Schlagwort: Goethe-Universität

Warum hat uns die Evolution mit Gefühlen ausgestattet?

Gefühle

Für die Evolution ist alles vorteilhaft, was die Anzahl an Nachkommen erhöht. Emotionen sind abstrakte Kriterien, mit deren Hilfe selbst unterschiedliche Tätigkeiten vergleichend bewertet, und damit Ziele und Aufgaben effizient ausgewählt werden können.

Die Realität ist komplex und damit chaotisch. In einer Gemeinschaft muss das Individuum sich zusätzlich noch mit Anderen abstimmen. Daher musste sich das das menschliche Gehirn vor allem deshalb so rasch entwickeln, weil es vor der Aufgabe stand, die Komplexität des sozialen Miteinanders zu bewältigen.

Intelligenz erweitert die Zahl der Handlungsoptionen. Durch die Beschäftigung mit dem Thema „Maschinelles Lernen“ wissen wir, dass die rechnerischen Anforderungen mit der Komplexität der Problemstellung überaus schnell ansteigen.

Um gute Entscheidungen zu treffen, benötigen wir für die zahlreichen Handlungsoptionen daher einen Mechanismus, der die geistigen Anforderungen deutlich reduziert. Das ist es, was Emotionen ermöglichen.

Sehr unterschiedliche Tätigkeiten können identische Gefühle auslösen – zum Beispiel Langeweile, Aufregung oder Befriedigung. So kann es genauso befriedigend sein, mit Freunden zu Essen, wie Geige zu spielen oder verrückte Sachen anzustellen. Nach materiellen Kriterien ließen sich diese Tätigkeiten kaum auf einen Nenner bringen.

Individuen, die über emotionale Entscheidungsmechanismen verfügen, versuchen ihre Tätigkeiten so auszuwählen, dass diese im Mittel mit ihrem „Charakter“ im Einklang sind.

Uns ist in der Regel nicht bewusst, wie viele biochemische Prozesse beständig in unserem Gehirn ablaufen. Gefühle, die biologischen Grundlage von Emotionen können wir dagegen wahrnehmen. Diese Fähigkeit ist erst bei höheren Affen voll ausgebildet worden. Emotionen können wir mit unserem Verstand regulieren. Hätte uns die Evolution keine Gefühle mitgegeben, könnten wir unsere Emotionen, also die entsprechenden Gehirnprozesse, nicht regulieren.

Das würde der wissenschaftlichen Definition von „Zombies“ durch die beiden Neurowissenschaftler Christof Koch und Francis Crick entsprechen. Diese kann man als denkfähigen Wesen ansehen, die Triebe haben, diese aber nicht kontrollieren können, da sie sich ihrer nicht bewusst sind.

Ein emotionales Kontrollsystem ist nicht nur für Menschen und hochentwickelte nicht-menschliche Tiere von herausragender Bedeutung, sondern auch für potentielle künstliche Intelligenzen. Roboter-Emotionen werden sich nicht – wie in vielen Filmen dargestellt – sekundär entwickeln. Synthetische Emotionen sind vielmehr eine unabdingbare Voraussetzung für eigenständig agierende universelle Intelligenzen, sofern es diese jemals geben sollte.


Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Prof. Dr. Claudius Gros, Goethe-Universität, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, eMail: gros07@itp.uni-frankfurt.de

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Begrünung des Riedbergplatzes

Seit Jahren fordert die Klimaschutz-Initiative-Riedberg e.V. (KIR) die Begrünung des Riedbergplatzes. Der Platz ist weitgehend unbepflanzt und heizt sich durch die dunklen Steine, vor allem im Sommer, sehr auf. Entspannt im Schatten sitzen und ein Eis essen ist hier fast unmöglich. 

In einer Petition konnte die KIR bereits 670 Unterschriften für das Projekt sammeln. Auch Mitglieder des zuständigen Ortsbeirates 12 sind eindeutig für eine Bepflanzung und Umgestaltung des Riedbergplatzes. Das Grünflächenamt arbeitet bereits an einem möglichen Entwurf, der es Kindern ermöglichen würde auch im Sommer auf dem Spielplatz zu spielen und den Riedbergern und Riedbergerinnen einen schattigen Platz zum Entspannen und Abkühlen bieten könnte.

Wie beachtlich der Temperaturunterschied tatsächlich ist, haben Studierende des Studiengangs Physische Geografie an der Goethe-Universität in der Arbeitsgruppe Klima gemessen. Im Schnitt übersteigt die Oberflächentemperatur des Platzes den eines Vergleichsstandortes um gute 8°C. Die Umrandung des Platzes mit steinernen Mauern trägt zusätzlich zu einer Hitzewallung bei und sorgt so für eine gemessene Höchsttemperatur von knapp 46°C.

