Kategorie: Allgemein

Begegnung mit Zeitzeugin
Trude Simonsohn

Warum hab ich überlebt? Das ist der Titel eines TV-Porträts über Trude Simonsohn. Eine Frage, die sie sich selbst immer wieder stellte. In einem weiteren Gespräch hat die erste Ehrenbürgerin Frankfurts ebenso betont: „Ich habe kein Talent zum Hassen.“ Sie überlebte Auschwitz – und spricht darüber: Trude Simonsohn hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Nazi-Gräuel zu informieren, damit sie niemals vergessen werden können. Dieser Aufgabe widmet sie sich, auch noch im Alter von 96 Jahren. So ist sie der Einladung der drei Riedberger Kirchen gefolgt.

Am nächsten Mittwoch um 19 Uhr ist Begegnung und Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden in der Katholischen Kirche St. Edith Stein an der Kalbacher Höhe am Riedberg möglich.

Trude Simonsohn wuchs im heutigen Tschechien zweisprachig auf. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde ihr als Jüdin eine Berufsausbildung verweigert. Ihr Vater wurde bereits 1939 verhaftet, in das KZ Buchenwald verschleppt und danach im KZ Dachau ermordet. Ihre Mutter wurde später im KZ Auschwitz ermordet. Im Juni 1942 geriet sie selbst, nach dem Attentat auf SS-Größe Reinhard Heydrich, wegen angeblichen Hochverrats in Haft. Sie hatte unter anderem jüdische Jugendliche auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet. Nach mehreren Monaten Einzelhaft wurde sie in das Ghetto Theresienstadt gebracht, wo sie den jüdischen Sozialpädagogen und Juristen Berthold Simonsohn kennenlernte, den sie kurz vor der Deportation nach Auschwitz rituell heiratete. Im Oktober 1944 kamen beide nach Auschwitz. Beide überlebten durch sehr viele glückliche Umstände.

Seit mehr als 60 Jahren lebt diese bemerkenswerte Frau jetzt in Frankfurt. Als Vorsitzende der jüdischen Gemeinde warb sie um ein besseres Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden. Simonsohn hat ihr ereignisreiches Leben zusammen mit einer Sozialwissenschaftlerin aufgeschrieben: „Noch ein Glück“, heißt es. Auch darüber wird sie vielleicht sprechen.

Jüdische Geschichte in Riedberg-Nähe

Wussten Sie, dass es nur wenige hundert Meter vom Riedberg entfernt Spuren jüdischen Lebens in und um Frankfurt gibt? Unterhalb der Autobahn, an einem kleinen Weg, sind die Überreste eines Friedhofs zu sehen, auf dem die Niederurseler Juden ab 1876 ihre Toten bestatteten. Zeitweise war die jüdische Gemeinde dort auf 130 Mitglieder gewachsen, was ein Drittel des damaligen Niederursel ausmachte.


Spuren jüdischen Lebens nur wenige hundert Meter vom Riedberg entfernt. Hier bestatteten einst Juden aus Niederursel ihre Toten.

Heute ist vom Friedhof nur noch wenig zu sehen. In der NS-Zeit wurde dieser geschändet. Die Grabsteine wurden abgeräumt – und möglicherweise für den Bau der Urselbachbrücke verwendet.

Eine Frau, die immer noch viel mehr als Steine und Bücher über die Vergangenheit berichten kann, kommt am Mittwoch in unseren Stadtteil.

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RIEDBERG ÖKUMENISCH
Mittwoch, 28. Juni 19 Uhr
Katholische Kirche Sankt Edith Stein,
Zur Kalbacher Höhe 56
BEGEGNUNG mit der Zeitzeugin
TRUDE SIMONSOHN

Die Tür steht offen – für viele Zuhörer!

