Kategorie: AktuelleNEWS

Neugestaltung des Spielplatzes am Kalbacher Stadtpfad.

SPATZ-Programm

Der Spielplatz am Kalbacher Stadtpfad ist seit einiger Zeit gesperrt, da die Fläche hergerichtet werden soll. Die Gestaltung erfolgt in diesem Fall unter Miteinbeziehung der zukünftigen Nutzer.

Seit 20 Jahren bietet die Stadt Frankfurt im Rahmen der sogenannten Spatz-Spielplatzaktionswochen diese Möglichkeit an. Vom Montag, den 02.05. bis zum Freitag, den 06.05.2022 dürfen die Kinder zusammen mit den Spielplatzbauern und der Kinderbeauftragten des Ortsbeirates Frau Eva-Maria Lang ihre Ideen umsetzen.

Nach den aktuellen Pandemiebedingungen müssen dabei jedoch noch medizinische Masken (oder FFP2-Masken) getragen werden.

Das Arbeitsmaterial wird vom Kinderbüro zur Verfügung gestellt. Das Leitmotto „Piratenspielplatz“ setzt die Zielrichtung der Umgestaltung unter Einbeziehung des Flussbetts des Kalbachs und der ihn umgebenden Botanik.

Geplant sind 5 verschiedene Abschnitte (siehe Bericht vom 27.02.2022).

Die Plan-Kosten für das Projekt liegen bei 270.000 Euro. Im Mai 2021 hatten Mitarbeiter des Kinderbüros mit den Kindern zusammen mit Markierungen die geplanten Spielgeräte auf der Fläche verteilt. Fantasie war damals in erheblichem Maße gefragt. Jetzt erfolgt die praktische Umsetzung und dann zu guter Letzt der harte Test im Alltagsbetrieb.

Die Kinder und ihre Familien warten schon mit Ungeduld auf den Beginn der Spielplatzaktionswoche. Wer noch an der Projektwoche teilnehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 069 – 212 – 39001 direkt an das Kinderbüro wenden. Dort gibt es weitere Infos. Eine Kontaktaufnahme ist aber auch über die Mailadresse: kinderbuero@stadt-frankfurt.de möglich.

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Vom Wert urbaner Gärten

Rodung Kleingartenanlage

In Frankfurt gibt es ca. 15.000 Kleingärten in 107 Vereinen. Dazu kommen noch viele Freizeitgärten außerhalb von traditionellen und durch das Bundeskleingartengesetz geschützten Kleingartenanlagen sowie zunehmend auch Gemeinschaftsgärten.

Wie eine Studie ergab, die in Berlin und Stuttgart durchgeführt wurde, tragen urbane Gärten im doppelten Sinn reiche Früchte. Allein die Gärten in Berlin können den jährlichen Gemüsebedarf von etwa 50.000 Einwohnern decken. Viel wichtiger ist allerdings der gesellschaftliche Wert, der sich auch „in Mark und Pfennig“ berechnen lässt. So haben die Forscher ermittelt das beispielsweise der Berliner Gemeinschaftsgarten „Himmelbett“ einen gesellschaftlichen Nutzen von 1,5 Millionen Euro jährlich erbringt.

Auch am Riedberg leben viele Menschen, deren tägliches Leben von Büroarbeit geprägt ist und die von ihrem Homeoffice-Fenster aus keinen teuer bezahlten Skylineblick genießen können, sondern auf die Fassaden von Nachbarschaftsbauten blicken. Glücklicherweise bietet der Riedberg – noch viel mehr als andere Stadtteile – die Möglichkeit einen eigenen Garten zu bewirtschaften, die zahllosen Grünflächen in den Parks zu nutzen oder in nächster Zeit einen eigenen Schrebergarten zu bewirtschaften.

Auch bieten ortsansässige Vereine wie die IG Riedberg oder die Kalbacher Kerbeburschen die Möglichkeit, die örtlichen Streuobstwiesen in gemeinschaftlicher Arbeit zu hegen und zu pflegen. Das bietet einem die Möglichkeit, sich gärtnerisch einzubringen, wann immer der eigene Kalender eine passende Lücke anbietet.

Wie die Forscher weiterhin ermittelten, wurden in Berlin 7,6 Millionen kg Gemüse, Kräuter und Kartoffeln pro Jahr geerntet, was etwa 10 Millionen Euro Marktwert entspricht. Darüber hinaus wurde von den Forschern noch ermittelt, wie viel ein Berliner Bürger pro Quadratmeter Gartenanlage zahlen würde. Der Mix aus naturnahem Erholungsraum, Treffpunkt mit kulturellen Angeboten und Kontaktfläche zu Nachbarn ergab hochgerechnet einen gesellschaftlichen Nutzen von 1 bis 2 Millionen Euro jährlich.

Die Kleingartenanlagen bieten insbesondere denjenigen Frankfurtern einen Platz zur Naherholung, aber auch zum Anbau von Obst und Gemüse zur Selbstversorgung, die nicht über einen eigenen Garten an ihrer Wohnung verfügen. Sie bieten damit Abwechslung vom Alltag, schaffen Raum für Bewegung und bieten Familien die Möglichkeit, Kinder im Umgang mit der Natur zu schulen. Insbesondere in restriktiveren Pandemiezeiten waren Kleingärten für die Menschen ein Zufluchtsort und oft die einzige Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden rauszukommen.

Was sich nicht messen und in Geldwerten ausdrücken lässt, sind die sozialen und kulturellen Leistungen der städtischen Grünflächen. Doch man kann davon ausgehen, dass der Wert umso höher ist, je intensiver eine Stadt besiedelt wird. Und steigende Einwohnerzahlen verzeichnet Frankfurt seit Jahren.

