Alle Artikel von Andreas Woitun

Bevölkerungsschutz in Kalbach-Riedberg: Magistrat nimmt Stellung zur Krisenvorsorge

Symbolbild zum Thema Krisenvorsorge

Wie gut ist der Stadtteil Kalbach-Riedberg auf langanhaltende Stromausfälle oder andere Krisenszenarien vorbereitet? Diese Frage warf die FDP-Fraktion im Januar 2026 mit einem Antrag unter dem Titel „Bevölkerungsschutz in Kalbach-Riedberg – Zeitenwende jetzt!“ auf.

Hintergrund waren unter anderem großflächige Stromausfälle in Berlin sowie die Sorge vor Sabotageakten auf kritische Infrastrukturen. Die Antragsteller forderten einen lokalen Vorsorgeplan und warnten davor, den Zivilschutz rein als Aufgabe des Bundes zu sehen. Nun liegt die offizielle Stellungnahme des Magistrats aus dem Mai 2026 vor, die detailliert auf die verschiedenen Infrastrukturbereiche eingeht.

Notunterkünfte und öffentliche Einrichtungen

Im Krisenfall sieht die Frankfurter Krisenplanung Liegenschaften im Stadtgebiet vor, die als Notunterkünfte eingerichtet werden können. Die dafür notwendige Ausstattung, wie etwa Feldbetten, wird zentral im Katastrophenschutzlager der Stadtverwaltung vorgehalten und im Bedarfsfall in den Ortsbezirk transportiert. Eine feste Bevorratung direkt vor Ort in den Sporthallen des Stadtteils existiert somit nicht.

Schulen und Kindertageseinrichtungen im Ortsbezirk 12 verfügen zudem über keine Notstromaggregate, um den regulären Betrieb bei einem Stromausfall aufrechtzuerhalten. Der Magistrat verweist darauf, dass hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht und derzeit keine entsprechenden Nachrüstungen vorgesehen sind.

Nahversorgung und öffentlicher Nahverkehr

Auch für das Nahversorgungszentrum am Riedbergplatz sowie die Supermärkte in Kalbach und am Riedberg sind keine städtischen Notstromaggregate eingeplant. Eine rechtliche Pflicht zur Vorhaltung solcher Geräte existiert für die privaten Betreiber nicht.

Beim öffentlichen Nahverkehr hängt der Betrieb der U-Bahnen direkt am öffentlichen Stromnetz. Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) transformiert die Netzspannung in eigenen Gleichrichterwerken für den Fahrstrom. Fällt ein Versorgungsabschnitt aus, kann die Leitung teilweise über benachbarte Abschnitte gespeist werden. Auf die generelle Sicherheit der externen Netzeinspeisung hat die VGF jedoch keinen Einfluss.

Energieversorgung, Feuerwehr und Altenheime

Die Fernwärmeversorgung, die große Teile des Riedbergs versorgt, wird durch die Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) und die Mainova AG sichergestellt. Beide Unternehmen verfügen über interne Krisenpläne sowie ein abgestuftes Last- und Engpassmanagement. Da das Frankfurter Fernwärmenetz als Verbundnetz organisiert ist und von mehreren Erzeugungsanlagen gespeist wird, gilt die Versorgung als hochverfügbar.

Die Freiwillige Feuerwehr Kalbach ist im Krisenfall voll einsatzbereit und dient zudem als offizielle Notfallmeldestelle für die Bevölkerung. Keine konkreten Angaben konnte der Magistrat hingegen zu den Alten- und Pflegeheimen machen. Die Krisenvorsorge und eventuelle Evakuierungsplanungen liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Träger.

Eigenvorsorge und Informationsangebote

Der Magistrat betont deutlich, dass der Katastrophenschutz den Ausfall kritischer Infrastruktur bei extremen Schadenslagen nicht vollständig kompensieren kann. Daher wird nachdrücklich an die Eigenvorsorge der Bürger appelliert. Informationsmaterialien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie spezielle Hinweise der Feuerwehr Frankfurt stehen hierzu online bereit.

Auf Aufklärung wird bereits gesetzt: Die Branddirektion erreicht mit Brandschutz-Erziehungen jährlich rund 6.000 Vorschul- und Grundschulkinder. Für ältere Schüler gibt es im aktuellen Lehrplan zwar noch keine Pflichtschulungen, die Kultusministerien beraten jedoch darüber. Aktuell wird ein Konzept für Projekttage in der 9. Jahrgangsstufe erarbeitet, dessen flächendeckende Umsetzung jedoch personalintensiv ist. Nachhaltig soll vor allem die Fortbildung von Lehrkräften gestärkt werden.

Zusätzlich informieren die Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei Festen, Tagen der offenen Tür sowie in kostenlosen Erste-Hilfe-Kursen über den Selbstschutz. Entsprechende Kurse der Volkshochschule stießen in der Vergangenheit allerdings auf nur geringe Nachfrage, sollen aber weiter vorgehalten werden. Eine weitergehende Ausweitung des Angebots im Stadtteil erfordert laut Magistrat zusätzliche personelle und strukturelle Rahmenbedingungen.

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Frankfurt investiert in die digitale Zukunft von Senioren: Neues Förderprogramm gestartet

Digitale Teilhabe im Alter: Berung von Senioren durch junge Helfer

Die fortschreitende Digitalisierung verändert den Alltag grundlegend. Ob die Vereinbarung von Arztterminen, das Buchen von Fahrkarten oder Behördengänge – viele zentrale Dienstleistungen verlagern sich zunehmend in den digitalen Raum.

