Kategorie: AktuelleNEWS

Die Grundschule der Phorms Schule und Elternvertreter organisieren Aktionswoche

Elterntaxis-Aktion

Um zum Phorms Taunus Campus zu gelangen, bestehen für alle Kinder verschiedene Möglichkeiten, den Schulweg zu bestreiten. Von den 750 Kindern am Phorms Taunus Campus sind etwa 80 Kitakinder, die den täglichen Anfahrtsweg noch nicht selbständig zurücklegen können – das gilt ebenso für junge Grundschüler.

Die Belange dieser Kinder findet in dem vom Phorms Campus Taunus bereits 2020 entwickelten Schulmobilitätskonzept ebenso Berücksichtigung wie die verschiedenen Möglichkeiten, die Schule eigenständig zu erreichen.

Phorms Elterntaxis-Aktion

© Phorms

Höchste Priorität genießt dabei die Sicherheit für alle Schüler, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Schule gelangen. Ergänzend zum ÖPNV fahren zwischenzeitlich zwei eigene Schulbuslinien täglich rund 90 Kinder von und nach Frankfurt. Weitere Routen sind in konkreter Planung. Zudem stehen an der Schule 150 Fahrradabstellplätze auf einem überwachten Gelände zur Verfügung. In den Sommermonaten wird das Rad rege genutzt.

Generell gilt die Anfahrt mit dem Auto immer als die letzte Möglichkeit der Schulmobilität. Die Schule und die Elternvertretung nutzen daher in dieser Woche das sommerliche Wetter, um für alternative Verkehrsmittel zu werben.

„Zu Beginn der Aktion Happy Feet! herrschte schon am Montagmorgen ein großer Andrang an den Stempelstationen. Viele Grundschüler warteten geduldig, um ihre Stempelkarten abstempeln zu lassen. Alles um nachzuweisen, dass sie zu Fuß zur Schule gekommen sind. Entsprechend voll war es an der offiziellen Elternhaltestelle am Parkplatz der Altkönighalle auf der unteren Waldstraße“, berichtet Dr. Astrid Simon, Leiterin der Grundschule.

Phorms Elterntaxis-Aktion

(c) Phorms

„Die Elternhaltestelle ist eine wesentliche Maßnahme unseres Schulmobilitätsplanes. Leider wird sie immer noch zu wenig genutzt. Dies wiederum führt zu mehr Verkehr bis zur Schule und damit auch zu zusätzlichem Stau auf der gesamten Waldstraße. Und mehr Autoverkehr bedeutet letztlich höheres Gefahrenpotential, weil sich direkt vor der Schule PKW, Busse, Radfahrer und Fußgänger begegnen müssen“, ergänzt Geschäftsführer Alexander Thoms.

Das Ziel der Aktion ist daher, das Bewusstsein für einen sicheren Schulweg zu schärfen. Darüber hinaus kommt der zu Fuß bewältigte Schulweg dem Bewegungsdrang und dem Selbstbewusstsein der Kinder zugute. Auf dem Weg sind abwechslungsreiche Stationen eingerichtet, wie zum Beispiel Hüpfspiele und Fahrrad-Parcours, die den Grundschülern viel Spaß bereiten. Noch die ganze Woche können Stempel gesammelt werden. Bei einer hohen Anzahl gibt es zusätzlich noch eine kleine Belohnung.

Besonderer Dank gilt dem Elternbeirat, vertreten durch Kathryn Rossbach und Kim Greene, die zusammen mit der Phorms Grundschule in Steinbach diese Projektwoche initiiert und mit viel Herzblut umgesetzt hat.

Die Aktion läuft in dieser Woche täglich zum Schulbeginn und -ende und zeigte direkt Wirkung. Weitere Wiederholungen im neuen Schuljahr sind nach dem heutigen Erfolg bereits jetzt vorgesehen. Eine sonnige Happy Feet!-Woche wünschen die Elternvertretung und die Phorms Grundschule in Steinbach.


Die Phorms Schule Frankfurt ist eine bilinguale Privatschule mit zwei Standorten: im Frankfurter Holzhausenviertel und in Steinbach/Taunus. An beiden Schulstandorten werden aktuell 1.000 Kinder auf Deutsch und Englisch von muttersprachlichen Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet. In der Kita werden zusätzlich 80 Kinder betreut. Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte an den Schulen hat internationale Wurzeln. Der angebotene Abschluss an der Schule ist das Abitur nach G8 oder G9.

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Thoms
Geschäftsführer
eMail: alexander.thoms@phorms.de

Phorms Schule Frankfurt – Taunus Campus
Bilinguale Schule mit Kindertagesstätte, Grundschule mit Eingangsstufe und Gymnasium in freier Trägerschaft der Phorms Hessen gGmbH
Waldstraße 91
61449 Steinbach
Tel.: +49 (0)6171 206 02 70
Fax: +49 (0)6171 206 02 99
eMail: frankfurt-taunus@phorms.de
Web: www.frankfurt-taunus.phorms.de

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Beurteilung der Machbarkeitsstudie durch die SPD Kalbach-Riedberg

Genau die Hälfte käme noch dazu, da zu 10 Fahrspuren noch 2 Standspuren gehören, heißt das in der Summe 12 Streifen. Im Bild sind aktuell 8 zu sehen, also 50 % dazu ergibt 12 Spuren.

Die nun endlich vorgelegte Machbarkeitsstudie mit ihren vier Ausbauvarianten wird vom SPD Ortsverein Kalbach-Riedberg abgelehnt!

Die Frankfurter Bevölkerung leidet schon heute unter einem permanenten Lärmpegel, der durch den Ausbau und die damit verbundene Zunahme der Fahrzeugbewegungen noch weiter ansteigen würde. Zudem ist eine Ausweitung des Autoverkehrs, der bundesweit 25 % aller Umweltbelastungen ausmacht, nicht mit dem Klimaschutzgedanken vereinbar. Auch hat sich die Bundesrepublik Deutschland selbst dem Ziel der CO2 Neutralität verpflichtet. Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu der Politik einen klaren Auftrag erteilt.

