Schlagwort: Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Lichterglanz: Der Weihnachtsdeko-Tauschmarkt am Riedberg kehrt zurück!

Weihnachtsdeko-Tauschmarkt Flyer

Die Tage werden kürzer, das Fest der Feste rückt näher, und in vielen Haushalten stellt sich die gleiche Frage: Wohin mit der alten Weihnachtsdekoration, die seit Jahren ungenutzt im Schrank oder Keller verstaubt?

Gleichzeitig wächst der Wunsch, die eigenen vier Wände festlich zu schmücken, ohne dabei Unmengen an Geld auszugeben oder unnötige Ressourcen zu verbrauchen. Genau hier setzt eine wunderbare Aktion an, die bereits im vergangenen Jahr für große Begeisterung im Stadtteil gesorgt hat.

Die Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. lädt alle Bürger am Samstag, den 7. November 2026, von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr zum großen Weihnachtsdeko-Tauschmarkt ein. Ort des vorweihnachtlichen Geschehens ist das Familienzentrum Billabong in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b.

Das Prinzip ist denkbar einfach und schont Umwelt wie Geldbeutel gleichermaßen: Wer ungenutzten Baumschmuck, festliche Figuren oder funktionstüchtige Lichterketten besitzt, kann diese abgeben und ihnen die Chance auf ein neues, liebevolles Zuhause geben.

Wer hingegen auf der Suche nach frischem Glanz für das eigene Wohnzimmer ist, darf nach Herzenslust stöbern und Schönes mitnehmen. Das Beste daran: Ein Tausch ist keine Pflicht! Jeder Besucher ist herzlich willkommen, sich kostenlos Dekoration auszusuchen, auch ohne selbst etwas mitzubringen. Zudem steht eine spezielle Spendenbox bereit, in der alte Kerzenreste für ein sinnvolles Recycling gesammelt werden.

Für alle, die am Samstag keine Zeit haben, bietet die Initiative einen vorgezogenen Abgabetermin an. Spenden können bereits am Donnerstag, den 5. November 2026, zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr direkt im Familienzentrum Billabong abgegeben werden.

Die Aktion ist eingebettet in die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2026. Am Riedberg wird der Tauschmarkt in Kooperation mit dem beliebten Repair Café von Billabong veranstaltet.

Besucher können an diesem Tag nicht nur Dekorationen tauschen, sondern sich parallel auch an einem Infostand über das Thema „Foodsharing“ informieren.

Ein Besuch lohnt sich also in vielfacher Hinsicht! Kommen Sie vorbei, setzen Sie ein Zeichen für die Nachhaltigkeit und lassen Sie uns gemeinsam die Vorweihnachtszeit ein Stück grüner gestalten.

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Gemeinsam löffeln, was die Zukunft bringt: Braucht der Riedberg eine eigene Stadtteilküche?

Gemeinsames Schnippeln in der Küche

Am vergangenen Sonntag wehte ein verlockender Duft durch die Räume der evangelischen Riedberggemeinde. Bereits zum dritten Mal fand dort das erfolgreiche Format „Retter-Essen“ statt – ein starkes Zeichen gegen die unnötige Verschwendung von Mitteln und Lebensmitteln.

Aus Zutaten, die zuvor von ehrenamtlichen Helfern bei Supermärkten der Umgebung vor der Tonne bewahrt wurden, zauberte Bärbel Albert gemeinsam mit engagierten Mitstreitern eine schmackhafte Suppe. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Auberginen, Kürbis und Brokkoli verschmolzen zu einem gesunden Gericht, das sich rund 50 Gäste nach dem ökumenischen Erntedankgottesdienst schmecken ließen. Knackige Rohkost und ein frischer Obstsalat rundeten das Menü ab. Was übrig blieb, wurde nach dem Motto „Rettet mit!“ kostenfrei an die Anwesenden verteilt.

Unterstützung gab es von Frau Meral vom Verein Foodsharing e. V.. Sie erläuterte das Prinzip: Über digitale Netzwerke werden Interessierte informiert, wo und wann überschüssige Lebensmittel abgeholt werden können. Auch in Kalbach-Riedberg sind bereits mehrere Rettende aktiv. Einzig ein fester Verteilerschrank mit Kühlmöglichkeit fehlt im Stadtteil noch, da eine solche Station kontinuierliche Pflege erfordert.

