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Zu Besuch bei Eckenheims „Tiny Forest“

Tiny Forest Eckenheim

Mit einem Konzept für einen »Tiny Forest hat die Eckenheimer Gruppe „MainWäldchen“ den mit 15.000 Euro dotierten Biodiversitätspreis 2023 gewonnen. Der Ortsbeirat gab denselben Betrag noch dazu und das Grünflächenamt wies bis Ende August eine 120 qm große Fläche in der Nähe der Theobald-Ziegler-Schule aus.

Eine Gruppe der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. hat sich das Projekt mal vor Ort angesehen und mit den Beteiligten gesprochen.

Nach einer Bodenanalyse konnte Ende letzten Jahres ermittelt werden, welche Bäume und Sträucher an diesem Standort heimisch sind. Danach wurde der Boden für die geplante Bepflanzung mit Stroh, Laub und „Terra Petra“, einem Nährstoffsubstrat aus Pflanzenkohle, Ton, Gesteinsmehlen und Kompost angereichert, um den Boden gut zu durchlüften, um einen nährstoffreichen und biologisch aktiven Boden aufzubauen, der gut Wasser halten kann und in dem die Pflanzen leicht wurzeln können.

Dann wurde die Fläche mit 350 bis 400 Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Was etwa drei Bäumen pro Quadratmeter entspricht. Forscher des Senckenberginstituts sowie ein Fachmann für Pflanzungen nach der Miyawaki-Methode unterstützen das Projektteam. Mittels spezieller Sensoren wird gemessen, wie gut es den Pflanzen geht, bzw. wodurch sie gerade gestresst werden. Harald Wedig, der bereits zum fünften Mal als Experte bei einem Tiny Forest-Projekt dabei ist, hat das notwendige Rüstzeug dafür bei einem Workshop in Indien erlernt.

„Wir pflanzen hier in erster Linie einen Lebensraum“, erklärt Harald Wedig. In diesem schützen sich die eng beieinanderstehenden Pflanzen gegenseitig und profitieren von dem Totholz, das von Beginn an Teil des neuen Ökosystems ist. „Auf abgestorbenen Bäumen siedeln sich 500 verschiedene Arten an“, sagt der Landschaftsgärtner.

Doch nicht immer, wenn eine Pflanze Durst hat, gibt es frisches Leitungswasser. Auch kurze Trockenperioden haben ihren Sinn. Sie regen die Feinwurzeln der Pflanze an, sich tiefer in den Boden zu graben und sich weiter zu verzweigen, um das benötigte Nass aufzuspüren. Geschieht das nicht, wird die Pflanze zum Faulenzer und ist nach der Bewässerungsphase von drei Jahren nicht widerstandsfähig genug, um zu überleben.

Tiny Forest Eckenheim

Die miteinander konkurrierenden Pflanzen schießen hier in der Regel schneller in die Höhe, als wenn sie als Einzelkämpfer agieren würden, wenn der Untergrund stimmt.

Durch die mehrschichtige Vegetation sollen doppelt so viel Kohlenstoff und bis zu zehnmal mehr Wasser gespeichert werden. Nach drei Jahren benötige der Wald keine Pflege mehr – selbst in so trockenen Sommern wie in den vergangenen Jahren. Eine sinnvolle Entlastung für den Pflegeetat des Grünflächenamtes. Die optimale Pflanzzeit ist im Herbst. Innerhalb von nur fünf Jahren wächst ein »Tiny Forest« in gemäßigten Breiten mehr als mannshoch.

In der Anfangsphase ist besonders darauf zu achten, dass das Gelände durch einen Staketenzaun vor Menschen geschützt wird, damit es nicht zu einer Bodenverdichtung kommt, wenn zu viele Interessierte über das Gelände laufen. Apropos Menschen: Ein »Tiny Forest« sollte in unmittelbarer Nachbarschaft auch einen bewusst gestalteten Ort – etwa eine Wiese mit ein paar Holzbänken – für uns Menschen bereithalten! Als Ort für soziale Begegnung.

Projektziel

Ein Ziel des Projekts ist, die Stadt abzukühlen. Auch Feinstaub soll aus der Luft gefiltert werden und Lärm gilt es zu eliminieren. Ebenfalls sollen Lebensräume für Insekten und andere Tiere geschaffen werden. Dafür wurde auch in der Mitte des Wäldchens extra eine Badewanne versenkt und mit Steinen teilweise gefüllt, damit Insekten und Vögel dort landen und trinken können.

