Buslinie 29: Weiterentwicklung des ÖPNV im Ortsteil Kalbach-Riedberg

Bus der Linie 29

Die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Ortsteil Kalbach-Riedberg steht im Zeichen der Elektrifizierung und der Verbesserung der Busbeschleunigung. Besonders die Buslinie 29 spielt dabei eine zentrale Rolle, um den Nahverkehr attraktiver und effizienter zu gestalten.

Elektrifizierung der Busflotte

Der Magistrat hat die Elektrifizierung der Frankfurter Busflotte als ein wichtiges Ziel identifiziert. Im Rahmen des Linienbündels G, zu dem auch die Buslinien 24, 28, 29 und N8 gehören, ist eine Umstellung auf alternative Antriebe bis zur Neuvergabe des Bündels im Dezember 2028 geplant.
Diese Maßnahme soll nicht nur die Umweltbelastung verringern, sondern auch die Betriebskosten langfristig senken.
Während die Buslinie 29 bereits in den Fokus der Busbeschleunigungsmaßnahmen gerückt ist, bleibt die Regionalbuslinie 251, die ebenfalls im Stadtteil verkehrt, vorerst von der Umstellung auf alternative Antriebe ausgeschlossen, hauptsächlich aus Kostengründen.

Busbeschleunigungssystem

Ein weiteres zentrales Element zur Verbesserung des ÖPNV in Kalbach-Riedberg ist das Busbeschleunigungssystem. Im Abschnitt zwischen den Haltestellen „Schwalbenweg“ und „Emil-von-Behring-Straße“ wurden Ende 2023 zehn Lichtsignalanlagen mit Busbeschleunigungsfunktionen ausgestattet. Diese Anlagen erkennen die Annäherung eines Busses und verkürzen automatisch die Wartezeiten an den Ampeln. Dadurch werden die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Buslinie 29 erhöht.

Aktuelle Herausforderungen

Trotz der Fortschritte sind die bisherigen Ergebnisse der Busbeschleunigung noch nicht zufriedenstellend. Nach der Umrüstung der Lichtsignalanlagen wurden umfassende Auswertungen durchgeführt, die gezeigt haben, dass weitere Optimierungen notwendig sind.

Der Magistrat hat betont, dass bei der Busbeschleunigung auch die Auswirkungen auf den Kraftfahrzeug-, Rad- und Fußverkehr berücksichtigt werden müssen, um einen reibungslosen Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Besonders die U-Bahn hat an bestimmten Kreuzungen Vorrang, was die Buslinie 29 in ihrer Geschwindigkeit beeinträchtigen kann.

Zukünftige Maßnahmen

Um die Effizienz der Buslinie 29 weiter zu steigern, sind zusätzliche Prüfungen und mögliche Nachrüstungen der Lichtsignalanlagen geplant. Ein Beispiel hierfür ist die Lichtsignalanlage am Knotenpunkt Marie-Curie-Straße / Lurgiallee, die derzeit noch keine ÖPNV-Bevorrechtigungskomponenten aufweist. Die Möglichkeit einer Nachrüstung wird derzeit geprüft, um die Wartezeiten für die Busse weiter zu minimieren.

Darüber hinaus wird die Stadtwerke Frankfurt am Main mbH (VGF) ihren Strombedarf seit dem 01.01.2024 vollständig aus Ökostrom decken. Ein Teil dieses Stroms stammt aus einem der größten Freiflächen-Solarparks Deutschlands. Diese nachhaltige Energieversorgung unterstützt die Ziele der Stadt, den ÖPNV klimaneutral zu gestalten.

Ziel: Förderung der Mobilität im Ortsteil

Die Weiterentwicklung des ÖPNV im Ortsteil Kalbach-Riedberg zeigt vielversprechende Ansätze, insbesondere durch die Elektrifizierung der Busflotte und die Implementierung von Busbeschleunigungsmaßnahmen. Die Buslinie 29 wird dabei als Schlüsselprojekt betrachtet, das nicht nur die Attraktivität des Nahverkehrs steigert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leistet.


Busbeschleunigung
Busbeschleunigung wird als eine Maßnahme bezeichnet, um den öffentlichen Nahverkehr effizienter und zuverlässiger zu gestalten. Dabei werden beispielsweise Busspuren eingerichtet oder intelligente Verkehrssysteme eingeführt.

Die Busbeschleunigung an Ampeln wurde beispielsweise mittels des GPS-gestützten Systems C-CALL (City Communication and Light) verbessert. Dazu sind in den Bussen GPS-Sender installiert, welche die Position und Geschwindigkeit melden.

Die Daten werden von Empfängern, welche an Haltestellen installiert sind empfangen und an eine zentrale Steuerung weitergeleitet. Durch diese Informationen kann dann das Ampelsystem in Echtzeit angepasst werden und den Bussen so eine bevorzugte Durchfahrt ermöglichen.

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Zu Pfingsten erklingt das »Neue Große Stadtgeläute« „supra urbem“

Die Personen Römer, Kretzschmar vor der Gloriosa-Glocke

Ensemble Modern komponierte neue Fassung des Glockenkonzerts

Es ist eine Welturaufführung: Am Pfingstsamstag, den 7. Juni, erklingt von 16:30 Uhr bis 17 Uhr das »Große Frankfurter Stadtgeläute« unter dem Titel „supra urbem“ in einer neuen Fassung der Ensemble Modern-Mitglieder Hermann Kretzschmar und Rainer Römer. Die Zuhörer sind eingeladen, das traditionsreiche Glockenkonzert bei seiner Premiere aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Das Große Stadtgeläute erklingt nur viermal im Jahr – jeweils an den Samstagen vor Ostern, Pfingsten, dem 1. Advent sowie an Heiligabend – und vereint die Glocken von 10 Innenstadtkirchen zu einem einzigartigen Konzert im öffentlichen Raum für die Frankfurter Stadtgesellschaft.