Um ältere Menschen nicht von gesellschaftlichen Angeboten auszuschließen und ihre Selbstständigkeit zu bewahren, hat die Stadt Frankfurt ein umfassendes Förderprogramm zur digitalen Teilhabe im Alter initiiert. Das Angebot richtet sich gezielt an Senioren, die bislang kaum Zugang zur digitalen Welt haben oder von finanzieller Armut betroffen sind.

Finanzielle Zuschüsse für Endgeräte

Ein wesentlicher Baustein des Programms ist die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der notwendigen Hardware. Das Jugend- und Sozialamt stellt für berechtigte Personen ab 65 Jahren einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro bereit. Dieses Geld ist zweckgebunden für den Kauf eines Laptops, Tablets oder Smartphones gedacht.

Anspruchsberechtigt sind Frankfurter Bürger, die zum Zeitpunkt der Antragstellung Sozialleistungen wie Grundsicherung oder Wohngeld beziehen oder Inhaber eines Frankfurt-Passes sind. Die Abwicklung und Auszahlung des Zuschusses erfolgt direkt über die zuständigen Sozialrathäuser in den Stadtteilen Bockenheim, Gallus und Ost, wo die Bedarfslage für Unterstützung im Alter besonders hoch eingestuft werden.

Kostenlose Schulungsangebote und das Projekt „DiTA“

Neben der Bereitstellung von Geräten spielt die Vermittlung von digitalem Wissen eine zentrale Rolle. Unter dem Titel „Digitale Teilhabe im Alter – Quartiersnahe Versorgung in Frankfurt am Main“ (DiTA) setzt das Jugend- und Sozialamt gemeinsam mit der Frankfurt University of Applied Sciences ein wissenschaftlich begleitetes Projekt um. Gefördert wird diese Initiative bis Mai 2027 durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Aktuell werden passgenaue, kostenlose Schulungsangebote erarbeitet. Diese richten sich an Empfänger von Sozialtransfers über 65 Jahre sowie generell an alle Frankfurter Bürger über 75 Jahre. Zudem soll eine umfassende Bestandsaufnahme bereits existierender Angebote für Senioren stattfinden, um diese in Kooperation mit freien Trägern, Initiativen und Fachkräften gezielt weiterzuentwickeln. Durch eine zusätzliche Förderung des Frankfurter Almosenkastens in Höhe von 26.000 Euro ist die Teilnahme an allen entsprechenden städtischen Angeboten für ältere Menschen kostenfrei möglich. Eine Übersicht stellt die städtische Leitstelle Älterwerden bereit.

Ehrenamtliches Netzwerk und soziale Integration

Flankiert werden die städtischen Maßnahmen durch das Engagement des »Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe«. Der Verband setzt auf den gezielten Aufbau wohnortnaher Infrastrukturen in Bibliotheken, Pflegeeinrichtungen und öffentlichen Computerräumen. Um bestehende Berührungsängste und Sicherheitsbedenken beim Datenschutz abzubauen, wird ein Netzwerk aus geschulten, ehrenamtlichen Helfern aufgebaut.

Prävention gegen soziale Isolation

Die Verantwortlichen betonen die Dringlichkeit des Vorhabens. Fehlende digitale Kompetenzen oder mangelnde finanzielle Ressourcen führen in vielen Fällen zu einer unfreiwilligen Isolation. Besonders betroffen sind ältere, pflegebedürftige Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen sowie statistisch gesehen alleinlebende Frauen. Laut Sozialdezernentin Elke Voitl bedeutet die Teilnahme am digitalen Leben heute unweigerlich die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Ziel des Gesamtprogramms ist es, älteren Bürgern ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu sichern, das geistige Wohlbefinden zu stärken und der Vereinsamung nachhaltig entgegenzuwirken.

Beantragungsweg

Die Pauschale für digitale Grundausstattung kann in den Sozialrathäusern angefragt werden. Der Fokus liegt auf den drei Sozialrathäusern Ost, Bockenheim und Gallus, da in diesen Sozialbezirken die Teilhabebelastung im Alter besonders hoch ist. Alle Sozialrathäuser das heißt auch das Sozialrathaus Nord haben die Möglichkeit Gutscheine für die kostenfreie Inanspruchnahme digitaler Schulungsangebote auszuhändigen. Die Zielgruppe hier sind: Frankfurter mit Alter ab 65 Jahren, die Sozialtransfers erhalten oder die über 75 Jahre alt sind. Der Gutschein gilt sowohl für Einzelhilfe als auch für Kurse und Workshops.

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Wanderausstellung „Kinder haben Rechte“ zu Gast am Riedberg: Kinderrechte können entdeckt werden

Wanderausstellung

Von Montag, 29. Juni, bis Donnerstag, 6. August, ist die Wanderausstellung „Kinder haben Rechte“ erstmals zu Gast im Familienzentrum und Mehrgenerationenhaus Billabong am Riedberg. Kinder, Familien und Interessierte sind eingeladen, Kinderrechte spielerisch zu entdecken, auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wie funktioniert Mitbestimmung im Alltag? Warum haben Kinder ein Recht auf Schutz, Bildung und Freizeit? Und wo spielen Kinderrechte im eigenen Leben eine Rolle? An 6 interaktiven Mitmach-Stationen lädt die Ausstellung dazu ein, diesen Fragen nachzugehen. Besucher können ausprobieren, rätseln, diskutieren und eigene Gedanken einbringen.

