ausbau der Commerzbank-Arena. Im Gegenzug erhält die Eintracht Frankfurt Fußball AG die vollständigen Erlöse, die aus der Vermarktung der Commerzbank-Arena generiert werden. Ausgenommen hiervon sind Einnahmen aus den Veranstaltungen, die im städtischen Nutzungszeitraum liegen, der bei rund 20 Prozent liegen soll. Die Stadt Frankfurt am Main trägt die Kosten für die Kapazitätserweiterung der Arena in Höhe von rund 10 Millionen Euro und führt die bisher von Eintracht Frankfurt als Geschäftsstelle genutzten Bereiche einer neuen Nutzung zu.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Eintracht Frankfurt

Wie „Babylotsen“ seit fünf Jahren helfen

Ein Baby stellt das ganze Leben auf den Kopf. Die Sorgen, die Ängste, die Zweifel – damit fühlen sich viele Mütter und Väter alleingelassen, manchmal auch überfordert. Vor fünf Jahren sind der Kinderschutzbund, die Crespo Foundation, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die Stadt Frankfurt deshalb einen neuen Weg in der Frühprävention gegangen und haben das Projekt „Babylotse“ ins Leben gerufen. Bisher haben 10.000 Familien das Gespräch in Anspruch genommen. Babylotsinnen sind in allen sieben Frankfurter Geburtskliniken von Montag bis Freitag 52 Wochen im Jahr präsent, und jährlich werden über 13.000 Familien, die in Frankfurt ein Kind bekommen, aktiv über das Angebot informiert.

In das Projekt „Babylotse“ ist auch der Eltern-Kind-Treff des Kinderschutzbundes in der Riedbergallee eingebunden. Auch hier gibt es Rat und Hilfe, aber auch Kontakte zu anderen Müttern und Vätern mit Kleinkindern.

Babylotse sorgt damit für eine zuverlässige Verbindung der unterschiedlichen sozialen Unterstützungssysteme und hilftso, eine gute Kindesentwicklung zu sichern. Anlässlich des Jubiläums fand gestern eine Feierstunde in der Orangerie statt. Der Geschäftsführer des Frankfurter Kinderschutzbundes, Stefan Schäfer, betonte: „Mit Babylotse wird Prävention konkret, sichtbar und effektiv. Flächendeckend und unabhängig von der Postleitzahl ihres Wohnortes erhalten Familien dieses Angebot in Frankfurt durch das lückenlose Angebot in allen Geburtskliniken.“

Die beiden Referentinnen Ilona Renner vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen in Köln und Dr. Christine Klapp von der Charité in Berlin leiteten mit ihren Vorträgen eine spannende Diskussion ein. Ilona Renner erläuterte die enormen Fortschritte, die es seit der Verabschiedung des Bundeskinderschutzgesetzes in der Verzahnung des Gesundheitssystems und der Jugendhilfe gibt. Christine Klapp hob konkret hervor, wie Babylotse einerseits dazu führt, dass schwierige psychosoziale Lebenslagen von Familien auf der Geburtsstation wahrgenommen werden und die Familien so frühzeitig den Zugang zu Angeboten außerhalb der Klinik finden. Andererseits wird das Personal in der Geburtshilfe fachlich, zeitlich und emotional entlastet – also eine Win-win-Situation.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld hebt in ihrem Grußwort hervor, sie freue sich sehr, dass die Stadt mit dem Programm Babylotse die Familienwillkommenskultur in Frankfurt zum Ausdruck bringen könne und sich als familienfreundliche Stadt für alle Familien präsentieren dürfe.

Auf dem FOTO oben sind „Babylotsinnen“ zu sehen, die junge Familien in Frankfurt informieren und unterstützen/ Foto: Kinderschutzbund

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Eltern-Kind-Treff Riedberg
Riedbergallee 15
(Haltestelle U8/U9 Uni Campus Riedberg)
Öffnungszeiten Mo.-Fr. von 9.30 bis 13 Uhr / 
Das Angebot ist kostenlos.

Weitere Informationen unter www.kinderschutzbund-frankfurt.de
Ehrenamtlich Interessierte können sich gerne direkt an die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes unter dksb@kinderschutzbund-frankfurt.de wenden.

Wie viel Frankfurt steckt in „Bad Banks“?