Teil des Konzepts von „MainWäldchen“ ist zudem, Nachbarn einzubeziehen, wenn die Bäume gepflanzt und anfänglich gepflegt werden. Das Projekt verbindet Menschen mit der Natur. Endlich können die Kinder, die in der Nähe wohnen, wieder „im Dreck spielen“ und etwas erleben, was für frühere Generationen selbstverständlich war, in der Stadt mittlerweile jedoch verloren gegangen ist: „ein Stück Freiheit“, das auch die Fantasie anregt.

Welche Flächen sind geeignet für »Tiny Forests«?

Der Boden darf nicht mehr versiegelt sein. Es dürfen keine Leitungen in der Erde liegen. Bauschutt und andere Abfälle sollten vorher entfernt werden. Optimalerweise sollten 200 qm Fläche am Stück vorhanden sein. Die Fläche sollte vor menschlicher Nutzung geschützt werden. Zugang zu Trinkwasser und ausdauernde Hobbygärtner (ggf. organisiert in einer Bürgerinitiative) in der Nachbarschaft sind erforderlich, um die Pflege sicher zu stellen. Mit Kosten ab 150 €/qm ist zu rechnen.

Bis 2025 – so die Stadtverwaltung – sollen mindestens drei Mini-Wäldchen angelegt werden – prioritär in Gebieten, die im „Klimaplanatlas“ der Stadt Frankfurt als Gebiete mit „starker Überwärmung“ (rot) oder „moderater Überwärmung“ (gelb) gekennzeichnet sind und in welchen die Kühlung des Mikroklimas daher besonders wichtig ist.

Diese zumeist innerstädtischen Flächen sind allerdings in der Regel stark beengt und werden von zahlreichen Nutzergruppen beansprucht. Auch wenn »Tiny Forests« theoretisch bereits ab einer Größe von 100 qm etabliert werden können, kann ein „Flächenentzug“ in dieser Dimension bereits zu Konflikten führen und andere Nutzungen einschränken.


Tiny Forests
Tiny Forests werden nach der Miyawaki-Methode bepflanzt. Akira Miyawaki war ein japanischer Botaniker und Ökologen der 2021 verstarb. Bis zu seinem Tod half er Menschen in über 1.700 Projekten auf der ganzen Welt, standortangepasste und klimaresiliente Wälder zu pflanzen. Dabei war er an der Pflanzung von über 40 Millionen Bäumen direkt beteiligt.

Dicht beieinander sollen unterschiedliche heimische Baum- und Straucharten gepflanzt werden. Innen stehen die großen Hauptbaumarten. Darum wird dann ein Kreis von Nebenbaumarten gepflanzt, um die herum ein Ring aus schnell wachsenden Sträuchern wie Ginster, Haselnuss oder Rosen. Entwickelt wurde das Konzept ab etwa 1980. In 2006 bekam er den »Blue Planet Price«.

Mittlerweile wurden auf der ganzen Welt Hunderte solcher Tiny Forests in über 10 Ländern angelegt. In Europa fiel die Idee zuerst in den Niederlanden auf fruchtbaren Boden. Die ersten Mini-Wälder in Deutschland schlugen 2020 in der Uckermark und in Bönningstedt Wurzeln.

2021 wurde der bislang urbanste Tiny Forest Deutschlands gepflanzt. Gemeinsam mit 60 Schülern der benachbarten Montessori-Schule wurde auf einer 200 Quadratmeter großen Fläche mitten in Darmstadt 630 jungen Bäumen & Sträuchern ein neues Zuhause gegeben.

Durch die hohe Pflanzdichte steigt der Konkurrenzdruck innerhalb des Systems. Gekoppelt mit den geschaffenen Bodenvoraussetzungen entsteht so eine stabile, urwaldähnliche Oase bereits nach 30 Jahren, die auf natürlichem Wege mindestens 200 Jahre in ihrer Entstehung benötigt hätte. Außerdem sind diese Wälder bis zu 20-mal dichter und durchschnittlich 18-mal diverser als herkömmliche Waldsysteme.

Fitnesstest für Bäume
Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (SBiK-F) messen den Vitalzustand von Pflanzen und deren Stressbelastung durch Kälte, Hitze, Trockenheit und Versalzung seit Langem mittels einer schnellen, nicht-invasiven, biophysikalischen Methode. Dabei wird erstmals direkt der Versorgungs- und Stresszustand der Pflanze selbst gemessen, anstatt diesen von Faktoren wie Bodenfeuchte, Wetterdaten oder auch Blattfärbung abzuleiten. Die Methode basiert auf der Messung der Leistungsfähigkeit des Photosynthese-Apparates: Diese gibt Auskunft über die Stressbelastung, lange bevor Schädigungen an der Pflanze sichtbar sind. (https://www.senckenberg.de/de/mainstadtbaum-frankfurt/)

Bürgerinitiative „MainWäldchen“
Die Gruppe »MainWäldchen« ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern von »Transition Town Frankfurt« und »Greenpeace«. Derzeit sind es 7 Mitglieder.

