Kategorie: AktuelleNEWS

Lichtblick beim Thema Ärzte-Versorgung

Es sind die ersten positiven Nachrichten seit der Schließung des Fachärztezentrums Riedberg und der wachsenden Sorge um die Ärzte-Versorgung im Stadtteil: Ein bisheriger FÄZ-Kinderarzt eröffnet eine eigene Praxis im Mertonviertel. Eine Gynäkologin wird ab Mitte Januar wieder am Riedbergplatz praktizieren.

Für viele Patientinnen und Patienten war es ein Schock, als die städtische FÄZ Frankfurt GmbH zum 30. September ihr Ärztezentrum am Riedberg mit den Bereichen Gynäkologie, Kinderheilkunde, Neurologie und Psychiatrie schloss. Man plane „eine strategischen Neuausrichtung“ der Standorte, hieß es damals als Begründung. 

Kritik an dieser abrupten und schwer nachvollziehbaren Entscheidung wurde im Stadtteil laut, verstärkt im Ortsbeirat und darüber hinaus, wie MAINRiedberg ausführlich berichtete. Auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sprach man hinter vorgehaltener Hand davon, dass in puncto Riedberg „ordentlich Druck im Kessel“ sei. Jetzt gibt es eine neue Geschäftsführung in der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, zu der das Nordwest-Krankenhaus und die FÄZ Frankfurt GmbH gehören und in deren Vorstand der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer ist. Und plötzlich scheint ein Umdenken stattzufinden. „Wichtig ist, dass die fachärztliche Versorgung am Standort Riedberg weiter gewährleistet ist“, erklärt Unternehmenssprecherin Brigitte Ziegelmayer auf Anfrage. Deshalb sollen jetzt Ärzte „in Eigenregie“ übernehmen. Als Untermieter des bisherigen Betreibers, denn der Mietvertrag läuft trotz der Schließung des Fachärztezentrums ja noch weiter.

Neue Gynäkologie-Praxis am Riedbergzentrum

Fest steht inzwischen, dass die Gynäkologin Caroline Gatzka, die früher schon am Riedberg tätig war, in den alten Räumen eine neue Praxis eröffnet. Die Umbauarbeiten laufen bereits, als Eröffnungstermin ist Mitte Januar avisiert. Die Psychotherapeutin Christina Kengne-Meuschel arbeitet weiterhin am Riedbergplatz, allerdings selbstständig. Es soll auch wie bisher einen gemeinsamen Empfangsbereich für alle Patientinnen und Patienten geben.

Aber es ist noch nicht bekannt, welche Fachärzte noch an den Riedbergplatz ziehen könnten. Interessenten haben bisher auch die hohen Mietkosten als Problem bezeichnet. 

Kinderarzt eröffnet heute Praxis im Mertonviertel

Unter anderem deshalb hat sich der bisherige FÄZ-Kinderarzt Dominik Dunsch dazu entschieden, sich mit einer Praxis im Mertonviertel selbstständig zu machen. Am heutigen 22. Dezember war die Eröffnung in den Räumen in der Lurgiallee 6 – 8, in der Merton-Passage. Dunsch hatte immer betont, dass er während der vier Jahre am Riedberg eine enge Verbindung zu seinen kleinen Patienten aufgebaut habe und umso mehr freue es ihn, dass es nur wenige Minuten davon praktizieren wird. „Da wir zunächst zu zweit, also eine Medizinische Fachangestellte und ein Arzt, starten, werden wir telefonisch nur eingeschränkt zu erreichen sein“, erklärt Dunsch. Termine könnten zunächst am besten per Email oder über das Kontaktformular der Homepage vereinbart werden.

Im Mertonviertel praktiziert ebenfalls der Kinder- und Jugendarzt Stefan Behr, der schon seit Jahren auf den Mangel an Kinderärzten in den nördlichen Stadtteilen hinweist. Allein am Riedberg leben inzwischen rund 4500 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Aktuell gibt es keinen einzigen Kinderarzt im Stadtteil, aber zwei Praxen sind jetzt zumindest in wenigen Minuten erreichbar.

