Alle Artikel von Andreas Woitun

KiK auf Sparkurs – Was wird aus den Frankfurter Filialen?

Symbolbild von KiK-Laden

Der deutsche Einzelhandel befindet sich im Umbruch. Prognosen zufolge wird die Zahl der stationären Geschäfte in Deutschland im Jahr 2026 erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 300.000 sinken. In diesem schwierigen Marktumfeld, geprägt von Kaufzurückhaltung und erstarkender Online-Konkurrenz, hat nun auch der Branchenriese KiK eine umfassende Restrukturierung angekündigt.

Vom rasanten Aufstieg zur Konsolidierung

Seit der Gründung durch Stefan Heinig im Jahr 1994 in Düsseldorf-Gerresheim kann KiK auf eine beeindruckende Wachstumsgeschichte zurückblicken. Das Akronym für „Kunde ist König“ wurde zum Programm eines konsequenten Discount-Modells für Textilien nach dem Vorbild von Lebensmitteldiscountern wie Aldi. Binnen 15 Jahren expandierte das Unternehmen auf über 3.000 Filialen und ist heute mit rund 4.300 Standorten in 14 europäischen Ländern vertreten. Die Mehrheit am Unternehmen hält die Tengelmann-Gruppe.

Nach einer Phase der „Über-Expansion“ und Imagekrisen infolge von Kritik an Produktionsbedingungen (etwa nach dem Rana-Plaza-Unglück 2013) setzt das Management unter CFO Christian Kümmel im Jahr 2026 auf „Gesundschrumpfen“. Ziel ist es, die Profitabilität pro Standort zu erhöhen, nachdem die Strategie, durch schiere Masse immer neue Kunden zu gewinnen, nicht vollständig aufgegangen ist.

Ein Marktumfeld unter Druck

KiK sieht sich 2026 einem verschärften Wettbewerb gegenüber, der nicht mehr nur stationär ausgetragen wird. Während Mitbewerber wie Takko Fashion, NKD oder Woolworth um ähnliche Standorte in Fachmarktzentren konkurrieren, erwächst die größte Bedrohung aus dem digitalen Sektor. Chinesische Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu dominieren zunehmend Trends und Preise im Internet. Zudem drängt mit Lefties, dem Budget-Ableger von Inditex (Zara), ein neuer starker Akteur auf den deutschen Markt.

Die strategische Neuausrichtung: Masterplan 2028

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, verfolgt KiK bis 2028 eine umfassende Neuausrichtung:

  • Portfolio-Optimierung: Unrentable Filialen oder Standorte mit gegenseitiger „Kannibalisierung“ – also Geschäfte, die sich gegenseitig die Kunden wegnehmen – werden geschlossen. Bis Ende 2026 sollen europaweit rund 300 Filialen wegfallen, davon 135 in Deutschland.
  • Modernisierung: Die verbleibenden Standorte werden auf ein neues Store-Konzept umgestellt, das eine hellere Atmosphäre, moderne Shop-in-Shop-Systeme und digitale Kassen vorsieht.
  • Digitalisierung: Der Online-Handel wird massiv ausgebaut, um eine Brücke zwischen Webshop und stationärem Geschäft (Click & Collect) zu schlagen.
  • Effizienzsteigerung: Neben Schließungen prüft das Unternehmen auch verkürzte Öffnungszeiten in umsatzschwachen Randstunden, um Personalkosten zu sparen.

Fokus Frankfurt: Welche Filialen sind bedroht?

In Frankfurt betreibt KiK aktuell rund 10 Filialen. Da das Unternehmen Standorte schließen will, die weniger als 1 Kilometer auseinanderliegen, rücken bestimmte Gebiete in den Fokus:

  • Innenstadt/Zeil: Die Filiale auf der Zeil 41 steht unter massivem Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel und Großflächenanbieter wie Primark.
  • Gallus/Griesheim: Die Filiale in der Mainzer Landstraße 341 deckt ein wichtiges Quartier ab, muss sich jedoch an ihrer individuellen Profitabilität messen lassen.
  • Höchst: Der Standort in der Königsteiner Straße 11-13 ist ein zentraler Anlaufpunkt im Frankfurter Westen.
  • Heddernheim (Nordwestzentrum): Die Filiale im Nidarcorso 15 gilt als räumlich ausreichend isoliert und liegt in einem starken Einzugsgebiet, was sie als potenziell sicher erscheinen lässt, sofern die Kennzahlen stimmen.

Besonders kritisch wird es im angrenzenden Offenbach, wo Filialen in der Waldstraße (Nummer 38 und 46) fast unmittelbar nebeneinander liegen – hier ist eine Konsolidierung auf einen Standort sehr wahrscheinlich.

Obwohl bereits Schließungen in Hessen (wie Bad Soden-Salmünster) bestätigt wurden, hat KiK für Frankfurt noch keine finale Liste vorgelegt. Fest steht: Der Textildiscounter will sich auf seine Kernzielgruppe – preisbewusste Familienmanagerinnen zwischen 30 und 60 Jahren – konzentrieren und das Filialnetz deutlich straffen, um langfristig zu überleben.


