Kategorie: RiedbergNEWS

39. Kalbacher Klapperschlange: Der Vorhang hebt sich für die Leseratten

Kalbacher Klapperschlange Buchauswahl

Die Kinderbücherei im „Alten Rathaus“ in Kalbach lädt zur 39. Lesezeit der Kalbacher Klapperschlange ein. Ab sofort sind junge Leseratten wieder aufgerufen, die neuesten Romane und Erzählungen zu bewerten und über ihren Favoriten abzustimmen.

Die von Chiara Kuhnert und Katharina Weichsel geleitete Kinderbücherei ist das Herzstück eines literarischen Projekts, das weit über die Grenzen des Stadtteils hinausstrahlt. Neben dem Hauptstandort im »Alten Rathaus« fungieren zahlreiche Schulen der Region – darunter die Grundschule Riedberg 1, die Marie-Curie-Schule und das Gymnasium Riedberg – als Verleihstellen für die Wettbewerbsliteratur.

Ein Preis in Kinderhand

Die „Kalbacher Klapperschlange“ blickt auf eine lange Tradition zurück. 1988 von der Autorin Regina Rusch initiiert, wird der Kinderliteraturpreis seither jährlich vergeben. Das Besondere: Über den Sieg entscheidet keine Fachjury aus Erwachsenen, sondern eine reine Kinderjury. Teilnehmen können Schüler der 2. bis 9. Jahrgangsstufe. Um in die Wertung einzugehen, müssen die Teilnehmer bis Mitte Oktober mindestens 5 Bücher der aktuellen Auswahlliste gelesen und bewertet haben.

In diesem Jahr stehen insgesamt 60 Bücher zur Auswahl – jeweils 20 Titel pro Altersgruppe. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf Neuerscheinungen des Vorjahres aus den Bereichen Roman und Erzählung.

Digitales Bewertungssystem und faire Ausleihe

Um den Überblick über die gelesenen Werke zu behalten, setzt der veranstaltende Kinderverein auf moderne Technik. Nachdem im Vorjahr eine erste Erfassungsmaske getestet wurde, kommt nun ein neues Programm zum Einsatz. Leser können ein eigenes Konto anlegen, was die Verwaltung der Rezensionen erheblich erleichtert.

Damit alle Teilnehmer die Chance haben, die begehrten Titel zeitnah zu lesen, gilt eine strikte Leihbeschränkung: Normalerweise darf pro Kind nur 1 Buch gleichzeitig entliehen werden. In der Ferienzeit wird diese Regelung gelockert, sodass 2 Bücher gleichzeitig mit nach Hause genommen werden dürfen.

Finale im November

Der feierliche Höhepunkt des Wettbewerbs findet traditionell am zweiten November-Wochenende statt. Parallel zur Kalbacher Kinderbuchmesse wird dann der Sieger verkündet. Der Gewinner-Autor darf sich neben einer Urkunde auch über eine Anerkennung freuen.

Für die Teilnahme erheben die Organisatoren eine einmalige Gebühr von 5 Euro für Nicht-Mitglieder; für Mitglieder des über 500 Personen starken Kindervereins ist die Teilnahme kostenlos. Weitere Informationen und die vollständigen Titellisten sind auf der offiziellen Webseite unter www.kalbacher-klapperschlange.de abrufbar.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Gärtnern im Klimawandel: Strategien für den Riedberger Sommer

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Bienen

Längere Trockenperioden, intensive Hitzewellen und unregelmäßige Niederschläge stellen Gartenbesitzer zunehmend vor Herausforderungen.

Das gewohnte Gleichgewicht gerät ins Wanken: Während Böden in Hitzephasen rasant austrocknen, fließt Starkregen auf den oft harten Oberflächen ungenutzt ab, statt tief in das Erdreich einzusickern. Zudem verändern sich die Vegetationsperioden; ein früherer Blühbeginn birgt Risiken durch späte Kälteeinbrüche.

Anpassung durch Pflanzenwahl und Bodenpflege

Viele Hobbygärtner reagieren bereits auf den Wandel. Trockenheitsresistente Arten wie Lavendel, Salbei oder Fetthenne ersetzen zunehmend wasserintensive Gewächse. Ein weiterer Schlüssel liegt im Bodenmanagement: Mulchschichten aus Rindenmulch oder Grasschnitt schützen die Erde vor Überhitzung und speichern die Feuchtigkeit. Parallel dazu gewinnt die Nutzung von Zisternen und Regentonnen an Bedeutung, um Niederschläge für Trockenzeiten zu sichern.