Einen ausführlichen Bericht zur Fachärzte-Versorgung im Stadtteil lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe von MAINRiedberg. Weitere Informationen unter https://main-riedberg.de/neu-die-aktuelle-mainriedberg-6/

Foto: Hush Naidoo on Unsplash

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Klimawandel: Schaffen wir noch das 2-Grad-Ziel?

Ist es noch realistisch, dass wir die Pariser Klima-Ziele erreichen und die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius begrenzen? In der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ vertreten der „Klima-Optimist“ Prof. Joachim Curtius, Atmosphärenforscher der Goethe-Universität am Campus Riedberg, und der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Prof. Volker Mosbrugger, zwei unterschiedliche Standpunkte.

Seit 30 Jahren steht der Klimawandel auf der Agenda der Weltpolitik, und seit 1960 steigt die atmosphärische CO2-Konzentration kontinuierlich stark an. „Man erkennt keinerlei Trendwechsel als Folge etwa der Reports des Weltklimarats IPCC oder der internationalen Klimakonferenzen in Kopenhagen oder Paris“, meint der Senckenberg-Generaldirektor Prof. Volker Mosbrugger im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“. Es gebe „unendlich vielen Zielkonflikte“, etwa dass Biodiesel zwar gut für den Klimaschutz, aber schädlich für die Biodiversität sei. Wer beim Klimaschutz vorangehe, hätte zunächst einmal Nachteile, und zudem würde das Zuviel an Treibhausgasemissionen von weniger als der Hälfte der Weltbevölkerung verursacht. Volker Mosbrugger sieht dennoch größten Handlungsbedarf, der sich jedoch über die Reduktion der Treibhausgasemissionen hinaus auch auf Anpassungsmaßnahmen erstrecken sollte.

Der „Klima-Optimist“ Prof. Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität ist dagegen fest überzeugt: „Wir können es schaffen!“ Er verweist auf erste Erfolge bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und die ehrgeizigen Ziele selbst von Schwellenländern wie China. „Das Thema wird nun in allen Schichten der Gesellschaft ernst genommen, nicht nur unter Experten und Umweltaktivisten“, meint der Atmosphärenforscher. Dazu würde auch beitragen, dass die lang vorhergesagten Folgen des Klimawandels bereits spürbar seien. Zudem gäbe es mittlerweile Instrumente wie CO2-Preissysteme, Alternativen zu Kohlekraftwerken und Nachhaltigkeitskonzepte für Verkehr und Landwirtschaft. Joachim Curtius: „Es liegt immer noch ein weiter Weg vor uns und riesige Anstrengungen sind notwendig.“ Daher plädiert er für einen realistischen Optimismus: „Nur mit Optimismus werden wir alle die Tatkraft und den inneren Antrieb aufbringen, allen Barrieren, Sachzwängen, Gewohnheiten, Bequemlichkeiten und inneren Schweinehunden zum Trotz, schnell genug umzusteuern.“

In weiteren Beiträge der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität über ihre Forschungsprojekte rund um den Klimawandel, wie zum Beispiel die knappe Ressource Wasser bereits heute als Waffe in Konflikten eingesetzt wird, wie der Klimawandel zum dramatischen Artenschwund beiträgt oder wie Klimamodelle von Warmzeiten der Erdgeschichte präzisere Voraussagen unserer Klimazukunft erlauben.

Ein ausführliches Interview mit dem Naturforscher und Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe von MAINRiedberg. Weitere Informationen unter https://main-riedberg.de/neu-die-aktuelle-mainriedberg-6/

Symbolbild: Melissa Bradley on Unsplash

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Verlorene Zeit der Corona-Jugend?

Die Erfahrungen der Corona-Pandemie machen jungen Menschen Angst vor der Zukunft. Vor allem junge Erwachsene, die die Schule abgeschlossen haben und nun an der Schwelle zur Berufsausbildung oder zum Studium stehen, sorgen sich um die langfristigen, auch ökonomischen Folgen der Pandemie.

Nahezu die Hälfte aller Jugendlichen äußert dies im Rahmen der im Dezember veröffentlichten, zweiten bundesweiten Online-Befragung „JuCo2“: Mehr als 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 30 Jahren gaben Auskunft darüber, welche Konsequenzen die Pandemie für ihren Alltag hat und mit welchen Sorgen sie auf ihr persönliches Leben und die gesellschaftliche Entwicklung blicken. Durchgeführt wurde die Umfrage von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Goethe-Universität Frankfurt und Stiftung Universität Hildesheim.

