Schlagwort: Ortsbeirat 12

Tauschen statt wegwerfen: Ein Schrank für die Riedberger Familien

Symbolbild Spiel-Tauschschrank

Das Kinderzimmer quillt über, aber das eine Spielzeug, das sich der Nachwuchs gerade wünscht, fehlt trotzdem. Wer mit Kindern am Riedberg lebt, kennt dieses Problem sicherlich. Genau hierbei soll bald ein Tauschschrank unterstützen. Das Angebot gestaltet sich ganz nach dem Vorbild eines Projekts, das in Griesheim schon seit fast zwei Jahren erfolgreich läuft.

Die Idee kommt von CDU, FPD und Volt aus dem Ortsbeirat 12. In einem gemeinsamen Antrag wurde die Stadt gebeten, das Griesheimer Modell auf Kalbach-Riedberg zu übertragen. Der Ortsbeirat hat dem Vorhaben Ende August einstimmig zugestimmt und schlägt gleich zwei Standorte verteilt über den Ortsbezirk vor. Ein Standort soll in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 64b, direkt neben dem Familienzentrum Billabong entstehen. Für den zweiten Schrank wäre das Kinder- und Jugendhaus Kalbach in der Straße »Am Brunnengarten« denkbar.

Dass der Tauschschrank am Riedberg ausgerechnet neben Billabong stehen soll, ist kein Zufall. „Die Zielgruppe geht hier tagtäglich ein und aus“, erklärt Anja Hohmann vom Billabong-Familienzentrum Riedberg e.V. Wer im Schrank ein Spielzeug finde, könne es bei jedem Wetter gleich im angeschlossenen Café ausprobieren. Und noch ein Argument spricht für die Lage: Der bestehende Bücherschrank auf dem Riedbergplatz wird immer wieder zum Ziel von Vandalismus. Am Familienzentrum, so die Hoffnung, sorgt der aufmerksame Blick der Mitarbeitenden dafür, dass der Schrank länger unbeschadet bleibt.

Wie das Ganze konkret aussehen wird, zeigt das Vorbild in Griesheim. Dort hat die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im November 2024 einen Tauschschrank aus einer ausgedienten Telefonzelle gebaut, samt Solarpanel für die Beleuchtung am Abend. Ob die Riedberger Tausch-Schränke genauso entstehen und was das gesamte Vorhaben kostet, hängt von der weiteren Prüfung durch die Stadtverwaltung ab.

Was in die Schränke hineindarf, ist bereits klar. Bücher, Gesellschaftsspiele und Spielzeug dürfen gerne getauscht werden, während Kleidung und Elektrogeräte bewusst nicht vorgesehen sind. Ohne fachliche Prüfung, könne niemand garantieren, dass ein gebrauchtes Gerät sicher sei, so Hohmann. Mit dem Tausch von Kleidung hat man am Riedberg bereits Erfahrung gesammelt. Viele brachten Kleidung vorbei, jedoch nahm kaum jemand etwas mit. Im Laufe der Zeit erinnerte der Schrank beim Familienzentrum daher eher an einen überquellenden Altkleidercontainer als an ein einladendes Tauschregal. Trotz dieser Erfahrungen will man am Riedberg nun einen neuen Versuch wagen.

Damit der neue Schrank langfristig funktioniert, braucht es aber vor allem eines: Menschen, die sich um ihn kümmern. Billabong hat bereits angeboten, eine Patenschaft für den Schrank zu übernehmen, sucht dafür aber noch ehrenamtliche Unterstützung aus der Nachbarschaft. Im Rahmen der Patenschaft mit dem Familienzentrum entfernen die Helfer unter anderem kaputtes Spielzeug oder Müll und melden der Stadt am Schrank entstandene Schäden. Wer Lust hat, sich für den Tauschschrank mit einzubringen, ist herzlich willkommen, sich bei Billabong zu melden.

Mehr Informationen zu den Kontaktdaten finden Sie hier: https://www.billabong-family.de/kontakt.

