Schlagwort: Stadtentwicklung

Wandel an der Hauptwache: Von der Sportarena zur neuen Sparkassen-Zentrale

Grundsteinlegung Hauptwache 1

An einem der zentralsten Plätze Frankfurts, direkt gegenüber der Katharinenkirche, schreitet die Neugestaltung der Liegenschaft »Hauptwache 1« voran. Wo einst Sportartikel verkauft wurden, entsteht derzeit der künftige Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse. Mit der symbolischen Einlegung einer Zeitkapsel im April 2026 wurde ein wichtiger Meilenstein für die Fertigstellung des Gebäudes gesetzt, das die Innenstadt nachhaltig beleben soll.

Die historische Entwicklung: Vom Bürgerhaus zum Sportpalast

Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich hier das „Haus Belli“, welches im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Im Jahr 1956 wurde auf dem Grundstück eine Filiale der „Kaufhalle“ errichtet, die jahrzehntelang den Einkaufsstandard in der City prägte. 1999 folgte die Umwandlung in den sogenannten „Kaufhof-Sportpalast“, besser bekannt als Sportarena.

Über viele Jahre bot die Sportarena auf 4 Etagen und rund 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das umfangreichste Sportsortiment der Stadt an. Im Jahr 2017 endete diese Ära mit der Schließung des Sporthauses. Es folgten Zwischennutzungen als Designer-Outlet „Saks Off 5th“ sowie als Corona-Testzentrum, bevor das Gebäude schließlich im August 2022 abgerissen wurde.

Die zukünftige Nutzung: Ein modernes Zentrum für Finanzen und Begegnung

Nachdem das ursprüngliche Neubauprojekt des Investors Signa aufgrund dessen Insolvenz ins Stocken geraten war, erwarb die Frankfurter Sparkasse das Grundstück samt Rohbau im Juni 2024. Der Entwurf des Kölner Architekturbüros Caspar Schmitz-Morkramer sieht ein 6-geschossiges Gebäude mit markanter, abgerundeter Fassade vor, die den Blick auf die Katharinenkirche freigibt.

Die zukünftige Nutzung des rund 10.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Gebäudes ist vielfältig geplant:

  • Erdgeschoss und Untergeschoss: Hier entstehen großzügige Kundenkontaktflächen sowie eine Veranstaltungsfläche im ersten Untergeschoss.
  • Gastronomie: An der Ecke zum Kornmarkt ist eine Gastronomiefläche vorgesehen, die zur Belebung des Umfelds beitragen soll.
  • Obergeschosse: In den oberen Etagen werden moderne Büroarbeitsplätze sowie eine interne Kantine untergebracht.
  • Dachterrassen: Begrünte Dachterrassen bieten Raum für Veranstaltungen und einen Ausblick auf die Frankfurter Skyline.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird nach dem KfW-Effizienzhausstandard 55 errichtet, nutzt Fernwärme sowie Photovoltaik und strebt eine Zertifizierung nach dem DGNB-Platin-Standard an. Die Fertigstellung und der Bezug der neuen Zentrale sind für Anfang 2028 geplant.

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Ihre Meinung zählt: Wie lebt es sich am Riedberg? – Teilnehmer für Forschungsprojekt gesucht

Symbolbild Riedberg-Gespräche

Der Riedberg ist mehr als nur ein moderner Stadtteil am Rande Frankfurts – er ist ein dynamischer Lebensraum, der sich ständig wandelt. Doch wie fühlen sich die Menschen hier wirklich wohl? Wie steht es um die Nachbarschaft, die Versorgung und die Verbindung zur Innenstadt? Um diese Fragen zu beantworten, braucht die Wissenschaft Ihre Unterstützung!

Worum geht es in dem Projekt?

Im Rahmen des Forschungsprojekts »Sozialstruktur und Sozialitätsformen im neuen Suburbia« untersucht die Forschungsgruppe „Neue Suburbanität“ der Universität Kassel Quartiere an den Rändern von Großstädten. Der Riedberg spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Team rund um Prof. Dr. Carsten Keller, Kilian Guensche und Jonas Jehnichen möchte von Ihnen aus erster Hand erfahren, wie Ihre Wohnsituation vor Ort aussieht und wie Sie die Entwicklungen in Ihrem Viertel wahrnehmen.

Werden Sie zum Gesprächspartner!

Gesucht werden Bewohnerinnen und Bewohner des Riedbergs, die Lust haben, in einem etwa 30- bis 45-minütigen Gespräch ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre Perspektive ist wertvoll, um ein realistisches Bild des Lebens im Quartier zu zeichnen.

Wann und wo finden die Gespräche statt?

