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Oberurseler Inklusions-Café gewinnt Hospitality HR Award

Brownies and Downies Lokalfront

Das Oberurseler Café „coffee, brownies & downies“ sorgt weiter für Aufsehen. Nachdem das innovative Gastronomiekonzept erst im August 2025 eröffnet wurde, folgte nun im Dezember die erste große branchenweite Anerkennung: Die Gründer Max Luscher und Roland Braza wurden in Düsseldorf mit dem renommierten „Hospitality HR Award“ der Deutschen Hotelakademie (DHA) ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie „Human Resources Management Next Level“ würdigt den Ansatz, Menschen mit Behinderung nicht als Sozialprojekt, sondern als feste wirtschaftliche Größe in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Vom Herzen in den Markt: Ein neues Modell der Systemgastronomie

Hinter dem Erfolg stehen zwei Väter, die persönliche Betroffenheit in unternehmerischen Tatendrang verwandelt haben. Max Luscher, ehemaliger Geschäftsführer der B&B Hotels Gruppe für Zentral- und Nordeuropa, und sein Geschäftspartner Roland Braza haben beide Kinder mit einer Schwerbehinderung. Ihr Ziel war es, faire Arbeitsbedingungen mit wirtschaftlichem Erfolg zu verknüpfen.

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Kumeliusstraße 2-4

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Kumeliusstraße 2-4 50.201864, 8.580704

Das Team in der Kumeliusstraße 2-4 besteht aus rund 20 Mitarbeitern, von denen 10 eine Schwerbehinderung haben. Dabei grenzt sich das Unternehmen bewusst von klassischen Werkstätten oder reinen Wohltätigkeitsprojekten ab. „Wir etablieren eine moderne, menschenzentrierte Arbeitskultur, die gleichermaßen leistungsstark wie wertschätzend ist“, erklärt Luscher. Alle Angestellten erhalten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn. Die Jury des Awards hob hervor, dass hier bestehende Förderinstrumente genutzt werden, um Inklusion wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Luscher erläutert, dass Lohnkostenzuschüsse des Landes Hessen zwischen 50 % und 70 % die geringere Produktivität oder den höheren Betreuungsaufwand ausgleichen.

Vereinfachte Prozesse als Schlüssel zum Erfolg

Damit die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung reibungslos funktioniert, setzt das Café auf den Abbau von Barrieren in den Arbeitsabläufen. Komplizierte Handgriffe, wie etwa die manuelle „Latte Art“ durch einen Barista, entfallen; stattdessen werden Maschinen per Knopfdruck bedient. Auch im Service geht man neue Wege: Tischnummern wurden durch Bilder ersetzt, bestellt und bezahlt wird digital über QR-Codes.

Dieser Ansatz scheint aufzugehen. Bereits kurz nach der Eröffnung avancierte das Lokal zum bestbewerteten Café im Umkreis. Auch die Personalsuche verlief antizyklisch. Statt sich auf Arbeitsämter zu verlassen, nutzten die Gründer »Social Media Kanäle« und Öffentlichkeitsarbeit, woraufhin sie von Bewerbungen „überrannt“ wurden.

Kontroverse um den Namen

Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs und der Auszeichnung gibt es Kritik, die sich primär an der Namenswahl entzündet. Der Begriff „downies“ im Namen „coffee, brownies & downies“ stößt bei Vertretern von Behindertenverbänden auf Ablehnung. Naxina Wienstroer, Vorsitzende des Landesbehindertenrats Hessen, bezeichnete die Namenswahl als „völlig indiskutabel“. Der Begriff werde von vielen Betroffenen als beleidigend und verniedlichend empfunden. Wienstroer fordert eine Umbenennung, da man sonst nicht glaubhaft von Inklusion sprechen könne.

Max Luscher verteidigt die Wahl als bewusstes Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren: „Ein bisschen Frechheit ist immer wichtig bei einer Geschäftsidee“. Er betont, dass keine Beleidigung beabsichtigt sei und das eigene Team kein Problem mit dem Namen habe. Zudem stellte Luscher klar, dass keine Verbindung zur niederländischen Kette „Brownies & downies“ besteht, die ein ähnliches Konzept verfolgt.