(Fotos: Buchcover Wallstein-Verlag/ Fotolia/ www.memorialmuseums.org/ cd)

115 Mietwohnungen
und eine neue Gaststätte

Insgesamt 115 Mietwohnungen und eine neue Gaststätte werden im Westflügel gebaut. Vergangenen Freitag war Spatenstich für das Wohnensemble, das die ABG Frankfurt Holding auf einem 14.500 Quadratmeter großen Areal realisiert.

Von 35 Mietwohnungen werden im Frankfurter Programm für familien- und seniorengerechten Wohnungsbau gefördert. Die dreistöckigen Gebäude mit drei bis vier Wohnungen je Etage werden in Passivhausbauweise errichtet. Die Grundrisse der Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen reichen von 50 bis 100 Quadratmeter. Acht der zwölf Häuser haben direkten Zugang zur Tiefgarage mit 122 Stellplätzen. Die Bewohner der vier anderen Gebäude gelangen über die Fußwege zu ihren Fahrzeugen.

Eine Gaststätte (nicht nur) für den Westflügel

Im Erdgeschoss des Gebäudes an der südwestlichen Ecke des Areals entlang der Leberecht-Migge-Anlage, Mart-Stam-Straße und Ilse-Bing-Straße wird eine Speisegaststätte mit Außenbereich einziehen.

„Hier entsteht ein urbanes Wohnquartier des 21. Jahrhunderts“, würdigte Oberbürgermeister Feldmann das Neubauprojekt, „Menschen aller Generationen mit großem und kleinem Geldbeutel werden hier ein neues Zuhause finden“. Für den Bereich Riedberg/Heddernheim kündigte Feldmann zusätzlich weitere neue Wohnprojekte mit noch höherem Förderanteil an.

Die Architektur der leicht zueinander verdreht auf dem Areal angeordneten Gebäude wird durch sanft geschwungene, moderne Formen geprägt. Die Gebäudeecken sind gerundet, Loggien und Balkone werden tief in das Gebäudevolumen eingeschnitten. Im Wettbewerb konnte sich das Büro Cyrus Moser Architekten aus Frankfurt mit diesem Konzept durchsetzen.

„Durch die Passivhausbauweise werden die Nebenkosten für die künftigen Mieterinnen und Mieter in diesen Wohnungen kaum noch eine Rolle spielen“, betonte ABG-Geschäftsführer Frank Junker beim Spatenstich. Dieses Bauprojekt beweise einmal mehr, dass höchste Energieeffizienz und moderne Architektur keine Gegensätze sind. „Wir bauen hier ein schönes und ruhiges Wohnquartier mit großzügigen Grünanlagen. Mit der Gaststätte, die einen großzügigen Außenbereich hat, sorgen wir hier auch für eine urbane Infrastruktur und einen Ort, an dem die Menschen zusammen kommen können. Das gibt es bisher hier nicht“, so Junker weiter.

Die ABG investiert fast 27 Millionen Euro

Das Areal selbst, das von einem öffentlichen Rad- und Fußweg zwischen Leberecht-Migge-Anlage und Ilse-Bing-Straße gequert wird, ist mit Fahrzeugen nicht befahrbar. Das Wohnquartier im Riedberger Westflügel, in das die ABG rund 26,7 Millionen Euro investiert, soll bis zum Sommer 2019 fertiggestellt sein. Interessenten für die Mietwohnungen können sich unter Telefon 069/268-100 oder auf der Website www.abg-fh.de an das ServiceCenter Nord der ABG wenden.

(Visualisierung/ Copyright: CMA Cyrus Moser Architekten)