Wann genau der erste Spatenstich fällt, steht noch nicht fest. Der Bedarf für ein derartiges Angebot besteht am Riedberg allerdings schon seit längerer Zeit. Der Ortsbezirk wächst stetig, und mit ihm auch die Zahl junger Familien. Was bislang fehlt, sind niedrigschwellige Orte, an denen Nachbarschaft und Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich zusammenfinden. Genau diese Lücke könnte ein Tauschschrank füllen. Er schenkt gebrauchten Spielsachen ein zweites Leben und wird nebenbei zu einem kleinen Treffpunkt für die vielen jungen Familien am Riedberg.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Mehr Platz für die Kalbacher Rettungskräfte: Ortsbeirat macht Weg frei für zusätzliche Feuerwehr-Parkplätze

Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach

Die Frage nach einer schnellen Ausrückzeit im Ernstfall hat im Stadtteil Kalbach-Riedberg zu intensiven Debatten geführt. Im Mittelpunkt stand dabei in den vergangenen Wochen die Parksituation rund um das Feuerwehrgerätehaus in der Kalbacher Hauptstraße und dem Alten Rathaus.

Nun hat der Ortsbeirat 12 eine wegweisende Entscheidung getroffen und der Reservierung von zwei Stellplätzen ausschließlich für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach zugestimmt.

Der Anlauf und die Hintergründe des Antrags

Die Debatte um die Parkplätze vor dem Feuerwehrhaus reicht weiter zurück. Bereits im Mai 2026 brachte die Fraktion Bürger für Frankfurt (BFF) einen Antrag (OF 10/12) in den Ortsbeirat ein. Ziel war es, zwei allgemeine Parkflächen zwischen dem Gerätehaus und dem »Alten Rathaus« so umzugestalten, dass sie dauerhaft und verkehrsrechtlich abgesichert nur von Einsatzkräften genutzt werden dürfen.

Zur Begründung hieß es, dass privat parkende Fahrzeuge regelmäßig die unmittelbaren Flächen am Gerätehaus blockieren. Wenn Alarm geschlagen wird, verlieren die herbeieilenden Feuerwehrleute wertvolle Zeit bei der Suche nach einer Abstellmöglichkeit für ihre Privat-Pkw. Da Verzögerungen beim Ausrücken die Effektivität der Gefahrenabwehr gefährden, sei die Umnutzung im Sinne der öffentlichen Sicherheit geboten.

In der Sitzung am 19. Juni wurde der Antrag auf Grund der noch offenen Fragen zunächst einstimmig zur weiteren Beratung zurückgestellt. Vor der Sommerpause fand das Anliegen mit der ursprünglichen Forderung keine Mehrheit, da berechtigte Parkplatzinteressen der benachbarten Bürger und Besucher noch abgewogen werden mussten.

Entscheidende Wende durch Auftritt von Thomas Schmidt

In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats nahm das Thema schließlich eine entscheidende Wende, nachdem die BFF den Antrag erneut vorgelegt hatte. Den Ausschlag für das Umdenken im Stadtteilgremium gab maßgeblich der engagierte Vortrag von Thomas Schmidt während der Bürgerstunde. Schmidt, selbst aktiver Feuerwehrmann, trat als sachkundiger Fachmann der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach auf.

Er verdeutlichte den Beiratsmitgliedern anschaulich die taktische Notwendigkeit der Maßnahme: Einige Einsatzkräfte müssen im Alarmfall erst vom benachbarten Riedberg nach Kalbach anfahren und benötigen sofort eine freie Abstellmöglichkeit. Um das erste Löschfahrzeug umgehend besetzen zu können, werden mindestens 6 Einsatzkräfte benötigt. Genau aus diesem Grund reichten die bisherigen reservierten Stellplätze nicht aus, weshalb die Aufstockung zwingend erforderlich sei. Schmidt wies darauf hin, dass die öffentlichen Stellplätze am Rathaus häufig tagelang durch zivile Fahrzeuge blockiert seien, was im Notfall ein unnötiges Risiko darstelle.

Beschluss im Ortsbeirat und Ausblick

Die praxisnahen und eindringlichen Argumente überzeugten das Gremium schlussendlich. Der erweiterte Antrag ging schließlich mit großer Mehrheit. Die Entscheidung verschafft den Ehrenamtlichen eine spürbare Entlastung im Einsatzalltag, da die örtliche Feuerwehr ohnehin vor baulichen Herausforderungen steht. Die seit Jahren zugesagte Erweiterung des in die Jahre gekommenen Feuerwehrhauses verzögert sich aufgrund fehlender Planungskapazitäten bei der Stadt weiter auf unbestimmte Zeit. Die gesicherten Parkflächen vor der Tür stellen somit einen wichtigen Baustein dar, um die Einsatzbereitschaft im Stadtteil Kalbach-Riedberg auch unter den bestehenden Bedingungen bestmöglich zu gewährleisten.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Der neue Ortsbeirat (12) ist fertig zum Start

Glückwünsche für Frank Weißke

In der gestrigen Sitzung trat der neue Ortsbeirat das erste Mal zur (konstituierenden) Sitzung in der 13. Wahlperiode zusammen.