Die Vision: Öffentliche Nahverpflegung für alle

Das Retter-Essen am Riedberg berührt eine Debatte, die in Frankfurt an Fahrt gewinnt. Die stadtweite Initiative „Stadtteilküche“ fordert eine verlässliche „Öffentliche Nahverpflegung für alle“ (#ÖNVP). Die Idee knüpft an historische Vorbilder an: Ernährung soll als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge begriffen werden – genauso selbstverständlich wie Bibliotheken, Schwimmbäder oder Parks.

Die Ziele sind vielschichtig:

  • Sorgearbeit aufwerten: Das Kochen und Versorgen soll aus dem Verborgenen geholt und als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe sichtbar gemacht werden.
  • Gerechter Zugang: Jeder Mensch muss unabhängig vom Geldbeutel regelmäßig eine warme, ausgewogene Mahlzeit erhalten.
  • Sozialer Zusammenhalt: Gemeinsames Essen bringt Menschen zusammen, wirkt Einsamkeit entgegen und baut Vorurteile im Quartier ab.

Vom Riederwald über den Mousonturm ins ganze Stadtgebiet

Seinen Anfang nahm das Vorhaben im Riederwald, wo nach engagiertem Einsatz von Anwohnern und Politik feste Räumlichkeiten für eine dauerhafte Stadtteilküche zugesagt wurden. Wie lebendig dieses Konzept funktioniert, zeigte sich jüngst während einer dreiwöchigen Zwischennutzung im Künstlerhaus Mousonturm im Nordend. In Kooperation mit dem Kunstkollektiv „andpartnersincrime“ entstand dort ein Reallabor: Von Mittwoch bis Sonntag standen Profiköche gemeinsam mit Freiwilligen am Herd.

Nach einer kurzen Hygieneeinweisung packten alle mit an – vom Waschen und Schnippeln über die Ausgabe bis zum Spülen. Zwischen 13 und 15 Uhr fanden sich täglich teils mehr als 200 Menschen ein. Es entstand ein lebendiger Ort des Austauschs, voller Wertschätzung und Gesprächsstoff.

Essen zum Mitnehmen

© B. Albert

Neue Impulse für Kalbach-Riedberg

Was wäre also, wenn jeder Frankfurter Stadtteil seine eigene öffentliche Küche hätte? Auf dem Riedberg gibt es bereits vielversprechende Ansätze: Initiativen wie das Billabong-Projekt „Gemeinsam am Tisch – Kochen und Essen gegen Einsamkeit im Alter“ oder das „Vegane Kochen“ der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. zeigen, wie groß der Wunsch nach lebendiger Gemeinschaft ist.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diesen Faden weiterzuspinnen, Wünsche zu äußern und eigene Ideen für eine zukunftsfähige Nachbarschaft einzubringen. Weitere Informationen gibt es unter https://frankfurter-stadtteilkueche.org.

Leckeres Buffet

© B. Albert

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Tauschen statt wegwerfen: Ein Schrank für die Riedberger Familien

Symbolbild Spiel-Tauschschrank

Das Kinderzimmer quillt über, aber das eine Spielzeug, das sich der Nachwuchs gerade wünscht, fehlt trotzdem. Wer mit Kindern am Riedberg lebt, kennt dieses Problem sicherlich. Genau hierbei soll bald ein Tauschschrank unterstützen. Das Angebot gestaltet sich ganz nach dem Vorbild eines Projekts, das in Griesheim schon seit fast zwei Jahren erfolgreich läuft.

Die Idee kommt von CDU, FPD und Volt aus dem Ortsbeirat 12. In einem gemeinsamen Antrag wurde die Stadt gebeten, das Griesheimer Modell auf Kalbach-Riedberg zu übertragen. Der Ortsbeirat hat dem Vorhaben Ende August einstimmig zugestimmt und schlägt gleich zwei Standorte verteilt über den Ortsbezirk vor. Ein Standort soll in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 64b, direkt neben dem Familienzentrum Billabong entstehen. Für den zweiten Schrank wäre das Kinder- und Jugendhaus Kalbach in der Straße »Am Brunnengarten« denkbar.