Die Ergebnisse der Messungen wurden am 28.10 von den Befürwortern des Projekts vor dem Klima- und Umweltausschuss vorgestellt – mit vollem Erfolg! Alle vertretenen Fraktionen konnten überzeugt und für die Umgestaltung gewonnen werden. Die erforderlichen Gelder für den Umbau wurden endlich beim Grünflächenamt frei gegeben, sodass wir hoffentlich bald über einen grünen Riedbergplatz spazieren können.

Die stolzen Mitwirkenden nach erfolgreicher Rede vor dem Ausschuss von links nach rechts: Frau Kassold (stellv. Ortsvorsteherin OBR 12), Frau Mirel (KIR), Frau Maucher (KIR), Frau Henke (Studierende der Goethe-Uni), Frau Böhme (Studierende der Goethe-Uni).

Die genauen Daten der Messung:

http://www.klimaschutz-initiative-riedberg.de/uniseminarwidn/ 

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Weiterer Meilenstein im Kampf gegen Corona

Corona Virus

Wichtiger Schritt für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen Corona: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Campus Riedberg und von internationalen Partnerlaboren ist es gelungen, die Baupläne von 23 der 30 Proteine des Virus zu entschlüsseln und diese in großen Mengen herzustellen.

Die Laboranleitungen und die dafür erforderlichen gentechnischen Werkzeuge stehen jetzt Forscherinnen und Forschern der ganzen Welt frei zur Verfügung, wie die Goethe-Universität betont.

Wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert, bedeutet das zunächst einmal nur eine Änderung im Virenbauplan. Die Mutation führt dazu, dass zum Beispiel an einer Stelle in einem Virus-Protein eine Aminosäure ausgetauscht wird. Um schnell abschätzen zu können, welche Auswirkung diese Änderung hat, ist ein dreidimensionales Bild des Virus-Proteins extrem hilfreich.

Forschung in Frankfurt – und rund um den Globus

Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt haben bereits zu Beginn der Pandemie damit begonnen, sich international zu vernetzen. Ihr Ziel: die dreidimensionalen Strukturen von SARS-CoV-2-Molekülen mithilfe der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) zu beschreiben. Dabei werden Moleküle zunächst mit speziellen Atomsorten (Isotopen) markiert und dann einem starken Magnetfeld ausgesetzt. Mittels NMR kann dann auch im Detail geschaut werden, wie sich potenzielle Wirkstoffe an die Proteine binden. Dies geschieht unter anderem am Biomolekularen Magnet-Resonanz-Zentrum der Goethe-Universität. Grundvoraussetzung ist jedoch, große Mengen der Proteine in hoher Reinheit und Stabilität sowie korrekter Faltung für die vielen Tests zu produzieren.

Dr. Martin Hengesbach (links) und Dr. Andreas Schlundt am Kernspinresonanz-Spektrometer der Goethe-Universität Frankfurt Foto: Uwe Dettmar / Goethe-Universität

Das Netzwerk, das von Prof. Harald Schwalbe vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie der Goethe-Universität koordiniert wird, umspannt den ganzen Globus. Die Erstellung von Laboranleitungen für die Proteine ist bereits der zweite Meilenstein. Das Virus besteht neben den Proteinen aus RNA, und das Konsortium konnte bereits im vergangenen Jahr alle wichtigen RNA-Fragmente zugänglich machen. Damit wurde auch die weitere Suche nach Impfstoffen beschleunigt.

Corona-Proteine können jetzt im Labor hergestellt werden

Mit der Expertise von 129 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist es nun gelungen, 23 der insgesamt knapp 30 Proteine von SARS‑CoV‑2 komplett oder in wichtige Teilen „im Reagenzglas“ herzustellen, und zwar in großen Mengen.

Dr. Martin Hengesbach vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie der Goethe-Universität erläutert: „Wir haben die funktionellen Einheiten der Proteine so isoliert, dass ihre Struktur, ihre Funktion und ihre Interaktionen nun von uns selbst und anderen charakterisiert werden können. Damit liefern wir die Arbeitsvorschriften, mit deren Hilfe Labore weltweit schnell an SARS‑CoV‑2-Proteinen und auch den kommenden Mutanten arbeiten können.“

„Wir beschleunigen die Suche nach Wirkstoffen weltweit“

Dr. Andreas Schlundt vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Goethe-Universität meint: „Mit unseren Arbeiten beschleunigen wir die weltweite Suche nach Wirkstoffen: Entsprechend ausgerüstete wissenschaftliche Labore müssen nicht mehrere Monate lang Systeme zur Herstellung und Untersuchung der SARS-CoV-2-Proteine etablieren und optimieren, sondern können nun dank unserer Laborprotokolle innerhalb von zwei Wochen mit ihren Forschungsarbeiten beginnen.“

Die Forschungsarbeiten an der Goethe-Universität wurden und werden mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie des Goethe-Corona-Fonds gefördert.

