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Keltersaison 2026 bei Rapp’s startet: Apfelannahme und Keltern erstmals komplett in Maintal-Hochstadt

Streuobst-Wiese

Die Keltersaison 2026 der Rapp’s Kelterei steht bevor. In diesem Jahr gibt es eine wesentliche Neuerung in den Betriebsabläufen: Die Annahme sowie das Pressen und Keltern der Äpfel erfolgen erstmals ausschließlich bei der Landkelterei Höhl in Maintal-Hochstadt. Dort wird das angelieferte Obst kostenfrei gewogen und die Annahme abgewickelt.

Zeiten und Bedingungen für Anlieferer

Für Privatanlieferer öffnet die Annahmestelle für Kelteräpfel sowie Birnen und Quitten ab Freitag, dem 4. September 2026. Die Anlieferung ist von Montag bis Freitag jeweils zwischen 08:00 Uhr und 16:00 Uhr sowie samstags von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr möglich. Informationen zu Abgabe-Preisen und weitere Details stehen online unter www.der-alte-hochstaedter.de/kelterzeit bereit.

Körbe voller Äpfel

© Rapp’s

Herausforderungen durch Witterung und Trockenheit

Der Start der diesjährigen Ernte ist von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Anhaltende Trockenheit und Hitze setzen den Streuobstwiesen stark zu. Obwohl der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) bundesweit ursprünglich eine Streuobsternte von rund 450.000 Tonnen prognostiziert hatte, zeichnet sich durch die Witterung der letzten Wochen eine veränderte Lage ab. Es wird davon ausgegangen, dass die Apfelernte auch in Hessen unter dem Niveau des Vorjahres liegen könnte.

Sicherung regionaler Rohstoffe

Zusätzlich zur Witterung erschweren der Klimawandel, fehlende Betriebsnachfolgen sowie die Aufgabe von Flächen die Pflege von Streuobstwiesen. Um diesem Trend entgegenzuwirken und eine langfristig gesicherte regionale Rohstoffbasis aufzubauen, hat Rapp’s das Projekt „Rapp’s Kelterobstwiesen“ ins Leben gerufen.

In Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Partnerbetrieben wurden in den vergangenen Jahren rund 180 Hektar Kelterobstwiesen neu aufgebaut – ein Großteil davon in der Wetterau und den angrenzenden Landkreisen. Die dort nach ökologischen sowie konventionellen Standards erzeugten Äpfel fließen in die Herstellung der Produkte der Marken „Rapp’s“ und „Der alte Hochstädter“ ein.

Frau Eva-Maria Scheubeck, Marketingleiterin von Rapp’s, betont die Bedeutung dieses Ansatzes: Ziel sei es, die regionale Herkunft der Äpfel langfristig zu sichern, die Zusammenarbeit mit der hessischen Landwirtschaft zu stärken und somit heimische Landwirtschaft mit der Produktion regionaler Saft- und Apfelweinspezialitäten zu verbinden.


Hintergrund zu den Traditionsbetrieben

Die Landkelterei Höhl in Hochstadt blickt auf eine lange Tradition zurück: Seit 1779 werden dort Apfelweine gekeltert. Der Betrieb ging 1934 an Wilhelm Höhl über und gehört seit 2008 zur Rapp’s Kelterei sowie zur HassiaGruppe. Rapp’s selbst gilt als führender Fruchtsafthersteller in Hessen mit mehr als 40 verschiedenen Fruchtsäften, Nektaren, Schorlen und Apfelweinen im Sortiment. Die Kelterei ist ebenfalls eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der HassiaGruppe.

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Vorstoß im Ortsbeirat 12: Mehr Wahlfreiheit bei der Heizenergie auf dem Riedberg

Symbolbild Fernwärme

Der Ortsbeirat 12 fordert mehr Flexibilität bei der lokalen Wärmeversorgung. Mit einem fraktionsübergreifenden Antrag der Grünen vom 08.06.2026 wird der Magistrat der Stadt Frankfurt aufgefordert, die bestehende Fernwärmesatzung für den Riedberg anzupassen. Ziel ist die Einführung eines Sonderkündigungsrechts, das Abnehmern nach 10 Jahren den Ausstieg aus dem bisherigen Anschluss- und Benutzungszwang ermöglicht, sofern sie auf eine nachweislich klimaneutrale und abgasfreie Alternative umsteigen.

