Kategorie: AktuelleNEWS

Fashion Week goes Frankfurt

Bye, bye, Berlin! Die Bundeshauptstadt hat eine der wichtigsten Modemessen Europas an die Mainmetropole verloren. Sommer 2021 ist der Kick-Off für die „Frankfurt Fashion Week“. Nach dem Verlust der IAA gilt das als großer Erfolg.

Für die neue Fashion Week Frankfurt haben sich der weltweit größte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter mit eigenem Gelände – die Messe Frankfurt – und der Veranstalter Europas größter Modemesse, die Premium Group, als Initiatoren sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen als Gastgeber zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie in Frankfurt am Main „ein vollkommen neues Ecosystem für Tradeshows, Konferenzen, Runways und Events“ für Professionals und Konsumenten schaffen.

Frankfurt soll „Hotspot“ der Modeszene werden

„Damit wird die Wirtschaftsmetropole Frankfurt zum neuen Hotspot der
Fashion- und Lifestyleszene und zur neuen internationalen Fashionmetropole. Die Realisierung einer Frankfurt Fashion Week bietet für die Stadt Frankfurt eine einmalige und internationale wirtschaftliche Chance. Wir rechnen mit einer Umwegrentabilität von über 200 Millionen Euro pro Jahr für unsere Heimatstadt und die Region“, betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann gestern. „Hotellerie, Gastronomie und Transport werden dadurch massiv angekurbelt. Frankfurt war immer stilprägend für Kunst, Architektur, Design und bekannt für seine einmalige Club-, Bar- und Restaurant-Szene. Durch die neue Frankfurt Fashion Week steigt jetzt auch unsere Strahlkraft als internationaler Fashionstandort.“ Man will das Thema Mode und Design in die Stadt tragen und mit eigenen Veranstaltungen ergänzen.

„Diese besondere Messe für Frankfurt am Main zu sichern, ist eine große Chance, um unser Image national und weltweit zu stärken. Die Stadt ist bereit dazu, die notwendigen Mittel in den nächsten Jahren aufzubringen, um den Menschen aus Nah und Fern zu zeigen, dass Frankfurt genau der kreative Ort ist, wo die Fashion Week reinpasst und dazugehört“, ergänzt Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker. Er hatte zusammen mit Wirtschaftsdezernent Markus Frank die Entwicklungsmöglichkeiten der Fashion Week in Frankfurt aufgezeigt.

Modeschau auf der Zeil, Runway auf dem Eisernen Steg…

„Eine Modeschau auf unserer umsatzstarken Einkaufsmeile Zeil, ein Runway auf dem Eisernen Steg, Streetwear im bei Skatern beliebten Hafenpark – in der innovativen,dynamischen und weltoffenen Mainmetropole heißen alle die Fashion Week herzlich willkommen“, sagte Wirtschaftsdezernent Frank.

Photo by Flaunter on Unsplash

Danke 112! Geburtshilfe am Telefon

Es ist die schönste Notfall-Meldung dieser Woche: Gestern gab die Rettungs-Leitstelle der Feuerwehr Frankfurt „Geburtshilfe“ am Telefon – Baby, Mama und Papa sind wohlauf!

Am Samstag gegen 8.45 Uhr erhielt die Zentrale Leitstelle der Feuerwehr über den Notruf 112 ein Hilfeersuchen von einem werdenden Vater. Problem: Bei seiner schwangeren Ehefrau hatten in der heimischen Wohnung plötzlich Wehen und der Geburtsvorgang eingesetzt.

Der Disponenten in der Leitstelle alarmierte während des Gesprächs einen Rettungswagen sowie einen Notarzt und entsendete diese zu der Wohnung des Paares nach Griesheim. „Dann leitete er den sehr souverän und unaufgeregt wirkenden Vater bis zum Eintreffen der Kollegen am Einsatzort telefonisch an, und gab Hilfestellung bei der Geburtshilfe“, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung schreibt.

