Schlagwort: Nachbarschaft

Gemeinsam löffeln, was die Zukunft bringt: Braucht der Riedberg eine eigene Stadtteilküche?

Gemeinsames Schnippeln in der Küche

Am vergangenen Sonntag wehte ein verlockender Duft durch die Räume der evangelischen Riedberggemeinde. Bereits zum dritten Mal fand dort das erfolgreiche Format „Retter-Essen“ statt – ein starkes Zeichen gegen die unnötige Verschwendung von Mitteln und Lebensmitteln.

Aus Zutaten, die zuvor von ehrenamtlichen Helfern bei Supermärkten der Umgebung vor der Tonne bewahrt wurden, zauberte Bärbel Albert gemeinsam mit engagierten Mitstreitern eine schmackhafte Suppe. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Auberginen, Kürbis und Brokkoli verschmolzen zu einem gesunden Gericht, das sich rund 50 Gäste nach dem ökumenischen Erntedankgottesdienst schmecken ließen. Knackige Rohkost und ein frischer Obstsalat rundeten das Menü ab. Was übrig blieb, wurde nach dem Motto „Rettet mit!“ kostenfrei an die Anwesenden verteilt.

Unterstützung gab es von Frau Meral vom Verein Foodsharing e. V.. Sie erläuterte das Prinzip: Über digitale Netzwerke werden Interessierte informiert, wo und wann überschüssige Lebensmittel abgeholt werden können. Auch in Kalbach-Riedberg sind bereits mehrere Rettende aktiv. Einzig ein fester Verteilerschrank mit Kühlmöglichkeit fehlt im Stadtteil noch, da eine solche Station kontinuierliche Pflege erfordert.

Die Vision: Öffentliche Nahverpflegung für alle

Das Retter-Essen am Riedberg berührt eine Debatte, die in Frankfurt an Fahrt gewinnt. Die stadtweite Initiative „Stadtteilküche“ fordert eine verlässliche „Öffentliche Nahverpflegung für alle“ (#ÖNVP). Die Idee knüpft an historische Vorbilder an: Ernährung soll als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge begriffen werden – genauso selbstverständlich wie Bibliotheken, Schwimmbäder oder Parks.

Die Ziele sind vielschichtig:

  • Sorgearbeit aufwerten: Das Kochen und Versorgen soll aus dem Verborgenen geholt und als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe sichtbar gemacht werden.
  • Gerechter Zugang: Jeder Mensch muss unabhängig vom Geldbeutel regelmäßig eine warme, ausgewogene Mahlzeit erhalten.
  • Sozialer Zusammenhalt: Gemeinsames Essen bringt Menschen zusammen, wirkt Einsamkeit entgegen und baut Vorurteile im Quartier ab.

Vom Riederwald über den Mousonturm ins ganze Stadtgebiet

Seinen Anfang nahm das Vorhaben im Riederwald, wo nach engagiertem Einsatz von Anwohnern und Politik feste Räumlichkeiten für eine dauerhafte Stadtteilküche zugesagt wurden. Wie lebendig dieses Konzept funktioniert, zeigte sich jüngst während einer dreiwöchigen Zwischennutzung im Künstlerhaus Mousonturm im Nordend. In Kooperation mit dem Kunstkollektiv „andpartnersincrime“ entstand dort ein Reallabor: Von Mittwoch bis Sonntag standen Profiköche gemeinsam mit Freiwilligen am Herd.

Nach einer kurzen Hygieneeinweisung packten alle mit an – vom Waschen und Schnippeln über die Ausgabe bis zum Spülen. Zwischen 13 und 15 Uhr fanden sich täglich teils mehr als 200 Menschen ein. Es entstand ein lebendiger Ort des Austauschs, voller Wertschätzung und Gesprächsstoff.

Essen zum Mitnehmen

© B. Albert

Neue Impulse für Kalbach-Riedberg

Was wäre also, wenn jeder Frankfurter Stadtteil seine eigene öffentliche Küche hätte? Auf dem Riedberg gibt es bereits vielversprechende Ansätze: Initiativen wie das Billabong-Projekt „Gemeinsam am Tisch – Kochen und Essen gegen Einsamkeit im Alter“ oder das „Vegane Kochen“ der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. zeigen, wie groß der Wunsch nach lebendiger Gemeinschaft ist.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diesen Faden weiterzuspinnen, Wünsche zu äußern und eigene Ideen für eine zukunftsfähige Nachbarschaft einzubringen. Weitere Informationen gibt es unter https://frankfurter-stadtteilkueche.org.

Leckeres Buffet

© B. Albert

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Ihre Meinung zählt: Wie lebt es sich am Riedberg? – Teilnehmer für Forschungsprojekt gesucht

Symbolbild Riedberg-Gespräche

Der Riedberg ist mehr als nur ein moderner Stadtteil am Rande Frankfurts – er ist ein dynamischer Lebensraum, der sich ständig wandelt. Doch wie fühlen sich die Menschen hier wirklich wohl? Wie steht es um die Nachbarschaft, die Versorgung und die Verbindung zur Innenstadt? Um diese Fragen zu beantworten, braucht die Wissenschaft Ihre Unterstützung!

Worum geht es in dem Projekt?

Im Rahmen des Forschungsprojekts »Sozialstruktur und Sozialitätsformen im neuen Suburbia« untersucht die Forschungsgruppe „Neue Suburbanität“ der Universität Kassel Quartiere an den Rändern von Großstädten. Der Riedberg spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Team rund um Prof. Dr. Carsten Keller, Kilian Guensche und Jonas Jehnichen möchte von Ihnen aus erster Hand erfahren, wie Ihre Wohnsituation vor Ort aussieht und wie Sie die Entwicklungen in Ihrem Viertel wahrnehmen.

Werden Sie zum Gesprächspartner!

Gesucht werden Bewohnerinnen und Bewohner des Riedbergs, die Lust haben, in einem etwa 30- bis 45-minütigen Gespräch ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre Perspektive ist wertvoll, um ein realistisches Bild des Lebens im Quartier zu zeichnen.

Wann und wo finden die Gespräche statt?

Das Forschungsteam ist von Montag, den 27. April, bis Donnerstag, den 30. April, direkt vor Ort am Riedberg. Bei der Wahl des Ortes sind die Forscher ganz flexibel und richten sich nach Ihren Wünschen:

  • Am Universitätscampus (Geozentrum oder Bibliothek BNat).
  • Im Billabong Familienzentrum.
  • In der Grundschule Riedberg.
  • Bei Ihnen zu Hause oder – bei schönem Wetter – an der frischen Luft.

Sicherheit und Dankeschön

Ihre Teilnahme erfolgt selbstverständlich anonym. Alle Daten werden vertraulich, nur für wissenschaftliche Zwecke und streng nach der Datenschutzgrundverordnung behandelt. Als kleines Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Bereitschaft erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 10 €.

So machen Sie mit

Haben Sie Interesse oder noch Fragen zum Ablauf? Das Team freut sich über jede Nachricht! Melden Sie sich einfach bei Jonas Jehnichen:

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie zudem online unter https://suburbanitaet.de/teilprojekte/teilprojekt-8/.

Nutzen Sie die Chance, die Forschung über Ihren Stadtteil aktiv mitzugestalten. Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten und Erfahrungen am Riedberg!

Flyer

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