Der Status quo: Anschlusszwang seit 2014

Seit dem Erlass der städtischen Fernwärmesatzung im Jahr 2014 gilt für Eigentümer im Neubaugebiet „Riedberg“ eine Verpflichtung, ihre Gebäudewärme von dem Netzbetreiber Mainova zu beziehen. Diese Regulierung wurde damals begründet mit den hohen Investitionskosten für den Netzaufbau sowie dem Mangel an ausgereiften, umweltfreundlichen Alternativen. Ein zentrales Argument war zudem die effiziente Verwertung der Abwärme der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage.

Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend geändert. Das Frankfurter Fernwärmenetz wurde vernetzt, sodass die Abwärme der Müllverbrennungsanlage mittlerweile im gesamten Stadtgebiet genutzt wird. Der Riedberg besitzt damit in diesem Punkt kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Gleichzeitig argumentiert der Antragsteller, dass die langjährigen Einnahmen des Netzbetreibers die ursprünglichen Bau- und Erschließungskosten mittlerweile weitgehend abgedeckt haben dürften.

Monopolstrukturen und moderne Technologien

Ein Kritikpunkt des Antrags betrifft die einseitige Marktstruktur. Während Verbraucher in Bereichen wie Strom, Telefon oder Internet zwischen Anbietern wählen können, besteht bei der Fernwärme ein lokales Monopol. Die Bindung an einen einzigen Versorgungsdienstleister ohne Wechselmöglichkeit belastet viele Eigentümer, insbesondere vor dem Hintergrund vergangener Preissteigerungen.

Gleichzeitig hat die Heiztechnik Fortschritte gemacht. Umweltfreundliche Alternativen wie modernste Wärmepumpen, betrieben mit Strom aus erneuerbaren Energien (Sonne, Wind oder Wasser), stehen serienmäßig zur Verfügung und arbeiten vollkommen abgasfrei und emissionsfrei vor Ort.

Anpassung des § 5 der Fernwärmesatzung gefordert

Der Antrag schlägt eine konkrete Ergänzung des § 5 der Fernwärmesatzung Riedberg vor. Demnach sollen Anschlussnehmer nach einer Mindestlaufzeit von 10 Jahren ihre Fernwärmeversorgung mit einer Frist von 3 Monaten kündigen können. Bedingung hierfür ist der lückenlose Nachweis, dass das Gebäude künftig über ein eigenes, klimaneutrales und abgasfreies Heizsystem für Raumwärme und Warmwasser verfügt. Ergänzend soll der Magistrat Regelungen für die fachgerechte Stilllegung der Anschlüsse und die Prüfstandards der Ersatzsysteme festlegen.

Nach Einschätzung des Ortsbeirats wird die Umrüstungsoption voraussichtlich nur von wenigen Hausbesitzern genutzt werden, da ein Systemwechsel mit entsprechenden Investitionen verbunden ist. Dennoch sei eine zeitlich unbegrenzte Bindung an einen Monopolisten rechtlich und wirtschaftlich nicht mehr vermittelbar. In anderen Rechtsbereichen, etwa bei Verbraucherdarlehen, sind Sonderkündigungsrechte nach zehn Jahren gesetzlicher Standard. Längere Bindungsfristen seien Privatpersonen kaum zuzumuten.

Der Vorstoß liegt nun beim Magistrat der Stadt Frankfurt zur weiteren Prüfung und Entscheidung.

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Medizinforschung: Maßgeschneiderte Medikamente aus dem 4D-Drucker

4D-PRODRUG-Quadrat

Ein neues Forschungsprojekt am Riedberg verspricht die Medizin revolutionieren zu können: Unter dem Namen „4D-PRODRUG“ entwickeln Forschende des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), der Goethe-Universität und der Glatt GmbH intelligente Trägermaterialien, die Wirkstoffe im Körper gezielt freisetzen. Das vom Bund geförderte Vorhaben startet am 01.09.2026.

Ob Sterne, Dreiecke oder Kugeln – was auf den ersten Blick wie eine geometrische Spielerei wirkt, hat einen handfesten medizinischen Hintergrund: Je nach Form veränderten sich das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen und damit die Geschwindigkeit, mit der ein verpacktes Medikament im menschlichen Körper abgegeben wird. So lassen sich Wirkstoffe künftig punktgenau steuern – angepasst an die individuelle Dosierung und den idealen Wirkzeitraum für Patienten.