Große Visionen für die Zukunft

Der Gewinn des HR Awards bestätigt die Gründer in ihrem Kurs. Das Konzept ist als Franchise-System angelegt. Die Vision ist ambitioniert: Das Modell soll als „Lawine“ in andere Städte getragen werden, mit dem Ziel von bis zu 100 Standorten in Deutschland. Damit wollen Luscher und Braza beweisen, dass Inklusion im ersten Arbeitsmarkt skalierbar ist und ökonomischen Gewinn mit sozialer Verantwortung vereinen kann.

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Alle Jahre wieder …

Tannenbaum mit Helfer-Gruppe

… steht ein „nackter“ Weihnachtsbaum auf dem Riedbergplatz und wartet darauf, festlich geschmückt zu werden. Dieses Jahr trat eine Kinderschar von der Erweiterten Schulischen Betreuung »Sonnenwind«, der Caritas Frankfurt zur Verfügung, um zusammen mit der Kinderbeauftragten des Ortsbeirats, Frau Eva Bieber, den Baum mit selbst gebastelten Sternen, Glöckchen und anderen Dekorationsartikeln festlich zu schmücken.

Frau Bieber schmückt den Tannenbaum

Frau Bieber schmückt den Tannenbaum

Der Hausmeister des Riedbergzentrums war so nett und stellte der Truppe eine ordentliche Leiter zur Verfügung, damit nicht nur die unteren Zweige, sondern auch das obere Geäst mit hübschen Dekorationen versehen werden konnte.

Tannnenbaum frisch geschmückt

Tannnenbaum mit kunstvollen Sternen

Nach anfänglichem Zögern waren die jungen Bastler mit Feuereifer bei der Sache, suchten die passenden Objekte für die jeweilige Stelle am Baum heraus und reichten sie Frau Bieber, die sie dann – auf der Leiter stehend – an der entsprechenden Stelle des Weihnachtsbaums fixierte.

Tannnenbaum frisch geschmückt

Tannnenbaum frisch geschmückt

Zu guter Letzt versammelte sich das Team vor dem Baum, um noch ein paar letzte Fotos zu machen und ihr Werk noch einmal kritisch zu betrachten. Die strahlenden Gesichter zeigten die Zufriedenheit mit dem Gemeinschaftswerk. Als Belohnung kam der Leiter des Rewe aus dem Riedbergzentrum persönlich vorbei und sorgte dafür, dass keines der Kinder mit leeren Händen nach Hause ging.

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Anerkennung zum Internationalen Tag des Ehrenamtes

Ehrenamt

Mehr Engagierte profitieren von Ehrenamts-Card

Bei einem Empfang anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamtes hat Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, am Freitag, den 5. Dezember, die Verdienste Ehrenamtlicher in Frankfurt gewürdigt. In diesem Jahr richtete sich die Veranstaltung an Engagierte, die 2025 erstmals mit der Ehrenamts-Card (E-Card) eine Anerkennung für ihr besonderes Engagement erhalten haben.

Ab 2025 gelten veränderte Antragsvoraussetzungen und ein neues Verfahren für die Ausgabe der E-Card. Die Dauer des nachzuweisenden Engagements ist analog zu vielen weiteren Städten und Landkreisen in Hessen auch in Frankfurt am Main auf drei Jahre gesenkt worden. „Damit öffnen wir die beliebte Anerkennungsform einem größeren Kreis an engagierten Menschen. Es gibt zukünftig keine Limitierung der Karten mehr auf ein jährliches Kontingent. Alle Ehrenamtlichen, die die Voraussetzungen erfüllen und einen Antrag stellen, können die vielen Vorteile und Vergünstigungen nutzen“, betont Oberbürgermeister Mike Josef, der an dem Empfang aus Krankheitsgründen kurzfristig nicht teilnehmen konnte. Durch die veränderten Antragsvoraussetzungen konnten seit Beginn des Jahres bereits mehr als 1.000 Karten ausgegeben werden.