Weiterführende Links

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Ihre Meinung zählt: Wie lebt es sich am Riedberg? – Teilnehmer für Forschungsprojekt gesucht

Symbolbild Riedberg-Gespräche

Der Riedberg ist mehr als nur ein moderner Stadtteil am Rande Frankfurts – er ist ein dynamischer Lebensraum, der sich ständig wandelt. Doch wie fühlen sich die Menschen hier wirklich wohl? Wie steht es um die Nachbarschaft, die Versorgung und die Verbindung zur Innenstadt? Um diese Fragen zu beantworten, braucht die Wissenschaft Ihre Unterstützung!

Worum geht es in dem Projekt?

Im Rahmen des Forschungsprojekts »Sozialstruktur und Sozialitätsformen im neuen Suburbia« untersucht die Forschungsgruppe „Neue Suburbanität“ der Universität Kassel Quartiere an den Rändern von Großstädten. Der Riedberg spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Team rund um Prof. Dr. Carsten Keller, Kilian Guensche und Jonas Jehnichen möchte von Ihnen aus erster Hand erfahren, wie Ihre Wohnsituation vor Ort aussieht und wie Sie die Entwicklungen in Ihrem Viertel wahrnehmen.

Werden Sie zum Gesprächspartner!

Gesucht werden Bewohnerinnen und Bewohner des Riedbergs, die Lust haben, in einem etwa 30- bis 45-minütigen Gespräch ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre Perspektive ist wertvoll, um ein realistisches Bild des Lebens im Quartier zu zeichnen.

Wann und wo finden die Gespräche statt?

Das Forschungsteam ist von Montag, den 27. April, bis Donnerstag, den 30. April, direkt vor Ort am Riedberg. Bei der Wahl des Ortes sind die Forscher ganz flexibel und richten sich nach Ihren Wünschen:

  • Am Universitätscampus (Geozentrum oder Bibliothek BNat).
  • Im Billabong Familienzentrum.
  • In der Grundschule Riedberg.
  • Bei Ihnen zu Hause oder – bei schönem Wetter – an der frischen Luft.

Sicherheit und Dankeschön

Ihre Teilnahme erfolgt selbstverständlich anonym. Alle Daten werden vertraulich, nur für wissenschaftliche Zwecke und streng nach der Datenschutzgrundverordnung behandelt. Als kleines Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Bereitschaft erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 10 €.

So machen Sie mit

Haben Sie Interesse oder noch Fragen zum Ablauf? Das Team freut sich über jede Nachricht! Melden Sie sich einfach bei Jonas Jehnichen:

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie zudem online unter https://suburbanitaet.de/teilprojekte/teilprojekt-8/.

Nutzen Sie die Chance, die Forschung über Ihren Stadtteil aktiv mitzugestalten. Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten und Erfahrungen am Riedberg!

Flyer

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Durchblick im Rentendschungel: Die Digitale Rentenübersicht als Lotse für die Altersvorsorge

Symbolbild zur Digitalen Rentenübersicht

Die deutsche Rentenlandschaft galt lange Zeit als eines der komplexesten Gebiete für Verbraucher. Wer wissen wollte, wie viel Geld im Alter tatsächlich zur Verfügung steht, musste meist mühsam jährliche Standmitteilungen aus verschiedenen Papierordnern zusammensuchen, Formate vergleichen und komplizierte Prognosen selbst addieren. Seit dem Start der „Digitalen Rentenübersicht“ steht den Bürgern nun ein Werkzeug zur Verfügung, das dieses Informationschaos beenden soll.

Ein zentrales Portal für alle Vorsorgesäulen

Die Kernleistung der Digitalen Rentenübersicht besteht in der Konsolidierung von Daten aus allen drei Säulen der Altersvorsorge: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Vorsorge (wie Riester- oder Rürup-Verträge). Das kostenlose Online-Portal, das unter der Adresse https://www.rentenuebersicht.de/ erreichbar ist, führt diese Informationen an einem Ort zusammen.

Nutzer erhalten dort eine strukturierte Übersicht über bereits erreichte garantierte Ansprüche sowie Prognosen über zukünftig erreichbare Rentenwerte. Ein besonderes Merkmal ist das integrierte „Renten-Labor“. Da nominale Rentenbeträge durch die Inflation an Wert verlieren, bietet das Portal einen Inflationsrechner an. Mit diesem Tool können Bürger fiktiv durchspielen, wie sich unterschiedliche Teuerungsraten auf die Kaufkraft ihrer zukünftigen Rente auswirken könnten.

Von der Gesetzesinitiative zum Regelbetrieb

Die Entstehung dieses digitalen Werkzeugs ist eng mit der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung verknüpft. Den rechtlichen Grundstein legte das im Februar 2021 in Kraft getretene Rentenübersichtsgesetz. Mit der Umsetzung wurde die Deutsche Rentenversicherung Bund betraut, die hierfür die „Zentrale Stelle für die Digitale Rentenübersicht“ einrichtete.

Die Entwicklung des Portals erfolgte in Rekordzeit unter Anwendung „agiler Methoden“. Bereits im Dezember 2022 startete eine erste Pilotphase mit Testnutzern. Im Juni 2023 ging die Plattform für die breite Öffentlichkeit online, bevor sie im Dezember 2023 offiziell in den Regelbetrieb überging. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung wird bis Ende 2026 durch den Europäischen Aufbauplan (NextGenerationEU) gedeckt, was den Stellenwert des Projekts als digitales Vorzeigevorhaben unterstreicht.