Foto: CDC / Unsplash.com

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„International House“ für Gastwissenschaftler und Studierende

Die Goethe-Universität ist attraktiv für internationale Wissenschaftler – und soll durch ein Vorzeige-Projekt noch attraktiver werden: Am Campus Riedberg wird ein Gebäude für Studierende und Gastwissenschaftler gebaut, teilweise aus heimischem Fichtenholz. Jetzt war Richtfest.

Nach etwa einem Jahr Bauzeit konnte auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg bereits das Richtfest für das neue Studierendenwohnheim und International House gefeiert werden. Pandemiebedingt nur in einer reduzierten Runde mit den beteiligten Firmen und natürlich mit einem feierlichen Richtspruch, von Kai Laumann, Inhaber der gleichnamigen Zimmerei- und Bedachungs GmbH. Die Holzrohbauarbeiten starteten zu Jahresbeginn und konnten aufgrund der Vorfertigung in Windeseile durchgeführt werden.

Innovativer Bau – mit heimischem Fichtenholz

Der Neubau des Studierendenwohnheims mit International House ist ein innovatives Projekt. Organisatorisch wurde für das gemeinschaftliche Projekt des Studentenwerks Frankfurt mit der Stiftung zur Förderung internationaler Beziehungen der Goethe-Universität eine „Bauherrengemeinschaft IHCR“ gebildet, die Bauherrin und Eigentümerin ist.

Der Bau ist ein energetisch kompaktes hochwärmegedämmtes und nachhaltig gebautes Passivhaus. Bei den zum Einsatz kommenden Baumaterialien wurde nicht nur auf einen guten Primärenergiefaktor, sondern auch auf Umweltverträglichkeit und Rückbaubarkeit Wert gelegt. Die Geschosse oberhalb des Erdgeschoßes wurden binnen weniger Wochen in einer Holzkonstruktion ausgeführt. Die Holzbauweise ist auch vom Inneren des Gebäudes an Decken und Wänden der Individualräume sichtbar.

Die Fertigstellung ist Mitte 2022 geplant

Insgesamt werden 2.900 Kubikmeter heimisches Fichtenholz verbaut und auch viele Ausbauelemente, die Mineralwolldämmungen, die Holzfenster, der natürliche Bodenbelag etc. genügen den selbstgesteckten Anforderungen zur Nachhaltigkeit. Der Baustoff Holz reduziert den ökologischen Fußabdruck nachhaltig. Aufgrund der Holzbauweise können 2.300 t CO² eingespart werden. Um diese Menge CO² zu emittieren, könnte man 13 Millionen km mit einem Mittelklassewagen mit Verbrennungsmotor fahren oder 1.500 Mal von Frankfurt nach New York und zurückfliegen.

Die Fertigstellung der 324 Wohneinheiten mit 359 Plätzen für Studierende und weiteren 27 Wohneinheiten für internationale Gastwissenschaftler ist für Mitte des Jahres 2022 geplant.

Die voraussichtlichen Projektkosten sollen sich auf rund 38,5 Millionen Euro belaufen. Davon rund 35 Millionen Euro für das Studentenwerk und 3,5 Mio. Euro für die Stiftung. Gefördert wird die Maßnahme unter anderem durch ein Darlehen aus dem Landesprogramm „Studentisches Wohnen“. Die Stiftung finanziert das Vorhaben aus ihrem Vermögen und sucht die Förderung durch Mäzene.

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende

Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir sagt: „Gerade in Frankfurt besteht ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Studierende. Die hier entstehenden 359 Wohnplätze, die das Land mit 17,6 Mio. Euro fördert, werden dringend gebraucht. Mit unserem Förderprogramm setzen wir genau hier an und unterstützen Bauvorhaben für bezahlbare Unterkünfte in Hochschulnähe.“

Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn nennt das Gebäude einen „Ort der Zusammenkunft und des Austausches“. Hessens Finanzminister Michael Boddenberg gratuliert ebenfalls zum Richtfest, auch OB Peter Feldmann.

Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität betont: „Ich bin begeistert, wie schnell das International House auf dem Universitätscampus Riedberg Gestalt angenommen hat! Danke an alle Beteiligten von Stadt, Land und Stiftung, aber insbesondere auch an die umsetzenden Baufirmen, die trotz der großen Herausforderungen der Pandemie im Zeitplan geblieben sind. Für die Goethe-Universität hat dieses Haus eine wichtige Symbolfunktion: Wenn wir hier demnächst Studierende sowie Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus aller Welt begrüßen, bieten wir Ihnen das inspirierende Umfeld echter internationaler Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten.“

„Große Rolle bei der internationalen Vernetzung der Universität“

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, nennt „das Teamwork hier in Frankfurt ist einzigartig“ und modellhaft für ganz Deutschland.

„Die an der Universität als Gäste Forschenden erhalten inmitten einer hervorragenden Institutslandschaft die Möglichkeit nahe am Arbeitsplatz zu arbeiten.“, so Prof. Dr. Jürgen Bereiter-Hahn, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität. „Ihnen kommt eine große Rolle zu bei der internationalen Vernetzung der Universität, denn trotz aller elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten ist auf das persönliche Zusammentreffen der Forschenden nicht zu verzichten.“

„Dass wir mit der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität dieses Vorzeigeprojekt auf die Beine gestellt haben, führt zu insgesamt deutlich mehr Plätzen für Studierende, weil das Grundstück besser ausgenutzt werden kann und ist ein großer Erfolg.“, freut sich der Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt am Main, Konrad Zündorf.„

Link zum virtuellen Richtfest mit den Grußworten unter www.studentenwerkfrankfurt.de/wohnen/riedberg

Foto: MAINRiedberg Magazin

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Wie nachhaltig ist der Stadtteil Riedberg?

Klima, Wasser, Begrünung, Versorgung – wie nachhaltig kann ein moderner Stadtteil sein? Studierende der Goethe-Universität untersuchen diese Themen aktuell am Riedberg und in einem Frankfurter Vergleichsstadtteil. Auch die Klimaschutz-Initiative Riedberg ist eingebunden.

Die Goethe-Universität Frankfurt setzt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und den Auswirkungen des Klimawandels intensiv auseinander. Im November 2020 wurde im Bachelor-Modul „Angewandte Physische Geografie“ unter der Leitung von Dr. Rainer Dambeck und Prof. Dr. Jürgen Wunderlich das Seminar „Stadtentwicklung Frankfurt am Main. Wege in die Nachhaltigkeit“ gestartet. In verschiedenen Arbeitsgruppen bearbeiten die Studierenden Projekte mit den Schwerpunkten Klima, Wasser und nachhaltige Versorgung – immer mit dem Fokus auf den Riedberg sowie einen Vergleichsstadtteil Frankfurts.

Die Klimaschutz-Initiative Riedberg (KIR) unterstützt die Studierenden mit ihrem Netzwerk und Wissen im Bereich Nachhaltigkeit: In zwei virtuellen Meetings mit der KIR wurden die anstehenden Projekte des Seminars vorgestellt und die Zielsetzungen wie auch die weitere Vorgehensweise mit der Klimaschutzinitiative besprochen. „Wir begleiten die Studierenden gerne weiter, teilen unsere Erfahrungen und vermitteln Kontakte zu Expertinnen und Experten aus der Region rund um den Riedberg“, heißt es bei der erst 2020 gegründeten Initiative.

Welche Begrünung lohnt sich in der Stadt?

In zwei Gruppen haben die Studenten im Themenbereich Klima an Standorten am Riedberg und im Westend/Bahnhofsviertel Projektstrategien und Untersuchungsansätze entwickelt, um die Effekte unterschiedlicher Begrünungsformen wie Alleen oder Parks, die Beschattung oder Beschaffenheit des Untergrundes auf das Mikroklima der Flächen zu ermitteln. Ziele sind unter anderem, Potentiale zur Temperaturabsenkung abzuleiten oder herauszufinden, wo und welche Art von Begrünung sich in der Stadt lohnen.

Im Themenbereich Wasser untersucht eine Gruppe die nachhaltige Nutzung und Speicherung von Niederschlagswasser in den Stadtteilen Riedberg und Kalbach. Um eine effizientere Niederschlagsnutzung zu erreichen, wenden die Studierenden unterschiedliche Methoden an – die Satellitenbildauswertung zur Existenz von Begrünung auf den Dächern und Umfragen zur Erhebung von Brauchwasseranlagen. So sollen Lücken in der Flächenabdeckung gezielt identifiziert werden.