Die Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamts-Card sind konstante Stützen im Vereinswesen und in den Ehrenamtsorganisationen. Sie sagen zu, sich regelmäßig und zuverlässig einzubringen. Viele sind seit Jahren, oft seit Jahrzehnten, aktiv und fest im Ehrenamt verwurzelt.

Kulturdezernentin Hartwig betonte in ihrer Würdigung die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements: „Ehrenamt bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für unsere Gesellschaft, für ein gutes Miteinander, ohne dafür hinterher eine Rechnung zu stellen. Es bedeutet, sich einzubringen, weil einem eine Sache besonders am Herzen liegt. Es bedeutet, ansprechbar zu sein – für die Nachbarn, die Kinder und Jugendlichen, die Seniorinnen und Senioren, für Vereine, Kultur, Umwelt, Kirche oder Soziales. Das halte ich für außerordentlich wichtig für unseren sozialen Zusammenhalt und Frieden und es kann in Zeiten, in denen Hass und Gleichgültigkeit zunehmen, nicht hoch genug geschätzt und gewürdigt werden.“

Neben den Engagierten waren auch die Partnerbetriebe der E-Card zu dem Empfang eingeladen. „Das Konzept dieses besonderen landesweiten Anerkennungsformats funktioniert nur dank vieler Partnerinnen und Partner aus der Wirtschaft, dem Einzelhandel, städtischen Kultur- und Sporteinrichtungen oder dem Dienstleistungsgewerbe“, sagt Oberbürgermeister Josef.

Der Empfang im Kaisersaal wurde aktiv von Partnerbetrieben der E-Card mitgestaltet: Ein Blechbläserquintett des hr-Sinfonieorchesters sorgte für eine vorweihnachtliche musikalische Umrahmung, während der weltbekannte Jongleur Ruslan Fomenko die Gäste mit seiner Jonglage begeisterte. Der Künstler ist aus dem Tigerpalast Varieté bekannt, der ebenfalls zu den Partnerbetrieben und Unterstützern der E-Card zählt.

Landesweit können mit der E-Card über 1.700 Vergünstigungen genutzt werden: im Sportclub, Kino, Museum, Freizeitparks und an vielen anderen Orten. Auch der Einzelhandel beteiligt sich in vielen Städten und Landkreisen und belohnt ehrenamtliches Engagement zum Beispiel mit Einkaufsrabatten.

Den rund 100 Betrieben in Frankfurt am Main, die sich beteiligen, dankt Oberbürgermeister Josef explizit: „Mit Ihren Rabatten, Vergünstigungen und besonderen Angeboten tragen Sie in Frankfurt dazu bei, dass das Engagement sichtbar wird und Wertschätzung erfährt. Durch diese Unterstützung wird die Ehrenamts-Card zu einem echten Zeichen der Anerkennung – ein kleines Dankeschön mit großer Bedeutung.“

Der bei dem Empfang im Kaisersaal von Kulturdezernentin Hartwig für den Magistrat übermittelte Dank für bürgerschaftliches Engagement galt nicht nur den Gästen des Abends, sondern zugleich auch stellvertretend als Anerkennung für alle Frankfurter Ehrenamtlichen. „Der Magistrat ist stolz auf seine Bürgerinnen und Bürger, die sich in solch hohem Maße für die hiesige Stadtgesellschaft und weit über die Stadtgrenze hinaus für das Miteinander – auch in besonders schwierigen Zeiten und unter besonderen Bedingungen – einsetzen.“

Mit einem anschließenden vorweihnachtlichen Empfang im Römer und einem gemeinsamen Weihnachtslied läuteten die Ehrenamtlichen und Gäste die Weihnachtszeit ein und genossen einen Abend der Wertschätzung, die sie durch ihr Wirken verdient haben.

Der Internationale Tag des Ehrenamtes findet jährlich am 5. Dezember statt. Ziel dieses Gedenk- und Aktionstages ist die Anerkennung und Förderung des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements. Der Internationale Tag des Ehrenamtes wurde im Jahr 1985 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Die Stadt Frankfurt lädt aus diesem Anlass jährlich einen wechselnden Personenkreis zu einem Empfang ein.

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