Alle Artikel von Andreas Woitun

Vorschlag zur Energiegewinnung: Biogasanlage im Gewerbegebiet

Gelände für Biogasanlage

Wir leben in schwierigen Zeiten und suchen nach Lösungen für rasant steigende Energiepreise und CO2-Einsparungen. Dazu passt ein Vorschlag, den der Ortsbeirat (12) beim Magistrat zur Prüfung eingereicht hat.

Im Gewerbegebiet „Am Martinszehnten“ gibt es noch zwei unbebaute Grundstücke, die sich zur Errichtung einer Biogasanlage anbieten. Seit der Planung 1996 mit Baubeginn ab etwa 2000 liegen die zwei Grundstücke im Gebiet noch brach, während der Rest inzwischen bebaut ist. Beide Flächen sind weit von den nächsten Wohngebieten in Kalbach und Nieder-Eschbach entfernt.

Bei der Vergärung des pflanzlichen oder tierischen Materials mithilfe von Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff entsteht Methan (Biogas). Je nach eingesetztem Material produzieren die Bakterien Biogas mit einem Methangehalt von 50 % bis 75 % und CO2. Das Kohlendioxid braucht aber nicht vom energiereichen Methan abgeschieden werden und kann zusammen mit diesem in einem Blockheizkraftwerk vor Ort der Verbrennung zugeführt werden. Alternativ kann das Biogas zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Die bei der Produktion anfallende Prozesswärme könnte überdies von den Gewerbebetrieben in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Heizung ihrer Betriebsgebäude verwendet werden. Die entstehenden Gärreste können noch als Dünger in der Landwirtschaft von den Landwirten als Alternative zu teurem Kunstdünger verwertet werden.

Weitere Vorteile einer Biogasanlage wären die Versorgung mit Energie unabhängig von Wind und Wetter. Die Erzeugung und der Verbrauch erfolgen lokal und benötigen keine langen Leitungsnetze. Die Transporte der Biomasse aus Biotonnen, landwirtschaftlichen Betrieben, Grünschnitt-Ecken, … verkürzen sich, der Wertstoffhof Nord würde entlastet. Methan hat eine hohe Energiedichte und kann außerdem leicht gespeichert und über weite Entfernungen transportiert werden.

Daher sprach sich der Ortsbeirat Kalbach-Riedberg für die Prüfung der Machbarkeit einer Biogasanlage aus. Auch das Bundeswirtschaftsministerium fordert angesichts der Energiekrise und des Umstiegs auf erneuerbare Energien einen Ausbau der Biogasproduktion. Nun hoffen die Ortsbeiräte, dass eine solche Anlage baldmöglichst einen Beitrag zur sicheren Gasversorgung leisten wird.


Weiterführende Links

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Stadt und VGF lassen Senioren im Regen stehen

Wartehäuschen der VGF Linie 29

Schon im Jahre 2018 hatte der Ortsbeirat (12) eine Anregung an den Magistrat geschickt, für die Bushaltestellen der Linie 29 alle Haltestellen im Stadtteil Kalbach-Riedberg entlang der Linie 29 mit Witterungsschutz und Sitzmöglichkeiten auszustatten. Besonders dringend geboten war und ist dies an den Haltestellen im Bereich der Schulen auf dem Riedberg, Haltestelle „Hans-Poelzig-Straße“ und „Hans-Leistikow-Straße“.

Vorausgegangen waren Anregungen aus dem September 2016 mit Ausführungsankündigung für 2017. Vor allem die Haltestelle „Hans-Leistikow-Straße“ wird von Senioren des dort befindlichen Wohnstifts Parea genutzt. Damit soll nicht nur Individualverkehr verringert werden, sondern durch den Einsatz von begrünten Wartehäuschen das Mikroklima verbessert werden. Auch die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs soll gesteigert werden.

Für ältere Menschen ist das Warten auf den Bus ohne Schutz vor Sonne, Regen, Wind und Schnee und ohne Sitzmöglichkeiten eine Qual und kann Erkrankungen (Erkältung, Grippe …) zur Folge haben. Aber auch alle anderen Fahrgäste würden sich über Sitzplätze und Wetterschutz freuen.