Gläserne Banktürme, schwindelerregende Summen, menschliche Abgründe: 2018 zeigte die Serie „Bad Banks“ eine von Macht und Verrat geprägte Welt der Finanzbranche in Frankfurts Wolkenkratzern. Im Februar startet nun die zweite Staffel rund um die Investmentbankerin Jana Liekam und ihr Team.

Lisa Blumenberg, Initiatorin von „Bad Banks“ und Produzentin der Studio Hamburg-Tochter Letterbox, spricht im Interview mit Laura Bicker über Frauen in der Finanzbranche, ambivalente Figuren und den Schauplatz Frankfurt.

Frau Blumenberg, im Februar startet die zweite Staffel von „Bad Banks“. Haben Sie mit dem großen Erfolg der Serie bei Kritik und Publikum gerechnet?

LISA BLUMENBERG: Bei der Entwicklung einer Serie gibt es natürlich unterschiedliche Phasen, auch Rückschläge. Aber ich hatte schon sehr früh das Gefühl, dass da etwas Besonderes entstehen kann. Vor knapp drei Jahren wurden wir als eine von zehn Serien aus der ganzen Welt, die noch „Work in Progress“ waren, zur MIPTV nach Cannes eingeladen. Wir waren gerade erst mit dem Dreh fertig. Die Serie dort im Grand Palais gemeinsam mit Oliver Kienle, dem Autor, und Christian Schwochow, dem Regisseur der ersten Staffel, vorzustellen, und die begeisterte Reaktion des Fachpublikums zu spüren, das war ein erstes Zeichen für den Erfolg.

Zu den Charakteren: Die Hauptfigur Jana Liekam wirkt zu Beginn der Serie unerfahren, stellt sich aber im Laufe des Geschehens als skrupellos heraus. Welche Entwicklungen wird sie in der kommenden Staffel durchmachen?

BLUMENBERG: Da will ich natürlich nicht spoilern! Aber es geht ja in „Bad Banks“ bei allen Figuren darum: Was passiert, wenn man einmal eine Grenze überschritten hat? Wie weit ist man bereit zu gehen? Gleichzeitig haben alle Figuren, so auch Jana, eine große Ambivalenz. Sie hat eine große Kraft, die zerstörerisch sein kann. Aber ein Teil von ihr sehnt sich danach, mit ihrer Kraft etwas aufzubauen, etwas das positiv ist, das in die Zukunft weist. Diese Sehnsucht zeigt sich in der zweiten Staffel noch deutlicher.

Mit Jana Liekam und Christelle Leblanc stehen zwei Frauen im Mittelpunkt von „Bad Banks“, die das Geschehen in einer Männerwelt entscheidend steuern. Warum haben Sie sich für eine weibliche Hauptfigur und Gegenspielerin entschieden?

BLUMENBERG: Eine junge weibliche Bankerin in einer klassischen Männerdomäne ergibt einfach eine interessantere Geschichte, größere Kontraste und größere Konflikte. Ich darf aber auch verraten, dass die Leblanc-Figur in der ersten Drehbuchfassung ein Mann war. Sozusagen eine klassische Mentor-Figur. Aber ich frage mich immer: Was passiert eigentlich, wenn man die Geschlechter der Figuren wechselt? Das sind oft sehr interessante Dinge mit großem Mehrwert. Jana wurde so zu einer Art Alter Ego von Christelle Leblanc, sozusagen eine jüngere Version. Gleichzeitig lernt man in Leblanc eine Frau kennen, die sehr erfolgreich ist, aber trotzdem die gläserne Decke spürt – obwohl sie die Kompetenz dazu hat, kommt sie an ihren männlichen Kollegen nicht vorbei.

Die erste Staffel basiert auf Geschehnissen der Finanzkrise des Jahres 2008. Welche aktuellen Ereignisse sind in die Handlung der zweiten Staffel eingeflossen?

BLUMENBERG: Die Geschehnisse von 2008 haben die erste Staffel inspiriert – aber wir wollten vor allem erzählen, wie es zehn Jahre nach der Finanzkrise aussieht. Kann, mit allen Regularien, die zu diesem Zeitpunkt bereits eingeführt waren, trotzdem eine neue Krise aufkommen? Die zweite Staffel bezieht sich dagegen nicht auf ein Ereignis, sondern auf eine Entwicklung: die Digitalisierung im Bankenbereich. Das Aufkommen der FinTech-Branche, der jungen Gründer, die in der Finanzbranche aktiv sind, als Alternative oder Konkurrenz zu den großen klassischen Banken. Damit erzählen wir auch einen Generationenkonflikt: Die alte Finanzwelt gegen die neue.