Bei einer Wohnbebauung mit einem Abstand auf dem Riedberg von 50 m bis rund 150 m neben einer 10-spurigen Autobahn, die durch Tiefen und Anhöhen topographisch durch Senken und Höhen geführt wird, müsste diese bei einem Ausbau, um den Lärmschutz nach heutigen Vorgaben zu gewährleisten, im Bereich der Wohnbebauung richtigerweise unterirdisch oder eingehaust geführt werden.

„2040 brauchen wir keine Autobahnen, sondern ein funktionierendes Schienennetz und ein Tempolimit, welches den CO2 Ausstoß reduziert und auch dem Verkehrsfluss dient“, stellt die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Susanne Kassold fest. Wie bei allen großen Infrastrukturmaßnahmen erscheint der Kostenrahmen von 1,1 Milliarden als viel zu gering. Der Riederwaldtunnel hat sich von ursprünglich 480 Millionen auf 1,5 Milliarden verteuert. Und dies bei einer Länge von nur ca. 1.100 m. Der betroffene Autobahnabschnitt der A 5 beträgt 28 km.

Das dafür vorgesehene Geld sollte daher jetzt in einen wirksamen Lärmschutz und den Ausbau des ÖPNV und der Radwege investiert werden. Mattias Jakob, der für die SPD im Ortsbeirat Kalbach-Riedberg sitzt, betont, „dass der Ausbau in der gesamten Länge eine Flächenversiegelung von rund 60 ha bedeuten würde und damit das Stadtklima beeinträchtigt“.


 

Machbarkeitsstudie zum Ausbau der A5 veröffentlicht

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Machbarkeitsstudie zum Ausbau der A5 veröffentlicht

Autobahn A5

Die Autobahn GmbH veröffentlichte am 05.06.2024 die lange erwartete Machbarkeitsstudie zum Ausbau der A5

Seit geraumer Zeit wird ein geplanter Ausbau der Autobahnstrecke zwischen dem Frankfurter Kreuz und dem Anschluss Friedberg auf 10 Spuren intensiv diskutiert. Was der politischen Auseinandersetzung bislang an Grundlage fehlte, war eine lange zurückgehaltene Machbarkeitsstudie der Autobahn Gmbh, der Infrastrukturbetreiberin des bundesdeutschen Autobahnnetzes. In dieser Studie sollte verifiziert werden, dass die Erweiterung der A5 möglich und verkehrspolitisch sinnvoll sei.
An Brisanz hatte der öffentliche Streit dadurch gewonnen, dass sich die neue, aus CDU und SPD gebildete hessische Landesregierung dem Vorhaben als aufgeschlossen zeigte, wogegen sich die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung eindeutig dagegen ausgesprochen hatte. Der zivile Protest gegen das Vorhaben, insbesondere des Bündnisses Verkehrswende Frankfurt und darin organisierter Gruppen und Initiativen, besteht natürlich fort.

Einige Details aus der 521 Seiten umfassenden Machbarkeitsstudie

Kern der Studie ist die Darstellung von vier „Planfällen“, also vier alternativen Ausbauvarianten:

Planfall 1 sieht

  • einen 10-streifigen Querschnitt (=Spuren) vom Autobahnkreuz (AK) Frankfurt bis zum Nordwestkreuz vor. Der 10-streifige Querschnitt ist eine Erweiterung des 8-streifigen Querschnitts mit einem weiteren Fahrstreifen je Fahrtrichtung.
  • Zwischen dem Nordwestkreuz und der Anschlussstelle (AS) Friedberg ist ein 8-streifiger Querschnitt vorgesehen.

Planfall 2 sieht

  • wie im Planfall 1 einen 10-streifigen Querschnitt vom AK Frankfurt bis zum Nordwestkreuz vor.
  • Zwischen dem Nordwestkreuz und der AS Friedberg ist ein 8-streifiger Querschnitt mit temporärer Seitenstreifenfreigabe (TSF) vorgesehen. Dabei wird die Richtungsfahrbahn im Zuge des Ausbaus so verbreitert, dass die für die Freigabe des Seitenstreifens notwendige Zusatzbreite ohne Verringerung der anderen Fahrstreifenbreiten realisiert werden kann.

Planfall 3 sieht

  • einen durchgehenden 10-streifigen Querschnitt vom AK Frankfurt bis zur AS Friedberg vor.

Planfall 4

  • Zur Abwicklung des Fernverkehrs sind 2 Fahrstreifen pro Richtung vorgesehen, zur Abwicklung des Regionalverkehrs 4 Fahrstreifen pro Richtung. Die Gesamtanzahl der Fahrstreifen im Querschnitt beträgt also 12. Wegen der baulichen Trennung der einzelnen Fahrbahnen erhalten die Querschnitte für Regional und Fernverkehr eigene Seitenstreifen.

In der Bewertung der einzelne Planfälle gelangen die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, den Planfällen 1 und 2 „keine ausreichende Leistungsfähigkeit“ beizumessen.
Auch Planfall 4 entspreche nicht den Erfordernissen, da die vorgesehenen drei Spuren dem Volumen des Regionalverkehrs nicht genügten.
Bei einer Gestaltung der A5 gemäß Planfall 3 sind dagegen ausreichende Kapazitäten zu erwarten. Dieser Planfall mit dem 10-streifigen Regelquerschnitt“ solltedaher objektplanerisch weiter verfolgt“ werden.