Bis zum Eintreffen des Rettungswagens, der acht Minuten nach Notrufeingang vor Ort eingetroffen war, hatte bereits ein kleiner Junge das Licht der Welt erblickt. Die Mutter und der Neugeborene, welcher den Vornamen Florian erhalten hat, wurden nach einer ersten Behandlung vor Ort im Rettungswagen zur Nachsorge in die Uni-Klinik transportiert. Ob die glücklichen Eltern diesen Vornamen spontan, aufgrund der Hilfe des Feuerwehrmanns am Notruf (Sankt Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr), oder geplant vergeben haben, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass die am Einsatz beteiligten Kräfte und natürlich das Leitstellenpersonal sich über den guten Verlauf und das glückliche Ende des Einsatzes sehr gefreut haben. Lagedienstleiter Florian Ritter meinte dazu „Vielleicht wird ja auch dieser Florian mal ein Feuerwehrmann und ein Kollege von uns.“

Als Anregung hat die Frankfurter Feuerwehr auch gleich noch Infos für alle mitgeschickt http://feuerwehr-frankfurt.de/index.php/job-karriere http://feuerwehr-frankfurt.de/index.php/job-karriere

Informationen: Feuerwehr Frankfurt

Symbolfoto: Peter Oslanec on Unsplash.com

500-Kilo-Bombe erfolgreich entschärft

Die Straßen waren seit dem Morgen gesperrt, 2.700 Menschen mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen. Bei Bauarbeiten auf dem Messegelände war am Dienstag eine 500-Kilo-Fliegerbombe amerikanischer Bauart entdeckt worden. Die Bombe konnte heute Mittag erfolgreich entschärft werden.

Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Regierungspräsidiums Darmstadt meldet um 13:25 Uhr, dass die 500 kg-Bombe erfolgreich unschädlich gemacht war, so dass sämtliche Absperrmaßnahmen kurz darauf aufgehoben werden konnten.

Die Spezialisten konnten in diesem Fall keine sogenannte Raketenklemme verwenden, die aus der Ferne betätigt wird: Beide Zünder stecken hinter einer Art Kragen. Glücklicherweise gelang der Versuch, die Zünder des Blindgängers vorsichtig soweit herauszudrehen, dass sie anschließend gezielt und ohne Gefahr gesprengt werden konnten.

Zuvor hatten rund 2.700 Menschen am Freitagmorgen bis 9 Uhr den Evakuierungsbereich, in einem vorher festgelegten Gefahrenbereich verlassen müssen. Der weitaus größte Teil hatte sich privat eine Aufenthaltsmöglichkeit gesucht, für alle anderen hatte das DRK gemeinsam mit der Messe Frankfurt eine Betreuungsstelle in der Messehalle 11 eingerichtet. In der Spitze nahmen 24 Anwohner das Angebot wahr. Sechs Frankfurterinnen und Frankfurter, die bei der Evakuierung auf Hilfe angewiesen waren, wurden vom Rettungsdienst und der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Sperrbereich gefahren.

Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr, Berufsfeuerwehr, dem Bürgertelefon und den Hilfsorganisationen aus Frankfurt eingesetzt. Ebenso waren zahlreiche Kräfte der Landespolizei sowie des Ordnungs- und Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt an den Maßnahmen zur Evakuierung und Entschärfung beteiligt.

Die gesamte Evakuierungsaktion verlief reibungslos und sehr zufriedenstellend. „Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Mitarbeit“, heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr Frankfurt.

Sperrgebiet rund um das Messegelände in Frankfurt Feuerwehr Frankfurt Copyright Map Data @ OpenStreetMap contributors, CC-BY-SA

Mundschutz-Pflicht in der U-Bahn bleibt

Seit Ende April gilt im öffentlichen Verkehr die Pflicht, eine Maske oder eine entsprechende Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Wer mit U-Bahn, Straßenbahn, Bus oder auch Zug fahren will, muss entsprechende Vorkehrungen treffen. Das gilt weiterhin – darauf weist die Stadt in einer aktuellen Mitteilung ausdrücklich hin.

Die große Mehrheit der Frankfurter Fahrgäste beachtet diese nach wie vor notwendige Pflicht, wofür sich die VGF herzlich bedanken möchte. Allerdings gibt es eine Minderheit, die U- und Straßenbahnen ohne Masken oder MNB nutzen. Die VGF hat bislang auf eine positive Ansprache ihrer Kunden gesetzt. Mitglieder des Fahrausweisprüfdiensts weisen „maskenlose“ Fahrgäste auf ihr Versäumnis hin, sie tragen auch Mund-Nase-Bedeckungen bei sich, für den Fall, dass eine solche schlicht fehlt oder vergessen wurde. Die Info-Punkte am Hauptbahnhof und in der Station Hautwache geben Masken auf Nachfrage von Fahrgästen aus.