Im folgenden Jahr (2019) kam die Rückmeldung des Magistrats: „Für die Haltestellen „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Leistikow-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“ und „Lucy-Hillebrandt-Straße“ laufen derzeit die Planungen. Sofern die verbleibenden Gehwegbreiten ausreichend sind, können und sollen auch diese Haltestellen mit einer Wartehalle ausgestattet werden. Ein positives Prüfungsergebnis vorausgesetzt, kann die Montage der Wartehallen dann für das zweite Halbjahr 2019 in Aussicht gestellt werden.“

Ende 2020 gab es dann folgende Stellungnahme des Magistrats: „Die Bushaltestellen „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“ und „Lucy-Hillebrand-Straße“ (jeweils beide Fahrtrichtungen) der Linie 29 in Riedberg sollen nach derzeitigem Stand der Planungen mit herkömmlichen Wartehallen ohne Dachbegrünung nachgerüstet werden. Hierbei wird beabsichtigt, bereits vorhandene Wartehallen dorthin zu versetzen, die an aufgelassenen Bushaltestellen in anderen Stadtteilen nicht mehr benötigt werden. …“

„Für die Bushaltestellen „Hans-Leistikow-Straße“ und „Uni Campus Riedberg“ (jeweils beide Fahrtrichtungen) werden nach dem derzeitigen Planungsstand voraussichtlich fabrikneue Wartehallen beschafft. Hierbei wird die Anregung des Ortsbeirates berücksichtigt, diese neuen Wartehallen möglichst bereits ab Werk mit einer Dachbegrünung zu versehen.“

Der Ortsbeirat (12) hat den Magistrat in der Zwischenzeit mehrfach aufgefordert, das Vorhaben endlich umzusetzen. Inzwischen neigt sich das Jahr 2022 dem Ende zu, ohne dass eine Umsetzung erkennbar ist. Die Mühlen der Stadt haben Zeit – und inzwischen stehen die Senioren im Wetter und ihnen läuft die Zeit davon.


Nachtrag
Der Magistrat wurde vom Ortsbeirat 12 gebeten, alle Haltestellen im Stadtteil Kalbach-Riedberg entlang der Linie 29 mit Witterungsschutz und Sitzmöglichkeiten auszustatten. Das schließt auch die Haltestellen in Kalbach (Schule und Rathaus) mit ein.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Dieseldiebe dingfest gemacht

Polizeikelle

Polizeibeamte des 14. Reviers haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (23.09.2022) zwei 40 und 54 Jahre alte Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, in einem Gewerbegebiet in Kalbach-Riedberg Diesel aus einem Reisebus entwendet zu haben.

Die Streifenbeamten befuhren gegen 01:30 Uhr die Josef-Eicher-Straße, als sie in Höhe der Hausnummer 14 zwei Männer sahen, die an einem Reisebus standen und offensichtlich mit dem Abpumpen von Dieselkraftstoff beschäftigt waren.

icon-car.pngFullscreen-Logo
Josef-Eicher-Straße 14

Karte wird geladen - bitte warten...

Josef-Eicher-Straße 14 50.195968, 8.641434

Die zwei auf frischer Tat ertappten Männer konnten von der Streife noch am Tatort festgenommen werden. In einem von ihnen genutzten Fahrzeug fanden die Beamten zudem entsprechendes „Arbeitsmaterial“:  Kanister, Flaschen, Schläuche und Handschuhe. Die Beamten stellten die Beweismittel sicher.

Die beiden 40 und 54 Jahre alten Männer wurden nach ihrer Festnahme auf ein Polizeirevier gebracht. Der 40-Jährige durfte nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder gehen. Bei ihm besteht zudem der Verdacht, dass er bei der Fahrt zum Tatort unter dem Einfluss von Drogen stand, sodass neben einer Blutentnahme auch die Sicherstellung des Fahrzeugschlüssels erfolgte.

Für seinen 54-jährigen Komplizen, der über keinen festen Wohnsitz verfügt, ging es hingegen in die Haftzellen des Polizeipräsidiums. Er hält sich mangels eines erforderlichen Aufenthaltstitels unerlaubt im Bundesgebiet auf.

