Schlagwort: Tauschschrank

Tauschen statt wegwerfen: Ein Schrank für die Riedberger Familien

Symbolbild Spiel-Tauschschrank

Das Kinderzimmer quillt über, aber das eine Spielzeug, das sich der Nachwuchs gerade wünscht, fehlt trotzdem. Wer mit Kindern am Riedberg lebt, kennt dieses Problem sicherlich. Genau hierbei soll bald ein Tauschschrank unterstützen. Das Angebot gestaltet sich ganz nach dem Vorbild eines Projekts, das in Griesheim schon seit fast zwei Jahren erfolgreich läuft.

Die Idee kommt von CDU, FPD und Volt aus dem Ortsbeirat 12. In einem gemeinsamen Antrag wurde die Stadt gebeten, das Griesheimer Modell auf Kalbach-Riedberg zu übertragen. Der Ortsbeirat hat dem Vorhaben Ende August einstimmig zugestimmt und schlägt gleich zwei Standorte verteilt über den Ortsbezirk vor. Ein Standort soll in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 64b, direkt neben dem Familienzentrum Billabong entstehen. Für den zweiten Schrank wäre das Kinder- und Jugendhaus Kalbach in der Straße »Am Brunnengarten« denkbar.

Dass der Tauschschrank am Riedberg ausgerechnet neben Billabong stehen soll, ist kein Zufall. „Die Zielgruppe geht hier tagtäglich ein und aus“, erklärt Anja Hohmann vom Billabong-Familienzentrum Riedberg e.V. Wer im Schrank ein Spielzeug finde, könne es bei jedem Wetter gleich im angeschlossenen Café ausprobieren. Und noch ein Argument spricht für die Lage: Der bestehende Bücherschrank auf dem Riedbergplatz wird immer wieder zum Ziel von Vandalismus. Am Familienzentrum, so die Hoffnung, sorgt der aufmerksame Blick der Mitarbeitenden dafür, dass der Schrank länger unbeschadet bleibt.

Wie das Ganze konkret aussehen wird, zeigt das Vorbild in Griesheim. Dort hat die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im November 2024 einen Tauschschrank aus einer ausgedienten Telefonzelle gebaut, samt Solarpanel für die Beleuchtung am Abend. Ob die Riedberger Tausch-Schränke genauso entstehen und was das gesamte Vorhaben kostet, hängt von der weiteren Prüfung durch die Stadtverwaltung ab.

Was in die Schränke hineindarf, ist bereits klar. Bücher, Gesellschaftsspiele und Spielzeug dürfen gerne getauscht werden, während Kleidung und Elektrogeräte bewusst nicht vorgesehen sind. Ohne fachliche Prüfung, könne niemand garantieren, dass ein gebrauchtes Gerät sicher sei, so Hohmann. Mit dem Tausch von Kleidung hat man am Riedberg bereits Erfahrung gesammelt. Viele brachten Kleidung vorbei, jedoch nahm kaum jemand etwas mit. Im Laufe der Zeit erinnerte der Schrank beim Familienzentrum daher eher an einen überquellenden Altkleidercontainer als an ein einladendes Tauschregal. Trotz dieser Erfahrungen will man am Riedberg nun einen neuen Versuch wagen.

Damit der neue Schrank langfristig funktioniert, braucht es aber vor allem eines: Menschen, die sich um ihn kümmern. Billabong hat bereits angeboten, eine Patenschaft für den Schrank zu übernehmen, sucht dafür aber noch ehrenamtliche Unterstützung aus der Nachbarschaft. Im Rahmen der Patenschaft mit dem Familienzentrum entfernen die Helfer unter anderem kaputtes Spielzeug oder Müll und melden der Stadt am Schrank entstandene Schäden. Wer Lust hat, sich für den Tauschschrank mit einzubringen, ist herzlich willkommen, sich bei Billabong zu melden.

Mehr Informationen zu den Kontaktdaten finden Sie hier: https://www.billabong-family.de/kontakt.

Wann genau der erste Spatenstich fällt, steht noch nicht fest. Der Bedarf für ein derartiges Angebot besteht am Riedberg allerdings schon seit längerer Zeit. Der Ortsbezirk wächst stetig, und mit ihm auch die Zahl junger Familien. Was bislang fehlt, sind niedrigschwellige Orte, an denen Nachbarschaft und Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich zusammenfinden. Genau diese Lücke könnte ein Tauschschrank füllen. Er schenkt gebrauchten Spielsachen ein zweites Leben und wird nebenbei zu einem kleinen Treffpunkt für die vielen jungen Familien am Riedberg.

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