Warum die persönliche Planung jetzt wichtiger ist

Die Relevanz einer frühzeitigen und präzisen Altersvorsorgeplanung ist angesichts sinkender Rentenniveaus und einer alternden Gesellschaft massiv gestiegen. Die Digitale Rentenübersicht dient dabei als entscheidendes Kontrollinstrument. Sie ermöglicht es, etwaige Versorgungslücken frühzeitig zu identifizieren, bevor es für Gegenmaßnahmen zu spät ist.

Besonders wertvoll ist die Plattform für Menschen mit fragmentierten Erwerbsbiografien. Wer häufig den Arbeitgeber gewechselt hat, verliert oft den Überblick über kleine Anwartschaften in der betrieblichen Altersvorsorge. Das Portal macht diese „vergessenen“ Ansprüche wieder sichtbar. Experten weisen jedoch darauf hin, dass das Portal eine professionelle Beratung nicht ersetzt, sondern die dafür notwendige Datenbasis liefert. Die exportierbaren Daten (als PDF oder CSV) können direkt als Grundlage für Gespräche bei Rentenberatern oder Verbraucherzentralen genutzt werden.

Die Kehrseite: Hohe Hürden für digital weniger affine Menschen

Trotz des hohen Nutzens steht das Portal auch in der Kritik, da der Zugang eine signifikante Hürde darstellt. Um die sensiblen Finanzdaten zu schützen, ist ein hohes Sicherheitsniveau erforderlich. Nutzer benötigen für die Anmeldung einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID), ein NFC-fähiges Smartphone sowie die „AusweisApp“.

Diese Anforderungen stellen insbesondere ältere Generationen oder Menschen, die mit digitalen Endgeräten weniger vertraut sind, vor große Herausforderungen. Viele wissen nicht, ob ihre eID aktiviert ist oder haben den dazugehörigen PIN-Brief verlegt. Kritiker bemängeln, dass genau die Gruppen, für die eine Rentenplanung am dringlichsten wäre, durch diese technologischen Eintrittsbarrieren ausgeschlossen werden könnten.

Während digital versierte „Digital Natives“ das Portal mühelos nutzen, bleibt die Registrierungsquote im Vergleich zu den Zugriffszahlen gering. Zwar wurde der Prozess bereits optimiert – etwa durch die Möglichkeit, sich mit neu ausgestellten Ausweisen einfacher anzumelden –, doch bleibt der „digitale Graben“ ein zentrales Problem für die gesellschaftliche Durchdringung des Angebots.


Die Digitale Rentenübersicht ist ein mächtiges Instrument zur finanziellen Souveränität. Sie schafft die notwendige Transparenz in einem zuvor undurchsichtigen System, erfordert von den Bürgern jedoch eine gewisse digitale Bereitschaft, um von diesen Vorteilen zu profitieren.


Wer sich über das Thema Rente generell informieren möchte, kann einen Einführungsvortrag bei Billabong besuchen. Terminlink

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Premiere der Main Turner Trophy: Hochklassiger Turnsport in Kalbach

Turnerinnen auf dem Siegertreppchen

Am 14. März feierte die Main Turner Trophy ihr erfolgreiches Debüt in der Mehrzweckhalle am Martinszehnten. Der ausrichtende TV Kalbach begrüßte insgesamt 40 Turnerinnen, die in 5 verschiedenen Wettkampfklassen sowie an den Einzelgeräten um die begehrten Medaillen kämpften.

Die Veranstaltung bot Zuschauern ein breites Spektrum an Leistungen, von den Leistungsklassen LK 1 und LK 2 bis hin zur anspruchsvollen Kür nach dem internationalen Code de Pointage.

Standortbestimmung und sportliche Erfolge

Für viele Teilnehmerinnen des TV Kalbach diente der Wettkampf als erste wichtige Standortbestimmung des Jahres. Besonders im Fokus standen die Turnerinnen, die erstmals in höheren Leistungsklassen antraten.

Im Wettkampf 1 (LK 1, Jg. 2013 und jünger) wagten sich Eleonora Rapp, Hannah Fenyö und Sarah Fenyö zum ersten Mal an die Anforderungen der LK 1. Ein technisches Highlight war dabei die Premiere des „Konters“ am Barren – ein Flugelement vom unteren zum oberen Holm, das alle drei Athletinnen erfolgreich präsentierten. Eleonora Rapp sicherte sich zudem den Sieg am Balken sowie Silber am Sprung, während Hannah Fenyö mit Silber am Boden und Bronze am Sprung glänzte.

Sprung von Hanna Fenyö

Turn Trophy 2026 – Sprung von Hanna Fenyö, Bild: Kai Jakupka

Im teilnehmerstarken Wettkampf 2 (LK 1, Jg. 2010 und älter) erreichte Berra Hacioglu mit 40,80 Punkten einen soliden 9. Platz.

Höchstleistungen in der Kür und Gold für den Nachwuchs

Die Königsklasse des Tages war der Wettkampf 5, in dem nach den internationalen Richtlinien des Code de Pointage geturnt wurde. Elisa Caps verpasste das Podium im Mehrkampf mit 37,55 Punkten als Vierte nur knapp, durfte sich aber über Silber am Barren und Bronze am Balken freuen. Maila Peters belegte Rang 6 und sicherte sich am Sprung mit einem „Tsukahara gehockt“ die Bronzemedaille.