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Hummel

Foto: B. Ibert

Mikroklima und Standortwahl

Die Gestaltung spielt eine zentrale Rolle. Durch schattenspendende Sträucher und Bäume lassen sich geschützte Mikroklimata schaffen. Sogar klassische Regeln werden hinterfragt: An extrem heißen Standorten gedeihen Tomaten im Halbschatten oft besser als in der prallen Mittagssonne.

Besonders im dicht bebauten Stadtteil Riedberg erschweren versiegelte Flächen und der schwere Lößboden die klimatische Anpassung.

Weitere Tipps und Hinweise

Doch trotz dieser Ansätze bleiben viele Fragen offen: Welche Pflanzen sind wirklich zukunftsfähig in unserer Region? Wie lässt sich ein Garten so gestalten, dass er sowohl Trockenheit als auch Starkregen standhält? Und wie können auch kleine Flächen in der Stadt klimaangepasst und gleichzeitig attraktiv gestaltet werden?

Am dicht bebauten Riedberg stellen versiegelte Flächen, aufgeheizte Umgebung und der dichte Lößboden besondere Herausforderungen dar. Umso wichtiger wird es, fundiertes theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu verbinden.

Führung im Wissenschaftsgarten

Antworten auf diese und weitere Fragen könnten Interessierte bei einer besonderen Führung im Wissenschaftsgarten am Uni-Campus Riedberg erhalten. Unter dem Titel „Gärtnern im Klimawandel“ wird am Sonntag, den 26.04.2026, um 10:00 Uhr eine rund 1,5-stündige Veranstaltung angeboten. Geleitet wird sie von dem Technischen Leiter des Wissenschaftsgartens Robert Anton, der Einblicke in geeignete Pflanzenarten und praktische Anpassungsstrategien geben wird.

Die Teilnahme ist nach Anmeldung per E-Mail unter kontakt@klimaschutz-initiative-riedberg.de möglich. Die Plätze sind begrenzt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro pro Person.
Für Mitglieder der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. ist die Teilnahme kostenlos.

Pflanze im Wissenschaftsgarten mit Bienen

Foto: B. Ibert

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Die alte Chemie am Riedberg: Sprengung oder grüne Transformation?

Die alte Chemie auf dem Unicampus Riedberg

Das Jahr 1972 markierte einen Wendepunkt für die Frankfurter Naturwissenschaften: Aufgrund der räumlichen Enge am Campus Bockenheim und im Westend wurden die Disziplinen an den Stadtrand ausgelagert. Obwohl der markante Bau der Chemie offiziell erst 1973 fertiggestellt wurde, bezogen die ersten Studierenden bereits ein Jahr zuvor die Räumlichkeiten. Damals lag die großflächige Erschließung des Riedbergs noch drei Jahrzehnte in der Zukunft.

Der Umzug

Mehr als 50 Jahre später löst ein weiterer Neubau das in die Jahre gekommene Gebäude ab. Ende des Jahres 2026 werden voraussichtlich die ersten Studenten aus dem Altbau, in den in der unmittelbaren Nähe errichteten Neubau, umziehen. Die offizielle Planung sieht vor, dass nach der Übergabe des ersten Bauabschnitts noch ein zweiter Bauabschnitt folgen soll, um die restlichen Nutzungen aus dem Altbau vollständig aufzunehmen.

Die neue Chemie auf dem Unicampus Riedberg

Die neue Chemie auf dem Riedberg,

Ein Erbe des Brutalismus

So nähert sich die Ära des funktionalistischen alten Betonbaus ihrem Ende. Nach dem Umzug des Fachbereichs stellt sich die Frage nach der Zukunft des Bestandsgebäudes, das tief im Strukturalismus der 70er-Jahre verwurzelt ist. Da in Frankfurt nur noch wenige Gebäude dieses „Brutalismus-Stils“ existieren – vergleichbar etwa mit dem Bundesbankgebäude am Diebsgrund – steht eine mögliche Unterschutzstellung durch den Denkmalschutz im Raum.

Herausforderung Sanierung

Eine Weiternutzung gilt jedoch als schwierig und kostspielig. Die thermische Hülle aus Betonfertigteilen verursacht massive Wärmeverluste, und die veraltete Lüftungstechnik der Labore belastet das Budget der Universität erheblich. Zudem stellen potenzielle Schadstoffe wie Asbest ein bekanntes Sanierungsrisiko bei Gebäuden aus dieser Bau-Ära dar.