Die Idee zur neuen Fassung entstand, wie Römer berichtet, bei einem seiner traditionellen Rundgänge am Heiligabend: „Auch für uns Mitglieder des Ensemble Modern gehört das Stadtgeläute fest zum Weihnachtsabend.

Dabei entstand die Idee, diesem besonderen Moment mehr Raum zu geben sowie die Vielfalt und Schönheit der Glockenklänge intensiver erlebbar zu machen. Die Verantwortlichen der Stadt zeigten sich offen und so entstand die besondere Gelegenheit, das Stadtgeläute in einer alternativen Form zu präsentieren.“

Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, der auch für die Dotationskirchen zuständig ist, ließ sich schnell für das Projekt begeistern: „Mich hat die Idee fasziniert, auch bei so einem traditionellen Klangerlebnis etwas Neues zu wagen. Wir verbinden zwei große Frankfurter Institutionen: Das Stadtgeläut und das Ensemble Modern.

Und wir erleben – wie auch beim traditionellen Stadtgeläut – quasi ein begehbares Musikinstrument, zu dem sich die 10 Innenstadtkirchen zusammenschließen. Ich freue mich auch sehr darüber, dass diese Idee nicht nur mich, sondern auch die Vertreter der Kirchen begeistert hat.

Es war ein besonderes Erlebnis, sich diesem Vorhaben gemeinsam mit den Mitgliedern des Ensemble Modern zu nähern. Obwohl es keine vorgeschlagene Route gibt, empfiehlt es sich, dem Glockenklang bei einem kleinen Spaziergang zu lauschen. Ich bin selbst schon sehr auf die Atmosphäre gespannt, die wir am Pfingstsamstag in der Frankfurter Innenstadt erleben werden.“

In der neuen Fassung werden die Glocken zunächst einzeln vorgestellt – von den höchsten bis zu den tiefsten Tönen. So haben Zuhörer die Möglichkeit, die jeweilige Klangfarbe und Charakteristik jeder Glocke wahrzunehmen. Nach etwa 15 Minuten vereinen sich die Glocken schließlich zum vertrauten Gesamtklang.

„Das beeindruckende Geläute in Frankfurt, bestehend aus insgesamt 50 Glocken, gleicht einem musikalischen Ensemble. Jede Glocke besitzt ein eigenes, unverwechselbares Klangprofil – und doch ist sie Teil eines harmonischen Ganzen“, schwärmt Kretzschmar.

Der Titel „supra urbem“ (lateinisch: „über der Stadt“) entstammt einem Reisebericht von Thomas Mann. Darin beschreibt er den Moment, als er bei seiner Ankunft in Rom zum ersten Mal die Glocken der Stadt aus der Ferne hörte – ein eindrucksvoller Klang, der über der Stadt zu schweben schien.

Zukünftig wird die Fassung des Ensemble Modern jeweils am Samstag vor Pfingsten zu hören sein. Christian Fausch, Künstlerischer Manager und Geschäftsführer des Ensemble Modern freut sich, „dass das Ensemble Modern mit einer eigenen Fassung des Großen Stadtgeläutes die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt nochmals in einem ganz anderen, vielleicht für manche auch überraschenden Kontext unterstreichen kann“.

An den übrigen Terminen erklingt weiterhin die traditionelle Fassung nach dem klanglichen Konzept des Mainzer Glockensachverständigen Prof. Paul Smets aus dem Jahr 1954.

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Nächtliches Bildungsevent

Studierende der Goethe-Universität Frankfurt organisieren die Night of Science

„Nachts im Museum“ war gestern. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni öffnet die Goethe-Universität Frankfurt ihre Pforten für all jene, die sich zu später Stunde nicht von magischen Pharaonentafeln, sondern von wissenschaftlichen Erkenntnissen erwecken lassen wollen. Statt Slapstick Comedy gibt es im Dunkel des nächtlichen Campus‘ Vorträge zu naturwissenschaftlichen Themen mit hohem Bildungspotenzial. Bis in die frühen Morgenstunden finden im Otto-Stern-Zentrum, im Geozentrum und in den Gebäuden der Fachbereiche Biologie und Physik Veranstaltungen rund um die Wunder der Natur statt. Besucher können dem Campus Riedberg zwischen 17 Uhr abends und 5 Uhr morgens Leben einhauchen, wenn sie Vorlesungen über „Gravitationslinsen im Weltraum“ lauschen oder mit einem „Bembelbot“ Fußball spielen. Das Programm, das auch zahlreiche Führungen anbietet, steht bereits und ist unter https://nightofscience.de/ abrufbar.

Event steht auf eigenen Füßen

Organisiert wird die Night of Science von Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt. Zahlreiche Ehrenamtliche packen jedes Jahr gemeinsam an, um das Event zu ermöglichen. Das im Zweiwochentakt zusammenkommende „Orga-Komitee“ setzt sich hauptsächlich aus Studierenden der naturwissenschaftlichen Fachrichtungen zusammen, aber auch Hörer anderer Fakultäten sowie Auszubildende und Promovierende sind laut Website herzlich eingeladen, an dem Projekt mitzuwirken.