„Die Umsetzung der Kinderrechte ist eine zentrale Voraussetzung für eine gerechte und zukunftsfähige Stadt. Sie müssen im Alltag sichtbar und wirksam werden. Die Ausstellung macht deutlich, was das konkret heißt“, sagt die Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen.

Nach dem großen Erfolg der Ausstellung im Jungen Museum ist sie nun erstmals in einem Frankfurter Stadtteil zu sehen. Ziel ist es, Kinderrechte direkt dorthin zu bringen, wo Kinder und Familien leben, lernen und ihre Freizeit verbringen.

„Dass die Ausstellung jetzt bei uns am Riedberg Station macht, ist für uns etwas Besonderes“, sagt Anja Hohmann, Leiterin des Familienzentrums Billabong. „Mit der Ausstellung setzen wir die Kinderrechte in den Mittelpunkt und schaffen einen Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsames Entdecken. Wir freuen uns darauf, viele Kinder, Familien und Interessierte bei uns begrüßen zu dürfen.“

Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Für Gruppen werden vormittags Führungen angeboten. Termine können per E-Mail an info@billabong-family.de vereinbart werden. Informationen zu den Öffnungszeiten finden sich auf der Website des Familienzentrums unter billabong-family.de.


Hintergrund

Kinderrechte sind das Fundament für gutes Aufwachsen. Die Wanderausstellung „Kinder haben Rechte“ macht ausgewählte Artikel der UN-Kinderrechtskonvention anschaulich und alltagsnah zugänglich. Sie lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, sich mit Kinderrechten auseinanderzusetzen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie sie im Alltag gelebt werden können. Die Ausstellung eignet sich für Kinder ab 6 Jahren.

Weitere Informationen finden sich unter kinderbuero-frankfurt.de.

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Baustopp am Urselbach: Gift-Fund stoppt Renaturierung im Mertonviertel

Symbolbild Kontaminierter Boden am Urselbach

Kontaminierte Erde und fehlende Deponiekapazitäten verzögern ökologische Ausgleichsmaßnahmen am Eschersheimer Wehr.

Mertonviertel

Die ambitionierten Renaturierungsmaßnahmen am Urselbach im Mertonviertel sind unerwartet zum Stillstand gekommen. Bei Ausgrabungsarbeiten im Bereich der Sandelmühle und am Oberwasser des Eschersheimer Wehrs stießen Arbeiter auf erheblich kontaminierten Boden. Da die belastete Erde aufgrund akuten Deponiemangels nicht abgetragen werden kann, ruhen die Arbeiten vorerst komplett. Dies sorgt für erhebliche Unruhe im Ortsbeirat 8, der nun eine rasche Aufklärung fordert.

Das Ausmaß der Kontamination

Konkret betrifft der Fund eine Tieferlegung des Urselbach-Bachbetts auf einer Länge von rund 400 Metern sowie die Schaffung einer neuen Verbindung zwischen der Nidda und dem Urselbach. Nach Angaben von Christine Holch, Fraktionsmitglied der Grünen im Ortsbeirat 8, sind die Arbeiter bei den Ausgrabungen auf giftige Schichten gestoßen. Besonders brisant: Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes wurde eine Verseuchung mit Bromabfall festgestellt, die bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern reicht.

Gesundheitsgefahren durch offene Lagerung

Neben der Verzögerung des Projekts wirft die aktuelle Situation akute Sicherheitsfragen auf. Die Fraktionsmitglieder des Ortsbeirats äußerten sich besorgt über den Zustand der Baustelle. Die kontaminierte Erde liegt derzeit völlig ungeschützt auf dem Gelände – sie ist weder abdeckungstechnisch gesichert noch in Schutztüten verpackt. Angesichts der anhaltend trockenen Witterung besteht die Gefahr, dass giftiger Staub weit über das Areal verweht wird. Dies stellt eine ernsthafte gesundheitliche Gefährdung für Anwohner und Passanten dar, da das Niddaufer rund um die Urselbachmündung als Naherholungsgebiet sehr beliebt ist.

Politischer Druck im Ortsbeirat

Der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) reagierte prompt. Die Fraktionen von Grünen und SPD brachten separate Dringlichkeitsanträge ein, die im Gremium zu einem gemeinsamen interfraktionellen Antrag zusammengefasst und einstimmig verabschiedet wurden. Die Lokalpolitik fordert von der Stadt Frankfurt eine zügige Aufklärung über die genauen Fundorte, unverzügliche Schutzmaßnahmen gegen Staubaufwirbelungen sowie einen verlässlichen Zeitplan für den Fortgang der Arbeiten.

Hintergrund: Historische Altlasten an der Sandelmühle

Für Kenner der Region kommt der Gift-Fund nicht völlig überraschend. Das Areal an der Sandelmühle blickt auf eine jahrzehntelange industrielle Nutzung zurück. Neben dem ehemaligen städtischen Gaswerk Heddernheim betrieb hier auch die VDO Adolf Schindling AG (später Continental AG) Produktionsstätten. Obwohl bis zum Jahr 2013 umfangreiche Altlastensanierungen stattfanden und die Stadt im Jahr 2024 eine akute Gefährdung des Grundwassers weitgehend ausschloss, warnte der Magistrat bereits damals, dass schadstoffhaltige Reste künstlicher Auffüllungen im Boden verblieben sein könnten. Bereits 2021 hatte der Ortsbeirat aufgrund von Berichten über einen im Jahr 2013 ausgelaufenen Großtank sowie Spuren einer Phosphorbombe zusätzliche Bodenproben gefordert.