Die Machbarkeitsstudie zieht zu guter Letzt dieses Gesamtfazit:

Die hohe prognostizierte Verkehrsnachfrage erfordert den Ausbau der Verkehrsanlage. Der Ausbauzustand im Planfall 3 mit einem 10-streifigen Querschnitt der A 5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Anschlussstelle Friedberg erreicht als einzige der untersuchten Varianten eine ausreichende Leistungsfähigkeit für die Bewältigung des für das Jahr 2030
prognostizierten Verkehrsaufkommens.
Trotz der in Deutschland bislang beispiellosen Dimensionen der in diesem Planfall vorgesehenen 10-streifigen Streckenquerschnitte und der Aus- und Einfahrten an den Autobahnkreuzen erreichen mehrere Netzelemente eine Auslastung knapp unter der oberen Grenze … so dass die erarbeitete Entwurfslösung als verkehrstechnisch hoch effizient angesehen werden kann.
Für die Streckenabschnitte und die Knotenpunkte wurden verkehrssichere und leistungsfähige Lösungen entwickelt …
Der Ausbau der A5 führt zum gegenwärtigen Planungszeitpunkt nicht zu unüberwindbaren umweltrechtlichen Hindernissen. Bei den weiterführenden Planungen kommt dem Aspekt des Verkehrslärmschutzes besondere Bedeutung zu …
“ (S. 203)

Man kann sich sicher sein, dass mit diesem Fazit die Diskussion um den Ausbau der A5 längst nicht abgeschlossen ist und dem Optimismus dieser Machbarkeitsstudie noch heftig widersprochen werden wird.
Merkwürdig erscheint die bisherige Geheimniskrämerei um diese Studie. Lange Zeit haben selbst öffentliche Stellen aus Land und Stadt vergeblich Einsicht gefordert. Transparenz in (verkehrs-)politischen Fragen sieht wirklich anders aus.

weitere Links:
https://www.autobahn.de/machbarkeitsstudie-zum-ausbau-vom-frankfurter-kreuz-bis-anschlussstelle-friedberg
https://main-riedberg.de/10-spuriger-ausbau-der-bundesautobahn-a5-ein-fragwuerdiges-projekt/
https://main-riedberg.de/das-fettauge-autobahnausbau-ist-wieder-aufgetaucht/

 

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Studentische Poliklinik feiert 10. Geburtstag

Arbeiten gemeinsam in der Studentischen Poliklinik: Marius Moniak (von links), Celina Steinwald, Antonia Kerner, Dr. Petra Tiarks-Jungk, Rebekka Roberts, Ramona Brinkmann und Felix Luft. (Foto: Gesundheitsamt Frankfurt)

Die Studentische Poliklinik der Goethe-Universität im Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Eine Initiative mit vielfachem Nutzen: Die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung wird von Studierenden unter Aufsicht erfahrener Ärzte angeboten.

Ein solches Wahlpflichtfach hätte sich Prof. Robert Sader als Student auch gewünscht: „Zu meiner Studienzeit vor 40 Jahren war die medizinische Lehre extrem theorielastig, und richtigen Patientenkontakt hatten wir erst im Praktischen Jahr“, erinnert sich der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt in einem Interview zum Jubiläum.

Die Idee, dass der Fachbereich Medizin sich in die Versorgung Bedürftiger einbringen könnte, hatte der Frankfurter Anatom Prof. Helmut Wicht. Sader, damals Studiendekan, griff sie auf und entwickelte sie gemeinsam mit Studierenden weiter.

Nachdem – auch mit Hilfe des Frankfurter Gesundheitsamtes – so manche Hürde beseitigt werden konnte, ging die Studentische Poliklinik am 17.06.2014 als bundesweit erstes Angebot dieser Art in Betrieb. Seither wurde hier vielen Patienten geholfen. Und auch von studentischer Seite war das Interesse stets an groß. Eine besondere Bestätigung für das Projekt: 2017 erhielt es den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre, der mit 60.000 Euro dotiert war.

Elke Voitl, Frankfurts Dezernentin für Soziales und Gesundheit, stellt die Initiative in die Tradition des berühmten Frankfurter Stadtarztes und Stifters Johann Christian Senckenberg: „Noch immer haben Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland lediglich in absolut akuten Notlagen einen Anspruch auf medizinische Hilfe. Das ist ein Problem. Wir brauchen dringend eine kostenlose Grundversorgung für jeden in unserer Gesellschaft.“

„Die Studentische Poliklinik setzt hier einen ganz entscheidenden Impuls, denn sie ergänzt vorbildlich die Humanitäre Sprechstunde unseres Gesundheitsamts. Beide Angebote wurden über die Jahre hinweg ausgebaut – und die Nachfrage ist weiterhin enorm.“

„Auf Solidarität angewiesene Menschen in unserer Stadt profitieren davon. Die Studierenden gewinnen durch ihre Mitarbeit in der Studentische Poliklinik Praxiserfahrung und – vielleicht noch wichtiger – erleben das Gefühl großer Sinnhaftigkeit. Wir sind stolz auf dieses rundum gelungene Projekt“, sagt Prof. Viera Pirker, Vizepräsidentin für Lehre an der Goethe-Universität.

„Der Kontakt mit Patienten ohne festen Wohnsitz, ohne Krankenversicherung und mit Problemen, die in Deutschland nicht im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen, fordert nicht nur fachliche Kompetenzen unserer Ärzte von morgen, sondern regt insbesondere auch zur Reflexion über die eigene Rolle, das eigene Verhalten und mehr Engagement an.

Die jungen Menschen erhalten im Vergleich zu ihrem regulären Studium eine ganz neue Perspektive auf ihre zukünftige Tätigkeit und erweitern dabei ihren Erfahrungsschatz und ihre kommunikativen Fähigkeiten erheblich“, erklärt Prof. Miriam Rüsseler, Studiendekanin des Fachbereichs Medizin.

Dr. Dr. Lukas Seifert, einer der studentischen Initiatoren, erinnert sich an die Planungsphase: In Europa habe es damals nichts Vergleichbares gegeben. Die amerikanischen Student-run Free Clinics dienten als Vorbild, eine studentische Delegation machte sich unter anderem in Harvard ein Bild von Ablauf und Organisation.

Seifert entwickelte auf dieser Basis im Rahmen einer Doktorarbeit das Konzept für das Frankfurter Wahlpflichtfach. Auf dem Weg zur Realisierung der Studentische Poliklinik habe es vor allem zwei Hürden gegeben, schildert Prof. Sader: Zum einen die versicherungsrechtliche Problematik – sie sei gelöst worden, indem das Gesundheitsamt zur akademischen Lehreinrichtung der Universität akkreditiert, das klinische Wahlfach der Studentische Poliklinik entwickelt und im Studium implementiert wurde.

