Kategorie: AktuelleNEWS

Sommersonnenwende

Sternwarte des Physikalischen Vereins

Der Physikalische Verein informiert heute am 20.Juni:

Heute ist der Tag der Sommersonnenwende, auch Sommer Solstitium genannt. Das ist der Tag im Jahr an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand erreicht. Solstitien sind die beiden Punkte auf der Erdumlaufbahn, die auf der Solstitiallinie liegen, an denen die Erdachse maximal in Richtung Sonne geneigt ist. Die Sommersonnenwende markiert damit den Beginn des astronomischen Sommers. Der genaue Zeitpunkt des Solstitiums ist übrigens heute Abend um 22:50 Uhr.

Link:
https://www.physikalischer-verein.de/

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Neuer Geh- und Radweg zwischen Bonames und Kalbach

Hessen Mobil informiert:

Geänderte Verkehrsführungen ab 24. Juni

Hessen Mobil baut ab Montag, 24. Juni, einen neuen Geh- und Radweg zwischen Bonames und Kalbach. Der Bau erfolgt entlang der Kalbacher Hauptstraße (L 3019) von der Kreuzung zur Straße Am Martinszehnten bis zur U-Bahnstation Kalbach. In mehreren Bauabschnitten kommt es zu sich ändernden Verkehrsführung und einer zeitweisen Vollsperrung. Der neue Geh- und Radweg wird 900 Meter lang und wird im Bereich der früheren Auf- und Abfahrtsrampen der Autobahn 661 gebaut.
 
Erster Abschnitt – Fahrbahn-Einengung Kalbacher Hauptstraße

Ab Montag, 24. Juni, beginnen die Arbeiten mit der Anpassung von Gehwegen bei der A 661. Bis voraussichtlich Freitag, 2. August, wird die Fahrbahn in beide Richtungen eingeengt.
 
Zweiter Abschnitt – Kalbacher Hauptstraße wird Einbahnstraße

Ab voraussichtlich Montag, 12. August, wird auf der Kalbacher Hauptstraße zwischen der Brücke der A661 und Bonifatiusstraße gebaut. Die Kalbacher Hauptstraße wird in Richtung Kalbach zur Einbahnstraße bis voraussichtlich Freitag, 4. Oktober. Die Verbindung von Kalbach nach Bonames erfolgt über die Bonifatiusstraße, Talstraße und die Mühlackerstraße.
 
Dritter Abschnitt – Sperrung Rechtsabbieger Am Martinszehnten

Im dritten Abschnitt baut Hessen Mobil Stützwände an der Straße Am Martinszehnten. Ab voraussichtlich Montag, 5. August, wird dafür der Linksabbieger von der Kalbacher Hauptstraße zur Straße Am Martinszehnten gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Kalbacher Hauptstraße, Josef-Bautz-Straße und die Heinrich-Lanz-Allee.
 
Vierter Abschnitt – Vollsperrung Kalbacher Hauptstraße

Im vierten Abschnitt werden von voraussichtlich Montag, 7. August, bis voraussichtlich Freitag, 8. November, Verkehrsinseln auf der Kalbacher Landstraße gebaut. Hierfür wird die Straße voll gesperrt zwischen der Kreuzung zur Bonifatiusstraße und der U-Bahn-Station Kalbach voll gesperrt.
 
Von Bonames nach Kalbach wird über die Fleckenbühlstraße, Unterer Kalbacher Weg, Talstraße und die Bonifatiusstraße umgeleitet. Von Kalbach nach Bonames wird über die Bonifatiusstraße, Talstraße, Kalbacher Weg und die Mühlackerstraße umgeleitet.

Mehr zu Hessen Mobil und zum Verkehr auf Landesebene findet sich online unter mobil.hessen.de

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Bei uns kicken die Roboter!

Die „Bembelbots" beim Fußballturnier, zu sehen bei der Night of Science der Goethe-Universität.

Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)

Im Rahmen der Night of Science an der Goethe-Universität am Freitag, den 21. Juni treten Roboter gegeneinander an – eines von vielen Events von FIAS und der Goethe-Universität.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft sich am kommenden Freitag auf das letzte Vorrundenspiel vorbereitet, kicken am FIAS die Roboter. Während der Night of Science am Campus Riedberg können Interessierte die „Bembelbots“ beim Roboterfußballturnier anfeuern. Vom Dachgarten gibt es zudem den schönsten Blick über Frankfurt und eine Mitmach-Ausstellung zur FIAS-Forschung.

Die Bembelbots“, das Roboterfußballteam der Goethe-Universität, bereitet sich am FIAS auf die Weltmeisterschaft vor. Im Juli treten sie in Eindhoven beim »RoboCup« an, bei dem 50 Mannschaften mit selbst programmierten humanoiden Robotern um den Titel kämpfen. Während der Night of Science kann das Publikum das Vorbereitungstraining beobachten. In 10-minütigen Spielen beweisen die Roboter ihr Fußballtalent. „Software zu schreiben, die den Roboter Fußball spielen lässt, ist nicht einfach – schon grundlegende Bewegungen wie das Aufstehen sind kompliziert zu programmieren!“, erklären die Frankfurter Informatik-Studierenden. Die Roboter müssen dabei die FIFA-Regeln befolgen, die von menschlichen Schiedsrichtern kontrolliert und durchgesetzt werden.