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Europawahl: So hat Kalbach-Riedberg gewählt

Europawahl

 

Jahr 2024 2019
Wahlberechtigte 13.320 11.765
Abgegebene Stimmen 8.755 7.486
Wahlbeteiligung 65,7 % 63,6 %
Gültige Stimmen 8.724 7.440
CDU 2.638 30,2 % 1.889 25,4 %
Grüne 1.482 17,0 % 2.232 30,0 %
SPD 1.048 12,0 % 906 12,2 %
AfD 726 8,3 % 478 6,4 %
FDP 926 10,6 % 831 11,2 %
Linke 193 2,2 % 289 3,9 %
Freie Wähler 70 0,8 % 77 1,0 %
Volt 565 6,5 % 89 1,2 %
BSW 380 4,4 %
Sonstige 693 7,9 % 536 7,2 %

Quelle: Frankfurter Neue Presse

 

  • Die CDU konnte die meisten Stimmen auf sich vereinen
  • Die Grünen haben prozentual die meisten Stimmen verloren, sind aber auf Position zwei
  • Die SPD hat Stimmen gewonnen, konnte aber prozentual nicht profitieren
  • Die AfD hat 2 % hinzugewonnen, konnte die FDP aber nicht überflügeln
  • Die FDP hat 1 % verloren, obwohl sie Wähler hinzugewinnen konnte
  • Die Linke hat fast ein Drittel ihrer Wähler verloren
  • Die Freien Wähler konnten auch nicht punkten
  • Volt hatte einen Achtungserfolg und stieg um 5 %-Punkte an
  • Das Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) gewann auf Anhieb 4,4 %
  • Der Anteil der sonstigen Parteien stieg leicht an.
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Beurteilung der Machbarkeitsstudie durch die SPD Kalbach-Riedberg

Genau die Hälfte käme noch dazu, da zu 10 Fahrspuren noch 2 Standspuren gehören, heißt das in der Summe 12 Streifen. Im Bild sind aktuell 8 zu sehen, also 50 % dazu ergibt 12 Spuren.

Die nun endlich vorgelegte Machbarkeitsstudie mit ihren vier Ausbauvarianten wird vom SPD Ortsverein Kalbach-Riedberg abgelehnt!

Die Frankfurter Bevölkerung leidet schon heute unter einem permanenten Lärmpegel, der durch den Ausbau und die damit verbundene Zunahme der Fahrzeugbewegungen noch weiter ansteigen würde. Zudem ist eine Ausweitung des Autoverkehrs, der bundesweit 25 % aller Umweltbelastungen ausmacht, nicht mit dem Klimaschutzgedanken vereinbar. Auch hat sich die Bundesrepublik Deutschland selbst dem Ziel der CO2 Neutralität verpflichtet. Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu der Politik einen klaren Auftrag erteilt.

Bei einer Wohnbebauung mit einem Abstand auf dem Riedberg von 50 m bis rund 150 m neben einer 10-spurigen Autobahn, die durch Tiefen und Anhöhen topographisch durch Senken und Höhen geführt wird, müsste diese bei einem Ausbau, um den Lärmschutz nach heutigen Vorgaben zu gewährleisten, im Bereich der Wohnbebauung richtigerweise unterirdisch oder eingehaust geführt werden.

„2040 brauchen wir keine Autobahnen, sondern ein funktionierendes Schienennetz und ein Tempolimit, welches den CO2 Ausstoß reduziert und auch dem Verkehrsfluss dient“, stellt die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Susanne Kassold fest. Wie bei allen großen Infrastrukturmaßnahmen erscheint der Kostenrahmen von 1,1 Milliarden als viel zu gering. Der Riederwaldtunnel hat sich von ursprünglich 480 Millionen auf 1,5 Milliarden verteuert. Und dies bei einer Länge von nur ca. 1.100 m. Der betroffene Autobahnabschnitt der A 5 beträgt 28 km.

Das dafür vorgesehene Geld sollte daher jetzt in einen wirksamen Lärmschutz und den Ausbau des ÖPNV und der Radwege investiert werden. Mattias Jakob, der für die SPD im Ortsbeirat Kalbach-Riedberg sitzt, betont, „dass der Ausbau in der gesamten Länge eine Flächenversiegelung von rund 60 ha bedeuten würde und damit das Stadtklima beeinträchtigt“.


 

Machbarkeitsstudie zum Ausbau der A5 veröffentlicht

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