Dass der Tauschschrank am Riedberg ausgerechnet neben Billabong stehen soll, ist kein Zufall. „Die Zielgruppe geht hier tagtäglich ein und aus“, erklärt Anja Hohmann vom Billabong-Familienzentrum Riedberg e.V. Wer im Schrank ein Spielzeug finde, könne es bei jedem Wetter gleich im angeschlossenen Café ausprobieren. Und noch ein Argument spricht für die Lage: Der bestehende Bücherschrank auf dem Riedbergplatz wird immer wieder zum Ziel von Vandalismus. Am Familienzentrum, so die Hoffnung, sorgt der aufmerksame Blick der Mitarbeitenden dafür, dass der Schrank länger unbeschadet bleibt.

Wie das Ganze konkret aussehen wird, zeigt das Vorbild in Griesheim. Dort hat die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im November 2024 einen Tauschschrank aus einer ausgedienten Telefonzelle gebaut, samt Solarpanel für die Beleuchtung am Abend. Ob die Riedberger Tausch-Schränke genauso entstehen und was das gesamte Vorhaben kostet, hängt von der weiteren Prüfung durch die Stadtverwaltung ab.

Was in die Schränke hineindarf, ist bereits klar. Bücher, Gesellschaftsspiele und Spielzeug dürfen gerne getauscht werden, während Kleidung und Elektrogeräte bewusst nicht vorgesehen sind. Ohne fachliche Prüfung, könne niemand garantieren, dass ein gebrauchtes Gerät sicher sei, so Hohmann. Mit dem Tausch von Kleidung hat man am Riedberg bereits Erfahrung gesammelt. Viele brachten Kleidung vorbei, jedoch nahm kaum jemand etwas mit. Im Laufe der Zeit erinnerte der Schrank beim Familienzentrum daher eher an einen überquellenden Altkleidercontainer als an ein einladendes Tauschregal. Trotz dieser Erfahrungen will man am Riedberg nun einen neuen Versuch wagen.

Damit der neue Schrank langfristig funktioniert, braucht es aber vor allem eines: Menschen, die sich um ihn kümmern. Billabong hat bereits angeboten, eine Patenschaft für den Schrank zu übernehmen, sucht dafür aber noch ehrenamtliche Unterstützung aus der Nachbarschaft. Im Rahmen der Patenschaft mit dem Familienzentrum entfernen die Helfer unter anderem kaputtes Spielzeug oder Müll und melden der Stadt am Schrank entstandene Schäden. Wer Lust hat, sich für den Tauschschrank mit einzubringen, ist herzlich willkommen, sich bei Billabong zu melden.

Mehr Informationen zu den Kontaktdaten finden Sie hier: https://www.billabong-family.de/kontakt.

Wann genau der erste Spatenstich fällt, steht noch nicht fest. Der Bedarf für ein derartiges Angebot besteht am Riedberg allerdings schon seit längerer Zeit. Der Ortsbezirk wächst stetig, und mit ihm auch die Zahl junger Familien. Was bislang fehlt, sind niedrigschwellige Orte, an denen Nachbarschaft und Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich zusammenfinden. Genau diese Lücke könnte ein Tauschschrank füllen. Er schenkt gebrauchten Spielsachen ein zweites Leben und wird nebenbei zu einem kleinen Treffpunkt für die vielen jungen Familien am Riedberg.

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Weniger Müll, mehr Stadt: Frankfurts Weg zur Zero Waste City

Müll rund um den Eimer

Ein schneller Kaffee to-go am Morgen, der Wocheneinkauf samt Obst, Gemüse oder Milchprodukten und eine Online-Bestellung mit neuer Kleidung für den Frühling- und schon ist der Mülleimer wieder voll. Obwohl der Einsatz von Plastik in Bau, Verkehr, Verpackung oder Konsumgütern erst seit dem Zweiten Weltkrieg seinen weltweiten Durchbruch erlebte, ist der Werkstoff nicht einmal 100 Jahre später aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Jährlich werden demnach rund 280.000 Tonnen an Haushaltsabfällen produziert- nicht etwa deutschlandweit, sondern alleine in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit vielen anderen Städten will Frankfurt deshalb zur „Zero Waste City“ werden.

Was ist der Zero Waste Guide?

