Nach vielen Jahren stabiler Abgaben stehen den Frankfurter Bürgern Anpassungen bei den Gebühren für die Straßenreinigung sowie die Müllentsorgung bevor. Der Magistrat hat am Freitag, den 30. Oktober 2026, entsprechende Satzungsänderungen beschlossen und leitet diese nun an die Stadtverordnetenversammlung zur finalen Entscheidung weiter.
Sofern das Stadtparlament zustimmt, wird die Straßenreinigungsgebühr um 20,68 % angehoben. Bei der Abfallsammlung ist eine Steigerung der Leistungsgebühr um 30,6 % vorgesehen, ergänzt durch eine Erhöhung der Grundgebühr um 1 Euro pro Monat und Nutzungseinheit.
Erste Gebührenanpassung seit mehr als einem Jahrzehnt
Die geplanten Schritte erfolgen nach einer langen Phase unveränderter Sätze. Die Straßenreinigungsgebühr wurde zuletzt im Jahr 2010 angepasst, während die Abfallgebühren seit 2012 unverändert geblieben sind.
Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez betont, dass eine saubere Stadt ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität und der öffentlichen Daseinsvorsorge sei. Zwar bedeuten höhere Abgaben eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Bürger, jedoch gelte es, die hohe Qualität der Leistungen auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dauerhaft zu sichern.
Deutlicher Anstieg bei Betriebskosten und Gehältern
Für die Notwendigkeit der höheren Gebühren führt die Stadt Frankfurt verschiedene Ursachen an. Lieferkettenstörungen infolge der Corona-Pandemie sowie die globalen wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs haben zu erheblichen Preissteigerungen geführt.
Ein deutliches Beispiel zeigt sich beim Fuhrpark: Die Anschaffungskosten für Großkehrmaschinen liegen heute um 133 % über dem Niveau von 2010. Die Mietkosten stiegen im selben Zeitraum um rund 40 %, während Aufwendungen für die IT im Zuge der Digitalisierung um knapp 90 % zulegten. Zudem wirkte sich die allgemeine Inflation aus: Der Verbraucherpreisindex kletterte allein seit dem Jahr 2020 um 22,2 %.
Hinzu kommen gestiegene Personalkosten durch die Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre. Zapf-Rodríguez hebt hervor, dass die Mitarbeiter, die täglich für saubere Straßen und eine verlässliche Müllentsorgung im Einsatz sind, eine faire Entlohnung sowie eine moderne Ausstattung benötigen.
Umfangreiche Leistungen der FES im gesamten Stadtgebiet
Die Arbeiten im Stadtgebiet erbringen im Wesentlichen die Mitarbeiter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im Auftrag des Umweltamtes. Jeden Tag sorgen mehr als 300 Fahrzeuge – darunter Kehrmaschinen und Wasserwagen – für Sauberkeit auf einer Fläche von rund 31 Millionen Quadratmetern. Darüber hinaus werden wöchentlich 28.150 Papierkörbe geleert und etwa 65.000 Sinkkästen gereinigt.
Bei der Müllentsorgung kümmert sich die FES jede Woche um rund 200.000 Abfalltonnen, betreibt Wertstoffhöfe sowie das Schadstoffmobil und holt angemeldeten wie auch illegalen Sperrmüll ab. Ein besonderer Service im Vergleich zu vielen anderen Städten: Die Abholung von Sperrmüll direkt an der Haustür verursacht in Frankfurt keine zusätzlichen Gebühren.
Das kontinuierliche Bevölkerungswachstum und die intensivere Nutzung des öffentlichen Raums – unter anderem durch mehr Einwegverpackungen – erfordern zudem erweiterte Einsätze. Die FES ist in vielen Vierteln verstärkt abends und am Wochenende unterwegs. Zudem kommen Spezialteams wie der „#cleanffm Express“, eine mobile Schnellreinigung oder das Konzept „StadtsauberkeitPlus“ zum Einsatz.
Frankfurt bleibt im Vergleich im günstigen Feld
Trotz der bevorstehenden Anhebung steht Frankfurt im bundesweiten Vergleich weiterhin gut da. Laut dem „Müllgebührenranking 2026“ des Verbandes Haus & Grund belegte die Mainmetropole unter den 100 größten deutschen Städten bisher den 3. Platz der günstigsten Kommunen hinter Flensburg und Nürnberg. Auch nach der Anpassung wird erwartet, dass Frankfurt unter den 10 günstigsten Großstädten mit siebentägigem Vollservice verbleibt.