Rodung Kleingartenanlage

Aufgrund der begrenzten Fläche der Stadt Frankfurt gehört es zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beziehungsweise zu einer umfassenden Stadtplanung, dass auf diesem begrenzten Raum auch Platz für Grün-, Frei- und Freizeitflächen und eben für Kleingärten geschaffen wird. Der Magistrat sollte daher bestehende Anlagen im Bestand schützen und die Möglichkeit zur Erweiterung oder Ausweisung neuer Anlagen schaffen. Daher hatte schon 2017 die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat aufgefordert, eine Kleingärten- und Freizeitgärtenstrategie zu erarbeiten, um Entwicklungsperspektiven für Gärten aufzuzeigen.

Der Magistrat hat daraufhin die Erstellung eines Kleingartenentwicklungskonzeptes beauftragt. Leider ist festzuhalten, dass 5 Jahre später immer noch keinen Konzeptentwurf vorgelegt wurde.

Zum Glück haben aber inzwischen die Rodungsarbeiten für die Kleingartenanlagen hier am Riedberg begonnen. Von daher besteht berechtigte Hoffnung, dass spätestens im nächsten Frühling die Pächter hier vor Ort eine Blütenpracht hervorzaubern können.

 


Weitere Ergebnisse zu den Untersuchungen zur Bedeutung von Gärten und Parkanlagen in Berlin und Stuttgart gibt es in einer Factsheet-Reihe auf http://www.gartenleistungen.de.

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Der Geopfad (ver-)endet am Riedberg

Geopfad-Tafel

Geo-Wissenschaften sind an vielen Stellen sichtbar. Auch direkt vor unserer Haustür am Riedberg sind 3-4 Stationstafeln des 7,5 km langen Geopfades, der in der Römerstadt beginnt, zu finden.

  • Station 7: „Loch Löss“
    Straße „Im Kreuzerhohl“. Hinter der Brücke über die Rosa-Luxemburg-Straße hinweg.
  • Phantom-Station 8: Aussichtsturm
    Die damals geplante Aussichtsplattform sollte eine Rundumsicht vom Riedberg zu allen Mittelgebirgen der Umgebung ermöglichen.
  • Station 9: Kätcheslachweiher im Kätcheslachpark
    Die Teichanlage ist in erster Linie eine „entwässerungstechnische Anlage“, sie dient der Regenwassersammlung und Regenwasserrückhaltung.
  • Station 10: Natursteinmauer im Bonifatiuspark
    Fränkische Ammoniten in Frankfurt – Natursteinmauer im Bonifatiuspark.

Beteiligte

Der Geopfad wurde als „Gemeinschaftsprojekt des Fachbereiches Geowissenschaften/Geografie an der Goethe-Universität und des Ortsbeirates 8 (Heddernheim-Niederursel-Nordweststadt) der Stadt Frankfurt am Main“ ausgewiesen. Finanziert wurde das damals rund 15.000 Euro teure Projekt aus dem Budget des Ortsbeirates 8 und durch die Sponsoren Flughafen-Stiftung, Freunde und Förderer der Universität und anderen. Eine Übersichtskarte und ein Faltblatt gab das Umweltamt heraus.

Pädagogisches Ziel

An den 10 Stationen zeigt der Geopfad „Stadt-Land-Fluss“, was sich alles unter dem Begriff „Geo“ verbirgt. Er erklärt Zusammenhänge zwischen tieferen Untergrund, Landschaft und Gewässer, der Nutzung des Gesteins und des Bodens bis hin zur Stadtplanung und gegenwärtigen Bebauung. An 9 der 10 Geopfad-Stationen gab es darüber hinaus für Kinder eine eigene Informationstafel und Objekte zum Anfassen, Spielen und Ausprobieren.

Route Geopfad

Route Geopfad

Die Schöpfer

Die Initiative für den Geopfad hatte 2006 der stellvertretende Ortsvorsteher im Bezirk 8, Robert Pastyrik, ergriffen. Auf die Idee des damals 38-Jährigen, der selbst Geografie studiert hatte, ist dann Judith Jördens vom Fachbereich Geo-Wissenschaften der Goethe-Universität aufmerksam geworden. Einen guten Teil der Info-Tafeln haben Geografie-Studenten wie Frau Marion Richert erarbeitet. Gerade noch rechtzeitig ist damals die Eröffnung im „Internationalen Jahr des Planeten Erde“ 2008 gelungen. Das Motto hatten die Vereinten Nationen ausgerufen.

Erosion und Vandalismus

Die aufgestellten Informationstafeln sind seit geraumer Zeit in weiten Teilen zerstört und mit Graffitis übersprüht, was weder dem Erscheinungsbild des Riedbergs, bzw. Frankfurts gut zu Gesicht steht, noch dem Anliegen des Geopfades gerecht wird, geografische und geowissenschaftliche Sachverhalte dem interessierten Publikum zu vermitteln. Fast vom ersten Tage an, wurden die Aufsteller von Chaoten bis zur Unkenntlichkeit besprüht, eingetreten und die speziell für Kinder gedachten interaktiven Elemente mit Gewalt zerstört. Seitdem sind diese Schautafeln für viele Spaziergänger und Nachbarn eine stete Erinnerung an sinnlose Gewalt.

Geopfad Verwüstung

Aufsteller im Bonifatiuspark

Finanzierung der Neugestaltung

Da das Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main – neben anderen Beteiligten – als Förderer des Projektes angeführt wird, liegt es nahe, dass die Stadt die Instandsetzung der Geo-Tafel veranlasst und gegebenenfalls auch die hierzu erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung stellt oder andere Sponsoren wieder mit ins Boot holt.

Was lange währt, …

Bereits im September 2019 wurde in der Presse berichtet, dass die Schilder des Geo-Lehrpfads, der in Teilen über den Riedberg führt, erneuert würden. Der Magistrat hatte damals mitgeteilt, dass die Rohlinge für neue Hinweistafeln (Aluverbund-Platten) bereits geliefert wurden. Nach Angaben der Projektverantwortlichen bedurfte es nur noch einiger inhaltlicher Überarbeitungen, Aktualisierung bzw. Neugestaltung der Texte und Abbildungen. Dann würde einem runderneuerten Geo-Lehrpfad nichts mehr im Wege stehen.