Christian Zübert, Regisseur der zweiten Staffel, hat in einem Interview gesagt, dass die Filmwelt ähnlich wie die Finanzbranche funktioniere. Wie sehen Sie das?

BLUMENBERG: Mein Impuls, Geschichten zu erzählen – vor allem, wenn man in so fremde Welten wie die Hochfinanz einsteigt – ist immer auch: Was hat das eigentlich mit uns zu tun? Was treibt die Menschen, die dort arbeiten, an? Wenn man tiefer einsteigt, spürt man sehr stark, dass es mit Antrieben zu tun hat, die wir alle kennen, die wir auch als ehrgeizige Menschen in der Film- und Fernsehwelt kennen: mit Anerkennung, Selbstwert, Wettbewerb. Im Endeffekt geht es nicht um Geld, sondern darum, den eigenen Wert durch seine Arbeit zu steigern. Und da sind sich die Menschen in der Film- und der Finanzbranche ähnlich.

Wie Sie sagen, ist die Finanzbranche vielen Menschen sehr fremd. „Bad Banks“ hält sich jedoch nicht damit auf, komplexe Prozesse und Produkte aus dieser Welt zu erklären. Hatten Sie jemals die Befürchtung, dass das die Zuschauer abschrecken könnte?

BLUMENBERG: Unser Ehrgeiz ist es, diese Welt realistisch und authentisch darzustellen. Deswegen sind die Fachdialoge bis auf jede kleine Formel von Experten geprüft und geschrieben. Das ist wie bei Arztserien: Da werfen sich Ärzte ja auch Fachbegriffe an den Kopf. Jede Berufsgruppe hat nun mal ihre eigene Sprache. Man nimmt es als Zuschauer als Teil der gezeigten Welt wahr. Man kann tiefer eintauchen, man muss es aber nicht zwingend verstehen. Es geht immer um das, was unter dieser Oberfläche mit den Figuren passiert.

Frankfurt ist zentraler Schauplatz von „Bad Banks“. Wie passt Ihrer Meinung nach der Look der Serie zur Stadt?

BLUMENBERG: Frankfurt ist nun mal Deutschlands größter und wichtigster Finanzschauplatz. Ich liebe an Frankfurt, dass man dort ein richtiges „Manhattan-Gefühl“ bekommt. Die Skyline ist einfach umwerfend. Die Architektur der Stadt ist einmalig in Deutschland – und das hat natürlich auch mit der Finanzbranche zu tun.

Premiere der zweiten Staffel von „Bad Banks“ in der Paulskirche

Am Sonntag, 2. Februar, richtet die Stadt Frankfurt in Kooperation mit der HessenFilm die Premiere der zweiten Staffel von „Bad Banks“ in der Paulskirche aus. In Anwesenheit der Hauptdarsteller und Produzenten wird um 17 Uhr die erste Folge gezeigt. Die Eintrittskarten für die Preview sind kostenlos – wer wissen will, wie es für Jana Liekam weitergeht, kann seine Karte – solange der Vorrat reicht – in der Bürgerberatung, Hinter den Lämmchen 6, abholen. Die Bürgerberatung ist von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Im Fernsehen ist die Serie am 6. und 7. Februar bei Arte sowie am 8., 9. und 10. Februar im ZDF zu sehen. Zudem ist die Staffel bereits ab dem 30. Januar in der Arte- und ab 31. Januar in der ZDF-Mediathek zu finden.

„Bad Banks“ ist eine Produktion der Letterbox Filmproduktion und Iris Productions in Koproduktion mit der Real Film Berlin, in Koproduktion mit dem ZDF in Zusammenarbeit mit Arte, gefördert durch Film Fund Luxembourg, German Motion Picture Fund, HessenFilm und Medien, Medienboard Berlin Brandenburg und Creative Europe – Media Programme of the European Union. Im Weltvertrieb von Federation Entertainment.