CDU Carolin Friedrich
Dr. Matthias Heiler
Eva Maria Lang
Axel Leonhardt
Daniela Reinmann-Rhinow
Jakob Seubert
Frank Weißke
Grüne Ronald Bieber
Ulrike Neißner
Janina Strahl
Rebecca Sünder
SPD Sabrina Geller
Matthias Jakob
Susanne Kassold
FDP Dr. Rainer Behrend
Eva Bieber
Volt Sandra Thoms
Linke Filiz Akbas
BFF Manuel Brück
  • Als Ortsvorsteher wurde Frank Weißke gewählt.
  • Als stellvertretender Ortsvorsteher wurde Dr. Rainer Behrend gewählt.
  • Als parlamentarische Schriftführerin wurde Frau Sabrina Geller gewählt.
  • Als hauptamtliche Bedienstete der Stadt Frankfurt zur Schriftführerin wurde Tanja Zelenic gewählt.

Nach der Verpflichtung der neuen Ortsbeiratsmitglieder und der öffentlichen Fragestunde und der Besprechung der Anträge zog sich das neue Gremium zur internen Beratung und zur Besetzung der folgenden Ämter zurück:

  • Wahl der Sozialbezirksvorsteher
  • Wahl des Seniorenbeirats / der Seniorenbeiräte
  • Kinderbeauftragte für Kalbach und den Riedberg

Die Wahlergebnisse können auf den Seiten des Statistikportals noch einmal nachgelesen werden: https://statistikportal.frankfurt.de/fwa/kw2026/kap2/Ortsbeirat-12.html

Wer sich über Vertreter im Ortsbeirat informieren möchte, findet Infos auf den folgenden Seiten:

An dieser Stelle noch herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Ortsbeirat (12) aus der 12. Wahlperiode für ihren ehrenamtlichen Einsatz und das was sie alles geleistet haben.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Zwischen Idee und Umsetzung: Die Calisthenics-Anlage in Kalbach

Calisthenics Anlage

Zunächst eine gute Nachricht für alle, die sich gerne draußen bewegen: Im Kalbacher Freizeitpark könnte schon bald eine neue Calisthenics-Anlage entstehen. Die Idee hatte der Ortsbeirat 12 bereits im Oktober 2016 gegenüber dem Magistrat der Stadt Frankfurt geäußert. Trotz einer positiven Rückmeldung Seitens der Stadt besteht das Konzept bis heute jedoch nur in der Theorie. Mehrere darauffolgende Anfragen des Ortsbeirats Kalbach-Riedberg blieben ebenso erfolglos wie der Antrag zur Genehmigung der zum Bau benötigten rund 15.000 Euro. Anfang März äußerte sich die Stadt nun mit einer erneuten Stellungnahme bezüglich der geplanten Sportanlage.

Laut aktuellem Stand werde sich der Start der Planung „aufgrund fehlender personeller Kapazitäten“ noch weiter verzögern, so der Magistrat. Immerhin wird in der Stellungnahme auch angekündigt, die Prioritäten so anzupassen, dass noch in diesem Jahr mit der konkreten Planung der Calisthenics-Anlage begonnen werden könne. Die potenziellen Nutzer, vor allem aus Kalbach, müssen sich also noch ein wenig gedulden.

Was ist Calisthenics?

Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „schöne Stärke“. Dahinter steckt ein Training mit dem eigenen Körpergewicht. Dies kann beispielsweise aus Klimmzügen, Liegestützen, sogenannten Dips oder anderen Übungen an Stangen und Gerüsten bestehen. Anders als im Fitnessstudio braucht man dafür keine Maschinen oder Gewichte. Stattdessen wird draußen trainiert, oft in Parks oder auf speziell dafür gebauten Anlagen.

Genau das macht Calisthenics so attraktiv: Es ist kostenlos, jederzeit zugänglich und für viele Altersgruppen geeignet. Gleichzeitig wird der ganze Körper trainiert, wobei man nicht nur seine Muskeln beansprucht, sondern auch Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer trainiert.