Entgegen der direkten Übersetzung soll der Müll aber nicht auf Null reduziert werden: Vielmehr bemüht man sich um eine möglichst geringe Ressourcenverschwendung. Bereits 2022 konzipierte die Stadt Frankfurt einen entsprechenden Maßnahmenplan zur Abfallvermeidung, der seitdem Schritt für Schritt umgesetzt wird. Durch Bürgerbeteiligung an Workshops und diversen Projekten soll zusätzlich ein bewussterer Umgang mit Ressourcen im Alltag entstehen. Gemeinsam mit Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und dem oekom Verein hat das Umweltamt der Stadt nun den „Zero Waste Guide“ als alltagstaugliche Hilfestellung entwickelt. Der rund 100-seitige Ratgeber ist seit Februar 2026 für alle Frankfurter Bürger kostenlos zugänglich und sowohl online als auch in gedruckter Form erhältlich. Die Broschüre soll mit praktikablen Tipps unter anderem zeigen, wie man an verschieden Stellen im Alltag einen Teil des eigenen Abfalls vermeiden kann. Dabei stößt man zunächst unweigerlich auf das Herzstück des Ratgebers: die 5 großen »R«.

Refuse: Ablehnen, was wir nicht brauchen

Der erste Schritt klingt simpel, ist aber überraschend wirkungsvoll: freundlich „Nein“ sagen. Gratisproben, Werbeflyer oder das fünfte Stoffbeutel-Give-away landen oft ungenutzt in der Schublade. Wer bewusst ablehnt, verhindert also Müll, bevor er entstehen kann. Ein „Bitte keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten oder das Mitbringen eines eigenen Kaffeebechers sind ebenso kleine Gesten mit großer Wirkung. Refuse bedeutet in dem Sinne nicht unhöflich zu sein, sondern sich klarzumachen, dass man nicht alles, was kostenlos ist, auch wirklich benötigt.

Reduce: Weniger besitzen und bewusster konsumieren

„Weniger ist mehr“- auch dieser Gedanke zieht sich durch den Guide. In vielen Haushalten sammeln sich unbenutzte Küchengeräte, doppelte Pflegeprodukte oder Kleidung, die nicht richtig passt. Reduce heißt, vor dem Kauf kurz innezuhalten und sich selber zu fragen: Brauche ich das wirklich? Kann ich es alternativ leihen oder gebraucht kaufen? Gerade bei Kleidung oder Elektronik spart bewusster Konsum eine Menge Ressourcen und CO₂. Wer zwei passende Kleidungsstücke vor Ort kauft, statt mehrere online zu bestellen und zurückzuschicken, spart ein Kilogramm CO₂ ein. Weniger Besitz schafft zudem Übersicht und oft auch ein Gefühl der Leichtigkeit.

Reuse: Wiederverwenden statt wegwerfen

Alte Dinge wiederzuverwenden, ist kreativ und gemeinschaftlich zugleich. Mehrwegflaschen, Brotdosen und Stofftaschen sind im Alltag schnell integriert. Auch Glasbehälter für Vorräte oder Essensreste ersetzen Plastikverpackungen dauerhaft. Besonders spannend wird Reuse, wenn Dinge repariert oder weitergegeben werden. Im Repaircafé Riedberg im Billabong Familienzentrum zeigen Ehrenamtliche immer am letzten Mittwoch des Monats, wie Toaster, Lampen oder Fahrräder wieder fit gemacht werden können. Hier wird nicht nur geschraubt, sondern Wissen geteilt. Reuse bedeutet also, zu nutzen, statt wegzuwerfen und dabei vielleicht sogar neue Fähigkeiten zu entdecken.

Recycle: Wertstoffe im Kreislauf halten

Auch wenn Vermeiden und Wiederverwenden Vorrang haben, bleibt Recycling ein wichtiger Baustein. Papier, Glas, Bioabfall oder Verpackungen gehören getrennt entsorgt, damit sie verwertet werden können. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden in der Gesamtbilanz besser ab als Einwegverpackungen, da sie mehrfach genutzt werden. Wer beim Einkauf auf Pfandsysteme achtet und Müll korrekt trennt, unterstützt funktionierende Kreisläufe. Recycling allein löst das Problem freilich nicht, aber es ist unumstritten ein unverzichtbarer Teil der Lösung.

Rot: Zurück zur Erde

„Rot“ steht für Kompostieren. Organische Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen sind kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff. In der Biotonne oder im eigenen Kompost verwandeln sie sich in nährstoffreiche Erde. Gerade in einem Stadtteil mit einigen Grünflächen und Gärten kann Kompost einen sichtbaren Beitrag leisten- egal, ob im Balkonkasten oder dem Gemeinschaftsgarten. Wer Bioabfälle richtig trennt, schließt den natürlichen Kreislauf und reduziert gleichzeitig Restmüll.