Wer sich von den kickenden Robotern im FIAS-Erdgeschoss lösen kann, genießt im vierten Obergeschoss mit Dachgarten den schönsten Blick über Frankfurt. Dort können in einer Mitmach-Ausstellung junge wie erfahrene Interessierte jede Menge über die Forschung am FIAS erfahren und selbst ausprobieren. An dem interdisziplinären Institut forschen über 130 Menschen aus 23 Ländern an komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen. Mit „Künstlicher Intelligenz“ und „lernenden Systemen“ simulieren und berechnen sie unsere Welt – von kleinsten Proteinen in der Zelle bis hin zu den Sternen im Weltall. Ihre Simulationen und Theorien legen die Grundlage zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit.

Auch bei den Vorträgen sind FIAS-Forschende zu hören. Sie schildern ihre Faszination für die Wissenschaft: Luciano Rezzolla berichtet über „Die unwiderstehliche Anziehung der Schwerkraft“ (Hörsaal 2, 18:30 Uhr), Ivan Kisel erklärt „KI-Techniken für die Analyse von Schwerionen-Kollisionen“ (H4, 00:45 Uhr) und Sebastian Thallmair stellt „Lichtschalter in Medikamenten“ vor (Biologicum 2, 22:15 Uhr).

Die Night of Science mit einem vielseitigen Programm aus spannenden Vorträgen, Führungen und Mitmachaktionen findet seit 2006 an der Goethe-Universität statt. Ausführliche Informationen, das vollständige Programm und einen Lageplan gibt es auf der Website https://nightofscience.de/. Für die Verpflegung sorgen Grill-, Waffel- und Kuchenstände sowie Getränketheken und Foodtrucks.


Das FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies)
ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Hier entwickeln international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Theorien zu komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen in den Bereichen theoretische Naturwissenschaften, Computerwissenschaften und KI-Systeme sowie Lebens- und Neurowissenschaften. Über die Grenzen der Disziplinen hinweg erforschen sie mit Hilfe mathematischer Algorithmen und Simulationen die komplexen selbstorganisierenden Systeme der Natur. Das FIAS ist eine gemeinnützige Stiftung zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. https://fias.institute/

Kontakt
Patricia Vogel
Organisation Night of Science am FIAS Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Tel.: +49 69 798 47688
eMail: pvogel@fias.uni-frankfurt.de

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Atomphysiker Reinhard Dörner von der Goethe-Universität erhält ERC-Preis

Prof. Dr. Reinhard Dörner, Goethe-Universität.

Europäischer Forschungsrat fördert Forschungsprojekt zu Elektronenwellen

Für die Entwicklung einer neuen Forschungsapparatur, mit der sich Elektronenwellen vermessen lassen, erhält Professor Dr. Reinhard Dörner vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council) einen »ERC Advanced Grant« in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Zusammen mit seinem Team will Professor Dörner herausfinden, was auf quantenmechanischer Ebene bei der Freisetzung von Elektronen aus Atomen geschieht, der sogenannten Photoionisation.

Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff gratulierte dem Preisträger: „Professor Dörner ist ein ausgezeichneter Wissenschaftler, der seit vielen Jahren die Entwicklung der Atomphysik im internationalen Raum mitprägt.

Schon als Doktorand war er Ende der 1980er-Jahre an der Entwicklung des COLTRIMS-Reaktionsmikroskops in Frankfurt beteiligt, das heute in einzigartigen Experimenten genutzt wird, um quantenphysikalische Effekte in Molekülen und Atomen mit bisher unerreichter Genauigkeit zu vermessen.

Mit seiner grundlagenorientierten Forschung trägt er entscheidend zum Verständnis der quantenphysikalischen Naturgesetze bei, die genauso für viel größere Systeme relevant sind, zum Beispiel für Quantencomputer oder Quantenmaterialien.

Er ist auch weit über die Forschung der Wissenschaft verpflichtet. So lebt er unter anderem als Studiendekan des Fachbereichs das Selbstverständnis, dass exzellente Forschung und innovative Lehre zwei Seiten einer Medaille sind. Dass sich Professor Dörner im äußerst wettbewerbsintensiven Auswahlverfahren der »ERC Grants« durchsetzen konnte, ist hoch verdient.“

Professor Dörner wird in seinem ERC-Projekt „Timing-Free Phase: Phase, Zeit und Korrelationen in freien Elektronenwellenpaketen“ Elektronen untersuchen, die über den photoelektrischen Effekt durch intensives Licht aus Atomen herausgeschlagen werden.

Elektronen verhalten sich nicht nur wie Teilchen, sondern gleichzeitig auch wie Wellen. Während die Höhe der Wellenberge solcher Elektronen, die sogenannte Amplitude, gut gemessen werden kann, ließ sich bisher die zeitliche Abfolge der Wellenberge oder der sogenannten Phase – wo befinden sich die Wellenberge zu einem Zeitpunkt – bislang nicht bestimmen.

Kürzlich ist es Professor Dörner und seinem Team erstmals gelungen, diese Phase von Elektronenwellen sichtbar zu machen. Teil des Versuchsaufbaus war das Frankfurter COLTRIMS-Reaktionsmikroskop.

Im ERC-Projekt will er nun auf Basis dieses Experiments ein Gerät bauen – ein sogenanntes Lichtfeld-Interferometer – mit dem in Kombination mit dem COLTRIMS-Reaktionsmikroskop die Elektronenwellen noch genauer untersuchen. Ziel ist es unter anderem zu beobachten, wie Elektronen sich in kürzester Zeit von Quantenteilchen in normale Teilchen verwandeln und der von Einstein so genannten „spukhaften“ Verschränkung zwischen verschiedenen Teilchen auf die Spur zu kommen.


