Alle Artikel von Andreas Woitun

Frankfurts Wärmeschatz: Messflüge und Pionierprojekte ebnen den Weg zur Energiewende

Das Messflugzeug auf dem Rollfeld

Frankfurt am Main hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2035 soll die Stadt klimaneutral sein, wobei die Strom- und Wärmeversorgung vollständig unabhängig von fossilen Energieträgern erfolgen soll. Ein zentraler Baustein in diesem Plan ist die Geothermie. Um das verborgene Potenzial im Untergrund der Mainmetropole präzise zu erfassen, laufen derzeit großangelegte Forschungsaktivitäten, die sowohl den Himmel als auch neue Stadtquartiere umfassen.

Nächtliche Messflüge über Frankfurt

Wer in den letzten Nächten ein Brummen am Himmel vernommen hat, wurde Zeuge eines wichtigen Schritts für die Frankfurter Wärmewende. Ein Spezialflugzeug überfliegt derzeit im Auftrag des Forschungsverbundes GeoProH das Gebiet von Lampertheim bis Bad Nauheim, einschließlich des Frankfurter Stadtgebiets.

Die Flüge finden bewusst in der Zeit zwischen 23:00 und 05:00 Uhr statt, um den regulären Betrieb am Frankfurter Flughafen nicht zu beeinträchtigen. Dabei führt die zweimotorige Maschine passive Messungen durch, die völlig geräuschlos für die Anwohner und ohne jegliche Strahlung ablaufen. Gemessen werden die Erdschwere sowie das Magnetfeld der Erde. Diese Daten ermöglichen präzise Rückschlüsse auf die geologischen Strukturen im Oberrheingraben und sind die Grundlage für ein fundiertes 3D-Untergrundmodell. Ziel ist es, Gebiete mit sogenannten „geothermischen Anomalien“ zu identifizieren – Orte, an denen die Untergrundtemperatur höher ist als üblich und somit ideale Bedingungen für die Wärmegewinnung bietet.

Das Hilgenfeld als klimaschonendes Vorzeigequartier

Während die Messflüge noch Daten sammeln, ist die praktische Nutzung der Erdwärme an anderer Stelle bereits in vollem Gange. Im Norden Frankfurts, am Frankfurter Berg, entsteht auf dem 17,7 Hektar großen Areal „Hilgenfeld“ ein modernes Klimaschutzquartier. Es gilt als Paradebeispiel für die Integration erneuerbarer Energien in den städtischen Wohnungsbau.

Für die dezentrale Wärmeversorgung der geplanten 860 Wohnungen hat der Energieversorger Mainova bereits 161 Erdwärmesonden in eine Tiefe von 120 Metern eingebracht. Verbunden durch ein rund 10.000 Meter langes Leitungsnetz, transportiert ein Wasser-Glykol-Gemisch die Erdwärme zu 3 Heizzentralen. Dort wird die Energie mittels Großwärmepumpen auf die notwendige Vorlauftemperatur für das Nahwärmenetz gebracht.

Das innovative Energiekonzept im Hilgenfeld sieht zudem eine intelligente Speicherung vor: Überschüssige Wärme von den 1.160 Photovoltaik-Solarthermie-Modulen auf den Dächern wird im Sommer in die Erdsonden im Boden geleitet und dort für den Winter zwischengespeichert. Durch dieses Zusammenspiel können jährlich knapp 2.000 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer konventionellen Wärmeversorgung eingespart werden.

Ausblick: Geothermie als fester Bestandteil des Wärmemixes

Die Erkenntnisse aus den Messflügen und Pilotprojekten wie dem Hilgenfeld fließen in die kommunale Wärmeplanung ein, die bis Mitte 2026 fertiggestellt sein muss. Mainova plant bereits langfristig: Bis zum Jahr 2045 soll der Anteil der Geothermie an der gesamten Fernwärme bis zu 25 % betragen. Neben der oberflächennahen Geothermie, wie sie im Hilgenfeld genutzt wird, liegt der Fokus für die zentrale Versorgung dabei verstärkt auf der Tiefengeothermie. Die Forschungsbohrung am Rebstockbad, die in eine Rekordtiefe von 1.060 Metern vordrang und dort 61 °C warmes Wasser fand, unterstreicht das enorme Potenzial, das unter den Füßen der Frankfurter Bürger schlummert.