Besonders erfolgreich verlief der Tag im Wettkampf 7 (LK 2, Jg. 2014 und jünger). Maria Clara da Silva bestieg mit 46,95 Punkten die oberste Stufe des Treppchens und gewann die Goldmedaille. Ihre Teamkollegin Lea Anderson belegte in einem engen Teilnehmerfeld mit nur drei Zehntelpunkten Rückstand auf den Bronzerang den 4. Platz.

Guter Startpunkt

Mit dieser rundum geglückten Premiere der Main Turner Trophy, die die erfolgreiche Arbeit des TV Kalbach unterstreicht, wurde möglicherweise der Grundstein für eine feste Etablierung der Veranstaltung im regionalen Wettkampfkalender gelegt und könnte auch in den kommenden Jahren zu einem sportlichen Highlight werden.


Dank an Unterstützer

Die gelungene Organisation und die hohe Leistungsdichte stießen bei Teilnehmerinnen und Gästen auf positive Resonanz. Möglich gemacht wurde die Veranstaltung durch das Engagement zahlreicher lokaler und regionaler Sponsoren wie …

  • Fraport
  • Mainova
  • Rewe,
  • Edeka,
  • die Frankfurter Kaffeerösterei,
  • die Bäckerei Gangel,
  • die Zahnarztpraxis Mohr,
  • Park Avenue Riedberg
  • sowie die Apotheke am Riedbergplatz

Ein Dank auch an Anne Lang, die extra aus Mannheim angereist ist, um mit einem Turnanzugstand vor Ort zu sein.


Begriffserläuterungen
Code de Pointage (CdP): Dies ist das internationale Regelwerk des Weltturnverbandes (FIG). Es gilt als die anspruchsvollste Wettkampfklasse im Gerätturnen, da hier keine vereinfachten Übungen, sondern komplexe Anforderungen bewertet werden, wie sie auch bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen Anwendung finden.

Konter am Barren: Ein technisches Flugelement am Stufenbarren. Dabei wechselt die Turnerin durch eine dynamische Bewegung vom unteren zum oberen Holm. Es erfordert ein hohes Maß an Kraft, Timing und Überwindung.

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Frankfurt setzt Entsiegelung im Bonifatiuspark fort

Die Stadt Frankfurt am Main treibt die ökologische Aufwertung des Riedbergs weiter voran. Am vergangenen Samstag fiel im Bonifatiuspark der Startschuss für weitere Entsiegelungsmaßnahmen, die nicht nur das Stadtklima verbessern, sondern auch den Grundstein für die Verteidigung eines bundesweiten Titels legen sollen.

Mit dem Einzug des Frühlings haben im Bonifatiuspark am Riedberg die Arbeiten zur Beseitigung befestigter Flächen begonnen. Insgesamt werden rund 90 m2 Pflaster und Asphalt entfernt, um Raum für Grünflächen zu schaffen. Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez gab gemeinsam mit Vertretern des Klimaentscheids Frankfurt und der Klimaschutz-Initiative Riedberg den offiziellen Startschuss für die Maßnahme.

Ökologischer Umbau für gesundes Baumwachstum

Die aktuellen Arbeiten im Bonifatiuspark sind eine direkte Fortsetzung erfolgreicher Projekte aus dem Vorjahr. Dabei geht die Stadt technisch gründlich vor: Nicht nur der sichtbare Pflasterbelag wird entfernt, sondern auch der darunter liegende Unterbau aus Splitt und Schotter. Die frei gewordenen Stellen werden anschließend mit hochwertigem Pflanzsubstrat aufgefüllt.

Ein zentraler Aspekt der Umgestaltung ist die Optimierung des Baumbestands:

  • Bisherige Einzelstandorte von Bäumen werden aufgehoben.
  • Diese werden zu einem durchgängigen, großen Baumbeet verbunden.
  • Die Vernetzung der Wurzelräume fördert ein gesünderes und stabileres Wachstum der Bäume.
  • Abschließend werden hitzeresistente Stauden gepflanzt, die Insekten und anderen Tieren als Lebensraum dienen.

Wettbewerb „Abpflastern“: Frankfurt will Titel verteidigen

Der Termin im Bonifatiuspark markierte gleichzeitig den Beginn der neuen Saison des bundesweiten Wettbewerbs „Abpflastern“, der von Studierenden der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz organisiert wird. Im Jahr 2025 konnte Frankfurt den ersten Platz unter den Großstädten über 100.000 Einwohnern belegen.

Zapf-Rodríguez und die AG Stadtgrün des Klimaentscheids werben nun massiv für eine erneute Teilnahme. Jede entsiegelte Fläche, die zwischen dem 21. März und dem 31. Oktober 2026 realisiert wird, kann unter abpflastern.de gemeldet werden. Hierfür sind lediglich Vorher-Nachher-Fotos einzureichen.

