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Vandalismus an Frankfurter Bücherschränken: Wiederholter Anschlag am »Alten Flugplatz« stellt Standort infrage

Bücherschrank am Alten Flugplatz Kalbach-Bonames

Die Idee der öffentlichen Bücherschränke steht für Niederschwelligkeit, gelebte Gemeinschaft und den unkomplizierten Zugang zu Literatur. Seit der erste Schrank im November 2009 am Merianplatz aufgestellt wurde, hat sich das Konzept im gesamten Frankfurter Stadtgebiet mit mittlerweile über 70 Standorten fest etabliert. Doch das beliebte Tauschangebot wird immer wieder Opfer von Vandalismus, Vermüllung und zweckentfremdeter Nutzung. Besonders hart trifft es den Standort vor dem ehemaligen Towergebäude am »Alten Flugplatz« in Bonames bzw. Kalbach.

Wiederholte Anschläge am »Alten Flugplatz«

Der Bücherschrank am »Alten Flugplatz«, der im März 2020 auf Antrag des Ortsbeirats errichtet wurde, blickt auf eine traurige Serie von Zerstörungen zurück. Bereits Anfang 2022 wurde das Stadtteilmöbel übel zugerichtet: Unbekannte zerschlugen die Scheiben aus Spezialglas, rissen eine Tür aus der Verankerung und verstreuten die Bücher über die angrenzende Wiese. Nach einer aufwendigen Reparatur folgte im November 2022 der zweite schwere Vorfall, bei dem erneut Glasscheiben zertrümmert wurden und die verbliebenen Leseangebote monatelang nur durch Plastikfolie geschützt werden konnten.

Ende Juli 2026 erreichte die Zerstörungswut schließlich eine neue Dimension: Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf die Gratislesestelle. Am frühen Morgen des 30. Juli gingen die Bücher komplett in Flammen auf. Die Türen mussten entfernt werden, und der Ort wurde von den Behörden mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Es war bereits der vierte Anschlag auf diesen spezifischen Bücherschrank. Die Polizei ermittelt, doch die Frage nach der Zukunft des Standorts ist akut geworden. Ob die Stadt Frankfurt das Angebot an dieser Stelle noch einmal aufbauen wird, ist unentschieden. Neben den hohen Wiederaufbaukosten spricht vor allem die abgeschiedene Lage dagegen: Da der Ort oft menschenleer ist, fehlt die notwendige soziale Kontrolle.

Ein stadtweites Phänomen und finanzielle Belastungen

Der Vorfall am »Alten Flugplatz« ist kein Einzelfall. Seit Jahren haben Frankfurter Bücherschränke immer wieder mit mutwilligen Beschädigungen, Graffiti und Brandstiftungen zu kämpfen. So brannte der Bücherschrank am Malvenweg auf dem Frankfurter Berg in den vergangenen 10 Jahren allein dreimal. Auch an anderen Standorten wie in Griesheim oder Höchst kam es in der Vergangenheit zu Feuersbrünsten und Beschädigungen. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) gab an, dass seit 2014 im Stadtgebiet mindestens 11 Brandstiftungen sowie Reparaturkosten von insgesamt rund 60.000 Euro angefallen sind.

Zwar sind die Schränke grundsätzlich robust und wetterfest gebaut, doch starker Gewaltanwendung oder Feuer halten sie nicht stand. Zudem erschweren personelle Engpässe und hohe Bearbeitungszeiten im Amt für Straßenbau und Erschließung die schnelle Instandsetzung und die Genehmigung neuer Standorte.

Das Engagement der ehrenamtlichen Paten

Dass die meisten Schränke dennoch gut funktionieren, ist vor allem dem ehrenamtlichen Einsatz der Bücherschrank-Paten zu verdanken. Sie ordnen regelmäßig die Bestände, sortieren beschädigte Bände aus und kümmern sich um die Pflege. Dennoch stoßen auch die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen – etwa wenn Kisten unbrauchbarer Bücherspenden vor den Schränken entsorgt werden oder gewerbsmäßige Flohmarkthändler systematisch hochwertige Literatur entnehmen, um sie weiterzuverkaufen.

Trotz aller Rückschläge bleiben die Bücherschränke ein wertvoller Bestandteil des kulturellen und sozialen Lebens in den Frankfurter Stadtteilen. Ob der Schrank am »Alten Flugplatz« wieder auferstehen wird, bleibt abzuwarten – der Wunsch der Bürger nach funktionierenden Lesestellen ist jedoch weiterhin ungebrochen.

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Die SPD-Fraktion im Römer zu Besuch auf dem Riedberg

Kolja Müller

Der Fraktionsvorsitzende Kolja Müller und einige seiner Kollegen besuchten am vergangenen Mittwoch erneut den Riedberg. Der letzte Besuch liegt inzwischen ein Jahr zurück und eigentlich hatten die Besucher gehofft, den Riedbergplatz im Umbau vorzufinden.