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Wandel an der Hauptwache: Von der Sportarena zur neuen Sparkassen-Zentrale

Grundsteinlegung Hauptwache 1

An einem der zentralsten Plätze Frankfurts, direkt gegenüber der Katharinenkirche, schreitet die Neugestaltung der Liegenschaft »Hauptwache 1« voran. Wo einst Sportartikel verkauft wurden, entsteht derzeit der künftige Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse. Mit der symbolischen Einlegung einer Zeitkapsel im April 2026 wurde ein wichtiger Meilenstein für die Fertigstellung des Gebäudes gesetzt, das die Innenstadt nachhaltig beleben soll.

Die historische Entwicklung: Vom Bürgerhaus zum Sportpalast

Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich hier das „Haus Belli“, welches im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Im Jahr 1956 wurde auf dem Grundstück eine Filiale der „Kaufhalle“ errichtet, die jahrzehntelang den Einkaufsstandard in der City prägte. 1999 folgte die Umwandlung in den sogenannten „Kaufhof-Sportpalast“, besser bekannt als Sportarena.

Über viele Jahre bot die Sportarena auf 4 Etagen und rund 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das umfangreichste Sportsortiment der Stadt an. Im Jahr 2017 endete diese Ära mit der Schließung des Sporthauses. Es folgten Zwischennutzungen als Designer-Outlet „Saks Off 5th“ sowie als Corona-Testzentrum, bevor das Gebäude schließlich im August 2022 abgerissen wurde.

Die zukünftige Nutzung: Ein modernes Zentrum für Finanzen und Begegnung

Nachdem das ursprüngliche Neubauprojekt des Investors Signa aufgrund dessen Insolvenz ins Stocken geraten war, erwarb die Frankfurter Sparkasse das Grundstück samt Rohbau im Juni 2024. Der Entwurf des Kölner Architekturbüros Caspar Schmitz-Morkramer sieht ein 6-geschossiges Gebäude mit markanter, abgerundeter Fassade vor, die den Blick auf die Katharinenkirche freigibt.

Die zukünftige Nutzung des rund 10.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Gebäudes ist vielfältig geplant:

  • Erdgeschoss und Untergeschoss: Hier entstehen großzügige Kundenkontaktflächen sowie eine Veranstaltungsfläche im ersten Untergeschoss.
  • Gastronomie: An der Ecke zum Kornmarkt ist eine Gastronomiefläche vorgesehen, die zur Belebung des Umfelds beitragen soll.
  • Obergeschosse: In den oberen Etagen werden moderne Büroarbeitsplätze sowie eine interne Kantine untergebracht.
  • Dachterrassen: Begrünte Dachterrassen bieten Raum für Veranstaltungen und einen Ausblick auf die Frankfurter Skyline.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird nach dem KfW-Effizienzhausstandard 55 errichtet, nutzt Fernwärme sowie Photovoltaik und strebt eine Zertifizierung nach dem DGNB-Platin-Standard an. Die Fertigstellung und der Bezug der neuen Zentrale sind für Anfang 2028 geplant.

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Nord-Süd-Verbindung der U-Bahn fährt nach Osterferien weiter mit Ferienfahrplan

U-Bahn

traffiQ & VGF

Angebot zwischen Südbahnhof und Heddernheim bleibt in der Spitze von 24 auf 20 Fahrten pro Stunde gedrosselt

Das Angebot auf der U-Bahn-Strecke zwischen Südbahnhof und Heddernheim, der A-Strecke im Frankfurter U-Bahn-Netz, bleibt nach den Osterferien auf dem Niveau des Ferienfahrplans der U8 leicht reduziert. Damit reagieren die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ auf die aktuelle Betriebssituation auf der wichtigsten U-Bahn-Strecke der Stadt von der Innenstadt in den Frankfurter Norden entlang der Eschersheimer Landstraße.

Die Anpassung, die sich in den letzten beiden Wochen bereits bewährt hat, betrifft nur Wochentage. Auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen Südbahnhof und Heddernheim fahren zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr weiterhin jede Stunde 20 statt 24 Züge. Nicht fahren können Kurzfahrten zwischen Südbahnhof und Heddernheim, die im Fahrplan der U8 zugeordnet sind, sowie je drei beziehungsweise vier U8-Verstärkungsfahrten am Morgen und am frühen Abend ab dem/bis zum Riedberg plus einzelne Ein- und Ausrückfahrten.