Inwiefern das Duo für ähnliche Taten, die sich in jüngster Vergangenheit ereignet haben, in Frage kommt, wird derzeit geprüft. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen

Photovoltaik

Die Stadtverordnetenversammlung hat heute über einen Antrag der Grünen, SPD, FDP und Volt zu Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Anlagen auf privaten Dachflächen zu beschließen.

So schnell wie möglich ist das Potenzial aller dafür geeigneten privaten Dachflächen in Frankfurt auszuschöpfen. Die Klimaschutz-Initiative Riedberg dokumentiert auf ihrer Homepage mit dem Solaranlagen-Neubauticker wie schnell der Ausbau voranschreitet.

Sinnvoll wäre es, wenn eine gebündelte Informations- und Beratungsseite im Internet für interessierte Bürger von der Stadtverwaltung aufgebaut würde. Auch kleine Messeveranstaltungen oder Informationsmobile, die durch die Frankfurter Stadtteile ziehen, könnten das Wissen über die Photovoltaik und die Solarthermie direkt zu den Bürgern bringen.

Ergänzend dazu sollten Förderprogramme aufgelegt werden, damit mehr Menschen sich für eine Photovoltaikanlage auf ihrem Hausdach entscheiden. Auch die Einbindung von Stromspeichern sollte Teil des Förderungsumfangs sein. Zuerst müsste allerdings ein gut verständliches Antragssystem über ein Internetportal aufgebaut werden.

Auch die geltenden Satzungen und Bebauungspläne, die für den Bau von Photovoltaik und Solarthermieanlagen, relevant sind, sollten bürgernah überarbeitet werden. Auf diese Weise könnten Einstiegsbarrieren deutlich reduziert werden.

Aber nicht nur bei den privaten Immobilienbesitzern könnten mehr Dächer genutzt werden, sondern auch bei den städtischen Beteiligungsgesellschaften und den sonstigen öffentlichen Gebäuden ist noch Potenzial. Die Solargruppe der Klimaschutz-Initiative Riedberg hat hierzu bereits eine umfangreiche Liste relevanter Gebäude erstellt und dem Energiereferat übermittelt.

Alle diese Maßnahmen erfordern auf städtischer Seite eine adäquate Personalausstattung. Was nicht mit eigenen Kräften bewältigt werden kann, sollte gegebenenfalls an Dienstleister übertragen werden. Der Riedberg mit seinen modernen Gebäudestrukturen gäbe ein gutes Pilotprojekt ab, um unterschiedliche Verpachtungsmodelle auf ihre Eignung hin zu vergleichen.

Nur wenn solche Initiativen zielorientiert, nachhaltig und konsequent verfolgt werden, besteht die Chance, die Stadt Frankfurt spätestens bis 2035 zur Klimaneutralität zu entwickeln. Durch eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit kann die Bevölkerung motiviert werden, bei diesem Vorhaben mitzuziehen, um das Photovoltaikpotenzial der Dachflächen in Frankfurt optimal auszuschöpfen.

Die Klimaschutz-Initiative Riedberg wird die Entwicklung aktiv und kritisch verfolgen. Dabei versteht sie sich als Ideengeber, als Ansprechpartner sowie als Multiplikator für alle engagierten und solarinteressierten Bürger in dieser Stadt.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Einweihung der neuen Räumlichkeiten für die IGS Kalbach-Riedberg

Frau Dr. Susanne Gödeler

Am Dienstag, den 20. September war es endlich soweit: Der Neubau der IGS Kalbach-Riedberg wurde im Rahmen einer Feierstunde offiziell an die Schulgemeinde übergeben. Persönlichkeiten der Stadtverwaltung, der Stadtschulamtes, der beteiligten Firmen, des Ortsbeirates und geladene Gäste gaben sich die Ehre.

Die Entwicklung einer Aufbauschule

2016
Erstellung einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für einen Architektenwettbewerb, mit dem Ziel auf dem Riedberg eine neue Integrierte Gesamtschule zu errichten. Als Sieger ging die h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH aus Stuttgart mit ihrem innovativen Konzept der „Lernhäuser“ aus dem Wettbewerb hervor.