Freizeit-Tipp: Minigolf
bei zwei Riedbergern

Lust auf Minigolf, beziehungsweise Minigolf mit selbstgebackenem Kuchen? „Sie müssen unbedingt einmal bei uns vorbeikommen und eine Runde Minigolf spielen“, hatte eine nette Nachbarin aus der Altenhöferallee immer wieder gesagt. Bis man tatsächlich zur Anlage im Kurpark von Bad Homburg kommt, die hinter dem Restaurant „Am Römerbrunnen“ gelegen und umgeben von großen, alten Bäumen beim ersten Mal nicht so leicht zu finden ist. „Wir hatten hier schon Geburtstage und natürlich Kindergeburtstage und wir haben viele, die auch nur zum Kaffeetrinken zu uns kommen“, weiß Tilly Wensing, die täglich den frischen Kuchen bäckt. Noch zuhause, am Riedberg, wo Ehemann Karl Heinz und sie seit neuneinhalb Jahren wohnen. Die Minigolfanlage haben sie schon viel länger von der Kurverwaltung Bad Homburg gepachtet, seit exakt 17 Jahren. Von Anfang April bis Anfang Oktober ist geöffnet. Ohne Ruhetag. Weil „jeder Tag wichtig ist“.

„Bei uns ist alles einfach ein bisschen familiärer“, sagen die beiden. Sie erzählen von Pflegern, die mit Senioren aus dem nahen Heim herkommen. Und der Dame mit dem großen Hund, deren Vierbeiner dem Frauchen das Eis wegschlecken darf. Oder Kindern, die sie von Jahr zu Jahr sozusagen aufwachsen sehen.

Interessant, so meinen sie, könnte sein, dass sie vom Riedberg per Rad in „20, höchstens 30 Minuten“ zu erreichen sind. Auch das könnte ein Tipp für schöne Sommertage sein. Tilly Wensing nimmt selbst oft das Rad, fährt „raus über Gonzenheim“, auch um fit zu bleiben.

„Karl Heinzchen“, wie sie ihren Mann bisweilen liebevoll nennt, gibt gerade Schläger und Bälle aus, während Tilly die Minigolfanlage zeigt. Ein Besuch hier ist wie eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit. Da sind die grünen Tische und Stühle vor dem Häuschen am Eingang, die man von Wirtsgärten noch aus der Kindheit kennt. Die Süßigkeiten, die es zu kaufen ist, beispielsweise das Softeis in der Waffel. Die Anlage, die schon seit 50 Jahren besteht, bestens gepflegt ist und viel Spaß verspricht. Auch die Preise. Kinder bis 16 Jahren zahlen nur einen Euro, Erwachsene 2,50 Euro. Nach Vereinbarung oder für Gruppen bleibt auch schon mal bis 22 oder 23 Uhr geöffnet. Wer geht, wird mit einem „Auf Wiedersehen, schönen Tag noch!“ verabschiedet. Dann folgt noch der Zusatz: „Bis zum nächsten Mal…“


Selbstgebackenen Kuchen gibt es hier auch

Die Minigolfanlage im Kurpark von Bad Homburg ist von April bis Oktober geöffnet.
Öffnungszeiten: Mo – Fr ab 12 Uhr, Sa ab 11 Uhr, So ab 10.30 Uhr
Adresse: Kisseleffstraße 23, 61348 Bad Homburg
Kontakt: 0170/2813751

(Fotos: cd)

Vortrag über Frankfurt
im 19. Jahrhundert

Hätten Sie gewusst, dass Frankfurt beinahe Hauptstadt der Bundesrepublik geworden wäre? Schließlich war Frankfurt schon im Mittelalter freie Reichsstadt, Kreuzpunkt der großen europäischen Handelsstraßen, über Jahrhunderte Krönungsort der deutschen Kaiser – und hier in der Paulskirche tagte auch das erste gesamtdeutsche Parlament. Dieses historische Ereignis und noch viele weitere interessante Fakten sind Thema des Vortrags „Frankfurt im 19. Jahrhundert“, der am nächsten Dienstag im Gymnasium Riedberg stattfindet. Referent ist Professor Dr. Ralf Roth vom Historischen Seminar der Universität Frankfurt. Veranstalter sind Culture Club Riedberg und das Gymnasium Riedberg.