Zum anderen gestaltete sich die Suche nach Räumlichkeiten schwierig, aber dieses Problem wurde mit Hilfe des Gesundheitsamtes gelöst, das zunächst provisorisch mit Räumen aushalf. Aus dem Provisorium wurde eine Dauerlösung, die sich bewährt hat.

Von Beginn an als ärztliche Supervisorin dabei ist Dr. Petra Tiarks-Jungk. Sie leitete die Humanitäre Sprechstunde und gab den ersten Studentische Poliklinik-Studierenden die Gelegenheit, dort zu hospitieren. Ihre Skepsis in Bezug auf die Qualität der studentischen Medizinkenntnisse sei rasch verflogen, berichtet sie: Von deren Engagement und Versiertheit sei sie „hellauf begeistert“ gewesen. Deshalb habe sie die Studentische Poliklinik gern als ärztliche Supervisorin unterstützt und tue das auch heute noch – nach dem aktiven Berufsleben.

Die Studierenden treffen nicht unvorbereitet auf Patienten. Erst nach einem Semester und einem erfolgreich absolvierten Untersuchungskurs und Fallseminaren können sie praktisch in der Studentische Poliklinik arbeiten – begleitet von einem „Senior“ und unter ärztlicher Supervision.

Die Sprechstunden der Studentischen Poliklinik finden dienstags von 17 bis 19 Uhr und mittwochs von 18 bis 20 Uhr statt. Jeweils zwei Teams aus zwei Studierenden – ein Junior und ein Senior – untersuchen die Patienten, stellen die Anamnese, nehmen Blut ab oder machen einen Ultraschall.

Oft geht es um akute Leiden, aber auch chronische Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck kommen vor. Robert Sader zufolge haben sich nicht wenige Studentische Poliklinik -Engagierte für eine Tätigkeit in einer Hausarztpraxis entschieden. „Durch meine Mitarbeit in der Studentische Poliklinik ist mein Interesse an der Allgemeinmedizin gestärkt worden“, bestätigt Petra Sporerova vom aktuellen Studentische Poliklinik -Team. „Es macht viel Freude, den Patienten helfen zu können. Man erhält so viel Dankbarkeit zurück“, so die Medizinstudentin.

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Das Hilgenfeld – ein Zukunftsprojekt

Der geplante Ausbau des Hilgenfeldes

Ende 2016 berichtete die Frankfurter Neue Presse, dass der Frankfurter Berg 2.000 zusätzliche Bewohner bekommen würde. Dafür sollten 850 Wohnungen zusätzlich errichtet werden. Auch ein städtebaulicher Ideenwettbewerb war durchgeführt worden und das Ergebnis wurde von Herrn Junker, dem Chef der ABG Frankfurt-Holding vorgestellt.

Schon damals lautete der Auftrag „Vor allem Wohnungen bauen!“ Es fehlten 20.000 bis 30.000 Wohnungen. Das Neubaugebiet Hilgenfeld war ähnlich wie damals auf dem Riedberg das Bonifatiusviertel schon teilweise mit Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern bebaut. Sie waren auf dem Gelände eines ehemaligen Landwarenhandels errichtet worden.

Die Idee auf diesem Gebiet zu Bauen ist inzwischen fast 50 Jahre alt. Der damalige Baudezernent Martin Wentz (der auch den Riedberg entwickeln ließ) brachte Fahrt in die Sache.

Frankfurter Landschaftsschutzgebiete

Dunkelgrün: Landschaftsschutzgebiet II

Um das Hilgenfeld herum waren fruchtbare Felder. Diese grenzen an Schutzgebiete der Zone II. Man hätte an dieser Stelle die Schutzgebiete erweitern können. Hat man aber nicht. Wohnungsbau war wichtiger und die Flächen im Flächennutzungsplan bereits für Wohnen vorgesehen. Was noch fehlte, war ein Bebauungsplan und eine Bodenordnung, in der Flächen ausgewiesen werden, die für Straßenbau und öffentliches Grün vorgesehen sind.

Als Baubeginn hatte man das Jahr 2019 angepeilt. In der Zwischenzeit hatte die ABG in diesem Gebiet Grundstücke angekauft. 2016 waren bereits 85 % der Fläche im Besitz der ABG. Ein guter Teil der Fläche wurde von Stiftungen gepachtet, die das Land vorher an Landwirte verpachtet hatten.

Endlich, seit Ende Mai wird im Atrium des Planungsdezernates die Ausstellung zum Hilgenfeld, Frankfurts erstem Klimaschutzquartier, eröffnet. Um darüber hinwegzutrösten, dass man hier wieder einmal landwirtschaftliche Fläche und potenzielle naturnahe Grünfläche vernichtet hat, betont man jetzt, wie innovativ das neue Quartier sein wird.

„Es zeichnet sich durch seine nachhaltige und dezentrale Energiegewinnung und Energieversorgung, Konzepten zur Regenwasserbewirtschaftung sowie durch eine klimaresiliente Hochbau- und Freiraumgestaltung aus“, so die Ankündigung. Inzwischen ist die Planung bei 900 Wohnungen. Auf etwa 16 Hektar.

Regenwassernutzung, Solaranlagen, Geothermie, Dach- und Fassadengrün machen das Quartier in Passivhausbauweise zum „Klimaquartier“. Als Lärmschutz wegen der benachbarten Gleise der Main-Weser-Bahn, die zwischenzeitlich auf 4 Spuren ausgebaut worden ist, werden Wälle das Gebiet abgrenzen. Seit 2023 gibt es einen gültigen Bebauungsplan.

Hilgenfeld im Juni 2024

An den ersten Quartiersstraßen wird gebaut.

Aufgrund der stark gestiegenen Preise für Baumaterialien und Arbeitskräfte würden nach derzeitigen Kalkulationen Quadratmeterpreise von 20 Euro und mehr zustande kommen. Daher verschiebt die ABG den Bau erneut und zahlt weiterhin Pacht für nicht genutzte ehemalige Felder. Neueste Planungen rechnen damit, dass der Hochbau Mitte 2025 losgeht, zwei Jahre später sollen die Häuser fertig sein.

