Kategorie: RiedbergNEWS

Straßen nach Naturwissenschaftlern der Goethe-Universität benannt

Nun ist es für jedermann sichtbar: Die Mikrobiologin Emmy Klieneberger-Nobel, der Atomphysiker Friedrich Hermann Hund und der Chemiker Sir Alexander Todd sind die mit der Goethe-Universität verbundenen Naturwissenschaftler, die drei bislang namenlosen Straßen auf dem Campus Riedberg einen Namen geben.

Der Ortsbeirat 8 hatte sich im Sommer 2018 für die Namensvorschläge der Universität ausgesprochen; nun wurden die neuen Straßennamen Ende Juni mit dem Anbringen der Schilder öffentlich gemacht.

Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz, der im Ortsbeirat engagiert für die drei Wissenschaftler geworben hatte, ist froh über diesen Schritt. „Wir erinnern nicht nur an drei hervorragende Forscher, die mit der Goethe-Universität verbunden sind und von denen zwei – Hund und Todd – in die Geschichte ihres Fachs eingegangen sind. Wir würdigen im Fall von Emmy Klieneberger auch eine Frau und Jüdin, die ihre wissenschaftliche Laufbahn nur unter schwersten Bedingungen beginnen und fortsetzen konnte.“

Die Bakteriologin Emmy Klieneberger-Nobel (1892-1985) war die erste Frau, die in den 20er Jahren an der Universität Frankfurt gegen Widerstände von Kollegen habilitiert wurde. Mit ihr wird nicht nur an eine der wenigen Frauen in den Anfängen der Universität erinnert, sondern auch an das Schicksal der jüdischen Universitätsangehörigen im Nationalsozialismus: 1933 wurde der Bakteriologin aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen. Kurz darauf emigrierte sie nach London, wo sie ihre Forschungen bis zu ihrer Emeritierung fortsetzen und sich als Mitentdeckerin der sogenannten Mykoplasmen einen Namen machen konnte. Ihren Namen trägt nun der Weg am Biologicum.

Die campusinterne Verbindung von Physikalischen und Chemischen Instituten ist nach dem renommierten Atomphysiker Friedrich Hund (1896-1997) benannt. Der Assistent Max Borns und Kollege Werner Heisenbergs war von 1951 bis 1957 in Frankfurt Ordinarius für Theoretische Physik. Mit den berühmten „Hundschen Regeln“ über Elektronen prägte er den Wandel der Quantentheorie in den zwanziger Jahren; er gilt ebenso als Entdecker des später sogenannten, für die Entwicklung der Quantenmechanik bedeutenden „Tunneleffekts“.

Die Zufahrtsstraße von der Altenhöferallee in Richtung Biozentrum erinnert an den Chemiker und Nobelpreisträger Sir Alexander Robertus Todd (1907-1997). Der Brite Todd promovierte an der Universität Frankfurt, danach kehrte er nach Großbritannien zurück, wo er nach mehreren Stationen bis zu seiner Emeritierung an der Universität Cambridge lehrte. Alexander Todd war einer der Pioniere der Erforschung der Nukleinsäuren, mit denen er Grundsteine für die moderne Genetik, Biochemie und Molekularbiologie legte. 1957 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Die Entscheidung für die drei Naturwissenschaftler war in der Goethe-Universität bereits Anfang 2015 gefallen. Mit dem Anbringen der Straßenschilder auf dem Campus der Naturwissenschaften kommt der Prozess der Straßenbenennung nun zu einem Abschluss.

Informationen und Foto: Goethe-Universität

Tempo 30 am Riedberg nicht möglich

Die Hoffnung auf ein generelles Tempolimit am Riedberg scheint zerplatzt: Wie der Magistrat in einer aktuellen Stellungnahme mitteilt, erlaubt die Straßenverkehrsordnung keine Reduzierung auf 30 km/h auf Haupterschließungsstraßen wie der Altenhöferallee.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch der Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg hatten auf Tempo 30 auf den großen Stadtteil-Straßen wie der Altenhöferallee gehofft. Der Fahrzeugverkehr solle „ruhiger und disziplinierter“ gestaltet werden, hieß es im März im Antrag des Ortsbeirates für das Tempolimit. Einerseits aus Sorge um die Sicherheit von Kindern und Radfahrern, andererseits, weil der Riedberg inzwischen auch vom Durchgangsverkehr als Abkürzung Richtung Autobahn und City genutzt wird. Und aufgrund der Beobachtung und Erfahrung, dass nachts die großzügig ausgebaute Altenhöferallee zum Rasen einlädt, mit weit höheren Geschwindigkeiten als die derzeit erlaubten 50 Stundenkilometer.