Nicht ohne Grund tagte das erste gesamtdeutsche Parlament in der Frankfurter Paulskirche: Frankfurt war neben er bedeutenden Rolle über Jahrhunderte hinweg geprägt von einem besonderen liberalen politischen Klima. Im 19. Jahrhundert hatte man nicht nur deshalb eine kritische Distanz zu Preußen – auch infolge der Annexion der stolzen Metropole und der Degradierung zur preußischen Provinzstadt. Die Industrialisierung, aber auch vermögende Frankfurter und umfangreiche Investitionen in soziale Maßnahmen, Kultur und Wissenschaft schufen eine in vielerlei Hinsicht als modellhaft angesehene Großstadt, die mehr noch als Berlin Stadtplaner aus dem transatlantischen Raum anzog.

Dr. Ralf Roth ist Professor für Neuere Geschichte am Historischen Seminar der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität und Research Fellow des Royal Holloway College der University of London. Er ist Mitglied der Historischen Kommission Frankfurt am Main und international renommierter Experte für Stadtentwicklung und Verkehrsgeschichte.

Der Vortrag „Frankfurt im 19. Jahrhundert“ findet am 20. Juni um 19 Uhr im Gymnasium Riedberg (Friedrich-Dessauer-Straße 4-6) statt.

Der Eintritt ist für Jugendliche bis 18 Jahren frei. Erwachsene zahlen 4 Euro.

Weitere Informationen unter www.cultureclubriedberg.de oder www.facebook.com/cultureclubriedberg

(Plakat und Informationen: Culture Club Riedberg)

„Blue Mango“: Wie ein Projekt
Musiker aus aller Welt verbindet

Die Initiative Bridges – Musik verbindet hat sich vor gut 1,5 Jahren gegründet und seitdem 80 professionelle Musiker*innen aus Frankfurt und der ganzen Welt – mit oder ohne Flucht- und Migrationshintergrund – zusammengebracht. Durch die Initiative können Geflüchtete ihr Können einbringen und eine Zukunftsperspektive aufbauen. Musiker und Musikerinnen aus dem Rhein-Main-Gebiet wiederum profitieren von bisher unbekannten Einflüssen und das Publikum erwartet ein besonderes Musikerlebnis.

Das ist garantiert auch am Freitag nächster Woche der Fall. Dann kommt „Blue Mango“ in die Aula der Grundschule Riedberg. Blue Mango – das sind Ina Kleine-Wiskot (Violine, Sansula, Glockenspiel), Mohanad Almoslli (Gitarre) aus Syrien und Pejman Jamilpanah (Tar, Gesang) aus Iran. Eigenkompositionen, Klezmer, iranische Kunstmusik, Flamenco, Gypsy und Zitate klassischer europäischer Kunstmusik erklingen im Flow – voller Energie, Sensibilität und Spannung durch Spontan-Improvisationen.

Am 23. Juni spielt Blue Mango um 20 Uhr live bei „Kultur in der Aula“!

Der Eintritt kostet zwölf Euro (ermäßigt zehn Euro). Karten gibt’s im Vorverkauf für zehn Euro (ermäßigt acht Euro) unter: 069 – 57 00 3249 oder unter info@josua-gemeinde.net

Weitere Informationen unter www.josua-gemeinde.net

Informationen & Foto: Kultur in der Aula

Mehr als 130 Schüler
sind jetzt im Lesefieber

Der Lesespaß beginnt: Seit wenigen Tagen liegen die Bücher für die diesjährige „Kalbacher Klapperschlange“ bereit und die Mitglieder der Kinderjury können mit dem Lesen starten und später ihr ganz persönliches Urteil abgeben. An der Grundschule Riedberg sind momentan 39 Kinder angemeldet, am Gymnasium bis jetzt 19 Leser und an der Marie Curie Schule über 40 Kinder. „Die Zahlen steigen aber in der Regel noch“, wie Sylvia Grothe vom Klapperschlangen-Team mitteilt. Zumal am Gymnasium am Tag, an dem die Anmeldungen abgegeben werden sollten, Bundesjugendspiele stattfanden.

In der Kinderbücherei Kalbach haben sich bislang 31 Kinder angemeldet, außerdem gibt es noch Ausleihstellen in Heddernheim und Bonames.