Herr Sascha Staubach, Geowissenschaftler an der Goethe-Universität, der die Zuständigkeit für den vergessenen Lehrpfad in 3. Generation von den Vorgängern geerbt hatte, berichtete dass interaktive Elemente, so genannte Mitmach-Objekte, nicht mehr verwendet werden sollen (da besonders Vandalismus-gefährdet). Stattdessen würde es einen mit dem Handy ablesbaren QR-Code geben.

Auch eine Erweiterung um zwei weitere Stationen sei geplant. So soll der „Wissenschaftsgarten“ der Biowissenschaften auf dem Riedberg integriert werden in den Verlauf des Lehrpfades und eine große geologische Karte vom Rhein-Gebiet-Gebiet.
So weit der Stand 2019.

Es gibt viel zu tun

Die Ursache für die Verzögerung der Umsetzung liegt aber offenbar nicht bei dem jungen Dekanatsassistenten, sondern im allgemeinen Zuständigkeits-Wirrwarr. Das Umweltamt ist für das Layout, die Geowissenschaftler für die Inhalte zuständig. Ein Teil der Texte kommt von der Ernst-May-Gesellschaft. Insgesamt sind 30 Tafeln zu erstellen und im Gelände anzubringen. Vorher müssen die alten Reste entfernt werden.

An der Universität wiederum fehlt es an personellen Kapazitäten, um das Projekt entsprechend umzusetzen. Auch Herr Staubach muss sich noch um andere Arbeitsfelder kümmern. Daher läuft das Projekt „Geopfad“ so nebenher. Auch die Corona-Pandemie habe zu den Verzögerungen beigetragen.

Das Projekt entstand lange vor Staubachs Zeit, ebenso die dazugehörige Homepage. Mittlerweile seien etliche Informationen verloren gegangen, etwa darüber, wer eigentlich als Webmaster für die Internetseite zuständig ist. Umso schwieriger seien jetzt die Abstimmungen darüber, wer sich um das Layout der neuen Tafeln kümmern soll.

Lokale Unterstützung

Der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) unterstützt die Instandsetzung der Stationen des Frankfurter Geopfades, die in seinem Bezirk liegen, und stellt dafür bis zu 180 Euro bereit. Das beschloss das Gremium im April dieses Jahres.
Begründung: Die Geo-Agentur bereitet derzeit die Aufstellung neuer Tafeln vor, verfügt aber nicht über die entsprechenden Mittel. Deshalb übernimmt der Ortsbeirat nun die Druckkosten.

Dem Magistrat wurde darüber hinaus bereits im Februar nahegelegt, an der Umsetzung der Tafelerneuerung mitzuwirken.


Kommentar

Deutschland ist gut im Schmieden von Plänen und Entwerfen von Vorschriften. Wenn es an die Umsetzung geht, stehen wir uns meist selbst im Weg. Von daher werden wir uns noch in großer Geduld über müssen.

Die Einbindung zeitgemäßer QR-Code-Technik ist sicherlich von Vorteil. Schade, dass die Idee des Aussichtsturms nie umgesetzt wurde. Auch eine Verlängerung des Geopfades nach Kalbach wäre schön gewesen.

A. Woitun

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Kassenärztliche Vereinigungen – ein Saurier aus der NS-Zeit

Stethoskop

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Deutschland die Krankenversicherungspflicht für Arbeiter eingeführt. Die Krankenkassen hatten damals ein Vertragsmonopol. Zur Abwendung eines Ärzte-Streiks 1913 griff die Regierung ein. Sie vermittelte die Anfänge der gemeinsamen Selbstverwaltung von Krankenkassen und Kassenärzten (später: Reichsausschuss der Ärzte und Krankenkassen).

Durch die Verordnung über die Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands vom 1933 wurden die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen abgeschafft und eine vom NS-Staat gelenkte einheitlich-deutsche Kassenärztliche Vereinigung gebildet, die der NS-Diktatur im Rahmen der Gleichschaltungsgesetze die juristischen Machtmittel in die Hände gaben, ihr Regime aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen wurden damit von einer Interessenvertretung der Ärzte in ein parastaatliches Exekutivorgan umgewandelt.

Nach 1945 wurde dieser Status beibehalten. Die Kassenärzte haben sich somit durch die Gründung der Kassenärztlichen Vereinigungen einerseits mehr Rechte (Selbstverwaltung, Kollektivverträge, Aushandlung von Honorarvereinbarungen und Zulassungsbestimmungen), andererseits jedoch auch Pflichten (vor allem den „Sicherstellungsauftrag“) gegen die anfängliche Übermacht der Krankenkassen erkämpft. Im Gegenzug mussten sie auf das Streikrecht verzichten.

In der gesundheitspolitischen Diskussion werden die kassenärztlichen Vereinigungen vonseiten der Politik kritisiert: sie seien „Wettbewerb verhindernde Monopole und Kartelle“. Es wird bemängelt, dass einzelne KVen immer mehr die Interessen des Berufsstandes vertreten und so der Sicherstellungsauftrag einseitig wahrgenommen wird.

Ärztliche Unterversorgung am Riedberg

Schon 2016 wurde in der Presse berichtet, dass sich die Beschwerden über zu wenig Ärzte auf dem Riedberg häuften. Trotzdem plant die Kassenärztliche Vereinigung Hessen keine weiteren Ärzte zuzulassen. Weil die Stadt Frankfurt insgesamt überversorgt ist.

„Stellen sie sich vor, sie sind auf den Riedberg gezogen und brauchen einen Hausarzt. Am besten direkt im Stadtteil. Das könnte sich schwierig gestalten – auf die rund 12.000 Bewohner in Frankfurts jüngstem Stadtteil kommen nämlich gerade einmal 2 Hausärzte. Und die haben viel zu tun.“ so schrieb die Presse damals.