Frau Kassold aus dem Ortsbeirat 12 hieß die Besucher willkommen und berichtete, dass Frau Zapf-Rodrigues (Stadträtin und Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen) erst kürzlich in einem Interview darauf hingewiesen hatte, dass zum Erhalt von gewährten Bundeszuschüssen (für die finale Realisierung des aktuellen Bauplans) das Projekt noch einmal ausgeschrieben wird. Die Fertigstellung der Umgestaltung des Riedbergplatzes, die ursprünglich Ende dieses Jahres erfolgt sein sollte, wird daher eher Ende 2027 erwartet.

Das Thema klimafreundliches Entsiegeln des Riedbergplatzes nähert sich daher langsam seinem 20-jährigen Jubiläum. Aber das traurige Thema Entsiegelung war diesmal nicht der Anlass für den Besuch der SPD-Abgeordneten auf dem Riedberg.

Im Fokus stand diesmal die Auswirkung des Neubaus der Mathematik und der Informatik der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Universitätscampus Riedberg, der organisatorisch zum Ortsbeirat Niederursel gehört. Deshalb waren auch Vertreter der beiden Ortsbeiräte (8 Niederursel und 12 Kalbach-Riedberg) bei dem Treffen hier vor Ort anwesend.

Was macht den Kapazitätsausbau der Naturwissenschaften für den Riedberg so problematisch?

Problem Nummer 1:  Der laufende und ruhende Verkehr

Auch wenn ein guter Teil der etwa 5.600 Studenten, die im Fachbereich 12 (Informatik und Mathematik) derzeit eingeschrieben sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen bzw. im Tagesverlauf auch zwischen den Studienstandorten (Riedberg und Westend) pendeln, wird ein nicht unerheblicher Rest ein privates Fahrzeug nutzen. Durch die neuen Gebäude sind etwa 160 Parkplätze weggefallen. Zusätzlich zu den Studierenden werden auch Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Hilfskräfte in den neuen Räumlichkeiten ihren Arbeitsplatz finden. Das heißt, da werden noch einmal etwa 500 Arbeitskräfte vor Ort eingesetzt. Benötigen nur 10 % der etwa 6.100 Personen einen Parkplatz (610), müssen zusammen mit den 160 weggefallenen Plätzen rechnerisch bis zu 770 Parkplätze kompensiert werden. Dazu kommt noch der zusätzliche Verkehr der durch diese Fahrzeuge ausgelöst wird.

Problem Nummer 2:  Studentenwohnungen

Das erklärte Ziel der Stadt Frankfurt ist, etwa 10 % der Studierenden mit bezahlbaren Wohnungen auszustatten. Derzeit wird schon dieses Ziel höchstens zur Hälfte erreicht. Nur zwei bis drei der Studentenwohnheime rund um den Uni Campus Riedberg bieten Wohnraum auf förderfähigem Preisniveau an. Alle anderen Wohnheime werden von privaten Investoren betrieben und sind in der Regel mindestens doppelt so teuer und damit nur von einer begüterten Klientel nutzbar. Doch weitere Wohnheime benötigen Bauplätze, die es am Riedberg – nachdem er nahezu komplett bebaut worden ist – nicht mehr gibt.  Da müsste von der öffentlichen Hand viel Geld investiert werden, um Bestandsimmobilien z.B. im Mertonviertel anzukaufen und diese für studentische Nutzung umzurüsten.

Problem Nummer 3: Energie & Wärmeversorgung

Forschungslabore, Reinräume, Tierhaltung und leistungsfähige Rechenzentren führen zu einem überdurchschnittlich hohen Energiebedarf. Durch die Computer der Mathematik und Informatik wird der Energiebedarf noch mal gesteigert. Die Goethe-Universität bezieht seit Mitte 2016 für alle ihre Standorte ausschließlich Ökostrom. Der Campus Riedberg erhält seinen Strom daher über das öffentliche Stromnetz, jedoch im Rahmen eines Ökostrom-Liefervertrags.

Auf dem Dach des neuen Wohnheimes mit International House erzeugt eine Dach-PV-Anlage rund 100.000 kWh Strom pro Jahr. Auch auf den Dächern von Mathematik und Informatik soll inzwischen eine Photovoltaikanlage installiert werden. Für die eigentlichen Universitätsgebäude spielen Photovoltaikanlagen bislang jedoch eher eine ergänzende Rolle. Der überwiegende Strombedarf wird weiterhin aus dem öffentlichen Netz gedeckt.

Der Campus Riedberg ist an das Frankfurter Fernwärmenetz angeschlossen. Dieses Netz versorgt neben dem Riedberg auch die Campi Westend, Bockenheim und Ginnheim. Die Fernwärme stammt aus dem Frankfurter Kraftwerksverbund. Die Wärme wird überwiegend über das modernisierte Müllheizkraftwerk Nordweststadt bereitgestellt, das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung). Allerdings stößt das Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt inzwischen auch an Grenzen.