Anders als bei der ersten Online-Befragung im Frühjahr 2020 beteiligten sich an der Befragung mehr junge Menschen in einer biographischen Übergangssituation: Etwa zwei Drittel der Befragten besuchten zum Zeitpunkt der Befra­gung nicht die Schule, befanden sich in Ausbildung oder im Studium. Rund 10 Prozent der Befragten waren in Freiwilli­gendiensten aktiv. Ein Drittel der jungen Menschen gab an, sich in der Pandemie einsam und belastet zu fühlen; rund 80 Prozent betonen, wie sehr ihnen der Ausgleich zum Lernen durch soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten fehle. Auch sprechen sie ihre Ängste vor einer Zukunft ohne Nebenjobs und finanzielle Unterstützung im Studium an.

Das Lernen zuhause ist „unheimlich schwergefallen“

In 1.400 Kommentaren nehmen die Jugendlichen die Gelegenheit wahr, sich mitzuteilen: Manche empfinden das Jahr 2020 als Zeitverschwendung, als ein Jahr im Wartezustand; andere schreiben vom Lernen allein zu Hause, das ihnen „unglaublich schwergefallen“ sei; von belastenden psychischen Problemen in der Familie; wie „emotional ermüdend“ es sei, sich in der Schule ohne ausreichend Abstand unter Vielen bewegen und dabei konzentriert für die nächste Klassenarbeit lernen zu müssen; wie einsam sie ohne ihre Freunde seien und „ohne alles, was Spaß macht“. „Unter diesen Bedingungen den Schulabschluss zu machen, war echt unfassbar hart für mich.“

Ja zu den Corona-Einschränkungen – aber mehr Mitsprache

Die Studie macht deutlich: Die geäußerten Ängste führen aber keineswegs dazu, dass die Jugendlichen die Maßnahmen zum Infektionsschutz mehrheitlich ablehnen und nicht bereit sind, sich daran zu halten. Im Gegenteil: Nur zehn Prozent der jungen Menschen äußern Zweifel an den Einschränkungen, mehr als zwei Drittel hält sie für sinnvoll und folgt ihnen. Allerdings wünschen sich die jungen Erwachsenen, dass von ihnen nicht nur erwartet wird, sich zu qualifizieren. Sie fordern auch, dass ihre Bedürfnisse bei politischen Maßnahmen gesehen werden und sie bei der Gestaltung miteinbezogen werden. Fast 65 Prozent der Jugendlichen haben eher nicht oder gar nicht den Eindruck, dass die Sorgen junger Menschen in der Politik gehört werden.

Die Jugendlichen haben nämlich – auch das zeigt die Befragung – nicht nur ihre eigene Lebenssituation im Blick: Sie machen sich ebenso Gedanken über die globalen Folgen der Pandemie für die Gesellschaft. Einige berichten aber auch davon, mehr sozialen Zusammenhalt zu erleben und sich bewusst zu werden, wie wichtig Zuwendung für ihre soziale und emotionale Entwicklung sowie ihr Wohlbefinden sei.

Gibt es eine „Corona-Jugend“?

„Für manche Jugendliche ist das Verwiesen-Sein auf die Familie und den häuslichen Raum ein Geschenk“, sagt Prof. Dr. Sabine Andresen, Familienforscherin an der Goethe-Universität. „Für andere kann die Situation aber sehr belastend sein, vor allem wenn auch für die Eltern das soziale Umfeld wegfällt und Unterstützungsnetzwerke nicht mehr wie bisher funktionieren“.

Die Rede von der „Coro­na-Jugend“, für die die Pandemie zu einer „prägenden Erfahrung für die ganze junge Generation“ werden könnte, lehnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Studie jedoch vehement ab. 