Für die Nacht des 13. Juli werden auf dem Gelände noch zahlreiche andere Helfer erwartet, denen die Organisatoren ihren Dank aussprechen: das Deutsche Rote Kreuz, Stiftungen, Lieferanten und natürlich die Dozenten der Goethe-Universität, die die Vorträge verantworten. Damit „Das Leben in der Kaffeetasse“ nicht nur der kreative Name einer dieser Vorträge bleibt, können die nächtlichen Besucher auch Essen und Trinken an den Ständen kaufen, und dies zu günstigen Preisen. Weil der Eintritt zur Night of Science kostenlos ist, finanziert sich die Veranstaltung hauptsächlich durch Spenden von Lottogewinnern und all jenen, die „hassen, wie kurz ihr Testament ist“, wie die Organisatoren witzeln. Dass die Night of Science nicht durch die Universität finanziert wird, sondern auf eigenen Füßen seht, hat allerdings einen ernsten Hintergrund.

Aus „Protest gegen Studiengebühren“ wird »Nacht der Wissenschaft«

2006 legte die hessische Landesregierung einen Gesetzentwurf zur Einführung allgemeiner Studiengebühren vor, auf den Studierende unter dem Motto „Solidarität und freie Bildung“ mit umfassenden Protesten reagierten. Während die Proteste viel Zuspruch vonseiten universitärer Beschäftigter auf sich zogen, positionierte sich der Senat der Goethe-Universität als einziger landesweit nicht gegen die Wiedereinführung der Gebühren. Die damals von den Frankfurter Studierenden ins Leben gerufene Night of Science reihte sich in ein allgemeines Aufbegehren ein: Sie entsprach einer von unten organisierten Protestveranstaltung, die exemplarisch für die Idee einer anti-elitären Wissenschaft unter dem Leitgedanken der Chancengleichheit für alle stand.

Tatsächlich wurden die hessischen Studiengebühren im Jahr 2008 zurückgenommen und nicht wieder eingeführt. Weil sich soziale Ungleichheit im Bildungswesen aber nicht einfach verflüchtigt, existiert die Night of Science bis heute. Die Forderung, Wissenschaft möge „zugänglich sein – für alle Menschen unabhängig ihres sozioökonomischen Hintergrunds“ steht bis dato nicht umsonst ganz oben in der Selbstbeschreibung der Veranstalter. Wie zahlreiche Studien belegen, sind Menschen aus Familien mit geringem Einkommen an deutschen Universitäten unterproportional vertreten.

Leitfigur Rosalind Franklin

Ideelle Unterstützung für das integrative Projekt holen sich die Veranstalter der Night of Science dieses Jahr bei Rosalind Franklin (1920-1958). Die britische Biochemikerin, die anhand eines Röntgenbeugungsbilds die weltbekannte Doppelhelixstruktur des menschlichen Erbguts aufzeigte, hat einen bedeutenden Anteil an späteren Entdeckungen im Bereich der Genforschung und Molekularbiologie. Für die Forschung der beiden Wissenschaftler Francis Crick und James Watson legte sie mit dem ikonischen „Foto 51“ das Fundament.

Während Crick und Watson den Nobelpreis erhielten, verstarb Franklin bereits in jungen Jahren an einer Krebserkrankung, die wahrscheinlich durch die Röntgenstrahlen ausgelöst wurde, mit deren Hilfe sie das „wichtigste Foto aller Zeiten“ aufnahm. Heute tragen die Erkenntnisse über die Struktur der menschlichen DNA, für die Franklin den Weg bereitete, ihrerseits zum Kampf gegen Krebs bei. Von der Wissenschaft lange übersehen und vom Nobelpreis ausgespart, verhilft die Night of Science Franklin dieses Jahr im Kleinen zu der Anerkennung, die ihr zusteht. Auch rückwirkend sorgt die Night of Science so für mehr Gerechtigkeit im Forschungskosmos.

Gut zu wissen: Auch die U8 trägt ihren Teil zu einer rundum zugänglichen Wissenschaft bei. Sie folgt einem Sonderfahrplan, der Interessierten die gesamte Nacht über eine einfache Hin- und Rückfahrt (Haltestellte „Uni Campus Riedberg“) ermöglicht.

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Wie Schubladen in Apothekerschränken

Beet mit fetten Ölen

Im Riedberger Arzneigarten wächst Heilsames und Giftiges

„Braucht man in der modernen Biowissenschaft überhaupt noch einen botanischen Garten?“ Die Frage, die Ilse Zündorf, Akademische Oberrätin am Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität Frankfurt, zu Beginn ihrer Führung durch den Riedberger Arzneipflanzengarten stellte, entpuppte sich schnell als rhetorisch. Nicht nur am Tag des Frühlingsfests dient das satte Grün vor dem Riedberger Biozentrum dem naturwissenschaftlichen Campus als Forschungsstätte. Der Arzneipflanzengarten existiert bereits seit 2014 und wird auch in Zukunft ein integraler Bestandteil der dort ansässigen Wissenschaften sein.