Das Team um Schulleiterin Susanne Gölitzer beginnt, ein Konzept für die Ganztagsschule zu erarbeiten.

Die Baukosten werden auf 47 Millionen Euro geschätzt und liegen damit rund 7 Millionen Euro über den ursprünglichen Planungen. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2020/2021 projektiert. Baudezernent Jan Schneider verwies auf die stark gestiegenen Kosten in der Baubranche, Umplanungen, deutlichen Verbesserungen bei Lüftung und Beleuchtung, dem Ausbau der Mensa für mehr Schüler und auf den enormen Zeitdruck für ein Projekt dieser Größenordnung.

September: Errichtung eines Provisoriums aus 90 Holzmodulen für 200 Kinder im Riedberger Westflügel (Kosten etwa 8 Millionen Euro). Fertigstellung nach etwa 6 Monaten.

2017
Januar: Beginn der Bau-Planung für das neue Schulgebäude, nachdem die dafür nötigen Baugenehmigungen vorlagen.

Auf dem Gelände wird noch die »Neue Gymnasiale Oberstufe« der Max-Beckmann-Schule provisorisch beherbergt, bis sie später dann nach Bockenheim weiterzieht.

August: Eröffnung der (provisorischen) IGS Kalbach-Riedberg mit einem kleinen schulischen Aufbauteam in den frisch errichteten Holzcontainern an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee. Eingeschult wurden etwa 100 Kinder aufgeteilt auf vier verschiedene Klassen. Die Gruppen werden nach Obstsorten benannt, die auf dem benachbarten Streuobstwiesen wachsen.

2018
September: Mit den ersten Baumaßnahmen an der Gräfin-von-Dönhoff-Straße 11 wird begonnen.

2019
Mai:
Spatenstich mit Baudezernent Jan Schneider und Bildungsdezernentin Sylvia Weber.
In der Zeitkapsel, die in dem Fundament unter der Aula vergraben wird, befindet sich ein mumifiziertes Hühnchen das 2018 in einem Projekt zum antiken Ägypten angefertigt wurde, und ein Brief mit dem Konzept der IGS. Damit werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknüpft.

Das Provisorium an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee wird aufgrund der steigenden Schülerzahl um einen weiteren Trakt für die siebten und achten Klassen erweitert.

2020
Februar: Die IGS Kalbach-Riedberg ist ab sofort eine sogenannte „Selbstständige Schule“. Gemeinsam mit 7 anderen wurde sie am Freitag von Kultusminister Lorz in Wiesbaden in den Kreis der selbstständigen allgemeinbildenden Schulen (SES) aufgenommen.

März: Beginn der Corona-Pandemie. Neue Hygienevorschriften, Abstandsregeln, Maskenpflicht, …  erschweren die tägliche Arbeit. China sperrt Seehäfen. Die Lieferketten brechen zusammen.

September: Es brennt auf der Baustelle – die Dachdämmung (Bitumenschweißbahnen) hatte Feuer gefangen.

2021
Februar: Russland überfällt die Ukraine. Einführung von Boykottmaßnahmen durch die Europäische Union. Russland stoppt Gaslieferungen. Die Preise vieler Baumaterialien explodieren, ebenso die Preise für fossile Brennstoffe. Das Baugeschehen verlangsamt sich und Fertigstellungstermine verzögern sich erheblich.

Mai: Ein Fertigstellungsverzug von einem halben Jahr wird bekannt.

Juli: Drei Klassen der IGS Kalbach-Riedberg müssen nach den Sommerferien umziehen. Für sie geht es im neuen Schuljahr nach Bockenheim in die Container-Anlage auf dem Schulhof der Johanna-Tesch-Schule. Betroffen sind eine siebte, eine achte und eine neunte Klasse. Bezüglich einer Fachraumnutzung wird eine Kooperation mit der benachbarten Max-Beckmann-Schule gebildet.