Dem Team des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ gehören Prof. Dr. Sabine Andresen und Johanna Wilmes vom Institut für Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität an sowie Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Tanja Rusack, Dr. Severine Thomas, Anna Lips und Lea Heyer vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Informationen: Goethe-Universität

Foto: Element5 digital/ Unsplash

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Große Durchsuchungs-Aktion gegen falsche „Polizeibeamte“

Betrüger bringen nicht nur mit dem gemeinen Enkel-Trick Menschen um ihr Erspartes, sie geben sich auch immer öfter als falsche „Polizeibeamte“ aus. Heute fand deswegen eine große Durchsuchungsaktion statt, unter anderem in Frankfurt.

Im Rahmen eines aktuellen Ermittlungsverfahrens des Bandenkommissariats der Frankfurter Kriminalpolizei gegen „falsche Amtsträger“ wurden im Laufe des heutigen Tages 14 Durchsuchungsbeschlüsse an insgesamt 16 Objekten in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin vollstreckt.

Hintergrund sind umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs gegen 18, hiervon 17 in Deutschland aufenthältige, sogenannte „Abholer“, „Kuriere“, „Logistiker“ und „Sicherer“ im Phänomenbereich Falsche Polizeibeamte. Die seit März 2020 andauernden Ermittlungen gegen die beschuldigten Personen erhärteten den Verdacht in mindestens 11 Fällen verschiedene Opfer um ihre Vermögenswerte gebracht bzw. dies versucht zu haben. Bei sieben Taten waren die Betrüger erfolgreich – der finanzielle Gesamtschaden betrug über 715.000 Euro, wovon 365.000 Euro in unmittelbarer Tatortnähe durch Ermittler sichergestellt werden konnten. Bei vier Taten konnten die Ermittler rechtzeitig einschreiten und dadurch einen drohenden Vermögensverlust in Höhe von rund 100.000 Euro verhindern. Die zumeist betagten Opfer im Alter von 71 und 88 Jahren erlitten diese Taten nicht selten als traumatisierendes Ereignis, unabhängig vom finanziellen Schadenseintritt.

Bei den hier Beschuldigten handelt es sich um Männer und Frauen im Alter von 23 bis 65 Jahren. Gegen acht dieser Personen beantragte die Staatsanwaltschaft Frankfurt neben den Durchsuchungsbeschlüssen auch Untersuchungshaftbefehle beim Amtsgericht Frankfurt am Main. Im konkreten Verfahren geht es um die Masche der Telefonbetrügereien, bei denen die Opfer auf subtile Weise Angst davor gemacht bekommen hatten, ihnen stünde ein Einbruch bevor und ihre Vermögenswerte in der Wohnung, aber auch jene, die auf der Bank deponiert sind, seien in Gefahr.

Betrug mit den Telefonnummern realer Behörden

In meist über Stunden oder gar Tage andauernden Telefonanrufen angeblicher Polizisten unter Einblendung technisch erzeugter Telefonnummern realer Behörden (Call-ID-Spoofing) wurden die Opfer dazu gebracht ihre Wertsachen, Schmuck, Gold oder Bargeld an einen angeblichen Polizisten, den sogenannten Abholer, auszuhändigen oder im Nahbereich der Wohnung zu deponieren. Die Tatbeute wurde anschließend zu großen Teilen weiter veräußert und in die Türkei zu den Hinterleuten überführt. Die Betrüger agierten im gesamten Bundesgebiet. Dahinter steckt ein kriminelles System, in welchem die Täter der verschiedenen „Arbeitsebenen“ straff hierarchisch und über Ländergrenzen hinweg organisiert sind. Erst Anfang Dezember 2020 gelang es der Münchener Kriminalpolizei Führungsköpfe eines Callcenters in Izmir (Türkei) und damit die Hinterleute der hier in Deutschland agierenden Täter dingfest zu machen.

Die Frankfurter Ermittler stehen bereits seit Längerem im engen Austausch mit der AG Phänomene der Münchener Polizei. Somit konnte schließlich ein Zusammenhang zwischen den hier geführten Beschuldigten, bei denen es sich um die Ebene der Logistiker, Abholer und Kuriere handelt und den Hinterleuten in Izmir hergestellt werden.