Gerade für die Jugend in Kalbach bietet eine derartige Anlage also große Chancen. Sie schafft einen Treffpunkt im Freien, der Bewegung mit sozialem Austausch verbindet. Statt alleine im Fitnessstudio zu trainieren, können Jugendliche hier gemeinsam Zeit verbringen, sich gegenseitig motivieren und neue Leute kennenlernen. Das stärkt nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil.

Auch gesundheitlich hat Calisthenics viele Vorteile. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft wirkt sich positiv auf Herz, Muskeln und Psyche aus. Gleichzeitig ist das Verletzungsrisiko oft geringer als bei schwerem Gewichtstraining, da lediglich mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird.

Die geplante Anlage im Kalbacher Freizeitpark könnte also weit mehr sein als nur ein paar Stangen und Geräte. Vielmehr wäre sie ein echter Gewinn für den Stadtteil: ein Ort für Bewegung, Begegnung und Lebensqualität. Dass der Bedarf vorhanden ist, zeigt sich schon an anderen Standorten im Umfeld: Für Jugendliche gibt es auf dem Riedberg seit einiger Zeit eine Calisthenics-Anlage am Südende der »Römischen Straße« und auch für Senioren wurde am Stiftung-Waisenhaus-Weg 27 ein entsprechendes Angebot geschaffen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Planung in Kalbach bald voranschreitet, denn das Interesse ist bereits groß.

Weiterführende Links

 

 

 

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Kommunalwahl 2026: So hat Kalbach-Riedberg gewählt

Symbolbild hessische Kommunalwahl in FFM

Am 15. März war es wieder soweit: Auch die Kalbach-Riedberger waren zur hessischen Kommunalwahl aufgerufen. Inzwischen stehen die offiziellen Ergebnisse fest – ein Anlass, um einen genaueren Blick auf das Wahlergebnis im Stadtteil zu werfen.

Wer seine Stimme am Wahlsonntag nutzte, konnte seine Kreuzchen auf zwei oder drei Wahlzetteln setzen. Neben der Stadtverordnetenversammlung wurde auch die künftige Ausländervertretung gewählt. Für diese dürfen nur diejenigen eine Stimme abgeben, die in Frankfurt gemeldet und volljährig sind, aber keinen deutschen Pass besitzen. Außerdem wurde in allen Frankfurter Stadtteilen ein Wahlzettel für den jeweils zuständigen Ortsbeirat zur Verfügung gestellt.

Was macht der Ortsbeirat?

Der Ortsbeirat ist ein gewähltes kommunalpolitisches Gremium auf der Ebene von Stadt- oder Ortsteilen. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, die Interessen der Bürger eines Ortsbezirks gegenüber der Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu vertreten und als erstes Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der kommunalen Politik zu fungieren. Ortsbeiräte beschäftigen sich deshalb vor allem mit konkreten lokalen Anliegen, die den Alltag der Menschen direkt betreffen. Dazu gehören unter anderem Spielplätze, Probleme mit der Verkehrssicherheit oder Fragen der Ausstattung von Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen.

Die Mitglieder eines Ortsbeirats werden bei den Kommunalwahlen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei die Mitgliederanzahl des Gremiums je nach Größe des Bezirks zwischen drei und 19 Personen variiert. Angesichts der recht hohen Bevölkerungszahl von Kalbach-Riedberg (23.500 Einwohner) setzt sich der zuständige Ortsbeirat 12 aus 19 Mitgliedern zusammen. In der kommunalpolitischen Hierarchie stehen Ortsbeiräte unter der Stadtverordnetenversammlung oder Gemeindevertretung und verfügen meist über begrenzte Entscheidungskompetenzen. Ihre ehrenamtliche Rolle besteht vor allem darin, Anträge einzubringen, Vorschläge zu formulieren und Stellungnahmen zu wichtigen Vorhaben der Stadt abzugeben, die den jeweiligen Stadtteil betreffen. Die endgültigen Entscheidungen trifft jedoch in der Regel das zentrale kommunale Parlament – im Falle Frankfurts ist das die Stadtverordnetenversammlung.

Trotz dieser eingeschränkten formalen Macht können Ortsbeiräte in der Praxis Einfluss ausüben, indem sie Probleme sichtbar machen und politische Initiativen anstoßen. Durch ihren lokalen Bezug agieren sie nah am Interesse der Bürger, nehmen deren Anliegen auf und tragen dazu bei, dass kommunalpolitische Prozesse insgesamt transparenter und partizipativer gestaltet werden.

Wie setzt sich der Ortsbeirat (12) nun zusammen?