2022
September: Das Schulgebäude und das dazugehörige Areal werden an die Schulgemeinde übergeben. Während der Schulferien erfolgt der größte Teil des Umzugs in die neuen Räumlichkeiten. Offen sind noch einige Restarbeiten sowie die Beseitigung kleinerer Mängel. Eine ganze Reihe von Kartons müssen noch ausgepackt und eingeräumt werden. Auch ein Teil der Innenausstattung wie zum Beispiel Tafeln müssen erst noch geliefert werden. Die Baukosten betragen 57 Millionen Euro. Unterrichtet werden nun 600 Schüler in den Klassen 5 bis 10.

Die IGS Kalbach-Riedberg bei Dämmerung

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Müll sammeln und Recyceln

Wiedergefundene Einkaufswagen

Ein sonniger Herbsttag, an dem die Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. zum Müllsammeln auf dem Riedberg aufgerufen hatte. Auslöser war der World Cleanup Day, der auf diesen Tag fiel. Gemeinsam wollte man vorgehen, für eine saubere, gesunde und plastikmüllfreie Zukunft.

Aber nicht nur Plastikmüll, Zigarettenkippen und sonstiger Unrat war auf den Straßen rund um den Riedbergplatz zu sammeln. Auch „Altmetall“ in den verschiedensten Formen ließ sich finden. Selbst Edelmetall lag auf den Straßen und Wegen.

Sehr beliebt auch die illegale Entführung von Einkaufswagen, um sich den Transport von Lasten zu erleichtern. Nur mit dem Zurückbringen haperte es manchmal. So konnten auf die Schnelle bei der Müllsammelaktion drei Einkaufswagen auf dem Riedberg wieder eingefangen werden.

Nicht nur dass die Entfernung von den Betriebsgeländen Diebstahl ist. Es entsteht dadurch in der Regel auch ein Sachschaden. Die Räder sind nicht für das Fahren auf Gehwegen oder Grünflächen ausgelegt. Auch müssen die Wagen nach dem Zurückbringen oft aus hygienischen Gründen gereinigt und desinfiziert werden. Von daher lassen die Eigentümer der Wagen das Entwenden auch strafrechtlich verfolgen, denn ihr Fehlen in großen Stückzahlen behindert den Betriebsablauf.

Einkaufswagen steht im Weg

Einkaufswagen steht im Weg, Foto: A. Woitun

Werden die Wagen einfach irgendwo auf dem Trottoir stehen gelassen, bilden sie ein Hindernis für Fußgänger und eine Stolpergefahr für Menschen mit eingeschränkter Sicht. Wird bei Sturmböen ein Wagen auf die Straße gedrückt, kann es sogar zu Unfällen kommen.

In Deutschland werden jedes Jahr 100.000 der Drahtgitter-Karren gestohlen. Bei Preisen um die 100 Euro pro Stück ist der Schaden für die Handelsketten erheblich. Dementsprechend werden die Kosten in die Preise für Lebensmittel eingepreist. So trägt die Allgemeinheit den Aufwand, verursacht durch die Bequemlichkeit einiger weniger.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Jungsozialisten im Gespräch mit Stadtverordneten

Treffen Jusos Nordost

Die Juso-Regionalgruppe Nordost wurde bei einem Treffen auf dem Riedberg von der verkehrspolitischen Sprecherin Kristina Luxen und dem planungspolitischen Sprecher Simon Witsch über die aktuellen Pläne, Probleme und SPD-Forderungen ihrer Bereiche in den nordöstlichen Stadtteilen von Frankfurt informiert.

Herr Witsch berichtete über das Neubaugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg. Die ABG wird dort 850 Wohnungen für 2.000 Menschen errichten. Davon werden 40 % im geförderten Bereich liegen sowie 15 % für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen reserviert sein. Im Koalitionsvertrag hat sich die Römer-Koalition zudem darauf geeinigt, dass bei künftigen Bauprojekten ab 30 Wohneinheiten die Quote für geförderten Wohnungsbau bei der ABG weiter erhöht wird. So sollen 60 % der Neubauten im geförderten Bereich liegen. 40 % für den ersten und 20 % für den zweiten Förderweg, 15 % für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen sowie 5 % für Studierende, Auszubildende und weitere Personen mit dringendem Wohnungsbedarf (z. B. Housing First-Projekte* und Frauenhäuser).