Biologie trifft synthetische Chemie

Grundlage des neuen Verfahrens sind sogenannte Elastin-like Proteins (ELPs). Diese Proteine ähneln einem körpereigenen Faserprotein, greifen das Immunsystem nicht an und zeichnen sich durch hohe Flexibilität aus. Im Labor werden sie chemisch so modifiziert, dass sie unter Lichteinfluss polymerisieren¹. Es entstehen biohybride Hochleistungsmaterialien, die nicht nur formbar sind, sondern auch aktiv auf Umwelteinflüsse wie die Temperatur oder den pH-Wert im Körper reagieren.

Verarbeitet werden diese Biohybride in einem modernen 4D-Druckverfahren². Zum Einsatz kommt dabei das Light-Sheet Laser-Writing³. Hierbei lösen Laserstrahlen in hauchdünnen Licht-Ebenen berührungslos und extrem schnell das Aushärten des Materials aus – ideal für die sterile Verarbeitung pharmazeutischer Wirkstoffe.

Druckverfahren 4D-PRODRUG

Das Druckverfahren von 4D-PRODRUG verwendet Laserstrahlen in Licht-Ebenen. Sie lösen die Polymerisation des veränderten Strukturproteins Elastin aus. Quelle: Francesco Pampaloni, GU.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit auf dem Campus

An der Entwicklung sind Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen beteiligt:

  • Stefan Schiller (Institut für Pharmazeutische Technologie, Goethe-Universität) entwickelt die modulare Protein-Plattform aus veränderten Aminosäuren.
  • Francesco Pampaloni (Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften, Goethe-Universität) steuert die lichtgesteuerte Vernetzung der Biomoleküle bei.
  • Sebastian Thallmair (Senior-Fellow am FIAS) unterstützt das Projekt mit physikbasierten Computersimulationen. Durch datenbasierte Erfassung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz lassen sich zeitaufwendige Laborexperimente einsparen und die Materialeigenschaften systematisch vorhersagen.
  • Die Glatt GmbH bringt als Industriepartner ihr Fachwissen bei der Verarbeitung und Formulierung von Wirkstoffen ein.

Zusätzlich erfasst das Team die Eigenschaften der neuen Werkstoffe in einer umfassenden Datenbank. Diese systematische Bestandsaufnahme, analog zu biologischen Datensammlungen als „Materiomics“ bezeichnet, soll künftigen Forschungsvorhaben als wertvoller Fundus dienen⁴.

Ziel: Personalisierte Medizin der Zukunft

Das Projekt wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Technologie und Forschung (BMFTR) gefördert; als Projektträger fungiert der Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Ziel der Förderperiode ist ein marktfähiges biohybrides Material, mit dem Schmerzmittel oder Blutdrucksenker individuell und passgenau für jeden Patienten verpackt werden können.


Erklärungen der Fachbegriffe

¹ Polymerisation / polymerisieren: Ein chemischer Prozess, bei dem sich kleine Einzelmoleküle (Monomere) zu langen Ketten oder dreidimensionalen Netzwerken (Polymeren) zusammenschließen. Dadurch wird ein flüssiger oder weicher Stoff fest und formstabil.

² 4D-Druck: Eine Weiterentwicklung des dreidimensionalen 3D-Drucks. Die vierte Dimension beschreibt die Zeit: Das gedruckte Objekt kann nach der Herstellung seine Form oder Eigenschaft verändern, sobald es auf bestimmte Umweltreize (wie Temperatur, Feuchtigkeit oder pH-Wert) trifft.

³ Light-Sheet Laser-Writing (Lichtblatt-Laserschreiben): Ein drucktechnisches Verfahren, bei dem feine Laserlicht-Ebenen eingesetzt werden, um flüssige Materialien punktgenau und kontaktfrei an den belichteten Stellen zu verfestigen.

Materiomics: Die systematische Erforschung und Erfassung aller Materialeigenschaften sowie der Wechselwirkungen von Werkstoffen in einem Gesamtsystem, analog zu Genomik (Erfgut-Erforschung) oder Proteomik (Eiweiß-Erforschung) in der Biologie.

 

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