Einige Gemeinschaftswohnprojekte, die etwa 15 % des Areals bebauen wollten, haben nun Probleme, da ihnen die Interessenten auf Grund der langen Verzögerung abgesprungen sind.


Die Ausstellung der Hilgenfeld-Pläne im Planungsdezernat, Kurt-Schumacher-Straße 10, ist bis 14. Juni montags bis freitags von 08:30 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Verwandter Link

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Wie Wellen im Sand: Die junge Hirnrinde bildet spontane Muster

Sand und Hirn

Internationales Forscherteam belegt Fähigkeit zur Selbstorganisation in der Gehirnentwicklung.

Die Hirnrinde (Kortex) erlaubt uns Menschen zu denken, unsere Umgebung wahrzunehmen und zielgerichtet zu handeln. Bestimmte Muster der Hirnaktivität ermöglichen dies. Sie entstehen früh in der Hirnentwicklung durch dynamische Prozesse der Selbstorganisation.

Das zeigen Forschende der University of Minnesota (UoM) und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) in einer in Nature Communications veröffentlichten Studie.

Sie fanden heraus, dass die Netzwerke der jungen Hirnrinde unstrukturierten Input in hochorganisierte Aktivitätsmuster umwandeln. Die Organisation dieser Muster ist demnach nicht von außen (etwa durch Sinneseindrücke) bestimmt, sondern entsteht durch Interaktion zwischen den Nervenzellen und folgt dynamischen Gesetzen. In der Hirnentwicklung bilden sich regelmäßige Muster, wie man sie von Sand oder Fischen kennt.

Das internationale Forscherteam bestätigt mit seinen Erkenntnissen eine jahrzehntealte theoretische Hypothese der Gehirnentwicklung. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich Hirnaktivität in der frühen Hirnrinde selbst organisiert“, erklärt FIAS-Senior-Fellow Matthias Kaschube. Benachbarte Nervenzellen aktivieren sich gegenseitig, während weiter entfernte Gruppen von ihnen unterdrückt werden. Dies führt spontan zur Bildung regelmäßiger Muster der Hirnaktivität, und solche Muster verwendet das Gehirn später in der Entwicklung, um Sinneseindrücke zu verarbeiten.

„Diese Umwandlung von unstrukturiertem Input in hochorganisierte Aktivitätsmuster findet anscheinend vollständig im Kortex selbst statt“, ergänzt Gordon Smith (UoM Medical School). Die Hirnrinde kann offensichtlich ihre eigene Funktion während der Entwicklung organisieren.

In einem selbstorganisierenden System erzeugen bereits einfache Wechselwirkungen eine komplexe Organisation. Beispiele sind Muster wie Wellen auf Sanddünen, Punkte auf manchen Fischen, Spiralnebel der Milchstraße oder Vogel-Schwärme.

Durch die enge Verknüpfung von Theorie und Experiment konnte das Forscherteam zeigen, dass ähnliche mathematische Regeln, wie sie für die Muster in einer Vielzahl von lebenden und nicht lebenden Systemen gelten, auch die Entwicklung des Gehirns steuern.

Das Forschungsteam nutzte an der UoM entwickelte optische Instrumente, die direkt sichtbar machen, wie die groß angelegte Struktur der sich entwickelnden Hirnaktivität aus den Netzwerken selbst entsteht. Kaschube analysierte diese Daten am FIAS und verglich sie mit den Vorhersagen mathematischer Modelle der Selbstorganisation von Hirnaktivität.

Derzeit untersuchen die Forschenden, wie sich Veränderungen in diesen selbstorganisierten neuronalen Aktivitätsmustern zu Beginn der Entwicklung auf die spätere Sinneswahrnehmung auswirken.


Publikation: Haleigh N. Mulholland, Matthias Kaschube* und Gordon B. Smith* (*zu gleichen Teilen), Self-organization of modular activity in immature cortical networks. Nat Commun 15, 4145 (2024). https://doi.org/10.1038/s41467-024- 48341-x

Das FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Hier entwickeln international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Theorien zu komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen in den Bereichen theoretische Naturwissenschaften, Computerwissenschaften und KI-Systeme sowie Lebens- und Neurowissenschaften. Über die Grenzen der Disziplinen hinweg erforschen sie mit Hilfe mathematischer Algorithmen und Simulationen die komplexen selbstorganisierenden Systeme der Natur. Das FIAS ist eine gemeinnützige Stiftung zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. https://fias.institute/

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Neue Schülerlabore zu Biodiversität und Klimawandel an der Goethe-Universität

Screenshot der interaktiven 360 Grad-Tour durch den Schulgarten

Die Goethe-Universität bietet zwei neue Schülerlabore zu den Themen Gewässerökologie und Klimawandel in der Stadt an. Die jeweils eintägigen Lehrveranstaltungen können von Schulklassen nach Terminabsprache gebucht werden und richten sich an Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10.

Außerdem können Schulklassen am Citizen-Science-Projekt „BeeNesting“ teilnehmen, um ihre Schulgärten bienenfreundlich zu gestalten und die Artenvielfalt zu beobachten. Die Schülerlabore und das Bienenprojekt sind unter dem Dach „BiodivLab-Frankfurt“ zusammengefasst.

Wie jeder einen Beitrag dazu leisten kann, die Artenvielfalt zu erhöhen und dem Klimawandel entgegenzuwirken, vermittelt der Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie von Prof. Paul Dierkes an der Goethe-Universität. Denn neben der Verhaltensforschung, Mikrobiomanalyse, Bioakustik und Umweltpsychologie werden unter Dierkes’ Leitung unter anderem angehende Lehrkräfte ausgebildet.

Der Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie setzt zwei neue, jeweils eintägige Schülerlabore zu Nachhaltigkeitsthemen an, in denen die Schüler Einblicke in die wissenschaftlichen Aspekte des Arten- und Umweltschutzes gewinnen und anwendbares ökologisch-nachhaltiges Handeln erlernen können. Die Teilnahme ist für die Schulklassen kostenfrei, die Termine können individuell vereinbart werden.