Prof. Dr. Reinhard Dörner,
Jahrgang 1961, forscht und lehrt seit 2002 als Professor für experimentelle Atomphysik am Institut für Kernphysik der Goethe-Universität, dessen stellvertretender Direktor er ist.
An der Goethe-Universität engagiert er sich zudem als Studiendekan. Für seine Beiträge zur Entwicklung der COLTRIMS-Messmethode verlieh ihm die Deutsche Physikalische Gesellschaft 2015 den Robert-Wichard-Pohl-Preis, 2016 wurde er mit dem Helmholtz-Preis des Helmholtz-Fonds geehrt.
Dörner forscht in der Atom- und Molekülphysik und interessiert sich besonders für die Vielteilchendynamik. Zusammen mit seinem Team führt er Experimente in Frankfurt sowie an den hellsten Röntgenlichtquellen weltweit von Hamburg und Berlin bis Paris, Grenoble, Berkeley oder im schwedischen Lund durch.
Im Zentrum seiner Arbeiten steht die Atom- und Molekülphysik in starken Laserfeldern und Röntgenlicht mittels kinematisch vollständiger Experimente mit COLTRIMS-Reaktionsmikroskopen.

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC)
ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung grundlagenorientierter Forschung. Er besteht seit 2007 unter mehreren EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation. An seiner Spitze steht der Scientific Council, ein Gremium internationaler Spitzenwissenschaftler, der für die strategische Ausrichtung des ERC verantwortlich ist.
Mit den ERC Advanced Grants fördert der ERC bahnbrechende Forschungsvorhaben von erfahrenen Wissenschaftlern. Für die Projekte erhalten sie bis zu 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren. https://erc.europa.eu/funding/advanced-grants

Hintergrund: Quanteneffekte bei Elektronenwellen sichtbar gemacht (2024)

https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/forscherinnen-der-goethe-universitaet-machen-quanten-effekte-bei-elektronenwellen-sichtbar/

Weitere Informationen
Prof. Dr. Reinhard Dörner
Institut für Kernphysik
Goethe-Universität Frankfurt

Tel: +49 (0)69 798-47003

eMail: doerner@atom.uni-frankfurt.de
Web: http://www.atom.uni-frankfurt.de/

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Kultur in der Aula: Dietrich Faber – das Multitalent

Dietrich Faber mit seiner Bühnenshow „Positiv!“

Dietrich Faber ist schon seit 30 Jahren im Geschäft. Zusammen mit einem Partner trat er als das Duo »FaberhaftGuth« auf und erntete erste Preise. Später folgten dann Bühnenveranstaltungen und Buchromane.

Insgesamt sind bereits 6 Bände im Rowohlt Verlag erschienen und wurden auf Anhieb Bestseller. Seine wichtigste Figur in seinen Romanen ist der Hauptkommissar Henning Bröhmann.

Seit letztem Jahr steht er nun mit einem neuen Programm auf verschiedenen Bühnen. Unter dem Programmtitel „Positiv!“ verkörpert er die unterschiedlichsten Personen, die die Bühne stürmen und voller Kraft und Energie das Publikum begeistern. Seine Figuren behandeln die unterschiedlichsten Themen unserer Gegenwart und versuchen auf diese Weise den allgegenwärtigen Dauernörglern und Berufs-Meckerern etwas entgegenzusetzen.

Dietrich Faber arbeitet mit Slapstick-Einlagen und tiefgründigen Momenten und schreckt auch vor dem täglichen Unsinn nicht zurück. In seinem umfangreichen Repertoire finden sich auch Rollen, die dem Publikum aus vergangenen Vorstellungen schon bekannt sind, wie der selbsternannte Superstar Manni-Kreutzer und der Ganz-Alleinunterhalter Orgel-Willi, der nicht aus der Ruhe zu bringen ist.

Auch in der aktuellen Faber-Show wird es also wieder drunter und drüber gehen, bevor es sich am Ende wieder gut zusammenfügt. Auch ein satirischer Blick auf die unterschiedlichen Formen von Männlichkeit gehört dazu.

So kommt das erzählerische und musikalische Talent Dietrich Fabers hervorragend zur Geltung, wenn er rasant Rollen und Stimmen wechselt. Dabei ist er nicht nur witzig, sondern er zeigt in seinen Bühnenszenen auch ein authentisches Bild des Zustands unserer Gesellschaft.


Dietrich Faber wurde 1969 in Gießen geboren und wuchs auch in dieser Region auf. Zwischen 1991 und 1996 studierte er verschiedene Fachrichtungen und erlernte dabei professionelles Sprechen, Singen und Schauspielern.

Seit 1996 arbeitet er als hauptberuflicher Kabarettist. Seit 2003 schreibt er für verschiedene Zeitschriften und ist als Autor, Sprecher und Parodist im Rundfunk zu hören. Er ist inzwischen Botschafter der Region Oberhessen und Mittelhessen sowie Gewinner des Wetterauer Kulturpreises.

Der Auftritt von Dietrich Faber findet im Rahmen von »Kultur in der Aula« am
Samstag, den 22. Juni um 19:30 Uhr in der Grundschule Riedberg (Zur Kalbacher Höhe 15) statt.

Der Eintritt kostet 14 € (ermäßigt 12 €)
Im Vorverkauf: 12 € (ermäßigt 10 €)
Info & Vorverkauf: info@josua-gemeinde.net

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Persönlichen Kontakt wollen wir uns nicht mehr leisten

Blick auf Bankentürme in der City

Seit November 2023 ist die Filiale der Raiffeisenbank in der Hauptstraße von Kalbach nicht mehr verfügbar. Die Filiale der Sparkasse wurde schon 2017 geschlossen. Weitere Bankfilialen gibt es in dem Ort, der 1972 zu Frankfurt kam nicht mehr.