Im Ortsbeirat 12 werden insgesamt 19 Sitze vergeben. Wie viele Sitze jede Partei oder Wählergruppe erhält, richtet sich zunächst nach dem Anteil ihrer Stimmen am Gesamtergebnis. Dabei gilt in Hessen das sogenannte Hare-Niemeyer-Verfahren: Die Gesamtzahl der Sitze wird mit der Stimmenzahl einer Parteienliste multipliziert und anschließend durch die Summe aller gültigen Stimmen geteilt. So entsteht vorerst ein rechnerischer Sitzanteil, der häufig keine ganze Zahl ergibt.

Da Sitze natürlich nicht geteilt werden können, erhält jede Liste zunächst so viele Mandate, wie dem ganzzahligen Anteil ihres Ergebnisses entsprechen. Die noch verbleibenden Sitze werden anschließend an die Parteienlisten mit den größten Nachkommastellen vergeben. Auf diese Weise wird das Wahlergebnis möglichst proportional in Sitze übersetzt.

Erst im zweiten Schritt wird entschieden, welche Personen tatsächlich in den Ortsbeirat einziehen. Maßgeblich ist dann nicht primär der Listenplatz, sondern die Zahl der persönlichen Stimmen, die die Kandidaten innerhalb ihrer jeweiligen Liste erhalten haben. Wer innerhalb der eigenen Partei oder Wählergruppe die meisten Stimmen erzielt, bekommt die entsprechenden Sitze. So wird sichergestellt, dass sowohl das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien als auch die individuelle Unterstützung einzelner Kandidaten berücksichtigt wird. Im Ortsbeirat 12 wird sich die Sitzverteilung für die kommende Wahlperiode also wie folgt gestalten:

Darstellung der Sitzverteilung für den künftigen Ortsbeirat 12.

Grafik von M. Barth

Mit der neuen Sitzverteilung beginnt für Kalbach-Riedberg nun eine neue kommunalpolitische Wahlperiode, in der zentrale Zukunftsfragen des Stadtteils verhandelt werden. Ob Verkehrsanbindungen, Schul- und Betreuungsangebote oder die Gestaltung öffentlicher Plätze, wie beispielsweise des Riedbergplatzes: Viele Entscheidungen, die den Alltag der Kalbach-Riedberger unmittelbar betreffen, werden im Ortsbeirat 12 diskutiert und angestoßen. Gerade in einem wachsenden Stadtteil wie Kalbach-Riedberg zeigt sich, wie wichtig Kommunalpolitik für das direkte Lebensumfeld ist. Die Wahlentscheidung vom 15. März ist damit mehr als ein politisches Stimmungsbild- sie legt den Grundstein dafür, wie sich der Stadtteil in den kommenden fünf Jahren weiterentwickeln wird.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Wenn die Heizung kalt bleibt und Informationen fehlen

Martin Giehl, Vorstand Mainova AG (links) und Dirk Remmert, Geschäftsführer FES (rechts)

Am 23. Oktober 2025 blieb es am Riedberg sowie in Teilen der Nordweststadt und des Mertonviertels plötzlich kalt. Für viele begann der Herbstmorgen ungewohnt unerquicklich: Die Dusche war höchstens lauwarm und die Wohnung wollte einfach nicht richtig warm werden. Ursache war ein Ausfall der Fernwärmeversorgung.

Wer in dieser Situation zum Smartphone griff und online nach einer schnellen Erklärung suchte, wurde zunächst jedoch nicht fündig. Auf der Website der Mainova AG war keine aktuelle Störungsmeldung veröffentlicht. So blieben viele Betroffene erst einmal ratlos und suchten die Ursache in den eigenen vier Wänden. Nicht wenige vermuteten einen Defekt an der eigenen Heizungsanlage. Manche Anwohner reagierten deshalb umgehend und beauftragten vorsorglich einen Fachbetrieb – nur um später zu erfahren, dass die Störung gar nicht im eigenen Haus lag. Zu den kalten Räumen und dem ausgefallenen Warmwasser kam bei einigen somit auch noch der Ärger über vermeidbare Kosten hinzu.

Der Ortsbeirat 12 forderte daraufhin in einem Antrag vom 31. Oktober 2025, die Störungskommunikation der Mainova deutlich spürbar zu verbessern. Eine gut sichtbare Rubrik „Aktuelle Störung: Status und Ausblick“ auf der Startseite der Website sei aus Sicht des Gremiums diesbezüglich ein wichtiger Fortschritt. Zudem solle geprüft werden, ob betroffene Kunden aktiv per E-Mail oder SMS informiert werden können- dem Energieversorger liegen viele dieser Kontaktdaten ohnehin schon vor.