Eine zweite Gruppe setzt sich parallel dazu mit dem Thema Starkregen- und Hochwasserschutz sowie der Regenwasserbewirtschaftung im Stadtteil Frankfurter Berg auseinander. Mittels einer Bestandsanalyse von privaten und staatlichen Hochwasserschutz- und Starkregenbewirtschaftungsanlagen wie Zisternen oder Regenrückhaltebecken, aber auch einer Funktionalitätsanalyse wird versucht, Maßnahmenkonzepte und Empfehlungen abzuleiten.

Fokus-Thema nachhaltige Versorgung

Eine weitere Gruppe setzt sich mit dem Thema nachhaltige Versorgung der Mensen des Campus Riedberg auseinander. Ziel ist es, zu untersuchen, ob es möglich ist, die Mensen ausschließlich mit regionalen Lebensmitteln aus Betrieben innerhalb eines Radius von unter 50 Kilometern zu versorgen. Ein Konzept, bei dem kürzere Transportwege anfallen und saisonale Lebensmittel genutzt werden, würde helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Umsetzung ist nicht ganz einfach, denn man legt Wert darauf, dass weiterhin preiswerte und gleichzeitig für Studierende erschwingliche Mahlzeiten angeboten werden. 

Eine sechste Gruppe hat sich vorgenommen, mit einem Unternehmen aus Frankfurt Ideen und Wege für das Einsparen von Papier zu erarbeiten. Inzwischen konnte Infraserv Logistik im Industriepark Höchst für das Projekt gewonnen werden. Mit der Einsparung von Papier wird nicht nur kostbares Wasser gespart, da für die Herstellung eines A4 Blattes sind rund zehn Liter Wasser nötig sind, sondern es können auch CO2-Emissionen reduziert werden. Die Studierenden wollen Optimierungsansätze ausarbeiten und diese mit dem Unternehmen diskutieren. Wichtig ist es ihnen, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und das Papiersparen im Unternehmen zu fördern.

Unterstützung durch die Klimaschutz-Initiative Riedberg

„Wir als KIR freuen uns, das Projektseminar durch unsere Erfahrungen und unser Netzwerk hier auf dem Riedberg unterstützen zu dürfen“, heißt es bei der KIR. „Wir möchten die Studierenden motivieren, sich für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in unserer Stadt einzusetzen und freuen uns schon auf gemeinsame Aktivitäten und Erkenntnisse in den nächsten Monaten.“

Die Klimaschutz-Initiative wird auf weiter über die Kooperation mit dem Institut für Physische Geographie und die Ergebnisse der Forschungsarbeiten berichten.

Weitere Informationen  unter klimaschutz-initiative-riedberg.de/uniseminarwidn/

Foto: Darko Krizic

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Wie sinnvoll sind Lern-Apps?

Bildung und Unterricht haben sich in der Pandemie stark verändert. Das Kinderzimmer ersetzt den Klassenraum, der Bildschirm die Lehrkraft. Eine Studie der Goethe-Universität soll jetzt klären, wie sinnvoll Lern-Apps sind. Hierfür werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Die Corona-Krise hat auch die Bildungslandschaft vor neue Herausforderungen gestellt, digitale Methoden der Vermittlung und des Lernens haben an Bedeutung gewonnen. Doch wie sinnvoll sind die unterschiedlichen Ansätze? Im Rahmen des Homeschoolings werden Lernapps empfohlen, die teilweise als Belohnung kurze Videospiele einsetzen. Können sich Schülerinnen und Schüler die Vokabeln dadurch besser merken? Oder führt eine solche Software auch zu unerwünschten Abhängigkeiten?

Ein Team von DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und Goethe-Universität Frankfurt möchte den Wirkungen des App-basierten Vokabellernens auf den Grund gehen. Insbesondere werden die Effekte auf die Motivation sowie auf die Lernleistung der Kinder untersucht. Die Studie mit dem Titel MoCoLA entsteht im Rahmen zweier Masterarbeiten bei Prof. Dr. Garvin Brod in der Pädagogischen Psychologie.

Gesucht werden ab sofort Kinder, die derzeit in die 4. bis 6. Klasse gehen. Sie sollten über gute Deutschkenntnisse verfügen. Als Belohnung locken Buchgutscheine und eine Verlosung. 

Die Anmeldung ist möglich unter https://redcap.link/mocola.info.