Ferienfahrplan gilt nach den Osterferien weiter

Wie bereits veröffentlicht, besteht seit Januar auf der Brücke „Am Weißen Stein“ ein Begegnungsverbot für U-Bahnen. Das hatten die VGF und das für die Brücke zuständige Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) vereinbart, um die Belastung der Brücke präventiv zu reduzieren.

Bei den Brückenprüfungen des ASE hatten sich – rein rechnerisch – statische Defizite an der Brücke „Am Weißen Stein“ ergeben. Nachdem zur Sicherung im Zusammenhang mit dem S6-Ausbau bereits ein Kollapsrahmen unter der Brücke „Am Weißen Stein“ angebracht worden war, hatte das ASE im März ein neues Überwachungssystem an der Brücke installiert. Auch hier handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme der Stadt Frankfurt, um die Sicherheit der Brücke mithilfe eines hochpräzisen Monitorings vorausschauend im Blick zu behalten.

Darüber hinaus hat die Stadt Frankfurt kürzlich die Objektplanung der in die Jahre gekommenen Brücke, die aus drei Teilbrücken besteht, vergeben. Der Neubau soll in einigen Jahren starten, die installierten Sicherheitssysteme bleiben bis dahin bestehen.

Die Praxis zeigt nun, dass die bisher gewohnte Zugfolge durch das Begegnungsverbot für die U-Bahn-Fahrzeuge nicht zuverlässig angeboten werden kann. Die entstehenden Verzögerungen lassen sich im dichten Angebot auf der stark genutzten Strecke nicht ausgleichen. Deshalb bleibt das Angebot von Montag, 13. April, an auf dem Niveau des Ferienfahrplans gedrosselt.

Verstärkungsfahrten entfallen, dafür längere Züge auf U8

Konkret werden die in den Fahrplänen mit einem „S“ (für: verkehrt nur an Schultagen) gekennzeichneten Verstärkungsfahrten der U8 vorübergehend nicht verkehren. Von und zum Riedberg bleibt es auf der U8 aber den gesamten Tag über beim 15-Minuten-Takt. Auch das Angebot von U1, U2 und U3 bleibt unverändert.

Als Ausgleich für die leichte Reduzierung des Fahrtenangebots wird die Kapazität der Züge erhöht. So verkehrt die U8 an Wochentagen stets mit vier Wagen statt bisher mit drei Wagen.


traffiQ, VGF und ASE wollen so schnell wie möglich wieder zum vollen Angebot für die Fahrgäste zurückkehren, sind dazu aber auf die Ergebnisse des Monitoringsystems über einen längeren Zeitraum hinweg angewiesen. Auf der Datengrundlage des Monitorings können dann Entscheidungen zum künftigen Betrieb auf der Strecke getroffen werden.

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Bauprojekt im GrünGürtel: Stadt Frankfurt wertet Areal am Alten Flugplatz weiter auf

Gabionenband-Erneuerung am Alten Flugplatz Frankfurt

Der »Alte Flugplatz« in Bonames war einst Hubschrauberlandeplatz der US-Armee. Für seine naturnahe Umgestaltung wurde das Areal unter anderem mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet.

Der »Alte Flugplatz« ist als Teil des GrünGürtels vor allem ein besonderer Ort für Naherholung, Naturschutz und Umweltlernen, der weiterentwickelt wird – so auch aktuell.

Pünktlich zur Freiluftsaison wird das knapp 240 Meter lange Gabionenband zwischen der ehemaligen Flugbahn und dem Tower-Vorfeld saniert und erneuert. Gabionen sind Drahtgitterkörbe, die mit Betonstücken der ehemaligen Landebahn gefüllt sind.

Sie erhalten nun eine neue stabilere Einfassung. Außerdem werden Sitzauflagen aus Holz ergänzt, die ein Verweilen mit Blick auf das ehemalige Rollfeld und dessen Nutzung als Rollfeld für Skaterinnen und Skater sowie Fahrradneulinge einladen.