Aufruf an Bürger und Unternehmen

Während die Stadt im Bonifatiuspark und an Orten wie der Textorschule oder der Walter-Leiske-Straße vorangeht, betont Bettina Metzler vom Klimaentscheid die Bedeutung privater Initiativen. Das Ziel für 2026 ist es, noch mehr Akteure zu gewinnen. Angesprochen sind Privatpersonen, die ihre Höfe entsiegeln, sowie Unternehmen, Vereine und Schulen, die ihre Flächen ökologisch aufwerten möchten.

Jede noch so kleine Fläche trage im Zusammenspiel dazu bei, Hitzeinseln im Stadtgebiet zu reduzieren und die Lebensqualität sowie die Biodiversität unmittelbar zu steigern.

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Gemeinsam Puzzeln – gemeinsam Putzen: Ein Wochenende für die Gemeinschaft

Müllhaufen

Für alle, die Freude daran haben, gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen, bot das vergangene Wochenende die ideale Gelegenheit. Gleich zwei gemeinschaftsorientierte Aktivitäten luden im Ortsbezirk zum Mitmachen ein.

Sauberer Stadtteil: Der Frankfurter CLEANUP Day am Riedberg

Bereits seit 2019 setzt der Frankfurter „CLEANUP Day“ ein Zeichen für die Umwelt. Organisiert wird das Event vom Umweltdezernat der Stadt Frankfurt in Kooperation mit der FES (Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH) unter dem Label „#cleanFFM“. Während zentrale Stände das Projekt steuern, füllen lokale Sammelaktionen in den Stadtteilen die Initiative mit Leben. Auch am Riedberg waren am Samstag zahlreiche fleißige Helfer auf den Straßen und Wegen unterwegs. Die Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. hatte dazu aufgerufen, gemeinsam vom Riedbergplatz aus zu starten, um den Müll aus allen Ecken des Viertels zusammenzutragen. Besonders die Kinder waren mit Feuereifer dabei. Das Ergebnis der Sammelaktion war ebenso umfangreich wie skurril: Neben dem üblichen Unrat fanden sich unter anderem:

  • Ein mobiler Heizofen
  • Ein Staubsauger
  • Eine Fußmatte
  • Diverse Kleidungsstücke

Keith Hearing Puzzle mit 32 Motiven

Rekordverdächtig: Puzzle-Event der Evangelischen Riedberggemeinde

Zeitgleich versammelte sich in der Evangelischen Riedberggemeinde eine Hundertschaft von Puzzle-Begeisterten unter dem Motto: „Gemeinsam puzzeln wir was richtig Großes“. Das Ziel war ambitioniert: Ein Puzzle mit 32.256 Teilen und einer beachtlichen Fläche von
5,44 m x 1,92 m.

Das Werk, eine Spende einer ehemaligen Riedbergerin, zeigt 32 Zeichnungen des US-Künstlers Keith Haring († 1990), einem der bedeutendsten Vertreter der Pop Art und Streetart. Das Puzzle ist nicht nur aufgrund seiner schieren Größe eine Herausforderung. Vor allem die vielen einfarbigen Flächen verlangten den Teilnehmern alles ab. Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2010 galt es als das größte in Serie gefertigte Puzzle der Welt und sicherte sich damit einen Platz im „Guinness-Buch der Rekorde“.

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Zwischen Naturschutz und Naherholung: Die Entwicklung der Frankfurter Naturlotsen

Naturlotsinnen im Einsatz - Zeichnung Philip Wächter

Frankfurt ist weit mehr als eine Stadt aus Glas und Beton. Rund ein Drittel des Stadtgebiets besteht aus Grünflächen, wobei der Frankfurter GrünGürtel mit seinen 8.000 Hektar das ökologische Herzstück bildet. In diesem Spannungsfeld zwischen intensiver Freizeitnutzung durch die Stadtbevölkerung und dem Schutz sensibler Ökosysteme agieren die Naturlotsen als unverzichtbare Vermittler.

Von der Landschaftspflege zur Naturvermittlung: Eine historische Entwicklung

Die Geschichte der heutigen Naturlotsen begann vor über 15 Jahren unter einem anderen Namen: den »Landschaftslotsen«. Ursprünglich von der »Naturschule Hessen« ins Leben gerufen, lag der Fokus dieser Pioniere vor allem auf dem »Alten Flugplatz« in Bonames und später auch im Schwanheimer Unterfeld. Über 1.500 Führungen leiteten die Landschaftslotsen in anderthalb Jahrzehnten und erreichten dabei Tausende von Menschen.

Mit dem Jahreswechsel 2022/2023 endete diese Ära in ihrer ursprünglichen Form. Die Stadt Frankfurt und der Regionalpark RheinMain entschieden sich, das Projekt auf eine breitere Basis zu stellen und institutionell im Umweltamt zu verankern. Aus den Landschaftslotsen wurden die Naturlotsen – kurz „NaLos“. Dieser Namenswechsel markierte auch eine inhaltliche Neuausrichtung: Weg von einer eher statischen Betrachtung der Landschaft hin zu einer dynamischen Vermittlung von biologischer Vielfalt, Klimaschutz und Artenreichtum. Seit 2023 ist das Projekt in seiner neuen Struktur fester Bestandteil der Frankfurter Stadtnatur.