Das Schülerlabor „Gewässerökologie“ ist bereits gestartet und hat die ersten Schulklassen der Jahrgangsstufen 7 bis 10 begrüßen können. Die Schüler lernen hier heimische Gewässertypen kennen, messen Wasserwerte und bestimmen verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

Das Schülerlabor „Klimawandel in der Stadt“ beginnt ab Oktober und richtet sich an Schulklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7. Die Schüler untersuchen dabei die Auswirkungen des Klimawandels auf das Stadtklima und diskutieren praxisnahe Lösungen zur Anpassung.

Das „BeeNestingProject“ ist ein sogenanntes Citizen Science Projekt, ein Projekt also, bei dem Bürger und Wissenschaftler zusammenarbeiten: Hier können Schüler die vielerorts vorhandenen Schulgärten durch Nisthilfen und Blühpflanzen so gestalten, dass ein für Wildbienen gut geeigneter Lebensraum geschaffen wird. Um den Erfolg dieses Projekts zu messen, könnten die Schüler die Wildbienenarten bestimmen und dies online an das Forschungsprojekt vom Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie melden.

Alle Projekte werden von der BNP Paribas Stiftung Deutschland gefördert. Die Stiftung unterstützt soziale Initiativen, die durch Bildung und Kultur die Chancen von Kindern und jungen Menschen verbessern.

Auf der Website https://biodivlab-frankfurt.de kann zudem virtuell in einer von »studiumdigitale« mitgestaltete 360-Grad-Tour der Schulgarten des Arbeitskreises Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie und der Waldbienenlehrpfad besucht werden. Außerdem veranschaulicht die Website mit dem ClimateChangeViewer die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Für Schüler und Lehrkräfte hält die Goethe-Universität ein großes Angebot verschiedener Aktivitäten vor: https://www.uni-frankfurt.de/94680812/Die_Uni_kennenlernen

Anmeldung für Schülerlabore: didaktik@bio.uni-frankfurt.de


Kontakt:
Projekt BiodivLab Frankfurt
Prof. Dr. Paul Dierkes
Didaktik der Biowissenschaften und Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie
Goethe-Universität Frankfurt

Tel. 069-798-42273
eMail: dierkes@bio.uni-frankfurt.de
Web: https://www.bio.uni-frankfurt.de/43969445/Abt__Dierkes

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Ausstellung „Queer Refugees 2022“ in der VHS-Nord

Zur Zeit findet im VHS-Zentrum Nord (Nordwest-Zentrum, Tituscorso 7) eine Foto-Ausstellung mit dem Titel „Queer Refugees 2022“ statt.  Gezeigt werden Lebensgeschichten geflüchteter LSBTIQ-Personen, die in ihren Herkunftsländern Verfolgung und Gewalt seitens des Staates, der Familie oder der Gesellschaft erfahren haben. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 21.Juni, dienstags bis freitags von 08:00 bis 18:00 Uhr, samstags von 09:00 bis 14:00 Uhr.
Im ersten Stock der VHS-Filiale sind die Schautafeln mit (englischsprachigen)  Texten und Bildern montiert,  der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Projektes „Pride Month“ statt.
Nach der Premiere im letzten Jahr wird in diesem Jahr zum zweiten Mal ein „Pride Month“ in Frankfurt vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) organisiert. „Ziel des vierwöchigen Programms ist, intersektionales queeres Leben und die Belange von LSBTIQ*-Personen sichtbarer zu machen“, heißt es in der Ankündigung des Amtes. Das AmkA stellte insgesamt 25.000 € zur Verfügung. Aufgerufen waren Vereine und Initiativen, sich an dem Projekt zu beteiligen und Fördermittel für deren Aktionen zu beantragen.

Beim ersten „Pride Month“ 2023 lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Schutz und Sicherheit vor Hass und Gewalt“; die Veranstaltungen fanden im Wesentlichen im Regenbogenviertel (im Bereich der Großen Friedberger Straße) statt. „In diesem Jahr wagen wir uns aus dem Regenbogenviertel in die Stadtteile hinaus, um dort das vielfältige queere Leben zu feiern und die Belange von LSBTIQ*-Personen sichtbarer zu machen“, erläuterte die Frankfurter Bürgermeistern Eskandari-Grünberg zur Einführung. „Queere Menschen sollen sich nicht nur im Regenbogenviertel, sondern vor allem in den Stadtteilen, in denen sie wohnen und leben, wohl und sicher fühlen. Sie sollen Ihre Wünsche und Bedürfnisse angstfrei äußern und auf Solidarität und Unterstützung der Stadtgesellschaft setzen können.“.

Einen Überblick der einzelnen Veranstaltungen zum „Pride Month“ kann man sich hier verschaffen.

Im Frankfurter Norden findet die Foto-Ausstellung im Nordwest-Zentrum in Kooperation der Koordinierungsstelle für LSBTIQ* (https://amka.de/lsbtiq) im Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) und dem VHS-Zentrum Nord (https://www.nwz-frankfurt.de/shop/volkshochschule/) statt.

Die gezeigten Schautafeln basieren auf einer Ausstellung, die durch das „Rainbow Cities Network“ (RCN) zusammengestellt wurde. RCN hat sich aus einem Netzwerk von 42 Städten in Nord- und Südamerika, Asien und Europa und Asien gebildet und versteht sich als Plattform, auf lokaler Ebene für die Gleichheit queerer Menschen zu kämpfen, von den Partnerstädten zu lernen und gemeinsame Strategien gegen die Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, Transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTIQ) zu entwickeln. Ziel ist, die gleichberechtigte Teilhabe von LSBTIQ-Menschen am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Die einzelne Flüchtlinge werden eher in Kurzinformationen denn in wirklichen „Lebensgeschichten“ dargestellt:

– Ibrahim, schwuler Aktivist aus dem Libanon
– Licka Lolly, Drag Queen und Sprecherin der LSBTIQ -Community in Rotterdam
– Bulenei, stolz darauf, schwarz, schwul und Afrikaner zu sein
– Mayumi, geboren auf den Philippinen und Transgender
– Erykah, queer-feministische Aktivistin aus Ruanda
– Rzouga, queerer Aktivistin und Künstlerin aus Tunesien
– Rey und Anton, der/die eine Journalist/in und Menschenrechtsaktivist/in aus den Philippinen, der/die andere ein Transgender-Künstler/in aus Russland, leben in der Schweiz.