Doch gerade das letzte Argument pro Tempo 30 ist zugleich der Hauptgrund für das klare Nein aus dem Magistrat. Denn das vor fast zwei Jahrzehnten geplante Verkehrskonzept für den Riedberg sieht ein hierarchisch gegliedertes Straßennetz vor. Die großen Stadtteil-Straßen Altenhöferallee, sowie auch weitere wie Graf-von-Stauffenberg-Allee und Riedbergallee dienen zur Sammlung des Quell- und Zielverkehrs, auch in Richtung Rosa-Luxemburg-Straße und Marie-Curie-Straße. In der aktuellen Stellungnahme zum Ortsbeirats-Antrag heißt es explizit: „Haupterschließungsstraßen können aufgrund ihrer Verkehrsbedeutung und ihres Ausbaustandards nicht Teil einer Tempo-30-Zone sein“ – das ist in der Straßenverkehrsordnung klar geregelt.

Tempo 30 nur vor Einrichtungen wie Schulen und Kitas

Vor „sicherheitsempfindlichen Einrichtungen“ wie Schulen und Kitas sind Tempo-30-Zonen weiterhin möglich und am Riedberg bereits überwiegend geschaffen. Ebenso können diese durchgesetzt werden, wenn eine Häufung von geschwindigkeitsbedingten Unfällen vorliegt.

Zusammengefasst bedeutet die Stellungnahme des Magistrats: Die Rechtsvorschrift Straßenverkehrsordnung erlaube „keine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h in den genannten Straßen“. Die Hoffnung auf ein generelles Tempolimit im Stadtteil hat sich damit höchstwahrscheinlich zerschlagen.

Foto: Archiv

Gleisbau: U9 fährt nicht, U8 fährt planmäßig

Neue Informationen zu den Sommerferien-Baustellen im RMV: Ab Montag bis zum 3. August fährt die U9 wegen Gleisbauarbeiten nicht, es ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die U8 fährt aber weiterhin planmäßig zum Riedberg.

In der Zeit von Montag, 6. Juli, circa 2 Uhr, bis Samstag, 1. August, circa 3 Uhr, ist die U-Bahnlinie U2 zwischen Riedwiese/Mertonviertel und Nieder-Eschbach unterbrochen. Grund sind Gleisbauarbeiten zwischen Kalbach und Nieder-Eschbach. Die U2 verkehrt nur zwischen Südbahnhof und Riedwiese/Mertonviertel sowie zwischen Nieder-Eschbach und Bad Homburg-Gonzenheim. Zwischen Riedwiese/Mertonviertel und Nieder-Eschbach findet kein Betrieb der U2 statt.

Im Anschluss daran, von Samstag, 1. August, circa 3 Uhr bis Montag, 3. August, circa 1.30 Uhr, verkehrt die U2 nur zwischen Südbahnhof und Heddernheim sowie zwischen Nieder-Eschbach und Bad Homburg-Gonzenheim. Grund dafür sind Arbeiten an der Fahrleitung. Von Heddernheim nach Nieder-Eschbach und zurück fährt die Linie U2 nicht.

Linie U9 fährt nicht

Die Linie U9 fährt während der gesamten Bauarbeiten nicht. Der Riedberg ist mit der Linie U8 planmäßig erreichbar.

Schienenersatzverkehr mit Bussen

Ein Schienenersatzverkehr mit Gelenkbussen zwischen Heddernheim, Riedwiese/Mertonviertel über Unicampus/Riedberg, Kalbach, Bonames Mitte und Nieder-Eschbach wird im gesamten Zeitraum eingerichtet.