Systemisches Problem: Der hessische Deponienotstand

Dass die Arbeiten nun komplett ruhen müssen, deckt ein tiefgreifendes infrastrukturelles Problem in Hessen auf: den akuten Mangel an Deponiekapazitäten. Hessen leidet seit Jahren unter einer drastischen Verknappung von Deponieraum für mineralische Abfälle. Während die Entsorgungskosten im Bereich der Erdarbeiten in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sind, hat sich die Lage im Jahr 2026 zu einem echten Notstand zugespitzt. Belasteter Erdaushub kann regional kaum noch ordnungsgemäß untergebracht werden, was kritische Infrastruktur- und Naturschutzprojekte massiv ausbremst.

Bedeutung für die lokale Infrastruktur

Die Verzögerung am Urselbach betrifft ein wichtiges ökologisches Großprojekt. Die Renaturierung wird von der Deutschen Bahn als gesetzliche Ausgleichsmaßnahme für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke von Frankfurt nach Bad Vilbel durchgeführt. Sie ist eng mit dem Umbau des Eschersheimer Wehrs verknüpft, das seit Anfang 2025 für rund 5 Millionen Euro ökologisch aufgewertet wird. Hier entstehen ein naturnaher Umfluter zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische sowie verbesserte Hochwasserschutzanlagen. Eigentlich sollten die Arbeiten Ende 2026 abgeschlossen sein – ob dieser Zeitplan durch den jetzigen Baustopp zu halten ist, bleibt ungewiss.

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Deine Stimme zählt – Elternbefragung zum Bildungs- und Teilhabepaket in Hessen

Symbolbild Teilhabepaket

Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
wissen Sie eigentlich, welche staatlichen Unterstützungen Ihnen für die schulische und gesellschaftliche Entwicklung Ihrer Kinder zustehen? Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket bietet finanzielle Hilfen für viele Bereiche des Familienalltags – vom gemeinsamen Mittagessen in der Kita oder Schule über Ausflüge bis hin zu Lernförderung und Vereinsbeiträgen. Doch die Realität zeigt: Viele dieser bereitgestellten Mittel werden von den berechtigten Familien noch lange nicht komplett abgerufen.

Woran liegt das? Fehlen verständliche Informationen? Ist die Beantragung zu kompliziert? Um genau das herauszufinden, wird aktuell eine wichtige wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik aus Köln mit einer Online-Elternbefragung beauftragt. Das erklärte Ziel: Es soll ermittelt werden, wie gut Familien in Hessen über das Paket informiert sind und an welchen Stellen gezielte Aufklärung fehlt.

Jeder kann mitmachen – Ihre Erfahrung ist gefragt!

Bei dieser Untersuchung stehen die Familien im Mittelpunkt und sollen selbst zu Wort kommen. Daher ist jeder Beitrag wertvoll. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Sie die Leistungen für Bildung und Teilhabe bereits bestens kennen, ob Sie schon einmal einen Antrag gestellt haben oder ob Sie bisher noch nie etwas davon gehört haben. Jede Rückmeldung hilft dabei, das System für die Zukunft zu verbessern.

Die Teilnahme an der Online-Umfrage dauert lediglich 15 bis 20 Minuten. Sie ist absolut freiwillig und wird vollkommen anonym durchgeführt; niemand kann Ihre Antworten zu Ihnen zurückverfolgen. Am bequemsten lässt sich der digitale Fragebogen am PC, Laptop oder Tablet ausfüllen, aber auch eine Teilnahme über das Smartphone ist problemlos möglich.

Attraktive Gewinne als Dankeschön

Als kleines Dankeschön für Ihre Unterstützung und Zeit wird die Teilnahme belohnt: Unter allen Teilnehmenden werden 20 Einkaufsgutscheine des »dm-Drogeriemarktes« im Wert von jeweils 50 Euro verlost. Wenn Sie an dieser Verlosung teilnehmen möchten, können Sie am Ende der Befragung einfach Ihre Kontaktdaten hinterlassen. Diese werden selbstverständlich getrennt von Ihren inhaltlichen Antworten verarbeitet.

Zögern Sie nicht und gestalten Sie die Zukunft der Familienförderung aktiv mit! Die Befragung läuft nur noch für kurze Zeit bis zum 17.07.2026.

Sie erreichen die Umfrage direkt im Internet unter folgendem Link:

https://umfrage.isg-institut.de/uc/hessen/

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um direktes Feedback zu geben und dafür zu sorgen, dass finanzielle Hilfen genau dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden – bei unseren Kindern. Das ISG Institut freut sich auf Ihre Teilnahme!

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Eine Genossenschaft expandiert in bedachten Schritten

Generalversammlung der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft e. G.(FraBeG) 2026

Am 8 Juni fand die 3. Generalversammlung der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) statt. Nach der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat war Zeit, sich ausgiebig mit den aktuellen und kommenden Projekten auseinanderzusetzen.

Mitgliederwachstum und Zeichnung von Anteilen

Derzeit bietet die Genossenschaft keine weiteren Anteile zur Zeichnung an, da es noch keinen zusätzlichen Finanzbedarf für neue Projekte gibt. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit Ende 2024 von 120 auf 160 Mitglieder erhöht. Es werden noch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die das Thema Reduzierung von CO2 -Emissionen in Frankfurt und Umgebung vorantreiben wollen.