Sieben Personen in Haft – auch Waffen sichergestellt

Umso bedeutsamer ist es nun für die Frankfurter Polizei, auch den hier aufenthältigen Akteuren dieser Betrügerbande habhaft zu werden. Im Ergebnis konnten bislang 15 Personen angetroffen und vorläufig festgenommen bzw. sieben Haftbefehle vollstreckt werden. Die Durchsuchungen an 16 Wohn- und Aufenthaltsadressen führten zu Sicherstellungen bzw. Beschlagnahmen von Bargeld, etlichen Mobiltelefonen und SIM-Karten, diversen Unterlagen und Datenträgern, aber auch Betäubungsmitteln und Gegenständen, die dem Waffenrecht unterliegen, wie z. B. rund 100 Schuss Munition. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Foto: Maximilian Scheffler on Unsplash

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Neue Metrobusse und Expresslinien für Frankfurt

Gestern war Fahrplanwechsel: Acht Metro- und drei Expressbuslinien sollen ab sofort für mehr Zuverlässigkeit auf den wichtigsten Strecken sorgen und das dichte Frankfurter Busnetz noch passgenauer machen.

Mit zwei besonders gestalteten Bussen startete die Premierenfahrt im coronabedingt kleinen Kreis bereits am Samstag um 11.20 Uhr ab Frankfurt Flughafen als Expressbuslinie X58 Richtung Höchst. Von dort erreichte sie als Metrobuslinie M55 den Rödelheimer Bahnhof. Für den Oberbürgermeister das Mindeste, was diese grundlegende Innovation im Frankfurter Nahverkehr verdient hat: „Mit Metrobussen, Expressbussen und einem nochmals deutlich attraktiveren Nachtverkehr setzt die Stadt Meilensteine für eine nachhaltige Mobilität“, stellt Oberbürgermeister Peter Feldmann fest. „Als Stadt mit derzeit rund 750.000 Einwohnern und über 375.000 täglichen Einpendlern steht Frankfurt am Main bei der umweltfreundlichen Gestaltung von Mobilität vor großen Herausforderungen. Der öffentliche Nahverkehr, den wir konsequent Schritt für Schritt ausbauen, ist ein wesentlicher Schlüssel zur Lösung.“

Gute Erreichbarkeit, und das rund um die Uhr: Acht nachfragestarke Frankfurter Buslinien verkehren ab 13. Dezember als Metrobuslinien. Als M32, M34, M36, M43, M55, M60 und M72/M73 werden sie an jedem Tag der Woche rund um die Uhr verkehren. Sie sind damit ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem Nachtverkehr, der zunehmend mit den Linien des Tagverkehrs identisch ist. Und sie verkehren besonders häufig, fahren also ein „Metro-ähnliches“ Angebot. Es ist gekennzeichnet durch das „Taktversprechen“: tagsüber mindestens alle zehn Minuten, an Sonn- und Feiertagen viertelstündlich und nachts jede halbe Stunde.

Das zweite Vorzeige-„Produkt“, das traffiQ zum Fahrplanwechsel im lokalen Frankfurter Busverkehr einführt, sind Expressbuslinien, wie sie der Rhein-Main-Verkehrsverbund im regionalen Verkehr bereits mit Erfolg betreibt.

„Expressbuslinien haben einen gestrafften Linienweg und benutzen weitgehend Schnellstraßen“, erklärt traffiQ-Geschäftsführer Tom Reinhold. „Im Interesse der Beschleunigung werden nur ausgewählte Haltestellen bedient.“ Dies sind zumeist solche, an denen wichtige Umsteigemöglichkeiten bestehen. Die Expressbusse erzielen so erhebliche Fahrzeitgewinne von bis zu 15 Minuten gegenüber heutigen Busverbindungen. Ziel aller drei geplanten Expressbuslinien (X58, X61 und X77) ist der Frankfurter Flughafen.