Wie in Schubladen in Apothekerschränken einsortiert reihen sich die Stoffgruppen hangabwärts. Hier finden sich Phenole, Schwefelstoffe und Alkaloide. Aber auch solche Stoffe, die man für üblich aus der Küche kennt, tischt der Garten auf. Die Stoffgruppe „Fette Öle“ springt sofort ins Auge und dürfte den meisten Besuchern geläufig sein. Beim Gang durch die Beete möchte man mitunter in den Gewürz- statt in den Apothekerschrank greifen: Minze, Thymian und Lavendel wachsen im Fach für Ätherische Öle. Die Kamille ist gleich in mehreren Beeten vertreten, Saponine wiederum kennt man als Seifenstoffe aus dem heimischen Badezimmer. Dabei riechen und schmecken die Gewächse nicht nur gut. Ihnen allen ist ihre potenziell krankheitslindernde Wirkung gemein. Die Arzneipflanzen können bei Kopfschmerzen, Nervosität und Verdauungsbeschwerden helfen. Mit dem Thema Teebaumöl bei Hautbeschwerden kennen sich auch die Führungsteilnehmer gut aus.

Mit Vorsicht genießen

Allerdings: Nicht alle Gewächse im Arzneipflanzengarten sind alltagstauglich. Wer seine Hoffnung in den großen Ginkgo-Baum steckt, sollte beachten, dass ein Tee allein nicht reicht, um Schwierigkeiten beim Erinnern entgegenzuwirken. Zur Verbesserung der Gedächtnisleistung wird ein Extrakt benötigt, das aus den Blättern des Baumes gewonnen wird. Erst in extrahierter Form kann die Pflanze ihre durchblutungsfördernde Wirkung entfalten und so zum Beispiel Demenzerkrankungen im Anfangsstadium verlangsamen.

Auch wer glaubt, der Garten inspiriere ausschließlich zu Wohltaten, wird eines Besseren belehrt. Mit einem Augenzwinkern erzählt Ilse Zündorf die Geschichte einer Krimi-Autorin, die am biologischen Institut anrief, um die tödliche Wirkung pflanzlicher Giftstoffe zu erörtern. Welche Wirkstoffkombinationen erzielen in der Sauna welchen Effekt? Die Idee: ein Saunahandtuch in pflanzliche Giftstoffe tränken und so einen Mord in Gang setzen. Ob der Sauna-Arzneipflanzen-Krimi je erschienen ist, sei unbekannt, so Zündorf. Sicher ist aber, dass einige der Pflanzen, die auf dem Riedberger Campus gedeihen, unverarbeitet extrem giftig sind. Dazu gehören unter anderem der Blaue Eisenhut und die Tollkirsche.

Paten sichern Zukunft des Gartens

Finanziert werden die Arzneipflanzen durch Spenden. Da alle großen Geldgeber bei der Gründung des Gartens bereits anderweitig belangt waren, stützt sich der Arzneipflanzengarten auf die Zuschüsse vieler kleiner Spender. Dies bricht der Summe nichts ab: 120.000 Euro sind laut Zündorf zusammengekommen. Wer eine Patenschaft für eine Pflanze übernimmt, wird seinen Namen auf dem zugehörigen Schild wiederfinden. Auch die Fachschaft Pharmazie hat eine Patenschaft übernommen. Ganz im Sinne einer erfolgversprechenden und ehrreichen Wissenschaftspraxis betreut sie die Lorbeere.

Der Wissenschaftsgarten, zu dem der Arzneipflanzengarten gehört, soll in den kommenden Jahren bis in die Altenhöferallee wachsen. Nur für den Klimawandel hat der Garten bislang keine eigene Strategie entwickelt. Während auch in Frankfurt die Sommer immer heißer werden, sind die Pflanzen bei der Bewältigung der klimatischen Veränderungen auf sich allein gestellt. Unwillkürlich fragt man sich, ob einer der jährlich auf dem Frühlingsfest stattfindenden Workshops eine Klimastrategie für den Garten entwerfen könnte. Das Nachhaltigkeitsbüro der Goethe-Universität Frankfurt war dieses Jahr auf dem Frühlingsfest vertreten. außerdem gab es einen Stand zur künftigen Ringvorlesung „Sustainability“. Themen wie nachhaltiges Pflanzen und resiliente Gärten könnten in Zukunft auch den Pflanzen des Riedberger Arzneigartens zugutekommen.

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Bauaktivitäten der Goethe-Universität: Fortschritte und Herausforderungen

Mathematik und Informatik-Neubau der Goethe-Universität am Campus Riedberg

Auf dem Campus der Goethe-Universität Frankfurt tut sich einiges. Die Hochschule investiert in mehrere Neubauprojekte, die nicht nur die Infrastruktur verbessern, sondern auch die Lehre und Forschung unterstützen. Während einige Projekte im Zeitplan liegen, gibt es bei anderen Herausforderungen, insbesondere beim Studierendenhaus.

Neubauten im Zeitplan

Der Bau der neuen Chemiegebäude auf dem Campus Riedberg schreitet planmäßig voran. Im vergangenen September wurde Richtfest gefeiert, und die Übergabe an die Universität ist für den Herbst 2026 vorgesehen. Der erste Bauabschnitt umfasst ein Praktikumsgebäude mit hohen technischen Anforderungen, darunter spezielle Laborflächen. Die Pressestelle der Universität berichtet, dass bisher keine Lieferengpässe bekannt seien und das Projekt vollständig im Landeshaushalt finanziert ist.

Parallel dazu wird der Neubau für Informatik und Mathematik an der Riedbergallee vorangetrieben. Der Rohbau ist fortgeschritten, und das Richtfest ist für den Spätsommer oder Herbst 2025 geplant. Die Universität erwartet eine Baufertigstellung im darauffolgenden Jahr und einen Umzug des Fachbereichs im Jahr 2027.