Erst durch die Besiedlung des Riedbergs und den Ausbau des Martinszehnten in den letzten 20 Jahren wurden eine Zweigstelle der Sparkasse und eine Zweigstelle einer Bank der Volks- und Raiffeisenbank-Gruppe neu eröffnet. Immerhin hat der Ortsteil Kalbach-Riedberg inzwischen 23.000 Einwohner. Eine Stadt wie Neu-Anspach hat dagegen nur 15.000 Einwohner.

Trotz Intervention des Ortsbeirats wurde die kaufmännische Entscheidung nicht revidiert. Auch kein anderes Kreditinstitut hatte Interesse, in die Marktlücke einzuspringen. Geldautomatensprengungen, Voranschreiten der Digitalisierung, Kosten für Personal, Räume und Technik führten dazu, diesem Trend weiter zu folgen.

Klare Aussagen: „Die Kundenfrequenz an allen betroffenen Standorten habe zuletzt nur noch zwei Kunden pro Stunde betragen – auch in Kalbach, wo die Filiale bereits seit einigen Monaten nur noch an einem Tag pro Woche geöffnet war.“ und „Die Zahl der Bargeldabhebungen habe derweil bei unter zehn pro Tag gelegen.“

Zu den ersten Opfern der abnehmenden Kundennähe gehören all die Menschen, die im geschäftlichen Alltag Unterstützung benötigen:

Um nur einige betroffene Gruppen exemplarisch aufzuführen:

  • Senioren, die mit Smartphones nichts anfangen können oder dieser Technik nicht vertrauen
  • Menschen mit Gehbehinderung, die nur kurze Strecken zurücklegen können und das können auch junge Menschen sein, die einen Unfall gehabt haben.
  • Menschen mit Einschränkungen beim Sehen, beim Bedienen von Geräten, mit Angst vor moderner EDV-Technik, …
  • Menschen, die sich aus finanziellen Gründen weder Smartphones noch Mobilfunkverträge mit Datenvolumen leisten können
  • Menschen mit Demenz, Parkinson und ähnlichen Krankheitsbildern

Zu Recht wird darauf verwiesen, dass Bargeldabhebungen auch in manchen Einzelhandelsgeschäften möglich sind. Dabei wird aber oft vergessen, dass das vor allem Discounter sind, die ihre Filialen außerhalb der städtischen Ballungsgebiete angesiedelt haben, sodass oft ein Auto notwendig ist, um sie zu erreichen. Ein weiteres Problem ist, dass dieses System nur funktioniert, solange noch genügend Kunden ihre täglichen Einkäufe bar bezahlen.

Fragen Sie doch mal nach, wenn der Betrieb morgens eröffnet hat, ob Sie 200 Euro abheben können. Der Kassierer mit der neu bestückten Kasse wird bedauernd mit der Schulter zucken. Außerdem ist bei 200 Euro Schluss. Für größere Abhebungen müssen Sie entweder noch bei einem anderen Einzelhandelsgeschäft einkaufen oder doch wieder zum Geldausgabeautomaten rennen.

Noch ist die Bargeldabhebung bei Erreichen eines Mindestumsatzes kostenlos. Müssen die Geschäfte jedoch Geld zukaufen, um die fehlenden Barzahlungen zu ersetzen, damit ihre Kunden abheben können, ist es mit der Gebührenfreiheit sicherlich auch bald vorbei. Keine schönen Aussichten.

Die Zahl der Bankfilialen in Deutschland ist inzwischen unter 20.000 gesunken. Im letzten Jahr wurden immerhin 4,6 % der Filialen gestrichen. Wenn das so weitergeht, wird sich die Zahl der Filialen in den nächsten 10 bis 15 Jahren noch einmal halbieren. (Reine Automaten-Standorte wurden in der Statistik nicht berücksichtigt)

Um nicht zu viele Kunden zu verlieren, versuchen Banken, abseits von festen Standorten ihre Präsenz in der Fläche aufrechtzuerhalten: beispielsweise durch Videoberatung, Beratungscenter mit längeren Öffnungszeiten auch am Samstag, mit Sparkassen-Bussen oder geteilten Filialen über Institutsgrenzen hinweg. Für Geschäftsleute, Vereine und andere Kunden, die auf eine gute Bargeldversorgung und auch auf Bargeld-Abnahme angewiesen sind, nicht immer eine Lösung.

Klassische Geschäftsfelder wie Goldverkauf, Sortenverkauf, Schließfächer wurden vor Jahren schon aufgegeben oder reduziert. Wer noch ein Schließfach ergattert hat, reicht es in der Familie weiter, wenn er es nicht mehr benötigt.

Spannend ist auch immer die Frage, wie Menschen geholfen werden kann, die in finanziellen und technischen Schwierigkeiten stecken.

Auch hier ein paar Beispiele als Anregung:

  • Opfer von Kriminalität (Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, angebliche Staatsanwaltschaft, …)
  • Technische Ausfälle (Internet, Haustechnik, Router, PC-Absturz, Handy verloren, Kreditkarten gestohlen, …)
  • Plötzliche Erkrankungen, Unfälle, Krankenhauseinweisungen, …

Sofern Familienangehörige entsprechende Vollmachten haben und zeitlich und räumlich einspringen können, kann das noch aufgefangen werden. Einsame oder vereinsamte Menschen werden dann von Geldversorgung und Bankdienstleistungen abgeschnitten.