Nachtverkehr: fast wie am Tage

In den Jahren 2017 und 2018 hatten RMV und traffiQ das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in den Wochenendnächten schon vollkommen neu strukturiert. „Jetzt gehen wir konsequent den nächsten Schritt“, stellt der traffiQ-Geschäftsführer fest. „Im neuen Frankfurter Nachtverkehr gilt ein einziges Liniennetz, das in jeder Nacht mindestens im Halbstundentakt bedient wird und sich faktisch nicht mehr vom Tagesnetz unterscheidet.“ Denn das Netz besteht aus dem 24-Stunden-Betrieb wichtiger Tageslinien: Dies sind einerseits U-Bahn- und Straßenbahnlinien, die aufgrund der geringeren Nachfrage in den Werktagsnächten durch neue schienennahe Nachtbuslinien ersetzt werden, und andererseits die auch nachts fahrenden Metrobuslinien. Ergänzt wird dieses Netz um weitere wichtige Buslinien, die im Halbstunden- oder Stundentakt verkehren. „Unter der Woche“ gilt also das gleiche Netz wie am Wochenende.

Foto: Stadt Frankfurt/ Andreas Varnhorn

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Heute fahren alle zum Kinder-Preis

Sich wieder wie ein Kind fühlen – das kann man jetzt in Frankfurt. Zumindest, wenn es ums Fahren in Bus und Bahn geht. Um den Kunden zum Abschluss des Jahres etwas weiterzugeben, hat sich Oberbürgermeister Peter Feldmann etwas einfallen lassen. Am heutigen dritten Adventssamstag kann jeder mit einem Kinderfahrschein statt eines Einzelfahrscheins für Erwachsene fahren.

„Mit diesem Angebot ermöglichen wir den Fahrgästen am Samstag vor dem dritten Advent, kostengünstig mit einem Kinderfahrschein in Frankfurt unterwegs zu sein, um so ihren Weihnachtseinkauf zu erledigen“, sagt der RMV-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Feldmann.

Das spart fast die Hälfte des Preises. Beispielsweise kostet dann im Stadttarif ein Einzelfahrschein nur 1,55 Euro anstatt 2,75 Euro. Das Angebot gilt für Kurzstrecke, Einzelfahrschein und Tageskarte. RMV-Kinderfahrscheine können an Fahrkartenautomaten, beim Fahrpersonal oder als RMV-HandyTicket erworben werden.

Foto: RMV

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Jetzt gilt Tempo 40 in der Innenstadt

Ab sofort gilt Tempo 40 auf den wichtigsten Straßen in der Frankfurter Innenstadt – eigentlich war die Einführung des Tempolimits erst Anfang 2021 geplant.

„Es ist gut, dass Tempo 40 auf wichtigen Straßen in der Innenstadt schon im Dezember eingeführt werden konnte“, zeigt sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling erfreut. „Das ist ein wichtiger Baustein, um Dieselfahrverbote zu vermeiden.“

Der Grund für diese Anordnung ist die seit 2010 bestehende Verpflichtung zur Einhaltung der Grenzwerte für Stickoxyde (NOx). Das Land Hessen ist durch den Verwaltungsgerichtshof in Kassel 2019 verurteilt worden, den Luftreinhalteplan für die Stadt Frankfurt am Main fortzuschreiben, und das Land Hessen hat Tempo 40 auf Straßen mit erheblicher Verkehrsbedeutung in der Innenstadt als eine Maßnahme berücksichtigt, die durch die Stadt Frankfurt zu erbringen ist. „So sind wir in die Lage versetzt worden, schon bevor der neue Luftreinhalteplan Rechtskraft erlangt, Tempo 40 anzuordnen“, erläutert Oesterling. „Das ist gut so, denn wenn die Dieselfahrverbote kommen sollten, dann aufgrund gemessener Werte, und nicht ausschließlich wegen Berechnungen. Wenn es uns also gelingt, mit Tempo 40 die Werte zu senken, vermindern wird die Gefahr von Fahrverboten.“ Tempo 40 ist hierbei einer von mehreren Beiträgen zur Senkung der Immissionsbelastung und damit zum Gesundheitsschutz.

Wo gilt Tempo 40?

Zu den von der Regelung für Tempo 40 betroffenen Straßen zählen viele Hauptverkehrsadern in der Innenstadt. Das neue Tempolimit gilt beispielsweise am nördlichen Mainufer, auf der Neuen Mainzer Straße oder der Konrad-Adenauer-Straße sowie auch in diversen weiteren Straßen, die innerhalb des Anlagenrings liegen. 