„Schritt für Schritt wird das Gelände am »Alten Flugplatz« noch attraktiver für Naherholung und Umweltbildung. Die sanierten Gabionen trennen nun nicht mehr nur Tower und frühere Flugbahn. Von den neuen Sitzmöglichkeiten aus können Besucher über das ehemalige Rollfeld blicken und den Ort direkt erleben. So setzen wir das 2023 erarbeitete Entwicklungskonzept nach und nach um“, sagt Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen.

„Der GrünGürtel liegt auch uns am Herzen. Das erneuerte Gabionenband wird dazu einladen, den Aufenthalt am »Alten Flugplatz« noch ein Stückchen mehr zu genießen“, sagt Kjell Schmidt, Geschäftsführer des Regionalparks RheinMain und Co-Finanzierer für dieses Projekt.


Die Bauarbeiten für das Projekt begannen im Dezember 2025 und werden nach derzeitiger Planung im April abgeschlossen sein. Der »Alte Flugplatz« in Frankfurt ist seit 1991 Teil des Frankfurter GrünGürtels und seit 1993 Landschaftsschutzgebiet. 2003 ging das Areal an die Stadt Frankfurt über.

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Sicherheit in unsicheren Zeiten: Das Versicherungsamt unterstützt Bürger

Symbolbild Versicherungsberatung

Versicherungsfragen sind für viele Menschen mit Unsicherheit verbunden: Was steht mir zu? Welche Entscheidung ist die richtige? Und welche Folgen hat sie für meine Zukunft? Genau hier setzt das Versicherungsamt der Stadt Frankfurt am Main an – mit schnellen Terminen, persönlicher Beratung, verständlichen Antworten und einem offenen Ohr für die Anliegen der Bürger.

Ob Kranken-, Renten-, Unfall- oder Pflegeversicherung, ob Erwerbsminderung- oder Witwenrente. Das Versicherungsamt bietet schnelle, kompetente und unkomplizierte Unterstützung in einer Vielzahl von Themenfeldern. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es uns gibt und dass unsere Aufgabe ist, sie zu beraten, wir sind quasi ein Versicherungsfragen-Servicepoint“, erklärt Mounira Kouider, stellvertretende Leiterin des Amtes. Und weiter: „Unsere Beratung ist unabhängig, kostenfrei und vor allem eines: individuell auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnitten.“

Ein Thema, das Menschen beispielsweise bewege, sei die vorgezogene Altersrente in Kombination mit einer Weiterbeschäftigung. Immer wieder zeige sich, dass selbst nach intensiver eigener Recherche oder Beratung bei den Rententrägern, Unsicherheiten bei den Bürgern blieben.

Die Auswirkungen seien oft schwer zu überblicken – und die Sorge, eine falsche Entscheidung zu treffen, sei groß. „Wir hier beim Versicherungsamt nehmen uns gerne Zeit, auch mehrfach, wenn nötig, um diese Fragen umfassend zu klären. Komplexe Zusammenhänge versuchen wir klar zu strukturieren und bei Bedarf weitere Informationen direkt bei den zuständigen Stellen einzuholen“, sagt Kouider. Das Ziel sei, den Menschen Orientierung zu geben – und vor allem: ein gutes Gefühl bei wichtigen Entscheidungen.

Auch in schwierigen Lebenssituationen steht das Versicherungsamt verlässlich zur Seite: So wurde vor wenigen Wochen beispielsweise eine Witwe bei der Beantragung ihrer Hinterbliebenenrente begleitet. Neben der Berücksichtigung ihres aktuellen Einkommens wurde auch ihr eigener Altersrentenanspruch frühzeitig ermittelt und vorbereitet. „Als sie den Wunsch äußerte, auch nach Renteneintritt weiterzuarbeiten, wurden ihr die Regelungen der Flexirente verständlich erklärt. Besonders wichtig war dabei die Information, dass ein Hinzuverdienst zwar die eigene Altersrente nicht mindert, jedoch Auswirkungen auf die Witwenrente haben kann“, erklärt Kouider.

Das Versicherungsamt gehört zum Rathaus für Senioren, welches im Jugend- und Sozialamt verortet ist. Es versteht sich als verlässlicher Partner für Frankfurter – mit verständlicher Sprache und nah an den Anliegen der Menschen. Gerade in einer immer komplexer werdenden Versicherungswelt ist diese Unterstützung von unschätzbarem Wert.