Aktuelle Projektplanung

Es stehen derzeit zwei Vertragsabschlüsse kurz vor Abschluss. Mit der Umsetzung könnte noch dieses Jahr begonnen werden.

Die Kommunale Wärmeplanung

Ein weiteres großes Betätigungsfeld eröffnet die »Kommunale Wärmeplanung«. Der erste Entwurf dazu ist inzwischen veröffentlicht und die Verbände, die sich mit diesen Themen beschäftigen, sind aufgefordert, ihre Verbesserungsvorschläge dazu einzureichen. Wichtigster Kernpunkt in diesem Konzept ist, dass Bürger, Firmen und Verwaltungen im Stadtgebiet jährlich über eine Milliarde Euro ausgeben für das Heizen mit fossilen Brennstoffen (Öl, Gas, Kohle).

Dieses Geld fließt komplett ins Ausland und sorgt dort für den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen. Frankfurt und sein Umland profitieren davon nicht mehr. Wenn die »Kommunale Wärmeplanung« richtig umgesetzt wird, kann ein guter Teil dieses Geldes im Rhein-Main-Gebiet zum Einsatz kommen. Das bedeutet lokale Wertschöpfung und Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Rohstofflieferungen.

Windpark Schäferköppel

Zwei Dinge werden mit diesem Projekt in Frankfurt ein Novum sein: Zum ersten Mal wird ein Windpark auf Frankfurter Fläche entstehen. Zum anderen wird hier eine Kooperation zwischen einer Bürgerenergiegenossenschaft und Mainova ins Leben gerufen.

Seit März ist die Projektgesellschaft der Mainova mit den ersten Baumaßnahmen unterwegs. Zuerst mussten die bestehenden Wege zu den Standorten ausgebaut und stabilisiert werden. Danach wurden Kranstellflächen und Fundamentflächen vorbereitet. Derzeit wird schon an den zukünftigen Fundamenten gearbeitet. Danach werden Kabeltrassen verlegt, um den Windpark an das Frankfurter Stromnetz anzubinden.

Die 4 neuen Windenergieanlagen des Typs Nordex N163/6.X verfügen über eine Nennleistung von 6,8 Megawatt. Man erwartet einen jährlichen Ertrag von etwa 54 Gigawattstunden grünen Strom. Damit soll der jährliche Strombedarf von etwa 22.000 Zwei-Personen-Haushalten gedeckt werden.

Das besondere hierbei: Den umliegenden Anwohnern des Windparks wird die Möglichkeit gegeben, Genossenschaftsanteile zu zeichnen und so das Projekt direkt finanziell zu fördern und von den zukünftigen Erträgen einen entsprechenden Anteil zu bekommen.

Wenn die Kooperation in diesem Projekt zu einer erfolgreichen Umsetzung führt, werden sicherlich in Zukunft gemeinsam noch weitere interessante Projekte im Rhein-Main-Gebiet angegangen werden.


Weiterführende Links

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Neue Rekorde beim STADTRADELN: Frankfurter Teams auf der Eurobike ausgezeichnet

Stadtradeln 2026 - Siegerteams

Die diesjährige Klimaschutz-Kampagne „STADTRADELN“ in Frankfurt am Main war ein historischer Erfolg. Mit insgesamt 8.586 Radelnden und 400 angemeldeten Teams wurden gleich zwei neue Bestmarken aufgestellt. Auf der internationalen Fahrrad- und Mobilitätsmesse Eurobike wurden die erfolgreichsten Teilnehmer am vergangenen Samstag offiziell geehrt.

Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez sowie Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert zeichneten die fahrradbegeisterten Teams für ihre herausragenden Leistungen in insgesamt 10 Kategorien aus. Die anhaltende Begeisterung zeigt Wirkung: Vom 1. bis 21. Mai legten die Frankfurter insgesamt 1.522.737 Kilometer zurück – eine Strecke, die etwa 38 Erdumrundungen entspricht. Dadurch wurden rund 250 Tonnen CO2 im Vergleich zur Autonutzung vermieden.

Großer Erfolg für Kalbach-Riedberg

Ein besonderes Highlight aus lokaler Sicht betrifft den eigenen Stadtteil: Bei der diesjährigen Kampagne wurden erstmals die teilnehmerstärksten Stadtteile prämiert. Hierbei schaffte Kalbach-Riedberg den Sprung auf das Siegertreppchen und teilte sich gemeinsam mit dem Nordend einen hervorragenden zweiten Platz. Den Gesamtsieg in dieser neuen Wertung sicherte sich der Stadtteil Fechenheim. Dieser Erfolg unterstreicht das große Engagement der Bürger vor Ort für eine klimafreundliche Mobilität.

Urkunde für Gruppe Kalbach-Riedberg

Die Gewinner-Teams im Überblick

In den klassischen Teamwertungen lieferten sich zwei Großteams ein beeindruckendes Kopf-an-Kopf-Rennen:

  • KfW-Radelteam: Erreichte in der Kategorie über 100 Teilnehmer gleich dreimal den ersten Platz – für die meisten Fahrten (7.475), die meisten Teilnehmer (461) und die meisten Kilometer (90.814).
  • Roberts Team e.V.: Landete in allen drei Kernkategorien knapp dahinter auf dem zweiten Platz (7.427 Fahrten, 409 Teilnehmer, 88.170 Kilometer).