Als positives Beispiel nannte der Ortsbeirat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), die bei Störungen im Nahverkehr schnell und zuverlässig auf ihrer Website informiert. Bei der Fernwärmeversorgung käme es glücklicherweise seltener zu Ausfällen. Gerade dann sei aber eine klare Kommunikationsstrategie für den Ernstfall von großer Bedeutung.

Stellungnahme der Mainova AG

In der Folge des Antrags hat der Magistrat der Stadt Frankfurt die Mainova um Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen verweist nun in einer aktuellen Äußerung vom 09. Februar 2026 auf einen standardisierten Ablauf für öffentlichkeitswirksame Störungen. Im konkreten Fall vom Oktober war das Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH betroffen, an dem neben Mainova auch die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) beteiligt ist. Die FES übernahm die Kommunikation im konkreten Fall federführend und informierte nach eigenen Angaben am Morgen des 23. Oktobers per E-Mail-Verteiler. Darüber hinaus beantwortete die FES Presseanfragen und veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien. Auch Mainova meldete sich über ihren Service-Account auf der Plattform X.

Die Wärmeversorgung konnte noch am selben Vormittag wieder aufgenommen werden. Andere Kraftwerke im Verbund erhöhten ihre Leistung zwischenzeitlich, um den Ausfall auszugleichen. Allerdings braucht ein Fernwärmesystem Zeit: Bis die Wärme wieder alle Wohnungen erreichen konnte, vergingen mehrere Stunden- teils hielt die Störung sogar bis zum nächsten Tag an.

Der Vorfall vom 23. Oktober zeigt, wie eng technische Versorgung und eine transparente Kommunikation zusammenhängen. Wenn die Heizung und die Warmwasserversorgung im Stadtteil ausfallen, geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern konkret um den Alltag der Riedberger. Eine schnelle, zugängliche Meldung kann Unsicherheiten vermeiden und unnötigen Ärger leicht umgehen. Ob die bestehenden Informationswege im Ernstfall nun ausreichen oder gegebenenfalls optimiert werden müssen, wird nun weiter zu diskutieren sein.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

SPD fordert Überdachung der Bushaltestelle Campus Riedberg

Bushaltestelle Uni Campus Riedberg

Wer derzeit am Uni Campus Riedberg auf den Bus wartet, braucht vor allem zwei Dinge: eine wetterfeste Jacke und Geduld. An der zugehörigen Haltestelle fehlt es bislang an überdachten Wartebereichen und Sitzmöglichkeiten. Gerade bei Regen, Wind oder winterlichen Temperaturen stehen Fahrgäste oft ungeschützt am Straßenrand. Um die Situation langfristig zu verbessern, fordert die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 entsprechende Maßnahmen.

Im Rahmen des Antrags vom 09. Januar plädierte Susanne Kassold dafür, in beide Richtungen Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu errichten. Die Forderung knüpft unmittelbar an die Alltagserfahrung vieler Menschen vor Ort an. Neben Studierenden und Mitarbeitern der Universität nutzen auch zahlreiche Schulkinder sowie einkaufende Anwohner die Busverbindung regelmäßig. Besonders ältere Menschen sind auf ausreichende Sitzgelegenheiten angewiesen.

Dabei zählt der Campus Riedberg zu den dynamischsten Standorten in Frankfurt am Main. Als naturwissenschaftlicher Schwerpunkt der Goethe-Universität Frankfurt zieht er täglich tausende Studierende, Forschende und Beschäftigte an. Mit weiteren geplanten Gebäuden und wachsender Infrastruktur dürfte die Bedeutung des Standorts in den kommenden Jahren noch zunehmen – und damit auch die Zahl der Fahrgäste, die auf eine funktionierende und komfortable Busanbindung angewiesen sind.

Ursprünglich stand eine Verlegung der Haltestelle in Richtung Riedbergplatz im Raum. Angesichts seines geplanten Umbaus ab Herbst 2026 wurde dieses Vorhaben jedoch verworfen. Stattdessen soll der Fokus nun darauf liegen, die bestehenden Haltepunkte aufzuwerten und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Formell kann der Ortsbeirat lediglich eine Anregung gegenüber der Stadt Frankfurt aussprechen. Es liegt nun also erst einmal am Magistrat, die zuständige Nahverkehrsgesellschaft traffiQ um Prüfung und Umsetzung der Ideen zu bitten. Dabei müssen Fragen der baulichen Voraussetzungen ebenso wie die Finanzierung und die zeitliche Planung geklärt werden.