Technische Pannen und Kosten

Wer mit physischen Belegen (Überweisungsformulare, Kontoauszüge, …) arbeitet, wird nicht nur mit höheren Gebühren zur Kasse gebeten, sondern hat auch noch Anfahrtskosten, sei es ein Ticket für den öffentlicher Personennahverkehr oder Spritkosten und Parkgebühren für den Pkw. Wenn dann noch Geräte ausfallen und der Weg zur Bank vergeblich war, addieren sich Frust und Ärger. Noch tragischer wird jedoch die Abschaffung von Kontoauszügen und Überweisungsbelegen empfunden.

Konsequenzen für Banken

Während die nachwachsende Generation zum überwiegenden Teil mit dem Smartphone „verheiratet“ ist, kennen sie weder Bankfilialen noch klassische Bankbelege. Auch Kontakte zu Kundenberatern sind ihnen oft fremd. Ihr Bezugspunkt zum Kreditinstitut ist dann nur noch die Leistungsfähigkeit der jeweiligen App. Dienstleistungen werden wie Rosinen ausgewählt. Die besten Konditionen werden zum Maß aller Dinge.

Direktbanken mit langer Erfahrung und ausgefeilter Technik haben hier die Nase vorn. Die ING-DiBa wurde 1965 als Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung AG (BSV) in Frankfurt am Main unter maßgeblicher Beteiligung des damaligen Vorsitzenden der IG Bau-Steine-Erden, Georg Leber, gegründet. Heute ist sie von der holländischen ING assimiliert und mit 9 Millionen Kunden im Jahr 2022 die größte Direktbank Deutschlands und zählt zu den 10 größten Banken des Landes.

Für die übrig gebliebenen deutschen Großbanken eine immer stärkere Konkurrenz. Vor allem nachdem die Deutsche Bank gezeigt hat, dass ihre EDV-Kompetenz bei der Integration der Postbank doch sehr zu wünschen ließ, so dass das Bundesaufsichtsamt fürs Finanzwesen einen Sonderbeauftragten abstellen musste. Der Trend zeigt: Wer die Bindung zum Kunden verliert, verliert langfristig auch den Kunden. Eine teuflische Sackgasse!

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Der Verkehr lebt von Rücksichtnahme

Momentaufnahme Radstreifen

Wir feiern dieses Jahr den 75. Geburtstag unseres Grundgesetzes. Im Artikel 2 Absatz 1 heißt es: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt …“

In dicht besiedelten Gebieten wie zum Beispiel in den Großstädten, erleben wir jedoch täglich, wie schwierig es ist, seine Ziele zu verfolgen, und dabei nicht die berechtigten Freiheiten anderer Mitbürger zu beeinträchtigen.

Gerade der Konflikt zwischen Autofahrern und Radfahrern ist immer wieder spannend anzusehen. Wie oft kommt es vor, dass jemand sein Auto kurzfristig irgendwo abstellen möchte, oder es für einen kurzen Zeitraum parken muss, weil er jemanden aussteigen/einsteigen lassen will, weil er Ware beladen/entladen möchte oder nur mal kurz zum Bäcker reinschaut, um ein paar Brötchen zu kaufen.

Manchmal sind ein paar Parkplätze vorhanden. Oft sind diese aber belegt und dies nicht nur für ein paar Minuten, sondern sogar für Stunden. Also stellt man sein Fahrzeug, wie es in der Straßenverkehrsordnung so schön heißt, „in zweiter Reihe“.

Vor einigen Jahren, als der Verkehr (zumindest hier am Riedberg) noch viel geringer war, ging das auch noch relativ problemlos. Seitdem der Riedberg nahezu vollständig bebaut ist und die Wohnungen inzwischen auch alle bezogen worden sind, hat der Autoverkehr deutlich zugenommen und auch die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die mit dem Fahrrad oder Roller unterwegs sind.

Dem hat die Stadtverwaltung Rechnung getragen und beispielsweise auf der Altenhöferallee rechts und links rote Fahrradspuren aufgemalt. Auch die Straßenverkehrsordnung ist vom Gesetzgeber in der Zwischenzeit auf die neuen Anforderungen hin angepasst worden und belegt das Halten auf dem Fahrradstreifen mit einem Bußgeld von 55 € bis 100 € und ggf. noch einem zusätzlichen Punkt in Flensburg. Wird beim Halten noch der Warnblinker gesetzt, würde das noch mal 5 € extra kosten.

Gut ausgebildete Autofahrer und Lenker von Lieferfahrzeugen, deren Firmen auf gutes Verkehrsverhalten Wert legen, halten daher links neben der Fahrradspur, um den Weg für die Fahrradfahrer freizuhalten. Doch angewöhntes Verhalten bei vielen Verkehrsteilnehmern lässt sich nur schwer wieder abtrainieren.

Ein weiteres Problem ist, dass die Stadt Frankfurt zwar eine ganze Reihe von Polizisten im Einsatz hat, bei der Zahl der Verstöße gegen die Vielfalt von Gesetzen aber schnell an ihre Grenzen stößt. Erfahrungsgemäß wird das verkehrswidrige Halten auf den Fahrradstreifen nur dann sanktioniert, wenn Fahrradfahrer dadurch gezwungen werden, um das haltende Fahrzeug herumzufahren, und die nachfolgenden Autos dadurch einen Unfall verursacht haben.

Dies hat zur Konsequenz, dass geschätzt die Hälfte der Autofahrer noch an ihren traditionellen Verhaltensweisen hängt und so die Fahrradfahrer manchmal zur Weißglut treiben.