Aus Fairness und Teamgeist vereinbarten beide Spitzenreiter, ihre gewonnenen Catering-Gutscheine im Wert von 1.000 und 500 Euro geschwisterlich aufzuteilen.

In der Teamgröße von 51 bis 100 Teilnehmenden siegte „AUMOVIO Frankfurt“ mit 26.094 Kilometern, dicht gefolgt von den „Industrieparkradlern“ (24.025 Kilometer). Bei den kleineren Teams bis 50 Personen sammelten die „Sektion Frankfurt des DAV“ sowie die „DieBahnRadler“ die meisten Kilometer. Die höchste Pro-Kopf-Leistung erbrachte das Team „Wiesen-Klee“ mit erstaunlichen 1.151 Kilometern pro Person.

Nachwuchs und Verwaltung zeigen vollen Einsatz

Parallel wurde auch der Wettbewerb „SCHULRADELN“ ausgewertet, an dem eine Rekordzahl von 56 Frankfurter Schulen teilnahm. In der Kategorie des größten Schulteams im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl siegte die Grundschule Freie Schule Frankfurt vor dem Stadtgymnasium Frankfurt.

Bei der „Ämterchallenge“ der Stadtverwaltung bewies die „Stabsstelle 38“ (Zivile Verteidigung) mit 29 Fahrten pro Kopf den längsten Atem, gefolgt vom „Klimareferat“ mit 28 Fahrten. Als fahrradaktivste Familien wurden die „Großstadtbiker“ vor dem Team „Ruffy“ ausgezeichnet.

Alle Sieger durften sich über Bembel, Gutscheine für alkoholfreien Apfelwein, Urkunden und Sachpreise freuen. Für die Teamkapitäne gab es zudem Eintrittskarten für den Palmengarten. Das Frankfurter Umweltamt zieht eine durchweg positive Bilanz und setzt auch im nächsten Jahr auf eine starke Beteiligung der Bürger.

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Windiges Bürgerfest im Frankfurter Norden: Mainova informiert über den Windpark Schäferköppel

Windpark Schäferköppel - Rotoren

Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rhein-Main-Gebiet erreicht einen neuen Meilenstein. Um die Bevölkerung über den aktuellen Stand des Projekts „Windpark Schäferköppel“ zu informieren, lädt der Energieversorger Mainova zu einem Bürgerfest ein.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 3. Juli 2026, von 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Gelände des zukünftigen Windparks auf dem Galgenberg zwischen den Stadtteilen Kloppenheim, Ober-Erlenbach und Nieder-Erlenbach. Erreichbar ist das Festgelände über die Steinstraße, während die zentrale Baustellenzufahrt über die Landstraße L3205 verläuft. Für Familien wird ein Kinderprogramm sowie kostenlose Getränke und Snacks angeboten.

Der aktuelle Stand der Bauarbeiten

Mit dem Projekt entsteht erstmals ein Windpark direkt auf Frankfurter Stadtgebiet, genauer gesagt auf den Gemarkungen von Nieder- und Ober-Erlenbach. Da bereits vier Windkraftanlagen auf der angrenzenden Karbener Seite der Schäferköppel in Betrieb sind, verfügt die Mainova bereits über verlässliche Erfahrungswerte bezüglich der lokalen Windverhältnisse.

Die Erschließungsarbeiten und der Bau der notwendigen Infrastruktur haben im ersten Quartal 2026 begonnen. Seit März setzt die Projektgesellschaft Mainova WP Nieder-Erlenbach die ersten Maßnahmen um. Dazu gehört der Ausbau und die Stabilisierung bestehender Wege für den Schwerlastverkehr, der voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein wird. Parallel dazu wurden bereits Kranstellflächen und Fundamentbereiche vorbereitet. Seit Juni laufen die Fundamentvorarbeiten, bei denen Fachfirmen Rüttelstopfsäulen in den Boden einbringen, um die Tragfähigkeit für die Betonfundamente zu sichern. Ab Juli werden zudem Kabeltrassen verlegt, um den Windpark an das Frankfurter Stromnetz anzubinden. Verläuft weiterhin alles nach Plan, schließt sich der Bau der eigentlichen Windenergieanlagen an, sodass die Inbetriebnahme für Ende 2027 vorgesehen ist.

Technische Daten und regionaler Ertrag

Der Windpark wird aus vier modernen und leistungsstarken Windenergieanlagen des Typs Nordex N163/6.X bestehen. Die technischen Dimensionen der Anlagen sind beachtlich:

  • Sie verfügen über eine Nabenhöhe von 179 Metern.
  • Der Rotorradius beträgt 87,5 Meter.
  • Daraus ergibt sich eine Gesamthöhe von 266,5 Metern.

Jedes dieser Windräder besitzt eine Nennleistung von 6,8 Megawatt. Die Mainova kalkuliert mit rund 2.000 Volllaststunden im Jahr und erwartet einen jährlichen Gesamtertrag von etwa 54 Gigawattstunden grünem Strom. Mit dieser Menge kann rechnerisch der Strombedarf von rund 20.000 bis 22.000 Haushalten gedeckt werden. Zudem leistet das Projekt einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz, da laut Projektleitung jährlich rund 200.000 CO₂-Äquivalente eingespart werden können. Neben dem ökologischen Nutzen profitieren auch die umliegenden Kommunen finanziell: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten sie 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde.