Das Jugend- und Sozialamt möchte Bürger dazu ermutigen, das Angebot des Versicherungsamtes stärker zu nutzen. Denn oft genügt ein Gespräch, um aus Unsicherheit Klarheit zu machen.


Das Versicherungsamt der Stadt Frankfurt am Main, Sandgasse 6, Eingang Sandhofpassage, ist telefonisch unter 069-212-44077 oder per E-Mail an versicherungsamt@stadt-frankfurt.de zu erreichen. Eine Terminvereinbarung wird empfohlen und ist unter Versicherungsamt | Stadt Frankfurt am Main möglich.

Zum Rathaus für Senioren gehören ebenso die Zentrale Heimplatzvermittlung, die Leitstelle Älterwerden mit dem Pflegestützpunkt und die Betreuungsbehörde bei Fragen rund um rechtliche Betreuung von Menschen inklusive Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten.

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39. Kalbacher Klapperschlange: Der Vorhang hebt sich für die Leseratten

Kalbacher Klapperschlange Buchauswahl

Die Kinderbücherei im „Alten Rathaus“ in Kalbach lädt zur 39. Lesezeit der Kalbacher Klapperschlange ein. Ab sofort sind junge Leseratten wieder aufgerufen, die neuesten Romane und Erzählungen zu bewerten und über ihren Favoriten abzustimmen.

Die von Chiara Kuhnert und Katharina Weichsel geleitete Kinderbücherei ist das Herzstück eines literarischen Projekts, das weit über die Grenzen des Stadtteils hinausstrahlt. Neben dem Hauptstandort im »Alten Rathaus« fungieren zahlreiche Schulen der Region – darunter die Grundschule Riedberg 1, die Marie-Curie-Schule und das Gymnasium Riedberg – als Verleihstellen für die Wettbewerbsliteratur.

Ein Preis in Kinderhand

Die „Kalbacher Klapperschlange“ blickt auf eine lange Tradition zurück. 1988 von der Autorin Regina Rusch initiiert, wird der Kinderliteraturpreis seither jährlich vergeben. Das Besondere: Über den Sieg entscheidet keine Fachjury aus Erwachsenen, sondern eine reine Kinderjury. Teilnehmen können Schüler der 2. bis 9. Jahrgangsstufe. Um in die Wertung einzugehen, müssen die Teilnehmer bis Mitte Oktober mindestens 5 Bücher der aktuellen Auswahlliste gelesen und bewertet haben.

In diesem Jahr stehen insgesamt 60 Bücher zur Auswahl – jeweils 20 Titel pro Altersgruppe. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf Neuerscheinungen des Vorjahres aus den Bereichen Roman und Erzählung.

Digitales Bewertungssystem und faire Ausleihe

Um den Überblick über die gelesenen Werke zu behalten, setzt der veranstaltende Kinderverein auf moderne Technik. Nachdem im Vorjahr eine erste Erfassungsmaske getestet wurde, kommt nun ein neues Programm zum Einsatz. Leser können ein eigenes Konto anlegen, was die Verwaltung der Rezensionen erheblich erleichtert.

Damit alle Teilnehmer die Chance haben, die begehrten Titel zeitnah zu lesen, gilt eine strikte Leihbeschränkung: Normalerweise darf pro Kind nur 1 Buch gleichzeitig entliehen werden. In der Ferienzeit wird diese Regelung gelockert, sodass 2 Bücher gleichzeitig mit nach Hause genommen werden dürfen.

Finale im November

Der feierliche Höhepunkt des Wettbewerbs findet traditionell am zweiten November-Wochenende statt. Parallel zur Kalbacher Kinderbuchmesse wird dann der Sieger verkündet. Der Gewinner-Autor darf sich neben einer Urkunde auch über eine Anerkennung freuen.

Für die Teilnahme erheben die Organisatoren eine einmalige Gebühr von 5 Euro für Nicht-Mitglieder; für Mitglieder des über 500 Personen starken Kindervereins ist die Teilnahme kostenlos. Weitere Informationen und die vollständigen Titellisten sind auf der offiziellen Webseite unter www.kalbacher-klapperschlange.de abrufbar.