Außerdem will die Koalition, dass die Stadt die Belegrechte von jeder vierten frei werdenden Wohnung der ABG erwirbt und diese in geförderte Wohnungen umwandelt. Zusätzlich soll es für alle Mieter der ABG, die Anspruch auf eine geförderte Wohnung hätten, allerdings in einer frei finanzierten Wohnung leben, eine Mietsenkung geben. Ein solcher Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wäre ein großer und wichtiger Schritt hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt.

Öffentlicher Personennahverkehr

Mit dem Ausbau der Radwege muss endlich auch am Stadtrand begonnen werden. Die Querverbindungen der Stadtteile, z. B. von Bonames nach Bergen-Enkheim oder vom Riedberg nach Fechenheim, sind völlig unzureichend. Als positives Beispiel für ein flexibles und niedrigschwelliges ÖPNV-Angebot nannte Kristina Luxen den Ruf-Bus KNUT, der nun in den nördlichen Stadtvierteln eingeführt wurde und ab Oktober auch auf dem Riedberg per App verfügbar sein wird. Der sogenannte „On Demand-Shuttlebus“ dient dabei nicht nur der Schaffung eines flexiblen Nahverkehrs, am Wochenende oder auch nachts. Er soll auch die umweltfreundlichere Fortbewegung fördern.

Die Regionaltangente West, die eine Querverbindung ebenfalls verbessern wird, wird gerade gebaut und ist ab 2028 nutzbar. Ein Ring im Frankfurter Osten ist ebenfalls im Gespräch.

Die Fertigstellung des Riederwaldtunnels ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Stoppen kann das Projekt nur der Bund. Die Belastung der Anwohner im Riederwald durch Lärm und Abgase muss endlich ein Ende haben. Durch die beschlossene Einhausung entsteht ein Grüngürtel vom Grüneburgpark bis zum Lohrberg, an dessen Rändern Wohnraum entstehen könnte. Aktuell werden die Kosten für die Einhausung ermittelt und in welcher Höhe sich Bund und Land beteiligen.

Wer an einer Mitarbeit bei den Jusos interessiert ist, findet weitere Informationen unter: https://jusos-frankfurt.de/ und per eMail: buero@jusos-frankfurt.de


* Der Housing-First Ansatz
Das Housing-First Konzept beendet Wohnungslosigkeit unmittelbar und bietet flexible wohnbegleitende Hilfen zum dauerhaften Wohnungserhalt an. Regulärer Wohnraum wird an erste Stelle gerückt – ein entscheidender Unterschied zum derzeit meist praktizierten System. Darin müssen Betroffene oft ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen: Unterkünfte und Trainingswohnungen müssen durchlaufen werden. Oftmals ist die Zurverfügungstellung von Wohnraum an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt. Der Aufstieg in ein normales Mietverhältnis scheitert häufig an nicht vorhandenen Wohnungen auf dem Markt und so droht die erneute Wohnungslosigkeit: Ein „Drehtür-Effekt“ stellt sich ein. Auch sind solche Wohnraumformen häufig zeitlich befristet. Housing First hingegen bedeutet: Es besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten: Betroffene werden dazu ermutigt Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet. Dort wo Housing-First bereits praktiziert wird, sind die Ergebnisse überzeugend.

Housing-First wurde Anfang der 90er-Jahre in den USA unter der Leitung von Dr. Sam Tsemberis entwickelt. In den USA wird es seither in einigen Städten erfolgreich praktiziert. In Deutschland ist der Ansatz noch nicht weit verbreitet. Tsemberis stellte 8 Grundprinzipien auf, die den Housing-First Ansatz ausmachen. Ausführlich nachzulesen im Housing-First Guide (S. 28-42) von Dr. Nicholas Pleace, herausgegeben vom europäischen Dachverband der Wohnungslosenhilfe FEANTSA und ins Deutsche übersetzt durch das Wiener Projekt „neunerhaus“.