Foto: Goethe-Universität

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NS-Vergangenheit: Diskussion um Adolf Messer Stiftung-Lounge

Das Präsidium der Goethe-Universität hat entschieden, dass der studentische Arbeitsraum auf dem Campus Riedberg fortan die Bezeichnung Adolf Messer Stiftung-Lounge – Diskursraum – Wissenschaft in Geschichte und Gesellschaft trägt. Diese Namenserweiterung wird im Eingangsbereich der Lounge auf zwei Tafeln unter folgenden Aspekten erläutert werden: der Würdigung des Engagements der Stiftung, der historisch-kritischen Einordnung der Person Adolf Messer sowie einer Skizzierung des Zusammenhangs von Wissenschaft und Gesellschaft. Die Benennung geschieht gegen den Protest von Studentenvertretern, da Adolf Messer NSDAP-Mitglied war, kriegswichtige Produkte herstellte und in seiner Frankfurter Firma Zwangsarbeiter beschäftigte.

„Für mich ist das schwer erträglich“

AStA-Vertreter sprachen schon vor Wochen von einer „Nazi-Ehrung“. Adolf Messer war seit 1933 in der NSDAP. In Gutachten wurde er als „Alltagsopportunist“ bezeichnet, verbrieft sind aber unter anderem die Errichtung eines Zwangsarbeiterlagers in der Hanauer Landstraße sowie die Zugehörigkeit zur NSDAP. Dieser trat er schon zu Beginn der NS-Diktatur bei. Renommierte Historiker würden ihn somit keineswegs „Parteimitglied wider Willen“ nennen. Ein Ortsbeirat erklärt MAINRiedberg zu diesem Thema: „Ich persönlich finde das schwer erträglich.“ Eine Umbenennung hätte ein deutliches Zeichen gesetzt. Auch vor dem Hintergrund der vielen Straßenschilder zum Gedenken an die NS-Opfer, die sich in unmittelbarer Nähe und generell in unserem Stadtteil befinden.

„Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses“

In den offiziellen Informationen des Präsidiums kommt zum Ausdruck, dass die Entscheidung „das Ergebnis eines intensiven Reflexions- und Diskussionsprozesses“ ist. Das Präsidium nehme die Argumente von Senat und Studierenden gegen eine Benennung des Raumes nach der Adolf Messer Stiftung und damit für eine Umbenennung sehr ernst. 2014 wurde bei den Überlegungen, das langjährige Engagement der Stiftung für die Goethe-Universität mit einer Raumbenennung zu würdigen, übersehen, dass der Namensgeber der Stiftung, Adolf Messer, Mitglied der NSDAP war und als Unternehmer von der NS-Wirtschafts- und Rüstungspolitik profitierte. Dass dieser Sachverhalt Kritik hervorruft, kann das Präsidium nachvollziehen und wird die Argumente auch zukünftig in sein Handeln eingehen lassen.

Lounge soll universitätsweiter Diskussionsraum werden

Gleichwohl weist das Präsidium nochmals auf die Intention der damaligen Entscheidung hin, die der Würdigung der 1978 gegründeten gemeinnützigen Stiftung und nicht der Ehrung der Person ihres Namensgebers galt. Durch die seit 1993 bestehende, intensive Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Universität haben beide längst eine gemeinsame Geschichte. Geboten sei Diskurs, nicht Tilgung.

Für die Goethe-Universität als Stiftungsuniversität bedeute dies, Verantwortung zu übernehmen, indem sie die begonnene Überarbeitung ihres „Stifterkodexes“ in diesem Sinne fortführen, die Anstrengungen zur Erforschung ihrer Geschichte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, verstärken, und den vielfältigen Zusammenhang von Wissenschaft bzw. Wissenschaftssystem und Gesellschaft in einer Reihe von Veranstaltungsformaten thematisieren wird. Die Universität selbst wird an unterschiedlichen Orten den Diskursraum hierfür öffnen, heißt es in einer öffentlichen Information des Präsidiums. Das soll die Erweiterung des Raumnamens zu Adolf Messer Stiftung-Lounge – Diskursraum – Wissenschaft in Geschichte und Gesellschaft deutlich machen.

Informationen zur Benennung der Adolf Messer Stiftung-Lounge und Foto-Ausschnitt: Aktuelles / Uni Frankfurt

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Studieren mit Nebenjob: Ist Regelstudienzeit noch zeitgemäß?