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Gärtnern im Klimawandel: Strategien für den Riedberger Sommer

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Bienen

Längere Trockenperioden, intensive Hitzewellen und unregelmäßige Niederschläge stellen Gartenbesitzer zunehmend vor Herausforderungen.

Das gewohnte Gleichgewicht gerät ins Wanken: Während Böden in Hitzephasen rasant austrocknen, fließt Starkregen auf den oft harten Oberflächen ungenutzt ab, statt tief in das Erdreich einzusickern. Zudem verändern sich die Vegetationsperioden; ein früherer Blühbeginn birgt Risiken durch späte Kälteeinbrüche.

Anpassung durch Pflanzenwahl und Bodenpflege

Viele Hobbygärtner reagieren bereits auf den Wandel. Trockenheitsresistente Arten wie Lavendel, Salbei oder Fetthenne ersetzen zunehmend wasserintensive Gewächse. Ein weiterer Schlüssel liegt im Bodenmanagement: Mulchschichten aus Rindenmulch oder Grasschnitt schützen die Erde vor Überhitzung und speichern die Feuchtigkeit. Parallel dazu gewinnt die Nutzung von Zisternen und Regentonnen an Bedeutung, um Niederschläge für Trockenzeiten zu sichern.

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Hummel

Foto: B. Ibert

Mikroklima und Standortwahl

Die Gestaltung spielt eine zentrale Rolle. Durch schattenspendende Sträucher und Bäume lassen sich geschützte Mikroklimata schaffen. Sogar klassische Regeln werden hinterfragt: An extrem heißen Standorten gedeihen Tomaten im Halbschatten oft besser als in der prallen Mittagssonne.

Besonders im dicht bebauten Stadtteil Riedberg erschweren versiegelte Flächen und der schwere Lößboden die klimatische Anpassung.

Weitere Tipps und Hinweise

Doch trotz dieser Ansätze bleiben viele Fragen offen: Welche Pflanzen sind wirklich zukunftsfähig in unserer Region? Wie lässt sich ein Garten so gestalten, dass er sowohl Trockenheit als auch Starkregen standhält? Und wie können auch kleine Flächen in der Stadt klimaangepasst und gleichzeitig attraktiv gestaltet werden?

Am dicht bebauten Riedberg stellen versiegelte Flächen, aufgeheizte Umgebung und der dichte Lößboden besondere Herausforderungen dar. Umso wichtiger wird es, fundiertes theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu verbinden.

Führung im Wissenschaftsgarten

Antworten auf diese und weitere Fragen könnten Interessierte bei einer besonderen Führung im Wissenschaftsgarten am Uni-Campus Riedberg erhalten. Unter dem Titel „Gärtnern im Klimawandel“ wird am Sonntag, den 26.04.2026, um 10:00 Uhr eine rund 1,5-stündige Veranstaltung angeboten. Geleitet wird sie von dem Technischen Leiter des Wissenschaftsgartens Robert Anton, der Einblicke in geeignete Pflanzenarten und praktische Anpassungsstrategien geben wird.

Die Teilnahme ist nach Anmeldung per E-Mail unter kontakt@klimaschutz-initiative-riedberg.de möglich. Die Plätze sind begrenzt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro pro Person.
Für Mitglieder der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. ist die Teilnahme kostenlos.

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Bienen

Foto: B. Ibert

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Die alte Chemie am Riedberg: Sprengung oder grüne Transformation?

Die alte Chemie auf dem Unicampus Riedberg

Das Jahr 1972 markierte einen Wendepunkt für die Frankfurter Naturwissenschaften: Aufgrund der räumlichen Enge am Campus Bockenheim und im Westend wurden die Disziplinen an den Stadtrand ausgelagert. Obwohl der markante Bau der Chemie offiziell erst 1973 fertiggestellt wurde, bezogen die ersten Studierenden bereits ein Jahr zuvor die Räumlichkeiten. Damals lag die großflächige Erschließung des Riedbergs noch drei Jahrzehnte in der Zukunft.