Zwischen Abriss und „Grünem Koloss“

Die Universität hat bereits 2014 mit der Sprengung des AfE-Turms bewiesen, dass sie vor radikalen Schritten nicht zurückscheut. Ein Rückbau der Chemie wäre jedoch aufgrund der Nutzung als Gefahrgutlager ökologisch besonders anspruchsvoll.

Alternativ existieren Visionen einer ökologischen Umgestaltung nach dem Vorbild des „Grünen Kolosses von Hamburg“. Das Konzept sieht eine Entkernung und umfassende Begrünung vor. Die Ideenliste für eine neue Nutzung ist lang:

  • Ein öffentliches „Museum der Chemie“ zur Industriegeschichte des Rhein-Main-Gebiets.
  • Ein Panorama-Restaurant oder eine Mensa in den oberen Stockwerken.
  • Flächen für ein Jugendzentrum, Vereine sowie gewerbliche Lagerräume.
  • Räume für Bürgerversammlungen und kleinere Hörsäle.

Ob Klimaschutz, Denkmalschutz und Stadtteilentwicklung tatsächlich so harmonisch vereint werden können, bleibt abzuwarten.

Aprilscherz

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Ernst-Reuter-Schulen: Startschuss für 250-Millionen-Euro-Großprojekt

Visualisierung: Luftbild-Ernst-Reuter-Schulen

Die Ernst-Reuter-Schulen (ERS) in Niederursel/Nordweststadt stehen vor ihrer bisher umfangreichsten Transformation. Wie die Bildungsdezernentin bekannt gab, hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am 27. März die Umsetzung des ersten Bauabschnitts für die Sanierung und Erweiterung des historischen Schulcampus beschlossen. Mit einem Gesamtbudget von rund 250 Millionen Euro handelt es sich um das größte Sanierungsprojekt im Rahmen der städtischen Schulbauoffensive.

Ein Campus mit Geschichte und Zukunft

Die in den 1960er Jahren als Leuchtturm-Projekt und eine der ersten integrierten Gesamtschulen Hessens errichtete Anlage entspricht heute in weiten Teilen nicht mehr modernen Standards für Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Das Ensemble aus der Ernst-Reuter-Schule I (gymnasiale Oberstufe) und der Ernst-Reuter-Schule II (integrierte Gesamtschule) wird täglich von insgesamt rund 1.700 Schülern besucht. Ziel der über 9 Jahre angelegten Maßnahme ist es, die denkmalgeschützte Substanz behutsam zu sanieren und gleichzeitig den Campuscharakter sowie den wertvollen Baumbestand zu erhalten.

Drei Bauabschnitte bis 2036

Aufgrund der enormen Dimensionen wird das Projekt in 3 Phasen unterteilt:

  1. Erster Bauabschnitt (ab 2027): Im Fokus stehen der Sport- und Fachbereich. Geplant sind der Neubau eines Multifunktionsgebäudes West mit naturwissenschaftlichen Fachräumen, ein neues Schulschwimmbad sowie der Ersatzneubau einer Dreifeld- und zweier Einfeldsporthallen. Bereits im Vorfeld werden ab 2026 zwei Sporthallen auf der nahegelegene Hunde-Wiese ausgelagert, um den Baubeginn vorzubereiten.
  2. Zweiter Bauabschnitt (ab 2030): Diese Phase umfasst die Sanierung und Erweiterung der ERS II sowie den Neubau eines Multifunktionsgebäudes Ost. Dieses wird künftig die Mensa, eine Aula, eine Mediothek sowie Kunst- und Musikräume beherbergen.
  3. Dritter Bauabschnitt (ab 2033): Den Abschluss bildet die Sanierung der Ernst-Reuter-Schule I inklusive der Ergänzung eines Selbstlernzentrums.

Das Gesamtprojekt soll nach derzeitigem Stand im Jahr 2036 mit dem Rückbau der temporären Auslagerungen abgeschlossen sein.

Pädagogische Weichenstellungen

Die baulichen Maßnahmen gehen Hand in Hand mit einer Kapazitätserweiterung. Insbesondere die gymnasiale Oberstufe der ERS I wird von 6 auf 8 Züge ausgebaut. Die ERS II, die bereits seit 1989 als Vorreiter für inklusiven Unterricht gilt und behinderte Kinder aufnimmt, erhält durch die Sanierung die notwendigen Räumlichkeiten, um moderne pädagogische Konzepte wie Lernzeiten und differenzierten Unterricht in Jahrgangsteams optimal umzusetzen.