Das Zentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften

Ein weiteres bedeutendes Projekt ist das »Center for Humanities«, das kürzlich Richtfest feierte. Das Gebäude wird als intellektuelles Wahrzeichen für die Stadt angesehen und soll die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität unterstreichen. Auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern werden unter anderem Seminarräume, studentische Arbeitsplätze und eine Probebühne entstehen. Der Bau bleibt im festgelegten Kostenrahmen von rund 20 Mio. € und soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden.

Der Universitäts-Präsident betont die Wichtigkeit des Centers in Zeiten, in denen die Freiheit der Wissenschaft bedroht ist. Das Gebäude wird nicht nur als Ort des Denkens und Forschens dienen, sondern auch der Repräsentanz der Universität in der Stadt.

Herausforderungen beim Studierendenhaus

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch Rückschläge. Der Neubau des Studierendenhauses auf dem Campus Riedberg hat mit erheblichen Verzögerungen zu kämpfen. Obwohl Baurecht besteht, sind die Kosten aufgrund gestiegener Baupreise und technischer Regeländerungen stark angestiegen. (Von 16 Mio. € auf 20 Mio. € und dann sogar auf rund 30 Mio. €)

Die Universität hat sich gegenüber dem Land für eine schnelle Fortführung des Projekts ausgesprochen, doch die Frage der Kostendeckung bleibt offen.

Finanzierung und zukünftige Projekte

Die Finanzierung der Bauprojekte erfolgt größtenteils über das Hochschulbauprogramm Heureka des Landes Hessen, das bis 2031 insgesamt 5,7 Milliarden Euro in Bauprojekte investiert. Die Goethe-Universität hofft, dass dieses Programm auch in Zukunft fortgesetzt wird, um weitere notwendige Bauvorhaben zu realisieren.

Zusätzlich zu den großen Neubauten wird am Sportcampus Ginnheim das Hallengebäude saniert, während am Campus Niederrad das Frankfurt Cancer Institute (FCI) und ein neues Laborgebäude für Virologie entstehen. Diese Projekte sind ebenfalls finanziell abgesichert, und die Sanierung des Hallengebäudes wird noch in diesem Jahr abgeschlossen.

Fortschritte und Rückschläge

Die Bauaktivitäten an der Goethe-Universität sind ein Zeichen für den Fortschritt und die Entwicklung der Hochschule. Während einige Projekte reibungslos voranschreiten, müssen bei anderen Herausforderungen bewältigt werden. Die Universität bleibt jedoch optimistisch und setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Land Hessen, um die Finanzierung und Umsetzung ihrer Bauvorhaben sicherzustellen. Mit einem klaren Fokus auf die Verbesserung der Infrastruktur wird die Goethe-Universität weiterhin eine zentrale Rolle in der Bildungslandschaft Frankfurts spielen.


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Mehr Schatten für den Riedbergplatz: Ein Kompromiss für mehr Komfort

Lamellenkonstruktion auf dem Piratenspielplatz

In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 12 wurde ein bedeutender Schritt zur Umgestaltung des Riedbergplatzes beschlossen. Die geplanten Schattendächer, die über einer Kinderspielfläche, Fahrradständern und Sitzgelegenheiten errichtet werden sollen, stehen im Mittelpunkt der Diskussion.
Der Ortsbeirat hat der Bau- und Finanzierungsvorlage des Magistrats nur unter der Bedingung zugestimmt, dass alternative Materialien zu den ursprünglich vorgesehenen Betondächern gefunden werden.

Der interfraktionelle Antrag

Ronald Bieber von den Grünen hat einen interfraktionellen Antrag formuliert, der Holz- oder Stahlpfosten für die Schattendächer vorschlägt. Diese Konstruktion soll die Schattenwirkung durch schräg stehende Holzlamellen erreichen, ähnlich wie auf dem Piratenspielplatz im Kätcheslachpark West. Zudem sollen zwei der Dächer mit Kletter- oder Rankpflanzen begrünt werden, um eine zusätzliche Kühlungswirkung zu erzielen.

„Es ist erfreulich, dass wir nach intensiven Diskussionen zu einem Kompromiss gefunden haben“, erklärte Herr Bieber. Der Vorschlag wurde an alle Fraktionen sowie die Klimaschutz-Initiative Riedberg und die Kinderbeauftragte weitergeleitet.

Bedenken gegenüber Betondächern

Die ursprünglichen Pläne sahen Betondächer vor, was auf Widerstand im Ortsbeirat stieß. Der Ortsbeirat kritisierte, dass der versiegelte Riedbergplatz zwar teilweise von Betonpflastersteinen befreit werden soll, gleichzeitig jedoch neue Betondächer errichtet werden. Diese Widersprüchlichkeit wurde als nicht nachvollziehbar empfunden, da unter einem Betondach kein schattiger Wohlfühlort entstehen könne. Zudem verursacht die Herstellung von Beton einen hohen CO₂-Ausstoß, was in Zeiten des Klimawandels als nicht zeitgemäß gilt.

Beispiel für Verschattung auf dem Piratenspielplatz

Beispiel für Verschattung auf dem Piratenspielplatz

Zielgerichtete Gestaltung

Im Antrag wird gefordert, dass die tragenden Pfosten der Schattendächer aus Holz oder Stahl bestehen und die Schattenwirkung durch schräg stehende Holzlamellen erzielt wird. Dies soll sicherstellen, dass der Kleinkinderspielbereich nicht durch Pfosten eingeschränkt wird. Die Lamellen sollen so ausgerichtet werden, dass sie zu verschiedenen Tageszeiten maximale Schattenwirkung bieten.

Die geplanten Schattendächer sollen architektonisch ansprechend gestaltet werden und die Bedeutung des Platzes unterstreichen.