Bei dieser Linie muss das Unternehmen bleiben, da es keine ordnungspolizeilichen Befugnisse hat und es auch keine gesetzliche Grundlage gibt – analog zu den 60 Euro fürs Schwarzfahren – ein Bußgeld zu verhängen. Allerdings prüft die VGF zwei andere Möglichkeiten, um der Maskenpflicht den noch nötigen Nachdruck zu verleihen: Zum einen gemeinsame Kontrollen in U- und Straßenbahnen mit der Polizei, zum anderen, ob Maskenverweigerer künftig aus den Fahrzeugen verwiesen werden können, ähnlich wie es in Geschäften geschieht, die in solchen Fällen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

Auf alle Fälle wird die VGF weiterhin auf die bestehende Pflicht hinweisen, denn in Bahnen und Bussen gilt die Abstandsregelung von 1,5 Metern nicht, weil ihre Einhaltung nicht gewährleistet werden kann. Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen kommen deshalb umso größere Bedeutung zu. Das tut sie seit 27. April ausgiebig und auf mehreren Wegen: auf Plakaten in den Stationen, mit Spots auf den Bildschirmen von Infoscreens und Fahrscheinautomaten, mit der Laufschrift auf den dynamischen Fahrzielanzeigern, mit Durchsagen in den Stationen. Auch Durchsagen in den U- und Straßenbahnen laufen in unregelmäßigen Abständen. Zum Beginn der Maskenpflicht hatte die VGF zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling in der Station Hauptwache Masken gratis verteilt, eine Aktion, die in den folgenden Tagen auch ohne die prominente Unterstützung und an anderen Stationen fortgesetzt wurde.

Foto: Mika Baumeister on Unsplash.com

Frau rast mit Auto in Café-Besucher

Verhängnisvolle Verwechslung: Am Samstag verursachte eine 32-Jährige einen schweren Verkehrsunfall, weil sie bei einem behindertengerecht umgebauten Wagen Brems- und Gaspedal verwechselte. Sie fuhr in den Außenbereich eines Gastronomiebetriebs im Nordend und verletzte dadurch drei Gäste. Sie selbst erlitt einen Schock.

Gegen 11:30 Uhr wurde die 32-Jährige in der Glauburgstraße auf den Fahrer eines Audi aufmerksam, der offensichtlich Probleme beim Einparken hatte. Daraufhin bot sie dem gehbehinderten 64-jährigen Mann an, sein Auto für ihn in die Parklücke zu fahren. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen bediente sie dabei das behindertengerecht umgebaute Fahrzeug unsachgemäß und verwechselte das Brems- mit dem Gaspedal. Dadurch beschleunigte sie aus der Parklücke über den Gehweg in den Außenbereich eines Cafés und verletzte dabei drei 27, 49 und 42 Jahre alte Damen. Alle drei wurden zur Untersuchung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Fahrerin stand unter Schock und wurde vor Ort medizinisch versorgt.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt

Foto: Archiv

Familien sind „Seismograph der Krise“

Eltern empfinden die Corona-Krise als äußerst aufreibend. Insbesondere Mütter berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Das haben erste Ergebnisse einer Studie der Frankfurter Goethe-Universität und der Universität Hildesheim ergeben.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies sind die Kernfragen der Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 – 03.05.2020 durchgeführt wurde. Über 25.000 Personen haben in dieser kurzen Zeit mindestens 95 Prozent des Fragebogens beantwortet und sich damit viel Zeit genommen. „Die umfangreiche Beteiligung an der Befragung verstehen wir als einen Indikator dafür, dass es unter Müttern und Vätern einen hohen Mitteilungsbedarf gibt“, so die Wissenschaftlerin Dr. Severine Thomas. Aufgabe von Wissenschaft ist es aus Sicht des Forschungsverbundes „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, Informationen der Befragten möglichst zügig aufzubereiten und die Ergebnisse zu kommunizieren. In diesem Grundverständnis werden erste Einblicke in die Auswertung des Datenmaterials gegeben.