Starre Regelstudienzeiten scheinen immer weniger der Lebenswirklichkeit vieler Studierender an der Goethe-Universität zu entsprechen. Das ist ein Ergebnis einer umfassenden, repräsentativen Befragung, an der sich insgesamt rund 11.000 Studierende (24%) der Goethe-Universität beteiligten:

Zwei Drittel der an der Goethe-Uni Eingeschriebenen sind neben dem Studium erwerbstätig, sieben Prozent leisten familiäre Fürsorgearbeit – mit z.T. gravierenden Folgen für das Studium: So schätzt fast die Hälfte der Studierenden, dass sie gegenüber der Regelstudienzeit in Verzug ist (45 Prozent). Als häufigster Grund hierfür wird Erwerbstätigkeit neben dem Studium (49 Prozent) genannt. Immerhin 32 Prozent finden es belastend, die richtige Balance zwischen Studium und Erwerbsarbeit zu finden. Zur Sicherung ihres Lebensunterhalts müssen sie in einer teuren Stadt wie Frankfurt neben ihrem Studium durchschnittlich 13 Stunden pro Wochearbeiten. „Wir sollten zusammen mit der Politik überlegen, ob die Studienzeit noch ein sinnvoller Parameter für die Hochschulfinanzierung ist, oder ob man nicht besser auf aussagekräftigere Parameter für ein erfolgreiches Studium umsteigen sollte. Ist es wirklich noch sinnvoll, den Hochschulen Anreize zu setzten, die Studierende zu einem schnellen Studium drängen, wenn das weder zu deren überwiegenden Lebenssituation passt noch der Schlüssel zu einem guten Studienerfolg zu sein scheint?“

Der überwiegende Teil der Studierenden der Goethe-Universität ist mit dem Studium zufrieden (87 Prozent).90% würden die Goethe-Universität einem befreundeten Studieninteressierten weiterempfehlen. Fast 80% der Studierenden beurteilen Aufbau und Struktur ihres Studienfachs als „sehr gut“, „gut“ (54%) oder „befriedigend“ (25%).

Deutlich mehr Studierende mit Migrationshintergrund

Und noch ein interessantes Ergebnis liefert die Befragung: Der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund ist in der aktuellen Befragung deutlich höher als vor fünf Jahren bei der ersten Studierendenbefragung (32 Prozent vs. 24 Prozent). Auch im bundesweiten Vergleich ist der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund an der Goethe-Universität damit größer als an anderen Hochschulen.

Diese und viele weitere Ergebnisse helfen der Goethe-Universität, ihre Studienangebote und studienbegleitenden Dienstleistungen noch zielgruppenorientierter zu gestalten: „Die Qualitätskultur der Goethe-Universität setzt auf einen partizipativen, dialogorientierten Prozess, in dem die studentische Perspektive fest verankert ist. Um anhand der Ergebnisse die Weiterentwicklung von Studium und Lehre gezielt anzustoßen, führen wir in regelmäßigen Abständen universitätsweite Studierendenbefragungen durch“, betont Prof. Roger Erb, Vizepräsident für Studium und Lehre.

Neben den allgemeinen Faktoren eines Studiums und seiner Rahmenbedingungen bewerten die Studierenden auch die konkrete Situation ihres eignen Studiengangs. So nannten sie als studienbezogene Belastungsfaktoren vor allem Prüfungsdruck, Termin- und Zeitdruck sowie überfüllte Lehrveranstaltungen. „Insgesamt liefern die fachspezifischen Ergebnisse zur Studiensituation und Studienbedingungen unmittelbare Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung der Studiengänge an der Goethe-Universität“, äußert sich Dr. Martin Lommel, Leiter der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung.

Text: Pressestelle Goethe-Universität

Foto: Archiv/ Fotolia

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Make Our Planet Great Again

Nach dem Pariser Klimaabkommen haben Deutschland und Frankreich das Programm „Make our planet great again“ vereinbart, um die Forschung zum Klimawandel zu stärken. Eine der 13 von einer Expertenjury des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ausgewählten Forscherinnen und Forschern kommt in einigen Monaten aus den USA an die Goethe Universität, an das Institut für Atmosphäre und Umwelt am Campus Riedberg.

Die Klimaforscherin Dr. Anna Possner wechselt von der renommierten Carnegie Institution for Science in Stanford an den Main. Dank der Förderung von einer Million Euro wird sie in Frankfurt eine eigene Forschergruppe aufbauen. Diese wird mit dem Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) kooperieren und dort auch räumlich angesiedelt sein.

Das Forschungsgebiet von Anna Possner sind Schichtwolken im untersten Kilometer der Atmosphäre, die wie halb-durchlässige Sonnenschirme wirken. Sie reflektieren einen beachtlichen Anteil der Sonneneinstrahlung, beeinflussen aber die Wärmeabstrahlung der Erde nur geringfügig. Insofern haben sie einen kühlenden Effekt auf die Erdoberfläche. Schichtwolken können sich über hunderte Kilometer erstrecken und bedecken ein Fünftel der gesamten Meeresoberfläche. Änderungen in ihrer räumlichen Ausbreitung oder ihrer Lichtdurchlässigkeit können zu signifikanten Änderungen der Temperatur an der Erdoberfläche führen.