Die Architektur der „neuen“ Ernst-Reuter-Schulen wird zudem ökologische Akzente setzen: Entgegen ursprünglicher Entwürfe sieht die aktuelle Planung begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen vor. „Wir schaffen eine zukunftsfähige Umgebung, die die hervorragende pädagogische Arbeit der Schulen unterstützt“, so die Dezernentin.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Kommunalwahl 2026: So hat Kalbach-Riedberg gewählt

Symbolbild hessische Kommunalwahl in FFM

Am 15. März war es wieder soweit: Auch die Kalbach-Riedberger waren zur hessischen Kommunalwahl aufgerufen. Inzwischen stehen die offiziellen Ergebnisse fest – ein Anlass, um einen genaueren Blick auf das Wahlergebnis im Stadtteil zu werfen.

Wer seine Stimme am Wahlsonntag nutzte, konnte seine Kreuzchen auf zwei oder drei Wahlzetteln setzen. Neben der Stadtverordnetenversammlung wurde auch die künftige Ausländervertretung gewählt. Für diese dürfen nur diejenigen eine Stimme abgeben, die in Frankfurt gemeldet und volljährig sind, aber keinen deutschen Pass besitzen. Außerdem wurde in allen Frankfurter Stadtteilen ein Wahlzettel für den jeweils zuständigen Ortsbeirat zur Verfügung gestellt.

Was macht der Ortsbeirat?

Der Ortsbeirat ist ein gewähltes kommunalpolitisches Gremium auf der Ebene von Stadt- oder Ortsteilen. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, die Interessen der Bürger eines Ortsbezirks gegenüber der Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu vertreten und als erstes Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der kommunalen Politik zu fungieren. Ortsbeiräte beschäftigen sich deshalb vor allem mit konkreten lokalen Anliegen, die den Alltag der Menschen direkt betreffen. Dazu gehören unter anderem Spielplätze, Probleme mit der Verkehrssicherheit oder Fragen der Ausstattung von Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen.

Die Mitglieder eines Ortsbeirats werden bei den Kommunalwahlen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei die Mitgliederanzahl des Gremiums je nach Größe des Bezirks zwischen drei und 19 Personen variiert. Angesichts der recht hohen Bevölkerungszahl von Kalbach-Riedberg (23.500 Einwohner) setzt sich der zuständige Ortsbeirat 12 aus 19 Mitgliedern zusammen. In der kommunalpolitischen Hierarchie stehen Ortsbeiräte unter der Stadtverordnetenversammlung oder Gemeindevertretung und verfügen meist über begrenzte Entscheidungskompetenzen. Ihre ehrenamtliche Rolle besteht vor allem darin, Anträge einzubringen, Vorschläge zu formulieren und Stellungnahmen zu wichtigen Vorhaben der Stadt abzugeben, die den jeweiligen Stadtteil betreffen. Die endgültigen Entscheidungen trifft jedoch in der Regel das zentrale kommunale Parlament – im Falle Frankfurts ist das die Stadtverordnetenversammlung.

Trotz dieser eingeschränkten formalen Macht können Ortsbeiräte in der Praxis Einfluss ausüben, indem sie Probleme sichtbar machen und politische Initiativen anstoßen. Durch ihren lokalen Bezug agieren sie nah am Interesse der Bürger, nehmen deren Anliegen auf und tragen dazu bei, dass kommunalpolitische Prozesse insgesamt transparenter und partizipativer gestaltet werden.

Wie setzt sich der Ortsbeirat (12) nun zusammen?

Im Ortsbeirat 12 werden insgesamt 19 Sitze vergeben. Wie viele Sitze jede Partei oder Wählergruppe erhält, richtet sich zunächst nach dem Anteil ihrer Stimmen am Gesamtergebnis. Dabei gilt in Hessen das sogenannte Hare-Niemeyer-Verfahren: Die Gesamtzahl der Sitze wird mit der Stimmenzahl einer Parteienliste multipliziert und anschließend durch die Summe aller gültigen Stimmen geteilt. So entsteht vorerst ein rechnerischer Sitzanteil, der häufig keine ganze Zahl ergibt.