Ab wann tatsächlich neue Wartehäuschen entstehen könnten, bleibt noch offen. Erfahrungsgemäß vergehen zwischen einem solchen Antrag und dessen Umsetzung oft mehrere Monate oder sogar Jahre. Für die Fahrgäste am Campus Riedberg wäre ein überdachter Unterstand jedoch eine einfache, aber bedeutsame Erleichterung im Alltag. Gerade bei schlechtem Wetter würde er das Warten angenehmer machen und den öffentlichen Nahverkehr zukunftstauglicher gestalten. Nun bleibt abzuwarten, wie der Magistrat und traffiQ auf die Anregung reagieren und ob die Haltestelle künftig besser auf die Bedürfnisse seiner vielen Nutzer vorbereitet wird.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Kinderwanderweg vor Neugestaltung

Kinderwanderweg

Es war einmal vor vielen Jahren, da erkannte man, dass Kinder immer weniger zu Fuß unterwegs sind und ihren Stadtteil daher auch nur wenig erkunden. Elterntaxis haben eben auch ihre Nebenwirkungen. Auch auf dem Riedberg kannten Kinder die schönen Grünalgen und landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht.

So entwickelten Pädagogen der Grundschule Riedberg mit der damaligen Klasse 4b einen Kinderwanderweg, der 2012 fertiggestellt wurde. Der Rundwanderweg umfasste 15 Stationen und zog sich über 4,5 km hin. Start und Ziel sind am Bonifatiusbrunnen. Sie hatten sich mit dieser Idee am Bildungswettbewerb „Stadt der Zukunft“ beteiligt, um Menschen für das Wandern zu begeistern. Dabei tüftelten sie nicht nur die Route aus, sondern entwickelten auch Fragen und Aktionen für die Wegstationen.

Die Kosten von rund 11.000 Euro übernahmen das Grünflächenamt sowie etliche Sponsoren. Inzwischen ist ein Teil der Holzstelen verschmutzt, verwittert, oder beschädigt. Und die Texte lassen sich oft nicht mehr entziffern. 2020 wollten die Parteien im Ortsbeirat (12) dies ändern. Entsprechende Anträge wurden verabschiedet.

Und so sieht die Planung derzeit aus:

  • Die Zahl der Stelen soll um 2 auf 17 erhöht werden.
  • Die Stelen sollen die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN aufgreifen.
  • Eine Arbeitsgruppe aus Kinderbeauftragten, Grund- und Gymnasiallehrer*innen sowie der Ortsvorsteherin hat sich des Themas angenommen. Die Lehrkräfte erarbeiten zusammen mit Kindern Fragen und Antworten für die neue Beschriftung. Beteiligt sind sowohl das Gymnasium Riedberg als auch eine dritte Klasse der Marie-Curie-Grundschule.
  • Es sollen nicht nur die jüngeren Kinder, sondern auch die Heranwachsenden altersgerechte Fragestellungen bekommen.
  • Für jüngere Kinder soll es die Fragen weiterhin analog auf den Stelen geben, für die Älteren soll statt eines Textes auf der Oberfläche ein QR-Code aufgedruckt werden, der mit dem Handy gescannt werden kann und dann über einen Internet-Link zu der Seite führt auf der die Fragen und Antworten stehen. So können die Fragen bei Bedarf auch wieder aktualisiert oder ausgetauscht werden.

Die Kosten könnten über einen Zuschuss der Stadt oder aus dem Budget des Ortsbeirates (12) getragen werden.


Verwandter Link

 

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Der Stadtteilpreis wird wieder ausgeschrieben

Urkunde Stadtteilpreis

Der Ortsbeirat 12 lobt den Stadtteilpreis 2024 für Aktivitäten, die das Zusammenleben in den Ortsteilen Kalbach und/oder Riedberg fördern, aus. Dazu sollen Ideen entwickelt und Projekte gestartet werden mit dem Ziel, die Weiterentwicklung des sozialen Zusammenlebens im Stadtteil zu fördern.