Der Zero Waste Guide zeigt: Nachhaltigkeit beginnt nicht mit radikalen Umbrüchen, sondern mit bewussten Entscheidungen im Alltag. Niemand muss von heute auf morgen plastikfrei leben, denn schon kleine Schritte summieren sich. Neben dem bewussten privaten Konsum sind allerdings gute Rahmenbedingungen, zugängliche Angebote und Orte der Begegnung genauso wichtig. Wenn Stadtverwaltung, lokale Initiativen, Bildungseinrichtungen und engagierte Bürger zusammenwirken, entsteht eine Kultur, in der Ressourcenschonung zu einem präsenteren Thema wird. Der Riedberg bietet mit Initiativen wie dem Repaircafé gute Voraussetzungen dafür. Zero Waste soll dabei kein perfektes Endziel, sondern vielmehr ein Prozess sein, der gemeinsam gestaltet wird. Je sichtbarer nachhaltige Alternativen im Stadtteil werden, desto leichter fällt es den Konsumenten, Teil dieser Entwicklung zu sein und Schritt für Schritt auf ein Frankfurt hinzuarbeiten, das Ressourcen klug nutzt und Verantwortung teilt.

Download Link Zero Waste Guide

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Nach dem Fest: Frankfurts Weihnachtsbäume im nachhaltigen Kreislauf

Enge Straße für die Tannenbaumentsorgung der FES

Wenn die Weihnachtszeit endet, stellt sich für viele Frankfurter die gleiche Frage: Wohin mit dem ausgedienten Baum? Was für die Bewohner das Ende der Feiertage markiert, ist für die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) der Beginn eines logistischen Kraftakts. Jährlich sammelt das Unternehmen rund 150 Tonnen Tannen und Fichten im Stadtgebiet ein. Das entspricht etwa 15.000 Bäumen, die innerhalb weniger Wochen einer nachhaltigen Verwertung zugeführt werden.

Die Sammeltouren der FES

Vom 7. bis zum 27. Januar ist die FES mit speziellen Weihnachtsbaum-Sonderfahrzeugen im Einsatz. Diese Fahrzeuge, die normalerweise für die Sperrmüllentsorgung genutzt werden, arbeiten sich Stadtteil für Stadtteil durch die Mainmetropole. Ein Team besteht in der Regel aus 4 Personen, wobei die Arbeit in den oft engen und zugeparkten Straßen Frankfurts – etwa in Bockenheim – echtes Fingerspitzengefühl erfordert.

Die gesammelten Bäume werden direkt im Fahrzeug von einer hydraulischen Presse zermalmt und zu einer kompakten Masse verdichtet. Fahrer wie Carsten Ponke schätzen dabei den angenehmen Tannenduft, der sich deutlich von der täglichen Arbeit mit Bioabfall abhebt.

Wichtige Regeln für die Entsorgung

Damit die Abholung reibungslos funktioniert, müssen die Bürger bestimmte Vorgaben beachten:

  • Abschmücken: Der Baum muss vollständig von Lametta, Kugeln und anderem Schmuck befreit sein.
  • Kürzen: Bäume dürfen eine Länge von 1 Meter nicht überschreiten. Größere Exemplare müssen zersägt werden, da sie sonst nicht in die Verladeluke passen oder stehen gelassen werden.
  • Bereitstellung: Die Bäume sollen gut sichtbar an der Grundstücksgrenze bereitgelegt werden.

Für den Stadtteil Kalbach-Riedberg ist die Sammlung beispielsweise für Mittwoch, den 21. Januar, angesetzt.

Alternative Entsorgungswege

Neben der Sonderabholung gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Biotonne oder Restmülltonne: Klein geschnittene Bäume können über die regulären Tonnen entsorgt werden.
  • Wertstoffhöfe: Die Abgabe ist an den FES-Wertstoffhöfen möglich.
  • Direktabgabe: Bäume können auch direkt bei der Rhein-Main Biokompost GmbH (RMB) im Osthafen abgegeben werden.