Da Sitze natürlich nicht geteilt werden können, erhält jede Liste zunächst so viele Mandate, wie dem ganzzahligen Anteil ihres Ergebnisses entsprechen. Die noch verbleibenden Sitze werden anschließend an die Parteienlisten mit den größten Nachkommastellen vergeben. Auf diese Weise wird das Wahlergebnis möglichst proportional in Sitze übersetzt.

Erst im zweiten Schritt wird entschieden, welche Personen tatsächlich in den Ortsbeirat einziehen. Maßgeblich ist dann nicht primär der Listenplatz, sondern die Zahl der persönlichen Stimmen, die die Kandidaten innerhalb ihrer jeweiligen Liste erhalten haben. Wer innerhalb der eigenen Partei oder Wählergruppe die meisten Stimmen erzielt, bekommt die entsprechenden Sitze. So wird sichergestellt, dass sowohl das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien als auch die individuelle Unterstützung einzelner Kandidaten berücksichtigt wird. Im Ortsbeirat 12 wird sich die Sitzverteilung für die kommende Wahlperiode also wie folgt gestalten:

Darstellung der Sitzverteilung für den künftigen Ortsbeirat 12.

Grafik von M. Barth

Mit der neuen Sitzverteilung beginnt für Kalbach-Riedberg nun eine neue kommunalpolitische Wahlperiode, in der zentrale Zukunftsfragen des Stadtteils verhandelt werden. Ob Verkehrsanbindungen, Schul- und Betreuungsangebote oder die Gestaltung öffentlicher Plätze, wie beispielsweise des Riedbergplatzes: Viele Entscheidungen, die den Alltag der Kalbach-Riedberger unmittelbar betreffen, werden im Ortsbeirat 12 diskutiert und angestoßen. Gerade in einem wachsenden Stadtteil wie Kalbach-Riedberg zeigt sich, wie wichtig Kommunalpolitik für das direkte Lebensumfeld ist. Die Wahlentscheidung vom 15. März ist damit mehr als ein politisches Stimmungsbild- sie legt den Grundstein dafür, wie sich der Stadtteil in den kommenden fünf Jahren weiterentwickeln wird.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

„Mensch. Würde. Unantastbar.“ – Fotoausstellung in St. Edith Stein

Ausstellung Mensch-Würde-Unantastbar

Ab Palmsonntag (29. März) wird die Kirche St. Edith Stein zu einem besonderen Ort der Begegnung mit dem Thema »Menschenwürde«.

Unter dem Titel „Mensch. Würde. Unantastbar.“ zeigt das Centre for Dialogue at Campus Riedberg hier bis Pfingsten Fotografien und Texte von Angelika Kamlage. Im Mittelpunkt stehen dabei eindrucksvolle Aufnahmen der Königsfiguren des Holzbildhauers und Diakons Ralf Knoblauch.

Die Fotografien setzen die Figuren bewusst in Szene – nah, ruhig und zugleich eindringlich. Sie lenken den Blick auf Details, Haltungen und Ausdruck – und damit auf das, was die Figuren verkörpern: die unverlierbare Würde jedes Menschen. Die Bilder laden dazu ein, innezuhalten und neu hinzusehen – auf andere und auf sich selbst.

Bild von der Ausstellung

Foto: © Jan Quirmbach

„Die Fotos machen etwas sichtbar, das im Alltag oft untergeht“, sagt Pastoralreferent Jan Quirmbach. „Sie führen uns vor Augen: Jeder Mensch trägt Würde in sich – unabhängig davon, wie stark oder schwach er gerade wirkt.“

Die Ausstellung ist bewusst in die Zeit von Palmsonntag bis Pfingsten gelegt. Sie begleitet die Gottesdienste der Kar- und Osterzeit und greift deren zentrale Themen auf: Würde, Verletzlichkeit, Hoffnung und neues Leben.

Die Ausstellung kann jeweils vor und nach den Gottesdiensten dienstags um 19 Uhr sowie sonntags um 11 Uhr besucht werden. Darüber hinaus sind Besichtigungen nach Vereinbarung möglich.

Führungen für Interessierte sowie ein Begleitprogramm für Schulklassen und Kindergartengruppen können über j.quirmbach@sankt-katharina-frankfurt.de angefragt werden.


Weiterführende Links

Teile diesen Beitrag mit Freunden

KiK auf Sparkurs – Was wird aus den Frankfurter Filialen?