Finanzielle Bürgerbeteiligung über die Genossenschaft

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Kooperation zwischen der Mainova und der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (Frabeg). Diese Zusammenarbeit ermöglicht es den Bürgern der Region, sich direkt finanziell an dem Windpark zu beteiligen und von den zukünftigen Erträgen zu profitieren. Die Frabeg gibt hierfür Anteile aus, die insgesamt 15 % des gesamten Projekts abbilden. Dies entspricht einer Summe von 10.000 Anteilen zu einem Preis von jeweils 150 Euro pro Anteil.

Die Zeichnung der Anteile wird in drei aufeinanderfolgende Runden unterteilt werden:

  1. Erste Runde: Exklusives Zugriffsrecht für die Bewohner der direkt anliegenden Stadtteile Nieder-Erlenbach, Kloppenheim, Ober-Erlenbach und Petterweil.
  2. Zweite Runde: Acht Wochen später wird die Zeichnung für alle Anwohner im Umkreis von fünf Kilometern geöffnet.
  3. Dritte Runde: Weitere acht Wochen später steht die Möglichkeit zur Zeichnung allen Bürgern offen.

Interessierte Bürger können sich im Rahmen des Fests umfassend über die Beteiligungsmöglichkeiten informieren.


Weiterführender Link

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Niederursel: Doppeltes Jubiläum für die Schilasmühle

Bauen auf der Farm

Die Schilasmühle in Niederursel feiert in diesem Jahr gleich zwei runde Jubiläen. Vor 250 Jahren wurde die historische Anlage am Urselbach gegründet, und seit genau 10 Jahren engagiert sich der zugehörige Verein für den Erhalt und die pädagogische Neuausrichtung des Areals. Heute vereint das denkmalgeschützte Ensemble ein erfolgreiches naturpädagogisches Zentrum, einen Kindergarten und einen Hort unter einem Dach.

Vom Handwerksbetrieb zum Sanierungsfall

Die Geschichte der Schilasmühle reicht weit zurück. Sie wurde im Jahr 1776 errichtet und nach dem Niederurseler Weber Johann Jakob Schila benannt. In ihren Anfängen diente sie als sogenannte Walkmühle für die lokale Textilveredlung. Über ein vom Urselbach angetriebenes Wasserrad wurden Holzhämmer in Bewegung gesetzt, um in Bottiche eingelegte Wollstoffe zu klopfen. Dieser Prozess befreite die Stoffe von Fettresten sowie Unreinheiten und führte zu einer Verdichtung und Verfilzung des Materials, das zu Loden und Filz weiterverarbeitet wurde.

Nachdem der Mühlenbetrieb vor mehr als einhundert Jahren eingestellt und das Areal zwischenzeitlich landwirtschaftlich genutzt wurde, zog in den 1980er-Jahren der Reitclub Niederursel auf das Gelände. Als dieser den Hof im Jahr 2015 verließ, drohte dem historischen Vierseithof der Verfall. Angesichts der Erhaltungssatzung und des Denkmalschutzes stellte der sanierungsbedürftige Zustand den darauffolgenden Umbau vor erhebliche strukturelle Herausforderungen.

Die Geburtsstunde der Naturfarm

Im Juni 2016 gründeten engagierte Bürger den Verein Schilasmühle, um das historische Gehöft auf Erbpachtbasis zu retten und als offenen Erlebnisraum neu zu beleben. Das innovative Konzept sah von Beginn an vor, im urbanen Raum Frankfurts eine Naturoase für Kinder und Familien zu schaffen, in der traditionelles Handwerk, Umwelterziehung und Tierbegegnungen im Fokus stehen.

Nach intensiven Planungen startete im Jahr 2017 der Betrieb als naturpädagogisches Zentrum. Es folgten Jahre umfassender Sanierungsarbeiten. Im Zuge dessen wurde unter anderem der ehemalige Kuhstall mit Unterstützung von Stiftungen wie der Postcode-Lotterie sowie durch Unternehmen im Rahmen von „Social Days“ zu einer modernen Werkstatt ausgebaut. Im Jahr 2021 erhielt der Verein schließlich die finale Baugenehmigung für die Kernsanierung des maroden Wohnhauses und des Zwischenbaus, die rund 3 Millionen Euro in Anspruch nahm.

Ein lebendiger Ort für Kinder und Tiere

Im Februar 2023 konnte das frisch sanierte, ehemalige Wohngebäude offiziell bezogen werden. Seitdem beherbergt es zwei Gruppen des Naturkindergartens (betrieben vom Verein „Mit Kindern leben“) mit insgesamt 40 Plätzen sowie den Hort „Die Gaukler“. Die pädagogische Arbeit setzt auf das freie Spiel in der Natur und das Erleben ökologischer Kreisläufe. In den eigenen Küchen mahlen die Kinder Getreide und backen Brot, während im Außenbereich ein ehrenamtlich gepflegter Garten die Basis für eine künftige Farmküche bildet.

Ein wesentlicher Bestandteil der Schilasmühle sind die tierischen Bewohner. Aktuell leben auf dem 5.800 Quadratmeter großen Areal 2 Esel, 2 Katzen, 3 Pferde, 8 Schafe und 20 Hühner. Das pädagogische Angebot ist breit gefächert: Neben der wöchentlichen „Farmzeit“ am Mittwochnachmittag, bei der Grundschulkinder Futterstellen bauen oder Holunderpfeifchen schnitzen, veranstaltet das Zentrum eine eigene Ferienbetreuung. Das beliebte geführte Eselreiten und After-Work-Eselspaziergänge bieten auch Familien und Erwachsenen einen Ausgleich zum Alltag.