Ausbildung und Aufgaben: Die Augen und Ohren des GrünGürtels

Die Ausbildung und der Einsatz der Naturlotsen folgen heute einem strukturierten Leitfaden, der in Kooperation mit dem Regionalpark RheinMain und dem Naturpark Taunus entwickelt wurde. Die Lotsen sind meist ehrenamtlich tätig oder über Projektstellen angebunden. In ihrer Qualifizierung lernen sie nicht nur ökologische Grundlagen über Flora und Fauna, sondern werden auch intensiv in Kommunikation und Konfliktmanagement geschult.

Die Aufgaben der Naturlotsen sind vielfältig und lassen sich in 3 Kernbereiche unterteilen:

  1. Präsenz und Kommunikation: Die Lotsen sind vor Ort ansprechbar. Sie erklären Besuchern die Besonderheiten der Natur und werben für ein rücksichtsvolles Miteinander. Dabei setzen sie nicht auf Verbote, sondern auf Aufklärung und das Prinzip der Einsicht.
  2. Monitoring: Als „Augen und Ohren“ des Umweltamtes dokumentieren sie Veränderungen in den Gebieten, melden Vandalismus, Müllablagerungen oder illegale Feuerstellen und behalten die Entwicklung geschützter Arten im Blick.
  3. Umweltbildung: Durch regelmäßige Führungen und Informationsangebote machen sie die Stadtnatur erlebbar. Sie erklären beispielsweise, warum Totholz im Wald verbleibt oder warum bestimmte Wiesen nur zu festen Zeiten gemäht werden.

Aktuelle Aktivitäten in der Saison 2026

In der aktuellen Saison, die am 14.03.2026 startete, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem »Alten Flugplatz in Bonames/Kalbach« – einem Ort, an dem Naturschutz, Umweltbildung und Naherholung direkt aufeinandertreffen. Bis zum 18. Oktober sind die Naturlotsen an 32 Wochenenden sowie an Feiertagen im Einsatz.

Ein zentrales Thema im Frühjahr ist die sogenannte Brut- und Setzzeit. Die Lotsen weisen Spaziergänger und Hundebesitzer freundlich darauf hin, dass Hunde ab dem 1. März im GrünGürtel angeleint werden müssen, um Bodenbrüter wie die Nachtigall oder den Zilpzalp nicht zu gefährden.

Modern und multimedial präsentiert sich das Projekt in diesem Jahr durch den verstärkten Einsatz von QR-Codes auf Plakaten vor Ort. Diese führen zu neu produzierten Videos auf dem YouTube-Kanal der Stadt Frankfurt, die über die ökologische Bedeutung der Standorte informieren. Neben der ständigen Präsenz an ihrem Info-Container bieten die Lotsen jeden Sonntag um 15 Uhr eine kostenlose Naturführung in die „Stadtwildnis“ an, die ohne vorherige Anmeldung besucht werden kann. Auch bei stadtweiten Aktionen wie dem „Frankfurt Cleanup“ bringen sich die Naturlotsen aktiv ein und verbinden praktischen Naturschutz mit Bürgerbeteiligung.

Wir profitieren alle

Die Entwicklung vom Landschaftslotsen zum modernen Naturlotsen zeigt, wie wichtig eine professionelle Kommunikation im Naturschutz geworden ist. In einer wachsenden Stadt wie Frankfurt sorgen sie dafür, dass der GrünGürtel nicht nur als Erholungsraum wahrgenommen wird, sondern als kostbarer Lebensraum, dessen Schutz im Interesse aller Bürger liegt.

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„Vorhang auf“ für die 39. Kalbacher Klapperschlange

Kinderbuchmesse Kalbacher Klapperschlange

Die Lesesaison für die Kalbacher Klapperschlange wird am 24.03.2026 eröffnet

Eintauchen in Geschichten und Bücher, um fremde Welten zu entdecken oder um die Realität für einen Moment vergessen zu können. Diese Chance bietet die Kalbacher Klapperschlange!

Um 16:30 Uhr öffnet sich in der Kinderbücherei im »Alten Rathaus« in Kalbach der Vorhang, der die teilnehmenden Bücher noch vor den neugierigen Blicken verbirgt. Es wird neben einer kurzen Eröffnungsrede auch Snacks und Getränke geben. Und natürlich können auch direkt Bücher ausgeliehen werden. Die Osterferien stehen an und damit viel Zeit zum Lesen!

Die Liste der 60 teilnehmenden Bücher sowie eine Titelliste für jede Altersklasse findet sich ab dem 24.03.2026 auch auf der Homepage der Kalbacher Klapperschlange (Teilnehmende Bücher). Dort finden sich auch weitere Informationen zur Klapperschlange.

Ausgewählt wurden die 60 Bücher von einer Vorjury, bestehend aus 47 Jurymitgliedern des Vorjahres sowie dem Team der Klapperschlange. Zur Wahl standen dabei etwas über 200 Bücher. Der Autor des beliebtesten Buches erhält am 07.11.2026 im Rahmen der Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg den Ehrenpreis, die Kalbacher Klapperschlange.

Mitlesen können alle Kinder und Jugendlichen, die momentan in der 2. bis 9. Klasse sind. Es gibt 3 verschiedene Alterskategorien, in denen jeweils 20 Bücher zur Auswahl stehen:

  • 2. und 3. Klasse,
  • 4. bis 6. Klasse
  • sowie 7. bis 9. Klasse

Wer zur Kinderjury zu gehören möchte, muss bis zum 26.09.2026 mindestens 5 Bücher der eigenen oder einer höheren Altersklasse gelesen und bewertet haben. Die Bewertungen gibt jeder Leser selbst im Internet ein.