Symbolbild von KiK-Laden

Der deutsche Einzelhandel befindet sich im Umbruch. Prognosen zufolge wird die Zahl der stationären Geschäfte in Deutschland im Jahr 2026 erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 300.000 sinken. In diesem schwierigen Marktumfeld, geprägt von Kaufzurückhaltung und erstarkender Online-Konkurrenz, hat nun auch der Branchenriese KiK eine umfassende Restrukturierung angekündigt.

Vom rasanten Aufstieg zur Konsolidierung

Seit der Gründung durch Stefan Heinig im Jahr 1994 in Düsseldorf-Gerresheim kann KiK auf eine beeindruckende Wachstumsgeschichte zurückblicken. Das Akronym für „Kunde ist König“ wurde zum Programm eines konsequenten Discount-Modells für Textilien nach dem Vorbild von Lebensmitteldiscountern wie Aldi. Binnen 15 Jahren expandierte das Unternehmen auf über 3.000 Filialen und ist heute mit rund 4.300 Standorten in 14 europäischen Ländern vertreten. Die Mehrheit am Unternehmen hält die Tengelmann-Gruppe.

Nach einer Phase der „Über-Expansion“ und Imagekrisen infolge von Kritik an Produktionsbedingungen (etwa nach dem Rana-Plaza-Unglück 2013) setzt das Management unter CFO Christian Kümmel im Jahr 2026 auf „Gesundschrumpfen“. Ziel ist es, die Profitabilität pro Standort zu erhöhen, nachdem die Strategie, durch schiere Masse immer neue Kunden zu gewinnen, nicht vollständig aufgegangen ist.

Ein Marktumfeld unter Druck

KiK sieht sich 2026 einem verschärften Wettbewerb gegenüber, der nicht mehr nur stationär ausgetragen wird. Während Mitbewerber wie Takko Fashion, NKD oder Woolworth um ähnliche Standorte in Fachmarktzentren konkurrieren, erwächst die größte Bedrohung aus dem digitalen Sektor. Chinesische Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu dominieren zunehmend Trends und Preise im Internet. Zudem drängt mit Lefties, dem Budget-Ableger von Inditex (Zara), ein neuer starker Akteur auf den deutschen Markt.

Die strategische Neuausrichtung: Masterplan 2028

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, verfolgt KiK bis 2028 eine umfassende Neuausrichtung:

  • Portfolio-Optimierung: Unrentable Filialen oder Standorte mit gegenseitiger „Kannibalisierung“ – also Geschäfte, die sich gegenseitig die Kunden wegnehmen – werden geschlossen. Bis Ende 2026 sollen europaweit rund 300 Filialen wegfallen, davon 135 in Deutschland.
  • Modernisierung: Die verbleibenden Standorte werden auf ein neues Store-Konzept umgestellt, das eine hellere Atmosphäre, moderne Shop-in-Shop-Systeme und digitale Kassen vorsieht.
  • Digitalisierung: Der Online-Handel wird massiv ausgebaut, um eine Brücke zwischen Webshop und stationärem Geschäft (Click & Collect) zu schlagen.
  • Effizienzsteigerung: Neben Schließungen prüft das Unternehmen auch verkürzte Öffnungszeiten in umsatzschwachen Randstunden, um Personalkosten zu sparen.

Fokus Frankfurt: Welche Filialen sind bedroht?

In Frankfurt betreibt KiK aktuell rund 10 Filialen. Da das Unternehmen Standorte schließen will, die weniger als 1 Kilometer auseinanderliegen, rücken bestimmte Gebiete in den Fokus:

  • Innenstadt/Zeil: Die Filiale auf der Zeil 41 steht unter massivem Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel und Großflächenanbieter wie Primark.
  • Gallus/Griesheim: Die Filiale in der Mainzer Landstraße 341 deckt ein wichtiges Quartier ab, muss sich jedoch an ihrer individuellen Profitabilität messen lassen.
  • Höchst: Der Standort in der Königsteiner Straße 11-13 ist ein zentraler Anlaufpunkt im Frankfurter Westen.
  • Heddernheim (Nordwestzentrum): Die Filiale im Nidarcorso 15 gilt als räumlich ausreichend isoliert und liegt in einem starken Einzugsgebiet, was sie als potenziell sicher erscheinen lässt, sofern die Kennzahlen stimmen.

Besonders kritisch wird es im angrenzenden Offenbach, wo Filialen in der Waldstraße (Nummer 38 und 46) fast unmittelbar nebeneinander liegen – hier ist eine Konsolidierung auf einen Standort sehr wahrscheinlich.