Berechnungen zur Wirksamkeit von Tempo 40 hat die Landesregierung angestellt. Beispielhaft wird für die Neue Mainzer Straße zwischen Große Gallusstraße und Neue Schlesingergasse von einer NO2-Minderung von -2,3 Mikrogramm pro Kubikmeter ausgegangen, für die Bleichstraße zwischen Krögerstraße und Brönnerstraße von -1,9 Mikrogramm pro Kubikmeter.

„Wir werden die Einhaltung der Geschwindigkeiten auch überwachen“, kündigt der Stadtrat an. Mit den mobilen Messeinrichtungen in den Fahrzeugen kann das die städtische Verkehrspolizei bereits, für die teilstationären Einrichtungen, die Messanhänger, hat das Straßenverkehrsamt schon Änderungsanträge bei der für die Genehmigung der Standorte der zuständigen Polizeiakademie wegen der geänderten Regelgeschwindigkeit gestellt. „Die Genehmigung sollte recht zügig bei uns sein“, sagt Oesterling.

Foto: Archiv

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Große Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Die 500kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Frankfurter Stadtteil Gallus konnte am Sonntagnachmittag vom Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen unschädlich gemacht werden.

Zuvor hatten fast 13.000 Menschen eine festgelegte Gefahrenzone vorsorglich verlassen müssen. Aufgrund der Lage der Bombe und der Rolle Frankfurts als Verkehrsknotenpunkt hatte die Entschärfung auch Auswirkungen auf viele Verbindungen im Fernverkehr der deutschen Bahn.

Die Erleichterung bei Anwohnern und bei den beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen war groß, als gegen 15:30 Uhr die Nachricht kam, dass die Bombe britischer Bauart erfolgreich entschärft sei. Die Evakuierungsaktion war aus mehreren Gründen aufwändiger gewesen als bei ähnlichen, in Frankfurt durchaus nicht seltenen Entschärfungen. Vor allem hatte der Kampfmittelräumdienst aufgrund der Bauart und des Zustands der Bombe im Vorfeld keine Prognose abgeben können, wie lange die eigentliche Entschärfung dauern würde. So hatten sich alle im schlimmsten Fall auf einen sehr langen und wenig adventlichen Sonntag einstellen müssen.

Pandemie-Situation machte die Aktion noch komplizierter

Die momentane Pandemie-Situation mit den geltenden Kontaktbeschränkungen machte die Aktion am Nikolaus-Sonntag für alle ebenfalls komplizierter. Mehr als 750 Anwohner, deutlich mehr als sonst, nahmen die Corona-gerecht eingerichtete Betreuungsstelle an der Messe Frankfurt in Anspruch. Dort wurden sie von ehrenamtlichen Kräften des Katastrophenschutzes betreut und verpflegt. Bewohner des Stadtteils, die eine Quarantäneverpflichtung hatten, mussten gesondert abgeholt, untergebracht und wieder nach Hause gebracht werden.

Auswirkungen auf den bundesweiten Bahnverkehr

Es waren 135 Transporte notwendig für Anwohner, die den Evakuierungsbereich aus medizinischen Gründen nicht selbstständig verlassen konnten. In dem Bereich lagen außerdem Altenwohnheime, einige andere Sonderobjekte wie Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Deutschen Bahn. Da unter anderem auch der Frankfurter Hauptbahnhof betroffen war, hatte die Bombenentschärfung sowohl in Frankfurt, als auch bundesweit Auswirkungen auf den Bahnverkehr.

Am Ende konnte der Entschärfer vom Kampfmittelräumdienst die Zündermechanik des großen Blindgängers, der vergangenen Donnerstag bei Arbeiten in einer Baugrube gefunden worden war, zügig entfernen. Die Gefahr war damit gebannt. Wenig später wurden Straßensperren aufgehoben und Anwohner konnten wieder in ihre Häuser. Rücktransporte und der Abbau der Betreuungsstelle nehmen noch einige Stunden in Anspruch.

Beteiligt an der ganzen Aktion waren das Frankfurter Ordnungsamt mit der Stadtpolizei, das städtische Gesundheitsamt, die Feuerwehr Frankfurt mit Haupt- und ehrenamtlichen Kräften aller Stadtteilfeuerwehren, die Polizei sowie die Hilfsorganisation DRK, ASB, Johanniter-Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst und natürlich der Kampfmittelräumdienst. Insgesamt waren rund 600 Kräfte, zum Teil ab vier Uhr morgens, im Einsatz.