Besonders nervig ist diese Situation vor allem für die Lenker von Paketlieferdiensten, die alle paar Meter anhalten müssen, um ihre Dienstleistungen zu erbringen. Dass sich die Zahl der Lieferdienste in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, hängt davon ab, wo wir unsere Waren einkaufen. Der Einkauf im Internet mit Lieferung „frei Haus“ hat jedenfalls das Zusammenleben auf unseren Straßen erheblich erschwert.

Ein weiteres Problemfeld ist die Tendenz der ständig wachsenden Fahrzeugabmessungen. Kleine schlanke agile Autos werden auf den Straßen zunehmend von Großfahrzeugen wie SUVs, Großraumlimousinen und Sprintern aller Art verdrängt.

Es gibt viele kleine Optionen, die in Summe das Problem etwas entschärfen könnten:

  • Weniger Autos und kleinere Autos
  • Vermeiden unnötiger Fahrten, stattdessen Füße oder Fahrrad nutzen
  • Weniger im Internet bestellen, stattdessen beim Einzelhandel einkaufen gehen
  • Mehr Rücksicht aufeinander nehmen, statt auf seinem Recht zu beharren
  • Sich mit aktuellen Verkehrsregeln mal wieder auseinandersetzen
  • Öfters mal Polizeikontrollen, wenn es das Arbeitspensum erlaubt


Das Titelbild wurde uns von Herrn V. Koch zur Verfügung gestellt. Eine Momentaufnahme mit Symbolwert: Ein vorbildlicher Lenker eines Lieferfahrzeugs parkt neben dem Radweg, während auf der Gegenspur gleichzeitig ein blauer Mercedes nach alter Manier auf dem Radstreifen parkt, um seinen Glasmüll oder seine Altkleider zu entsorgen.

Verkehrsregeln
§ 12 Absatz 4, Satz 2 Straßenverkehrsordnung (StVO): Dort heißt es, dass auch das Halten in zweiter Reihe „in der Regel“ untersagt ist.

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Die Night of Science am Unicampus Riedberg

Night of Science

Am Freitag, den 21. Juni ab 17 Uhr findet wieder die alljährliche Night of Science am Unicampus Riedberg statt. Wer nachts schlecht schlafen kann, hat hier die Gelegenheit, bis 5 Uhr morgens in die Tiefen der Wissenschaft hinein zu tauchen.

Man kann unter dem unten angegebenen Download-Link sich das aktuelle Programmheft herunterladen. Änderungen am Programmheft sind jedoch bis kurz vor der Veranstaltung möglich!

Die Night of Science gibt es schon seit dem 2006. Der Startschuss war die geplante Einführung von Studiengebühren an hessischen Hochschulen. So entstand 2006 die Night of Science als Protestaktion mit dem Ziel, ein Zeichen für die Zugänglichkeit der Wissenschaft zu setzen. Die damals noch kleine Protestveranstaltung in drei Hörsälen wurde in den Jahren seitdem immer umfangreicher, bis sie zu dem Event wurde, das sie heute ist. Impressionen und Rückblicke auf vergangene Jahre sind auf der Homepage verfügbar. Auch auf www.youtube.com sind historische Videos verfügbar.

Erneut wird eine Reihe von Führungen angeboten. Dafür ist jedoch eine Anmeldung erforderlich, da die Zahl der möglichen Teilnehmer deutlich geringer ist als die Zahl der Interessenten. Insgesamt stehen mehr als 90 Vorträge aus den Naturwissenschaften zur Verfügung. Einige davon werden auf Englisch gehalten.

Planung und Durchführung liegt in der Hand von 20 Studierenden aus den beteiligten Fachbereichen. Mit Unterstützung von Stiftungs- und Sponsorengeldern sowie viel ehrenamtlicher Arbeit (durch den Verein Night of Science e. V.) wird dieses umfangreiche Programm auf die Beine gestellt. Auch für das leibliche Wohl und einen stetigen Kaffeenachschub wird gesorgt.

Eröffnet wird die Night of Science am Freitag mit einem Vortrag der Heidelberger Kern- und Teilchenphysikerin Prof. Johanna Stachel, die im „Urknall-Projekt“ Alice am Teilchenbeschleuniger CERN forscht.

Seit einigen Jahren wird für die Night of Science eine Leitfigur gewählt. Dieses Jahr ist Frau Dr. Lise Meitner gewidmet: „Lise Meitner, 1878 in Wien geboren, promovierte 1906 ebenda und wurde 1926 die erste Physikprofessorin an einer deutschen Universität. Nach jahrzehntelanger Diskriminierung in Studium und Beruf aufgrund ihres Geschlechts, wegen der sie unter anderem mehrere Jahre ohne Bezahlung arbeiten musste, wurde sie schließlich aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zur Flucht gezwungen. Uns bleibt sie jedoch für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Radioaktivität und neben der ersten Erklärung der Kernspaltung auch die hierfür wichtigsten Experimente im Gedächtnis. Den Nobelpreis hierfür gewann 1944 allerdings allein ihr Kollege und Freund Otto Hahn. 80 Jahre später möchten wir jedoch an sie, ihre Forschung und ihre Leistungen erinnern und haben deshalb Lise Meitner zur Leitperson der Night of Science 2024 gewählt.“


Weiterführende Links

Unterstützer

  • Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
  • Goethe Universität
  • HRZ Medientechnik
  • Max-Planck-Institut für Biophysik
  • Mpbrain research

Beteiligte Institute

  • Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Straße 2
  • Geozentrum, Altenhöferallee 1
  • Physik/Biozentrum/Biologicum, Max-von-Laue-Straße 1-13
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Niederursel: Versuchter Handtaschenraub – Zeugen gesucht

Teil eines Polizeiwagens

Die Frankfurter Polizei bittet um Ihre Mithilfe:

Am Montagabend (10. Juni 2024) überfiel ein bislang unbekannter junger Mann eine Frau im Alter von 17 Jahren und versuchte ihre Handtasche zu stehlen. Die Polizei sucht Zeugen.