Obwohl bereits Schließungen in Hessen (wie Bad Soden-Salmünster) bestätigt wurden, hat KiK für Frankfurt noch keine finale Liste vorgelegt. Fest steht: Der Textildiscounter will sich auf seine Kernzielgruppe – preisbewusste Familienmanagerinnen zwischen 30 und 60 Jahren – konzentrieren und das Filialnetz deutlich straffen, um langfristig zu überleben.


Weiterführende Links

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Ihre Meinung zählt: Wie lebt es sich am Riedberg? – Teilnehmer für Forschungsprojekt gesucht

Symbolbild Riedberg-Gespräche

Der Riedberg ist mehr als nur ein moderner Stadtteil am Rande Frankfurts – er ist ein dynamischer Lebensraum, der sich ständig wandelt. Doch wie fühlen sich die Menschen hier wirklich wohl? Wie steht es um die Nachbarschaft, die Versorgung und die Verbindung zur Innenstadt? Um diese Fragen zu beantworten, braucht die Wissenschaft Ihre Unterstützung!

Worum geht es in dem Projekt?

Im Rahmen des Forschungsprojekts »Sozialstruktur und Sozialitätsformen im neuen Suburbia« untersucht die Forschungsgruppe „Neue Suburbanität“ der Universität Kassel Quartiere an den Rändern von Großstädten. Der Riedberg spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Team rund um Prof. Dr. Carsten Keller, Kilian Guensche und Jonas Jehnichen möchte von Ihnen aus erster Hand erfahren, wie Ihre Wohnsituation vor Ort aussieht und wie Sie die Entwicklungen in Ihrem Viertel wahrnehmen.

Werden Sie zum Gesprächspartner!

Gesucht werden Bewohnerinnen und Bewohner des Riedbergs, die Lust haben, in einem etwa 30- bis 45-minütigen Gespräch ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre Perspektive ist wertvoll, um ein realistisches Bild des Lebens im Quartier zu zeichnen.

Wann und wo finden die Gespräche statt?

Das Forschungsteam ist von Montag, den 27. April, bis Donnerstag, den 30. April, direkt vor Ort am Riedberg. Bei der Wahl des Ortes sind die Forscher ganz flexibel und richten sich nach Ihren Wünschen:

  • Am Universitätscampus (Geozentrum oder Bibliothek BNat).
  • Im Billabong Familienzentrum.
  • In der Grundschule Riedberg.
  • Bei Ihnen zu Hause oder – bei schönem Wetter – an der frischen Luft.

Sicherheit und Dankeschön

Ihre Teilnahme erfolgt selbstverständlich anonym. Alle Daten werden vertraulich, nur für wissenschaftliche Zwecke und streng nach der Datenschutzgrundverordnung behandelt. Als kleines Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Bereitschaft erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 10 €.

So machen Sie mit

Haben Sie Interesse oder noch Fragen zum Ablauf? Das Team freut sich über jede Nachricht! Melden Sie sich einfach bei Jonas Jehnichen:

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie zudem online unter https://suburbanitaet.de/teilprojekte/teilprojekt-8/.

Nutzen Sie die Chance, die Forschung über Ihren Stadtteil aktiv mitzugestalten. Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten und Erfahrungen am Riedberg!

Flyer

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Durchblick im Rentendschungel: Die Digitale Rentenübersicht als Lotse für die Altersvorsorge

Symbolbild zur Digitalen Rentenübersicht

Die deutsche Rentenlandschaft galt lange Zeit als eines der komplexesten Gebiete für Verbraucher. Wer wissen wollte, wie viel Geld im Alter tatsächlich zur Verfügung steht, musste meist mühsam jährliche Standmitteilungen aus verschiedenen Papierordnern zusammensuchen, Formate vergleichen und komplizierte Prognosen selbst addieren. Seit dem Start der „Digitalen Rentenübersicht“ steht den Bürgern nun ein Werkzeug zur Verfügung, das dieses Informationschaos beenden soll.

Ein zentrales Portal für alle Vorsorgesäulen

Die Kernleistung der Digitalen Rentenübersicht besteht in der Konsolidierung von Daten aus allen drei Säulen der Altersvorsorge: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Vorsorge (wie Riester- oder Rürup-Verträge). Das kostenlose Online-Portal, das unter der Adresse https://www.rentenuebersicht.de/ erreichbar ist, führt diese Informationen an einem Ort zusammen.