Weiterlesen unter https://www.housingfirstfonds.de/59/housing-first-beendet-wohnungslosigkeit-dauerhaft

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Ehrenamtliche Einzelvormünder dringend gesucht!

Ehrenamtlicher Vormund

Aktuell werden fast 300 unbegleitete Minderjährige in Frankfurt versorgt. Im August dieses Jahres gab es mit 111 Erstkontakten so viele wie nie zuvor seit 2016 (Quelle: Frankfurter Rundschau, 09.09.2022).

Es gibt viele Gründe, warum ein Kind nicht mehr bei seiner Familie leben kann und einen Vormund braucht. Wenn Eltern im Ausland leben, gestorben sind oder nicht in der Lage sind, ihr Kind angemessen zu erziehen, brauchen Kinder und Jugendliche einen gesetzlichen Vertreter, der ihre Interessen wahrnimmt, sich Zeit nimmt und sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleitet. Ehrenamtliche Vormünder sind hierfür besonders geeignet, weil der persönliche Kontakt zwischen Vormund und Mündel im Vordergrund steht. Mit ihrem Einsatz ermöglichen Sie Kindern und Jugendlichen so eine bestmögliche Chance auf eine positive Entwicklung und Zukunft.

Die deutlich gestiegene Nachfrage macht sich auch im Angebot des Kinderschutzbundes „Ehrenamtliche Einzelvormundschaften“ bemerkbar. Die Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen verlängert sich und damit die Zeit, in denen die Jugendlichen nach der oft dramatischen Flucht weiterhin keine Möglichkeit haben sicher anzukommen. Gerade für unbegleitete Minderjährige ist ein Ehrenamtlicher Einzelvormund oft die einzige Bezugsperson aus der Zivilgesellschaft im neuen Land und somit unglaublich wertvoll für die jungen Menschen und der Schlüssel zur Integration. Daher suchen wir wieder dringend Frankfurter Bürger, die sich zum »Ehrenamtlichen Einzelvormund« ausbilden lassen möchten.

Der Einstieg in die Schulung ist ab November möglich. Kommen Sie zu unserer digitalen Infoveranstaltung am 29.09.2022 um 19:00 Uhr. Die Einwahldaten finden Sie auf unserer Homepage, https://www.kinderschutzbund-frankfurt.de/ oder melden Sie sich bei der Angebotsleitung unter vormundschaft@kinderschutzbund-frankfurt.de.


Für Rückfragen, Interviews und weiterführende Informationen stehen wir gerne auch persönlich zur Verfügung:
Leitung: Dr. Anja Sommer (Juristin) und Brita Einecke (Dipl. Päd.)
Telefon: 069-200 62 99-13 oder -12 oder mobil unter 0162-2492499
eMail: vormundschaft@kinderschutzbund-frankfurt.de

Einwahllink: https://us06web.zoom.us/j/84078713563?pwd=TnRRVGpuMGdPSVlvaXQ2VmpZUy9DQT09

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Giftanschlag in den Riedberger Parkanlagen

Teil eines Polizeiwagens

Wie in den Sozialen Medien bekannt gegeben wurde, ist in den Parkanlagen des Riedbergs ein Giftanschlag verübt worden, dem bisher mindestens 8-10 Hunde zum Opfer fielen.

Die Giftköder wurden vor allem im Bonifatiuspark gefunden, aber auch im Kätcheslachpark sollen Köder ausgelegt worden sein. Daher eine Warnung an alle, die mit ihrem Hund in den Riedberger Parkanlagen spazieren gehen, auf ihre Lieblinge aufzupassen, damit sie sich nicht auch noch vergiften.

Die Polizei hat die Parkanlagen abgesucht und konnte einige Köder, die zum Beispiel gut versteckt unter Parkbänken angebracht waren, sicherstellen. Dabei handelt es sich um kugelförmige Massen. Die Köder sehen wie Trockenfutter aus und sind weiträumig ausgelegt.

Sie werden jetzt in einem Labor untersucht, um herauszufinden, um welche Substanz es sich handelt. Die Kriminalpolizei erwartet, dass die weiteren Ermittlungen schwierig werden dürften. Es sei nicht besonders wahrscheinlich, dass an den Ködern Spuren gefunden würden und bislang habe man keinerlei Täterhinweise vorliegen.