Foto: Kampfmittelräumdienst RP Darmstadt

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Ist der Klimawandel Frauensache?

Diese Veranstaltung des Centre for Dialogue at Campus Riedberg (CfD) geht davon aus, dass Frauen durch den Klimawandel oft stärker betroffen sind als Männer. Diese – für einige überraschende – Tatsache wird aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet. „Zudem ist es unser Anliegen, zu erörtern, ob und wenn ja, warum Frauen sich häufig stärker für Belange des Klimaschutzes einsetzen als Männer“, heißt es beim CfD.

Der Online-Workshop wird das Thema interdisziplinär und praxisnah beleuchten und steht alle Interessierten als Zoom-Link zur Verfügung. Man möchte sowohl Naturwissenschaftler*innen, Gesellschaftswissenschaftler*innen und Philosoph*innen sowie betroffene Aktivist*innen zu Wort kommen zu lassen. Die Veranstaltung wird Formate wie Kurzvorträge, Interviews und Austausch in Teilgruppen beinhalten.

Dialogparter*innen sind Dr. phil. Christine Zunke, Institut für Philosophie, dezentrale Gleichstellungsbeauftragte, Oldenburg, Dr. Rebecca Hofmann, Institut für Soziologie, Pädagogische Hochschule Freiburg sowie Ina Mirel, Klimaschutz Initiative Riedberg.

Weitere Informationen zum Online-Seminar „Klimawandel – eine Frauensache?“ am Donnerstag, 10. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr sowie der Zoom-Link zur Veranstaltung unter https://cfd-frankfurt.de/beitrag/klimawandel-eine-frauensache/

Foto: Centre for Dialogue

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Weihnachts-Gottesdienste mit Anmeldung

Weihnachten feiern unter Corona-Bedingungen: Die Kirchen am Riedberg waren sehr kreativ, um doch noch Gottesdienste und Krippenfeiern möglich zu machen. Eine Anmeldung ist aber in den meisten Fällen erforderlich.

Da in der Evangelischen Riedberggemeinde in der Riedbergallee wegen der Abstandsregeln im Moment nur 30 Besucher zugelassen sind, werden am 24.12. mehrere Gottesdienste im Freien gefeiert, mit vorheriger Anmeldung. Termine an Heiligabend: 14.30 – 16 Uhr Offene Kirche mit Weihnachtssegen (ohne Anmeldung). 16 Uhr Video-Gottesdienst für Kinder und Erwachsene. Die Weihnachtsgeschichte in Fotos aus Frankfurt-Riedberg erzählt und von Kindern musikalisch begleitet. 17 Uhr und 17.45 Uhr Gottesdienst zur Heiligen Nacht im Freien. Infos zur Anmeldung unter www.riedberggemeinde.de oder 069/ 20018379.

Auch die Katholische Gemeinde St. Edith Stein am Riedberg/ Kalbacher Höhe wird am 24.12. mehrere Gottesdienste feiern und bittet um rechtzeitige Anmeldung. Termine an Heiligabend: 15 Uhr und 15.45 Uhr Kinderkrippenfeier. 18 Uhr „Licht der Nacht“, Feier bei Kerzenschein für Jugendliche und Erwachsene. 22 Uhr Christmette. Anmeldung siehe www.sankt-katharina-frankfurt.de oder im Pfarrbüro unter 069/ 95116880

Der Weihnachtsgottesdienst der Josua Gemeinde findet an Heiligabend, 24.12., um 16 Uhr in der Riedbergschule, zur Kalbacher Höhe 15 (im Foyer) statt. Corona-bedingt könnte es zu einem Ausweichen in den Innenhof der Schule kommen. Bitte Anmeldung per Mail inkl. Name, Adresse und Telefonnummer an info@josua-gemeinde.net

Frankfurt Connect wird voraussichtlich ein kleines Heiligabend-Programm über Youtube streamen. Infos unter www.frankfurtconnect.de

Foto: Robert Thiemann / Unsplash.com

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