RMV-Fahrplanauskunft ist aktuell

Über die RMV-App und auf http://www.rmv-frankfurt.de können sich Fahrgäste über die Fahrpläne und ihre neuen Verbindungen informieren. Auch die Mitarbeiter am RMV-Servicetelefon unter 069/24248024 sind rund um die Uhr erreichbar und beraten gerne.

Foto: MAINRiedberg

Nach Flüchtlings-Protest: Aufklärung der Vorwürfe gefordert

Undichte Dächer, Ungeziefer, enge Wohnverhältnisse, Hygienemängel und mangelndes Verständnis bei den Mitarbeitern des Trägers: Rund 100 Flüchtlinge haben Mitte Juni gegen die schlechten Zustände in der Unterkunft am Alten Flugplatz Bonames protestiert. Das zeigt jetzt Wirkung.

Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) fordert eine tiefgreifende Aufklärung aller Umstände, die zu den Vorwürfen führten, beziehungsweise der Gesamtsituation der Leitung der Flüchtlingsunterkunft.

„Wir wissen, dass die Flüchtlinge selbst kaum eine Lobby haben und deshalb Schwierigkeiten haben, ihre Probleme anzusprechen, geschweige denn, sie zu lösen. Aus diesem Grund müssen sich andere für sie einsetzen. Vorrangig aber ist die Aufklärung des Sachverhaltes, damit eventuelle Versäumnisse oder Fehler öffentlich werden und dann auch beseitigt werden können“, heißt es von der KAV.

Foto: Archiv

Schüler sammeln Bälle für Jugend-Projekt in Tansania

Tolle Sammelaktion! Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Riedberg sammeln noch bis einschließlich morgen Bälle für ein Jugend-Projekt in Tansania – auch Vereine wie der SC Riedberg helfen mit. 

Partner der Sammelaktion ist die Sports Charity Mwanza – eine gemeinnützige Organisation, die Entwicklungshilfe in Tansania leistet, indem sie versucht, der Jugendarbeitslosigkeit von fast 90% mit Vereinssport entgegenzuwirken. 

Die beliebtesten Sportarten in Tansania sind Fußball, Volleyball, Basketball und Netball – also alles Ballsportarten, die ohne einen Ball nicht zu spielen sind. Bälle, die hier in Deutschland nicht mehr genutzt werden, können in Tansania noch über Monate bespielt werden. Denn dort haben viele Mannschaften und Vereine nur ein bis zwei Bälle zur Verfügung, da lange gespart werden muss, damit ein neuer Ball gekauft werden kann.

„Aus diesem Grund rufen wir zu einer Sammelaktion auf, bei der wir Fußbälle, Basketbälle und Volleybälle sammeln und an die SC Mwanza spenden. Egal, ob alt oder neu. Egal, ob platt oder aufgepumpt. Egal, ob intakt oder mit Loch (die Löcher werden wieder geflickt). Jeder Ball hilft!“, heißt es in einer Information des Gymnasiums.

Wer gerne noch mehr über die Sports Charity Mwanza erfahren möchte, kann die Homepage http://scmwanza.org/home-de aufsuchen. Dort sind weitere Hilfsprojekte und viele weitere Infos inklusive Bilder und Videos von den Projekten zu sehen.

Gesammelt werden die Bälle vor der Sporthalle der Schule in der Friedrich-Dessauer-Straße und noch im Laufe des Tages von der Hilfsorganisation abgeholt. Allerdings können aufgrund der Corona-Beschränkungen morgen Vormittag nur die Schülerinnen und Schüler der „C-Klassen“ noch Bälle abgeben. Ansprechpartner für Fragen ist die Fachschaft Sport.

Informationen: Gymnasium Riedberg 

Foto: SC Mwanza

Ferienspiele bei Billabong können stattfinden

Gute Nachrichten aus dem Familienzentrum Billabong: „Wir freuen uns, in diesem Jahr die beliebten Ferienspiele trotz Corona und unter bestimmten Auflagen durchführen zu können“, erklärt Sabine Fiedler vom Billabong-Vorstand. Dank intensiver Planungen ist es möglich, in der 2. – 5. Ferienwoche von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 9.30 Uhr bis 14.30 Uhr für Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren eine Betreuung anzubieten. Die maximale Gruppengröße für eine Ferienwoche beträgt 15 Kinder, da die Teilnehmerzahl aufgrund der Corona-Beschränkungen stark eingeschränkt ist. „Wir möchten aber dennoch den Eltern und Kindern die Gelegenheit einer Ferienbetreuung ermöglichen“, heißt es bei Billabong.