Umweltschutz und Bürgerbeteiligung

Die Umgestaltung des Riedbergplatzes verfolgt das Ziel, den Platz grüner, natürlicher und schattiger zu gestalten. Der Ortsbeirat setzt sich seit vielen Jahren für die Entsiegelung des Riedbergplatzes ein und wird dabei von lokalen Initiativen unterstützt. Die aktuelle Planung sieht vor, dass der Platz seine bisherigen Funktionen behält und sogar erweitert.

Die Entscheidung für eine Holz- oder Stahlkonstruktion wird als umweltfreundlich angesehen, da Holz eine bessere CO₂-Bilanz aufweist und vergleichsweise kostengünstig ist. Der Ortsbeirat möchte sicherstellen, dass die Gestaltung der Schattendächer sowohl den Bedürfnissen der Bürger als auch den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht wird. Betondächer wären darüber hinaus die weitaus kostspieligste Variante.

Ausblick

Die geplante Umgestaltung des Riedbergplatzes mit den neuen Schattendächern könnte eine signifikante Verbesserung für die Lebensqualität der Anwohner darstellen. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung zeigt der Ortsbeirat, dass er die Anliegen der Bevölkerung ernst nimmt und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Nachdem endlich eine Detailplanung und eine Kostenberechnung vorliegt und die Frage der Beschattung noch geklärt werden konnte sollte jetzt einer zeitnahen Umsetzung nichts mehr im Wege stehen.


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Konzeptverfahren für gemeinschaftliches Wohnen in Niederursel entschieden

MainRiedberg hatte im Januar über ein geplantes gemeinschaftliche Wohnprojekt berichtet, das auf der Liegenschaft des St. Katharinen- und Weißfrauenstift in Niederursel entstehen soll. Im Rahmen eines Konzeptverfahrens sollte unter verschiedenen Bewohnergruppen eine ermittelt werden, die mit dem besten Konzept zur Nutzung, Vermietung und Bewirtschaftung überzeugt.
Wie das Presseamt der Stadt Frankfurt heute informiert, ist die Wahl auf die Projektgruppe Wohnbar:FFM gefallen:

Im Rahmen des Konzeptverfahrens für das gemeinschaftliche Wohnprojekt in direkter Nachbarschaft zur bestehenden Seniorenwohnanlage im Kreuzerhohl in Niederursel ist die Entscheidung gefallen: Von den sieben eingegangenen Bewerbungen wurden sechs Projektgruppen zur Präsentation eingeladen. Die Gruppe Wohnbar:FFM konnte mit ihrem Konzept besonders überzeugen und wurde für die Umsetzung des Projekts ausgewählt. Die Frauenwohngruppe verfolgt den Ansatz, gemeinschaftliches Wohnen zu realisieren, das ihnen als Frauen ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliches Engagement unabhängig von Alter, Handicap, Einkommen und in verschiedenen Lebensphasen ermöglicht. Das Verfahren wurde gemeinsam von der Stadt Frankfurt und dem St. Katharinen- und Weißfrauenstift ausgelobt.
„Die große Zahl und hohe Qualität der Bewerbungen zeigen, dass es in Frankfurt ein starkes zivilgesellschaftliches Interesse gibt und viele gute Ansätze für gemeinschaftliche Wohnformen vorhanden sind“, sagt Marcus Gwechenberger, Senior des Pflegamtes und Dezernent für Planen und Wohnen. „Das ist ein starkes Signal für unsere Stadtentwicklungspolitik. Wir wollen gemeinschaftliches Wohnen im Mietmodell weiter stärken und sehen dieses Verfahren als Vorbild für künftige Projekte.“

Mehrwert für das Quartier und die Seniorenwohnanlage
Die ausgewählte Projektgruppe wird künftig in direkter Nachbarschaft zur bestehenden Seniorenwohnanlage im Kreuzerhohl auf einer Grundstücksfläche von 1062 Quadratmetern ein gemeinschaftliches Wohnmodell im Mietformat realisieren. Das geplante Wohnhaus umfasst rund 670 Quadratmeter Wohnfläche sowie 30 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen. Der dreieinhalbgeschossige Neubau in Holzrahmenbauweise wird Platz für bis zu zehn Wohneinheiten bieten. Zudem stehen der Gruppe Gemeinschaftsräume in der benachbarten Seniorenanlage zur Mitnutzung offen. Ziel des Projekts ist nicht nur das Schaffen von gemeinschaftlichem Wohnraum, sondern auch die Belebung des Grundstücks im Sinne einer guten Nachbarschaft. Geplant sind generationsübergreifende Angebote und eine Öffnung ins Quartier. Die bislang als Parkplatz genutzte Fläche wird mit dem Wohnhaus bebaut und so im Sinne des Stiftungszwecks sinnvoll in Wert gesetzt.