Vom Abfall zum wertvollen Rohstoff

Die Weihnachtsbäume sind kein nutzloser Abfall, sondern Teil eines ökologischen Kreislaufs. In der Kompostieranlage der RMB werden sie geschreddert und zu Humus sowie hochwertiger Erde verarbeitet. Zudem wird aus den Abfällen Biogas gewonnen, das in Strom und Wärme umgewandelt wird. Den fertigen Kompost können die Bürger später für den eigenen Garten erwerben.

Ein zweites Leben im Zoo

Ein besonderes Schicksal erfahren unverkaufte Bäume von Händlern. Diese landen oft im Frankfurter Zoo. Während Ziegen und Trampeltiere die Zweige fressen, dienen sie Löwen oder Menschenaffen aufgrund ihrer ätherischen Öle als Spielzeug und Beschäftigung. Wichtig ist hierbei: Nur unverkaufte Bäume werden verfüttert, um sicherzustellen, dass keine vergessenen Dekorationsreste die Tiere gefährden.

Giraffe mit Tannenbaum

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Extremhitze in Europa – Jedes Jahr zählt

Heiße Sonne über Frankfurt

Eine neue Studie des Exzellenzclusters CLICCS der Universität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zeigt alarmierende Ergebnisse zur zukünftigen Hitzeentwicklung in Europa. Selbst bei einem sofortigen Stopp aller Treibhausgasemissionen werden extreme Hitzerekorde in Europa über Jahrhunderte hinweg bestehen bleiben. Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit sofortiger Klimaschutzmaßnahmen.

Langfristige Auswirkungen von Emissionen

Die Studie, die im Fachmagazin »Environmental Research Letters« veröffentlicht wurde, verdeutlicht, dass jede Verzögerung beim Stopp von Emissionen langfristige Konsequenzen für das Klima hat. Simulationen zeigen, dass eine Verzögerung von nur 5 Jahren signifikante Auswirkungen auf die Häufigkeit und Intensität extremer Hitzetage haben kann. Insbesondere im Mittelmeerraum könnte sich die Häufigkeit von Hitzewellen dramatisch erhöhen, wenn das Netto-Null-Ziel erst 2060 erreicht wird. In Mittel-, Ost- und Nordeuropa steigen die Risiken um das Zwei- bis Fünffache.

Eduardo Alastrué de Asenjo, Doktorand am CLICCS, erklärt: „Es zählt jedes Jahr, in dem wir Emissionen nicht deutlich senken. Was heute entschieden wird, bestimmt, wie heiß es in Europa über viele Generationen hinweg sein wird.“

Missverständnisse über Netto-Null

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Aufklärung eines weit verbreiteten Missverständnisses: Auch wenn der Zustand der Netto-Null-Emissionen, wie ihn das Pariser Klimaabkommen vorsieht, erreicht wird, wird das Klima nicht sofort stabilisiert. Die langsame Erwärmung der Ozeane führt dazu, dass die Klimaveränderung weiterhin spürbar bleibt. Alastrué de Asenjo betont, dass die aktuellen Hitzerekorde in einem stabilisierten Klima der Zukunft zur durchschnittlichen maximalen Jahrestemperatur werden könnten.

Notwendigkeit von Anpassungsstrategien

Die Studie fordert die Entwicklung langfristiger Strategien zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen, insbesondere in den Bereichen Hitzeschutz in Städten, Landwirtschaft und Gesundheit. Es ist entscheidend, dass diese Strategien für viele Generationen ausgelegt sind, um den Herausforderungen extremer Temperaturen zu begegnen.

Handeln erforderlich

Die Ergebnisse der Studie sind ein dringender Aufruf zum Handeln. Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, müssen sofortige und umfassende Maßnahmen ergriffen werden. Die Forschungsergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für die regionale Klimaanpassung und verdeutlichen, dass jede Verzögerung beim Klimaschutz langfristige und schwerwiegende Konsequenzen hat.


Quellen

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Viele Ideen in der Stadtteilwerkstatt »Nachhaltigkeit«

Leckeres Essen von Kuli Alma beim Workshop

Über anderthalb Tage ging beim »Centre for Dialogue at Campus Riedberg« (https://cfd-frankfurt.de/) die „Stadtteilwerkstatt Nachhaltigkeit“. Etwa 15 bis 20 Gäste nahmen daran teil. Auch wenn man nicht immer durchgehend während der ganzen Zeit anwesend sein konnte, so ergaben sich hervorragende Gelegenheiten für gute Gespräche, und jeder konnte die eine oder andere Idee aus den Gesprächskreisen mitnehmen.