Inklusion, Ehrenamt und Zukunftsvisionen

Unter der Leitung des Geschäftsführers Laurens Lohn legt die Schilasmühle großen Wert auf einen integrativen Ansatz. Im „Naturhafen Mühleninsel“ wird eine pädagogische Fördergruppe für aktuell 8 Kinder mit körperlichen, psychischen oder sozial-emotionalen Beeinträchtigungen angeboten, die dort im geschützten Umfeld Verantwortung übernehmen lernen.

Das gesamte Projekt wächst stetig, getragen von einem Team aus 7 Festangestellten und vielen ehrenamtlichen Helfern. Für die Zukunft sind bereits weitere Verbesserungen wie eine feste Feuerstelle, der Ausbau des Kaninchengeheges geplant. Da das Projekt stark auf Spenden, Tierpatenschaften und Sponsoren angewiesen ist, hoffen die Verantwortlichen langfristig auf eine stärkere finanzielle Unterstützung.

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Nächtliche Zerstörungswut: Wie sich der SC Riedberg gegen Vandalismus wehren könnte

SC Riedberg: Zäune bei Nacht

Der Frankfurter Stadtteil Riedberg im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg steht vor einer wachsenden Herausforderung: Auf der dortigen Sportanlage an der Altenhöferallee 189 häufen sich Vorfälle von unbefugtem Betreten, Vandalismus und Einbrüchen. Insbesondere nach den regulären Öffnungszeiten dringen Unbefugte auf das Gelände vor.

Die Schäden sind steigend: Neben beschädigten Zeltplanen des provisorischen Clubhauses und eingeschlagenen Scheiben an den Trainerbänken kam es im Mai 2026 an zwei aufeinanderfolgenden Nächten zu Einbruchsversuchen in den als Versorgungsstation dienenden Bauwagen. Beim zweiten Versuch entwendeten die Täter das vorhandene Wechselgeld.

Hauptursache für die Taten ist die abgelegene Ortsrandlage, durch die nachts die soziale Kontrolle komplett fehlt. Zudem ist die Sportanlage entlang der Straßen am Weißkirchener Berg und Ricky-Adler-Straße nur durch niedrige Zäune abgegrenzt.

Da die Stadt Frankfurt (in dem Fall das Sportamt) eine Erhöhung oder Verstärkung dieser Zäune aus städtebaulichen und ästhetischen Gründen offiziell ablehnt, steht der Vereinsvorstand vor einem Problem. Der Vorstandsvorsitzende Jan Vitt, der gerade erst von den Mitgliedern für drei weitere Jahre im Amt bestätigt wurde, muss nun gemeinsam mit seinem Team alternative Wege finden, um das Vereinsgelände zu schützen.

Alternative Schutzmaßnahmen für den Verein

Da bauliche Lösungen am Zaun bislang keine Zustimmung gefunden, bieten sich dem SC Riedberg e. V. drei alternative Hebel, um der Zerstörungswut zu begegnen:

  • Biologischer Schutz und Materialanpassung: Eine von Umwelt- und Grünflächenämtern meist problemlos genehmigte Maßnahme ist das sogenannte Defensive Landscaping. Durch das Pflanzen dichter Dornenhecken (wie Weißdorn oder Wildrosen) direkt an den Zäunen wird das Überklettern schmerzhaft und praktisch unmöglich. Zudem können Außenwände mit permanenten Anti-Graffiti-Beschichtungen geschützt und klassische Netze durch schnittfeste Anti-Vandalismus-Netze mit Stahlkern ersetzt werden. Mobiles Equipment wie Tore und Trainerbänke sollte nach Trainingsende fest im Boden verankert werden.
  • Elektronische Absicherung: Als hocheffektiv erweisen sich smarte Erschütterungssensoren am Zaun, die bei einem Überkletterversuch einen stillen Alarm an den Vorstand oder Platzwart senden. Da diese Sensoren keine personenbezogenen Daten erfassen, greift die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hierfür nicht. Alternativ ist eine KI-gestützte Kameraüberwachung mit Live-Ansprache denkbar, bei der eine Sicherheitszentrale die Täter nachts direkt über Megafone des Platzes verweist. Eine solche Videoüberwachung ist DSGVO-konform möglich, sofern sie nur nachts außerhalb des Betriebs stattfindet, öffentliche Flächen verpixelt werden und eine Löschung nach maximal 72 Stunden erfolgt.
  • Soziale Prävention: Die Einrichtung einer legalen Graffiti-Wand kann den Sprayern eine Alternative bieten und den Rest des Geländes schützen. Zudem setzt der Verein auf die Kooperation mit lokalen Streetworkern und die Aktivierung von Anwohnern als Nachbarschafts-Paten, die bei verdächtigen Geräuschen nachts schneller die Polizei rufen.

Der Einsatz von freilaufenden Wachhunden nach Dienstschluss ist aufgrund der Tierhalterhaftung, des Tierschutzes und der Gefahr von Giftködern keine Option. Sinnvoll wäre hier höchstens die Beauftragung eines professionellen Sicherheitsdienstes mit Diensthundeführern. Das ist für einen Verein finanziell aber nicht leistbar.

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