Problem Nummer 4: Universitäre Infrastruktur

Auch hier ist zu prüfen, ob Mensen und Cafeterien, Bibliothek, Studierplätze und andere Dinge, die Studenten in ihrer täglichen Arbeit benötigen, dem kommenden Ansturm gewachsen sind.

Frau Kassold und Herr Müller

Frau Kassold und Herr Müller

Aussicht

Beim nächsten Besuch der SPD-Fraktion auf dem Riedberg in einem Jahr können wir gespannt sein, wie weit die Umgestaltung des Riedbergplatzes gediehen ist und welche Lösungsansätze für die vielfältigen Auswirkungen der Neubauten am Campus gefunden werden konnten.


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Lebensmittelrettung in Frankfurt: Gemeinsam gegen die Verschwendung

Symbolbild Lebensmittelrettung

Tonne statt Teller: In Deutschland werden jährlich Millionen Tonnen genießbarer Nahrungsmittel entsorgt. Allein in Frankfurt am Main fallen rechnerisch etwa 61.000 Tonnen privater Lebensmittelabfall pro Jahr an. Um dieser ökologischen und ethischen Herausforderung zu begegnen, engagieren sich zahlreiche Initiativen und ehrenamtliche Helfer in der Mainmetropole – von ortsnahen Nachbarschaftsprojekten bis hin zu vernetzten Organisationen wie Foodsharing.

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung

Weltweit werden jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet, was etwa einem Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion entspricht. In Deutschland landen jedes Jahr fast 11 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Dies stellt nicht nur ein ethisches Problem dar, sondern belastet auch Umwelt und Klima erheblich. Laut Schätzungen der Umweltschutzorganisation WWF verursacht die weltweite Lebensmittelverschwendung rund 10 % der globalen Treibhausgasemissionen – das entspricht etwa 3,3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Für Herstellung, Transport und Entsorgung ungenutzter Lebensmittel werden wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie und landwirtschaftliche Flächen beansprucht.

Die Stadt Frankfurt am Main verfolgt das Ziel, eine sogenannte „Zero Waste City“ zu werden und Ressourcen im Kreislauf zu halten. Obwohl eine bundesweite Initiative im Jahr 2023 eingestellt wurde, setzt die Stadt weiterhin auf Aufklärung, Abfallvermeidung und die Weiterverteilung überschüssiger Lebensmittel im Handel und bei der Außer-Haus-Verpflegung.

Die Arbeit der Initiativen vor Ort

Um dem Verfall verzehrbarer Waren entgegenzuwirken, sind in den Stadtteilen verschiedene Akteure aktiv. Ein Beispiel ist das Engagement in der katholischen Heilig-Geist-Kirche im Riederwald. Dort verteilen Ehrenamtliche wöchentlich gerettete Lebensmittel an Interessierte und Hilfsbedürftige. Gegen einen symbolischen Beitrag zur Deckung der Betriebskosten erhalten Besucher frisches Obst, Gemüse, Backwaren oder haltbare Produkte, die zuvor von Supermärkten abgeholt wurden. Neben dem sozialen Aspekt steht der Schonung von Umweltressourcen im Vordergrund.

Parallel dazu prägt der Verein foodsharing Frankfurt am Main e.V. das Stadtbild. Über 500 aktive Lebensmittelretter arbeiten mit rund 160 Partnerbetrieben zusammen – darunter Supermärkte, Bäckereien und Marktstände wie in der Frankfurter Kleinmarkthalle. Allein in den vergangenen Wochen konnten über 60 Tonnen Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt werden. Die geretteten Waren werden im privaten Umfeld weitergegeben, in Online-Netzwerken angeboten oder zu sogenannten „Fairteilern“ gebracht. Hierbei handelt es sich um öffentlich zugängliche Regale oder Schränke, wie sie etwa im Quartiersbüro Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach oder in Gemeindezentren stehen.

Ablauf und Qualitätsstandards der Lebensmittelrettung

Die Mitwirkung als zertifizierter Lebensmittelretter erfordert Verantwortungsbewusstsein und Fachwissen. Um für Abholungen in Partnerbetrieben zugelassen zu werden, absolvieren Interessierte ein Online-Quiz zu Hygienevorschriften sowie eine Überprüfung von Wissen und Identität. Zudem sind mindestens drei Einführungsabholungen in Begleitung erfahrener Mitglieder vorgeschrieben.

Nach der Akkreditierung buchen die Helfer feste Abholtermine bei den Betrieben. Vor Ort wird die überlassene Ware nach Qualitäts- und Hygienekriterien sortiert und in eigene Behälter umgefüllt. Es gilt der Grundsatz, nur einwandfreie Lebensmittel weiterzugeben, die man selbst noch verzehren würde. Verdorbene Ware wird fachgerecht entsorgt. Die Mengen pro Abholung bewegen sich je nach Betrieb im Bereich von 25 bis 50 Kilogramm. Auch im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg sind regelmäßig Lebensmittelretter im Einsatz, um Überschüsse abzuholen, zu verteilen oder bei gemeinschaftlichen Kochaktionen zu verwerten.

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