Im Vorfeld dieser Stadtteilwerkstatt haben die Organisatoren Menschen vom Riedberg befragt. Das war der Start ihrer „Green Journey“. Sie wollten herausfinden, was Menschen heute schon tun, um die Natur zu schützen, die Schöpfung zu bewahren und die Klimaerwärmung zu stoppen, denn es geschieht bereits mehr, als wir vielleicht denken – und das brachten sie in die Stadtteilwerkstatt ein. Gute Beispiele können uns Mut machen und inspirieren. Die Teilnehmer konnten von diesen Beispielen lernen. Und natürlich von den Berichten, die alle anderen mitbrachten.

Regeln für den Nachhaltigkeits-Workshop beim CfD

Workshop-Regeln

Aus vielen Stadtkreisen waren engagierte Bürger gekommen, um sich über die Weiterentwicklungsmöglichkeiten von nachhaltigen Themen auszutauschen. Nach einer kurzen Kennenlernrunde fanden sich die Teilnehmer zusammen und interviewten sich gegenseitig. So konnte man auf angenehme Weise miteinander „warm“ werden. Ziel der Interviews war, „das Beste zu entdecken, das es bereits bei uns gibt“.

Vegane Speisen von Kuli Alma und kalte und warme Getränke sorgten dafür, dass man nicht nur satt wurde, sondern sich auch beim Essen weiter kennenlernen konnte.

Am Folgetag ging man der Frage nach, wie man Nachhaltigkeit in ihren verschiedensten Facetten auf dem Riedberg oder in den jeweiligen Frankfurter Stadtteilen weiter voranbringen könnte. Themen wie Car Sharing Konzepte, Fahrradtraining für Kinder, Nutzung von öffentlichem Personennahverkehr, Auf- und Ausbau von Netzwerken und vieles andere mehr wurde thematisiert.

Die Themenblöcke wurden von den Teilnehmern vorgeschlagen und jeder konnte für sich entscheiden, bei welchem Themengebiet er mit dabei sein wollte. Die hohe Motivation sowie die interessanten Themen sorgen für angeregte Diskussionen, ohne dass Gesprächspartner dabei schlechte Gefühle (Habe ich denn schon genug für die Umwelt getan?) bekamen. Die positive Grundstimmung sowie entsprechende Gesprächsregeln sorgten für ein harmonisches Miteinander.

Zum Ausklang des Tages gab es noch ein informelles Beisammensein mit Jazz von der ukrainischen Klavierspielerin Natalya Karmazin und den Kontrabassisten Chris Rücker (http://www.karma-jazz-group.de). Dass zwischendrin der Himmel donnerte, weil ein Regengebiet mit Blitzschlägen den Riedberg überquerte, wurde als „himmlischer Beifall“ gewertet.

Den Organisatoren der beiden interessanten Tage, Herrn Dr. Dominiek Lootens und Herrn Jan Quirmbach sowie ihren zahlreichen Helfern ein herzliches Dankeschön. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung.

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Wie nachhaltig ist der Stadtteil Riedberg?

Riedberg Globus

Klima, Wasser, Begrünung, Versorgung – wie nachhaltig kann ein moderner Stadtteil sein? Studierende der Goethe-Universität untersuchen diese Themen aktuell am Riedberg und in einem Frankfurter Vergleichsstadtteil. Auch die Klimaschutz-Initiative Riedberg ist eingebunden.

Die Goethe-Universität Frankfurt setzt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und den Auswirkungen des Klimawandels intensiv auseinander. Im November 2020 wurde im Bachelor-Modul „Angewandte Physische Geografie“ unter der Leitung von Dr. Rainer Dambeck und Prof. Dr. Jürgen Wunderlich das Seminar „Stadtentwicklung Frankfurt am Main. Wege in die Nachhaltigkeit“ gestartet. In verschiedenen Arbeitsgruppen bearbeiten die Studierenden Projekte mit den Schwerpunkten Klima, Wasser und nachhaltige Versorgung – immer mit dem Fokus auf den Riedberg sowie einen Vergleichsstadtteil Frankfurts.