Lesespaß von Magie bis Krimi

Die Bücherauswahl reicht von Fantasy bis Krimi, von Märchen bis Romanze. Bei den Bücher der 3./ 4. Klassen können die Kids vom neunjährigen Odd lesen, der zum „Kokodildieb“ wird. Oder von Zora, die zu ihrem zehnten Geburtstag Dieter, das Stinktier bekommt. Bei den 8. bis 9. Klassen geht es dann schon über „Freestyler“, die sich für den Traum vom olympischen Gold mit Hightech-Prothesen und Implantaten ganz legal dopen. Andere Bücher der Vorauswahl handeln hingegen von Liebe und Spiel oder einer phantastischen Geschichte über „Ein Meer aus Tinte und Gold“. Auch in der Kategorie 5. bis 7. Klasse gibt es 20 äußerst spannende Bücher.

Ausgewählt wurden die Bücher von einer Vorjury, bestehend aus den Jurymitgliedern des Vorjahres und dem Team der Klapperschlange. Die Autorin oder der Autor des beliebtesten Buches erhält am 11.11.2017 im Rahmen der Kalbacher Kinderbuchmesse den Ehrenpreis, die Kalbacher Klapperschlange.

Mitlesen können alle Kinder, die nach den Sommerferien in der 3. bis 9. Klasse sind. Um zur Kinderjury zu gehören muss man bis zum 05.10.2017 mindestens 5 Bücher seiner Altersklasse gelesen und bewertet haben. Die Bewertungsbögen gibt es in der Kinderbücherei Kalbach, in den beteiligten Schulen oder auf der Website der Kalbacher Klapperschlange unter www.kalbacher-klapperschlange.de. Gegründet von der Autorin Regina Rusch war das der erste Jugendliteraturpreis Deutschlands, der von einer reinen Kinderjury vergeben wurde.

(Fotos: Marie-Curie-Schule/ Kalbacher Klapperschlange)

Erst Eis – dann Hochsommer!

Freitag, 17.31 Uhr. Der Himmel ist dunkel geworden. Starker Wind weht. Und plötzlich ist neben Gewitterregen auch ein prasselndes Geräusch zu hören. Erst leise, dann lauter. Erst sind’s kleine weiße Körner, dann Hagelkörner mit rund einem Zentimeter Durchmesser. Der Spuk ist zum Glück schnell vorbei. Doch die beste Nachricht ist: Während am Freitag noch Eis vom Himmel prasselte, dürfen wir uns am Samstag auf sommerliche Temperaturen freuen – und am Sonntag auf Hochsommer!

Wenn man die Prognosen von Portalen wie wetter-online bis wetter.de vergleicht, erhält man die übereinstimmende Vorhersage: Am Samstag wird es mindestens 12 Sonnenstunden im Raum Frankfurt geben. Die Höchsttemperaturen liegen bei 26 Grad.

Am Sonntag wird es noch ein bisschen wärmer mit Temperaturen bis 29 Grad und ebenfalls 12 Sonnenstunden – bestes Badewetter also. Aber Vorsicht: Der UV-Index beträgt 9.

Die Vorschau für nächste Woche

Nach dem heißen Sonntag geht es zwar Anfang der nächsten Woche ganz leicht wieder nach unten, aber nach weniger Sonne und Wolken zu Wochenbeginn wird es wieder freundlicher. Die Temperaturen liegen laut der Wetterdienste in der nächsten Woche „weiter auf einem guten sommerlichen Niveau“.

(Foto: cd)

Am Freitag ist
„Night of Science“

Am 9. Juni 2017 heißt es wieder „Es wird spät!“ Ab 17 Uhr sind wir alle herzlich eingeladen, den Uni Campus Riedberg in einem ganz anderen Licht zu sehen. Zum zwölften Mal macht die NIGHT of SCIENCE die Nacht zum Tag – und hat für jede Altersgruppe etwas zu bieten.