Die junge Frau sei nach derzeitigen Erkenntnissen gegen 21:55 Uhr fußläufig in der Römerstadt unterwegs gewesen. In Höhe einer Apotheke habe der junge Mann die 17-jährige Frau von hinten angerempelt, welche dann mit ihrer Handtasche zu Boden gefallen sei. Im Anschluss habe die Geschädigte nach ihrer Handtasche greifen wollen. Hierbei habe der junge Mann der 17-Jährigen Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, woraufhin sie wieder zu Boden gefallen sei. Währenddessen habe der Tatverdächtige nach der Handtasche gegriffen.

Eine Bekannte der Geschädigten habe sodann die Handtasche an sich genommen und der Aggressor sei ohne Diebesgut in Richtung Konstantinstraße geflüchtet.

Die verständigten Polizeibeamten und Rettungskräfte erstversorgten die 17-Jährige und übergaben sie dann in die Obhut ihrer Eltern.

Der Tatverdächtigte kann wie folgt beschrieben werden:

Männlich, ca. 170 cm groß, ca. 16 – 17 Jahre alt, kurze schwarze Haare „Boxerschnitt“; er trug eine schwarze Trainingshose der Marke „Nike“ und ein schwarzes T-Shirt ebenfalls von der Marke „Nike“.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 069 / 755 11200 zu melden oder sich mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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Zu Besuch bei Eckenheims „Tiny Forest“

Tiny Forest Eckenheim

Mit einem Konzept für einen »Tiny Forest hat die Eckenheimer Gruppe „MainWäldchen“ den mit 15.000 Euro dotierten Biodiversitätspreis 2023 gewonnen. Der Ortsbeirat gab denselben Betrag noch dazu und das Grünflächenamt wies bis Ende August eine 120 qm große Fläche in der Nähe der Theobald-Ziegler-Schule aus.

Eine Gruppe der Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. hat sich das Projekt mal vor Ort angesehen und mit den Beteiligten gesprochen.

Nach einer Bodenanalyse konnte Ende letzten Jahres ermittelt werden, welche Bäume und Sträucher an diesem Standort heimisch sind. Danach wurde der Boden für die geplante Bepflanzung mit Stroh, Laub und „Terra Petra“, einem Nährstoffsubstrat aus Pflanzenkohle, Ton, Gesteinsmehlen und Kompost angereichert, um den Boden gut zu durchlüften, um einen nährstoffreichen und biologisch aktiven Boden aufzubauen, der gut Wasser halten kann und in dem die Pflanzen leicht wurzeln können.

Dann wurde die Fläche mit 350 bis 400 Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Was etwa drei Bäumen pro Quadratmeter entspricht. Forscher des Senckenberginstituts sowie ein Fachmann für Pflanzungen nach der Miyawaki-Methode unterstützen das Projektteam. Mittels spezieller Sensoren wird gemessen, wie gut es den Pflanzen geht, bzw. wodurch sie gerade gestresst werden. Harald Wedig, der bereits zum fünften Mal als Experte bei einem Tiny Forest-Projekt dabei ist, hat das notwendige Rüstzeug dafür bei einem Workshop in Indien erlernt.

„Wir pflanzen hier in erster Linie einen Lebensraum“, erklärt Harald Wedig. In diesem schützen sich die eng beieinanderstehenden Pflanzen gegenseitig und profitieren von dem Totholz, das von Beginn an Teil des neuen Ökosystems ist. „Auf abgestorbenen Bäumen siedeln sich 500 verschiedene Arten an“, sagt der Landschaftsgärtner.

Doch nicht immer, wenn eine Pflanze Durst hat, gibt es frisches Leitungswasser. Auch kurze Trockenperioden haben ihren Sinn. Sie regen die Feinwurzeln der Pflanze an, sich tiefer in den Boden zu graben und sich weiter zu verzweigen, um das benötigte Nass aufzuspüren. Geschieht das nicht, wird die Pflanze zum Faulenzer und ist nach der Bewässerungsphase von drei Jahren nicht widerstandsfähig genug, um zu überleben.

Tiny Forest Eckenheim

Die miteinander konkurrierenden Pflanzen schießen hier in der Regel schneller in die Höhe, als wenn sie als Einzelkämpfer agieren würden, wenn der Untergrund stimmt.

Durch die mehrschichtige Vegetation sollen doppelt so viel Kohlenstoff und bis zu zehnmal mehr Wasser gespeichert werden. Nach drei Jahren benötige der Wald keine Pflege mehr – selbst in so trockenen Sommern wie in den vergangenen Jahren. Eine sinnvolle Entlastung für den Pflegeetat des Grünflächenamtes. Die optimale Pflanzzeit ist im Herbst. Innerhalb von nur fünf Jahren wächst ein »Tiny Forest« in gemäßigten Breiten mehr als mannshoch.

In der Anfangsphase ist besonders darauf zu achten, dass das Gelände durch einen Staketenzaun vor Menschen geschützt wird, damit es nicht zu einer Bodenverdichtung kommt, wenn zu viele Interessierte über das Gelände laufen. Apropos Menschen: Ein »Tiny Forest« sollte in unmittelbarer Nachbarschaft auch einen bewusst gestalteten Ort – etwa eine Wiese mit ein paar Holzbänken – für uns Menschen bereithalten! Als Ort für soziale Begegnung.