Ursula Poletti, Direktorin des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Projektgruppe und erklärt: „Mit der Gruppe Wohnbar:FFM e.V. gewinnen wir engagierte Nachbarinnen, die unsere Vision von einem generationenübergreifenden, solidarischen Miteinander teilen. Das Projekt ist für uns nicht nur ein architektonischer Gewinn, sondern vor allem eine wertvolle Bereicherung für das St. Katharinen-Wohnstift Niederursel und das soziale Leben im Quartier. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg.“

Partizipation und kooperative Planung mit erprobten Partnern
Das Projekt wird von der Stiftung errichtet und an die ausgewählte Gruppe im Rahmen eines Generalmietvertrags vermietet. Dabei sind die zukünftigen Bewohnerinnen aktiv in die Planungs- und Umsetzungsprozesse eingebunden. Für die Architektur sind die im Wohnbau erfahrenen Architekturbüros Baufrösche aus Kassel und Dunkelau Giebel Architekten aus Frankfurt beauftragt, die über ausgewiesene Expertise im gemeinschaftlichen Bauen verfügen. Das Projektsteuerungsbüro Proprojekt begleitet die Gruppe durch den Planungsprozess und sorgt für eine koordinierte Umsetzung. Ziel ist ein nachhaltiger Wohnraum, der nicht nur ökologisch verantwortungsvoll gebaut wird, sondern auch langfristig bezahlbar bleibt.

Die Auswahl der Projektgruppe erfolgte durch einen fachkundig besetzten Beirat, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, der lokalen Politik sowie externen Expertinnen und Experten für gemeinschaftliches Wohnen. In beratender Funktion war das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen beteiligt. Die Stadt Frankfurt sieht in dem Modellprojekt einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige, sozial gerechte und inklusive Stadtentwicklung.

Die Projektgruppe Wohnbar:FFM
Die Wohngruppe besteht aus zwölf Frauen im Alter von 56 bis 70 Jahren, die einen vielfältigen, beruflichen Hintergrund mit Schwerpunkt im Sozialen Bereich haben. Ihr Lebensmittelpunkt war und ist die Stadt Frankfurt. Sie sind seit fünf Jahren im Verein Wohnbar:FFM organisiert und kennen sich zum Teil schon seit über 30 Jahren, unter anderem über den Vereinssport.

Besonders überzeugt hat der Ansatz der Gruppe, für die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnanlage unter anderem Biographie-Projekte und Bildungserlebnisse anzubieten. „Wir sehen die Bewohnerinnen der Seniorinnen-Wohnanlage als Partnerinnen, mit denen wir gemeinsam Ideen für das Zusammenleben und für Aktivitäten entwickeln wollen, die uns alle und die Nachbarschaft bereichern“, sagt Petra Dowidziak als Vertreterin der Wohngruppe.

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Riederwaldtunnel: Umstrittener Bau und die Optionen für Kalbach-Riedberg

Autobahn bei FFM mit 6 Fahrspuren und 2 Standstreifen

Der Bau des Riederwaldtunnels, der die A66 mit der A661 verbinden soll, steht kurz bevor. Trotz jahrelanger Diskussionen und Verzögerungen wird nun der Aushub von rund 200.000 m³ Erde erwartet, der bisher entlang der A5 in den Stadtteilen Praunheim und Niederursel aufgeschüttet werden soll. Dieses Vorhaben sorgt jedoch für gemischte Reaktionen in der Bevölkerung.

Aushub und Lärmschutz

Die Autobahn GmbH hat bestätigt, dass die Bauarbeiten in den kommenden Wochen beginnen werden. Der massive Aushub, der tausende von Sattelschlepper füllen würde, soll in meterhohen Wällen deponiert werden. Diese 10 bis 16 Meter hohen Wälle sind zwar nicht explizit als Lärmschutz ausgewiesen, bieten jedoch eine gewisse Abschirmungswirkung für die angrenzenden Wohngebiete.

Lärmschutzwall an der Stromwiese

Lärmschutzwall an der Stromwiese am Riedberg

Kritische Stimmen und Umweltbedenken

Die geplanten Erdwälle stoßen auf Widerstand. Kritiker, darunter Umweltschützer und Anwohner, befürchten, dass die Stadt durch die Aufschüttung weiter aufgeheizt werden könnte. Rüdiger Hansen vom »BUND Frankfurt« warnt: „Die Barrieren blockieren nicht nur den Lärm, sondern auch die lokalen Kaltluftströme.“ In den heißen Sommermonaten sei kühle Luft, die über die Felder in die Stadt strömt, entscheidend für das Mikroklima in Frankfurt.

Politische Reaktionen

Der Ortsbeirat 12 hat nun einen Antrag einstimmig beschlossen, um zu prüfen, ob der Erdaushub nicht auch bzw. nur im Bereich von Kalbach-Riedberg entlang der A5 aufgeschüttet werden kann. Susanne Kassold, Mitglied der SPD-Fraktion, betont die Dringlichkeit, alternative Varianten zu prüfen, bevor der Aushub an andere Lagerstätten transportiert wird. „Es ist wichtig, die Bedenken der Anwohner ernst zu nehmen und Lösungen zu finden, die sowohl Lärmschutz als auch den Erhalt des Mikroklimas berücksichtigen“, so Frau Kassold.

Stadtentwicklung und zukünftige Projekte

Zusätzlich zu den Bedenken bezüglich des Riederwaldtunnels wird auch der geplante Ausbau der A5 und die Schaffung eines neuen Stadtteils, bekannt als „Josefstadt“, diskutiert. Dieser Stadtteil soll östlich der A5 entstehen und ebenfalls neue Lärmschutzwälle erhalten. Die Stadt plant, den Kaltluftabfluss sicherzustellen, um eine weitere Aufheizung des Klimas zu vermeiden.

Ansprüche aus bestehenden Bebauungsplänen

In den Bebauungsplänen 840 (geltendes Recht seit 2008) und 803 Ä 4 (geltendes Recht seit 2013) war eine Verpflichtung hinterlegt, entlang der Bundesautobahn im Bereich Kalbach-Riedberg für Lärmschutz Sorge zu tragen. Der Stadt wurde dabei die Wahl der Problemlösung überlassen.