Vor allem haben sich erwerbstätige Mütter beteiligt. Sie berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Die befragten Eltern versuchen ihren Kindern Rückzugsmöglichkeiten zu Hause zu ermöglichen, für sich selbst haben sie diese häufig nicht. „Doch es gibt auch Mütter und Väter, die durch ihre Erfahrungen eine neue Perspektive gewonnen haben und den Alltag vor der Pandemie zwischen Erwerbsarbeit, Schule, Freizeit, Fürsorge nun als äußerst aufreibend beschreiben“, so Johanna Wilmes aus dem Forschungsteam.

Mehr als 25.000 Eltern haben an einer Befragung zum Familienalltag in Zeiten der Pandemie teilgenommen. Nach der Veröffentlichung der Studie „JuCo“ zu den Erfahrungen junger Menschen zu den Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor zwei Wochen stellt der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ nun erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen vor. Der Forschungsverbund setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld.

Weitere Informationen zu beiden Studien sind auf der Seite des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim zu finden unter https://t1p.de/studien-corona. Weitere Auswertungen werden folgen.

Informationen: Goethe-Universität

Photo by Sandy Millar on Unsplash

Vorsicht! Zwei Unfälle behindern U-Bahn-Verkehr

Zwei Zwischenfälle behindern den Betrieb auf der stark befahrenen A-Strecke. U1 und U9 bleiben bis Donnerstag Morgen unterbrochen. Die U8 fährt nur bis Heddernheim.

Zunächst fuhr um 1.35 Uhr in der Nacht eine U1 auf einen Prellbock an der Endstation Ginnheim. Im Zug wurden drei Fahrgäste leicht verletzt, mussten aber nicht medizinisch behandelt werden. Der Zug und die Oberleitung wurden schwer beschädigt, denn hinter dem Prellbock steht ein Fahrleitungsmast, der beim Aufprall ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die VGF mußte die Station für U1, U9 und die Straßenbahnlinie 16 sperren.

VGF und Feuerwehr gleisten den Zug wieder ein, danach wurde die Oberleitung gesichert. Bis Mittag soll der Betrieb der Linie 16 wieder aufgenommen werden, U1 und U9 bleiben bis auf weiteres unterbrochen, da der Havarist erst in der Nacht in den Betriebshof Heddernheim gebracht werden kann und die Oberleitung geprüft werden muss. Mit einer Aufnahme des Verkehrs ist nicht vor Betriebsbeginn in der Nacht auf Donnerstag, 28. Mai, zu rechnen. Zu Unfallursache oder Schadenshöhe kann die VGF noch keine Angaben machen.

Dier Linie 16 wurde während der Arbeiten zum Westbahnhof umgeleitet, U1 und U9 enden bis auf weiteres an der Station Römerstadt. Auf den unterbrochenen Abschnitten wurden Ersatzverkehre mit Taxen eingerichtet.

Oberleitungsschaden am Schweizer Platz

Noch während der Bergungsarbeiten in Ginnheim unterbrach ein Oberleitungsschaden im Tunnel zwischen Willy-Brandt-Platz und Schweizer Platz den U-Bahnbetrieb der Linien U1, U2, U3 und U8. Warum eine U2 die Oberleitung beschädigte, ist noch nicht bekannt. Aus dem Zug führte die VGF die Fahrgäste zurück zur Station Willy-Brandt-Platz. Bergungsarbeiten und Instandsetzung der Oberleitung laufen, wie lange sie dauern und der Betrieb zwischen Willy-Brandt-Platz und Südbahnhof unterbrochen ist, steht noch nicht fest.

Die Linien U1 und U2 enden bis auf weiteres an der Station Willy-Brandt-Platz, U3 und U8 fahren bis Heddernheim. Fahrgäste bis Südbahnhof verweist die VGF auf die an der Hauptwache fahrenden S-Bahn-Linien.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