Die Klimaschutz-Initiative Riedberg (KIR) unterstützt die Studierenden mit ihrem Netzwerk und Wissen im Bereich Nachhaltigkeit: In zwei virtuellen Meetings mit der KIR wurden die anstehenden Projekte des Seminars vorgestellt und die Zielsetzungen wie auch die weitere Vorgehensweise mit der Klimaschutzinitiative besprochen. „Wir begleiten die Studierenden gerne weiter, teilen unsere Erfahrungen und vermitteln Kontakte zu Expertinnen und Experten aus der Region rund um den Riedberg“, heißt es bei der erst 2020 gegründeten Initiative.

Welche Begrünung lohnt sich in der Stadt?

In zwei Gruppen haben die Studenten im Themenbereich Klima an Standorten am Riedberg und im Westend/Bahnhofsviertel Projektstrategien und Untersuchungsansätze entwickelt, um die Effekte unterschiedlicher Begrünungsformen wie Alleen oder Parks, die Beschattung oder Beschaffenheit des Untergrundes auf das Mikroklima der Flächen zu ermitteln. Ziele sind unter anderem, Potentiale zur Temperaturabsenkung abzuleiten oder herauszufinden, wo und welche Art von Begrünung sich in der Stadt lohnen.

Im Themenbereich Wasser untersucht eine Gruppe die nachhaltige Nutzung und Speicherung von Niederschlagswasser in den Stadtteilen Riedberg und Kalbach. Um eine effizientere Niederschlagsnutzung zu erreichen, wenden die Studierenden unterschiedliche Methoden an – die Satellitenbildauswertung zur Existenz von Begrünung auf den Dächern und Umfragen zur Erhebung von Brauchwasseranlagen. So sollen Lücken in der Flächenabdeckung gezielt identifiziert werden.

Eine zweite Gruppe setzt sich parallel dazu mit dem Thema Starkregen- und Hochwasserschutz sowie der Regenwasserbewirtschaftung im Stadtteil Frankfurter Berg auseinander. Mittels einer Bestandsanalyse von privaten und staatlichen Hochwasserschutz- und Starkregenbewirtschaftungsanlagen wie Zisternen oder Regenrückhaltebecken, aber auch einer Funktionalitätsanalyse wird versucht, Maßnahmenkonzepte und Empfehlungen abzuleiten.

Fokus-Thema nachhaltige Versorgung

Eine weitere Gruppe setzt sich mit dem Thema nachhaltige Versorgung der Mensen des Campus Riedberg auseinander. Ziel ist es, zu untersuchen, ob es möglich ist, die Mensen ausschließlich mit regionalen Lebensmitteln aus Betrieben innerhalb eines Radius von unter 50 Kilometern zu versorgen. Ein Konzept, bei dem kürzere Transportwege anfallen und saisonale Lebensmittel genutzt werden, würde helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Umsetzung ist nicht ganz einfach, denn man legt Wert darauf, dass weiterhin preiswerte und gleichzeitig für Studierende erschwingliche Mahlzeiten angeboten werden. 

Eine sechste Gruppe hat sich vorgenommen, mit einem Unternehmen aus Frankfurt Ideen und Wege für das Einsparen von Papier zu erarbeiten. Inzwischen konnte Infraserv Logistik im Industriepark Höchst für das Projekt gewonnen werden. Mit der Einsparung von Papier wird nicht nur kostbares Wasser gespart, da für die Herstellung eines A4 Blattes sind rund zehn Liter Wasser nötig sind, sondern es können auch CO2-Emissionen reduziert werden. Die Studierenden wollen Optimierungsansätze ausarbeiten und diese mit dem Unternehmen diskutieren. Wichtig ist es ihnen, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und das Papiersparen im Unternehmen zu fördern.

Unterstützung durch die Klimaschutz-Initiative Riedberg

„Wir als KIR freuen uns, das Projektseminar durch unsere Erfahrungen und unser Netzwerk hier auf dem Riedberg unterstützen zu dürfen“, heißt es bei der KIR. „Wir möchten die Studierenden motivieren, sich für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in unserer Stadt einzusetzen und freuen uns schon auf gemeinsame Aktivitäten und Erkenntnisse in den nächsten Monaten.“

Die Klimaschutz-Initiative wird auf weiter über die Kooperation mit dem Institut für Physische Geographie und die Ergebnisse der Forschungsarbeiten berichten.

Weitere Informationen  unter klimaschutz-initiative-riedberg.de/uniseminarwidn/

Foto: Darko Krizic

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