In manchen Regionen der Erde, den mittleren Breiten und der Arktis, bestehen diese Wolken nicht nur aus Wassertropfen, sondern einer Mischung aus Wassertropfen und Eiskristallen. Das Verhältnis von Wassertropfen zu Eiskristallen beeinflusst die Strahlungseigenschaften der Wolken. „Zwar haben wir Hypothesen darüber wie dieses Verhältnis in einzelnen Wolken entsteht, aber wir wissen wenig darüber, wie die räumliche Ausdehnung und Lichtdurchlässigkeit eines gesamten Wolkenfeldes durch Eiskristalle beeinflusst wird“, erläutert Anna Possner. Dieser Fragestellung wird sie mit Hilfe von Satellitenbeobachtungen und hochaufgelösten numerischen Modellen nachgehen.

Seit ihrer Doktorarbeit an der ETH Zurich untersucht Possner, geboren in Jena, die Einwirkung von Partikeln auf die Strahlungseigenschaften von Wolken. Insbesondere fokussierte sie sich in dieser Zeit auf tiefe Wolken über dem Meer. Auch darauf, welchen Einfluss Schiffsabgase auf Wolken haben können. Später dehnte sie ihre Analysen auf Mischphasenwolken aus.

Das deutsch-französische Programm „Make Our Planet Great Again“ soll dazu beitragen, solide Fakten für politische Entscheidungen in den Bereichen „Klimawandel“, „Erd-System-Forschung“ und „Energiewende“ zu schaffen.  Von den 13 für Deutschland ausgewählten Wissenschaftlern kommen sieben aus den USA, zwei waren zuletzt in Großbritannien tätig und jeweils einer in der Schweiz, Kanada, Südkorea und Australien. Sie wurden in einem zweistufigen Verfahren aus rund 300 Bewerbungen ausgewählt.

Informationen & Foto: Pressestelle Goethe-Universität

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Was die globale Erwärmung für das Wasser der Erde bedeutet

Was bringt es für die Wasserressourcen der Erde, wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 statt 2 Grad begrenzen können? Eine Forschergruppe unter Federführung der Goethe-Universität hat dies mit globalen hydrologischen Modellen simuliert. Ein wichtiges Ergebnis: Die Hochwassergefahr wird auf durchschnittlich 21 Prozent der Landflächen signifikant zunehmen, falls die Temperatur um 2 Grad ansteigt. Gelänge es hingegen, den Anstieg auf 1.5 Grad zu begrenzen, wären nur 11 Prozent der Landflächen betroffen.

Laut dem Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 soll der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Um herauszufinden, was die beiden Szenarien für die Risikominderung konkret in Bezug auf das globale Süßwassersystem bringen, hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die jetzt veröffentlichte Studie in Auftrag gegeben. Diese soll Eingang finden in den kommenden Spezialbericht des Weltklimarats über die Erwärmung um 1,5 Grad.

Wie die Forschergruppe um Prof. Petra Döll vom Institut für Physische Geographie an der Goethe-Universität am Campus Riedberg in der aktuellen Ausgabe der „Enviromental Research Letters“ angibt, verwendete sie für die Analyse zwei globale hydrologische Modelle, die von neuartigen Klimasimulationen „gefüttert“ wurden. Diese sind besser als bisherige Simulationen dazu geeignet, die Risiken bei den beiden langfristig angestrebten Klimazielen zu quantifizieren. Diese wurden für Menschen, Süßwasserlebewesen und die Vegetation anhand von sieben Indikatoren charakterisiert.

„Vergleicht man vier Ländergruppen mit unterschiedlichen Pro-Kopf-Einkommen, würden Länder mit niedrigem oder niedrigem mittlerem Einkommen insofern am stärksten von einer Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad profitieren, als der Anstieg der Hochwassergefahr dort deutlich geringer bliebe als bei 2 Grad“, erklärt Petra Döll, die Erstautorin der Studie. Die Länder mit hohem Einkommen würden am meisten davon profitieren, dass die zusätzliche Austrocknung von Flüssen und Böden in den trockenen Monaten des Jahres deutlich geringer bliebe.

Prof. Petra Döll verfasste die Studie in Zusammenarbeit mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und „Climate Analytics“ in Berlin. Die Frankfurter Wasser-Expertin befasst sich seit zwei Jahrzehnten mit den potentiellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Süßwassersysteme der Erde.

Text: Pressestelle Goethe-Universität/ Foto: Petra Döll

Informationen zum Foto: Viele Menschen stellt die Beschaffung sauberen Wassers vor größere Herausforderungen, wie diesen Jungen im halbtrockenen Nordosten Brasiliens

 

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