Ibrahim; Foto: © Rainbow Cities Network

Licka; Foto: © Rainbow Cities Network

Die übrigen Schautafeln widmen sich – ebenfalls in Kürze – verschiedener LSBTIQ-Gruppen und Initiativen in Frankfurt, Hannover, Mannheim, Paris, Zürich, Taiwan und Genf.

Frankfurts „Rainbow Refugees Support“; Foto: © Rainbow Cities Network

Man kann sich jedoch fragen, warum diese Ausstellung derart versteckt wurde:
– einerseits hinter der englischen Sprache der Begleittexte; natürlich beherrschen immer mehr Menschen diese Sprache, der Zugang des Publikums wäre aber leichter bei einer deutschen Übersetzung
– andererseits im ersten Stock einer VHS-Filiale in der Nordweststadt; die Fotos hängen an zwei Seitenwänden des Empfangssaales, hinter ein paar Arbeitstischen. Echte Barrieren sind das zwar nicht, aber während unserer Besichtigung hat kein einziger Besucher der VHS die Foto-Ausstellung überhaupt zur Kenntnis genommen.

Eine deutlich prominentere Präsentation queerer Flüchtlinge und deren Lebensgeschichten hätte man sich wirklich wünschen können.

Die Ausstellung; Foto: D.Walz

Ein gutes Beispiel, wie man sich des Themas hätte annehmen können, lieferte das Journal Frankfurt: im Oktober 2023 wurden in einer Artikelserie die Biographien einzelner queerer Menschen dargestellt. Dort wird von Kojin aus dem Irak, Wassim aus Marokko, Atish aus dem Iran und Olga aus der Ukraine berichtet. Die Artikel empfehlen sich zum Nachlesen, denn hier wird detailliert und mit Empathie das Schicksal von Menschen beschrieben, die wegen ihrer anderen sexuellen Ausrichtung vor den Anfeindungen in ihrer heimatlichen Umgebung geflüchtet sind.

weitere Links:
https://frankfurt.de/de-de/aktuelle-meldung/meldungen/queeres-leben-in-der-ganzen-stadt/
https://www.vielfalt-bewegt-frankfurt.de/de/pride-month
https://www.rainbowcities.com/cities/frankfurt/

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Nominierung für den hessischen Denkmalschutzpreis

Alt Niederursel 44

Für den hessischen Denkmalschutzpreis stehen derzeit auch zwei Immobilien aus Frankfurt in der Endauswahl. Ein Objekt ist das »Haus zum Goldenen Rad« auf dem Römerberg. Das andere Objekt ist ein altes Fachwerkhaus in Niederursel.

Der hessische Denkmalschutzpreis wird vom Landesamt für Denkmalpflege und von »Lotto Hessen« jährlich vergeben. Er ist mit 25.000 Euro dotiert. Dieses Jahr sind für den Preis insgesamt 17 Bewerbungen eingegangen. Daraus hat die Jury 9 ausgewählt und bestimmt im Mai die Gewinner.

Ausgezeichnet werden können denkmalpflegerische Maßnahmen von privaten Eigentümern, bürgerschaftlichen Initiativen oder Körperschaften aus allen Bereichen der Denkmalpflege, ebenso der archäologischen, der Bau- und Kunst- oder der Gartendenkmalpflege, die im Rahmen der gegebenen Voraussetzungen (etwa die räumliche Lage oder die historische Bausubstanz) durch individuelle Lösungen, handwerklich-technische Qualität und besonderes Engagement eine Vorbildwirkung erzielen und zum Nachahmen anregen. Die Fertigstellung darf nicht länger als 3 Jahre zurückliegen. Die Gewinner erhalten eine Urkunde. Geldpreise werden in der Regel nur an private Eigentümer oder bürgerschaftliche Initiativen vergeben.

Der zweite Favorit ist das Fachwerkhaus in der Straße „Alt-Niederursel 44“. In dem Fachwerkhaus gibt es einen schönen, großen, offener Wohnbereich, der durch freigelegte Balken von der Küche getrennt ist. Im Obergeschoss gibt es drei Kinderzimmer, einen großen Flur und ein Bad. Im Dachgeschoss befindet sich das Schlafzimmer der Eltern.

Als die Familie das Haus erwarb, konnte der Verkäufer keine genauen Angaben über das Alter der Immobilie machen. Zu oft war es renoviert worden. Entsprechende Dokumente lagen nicht vor. Mithilfe einer Untersuchung der Holzbalken konnte der Kern des Gebäudes auf das Jahr 1615 und das Alter des Neubaus auf 1716 datiert werden.

Die aktuellste Renovierung erstreckte sich über ein Jahr hinweg bis zur Fertigstellung. Neben der Reparatur der Fachwerkstrukturen wurde das Fundament aus Naturstein freigelegt und das Dach mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Die Fenster im Obergeschoss wurden in den historischen Originalzustand versetzt. Auch bleiverglaste Fenster kamen dabei wieder zum Einsatz.

Mit viel Liebe zum Detail wurde die Sanierung fotografisch dokumentiert. So können Interessierte in Ruhe den letzten Zustand vor der Sanierung mit dem Sanierungsergebnis vergleichen.

Ein kribbelndes Gefühl, sich vorzustellen in einem Haus zu leben, das schon Generationen von Menschen eine Heimat geboten hat. Menschen, die ihre Geschichte geschrieben haben, bevor sie sich von dieser Welt verabschiedet haben.

Wer zu den Preisträgern gehört, wird erst bei der Preisverleihung am 28.08.2024 in der Rotunde des Biebricher Schlosses bekannt gegeben.