Und was hat sich seitdem geändert? Es sind weitere 4.000 Bewohner auf den Riedberg gezogen. Das Fachärztezentrum (FÄZ), das zur Stiftung Hospital zum Heiligen Geist gehört, stand 2020 vor dem Aus. Das FÄZ versprach einen nahtlosen Übergang, um die ärztliche Versorgung in Kalbach-Riedberg zu garantieren.

Dort sind aktuell 3 Psychotherapeuten sowie 3 Gynäkologen tätig. Es gibt aber weder einen Neurologen noch einen Kinderarzt im Stadtteil. Die Vertragsarztsitze, die die Kassenärztliche Vereinigung vergibt, orientieren sich an der Einwohnerzahl der Stadt. Dabei wird jedoch auf das gesamte Stadtgebiet geschaut und keine Rücksicht auf die Versorgung in den einzelnen Stadtteilen genommen.

Die Kinderbeauftragte Eva Maria Lang, Ortsbeirat in Kalbach-Riedberg, hat daher einen Antrag an den Magistrat gerichtet, mit der Bitte, einen finanziellen Anreiz zu bieten, damit der Ortsteil für Kinderärzte attraktiver wird – etwa durch Mietzuschüsse oder durch eine Nutzungsänderung bestimmter Flächen, um die Einrichtung einer Praxis zu ermöglichen.

Ein Versuch, an der Allmacht der Kassenärztliche Vereinigung vorbei, die Versorgungsnot in unserem Ortsteil zu heilen.


Nächste erreichbare Kinderärzte

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MAGIC-Teleskope beobachten Sternexplosion

Roter Riese

Die MAGIC-Teleskope haben die Nova RS Ophiuchi bei extrem hoher Energie im Gammabereich beobachtet. Die Gammastrahlung geht von Protonen aus, die in der Schockwelle nach der Explosion auf höchste Energien beschleunigt werden. Damit liegt nahe, dass Novae auch eine Quelle für die allgegenwärtige kosmische Strahlung im Universum sind: Diese besteht überwiegend aus Protonen, die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durchs All rasen.

Licht an, Licht aus – so könnte man das Verhalten der Nova beschreiben, die auf den Namen RS Ophiuchi hört. Alle etwa 15 Jahre kommt es im Sternbild des Schlangenträgers zu einer dramatischen Explosion. Geburtsort einer Nova sind Systeme, in denen zwei sehr unterschiedliche Sterne in einer parasitären Paarbeziehung leben: Ein weißer Zwerg, ein kleiner, ausgebrannter und ungeheuer dichter Stern – ein Teelöffel seiner Materie wiegt ungefähr 1 Tonne – umkreist einen roten Riesen, einen alten Stern, der bald verglühen wird.

Der sterbende Riesenstern füttert den Weißen Zwerg mit Materie: Er stößt seine äußere Wasserstoffschicht ab, das Gas strömt auf den nahen Weißen Zwerg. Dieser Materiefluss hält an, bis der Winzling sich „überfrisst“ und zu heiß wird. Die Temperatur und der Druck in den neu gewonnen Sternhüllen sind dann so groß, dass sie in einer gigantischen thermonuklearen Explosion weggeschleudert werden. Der Zwergstern bleibt dabei erhalten und der Kreislauf beginnt von Neuem – bis sich das Spektakel wiederholt.

Explosion im hohen Energiebereich

Dass bei solchen Explosionen hohe Energien im Spiel sind, war vermutet worden. Die beiden MAGIC-Teleskope zeichneten Gammastrahlen mit dem Wert von 250 Gigaelektronenvolt (GeV) auf, mit die höchsten Energien, die je bei einer Nova gemessen wurden. Zum Vergleich: Die Strahlung ist hundert Milliarden Mal energiereicher als das sichtbare Licht.

Nach der Explosion breiteten sich mehrere Stoßfronten im Sternwind des Roten Riesen und im interstellaren Medium aus, welches das Doppelstern-System umgibt. Diese Schockwellen sind ein natürlicher Teilchenbeschleuniger, also ein riesiges Kraftwerk, das Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit bringt. Die kombinierten Messdaten legen nahe, dass die Gammastrahlen von energiereichen Protonen, Kernen von Wasserstoffatomen, ausgehen.

Beschleunigte Protonen Teil der kosmischen Strahlung

„Damit kommen Nova-Ausbrüche auch als Quelle für die kosmische Strahlung infrage“, erklärt David Green. „Allerdings spielen sie dabei eher die Rolle von Lokalmatadoren. Das heißt, sie tragen nur in ihrer unmittelbaren Umgebung zur kosmischen Strahlung bei. Die Hauptakteure der kosmischen Strahlung sind Supernova-Überreste. Die Schockwellen, die von dieser Art Sternexplosion ausgehen, sind bedeutend heftiger als bei einer Nova.“

Um das komplizierte Zusammenspiel von energiereichen Himmelsereignissen und dem interstellaren Medium in der Milchstraße vollständig zu verstehen, brauchen wir weitere Beobachtungen, wie die aktuell veröffentlichten. Die MAGIC-Kollaboration wird daher auch in Zukunft Ausschau nach „unruhigen“ Objekten in unserer Galaxie – und darüber hinaus – halten.

Video-Animation: https://www.youtube.com/watch?v=zYmd8EETy74


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Max-Planck-Institut für Physik
Dr. David Green
damgreen@mpp.mpg.de
089-32354-289

Originalpublikation:
Proton acceleration in thermonuclear nova explosions revealed by gamma rays
The MAGIC Collaboration
Nature Astronomy
DOI: 10.1038/s41550-022-01640-z

URL zur Pressemitteilung: https://mpp.mpg.de/magic-teleskope-beobachten-sternexplosion

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Oskar Schindlers Sekretärin gestorben

Buchmann Institut

Mimi Reinhardt, die Sekretärin des deutschen Industriellen Oskar Schindler ist am Freitag in Israel im Alter von 107 Jahren gestorben, wie die Zeitung „Jerusalem Post“ am Montag berichtete. Frau Reinhardt war Jüdin und wurde 1915 in Wien geboren. Nach der Räumung des Krakauer Gettos kam sie im März 1943 in das Arbeitslager Plaszów. Im Oktober 1944 wurde sie Schindlers Sekretärin und tippte jene Liste, die später durch Steven Spielbergs preisgekrönten Film als „Schindlers Liste“ weltbekannt wurde.