5-Quadratmeter-Regel in der Gastronomie fällt

Die Corona-Regeln werden gelockert – jetzt auch für Cafés, Eisdielen, Restaurants & Co. Das wird auch die Gastronomen am Riedberg freuen.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank freut sich: „Die Gastronomie ist eine Branche von großer Bedeutung für unsere Stadt und es ist eine große Erleichterung für unser Gastgewerbe, dass bereits ab Donnerstag die Regelung entfällt, dass nur eine Person je angefangenen fünf Quadratmetern Gastfläche zugelassen wird. Die geöffneten Restaurants senden in diesen herausfordernden Zeiten wichtige Impulse für unser aller Lebensgefühl aus – wir haben in den letzten Wochen verspürt, wie sehr diese Farbtupfer und das kulinarische Verwöhntwerden fehlen.“

Auch Madjid Djamegari, Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt, ist erleichtert: „Wir sind glücklich darüber, dass unsere hartnäckigen Bemühungen um Abschaffung der Fünf-Quadratmeter-Regel erfolgreich waren und danken insbesondere den Verantwortlichen im Magistrat der Stadt Frankfurt für ihre tatkräftige Unterstützung. Das und die großzügige Möglichkeit der Ausweitung der Außengastronomieflächen ermöglichen den Frankfurter Gastronomen den nächsten Schritt in Richtung eines betriebswirtschaftlich tragbaren Betriebes ihrer Gaststätten in dieser Zeit.“

„Ich freue mich sehr, dass die hessische Landesregierung die Fünf-Quadratmeter-Regel jetzt endlich aufgehoben hat und die nationalen Standards übernimmt. Der Einsatz für realistische Abstandsregeln hat sich gelohnt. Noch letzte Woche konnte ich bei Besuchen in Frankfurter Wirtschaften sehen, in welche Nöte die Gastronomie durch diese Regel gebracht worden ist. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Gaststätte war unter diesen Umständen nicht möglich. Mit dem Sitzabstand von 1,5 Metern wird jetzt ein weiterer Schritt Richtung Normalität vollzogen. Ich setze auch weiterhin auf die Vernunft der Frankfurter, die sich bei Restaurantbesuchen bislang überwiegend vorbildlich verhalten haben“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Mit der neuen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung (gültig ab Donnerstag, 28. Mai) muss zwar der Sitzabstand von 1,5 Metern weiterhin eingehalten werden. Dieser Mindestabstand gilt nicht zwischen Personen, die dem eigenen Hausstand angehören oder als Mitglieder eines weiteren Hausstandes mit den Erstgenannten zum Gaststättenbesuch verabredet sind.

Informationen: Stadt Frankfurt

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Teddy-Demo für Kita-Öffnung und mehr Schule

Wegen der Corona-Pandemie sind Kitas und Schulen nach wie vor nicht für alle Kinder geöffnet. In Frankfurt hatte deshalb gestern das Bündnis „Familien in der Krise“ zu einer „Teddy-Demo“ aufgerufen. Die Initiative fordert, dass an den Schulen wieder mindestens 20 Stunden Präsenzunterricht stattfinden soll und dass Kitas auch für Kinder von „nicht-systemrelevanten“ Eltern geöffnet werden.

Die meisten Bündnis-Initiatoren sind Mütter und Väter, die selbst Kita- oder Schulkinder haben. Anlass für die Demo, die eher als deutlich sichtbarer Protest mit Kindern und Kuscheltieren gedacht war, war eine Sitzung des Bildungsausschusses der Stadt Frankfurt im Saalbau Bornheim. Gegen 16 Uhr platzierten die Organisatoren Teddybären mit Protestplakaten und Schulranzen vor dem Gebäude. Unter anderem mit den Worten „Kinder brauchen Kinder“ oder „Morgenkreis statt Homeoffice“. Später trugen die OrganisatorInnen ihre Forderungen auch vor dem Bildungsausschuss der Stadt vor.

Eine größere Demonstration von Eltern und Kindern findet heute Nachmittag vor der Staatskanzlei in Wiesbaden statt.

Photo by Sandy Millar on Unsplash

„Familien sind die Leidtragenden“

Frankfurts Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber übt harte Kritik am fehlenden Konzept der hessischen Landesregierung zur Öffnung von Kitas und Horten. 

Am 5. Mai hatte die hessische Landesregierung angekündigt, dass die Kitas, Krippen und Horte ab 2. Juni auch wieder über die Notfallbetreuung hinaus für den eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet werden sollen. Seither warten die Kommunen, Landkreise, Träger und vor allem die Familien auf ein Konzept der Landesregierung, um analog der Vorgehensweise bei den Schulen jetzt auch die Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Kitas vorbereiten zu können.