Zum Mittag wird es ein vom Team des Café Billabong zubereitetes Lunchpaket für jedes Kind geben. Bei der Anmeldung für die Ferienspiele werden Billabong-Mitglieder bevorzugt berücksichtigt – das Familienzentrum bittet dafür um Verständnis.

Die Billabong-Ferienspiele finden von der zweiten bis einschließlich der fünften Woche der Sommerferien statt. Wo? Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b, Frankfurt-Riedberg. Anmeldung und weitere Infos unter billabong-family.de

Foto: Billabong Family

FSJ’ler beim SC Riedberg gesucht

Der SC Riedberg bietet auch für den Durchgang 2020/2021 wieder jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren die Möglichkeit, ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Der Einsatz erfolgt sowohl in der Vereinsverwaltung und -organisation als auch im Trainingsbetrieb der Mannschaften vorwiegend im Jugendbereich. Integriert in das FSJ ist der Lizenzerwerb zum Übungsleiter Breitensport Profil Kinder und Jugendliche.

Abgewickelt wird das FSJ über die Sportjugend Hessen des Landessportbundes. Einsatzstelle ist der SC Riedberg. Der Einsatz beginnt am 1.09.2020 und dauert 12 Monate.

Nähere Infos findest Du unter www.sportjugend-hessen.de/freiwilligendienste/.

Bewerbungen nimmt der SC Riedberg ab sofort unter fsj@scriedberg.de entgegen. Für Fragen steht der Vorstand oder unsere aktuelle FSJ’lerin Rebekka gerne zur Verfügung.

Gastbeitrag: SC Riedberg e.V.
Foto: Florian Becker

Achtung! Das sind die Sommerbaustellen bei U2, U8 ud U9

Die VGF hat im ersten halben Jahr 2020 trotz Corona-Pandemie ihre Bauvorhaben verwirklicht. Auch in der zweiten Jahreshälfte sind diverse Arbeiten vorgesehen, um die Infrastruktur im U-Bahn- und Straßenbahnnetz zu erneuern und zu modernisieren. Allein für den Gleisbau wird die VGF bis Jahresende rund 15 Millionen Euro aufwenden.

Auch eine „Sommerbaustelle“ mit großen Auswirkungen auf den Betrieb gibt es 2020: die Erneuerung des in Teilen bis zu 40 Jahre alten Gleiskreuzes am Platz der Republik in den Sommerferien. Es gibt aber auch Einschränkungen bei den wichtigsten U-Bahnen in Richtung Riedberg.

U2 und U9 im Juli teilweise unterbrochen

Von Montag, 6. Juli, 2 Uhr, bis Montag, 3. August, 1.30 Uhr, sind Gleisbau-Arbeiten zwischen Kalbach und Nieder-Eschbach geplant. Die Linie U2 ist zwischen Heddernheim und Nieder-Eschbach unterbrochen,  die U9 zwischen Ginnheim und Nieder-Eschbach. Es gibt einen Schienenersatzverkehr zwischen Heddernheim und Riedberg und Kalbach, Bonames Mitte und Nieder-Eschbach.

U9 – Gleisbau am Nordwestzentrum

Von Montag, 3. August, 2 Uhr, bis Montag, 17. August, 3 Uhr, werden die Gleise zwischen Nordwestzentrum (NWZ) und Ginnheim erneuert. Die Linie U9 ist im gesamten Streckenabschnitt unterbrochen, es gibt einen Schienenersatzverkehr.

U8 – Baustelle zwischen Dornbusch und Hügelstraße

Diese Baustelle auf der meistbefahrenen Strecke Frankfurts beeinträchtigt U1, U2, U3 und U8. Von Sonntag, 4. Oktober, circa 9 Uhr, bis Montag, 5. Oktober, circa 1.30 Uhr, werden Gleis – und Fahrleitungsbauarbeiten zwischen Dornbusch und Hügelstraße durchgeführt.