Text und Interview: Laura Bicker

Foto: ZDF Letterbox Filmproduktion

U5 zum Europaviertel erst 2025 fertig

Schlechte Nachricht für den Bau der U-Bahnlinie U5 ins Europaviertel: Bereits vor Weihnachten war bei der eingesetzten Tunnelbohrmaschine ein Schaden aufgetreten. Wie sich nunmehr herausgestellt hat, führt die Reparatur der Maschine zu einer mehrmonatigen Verzögerung im Bauablauf der U-Bahnlinie. Die Fertigstellung der U-Bahn-Verlängerung verschiebt sich deshalb vom bisher geplanten Jahr 2024 in das Jahr 2025. Dies teilte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling mit.

Die ersten 240 Meter der Strecke in Richtung Güterplatz konnten in 22 Meter Tiefe aufgefahren werden, jedoch mit einer geringeren Geschwindigkeit als von der Baufirma vorgesehen. Nachdem die Tunnelbohrmaschine den Bereich der künftigen Station Güterplatz erreicht hatte, wurde die Maschine für eine Inspektion gestoppt. Dabei wurde ein weit übermäßiger Verschleiß am Schneidrad festgestellt, mit einer teilweisen Zerstörung der Abbauwerkzeuge, die eine Reparatur des Schneidrades unumgänglich machen. Wie Ingo Kühn, Geschäftsführer der Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft, mitteilte, sei es nach Aussage der Baufirma notwendig, für die Reparatur einen ausreichend großen und gegen eindringendes Grundwasser gesicherten Raum zu schaffen, in dem die Reparatur durchgeführt werden könne.

Nach Angaben der Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft seien die Ursachen für den unerwartet hohen Verschleiß der Tunnelbohrmaschine ungeklärt. Seitens der Baufirma werde darauf hingewiesen, dass die vollständige Analyse des unerwartet hohen Verschleißes erst mit der vollständigen Inspektion des Schneidrads im Zuge der Sanierung erfolgen könne.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: RMV

Mainova errichtet Schnelllade-Hotspots für E-Autos

Mainova plant in Frankfurt den Aufbau einer Schnelllade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen will insgesamt 20 Schnellladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten errichten. Die neuen Schnelllader finden sich künftig an insgesamt zwölf sogenannten Lade-Hotspots. Alle Standorte werden öffentlich zugänglich und verkehrsgünstig gelegen sein – beispielsweise auf Supermarktparkplätzen oder in direkter räumlicher Nähe zu Tankstellen. Der Aufbau der Lade-Hotspots beginnt ab dem zweiten Halbjahr 2020.

Demnächst auch Standorte im Frankfurter Norden

Die geplanten Hotspots sollen sich möglichst gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilen – und damit auch im Frankfurter Norden, wie Mainova-Pressesprecher Sven Birgmeier auf MAINRiedberg-Anfrage erklärt. Genaue Standorte seien derzeit jedoch noch offen.

An den neuen Ladesäulen nutzt Mainova erstmals die leistungsstarke Gleichstrom-Technik. Alle Hotspot-Ladepunkte verfügen über eine Leistung ab 100 Kilowatt (kW), was ein deutlich schnelleres Laden im Vergleich zu Wechselstrom-Ladesäulen ermöglicht. Dank der hohen Ladeleistung ist eine Batterie in rund 20 Minuten bereits zu 80 Prozent geladen – abhängig von der Batteriekapazität. Der Zugang zu den Säulen und die Abrechnung erfolgt entweder über eine Mainova-App oder direkt an der jeweiligen Säule.

Mainova-Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach sagt: „Seit 2010 investiert die Mainova in den Auf- und Ausbau einer frei zugänglichen Lade-Infrastruktur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region. Jetzt gehen wir mit der Errichtung der Schnelllade-Hotspots den nächsten Schritt. Denn E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein zur Dekarbonsierung des Verkehrsektors. Mainova trägt so zum Klimaschutz in ihrer Heimatstadt bei.“

Foto: Pandora Studio

Wieder Jugendlicher brutal ausgeraubt

Am Samstagabend wurde ein 18-Jähriger in Niederursel brutal ausgeraubt. Der Jugendliche musste den Tätern auch seine Jacke und seine Schuhe aushändigen. Das erinnert an die Tat von Mitte Dezember, als nach dem Besuch des Riedberger Weihnachtsmarktes drei Jungs im Alter von 14 und 15 Jahren am Kätcheslachpark bedroht, ausgeraubt und getreten wurden. Auch hier musste einer von ihnen die Schuhe ausziehen, nachdem die Opfer bereits Smartphones und ein Fahrrad ausgehändigt hatten.