Schindler mochte gutes Essen, gute und viele Getränke, Frauen. Er war ein Lebemann. Und er hatte ein gutes Gespür dafür, wie er die Menschen für sich gewinnen konnte. Das war entscheidend dafür, dass er 1.200 Juden retten konnte.

Und er war auch ein Mutiger und ein Schwejk (Schlitzohr): Er hat damals sehr viel riskiert. Zweimal wäre er fast erwischt worden. Der Schwindel um seine Fabrik und seine jüdischen Zwangsarbeiter wäre fast aufgeflogen.

Da seine Emaille-Fabrik in Krakau wichtig war für die Rüstungsindustrie, konnte er dank trickreicher Verhandlungen mit SS-Kommandant Amon Göth die Nazis immer wieder davon überzeugen, dass er noch mehr Juden brauchte. Dabei haben die gar nicht alle an den Maschinen gearbeitet. Die medizinischen Akademiker zum Beispiel, kannten sich damit ja gar nicht aus. Aber sie waren wichtig für die Gesundheitsversorgung. Schindler hat sich sehr um seine Leute gekümmert.

1993 wurde er mit seiner Frau Emilie als „Gerechter unter den Völkern“ in der Gedenkstätte Yad Vashem anerkannt und lebte die letzten Jahre bis zu seinem Tod 1974 unter anderem am Frankfurter Hauptbahnhof, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert. Bisher erinnert nur eine kleine Straße in Nieder-Eschbach noch an ihn.

Nach dem Krieg war Schindler jedes Jahr in Israel zu Besuch bei seinen Geretteten. Obwohl da einige viel älter waren als er, haben sie ihn „Vater Courage“ genannt. Er hat diese Besuche in Israel sehr genossen. Er liebte ja Geselligkeit und war ein großer Erzähler und Unterhalter. Das waren Momente, da lebte er auf. Doch in Deutschland ging es ihm nicht gut. Nach Kriegsende 1945 musste er mit seiner Frau und sieben der geretteten Juden in die Schweiz fliehen. Kurz nachdem Schindler am Bodensee die Grenze von Deutschland zur Schweiz zwischen Konstanz und Kreuzlingen auf illegalem Wege überwunden hatte, wurde er festgenommen.

Auch Schindlers Frau hat ihr Leben für die Rettung von Juden riskiert. Doch dies ist weitaus weniger bekannt. „Oskar war der Mann der großen Gesten.“

Gemeinsam ging das Paar nach ein paar Jahren in Deutschland nach Südamerika. In Argentinien versuchte Schindler sich als technischer Berater für den Einkauf von Industrieanlagen. Ein paar Jahre später trennten sich die beiden Eheleute und Schindler kam alleine nach Deutschland zurück.

Er hat dann eine Firma im Pfälzischen betrieben, die ging jedoch pleite. Dann ist er nach Frankfurt gekommen, wieder wegen einer Fabrik. Aber er hatte kein glückliches Händchen mehr. Hier lebte er von einer kleinen Rente in einer Ein-Zimmer-Wohnung im Bahnhofsviertel unter der Adresse „Am Hauptbahnhof 4“. Arbeiten konnte er nicht mehr, er hatte da schon zwei Schlaganfälle hinter sich gehabt.

Während der Umbauarbeiten in einer Immobilie in der Moselstraße traf der Immobilienkaufmann Josef Buchmann auf Oskar Schindler. Der betrieb damals eine Fabrik für Bodenplatten in Hanau und bewarb sich bei Buchmann um einen Auftrag. »Er berichtete Buchmann, dass er viele hundert Juden in Polen gerettet hat. Buchmann konnte es kaum glauben.« Ein paar Tage später meldete sich bei Buchmann ein Richter aus Israel, einer der »Schindler-Juden«. Buchmann gab Schindler den Auftrag, sie wurden Freunde. Buchmann unterstützte den Retter, ein Leben lang. Schindlers Freundin überließ er mietfrei einen Friseursalon in seinem Haus in der Moselstraße. Dem Riedberg spendete Buchmann das Institut für Molekulare Lebenswissenschaften.

Schindler stirbt 1974 mit 66 Jahren in Hildesheim.


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Die Frankfurter Klappe – hat ihre Wurzeln am Riedberg

Mülleimer mit Frankfurter Klappe

Das Wort „Klappe“ lässt einen zuerst an Schlagfertigkeit, Quasselstrippen oder Ähnliches denken. Dabei handelt es sich jedoch um praktizierten Umweltschutz eines Tüftlers vom Riedberg…

Jeder hat sie schon gesehen: Überquellende Mülleimer, Vögel die im Abfall wühlen und Müllreste, die der Wind durch die Gassen treibt. Das Ende vom traurigen Lied: Menschen, die in mühseliger Arbeit versuchen den Müll wieder einzusammeln, tote Tiere, die an den Folgen des (Plastik-) Mülls verendet sind und eine Kulturlandschaft, deren Schönheit man kaum mehr wahrnimmt, weil das eigene Auge nur noch die bunten Müllreste sieht.

Spielplatz der Raben

Spielplatz der Saatkrähen

Sören Pürschel, Volkswirt, Familienvater und innovativer Geist resignierte nicht, als das Grünflächenamt ihm mitteilte, dass die notwendigen Kapazitäten fehlten, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Im April 2020 installierte er mit Gewebeband und Plastikbrettern provisorische Klappen an den besonders betroffenen Mülleimern im Kätcheslachpark. Anfang des Jahres war er auf den Riedberg gezogen und musste feststellen, dass die Schönheit der hiesigen Parkanlagen durch diese Müllprobleme erheblich gestört und die Sauberkeit der Kinderspielplätze stark beeinflusst war.