„Was wir jetzt zehn Tage vor dem Öffnungstermin bekommen ist aber leider weder ein Rahmen noch ein Konzept, sondern eine politische Verantwortungslosigkeit des Ministers und der Hessischen Landesregierung insgesamt, die dieses Vorgehen ja offensichtlich billigt“, kritisiert Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Zu keinem der wirklich wichtigen Punkte, die Familien betreffen, gäbe es konkrete Aussagen. Auch fänden sich in der Bekanntmachung weder Orientierungshilfen noch Rückendeckung für die Träger der Einrichtungen, sagt Weber. Die Entscheidungen beispielsweise über die Aufnahme von Kindern über die der Notfallbetreuung hinaus, über die zulässigen Gruppengrößen, über die möglichen Betreuungszeiten oder die Finanzierung hatte das Land in seiner Erklärung am Mittwoch vollständig an die Kommunen und die Träger delegiert und deutlich gesagt, dass es dazu keine Aussagen treffen werde.

Dezernentin spricht von „konzeptioneller Mutlosigkeit“

„Wo hätte gestaltet und geplant werden müssen, wird die Verantwortung an die Gemeinden und Träger abgegeben. Was der Minister „freie Hand für Kommunen“ nennt, nenne ich konzeptionelle Mutlosigkeit“, sagt Weber. Dabei habe der Städtetag bereits einen weitergehenden Vorschlag erarbeitet, den man nur noch hätte konkretisieren müssen. „Offenbar will sich aber der Minister nicht festlegen und scheut den Konflikt“, sagt Weber weiter. „Insofern ist es gut, dass ich mit den Trägern bereits vorgearbeitet habe und wir in der nächsten Woche ein Frankfurter Rahmenkonzept verabschieden können“, erklärt die Stadträtin, die seit Beginn der Corona-Krise in wöchentlichem engen Austausch mit den Trägern der Frankfurter Kindertagesstätten steht.

Frankfurt will jetzt eigenes Konzept entwickeln

„Das Land ist seiner Verantwortung nicht gerecht geworden und hat die Familien mit kleinen Kindern erst hingehalten und jetzt hängen lassen. Seit Wochen jonglieren unzählige Mütter und Väter unter hoher nervlicher und zeitlicher Belastung ihren familiären und beruflichen Alltag. Sie hätten eine klare und belastbare Aussage verdient. Stattdessen hat das Land große Ankündigungen gemacht und Erwartungen geweckt, die es nicht erfüllen kann. Minister Klose ist als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet – er hat schlichtweg nicht geliefert. Ich werde mich jetzt gemeinsam mit unseren Trägern darum kümmern, dass diese Leerstelle gefüllt wird und die Stadt Frankfurt ihr eigenes Konzept entwickelt“, kündigte die Dezernentin an.

Sie werde sich in den nächsten Tagen auch die Öffnungskonzepte anderer Bundesländer ansehen und gemeinsam mit den Frankfurter Trägern eine Vorgehensweise für die Öffnung der Kitas erarbeiten, die den Vorgaben des Infektionsschutzes gerecht werde aber vor allem endlich Planbarkeit für alle Betroffenen herstelle. „Schließlich geht es neben der Bereitstellung von Betreuungsplätzen auch um den Gesundheitsschutz der Erzieherinnen und Erziehern in den Einrichtungen sowie um den Schutz der Kinder und Eltern, die sich dort aufhalten. Hier müssen wir ein Spagat hinbekommen, für das ich mir mehr Rückendeckung vom Land gewünscht hätte. Auf die jetzt von Minister Klose angekündigten Empfehlungen können wir nicht warten – wir haben 870 Einrichtungen von rund 200 Trägern in der Stadt, die alle eingebunden werden müssen“, sagt Weber. „Das geht eben nicht von Freitag Abend bis Montag Morgen.“

Sie werde sich jetzt so schnell wie möglich darum kümmern, dass Familien Planungssicherheit bekämen und Eltern und Kinder sukzessive wieder bestmöglich den Alltag unter den neuen Vorgaben der Pandemie leben können, auf den sie alle warten.

Informationen & Foto: Stadt Frankfurt