Dazu gibt es ein neues Bewertungsportal, in welches sich jeder Leser einloggen kann, um die gelesenen Bücher zu bewerten und die Punkte zu vergeben. Im Portal können die Rezensionen und Punkte daher erstmalig auch im Nachhinein noch angepasst werden.

Den Zugang zum Portal erhält man nach der Anmeldung an einer der Ausleihstellen oder nach der Online-Anmeldung. Am Ende wird aus allen der weit über 1.500 Bewertungen der Siegertitel der Klapperschlange ermittelt.

Ausleihstellen sind die Kinderbücherei Kalbach und die Schulbüchereien der beteiligten Schulen. Bei diesen handelt es sich um die Grundschule Kalbach, die Grundschule Riedberg, die Marie-Curie-Schule, die Judith-Kerr-Schule, die Steffi-Jones-Schule, das Gymnasium Riedberg, die Josephine-Baker-Gesamtschule, das Gymnasium Nord und die Wöhlerschule.

Für Mitglieder des Kindervereins ist die Teilnahme kostenlos, alle anderen zahlen 5 €.

Neben den Ausleihstellen in den Schulen und der Kinderbücherei hilft die Partnerbuchhandlung „bücher im bogen“ der Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg ebenfalls gerne bei der Beschaffung der Bücher. Nähere Informationen zur Buchbestellung bei „bücher im bogen“ findet man unter www.genialokal.de/buchhandlung/frankfurt/buecher-im-bogen/.

Über die Internetseite des Vereins besteht zudem die Möglichkeit der OnlineTeilnahme. Diese Teilnehmer müssen sich die Bücher jedoch selbst beschaffen. Die Kalbacher Klapperschlange freut sich auf zahlreiche Leser und auf eine spannende Lesesaison 2026!

Die Klapperschlange ist sehr gespannt, welche Bücher zu den Favoriten der Kinder gehören werden und ob wieder jemand alle 60 Bücher liest und bewertet!


Über die Kalbacher Klapperschlange
Die Kalbacher Klapperschlange ist ein Literaturpreis, der seit 1988 jährlich von einer Kinderjury im Frankfurter Stadtteil Kalbach-Riedberg vergeben wird. Gegründet von der Autorin Regina Rusch war die Kalbacher Klapperschlange der erste Jugendliteraturpreis Deutschlands, der von einer reinen Kinderjury vergeben wurde. Zu dieser Jury gehören alle Schüler*innen der 2. bis 9. Schulklasse, die bis Ende September mindestens 5 Bücher der Auswahlliste gelesen und bewertet haben. Im Rahmen der jährlich im November stattfindenden Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg bekommt der Autor des Siegerbuches den Ehrenpreis, die Kalbacher Klapperschlange. Die Kalbacher Buchmesse und die Klapperschlange werden von einem Team von Ehrenamtlichen organisiert. Bis heute beteiligen sich jedes Jahr ca. 200 Schüler an der Kinderjury.

Weitere Informationen unter: www.kalbacher-klapperschlange.de

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„Mach. Dein. Jahr.“: Kalbach-Riedberg wird bundesweite Pilotregion für das neue Gesellschaftsjahr

Symbolbild zum Freiwilligen Gesellschaftsjahr

Für rund 1.500 Jugendliche im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg hat der Postbote in diesen Tagen ein besonderes Schreiben im Gepäck. In ihren Briefkästen finden sie eine Einladung, die von höchster politischer Ebene unterzeichnet wurde: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Jugendministerin Heike Hofmann werben persönlich für das Pilotprojekt „Mach. Dein. Jahr.“.  Kalbach-Riedberg wurde dabei bewusst als eine von zwei hessischen Modellregionen ausgewählt, da der Bezirk bereits als Pilotstadtteil der „Bildungskommune“ fungiert.

Ein Gutschein für die Zukunft

Kern der Postsendung ist ein Gutschein für ein freiwilliges Gesellschaftsjahr. Dieses Angebot richtet sich an alle jungen Menschen zwischen 16 und 20 Jahren, die im Stadtteil wohnen oder hier zur Schule gehen. Das Ziel des Projekts ist es, den Zugang zu Freiwilligendiensten massiv zu erleichtern und Hürden abzubauen.

Dabei geht es um mehr als nur ein klassisches Soziales Jahr. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen verschiedenen Bereichen:

  • Soziales Engagement: Einsatz in Kitas, Krankenhäusern oder Seniorenheimen.
  • Ökologie: Projekte im Natur- und Umweltschutz.
  • Bevölkerungsschutz: Mitarbeit bei Rettungsdiensten oder Feuerwehren.
  • Freiwilliger Wehrdienst: Einblick in die Arbeit der Bundeswehr.

Besondere Chancen für Riedberger Jugendliche

Als Teil der Modellregion genießen die Riedberger Jugendlichen exklusive Vorteile, die über das reguläre Angebot hinausgehen. Das Pilotprojekt simuliert erstmals einen „Rechtsanspruch“ auf einen Freiwilligendienst. Das bedeutet, dass jeder Interessierte die Gewissheit hat, einen passenden Platz zu finden – unterstützt durch ein engmaschiges Beratungsnetzwerk, das auch direkt vor Ort in Schulen und Jugendzentren aktiv wird.