Weiterentwicklung

Seitdem hat er an dem ersten Prototyp zahlreiche Optimierungen vorgenommen. Die Installation der Klappen wurde verbessert, statt Klebeband werden nun Metallscharniere eingesetzt und das Produkt wurde zum Patent angemeldet. Auch ein Metallgriff oder Segelschnurgriffe in den ukrainischen Nationalfarben gelb und blau sind jetzt verfügbar. Ein integrierter Aschenbecher ist in Planung.

Frankfurter Klappen

Frankfurter Klappen

Praktische Erprobung

Etwa 30 Frankfurter Klappen wurden von Herrn Pürschel in der Zwischenzeit installiert und befinden sich seit etwa zwei Jahren im praktischen Dauereinsatz. Die ursprüngliche Befürchtung der Stadtverwaltung, dass die Klappen an den Abfallbehältern nur so lange genutzt werden, bis sie verschmutzt sind, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.

Die mit der Frankfurter Klappe ausgerüsteten Abfallbehälter werden nun seit 2020 intensiv genutzt und eine Verschmutzung ist kaum festzustellen. Eine kurze Reinigung mit einem feuchten Lappen und einem Desinfektionsspray würde außerdem zeitlich weniger Aufwand bedeuten, als die im größeren Umkreis herumliegenden Müllreste aufzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen.

Wirtschaftlichkeit

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass durch die Anbringung der neuen Klappen sich das krähensichere Aufnahmevolumen der Mülleimer um bis zu 50% erhöht. Ein Standardsammelbehälter liegt preislich bei etwa 700 €. Dazu kommen noch die Kosten für die Aufstellung. Eine Kapazitätserhöhung um 50 % entspricht dadurch mindestens einem Wert von 350 €. Der Preis für eine Frankfurter Klappe wird auf etwa 100 € geschätzt.

Noch überzeugender wird diese Rechnung bei der Aufstellung von Müllgaragen. Diese liegen preislich bei etwa 1.800 € und die Budgets des Grünflächenamtes sind sehr limitiert. In Zeiten von Klimawandel und Energieknappheit sollte man zudem meinen, dass wir effiziente und umweltschonende Produkte einsetzen und so Umwelt und Budgets entlasten sollten.

Traditionelle Verhaltensweisen

In Kalbach, im Gewerbegebiet bei McDonald’s, wurde vor einiger Zeit eine Müllgarage aufgestellt. Oft nutzen die Gäste der Gastronomie jedoch weiterhin die alten Sammelbehälter (noch ohne Frankfurter Klappe), was dazu führt, dass der Müll nicht in der Müllgarage, sondern drumherum landet.

Sicherlich gibt es für die Mitarbeiter der Stadtreinigung, des Grünflächenamtes und für die Bevölkerung auch einen kleinen Anpassungsbedarf an die richtige Nutzung der „Frankfurter Klappe“, aber das sollte uns eine saubere Umwelt doch wert sein.

Produkterfolg

Die installierten Frankfurter Klappen haben bei der Bevölkerung teilweise so großen Anklang gefunden, dass anfangs drei Exemplare entwendet wurden, und vermutlich an anderer Stelle ihren Dienst verrichten. Eine online Petition für Klappen an Mülleimern erreichte im Jahr 2021 ca. 200 Unterstützer. Mittlerweile ist Vandalismus kein Thema mehr, die Klappen sind von der Bevölkerung akzeptiert und fast jeder sieht den Nutzen.

Produktkreislauf und Entsorgung

Die Bestandteile der Klappen sind so miteinander verbunden, dass sie sich auch leicht wieder voneinander trennen lassen. Dadurch sind sie gut recycelbar. Einzelne defekte Teile können ersetzt werden, sodass man nach einer kleinen Reparatur die Klappe problemlos wieder montieren kann. Die erwartete Lebensdauer der Frankfurter Klappe liegt sicherlich bei 5-10 Jahren. Der Erfinder hat von Anfang an darauf geachtet, dass möglichst wenig Ressourcen zum Einsatz kommen, diese lange halten und standardmäßig verfügbar sind. Um die Lebenszeit weiter zu verlängern, kann statt Plastik auch Metall eingesetzt werden. Damit würde auch der Brandschutz erhöht. Zudem lässt sich eine Klappe in ca. 1 Minute installieren und deinstallieren. Hiermit kann eine Klappe etwa zu Reinigungszwecken bei starker Verschmutzung leicht ausgetauscht werden. Die Klappe reinigt man dann in einer Spülmaschine.

Herstellung und Vermarktung

Da Herr Pürschels Frankfurter Klappe GmbH keine eigene Fabrikation hat, könnte eine Fertigung zum Beispiel bei den Praunheimer Werkstätten erfolgen. Die Lösung „Frankfurter Klappe“ könnte in Verbindung mit entsprechenden Werbeaufdrucken ein tolles Werbeprodukt für Frankfurter Firmen werden. Der Erfolg des „#MainBecher“ hat gezeigt, was in Kooperation mit der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) alles möglich ist. Es könnte jedoch auch durch Gestaltung von Jugendlichen in Schulen die Integration in das Quartier gefördert werden.

Rahmenbedingungen

Der Erfolg dieser schönen Idee hängt zum einen davon ab, dass die verantwortlichen Entscheider die Chancen in diesem Produkt erkennen und es entsprechend fördern. Zum anderen ersetzt die Klappe natürlich nicht die regelmäßige Leerung der Mülltonnen und auch die Ausstattung müllträchtiger Standorte mit einer ausreichenden Anzahl an Müllbehältern. Auch das Verhalten der Frankfurter Bürger, was Müllvermeidung und Müllentsorgung angeht, spielt bei diesem Konzept eine große Rolle.