Nutzer erhalten dort eine strukturierte Übersicht über bereits erreichte garantierte Ansprüche sowie Prognosen über zukünftig erreichbare Rentenwerte. Ein besonderes Merkmal ist das integrierte „Renten-Labor“. Da nominale Rentenbeträge durch die Inflation an Wert verlieren, bietet das Portal einen Inflationsrechner an. Mit diesem Tool können Bürger fiktiv durchspielen, wie sich unterschiedliche Teuerungsraten auf die Kaufkraft ihrer zukünftigen Rente auswirken könnten.

Von der Gesetzesinitiative zum Regelbetrieb

Die Entstehung dieses digitalen Werkzeugs ist eng mit der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung verknüpft. Den rechtlichen Grundstein legte das im Februar 2021 in Kraft getretene Rentenübersichtsgesetz. Mit der Umsetzung wurde die Deutsche Rentenversicherung Bund betraut, die hierfür die „Zentrale Stelle für die Digitale Rentenübersicht“ einrichtete.

Die Entwicklung des Portals erfolgte in Rekordzeit unter Anwendung „agiler Methoden“. Bereits im Dezember 2022 startete eine erste Pilotphase mit Testnutzern. Im Juni 2023 ging die Plattform für die breite Öffentlichkeit online, bevor sie im Dezember 2023 offiziell in den Regelbetrieb überging. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung wird bis Ende 2026 durch den Europäischen Aufbauplan (NextGenerationEU) gedeckt, was den Stellenwert des Projekts als digitales Vorzeigevorhaben unterstreicht.

Warum die persönliche Planung jetzt wichtiger ist

Die Relevanz einer frühzeitigen und präzisen Altersvorsorgeplanung ist angesichts sinkender Rentenniveaus und einer alternden Gesellschaft massiv gestiegen. Die Digitale Rentenübersicht dient dabei als entscheidendes Kontrollinstrument. Sie ermöglicht es, etwaige Versorgungslücken frühzeitig zu identifizieren, bevor es für Gegenmaßnahmen zu spät ist.

Besonders wertvoll ist die Plattform für Menschen mit fragmentierten Erwerbsbiografien. Wer häufig den Arbeitgeber gewechselt hat, verliert oft den Überblick über kleine Anwartschaften in der betrieblichen Altersvorsorge. Das Portal macht diese „vergessenen“ Ansprüche wieder sichtbar. Experten weisen jedoch darauf hin, dass das Portal eine professionelle Beratung nicht ersetzt, sondern die dafür notwendige Datenbasis liefert. Die exportierbaren Daten (als PDF oder CSV) können direkt als Grundlage für Gespräche bei Rentenberatern oder Verbraucherzentralen genutzt werden.

Die Kehrseite: Hohe Hürden für digital weniger affine Menschen

Trotz des hohen Nutzens steht das Portal auch in der Kritik, da der Zugang eine signifikante Hürde darstellt. Um die sensiblen Finanzdaten zu schützen, ist ein hohes Sicherheitsniveau erforderlich. Nutzer benötigen für die Anmeldung einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID), ein NFC-fähiges Smartphone sowie die „AusweisApp“.

Diese Anforderungen stellen insbesondere ältere Generationen oder Menschen, die mit digitalen Endgeräten weniger vertraut sind, vor große Herausforderungen. Viele wissen nicht, ob ihre eID aktiviert ist oder haben den dazugehörigen PIN-Brief verlegt. Kritiker bemängeln, dass genau die Gruppen, für die eine Rentenplanung am dringlichsten wäre, durch diese technologischen Eintrittsbarrieren ausgeschlossen werden könnten.

Während digital versierte „Digital Natives“ das Portal mühelos nutzen, bleibt die Registrierungsquote im Vergleich zu den Zugriffszahlen gering. Zwar wurde der Prozess bereits optimiert – etwa durch die Möglichkeit, sich mit neu ausgestellten Ausweisen einfacher anzumelden –, doch bleibt der „digitale Graben“ ein zentrales Problem für die gesellschaftliche Durchdringung des Angebots.


Die Digitale Rentenübersicht ist ein mächtiges Instrument zur finanziellen Souveränität. Sie schafft die notwendige Transparenz in einem zuvor undurchsichtigen System, erfordert von den Bürgern jedoch eine gewisse digitale Bereitschaft, um von diesen Vorteilen zu profitieren.


Wer sich über das Thema Rente generell informieren möchte, kann einen Einführungsvortrag bei Billabong besuchen. Terminlink

Teile diesen Beitrag mit Freunden