Ein entscheidender Faktor ist die finanzielle Absicherung. Während Freiwilligendienste oft an einer zu geringen Aufwandsentschädigung scheitern, wird im Rahmen des Projekts ein Entgelt auf BAföG-Niveau erprobt. Je nach Lebenssituation bedeutet dies eine Vergütung zwischen etwa 534 Euro (bei Wohnsitz im Elternhaus) und bis zu 855 Euro (bei eigener Wohnung), ergänzt durch eine Mobilitätspauschale und das weiterhin gezahlte Kindergeld. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Engagement nicht am Geldbeutel scheitert.

Wissenschaftliche Begleitung und gesellschaftlicher Nutzen

Hinter dem Projekt steht eine breite Allianz aus Trägern wie den »Freunden Waldorf Freiwilligendienste«, dem Deutschen Roten Kreuz und kirchlichen Verbänden. Das Projekt wird bis Ende 2027 wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob ein garantierter Rechtsanspruch und eine bessere Bezahlung tatsächlich mehr junge Menschen für den Dienst an der Gemeinschaft begeistern können.

Ministerpräsident Boris Rhein sieht darin eine große Chance für die persönliche Entwicklung: „Ein freiwilliges Gesellschaftsjahr ist für junge Menschen eine vielversprechende Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und sich persönlich weiterzuentwickeln“. Gleichzeitig stärke der Einsatz den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hessen.

Information und Kontakt

Interessierte Jugendliche können ihren Gutschein auf der Webseite https://www.mach-dein-jahr.de/ einlösen. Dort stehen umfangreiche Informationen zum Bewerbungsprozess und zu den Einsatzstellen bereit. Für Rückfragen steht das Projektteam zudem per E-Mail unter hallo@mach-dein-jahr.de zur Verfügung.


Weiterführende/Verwandte Links

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Länderübergreifender Einsatz gegen Enkeltrick-Betrüger, Schockanrufer und falsche Bankmitarbeiter

Symbolbild Telefonbetrug und Festnahme

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt in Wiesbaden berichten, ist im Zeitraum vom 02. bis 06. März die hessische Polizei gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft – Eingreifreserve – Frankfurt in einer gezielten Aktion gegen kriminelle Banden vorgegangen, die insbesondere ältere Menschen ins Visier nehmen, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen.

Die Maßnahmen wurden im Auftrag der Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordiniert. An der Aktion waren neben dem HLKA auch alle 7 hessischen Polizeipräsidien beteiligt.

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sind nach wie vor ein ernst zu nehmendes Kriminalitätsphänomen. Die Täter gehen perfide vor und spielen mit der Angst ihrer Opfer: Sie nutzen vor allem Schockanrufe, die Enkeltrick-Betrugsmasche oder geben sich als falsche Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter aus, um ihre Opfer um hohe Geldbeträge oder deren Wertgegenstände zu bringen.

Während der Einsatztage wurden insbesondere die Betrugsmaschen »Schockanruf« mit der Verkehrsunfall-Legende sowie »falsche Polizeibeamte« mit der Einbrecher-Legende festgestellt. Die Bilanz zeigt: 49 registrierte Versuche, bei denen ein Gesamtschaden in Höhe von 915.700 Euro Bargeld, Goldmünzen, Goldschmuck, Goldbarren, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sowie diverse Wertgegenstände verhindert werden konnte.

Zudem wurden 5 vollendete Taten festgestellt, bei denen es zu einem Gesamtschaden in Höhe von 122.000 Euro kam.

Durch gezielte Maßnahmen des Polizeipräsidiums Westhessen und des Polizeipräsidiums Frankfurt konnten insgesamt drei Männer im Alter von 21, 27 und 31 Jahren in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Bayern festgenommen werden. Den Tatverdächtigen wird Bandenbetrug gemäß § 263 StGB vorgeworfen. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Neben repressiven Strafverfolgungsmaßnahmen setzt die hessische Polizei seit vielen Jahren auf die präventive Arbeit, um Senioren vor Betrugsdelikten zu schützen. Es wird intensiv über gängige Betrugsmaschen aufgeklärt und wertvolle Ratschläge zum Schutz vor solchen Täuschungsversuchen gegeben: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA), betont: „Mit diesem konzertierten Einsatz zeigen die Sicherheitsbehörden ein entschlossenes Vorgehen gegen diese organisierten Kriminalitätsstrukturen.“ Er rät: „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn Sie am Telefon um Geld oder Wertsachen gebeten werden. Bewahren Sie Ruhe, auch wenn der Schock groß ist. Beenden Sie das Gespräch sofort und informieren Sie umgehend die Polizei.“

Der hessische Generalstaatsanwalt Thorsten Kunze ergänzte: „Wir sind uns mit der Polizei einig, dass in Hessen eine Nulltoleranzpolitik gegenüber der organisierten Kriminalität verfolgt werden muss. Dabei sind gezielte und koordinierte Aktionen wie diese ein Schlüssel zur nachhaltigen Deliktsbekämpfung.“

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