Leider ist für dieses Projekt die Unterstützung durch die Behörden noch nicht gegeben, das zuständige Grünflächenamt hat die Anbringung abgelehnt und zum 01.05.2022 eine Demontage angemahnt. Herr Sören Pürschel hat daraufhin eine Unterschriftenaktion zum Verbleib der Klappen initiiert, welche bisher ca. 500 Nutzer des Kätcheslachparks unterstützen. Das sind ca. 98% der befragten Nutzer. Die Menschen vor Ort scheinen den Nutzen der Klappen zu verstehen und diese zu akzeptieren, wann folgen die Behörden?

 


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Schüler der Judith-Kerr-Schule unterstützen Kinder aus der Ukraine

Schecküberreichung an UNICEF

Etwa 130 Schüler der Judith-Kerr-Schule trafen sich am 15. März, um mit einer Sport-Aktion „Wir laufen für UNICEF“ Geld für Kinder in der Ukraine einzusammeln.

Über 10.000 Euro kamen im Rahmen der Aktion zusammen.

„Wow, so viel Geld!“ Bei der Bekanntgabe dieser hohen Spendensumme (rund 10.750 Euro) waren die Kinder der Schule begeistert. Denn sie wissen, dass sie damit den ukrainischen Kindern in ihrer Not aktiv helfen können.

Dass Helfen Spaß machen kann, zeigte sich auch am Tag des Sponsoren-Laufes sehr deutlich: Alle Läufer waren mit Feuereifer dabei und liefen, angespornt von vielen Eltern, in unmittelbarer Nähe des Schulgebäudes Runde für Runde für den guten Zweck. Dabei wurde jede gelaufene Runde von Großeltern, Eltern oder Freunden mit einem bestimmten, freiwilligen Spendenbeitrag honoriert. Und so war in der Schulgemeinde die Freude groß, als am Ende diese enorme Summe bekannt gegeben werden konnte.

Mit dem Erlös versorgt nun die bereits 1946 gegründete Organisation UNICEF im Rahmen der Aktion „Nothilfe für Kinder aus der Ukraine“ geflüchtete Familien in der Ukraine und in den Nachbarländern mit dem Nötigsten: mit Lebensmitteln und Wasser, Hygieneartikeln, wärmender Kleidung und Erste-Hilfe-Sets.

Beispiele für Mittelverwendung

Beispiele für Mittelverwendung

Am Montag, dem 04.04.2022, wurde das gesammelte Geld den Vertretern der „UNICEF Gruppe Frankfurt am Main“ im Rahmen einer kleinen Feierstunde übergeben. Die Mitarbeiter von UNICEF dankten allen Beteiligten herzlich für ihren sportlichen und finanziellen Einsatz!

Ein Lied für den Frieden

Zum Abschluss der feierlichen Übergabe der Spende, sangen die Schüler noch das schöne Lied die „Kleine weiße Friedenstaube“. Es wurde vor mehr als 70 Jahren nach dem 2. Weltkrieg von Frau Erika Schirmer geschrieben – damals war sie eine junge Kindergärtnerin im Harz. In der DDR kannte so gut wie jeder dieses Kinderlied. Inzwischen ist es leider etwas in Vergessenheit geraten.

Melodie

Kleine weiße Friedenstaube

Kleine weiße Friedenstaube

Der Liedtext:

  1. Strophe:
    Kleine weiße Friedenstaube, fliege übers Land; allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt.
  1. Strophe:
    Du sollst fliegen, Friedenstaube, allen sag es hier, dass nie wieder Krieg wir wollen, Frieden wollen wir.
  1. Strophe:
    Fliege übers große Wasser, über Berg und Tal; bringe allen Menschen Frieden, grüß sie tausendmal.
  1. Strophe:
    Und wir wünschen für die Reise Freude und viel Glück; kleine weiße Friedenstaube, komm recht bald zurück.


Die Judith-Kerr-Schule

Die dritte Grundschule am Riedberg eröffnete im Sommer 2019. Es ist eine Ganztagsschule, die übergangsweise an der Hans-Leistikow-Straße ihre Heimat gefunden hat. Das Areal ist eigentlich für die Erweiterung der Kleingartenanlage vorgesehen und kann daher nur eine gewisse Zeit lang genutzt werden. Wenn die Integrierte Gesamtschule Riedberg in ihr neues Domizil an der Gräfin-Dönhoff-Straße umzieht, kann die Judith-Kerr-Schule deren bisheriges Gebäude an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee übernehmen.

UNICEF

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ist eines der entwicklungspolitischen Organe der Vereinten Nationen. Es wurde 1946 gegründet, zunächst um Kindern in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Heute arbeitet das Kinderhilfswerk vor allem in Entwicklungsländern und unterstützt in ca. 190 Staaten Kinder und Mütter in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung sowie Bildung und leistet humanitäre Hilfe in Notsituationen. Außerdem betreibt es auf politischer Ebene Lobbying, so etwa gegen den Einsatz von Kindersoldaten oder für den Schutz von Flüchtlingen. Die Organisation tritt weltweit für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention ein.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/UNICEF

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Die Bewältigung der Vergangenheit – ein schwieriges Unterfangen

Tower der Hessischen Landesbank

Zum 200-jährigen Bestehen der Frankfurter Sparkasse am 12. Juni soll eine Festschrift herausgegeben werden. Gern würde man stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken, wenn da nicht die Zeit des Nationalsozialismus gewesen wäre.

Vor mehr als zwei Jahren hatte der Historiker Herr Dr. Ralf Roth, Professor für Neuere Geschichte und Experte für Unternehmensgeschichte im »Dritten Reich«, an der Goethe-Universität Frankfurt, den Auftrag bekommen, einen Teil dieser Festschrift (die Ära von 1822 – 1970) zu erstellen. Der Auftrag lief über das Institut für Bank- und Finanzgeschichte e. V. (IBF). Dieses Institut vermittelt und fördert seit über 50 Jahren finanzhistorische Forschung mit finanzieller Unterstützung der Kreditinstitute und versteht sich dabei als Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Managern aus der Finanzindustrie.