Der Umzug

Mehr als 50 Jahre später löst ein weiterer Neubau das in die Jahre gekommene Gebäude ab. Ende des Jahres 2026 werden voraussichtlich die ersten Studenten aus dem Altbau, in den in der unmittelbaren Nähe errichteten Neubau, umziehen. Die offizielle Planung sieht vor, dass nach der Übergabe des ersten Bauabschnitts noch ein zweiter Bauabschnitt folgen soll, um die restlichen Nutzungen aus dem Altbau vollständig aufzunehmen.

Die neue Chemie auf dem Unicampus Riedberg

Die neue Chemie auf dem Riedberg,

Ein Erbe des Brutalismus

So nähert sich die Ära des funktionalistischen alten Betonbaus ihrem Ende. Nach dem Umzug des Fachbereichs stellt sich die Frage nach der Zukunft des Bestandsgebäudes, das tief im Strukturalismus der 70er-Jahre verwurzelt ist. Da in Frankfurt nur noch wenige Gebäude dieses „Brutalismus-Stils“ existieren – vergleichbar etwa mit dem Bundesbankgebäude am Diebsgrund – steht eine mögliche Unterschutzstellung durch den Denkmalschutz im Raum.

Herausforderung Sanierung

Eine Weiternutzung gilt jedoch als schwierig und kostspielig. Die thermische Hülle aus Betonfertigteilen verursacht massive Wärmeverluste, und die veraltete Lüftungstechnik der Labore belastet das Budget der Universität erheblich. Zudem stellen potenzielle Schadstoffe wie Asbest ein bekanntes Sanierungsrisiko bei Gebäuden aus dieser Bau-Ära dar.

Zwischen Abriss und „Grünem Koloss“

Die Universität hat bereits 2014 mit der Sprengung des AfE-Turms bewiesen, dass sie vor radikalen Schritten nicht zurückscheut. Ein Rückbau der Chemie wäre jedoch aufgrund der Nutzung als Gefahrgutlager ökologisch besonders anspruchsvoll.

Alternativ existieren Visionen einer ökologischen Umgestaltung nach dem Vorbild des „Grünen Kolosses von Hamburg“. Das Konzept sieht eine Entkernung und umfassende Begrünung vor. Die Ideenliste für eine neue Nutzung ist lang:

  • Ein öffentliches „Museum der Chemie“ zur Industriegeschichte des Rhein-Main-Gebiets.
  • Ein Panorama-Restaurant oder eine Mensa in den oberen Stockwerken.
  • Flächen für ein Jugendzentrum, Vereine sowie gewerbliche Lagerräume.
  • Räume für Bürgerversammlungen und kleinere Hörsäle.

Ob Klimaschutz, Denkmalschutz und Stadtteilentwicklung tatsächlich so harmonisch vereint werden können, bleibt abzuwarten.

Aprilscherz

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Ernst-Reuter-Schulen: Startschuss für 250-Millionen-Euro-Großprojekt

Visualisierung: Luftbild-Ernst-Reuter-Schulen

Die Ernst-Reuter-Schulen (ERS) in Niederursel/Nordweststadt stehen vor ihrer bisher umfangreichsten Transformation. Wie die Bildungsdezernentin bekannt gab, hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am 27. März die Umsetzung des ersten Bauabschnitts für die Sanierung und Erweiterung des historischen Schulcampus beschlossen. Mit einem Gesamtbudget von rund 250 Millionen Euro handelt es sich um das größte Sanierungsprojekt im Rahmen der städtischen Schulbauoffensive.

Ein Campus mit Geschichte und Zukunft

Die in den 1960er Jahren als Leuchtturm-Projekt und eine der ersten integrierten Gesamtschulen Hessens errichtete Anlage entspricht heute in weiten Teilen nicht mehr modernen Standards für Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Das Ensemble aus der Ernst-Reuter-Schule I (gymnasiale Oberstufe) und der Ernst-Reuter-Schule II (integrierte Gesamtschule) wird täglich von insgesamt rund 1.700 Schülern besucht. Ziel der über 9 Jahre angelegten Maßnahme ist es, die denkmalgeschützte Substanz behutsam zu sanieren und gleichzeitig den Campuscharakter sowie den wertvollen Baumbestand zu erhalten.