Die Linie U1 (auch als Ersatz für U2, U3 und U8) verkehrt zwischen Südbahnhof und Eschenheimer Tor und als Linie U1 zwischen Ginnheim und Hügelstraße. Die U8 verkehrt zwischen Riedberg und Hügelstraße. 

Es gibt eine komplette Betriebsunterbrechung der Linien U1, U2, U3 und U8 zwischen Hügelstraße und Eschenheimer Tor. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.

Foto: Archiv

Abifeier unter Corona-Bedingungen

Herzlichen Glückwunsch zum Abitur! Mehr als 120 Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Riedberg hätten heute Abend viel zu feiern, allerdings ist aufgrund der Corona-Beschränkungen nur eine Abiturverleihung ohne Familien möglich – und kein Ball wie in den vergangenen Jahren.

Schulleiter Helmut Kühnberger schreibt in einer Mail an die Schulgemeinde, insbesondere an die Eltern der Abiturienten gerichtet: „Ich weiß, dass Sie sehr gerne dabei gewesen wären. Wir wissen, was es bedeutet, ein Kind zum Abitur zu bringen. Sehr gern hätten wir Sie daher bei der Verleihung (und auch beim Abiball) begrüßt. Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, dass dies dieses Jahr einfach nicht möglich ist.“

Wegen den Corona-Beschränkungen kann die Verleihung der Abiturzeugnisse nur mit den Abiturienten zusammen feiern. Die Stühle werden im Hof so aufgestellt, dass die vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden. Das wurde vorab so mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. Die Feier wird um 18 Uhr beginnen und rund drei Stunden später enden. Alle werden anschließend einen Mitschnitt der Veranstaltung erhalten, sodass sich auch Familie und Freunde die Veranstaltung später ansehen können.

Foto: MAINRiedberg

Fachärztezentrum: Es gibt noch keine Lösung!

Die Schließung des Fachärztezentrums Riedberg hat auch die Lokalpolitik „kalt erwischt“. Auf drängende Fragen gab es vom bisherigen Betreiber im Ortsbeirat nur vage Antworten. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen führt weiterhin Gespräche, um die Versorgung vor Ort aufrechtzuerhalten. Doch die Sorge im Stadtteil nimmt zu.

Zu Beginn der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Freitag bekannte die Ortsvorsitzende Carolin  Friedrich: „Wir haben mit Schrecken vernommen, dass das Fachärztezentrum Ende September geschlossen wird.“ In Riedberg und Kalbach mit ingesamt 21.000 Einwohnern gibt es derzeit nur drei Praxen von Allgemeinmedizinern vor Ort plus das Ärztezentrum. Sollte keine Nachfolgeregelung gefunden werden, sehen Lokalpolitiker die Versorgung in so wichtigen Bereichen wie Kinderheilkunde und Gynäkologie akut gefährdet. 

Warum aber wird das beliebte Zentrum geschlossen? Dr. Rafaela Korte, Geschäftsführerin des bisherigen Betreibers Fachärztezentrum Frankfurt GmbH (FÄZ), war gekommen, um Rede und Antwort zu stehen. Das FÄZ hat derzeit sieben Standorte. In der Patienteninformation zur Schließung am Riedberg ist von einer „strategischen Neuorientierung“ der GmbH die Rede, im Ortsbeirat sprach die Geschäftsführerin von einer „umfänglichen strategischen Überprüfung“, aufgrund der man diese Entscheidung getroffen habe. Konkretere Aussagen dazu gab es nicht.

Die FÄZ-Geschäftführerin wurde auch damit konfrontiert, dass sich Patienten schon jetzt über eine schlechte Erreichbarkeit des Ärztezentrums beschweren und darüber, dass selbst notwendige U-Untersuchungen für Kinder nicht mehr durchgeführt würden. Sie kündigte an, dass zusätzliche Stellen geschaffen werden sollen, um die telefonische Erreichbarkeit zu verbessern. Sie wies aber auch darauf hin, dass sich Mitarbeiter „gegebenenfalls schon frühzeitig umorientieren wollen“. Auch hier sei man auf der Suche nach Vertretungskräften.