Für Kinder gibt es zahlreiche Experimentierstationen und spannend gestaltete Experimentalvorlesungen am frühen Abend. Schüler und andere Studieninteressierte können sich auch in den Studiengangvorstellungen über die Angebote der einzelnen Fachbereiche informieren. Natürlich gibt es auch zahlreiche Vorträge und weitere Experimente, wo man Wissenschaft wieder hautnah erleben kann. Die Organisatoren versprechen: „Die Vorträge sind unterhaltsam und verständlich gestaltet, aber so, dass man schlauer geht, als man gekommen ist.“

Klimaforscher eröffnet Night of Science

Dieses Jahr eröffnet Prof. Dr. Mojib Latif die Night of Science 2017 mit seinem Vortrag: „Nach uns die Sintflut, der globale Klimawandel und seine Folgen“.

Nach seinem abgeschlossenen Studium der Meteorologie promovierte und habilitierte er im Fach Ozeanographie. Mittlerweile leitet er den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und hat ca. 190 wissenschaftliche Publikationen und diverse Bücher verfasst. Seit 2006 ist er Mitglied des Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ der Universität Kiel und seit beinahe zwei Jahren Vorstandsvorsitzender des Deutschen Klima-Konsortium (DKK). Außerdem ist er seit Anfang des Jahres Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. Der Klima-Experte hat bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten.

Das ist die Leitfigur 2017

Bei der diesjährigen Leitfigur handelt es sich um Emil Adolf von Behring. Nach seinem Abitur ermöglichte er sich ein Medizinstudium durch die Verpflichtung zum Militärdienst, während welchem er als Truppenarzt diente. Mit 33 Jahren wechselte er zum pharmakologischen Institut der Universität Bonn, um sich der Bakteriologie zu widmen und entwickelte nun erste Ansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, welche die Grundlagen für die Blutserumtherapie bildeten. Nach Versetzung an das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten entdeckte er Antitoxine gegen Tetanus und Diphtherie. Bei Tierversuchen gelang es ihm ein Blutserum zu gewinnen, welches Kinder gegen Diphtherie immunisieren konnte. Die industrielle Herstellung dieser Heilseren aus Pferdeblut begann 1892, in einer Zeit, in der jedes 2. Kind an Diphtherie erkrankte.

Trotz fehlender Habilitation wurde er 1893 zum Professor ernannt und erhielt 1901 den 1. Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung der Antikörper und die damit ermöglichte Herstellung von Impfstoffen. Vor Beginn des ersten Weltkrieges entwickelte Behring ein Toxin-Antitoxin-Gemisch, welches zur Immunisierung gegen Diphtherie diente und während des Krieges vielen Soldaten das Leben rettete. Behring verstarb 1917, also genau vor 100 Jahren, im Alter von 63 Jahren in Folge einer Lungenentzündung.

Zugang zum Teilchenbeschleuniger

Wer schon immer einmal in einem „echten Labor“ stehen wollte, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten. Angeboten werden geführte Besichtigungen in kleinen Gruppen. Zu sehen ist zum Beispiel auch der Teilchenbeschleuniger im Keller des Physikalischen Instituts. Da die Teilnehmerzahl leider begrenzt ist, liegen am Infostand Anmeldelisten aus.

Wie in den Vorjahren gibt es auch außerhalb der Hörsäle wieder einiges auf die Ohren. Verschiedene Live-Bands aus der Umgebung werden den Abend musikalisch abrunden. Zusätzlich ist für dieses Jar ein Science Slam geplant.

Zudem ist wie bisher für Speis und Trank zu Studentenpreisen gesorgt. Genauso wie in den Vorjahren bleibt der Eintritt zur gesamten Veranstaltung frei.