Interessensabwägungen

Der Bau des Riederwaldtunnels und die damit verbundenen Maßnahmen sind ein komplexes Thema, das sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Frankfurt mit sich bringt. Während die Lärmminderung für die anliegenden Anwohner ein wichtiges Anliegen ist, müssen auch die Auswirkungen auf das Mikroklima und die Lebensqualität der Bürger in den nachgelagerten Stadtteilen in Betracht gezogen werden. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, wie die Stadt mit diesen Herausforderungen umgeht und ob die Bedenken der Bevölkerung in den Planungen berücksichtigt werden.


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Leserbrief vom 26.05.2025

Sie fordern von der „Politik“ das Finden einer sinnvollen Lösung für den Ausbau der A5.
Ich meine aber, da sind erstmal erfahrene Ingenieure gefordert.
Eine Einhausung bietet sich dafür hier am ehesten an und zwar in diesem Fall in Form eines speziellen Tunnelbaus. Damit lassen sich alle Probleme und bisher geäußerten Bedenken entkräften.
Ich kann mir dafür sogar eine platzsparende Variante vorstellen, bei der der Verkehr entflochten wird, indem ein 4-streifiger Tunnel nur für den SLV [Schwerlastverkehr] gebaut wird, während oben die 6 Fahrstreifen für den PKW-Verkehr erhalten bleiben, plus die beiden Seitenstreifen.
Dafür müsste die A5 gar nicht verbreitert werden und der Lärm würde sofort halbiert, während der Kaltluftzustrom gar nicht behindert würde. Für den Feinstaub und die LKW-Abgase aus dem Tunnel würde ich geeignete Abluftfilteranlagen vorsehen, die die Umwelt entlasten.
Diese Anlagen würden auch der Rauchabsaugung im Brandfall dienen.
Für die Querung der Bäche und der Grundwasserströme lassen sich üblicherweise Düker als probate Lösung vorsehen, um Einstaus zu vermeiden. Schön ist, dass die Autobahn des Bundes die Planung und Entscheidung über eine Lösung bisher ganz der Stadt überlässt, und dieser damit die Kosten aufdrücken will?

Hinrich Rottmann

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Der Bonifatiuspark wird noch „grüner“

Bonifatiuspark - Treppen

Die Stadt Frankfurt treibt ihre Bemühungen zur ökologischen Aufwertung des Bonifatiusparks weiter voran. Das Grünflächenamt plant umfangreiche Maßnahmen zur Flächenentsiegelung sowie zur Schaffung neuer Blühwiesen, die nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch aktiv zum Klimaschutz beitragen sollen.

Flächenentsiegelung als Beitrag zur Nachhaltigkeit

Ein zentraler Bestandteil der geplanten Maßnahmen ist die Flächenentsiegelung verschiedener Bereiche im Bonifatiuspark. So soll beispielsweise die Treppenanlage „Alter Gerichtsplatz“ teilweise überarbeitet werden, um versiegelte Flächen zu entfernen und diese mit klimaresistenten Gehölz- und Staudenpflanzen aufzuwerten. Ähnlich verhält es sich mit den gepflasterten Wegeausbuchtungen, die auf einer Gesamtfläche von rund 1.200 Quadratmetern entsiegelt und in bestehende Grünstreifen integriert werden sollen.

Bonifatiuspark - Buchten

Bonifatiuspark – Buchten

Durch diese Maßnahmen wird nicht nur der Versiegelungsgrad der Parkflächen reduziert, sondern auch das Mikroklima verbessert. Zusätzlich sollen vorhandene Parkbänke neu angeordnet werden, um entlang der Wege neue Begegnungsräume zu schaffen – ein wichtiger Schritt zur Förderung des sozialen Miteinanders in städtischen Grünanlagen.

Bonifatiuspark Wiesen

Bonifatiuspark – Wiesen

Neue Blühwiesen für mehr Biodiversität

Ein weiteres zentrales Projekt ist die Umwandlung von Teilstücken der Rasenfläche in blühende Wiesen. Insgesamt werden rund 700 Quadratmeter in Blühwiesen umgewandelt, die harmonisch in die bestehende Parklandschaft eingebunden werden. Diese Maßnahme dient nicht nur der optischen Aufwertung des Parks, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Mit der neuen Bepflanzung wird ein attraktiver Lebensraum für Insekten und Bestäuber geschaffen, was langfristig zur Förderung der Biodiversität beiträgt. Auch die Pflege der Blühflächen wird angepasst: Während herkömmliche Rasenflächen regelmäßig gemäht werden, beschränkt sich die Mahd der Blühwiesen künftig auf ein bis zwei Durchgänge pro Jahr, um die natürliche Entwicklung der Vegetation zu unterstützen.

Stadt Frankfurt setzt auf grüne Zukunft

Mit diesen Maßnahmen zeigt die Stadt Frankfurt ihr Engagement für eine nachhaltige und lebenswerte Stadtgestaltung. Die Entsiegelung von Flächen und die Förderung von naturnahen Vegetationsformen sind essenzielle Bausteine einer modernen Stadtplanung, die sowohl den Herausforderungen des Klimawandels als auch den Bedürfnissen der Bürger Rechnung trägt.

Die Umgestaltung des Bonifatiusparks ist ein vielversprechendes Beispiel dafür, wie Städte aktiv zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Förderung der Artenvielfalt beitragen können. Es bleibt spannend zu beobachten, welche weiteren grünen Initiativen Frankfurt in Zukunft umsetzen wird.

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