Fachärzte am Riedberg – das ändert sich definitiv

Ziel sei es nach wie vor, dass eine nahtlose und lückenlose Versorgung sichergestellt werden könne. Doch das Verfahren ist kompliziert, da die Ärzte nur noch bis 30. September beim FÄZ angestellt sind und die entsprechenden „Kassenarztsitze“ von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen neu und zentral ausgeschrieben werden. Es müsste also ein neuer großer Betreiber gefunden werden oder Bewerber müssten sich selbständig machen. 

Wenn alles klappt, könnten am Riedberg die Arztsitze für Psychotherapie, zwei Sitze für Gynäkologie und einer für Pädiatrie nachbesetzt werden. Die bisher praktizierende Gynäkologin Ulrike Embaye kam extra zur Sitzung und erklärte, sie schätze den Standort sehr und möchte „gerne am Riedberg bleiben“.

Die bisherige halbe Stelle für Neurologie will das FÄZ mit der Neurologie in ihrem Zentrum in Praunheim zusammenlegen. Einen Neurologen wird es also nicht mehr im Stadtteil geben.

Noch kein Bewerber für den Kinderarzt-Sitz

Fast im Nebensatz fiel folgende Aussage, die noch für Zündstoff sorgen könnte: Derzeit würde bei der Ausschreibung der KV für einen Kinderarzt „noch keine Bewerbung vorliegen“, so Geschäftsführerin und Krankenhausmanagerin Rafaela Korte. Was übersetzt bedeutet, dass noch überhaupt nicht sichergestellt ist, dass in Frankfurts jüngstem Stadtteil auch in Zukunft ein Kinderarzt praktizieren wird. 

Die Kassenärztliche Vereinigung sagt indes auf Nachfrage von MAINRiedberg: „Wir sind hinsichtlich einer zufriedenstellenden Lösung vorsichtig optimistisch.“

„Es werden schon jetzt händeringend Praxismöglichkeiten gesucht“

So optimistisch scheint man im Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg nicht zu sein. Sorge machen auch die fehlenden Räumlichkeiten. Das bisherige Zentrum ist für eine „normale“ Gemeinschaftspraxis zu teuer und zu groß und eine Abtrennung verschiedener Räumlichkeiten erscheint fraglich – zumal noch ein Mietvertrag besteht und für den Vermieter kein akuter Handlungsbedarf besteht. Siehe die früheren TEMMA-Räume, die zwei Jahre lang leerstanden, weil auch hier noch ein Mietvertrag, in diesem Fall mit Rewe, lief. 

Hinzu kommt folgende Information der Ortsvorsteherin: „Es werden schon jetzt händeringend Praxismöglichkeiten am Riedberg gesucht, die aber erst ab 2021 zur Verfügung stehen.“ In Neubauten im Westflügel. Andere Räume als das bisherige Ärztezentrum in so kurzer Zeit zu finden „ist fast unmöglich“.

Der Ortsbeirat sieht jetzt den Magistrat in der Pflicht, dabei mitzuwirken, dass die Versorgung im Stadtteil sichergestellt wird. Mehrere Anträge zu diesem Thema von CDU, SPD, Grünen und FDP wurden in der vergangenen Woche verabschiedet.

Fragen warf die Erklärung von FÄZ-Geschäftsführerin Korte auf, dass die Schließung des Riedberger Zentrums von beiden entscheidenden Gremien der GmbH „besprochen, beraten und getragen wurde“. Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, zu der Tochtergesellschaften wie die Fachärztezentrum Frankfurt GmbH, aber auch das Nordwest-Krankenhaus gehören, sind eng mit der Stadt verbunden. Vorsitzender im Aufsichtsrat und Senior im so genannten Pflegamt ist Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Der war ebenfalls eingeladen, habe es aber abgelehnt zu kommen, so Ortsvorsteherin Carolin Friedrich. Auch kein Vertreter stand für Fragen zur Verfügung.

Foto: MAINRiedberg