Jetzt geschah ein ähnlicher Raub im nahen Niederursel, im Bereich einer Grünfläche in Höhe der U-Bahnhaltestelle „Wiesenau“. Am Samstag gegen 20.30 Uhr kamen zwei bislang unbekannte Täter auf ihr Opfer zu und schlugen dieses unvermittelt mehrmals mit den Fäusten in das Gesicht, bis der 18-Jährige zu Boden ging. Einer der Täter forderte daraufhin den 18-Jährigen auf, ihm die Jacke und die getragenen Schuhe auszuhändigen. Dieser händigte seine Jacke der Marke „Wellensteyn“ aus, die getragenen Schuhe der Marke „Nike“ wurden ihm von dem zweiten Täter ausgezogen. In der Jacke befanden sich noch das iPhone X sowie hochpreisige Kopfhörer, welche die Täter ebenfalls an sich nahmen. Anschließend flüchteten sie mit ihrer Beute. Der 18-Jährige begab sich daraufhin ohne Jacke und lediglich mit Socken bekleidet nach Hause. Durch die Schläge erlitt der 18-Jährige leichte Verletzungen.

Einer der Täter ist rund 185 cm groß, schmale Statur, mitteleuropäisches Erscheinungsbild, trug weiße Basecap und schwarze Schuhe. Der zweite Täter ist etwa 170 cm groß, korpulente Gestalt, mitteleuropäisches Erscheinungsbild, trug dunkle „Wellensteyn“-Sommerjacke.

Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeuginnen und Zeugen, welche Angaben zu den Tätern oder der Tat machen können, werden gebeten sich unter der Rufnummer 069/755 51499 zu melden.

Foto: Archiv

Das große Stadtgeläut an Weihnachten

Traditionen und Rituale gehören für viele zu Weihnachten einfach dazu. Eine sehr besondere Tradition in Frankfurt ist das große Stadtgeläut. Zehn Innenstadtkirchen mit insgesamt 50 Glocken erklingen zu einem weltweit einzigartigem halbstündigen Konzert und sorgen in der Innenstadt für ein gemeinsames Erlebnis.

„Dieser Moment ist etwas ganz besonderes, wenn viele Menschen gemeinsam den Klängen der sehr unterschiedlichen Glocken des großen Stadtgeläuts lauschen und sozusagen die Weihnachtszeit damit eingeläutet wird“, schwärmt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „Die Stadt Frankfurt am Main ist sehr stolz auf diese einmalige Tradition.“

Das Große Stadtgeläut findet am 24. Dezember von 17 bis 17.30 Uhr statt. Dabei werden 50 Glocken in der Frankfurter Innenstadt läuten.

Der heutige Sound von Frankfurt geht auf den Mainzer Professor Paul Smets zurück. Er ersann 1954 im Auftrag des Frankfurter Magistrats das Konzept, alle Einzelglocken der zehn Innenstadtkirchen aufeinander abzustimmen, um so ein einzigartiges Klangerlebnis zu schaffen. Die Frankfurter Tradition des Stadtgeläuts reicht bis ins Jahr 1347 zurück. Zur feierlichen Totenmesse für Kaiser Ludwig der Bayern erklang erstmals das gemeinsame Geläute aller Frankfurter Kirchenglocken. Auch bei späteren Anlässen wie den Wahlen von Königen und Kaisern oder bei Goethes 100sten Geburtstag im Jahr 1849 ließ man die Glocken der Frankfurter Kirchen läuten.

„Diese halbe Stunde berührt, weil tatsächlich in diesem Moment die Ruhe und innere Einkehr einzieht und die manchmal stressige Vorweihnachtszeit weicht“, ergänzt Becker. „Die Musik erinnert die Bürgerinnen und Bürger eindrucksvoll an die Bedeutung der Feiertage.“

Zusammen erklingen die Glocken nur viermal jährlich. Die Termine des großen Stadtgeläutes orientieren sich an den Hochfesten im Verlauf des Kirchenjahres und neben des Konzertes am Heiligen Abend ertönen die Glocken noch am Samstag vor Ostern (Karsamstag), Samstag vor Pfingsten sowie am ersten Advent.

Die beliebtesten Standorte sind dabei die Hauptwache, der Liebfrauenberg, der Paulsplatz, der Römerberg und der Eiserne Steg.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Stadt Frankfurt