Herr Prof. Dr. Roth informierte im November den Vorstand der Sparkasse, dass das Institut sich aktiv am Holocaust beteiligt und sich dazu bisher nie öffentlich geäußert hatte. Dieses unangenehme Thema sollte nun in der Festschrift mehr oder weniger weggekürzt werden. Daher hatte im März das IBF Herrn Prof. Dr. Roth den Auftrag entzogen. Stattdessen soll der Bochumer Wirtschaftshistoriker Dieter Ziegler die Epoche des Dritten Reiches beleuchten.

Auch bei anderen namhaften Firmen wurden unangenehme Passagen ihrer Geschichte weggebügelt. Dieser Umgang mit der eigenen Geschichte stößt bei zahlreichen Persönlichkeiten im In- und Ausland auf Entsetzen. Ein Reputationsschaden für das IBF, den Sparkassensektor und Frankfurt war ins Leben gerufen worden.

Während der Nazizeit entstand bei der Sparkasse eine neue Kontoart, die Geschichte schrieb: das sogenannte Sicherungskonto auf dem Geld jüdischer Sparer eingefroren wurde, bis die Eigentümer umgebracht worden waren und damit das Geld dem NS-Staat zur Verfügung gestellt werden konnte. Nach ersten Schätzungen sollen etwa 17.000 bis 19.000 solcher Konten bei den beiden Vorgängerinstituten der Frankfurter Sparkasse (Frankfurter Sparkasse von 1822 und Stadtsparkasse Frankfurt) existiert haben. Die Frankfurter Sparkasse galt ab 1940 als »NS-Musterbetrieb«. Der Leiter der Sparabteilung, Herr Emil Emge machte in der Sparkasse eine steile Karriere, die durch den Sieg der Alliierten nur kurzzeitig unterbrochen wurde.

Der Vorstandschef der Frankfurter Sparkasse berichtete in einem Interview, dass eine Unterdrückung der NS-Vergangenheit nicht beabsichtigt sei. Der Abschnitt der NS-Zeit sei so umfangreich und müsse daher parallel nachgearbeitet werden. Daher soll dieses Kapitel ausgelagert und zu einem eigenen Thema werden, das eventuell sogar noch vor der Chronik veröffentlicht wird.

Herr Prof. Dr. Roth könnte einigen Riedbergen von seinem Vortrag am Riedberg bekannt sein. Dieses Event wurde 2017 veranstaltet vom damaligen Culture Club im Gymnasium Riedberg, zum Thema „Frankfurt im 19. Jahrhundert“.


Quellen:
Der Spiegel Nr. 12 vom 19.03.2022
Frankfurter Neue Presse vom 19.03.2022, 24.03.2022, 30.03.2022 und 02.04.2022

Weiterführende Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Roth_(Historiker)
Frankfurts Banken ziehen sich aus den Stadträndern zurück

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IG Riedberg plant ein neues Osterfeuer

Osterfeuer Panoramablick

Nachdem coronabedingt das letzte Osterfeuer am Riedberg 2019 stattfand, plant der Verein „IG Riedberg“ diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Zum Glück gibt es am Riedberg einen Platz um solch ein ordentliches Osterfeuer zu veranstalten.

In Anbetracht der Situation mit der Ukraine, werden wir den gesamten Reinerlös der lokalen Ukraine-Hilfe zur Verfügung zu stellen.

Folgende Rahmendaten sind derzeit geplant:

  • Veranstaltungsdatum: Karsamstag, den 16.04.2022
  • Beginn: etwa 18:00 Uhr, ab etwa 18:30 Uhr werden Getränke und Essen verkauft
  • Anrücken der Feuerwehr: etwa 19:30 Uhr kommt die Freiwillige Feuerwehr aus Kalbach
  • Sonnenuntergang: 20:19 Uhr
  • Anzünden des Feuers: Etwa 15 Minuten nach Sonnenuntergang
  • Veranstaltungsende: 23:00 Uhr, dann beginnt die Feuerwehr das Feuer zu löschen

Neuer Standort

Standort Osterfeuer 2022

Musikalische Begleitung

Die Musikerin Sabrina Keller aus Mainhausen wird für musikalische Begleitung sorgen.

Stockbrot

Ab etwa 19:00 Uhr wird mit den Kindern an einer offenen Feuerschale Stockbrot gegrillt.

Unterstützung

Der Verein IG Riedberg braucht Helfer, die beim Grillen und dem Getränkeverkauf mitmachen und im Anschluss beim Abbau mit anpacken. Einfach eine Mail an kontakt@ig-riedberg.de schicken.


Historie

Das Osterfeuer wurde erstmals 2014 am Riedberg veranstaltet. Damals fand es auf der auf der Wiese zwischen Kautenhof, U8-Wende-Anlage und Alter Riedbergstraße statt. Etwa 300 Besucher waren gekommen.

2015 Erstmals findet das Osterfeuer auf dem Gelände statt, wo heute die Berghöfe an der Konrad-Zuse-Straße errichtet werden, da die Fläche am Kautenhof umgebaut wurde. Etwa 350 Besucher haben teilgenommen.

2016 findet das Osterfeuer wieder an der Konrad-Zuse-Straße statt.

2017 konnte das Osterfeuer wieder an der Konrad-Zuse-Straße gefeiert werden. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es noch einen Fackelzug zum Kirchenhaus der evangelischen Riedberggemeinde, um dort das kleine Osterfeuer neben dem Kirchenhaus zu entzünden.

2018 konnte das Osterfeuer das letzte Mal an der Konrad-Zuse-Straße gefeiert werden. Der Bau der Berghöfe hatte noch nicht begonnen.

2019 Für das Osterfeuer war ein Ortswechsel vorzunehmen. Der neue Standort ist auf der Brachfläche am Ende der Max-von-Laue-Straße. Grobrichtung: Kreuzerhohl, gegenüber der Kita Kairos.

2020 und 2021 Ausfall wegen Covid-19 Pandemie

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