Über den Preis
Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen und der Lotto Hessen GmbH ins Leben gerufen. In diesem Jahr wird er zum 39. Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Das Geld stiftet die LOTTO Hessen GmbH. Das Preisgeld für die Kategorie „Ehrenamtspreis“ in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Das Landesamt für Denkmalpflege feiert dieses Jahr auch sein 50-jähriges Jubiläum.

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Klimawanderung in Frankfurts Nordwesten

Kaltluftentstehungsfläche Lerchenfeld

Der BUND Frankfurt hatte eingeladen, im Rahmen einer Wanderung vom Wasserwerk in Praunheim entlang des nördlichen Abschnitts der Bundesautobahn A5 bis zur U-Bahnhaltestelle in Niederursel sich den aktuellen Zustand anzusehen und über Konsequenzen einer Überbauung dieser Landschaft durch Straßen und Häuser nachzudenken.

Bisher sind auf dem Gebiet überwiegend landwirtschaftliche Flächen, der Steinbach, die Bundesautobahn sowie einige kleine natürliche Oasen vorhanden. Mit Oasen sind relativ naturbelassene Gebiete gemeint, die derzeit noch Pflanzen und Tieren aller Art als Rückzugsort zur Verfügung stehen. Was im Rahmen einer Landkarte oder einer Luftbildaufnahme nicht zu erkennen ist, ist das natürliche Gefälle der Landschaft vom Taunuskamm ausgehend, bis zum Main hinunter.

Kaltluftentstehungsfläche Lerchenfeld

Kaltluftentstehungsfläche Lerchenfeld

Vom Südrand von Steinbach bis zum Main sind es etwa 50 Höhenmeter. Darüber hinaus gibt es auf diesem landwirtschaftlichen Gebiet kleine Erhöhungen sowie Senken, die von den Taunusbächen wie dem Steinbach oder dem Urselbach in die Landschaft geschnitten wurden.

Derzeit können Niederschläge von den Feldern und Fluren aufgenommen, gespeichert und entweder über den Bewuchs oder über die Oberflächenverdunstung des Bodens wieder an die Luft abgegeben werden. Da dieser Verdunstungsprozess Energie benötigt, wird der Umgebung entsprechend Wärmeenergie entzogen, sodass sich die bodennahen Luftschichten stetig abkühlen. Auf diese Weise entsteht besonders in tropischen Nächten im Sommer dringend benötigte Kaltluft, die dem natürlichen Bodengefälle folgend in die nordwestlichen Vororte „fließt“. So sorgen diese „lokalen Winde“ besonders in Niederursel, Nordweststadt, Heddernheim und Praunheim für Abkühlung.

Inzwischen gibt es jedoch eine ganze Reihe von Bauprojekten, die zu einer kompletten Umgestaltung des Frankfurter Nordwestens führen könnten. Hier die derzeit bekannten und wichtigsten Vorhaben:

  1. Bau der Josefstadt
  2. Verbreiterung der Bundesautobahn A5 um mindestens zwei weitere Spuren
  3. Errichtung von Lärmschutzwällen und/oder Einhausungen der Autobahn
  4. Ausbau der Regionaltangente West

Oase Steinbachtalaue

Oase Steinbachtalaue

Wie wird dann das zukünftige Oberflächenbild im Frankfurter Norden aussehen?

Die bisherigen ertragreichen Ackerflächen werden überbaut mit Straßen, Häusern, Infrastruktureinrichtungen und Bahntrassen. Statt gelegentlichem landwirtschaftlichen Verkehr sowie Nutzung der Feldwege durch Fahrradfahrer, Sportler und Fußgänger werden auf den dann neu gebauten Verkehrswegen Lastkraftwagen, Kraftfahrzeuge aller Art, Motorräder und öffentlicher Personennahverkehr sowie U-Bahnen über die Straßen und Schienen rollen.

Ein guter Teil der bisherigen Oberfläche, die zur Kaltluftentstehung zur Verfügung stand, wird dann versiegelt sein und das Niederschlagswasser im besten Fall in Zisternen gesammelt, oder aber in der städtischen Entwässerung landen. Damit könnte es weder als Brauchwasser genutzt werden noch ins Grundwasser versickern.

Die neu errichteten Straßen und Bauwerke werden dagegen das Sonnenlicht als Wärme speichern und über Nacht wieder abgeben, sodass hier eine deutliche Erhöhung der Durchschnittstemperaturen stattfinden wird.

Auf den Strömungsflächen entstehen für die Kaltluft nicht überwindbare Barrieren, wie z. B. der Schallschutz bzw. die Einhausung der Bundesautobahn 5. Auch die zahlreichen Baukörper in der geplanten Josefstadt werden das Fließverhalten der Kaltluft erheblich ausbremsen.

Nach einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes wird das Thermometer in Frankfurt
bis 2050 kräftig steigen. Im Extremfall gibt es bis zu 72 Tage pro Jahr,
an denen die 25-Grad-Marke überschritten wird.
Einschätzung der Stadt FFM 2016

Auch der Laie kann sich jetzt gut vorstellen, was das für Konsequenzen für die nachgelagerten Stadtteile wie z. B. die Nordweststadt, Niederursel, Ginnheim, Dornbusch und so weiter haben wird. Gerade in den sommerlichen Tropen-Nächten mit Spitzentemperaturen (in tropischen Nächten geht nachts das Thermometer nicht unter 20 Grad) werden sich die Temperaturen in den nördlichen Stadtteilen und auch im Stadtzentrum entsprechend erhöhen.

Damit werden die negativen Effekte der bevorstehenden Klimaerwärmung in Frankfurt noch einmal deutlich verstärkt. Die Zahl der Hitzetoten wird voraussichtlich steigen. Das Leben in Frankfurt in den heißen Monaten wird für die Bevölkerung immer mehr zur Qual werden. Andererseits werden einige Tausend Menschen zusätzlich nach Frankfurt ziehen können, da hier die benötigten Wohnungen geschaffen werden. Für die Politik ist diese Situation eine richtige Zwickmühle.

Wer Interesse hat, im Rahmen einer Klimawanderung sich die betroffenen Gebiete einmal näher anzuschauen, kann sich beim BUND melden: ruediger.hansen@bund-frankfurt.de.


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