Das Forschungsteam ist von Montag, den 27. April, bis Donnerstag, den 30. April, direkt vor Ort am Riedberg. Bei der Wahl des Ortes sind die Forscher ganz flexibel und richten sich nach Ihren Wünschen:

  • Am Universitätscampus (Geozentrum oder Bibliothek BNat).
  • Im Billabong Familienzentrum.
  • In der Grundschule Riedberg.
  • Bei Ihnen zu Hause oder – bei schönem Wetter – an der frischen Luft.

Sicherheit und Dankeschön

Ihre Teilnahme erfolgt selbstverständlich anonym. Alle Daten werden vertraulich, nur für wissenschaftliche Zwecke und streng nach der Datenschutzgrundverordnung behandelt. Als kleines Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Bereitschaft erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 10 €.

So machen Sie mit

Haben Sie Interesse oder noch Fragen zum Ablauf? Das Team freut sich über jede Nachricht! Melden Sie sich einfach bei Jonas Jehnichen:

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie zudem online unter https://suburbanitaet.de/teilprojekte/teilprojekt-8/.

Nutzen Sie die Chance, die Forschung über Ihren Stadtteil aktiv mitzugestalten. Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten und Erfahrungen am Riedberg!

Flyer

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Alarmierender Rückgang der Vogelpopulation: Ein Warnsignal vor der Kommunalwahl in Frankfurt

Vögel auf der Wiese

Die Ergebnisse der jüngsten Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ zeichnen ein düsteres Bild für die Frankfurter Stadtnatur. Während die Stadt am Main stetig wächst und neue Wohnquartiere entstehen, verschwinden die gefiederten Bewohner in besorgniserregendem Tempo. Wenige Tage vor der Kommunalwahl am 15. März 2026 schlägt der Naturschutzbund (Nabu) Alarm und nimmt die Politik in die Pflicht.

Drastischer Rückgang in Frankfurter Gärten

Die Zahlen der im Januar durchgeführten Zählung sind eindeutig: In Frankfurt wurden im Durchschnitt nur noch 25 Vögel pro Garten gesichtet. Zum Vergleich: Bundesweit lag der Schnitt bei 32 Vögeln, was bereits einen massiven Einbruch gegenüber den 45 Vögeln aus dem Jahr 2022 darstellt. Insgesamt beteiligten sich 797 Teilnehmer aus 590 Frankfurter Gärten an der Aktion und meldeten 14.839 Tiere.

Besonders besorgniserregend ist, dass selbst Arten, die früher als allgegenwärtig galten, seltener werden. Haussperling, Kohlmeise und Amsel – einst verlässliche Gäste an jedem Futterhaus – ziehen sich zunehmend aus dem Stadtbild zurück.

Beton statt Biodiversität

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut Experten die fortschreitende Flächenversiegelung. Frankfurt zählt zu den am stärksten verdichteten Städten Deutschlands. Der enorme Druck auf dem Wohnungsmarkt führt dazu, dass immer mehr Brachflächen, Hecken und alte Baumbestände einer intensiven Bautätigkeit weichen müssen.

Martin Miller, der Frankfurter Nabu-Vorsitzende, kritisiert diesen Trend deutlich: „Je stärker Flächen versiegelt werden, desto weniger Lebensräume bleiben für Vögel und andere Tierarten“. In den dicht bebauten Quartieren entstehen sogenannte Hitzeinseln, in denen die Insektenpopulationen zusammenbrechen, wodurch den Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Die Kommunalwahl als Weichenstellung

Der Zeitpunkt dieser Erkenntnisse könnte brisanter kaum sein. Am 15. März 2026 entscheiden die Frankfurter Bürger über die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung. Doch in den Wahlprogrammen der großen Parteien spielen Themen wie Artenvielfalt und ökologische Stadtplanung laut Nabu bislang eine untergeordnete Rolle.

Trotz des offensichtlichen Schwindens der Stadtnatur halten viele politische Akteure an Plänen fest, weitere Grünflächen im Stadtgebiet für den Wohnungsbau zu opfern. Der Nabu fordert hier ein konsequentes Umsteuern. Naturnahe Strukturen dürften nicht länger als „Luxus“ betrachtet werden, sondern müssten als notwendiger Bestandteil einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung verankert werden.

Forderungen für ein grüneres Frankfurt

Um den Abwärtstrend zu stoppen, verlangt der Naturschutzbund konkrete Maßnahmen von der künftigen Stadtregierung:

  • Die Schaffung und Vernetzung von Grünzügen quer durch das Stadtgebiet.
  • Die Förderung biodiverser Parks anstelle von monotonen Rasenflächen.
  • Strengere ökologische Vorgaben für alle Neubauprojekte, um die Versiegelung zu minimieren.
  • Ein wirksamer Schutz für alte Baumbestände, die als wichtige Nistplätze dienen.

Die Vogelwelt Frankfurts steht unter zunehmendem Druck. Ob die Politik bereit ist, den Schutz der Lebensräume über die kurzfristige Gewinnung von Bauland zu stellen, wird sich nach dem Urnengang am 15. März zeigen.

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