Projektziel

Ein Ziel des Projekts ist, die Stadt abzukühlen. Auch Feinstaub soll aus der Luft gefiltert werden und Lärm gilt es zu eliminieren. Ebenfalls sollen Lebensräume für Insekten und andere Tiere geschaffen werden. Dafür wurde auch in der Mitte des Wäldchens extra eine Badewanne versenkt und mit Steinen teilweise gefüllt, damit Insekten und Vögel dort landen und trinken können.

Teil des Konzepts von „MainWäldchen“ ist zudem, Nachbarn einzubeziehen, wenn die Bäume gepflanzt und anfänglich gepflegt werden. Das Projekt verbindet Menschen mit der Natur. Endlich können die Kinder, die in der Nähe wohnen, wieder „im Dreck spielen“ und etwas erleben, was für frühere Generationen selbstverständlich war, in der Stadt mittlerweile jedoch verloren gegangen ist: „ein Stück Freiheit“, das auch die Fantasie anregt.

Welche Flächen sind geeignet für »Tiny Forests«?

Der Boden darf nicht mehr versiegelt sein. Es dürfen keine Leitungen in der Erde liegen. Bauschutt und andere Abfälle sollten vorher entfernt werden. Optimalerweise sollten 200 qm Fläche am Stück vorhanden sein. Die Fläche sollte vor menschlicher Nutzung geschützt werden. Zugang zu Trinkwasser und ausdauernde Hobbygärtner (ggf. organisiert in einer Bürgerinitiative) in der Nachbarschaft sind erforderlich, um die Pflege sicher zu stellen. Mit Kosten ab 150 €/qm ist zu rechnen.

Bis 2025 – so die Stadtverwaltung – sollen mindestens drei Mini-Wäldchen angelegt werden – prioritär in Gebieten, die im „Klimaplanatlas“ der Stadt Frankfurt als Gebiete mit „starker Überwärmung“ (rot) oder „moderater Überwärmung“ (gelb) gekennzeichnet sind und in welchen die Kühlung des Mikroklimas daher besonders wichtig ist.

Diese zumeist innerstädtischen Flächen sind allerdings in der Regel stark beengt und werden von zahlreichen Nutzergruppen beansprucht. Auch wenn »Tiny Forests« theoretisch bereits ab einer Größe von 100 qm etabliert werden können, kann ein „Flächenentzug“ in dieser Dimension bereits zu Konflikten führen und andere Nutzungen einschränken.


Tiny Forests
Tiny Forests werden nach der Miyawaki-Methode bepflanzt. Akira Miyawaki war ein japanischer Botaniker und Ökologen der 2021 verstarb. Bis zu seinem Tod half er Menschen in über 1.700 Projekten auf der ganzen Welt, standortangepasste und klimaresiliente Wälder zu pflanzen. Dabei war er an der Pflanzung von über 40 Millionen Bäumen direkt beteiligt.

Dicht beieinander sollen unterschiedliche heimische Baum- und Straucharten gepflanzt werden. Innen stehen die großen Hauptbaumarten. Darum wird dann ein Kreis von Nebenbaumarten gepflanzt, um die herum ein Ring aus schnell wachsenden Sträuchern wie Ginster, Haselnuss oder Rosen. Entwickelt wurde das Konzept ab etwa 1980. In 2006 bekam er den »Blue Planet Price«.

Mittlerweile wurden auf der ganzen Welt Hunderte solcher Tiny Forests in über 10 Ländern angelegt. In Europa fiel die Idee zuerst in den Niederlanden auf fruchtbaren Boden. Die ersten Mini-Wälder in Deutschland schlugen 2020 in der Uckermark und in Bönningstedt Wurzeln.

2021 wurde der bislang urbanste Tiny Forest Deutschlands gepflanzt. Gemeinsam mit 60 Schülern der benachbarten Montessori-Schule wurde auf einer 200 Quadratmeter großen Fläche mitten in Darmstadt 630 jungen Bäumen & Sträuchern ein neues Zuhause gegeben.

Durch die hohe Pflanzdichte steigt der Konkurrenzdruck innerhalb des Systems. Gekoppelt mit den geschaffenen Bodenvoraussetzungen entsteht so eine stabile, urwaldähnliche Oase bereits nach 30 Jahren, die auf natürlichem Wege mindestens 200 Jahre in ihrer Entstehung benötigt hätte. Außerdem sind diese Wälder bis zu 20-mal dichter und durchschnittlich 18-mal diverser als herkömmliche Waldsysteme.

Fitnesstest für Bäume
Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (SBiK-F) messen den Vitalzustand von Pflanzen und deren Stressbelastung durch Kälte, Hitze, Trockenheit und Versalzung seit Langem mittels einer schnellen, nicht-invasiven, biophysikalischen Methode. Dabei wird erstmals direkt der Versorgungs- und Stresszustand der Pflanze selbst gemessen, anstatt diesen von Faktoren wie Bodenfeuchte, Wetterdaten oder auch Blattfärbung abzuleiten. Die Methode basiert auf der Messung der Leistungsfähigkeit des Photosynthese-Apparates: Diese gibt Auskunft über die Stressbelastung, lange bevor Schädigungen an der Pflanze sichtbar sind. (https://www.senckenberg.de/de/mainstadtbaum-frankfurt/)

Bürgerinitiative „MainWäldchen“
Die Gruppe »MainWäldchen« ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern von »Transition Town Frankfurt« und »Greenpeace«. Derzeit sind es 7 Mitglieder.

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