Weitere Informationen und Programm unter www.nightofscience.de

(Foto & Informationen: Uni Frankfurt/ Night of Science)

A 5-Ausbau: Hessen Mobil
muss neue Karten nutzen

Es gab Irritationen und Befürchtungen, als Hessen Mobil die Ausbauplanungen für die A 5 zwischen Nordwestkreuz und Friedberg bekannt gab. Die Pläne basierten auf altem Kartenmaterial, auf dem die Bebauung des Riedbergs nicht berücksichtigt war. Und man fragte sich: Wie nah führt die Autobahn in Zukunft an meinem Haus/ meiner Wohnung vorbei? Wie wird sich der Ausbau auf den Stadtteil auswirken? Wie laut wird es wirklich ? Was bedeutet die Verbreiterung für Flora und Fauna? Der Ortsbeirat schaltete sich ein. In Folge dessen hat der Magistrat „mit der Bitte um Berücksichtigung“ Hessen Mobil gebeten, nur noch aktuelles Material zugrunde zu legen und regelmäßig über Fortschritte der Baumaßnahme zu unterrichten.

Inzwischen gibt es bereits eine Stellungnahme mit der entsprechenden Zusage. Es geht um Bebauungspläne, Bebauungen, Gewerbegebiete, Kataster und mehr. Vor dem Antrag auf Einleitung der Planfeststellung soll eine erneute Aktualisierung des Kartenmaterials durchgeführt werden. Die Bürger werden zu allen relevanten Verfahrensschritten im Zuge von Bürgerversammlungen über den aktuellen Planungsstand informiert werden.

Verbreitung nach Norden wurde abgelehnt

Der Ortsbeirat hatte zur Begrenzung des Lärms eine Autobahnerweiterung auf der nördlichen Seite gefordert, wo – vom Riedberg und von Kalbach aus betrachtet – immer noch mehr Grün als Bebauung vorherrscht. „Wichtiger wäre gewesen, die Autobahn nicht beidseitig um jeweils eine Spur zu verbreitern, sondern wie von unserer Fraktion beantragt, einseitig nach Nordwesten“, wird in der Orts-SPD betont. Allerdings sehen die Planer andere Notwendigkeiten. Bei der Variantenuntersuchung wurden die Belange aller Anlieger-Gemeinden, die Erfordernisse aus dem Umbau des Autobahnkreuzes Bad Homburg plus die bereits für einen Autobahnausbau vorgehaltenen Flächen berücksichtigt. Im Bereich des Stadtgebietes Frankfurt ergibt sich laut Hessen Mobil daraus eine beidseitige Verbreiterung der Autobahn. Je nach Flächenabschnitt und gesetzlichen Voraussetzungen sind aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

(Symbolfoto: cevahir87/ fotolia)

Thema Toiletten
im Riedbergzentrum

Immer mehr Menschen wohnen am Riedberg. Immer mehr Menschen gehen einkaufen – und deutlich wird immer mehr, dass die „Toilettensituation im Riedbergzentrum“ überprüft werden muss. Mit dieser klaren Bitte hat sich der Ortsbeirat nach einem Antrag der Grünen an den Magistrat gewandt. Es gibt derzeit jeweils zwei Toiletten für Frauen und Männer im Untergeschoss in der Nähe der Parkplätze plus eine barrierefreie Toilette in der ehemaligen Riedberg-Info. Allerdings wird das geringe und oft auch ungepflegte Angebot beanstandet. Hinzu kommt: In Anbetracht der starken Besucherfrequenz des Zentrums scheine auch eine Erweiterung erforderlich.

Der Antrag des Ortsbeirats lautet: Es ist zu klären, ob der Eigentümer des Riedbergzentrums in Zusammenarbeit mit den Ankermietern REWE, ALDI, dm-Drogerie und Cafe Wacker veranlasst werden kann, die bestehenden öffentlichen Toiletten zu erweitern. Auch sollten diese durch Betreuungspersonal regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. In die Prüfung ist auch der Fortbestand der barrierefreien Toilette im Erdgeschoss einzubeziehen. Das heißt konkret: Sollte diese Toilette mit der neuen Nutzung der Räume nicht mehr zugänglich sein, ist gleichwertiger Ersatz zu schaffen.

(Fotos: cd)