Der Stadtteilpreis wird für Arbeiten von Bürgern, Vereinen, Schulen und Initiativen, die sich im oben genannten Sinne verdient gemacht haben, ausgelobt. Als Preis stellt der Ortsbeirat 500 Euro aus den verfügbaren Haushaltsmitteln für Öffentlichkeitsarbeit bereit.

Über die Vergabe entscheidet der Ortsbeirat in nicht öffentlicher Sitzung durch einfache Mehrheit nach Vorsichtung einer Jury, bestehend aus je einem Mitglied jeder Fraktion sowie den fraktionslosen Mitgliedern des Ortsbeirates.

Der Vorsitz der Jury wird innerhalb der Jury bestimmt. Der Preis kann nicht zweimal in Folge demselben Preisträger verliehen werden. Die Übergabe an den Preisträger erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung im Jahr 2025.

Das Ende der Bewerbungsfrist ist der 31.10.2024.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung oder Vorschläge mit einer Kurzbeschreibung bis zum 31.10.2024 beim Büro der Stadtverordnetenversammlung, Stichwort „Stadtteilpreis des Ortsbeirates 12“, Bethmannstraße 3, 60311 Frankfurt am Main, oder per eMail an ortsbeiraete@stadt-frankfurt.de ein.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Ortsvorsteherin Ulrike Neißner – eMail: Ortsvorsteherin-Kalbach-Riedberg@web.de.


Die letzten Stadtteilpreise wurden vergeben an:

  • 2023: Riedberger Sport- und Kulturverein
  • 2022: Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) der Grundschule Kalbach
  • 2021: Demenzzentrum „Trotzdem Aktiv“
  • 2020: Riedberger Sport- und Kulturverein
Teile diesen Beitrag mit Freunden

Ortsvorsteherin wegen Wahlwerbung in der Kritik

Es ist Freitag, gegen 21 Uhr. Ortsvorsteherin Carolin Friedrich verlässt vorübergehend den Saal in der Alten Turnhalle in Kalbach. Wolfgang Diel (Grüne) übernimmt. Ein nicht ganz gewöhnlicher Vorgang. Doch es steht auch ein Punkt auf der Tagesordnung, der ebenso ungewöhnlich ist. Auf Antrag von SPD, Grünen und FDP geht es um „Rechte und Pflichten der Ortsvorsteherin“. Konkret darum, dass die Politikerin ihr Amt missbraucht habe, um Wahlwerbung für ihre CDU-Parteikollegin, die ehemalige OB-Kandidatin Bernadette Weyland zu machen. Sowohl in einem Wahlaufruf war sie mit ihrem offiziellen Titel zu finden als auch in einem MAINRiedberg-Artikel zum Besuch Weylands im Familienzentrum Billabong im Februar.

Eine Ortsvorsteherin sollte „unparteiisch und neutral“ die Interessen des Stadtteil-Gremiums insgesamt vertreten. Dem entspreche diese Wahlwerbung nicht. Thorsten Lieb (FDP) sagte, gerade bei einem wichtigen Thema wie Wahlen, „muss man sich bewusst sein, welche Tragweite das hat“. Er fordert „ein bisschen mehr Demut“ und „Sensibilität“. Die SPD drückte ihren „Missmut“ aus und sprach davon, dass es nicht das erste Mal sei, dass so etwas passiert ist. Die Grünen missbilligten ausdrücklich dieses Verhalten.

„Ich möchte mich entschuldigen“

Carolin Friedrich äußerte sich in einer mündlichen Erklärung. Sie sagte unter anderem: „Hätte ich ein Mal darüber nachgedacht, hätte ich das anders formuliert. Ich möchte mich entschuldigen.“ Sie sei sich dessen „nicht so bewusst“ gewesen.

Das betrifft insbesondere den beanstandeten Wahlaufruf. Dass sie auch im MAINRiedberg-Artikel als Ortsvorsteherin statt als CDU-Mitglied auftrete, sei so nicht abgestimmt gewesen. Allerdings hat Carolin Friedrich den Artikel auf Facebook mit einem „Gefällt mir“ geliked.

Die Parteikollegen nahmen sie in Schutz und sprachen davon, dass Friedrich keine Schuld trifft. Eine schriftliche Stellungnahme muss die Ortsvorsteherin dennoch verfassen. Mit ihrer Erklärung ist, wie eine Ortsbeirätin der Linken formulierte, die Sache „vom Tisch“.

Foto: CDU Frankfurt

Teile diesen Beitrag mit Freunden