Drei Bauabschnitte bis 2036

Aufgrund der enormen Dimensionen wird das Projekt in 3 Phasen unterteilt:

  1. Erster Bauabschnitt (ab 2027): Im Fokus stehen der Sport- und Fachbereich. Geplant sind der Neubau eines Multifunktionsgebäudes West mit naturwissenschaftlichen Fachräumen, ein neues Schulschwimmbad sowie der Ersatzneubau einer Dreifeld- und zweier Einfeldsporthallen. Bereits im Vorfeld werden ab 2026 zwei Sporthallen auf der nahegelegene Hunde-Wiese ausgelagert, um den Baubeginn vorzubereiten.
  2. Zweiter Bauabschnitt (ab 2030): Diese Phase umfasst die Sanierung und Erweiterung der ERS II sowie den Neubau eines Multifunktionsgebäudes Ost. Dieses wird künftig die Mensa, eine Aula, eine Mediothek sowie Kunst- und Musikräume beherbergen.
  3. Dritter Bauabschnitt (ab 2033): Den Abschluss bildet die Sanierung der Ernst-Reuter-Schule I inklusive der Ergänzung eines Selbstlernzentrums.

Das Gesamtprojekt soll nach derzeitigem Stand im Jahr 2036 mit dem Rückbau der temporären Auslagerungen abgeschlossen sein.

Pädagogische Weichenstellungen

Die baulichen Maßnahmen gehen Hand in Hand mit einer Kapazitätserweiterung. Insbesondere die gymnasiale Oberstufe der ERS I wird von 6 auf 8 Züge ausgebaut. Die ERS II, die bereits seit 1989 als Vorreiter für inklusiven Unterricht gilt und behinderte Kinder aufnimmt, erhält durch die Sanierung die notwendigen Räumlichkeiten, um moderne pädagogische Konzepte wie Lernzeiten und differenzierten Unterricht in Jahrgangsteams optimal umzusetzen.

Die Architektur der „neuen“ Ernst-Reuter-Schulen wird zudem ökologische Akzente setzen: Entgegen ursprünglicher Entwürfe sieht die aktuelle Planung begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen vor. „Wir schaffen eine zukunftsfähige Umgebung, die die hervorragende pädagogische Arbeit der Schulen unterstützt“, so die Dezernentin.

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„Mensch. Würde. Unantastbar.“ – Fotoausstellung in St. Edith Stein

Ausstellung Mensch-Würde-Unantastbar

Ab Palmsonntag (29. März) wird die Kirche St. Edith Stein zu einem besonderen Ort der Begegnung mit dem Thema »Menschenwürde«.

Unter dem Titel „Mensch. Würde. Unantastbar.“ zeigt das Centre for Dialogue at Campus Riedberg hier bis Pfingsten Fotografien und Texte von Angelika Kamlage. Im Mittelpunkt stehen dabei eindrucksvolle Aufnahmen der Königsfiguren des Holzbildhauers und Diakons Ralf Knoblauch.

Die Fotografien setzen die Figuren bewusst in Szene – nah, ruhig und zugleich eindringlich. Sie lenken den Blick auf Details, Haltungen und Ausdruck – und damit auf das, was die Figuren verkörpern: die unverlierbare Würde jedes Menschen. Die Bilder laden dazu ein, innezuhalten und neu hinzusehen – auf andere und auf sich selbst.

Bild von der Ausstellung

Foto: © Jan Quirmbach

„Die Fotos machen etwas sichtbar, das im Alltag oft untergeht“, sagt Pastoralreferent Jan Quirmbach. „Sie führen uns vor Augen: Jeder Mensch trägt Würde in sich – unabhängig davon, wie stark oder schwach er gerade wirkt.“

Die Ausstellung ist bewusst in die Zeit von Palmsonntag bis Pfingsten gelegt. Sie begleitet die Gottesdienste der Kar- und Osterzeit und greift deren zentrale Themen auf: Würde, Verletzlichkeit, Hoffnung und neues Leben.

Die Ausstellung kann jeweils vor und nach den Gottesdiensten dienstags um 19 Uhr sowie sonntags um 11 Uhr besucht werden. Darüber hinaus sind Besichtigungen nach Vereinbarung möglich.

Führungen für Interessierte sowie ein Begleitprogramm für Schulklassen und Kindergartengruppen können über j.quirmbach@sankt-katharina-frankfurt.de angefragt werden.


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