Die Vergiftungssymptome können folgendermaßen aussehen: Das betroffene Tier zeigt ungewöhnliches Verhalten (zieht sich zum Beispiel in einen geschützten Raum zurück), zittert am ganzen Körper und beginnt sich zu übergeben. Bei Verdacht auf eine Vergiftung bitte sofort eine Tierklinik aufsuchen, zum Beispiel die Tierklinik in Kalbach:

Fachklinik für Kleintiere in Frankfurt
Max-Holder-Straße 37
60437 Frankfurt-Kalbach
Tel.: 069-300651550 (24 Stunden Notdienst)
eMail: info@tierklinik-kalbach.de
Web: https://www.tierklinik-kalbach.de/

Aufgrund der großen Anzahl der betroffenen Tiere ist jedoch für die dort amtierenden Ärzte eine Ausnahmesituation eingetreten.

Nach der medizinischen Notfallbehandlung sollten die Hundebesitzer bei der Polizei Anzeige erstatten. Die Polizei bittet auch um entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen können sich unter der Rufnummer 069-755-53110 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Anzeigen können auch online erstellt werden. (https://onlinewache.polizei.hessen.de/ow/Onlinewache/)

Für den Sonntag planen die Betroffenen eine gemeinsame Aktion der Trauer und Betroffenheit.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Wanderausstellung: Sinti und Roma – eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung

Ausstellung - Hinterfragen

Am vergangenen Freitag (09.09.2022) eröffnete der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller im Rahmen eines Seminars zum Thema „Antiziganismus“ gemeinsam mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus, dem hessischen Landesverband der Sinti und Roma und dem Förderverein Roma e. V. die Wanderausstellung „HinterFragen. Sinti und Roma – eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung“.

Bis Ende des Jahres wird diese in verschiedenen Polizeidienststellen des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main zu sehen sein. Bereits im Januar 2022 besuchte der Polizeipräsident a. D. Gerhard Bereswill mit einer Delegation von Führungskräften des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

Das nun im Polizeipräsidium durchgeführte Seminar sowie die Ausstellung greifen die Thematik auf und untermauern die gemeinsamen Anstrengungen, um Diskriminierung und Ausgrenzung zu überwinden. Auf 14 verschiedenen Plakatmotiven werden eindrücklich Themen zur Geschichte der Sinti und Roma, der Bedeutung von Antiziganismus und rassistischer Verfolgung dargestellt und Einblicke in die heutige Organisation der Sinti und Roma Vereine gegeben.

Die Bilder und persönliche Texte der Ausstellung regen zum Nachdenken und Diskutieren an und dienen damit einer thematischen Öffnung, um das geschichtliche Bewusstsein zu schärfen. Ziel ist es, über die Geschichte der Sinti und Roma aufzuklären, auf einen tief in der Gesellschaft verwurzelten Antiziganismus hinzuweisen und so für den Respekt im alltäglichen Miteinander, vor allem mit Minderheiten, zu sensibilisieren.

„Wir wollen bürgernah und transparent sein. Dazu gehört ein tadelloser Wertekompass sowohl nach innen miteinander, als auch nach außen mit dem Bürger, insbesondere im Umgang mit Minderheiten. Diskriminierung hat in der Polizei, im Innen- wie im Außenverhältnis keinen Platz!

Wir müssen alle unser Handeln „HinterFragen“ und einen Perspektivwechsel durchführen. Führungskräfte sind Vorbild und haben eine besondere Rolle, um Kolleginnen und Kollegen zu leiten und zu sensibilisieren,“ so Polizeipräsident Stefan Müller.

Die Wanderausstellung kann unter folgendem Link betrachtet werden:

https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-content/uploads/2021/10/Rassismus-gegen-Romnja-und-Sintizze_Hinterfragen-Sinti-und-Roma.pdf

Die Online – Inhalte sind identisch mit der physischen Wanderausstellung im Polizeipräsidium Frankfurt am Main.

Teile diesen Beitrag mit Freunden