Kategorie: Allgemein

Großeinsatz und Sirenen: Störfall im Industriepark Griesheim

Aus bisher ungeklärter Ursache sind heute Morgen gegen kurz nach 4 Uhr auf dem Werksgelände vom Industriepark Griesheim aus einem Tankcontainer Salzsäuredämpfe ausgetreten. Da eine Gefährdung der Bevölkerung nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte, wurden vom Industriepark die Sirenen in den aufgrund der vorherrschenden Windrichtung gefährdeten Stadtteilen Nied und Griesheim ausgelöst und Radiowarnmeldungen veranlasst.

„Es bestand keine konkrete Gefahr für die Bevölkerung“

Die Schadensbekämpfung auf dem Werksgelände, wie das Niederschlagen der Dämpfe mit einem Wasserschleier und das Abdichten des Leck geschlagenen Tankcontainers, wurden von der Werkfeuerwehr in Eigenregie durchgeführt. Für eine gegebenenfalls notwendige Unterstützung der Werkfeuerwehr standen zahlreiche Kräfte der Berufsfeuerwehr an der Werksgrenze in Bereitstellung. Parallel dazu wurden an der Werksgrenze und in den betroffenen Stadtgebieten von mehreren Messtrupps der Berufsfeuerwehr kontinuierlich Schadstoffmessungen durchgeführt. Erhöhte Schadstoffkonzentrationen wurden hierbei nicht festgestellt, so dass zu keiner Zeit eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Nachdem der Produktaustritt von der Werkfeuerwehr gestoppt worden ist, konnte von der Berufsfeuerwehr gegen 8 Uhr Entwarnung für die Bevölkerung gegeben werden. Am Einsatz der Berufsfeuerwehr waren rund 80 Einsatzkräfte mit über 20 Einsatzfahrzeugen beteiligt. Während der Warnlage kam es zu erheblichen Einschränkungen im ÖPNV und im Berufsverkehr.

Informationen: Feuerwehr Frankfurt am Main

Foto: Archiv

RSV sammelt Päckchen für den Weihnachtskonvoi

Der Riedberger SV sammelt wieder für den Weihnachtspäckchenkonvoi der gemeinnützigen Stiftung Round Table Deutschland, der in diesem Jahr Kindern in Rumänien und der Ukraine zugute kommt. Der RSV koordiniert die Aktion in unserem Stadtteil und beteiligt sich am Päckchen-Packen und -Sammeln für den guten Zweck. Bei diesem Konvoi geht es darum, bedürftigen Kindern in Waisen- und Krankenhäusern in Osteuropa eine Weihnachtsfreude zu machen. Wer an sich der Aktion beteiligen möchte, kann sein Päckchen am 20. November abgeben (siehe unten).

Die Idee des Weihnachtspäckchenkonvois ist schnell erklärt: Kinder verschenken beispielsweise ein gut erhaltenes Spielzeug an ein Kind, das sonst kein Weihnachtsgeschenk bekommen würde. In ganz Deutschland werden daher gerade Päckchen in Schuhkartongröße mit Spielsachen, Malstiften aber auch gut erhaltener Kinderkleidung und Hygieneartikeln von Kindern für Kinder gepackt. Viele davon auch mit einem ganz persönlichen Weihnachtsgruß.

Das Ziel der Weihnachtspäckchen 2018? Ländliche und entlegene Gegenden in Rumänien, Moldawien, Ukraine und Bulgarien. Dort bescheren die hier gepackten Weihnachtspäckchen über 100.000 bedürftigen Kindern in Kranken- und Waisenhäusern, Kindergärten und Kliniken eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung und zaubern ein Lächeln in die Kinderaugen.

Das RSV-Team nimmt die hübschen Geschenke am Dienstag 20.11.2018 in der Zeit von 17-18 Uhr, im Carport, Prozessionsweg 60, Riedberg an.

Wer gerne mitmachen möchte, aber diesen Termin nicht schafft, kann einfach eine Mail an kontakt@riedberger-sv.de schicken, Stichwort „Weihnachtspäckchenkonvoi“ und einen Alternativ-Termin vereinbaren.

Die Päckchen sollten den Kindern Freude bereiten. Ob das Päckchen für Jungen oder Mädchen gepackt ist, kann auf dem Aufkleber markiert werden – es können auch zwei Kreuze gesetzt werden. Das Päckchen selbst kann ganz individuell zusammengestellt und liebevoll zu einem Weihnachtsgeschenk verpackt werden. Die Waren sollten neuwertig oder sehr gut erhalten sein, gut haltbar, kindgerecht und auch gerne nützlich. Ein Musterpäckchen und weitere Tipps findet man hier: Rund ums Päckchen

Informationen: RSV/ www.weihnachtspäckchenkonvoi.de

Foto: VRD

Vorhang auf für die Kinderbuchmesse!

Am Wochenende heißt es in unserem Stadtteil: Vorhang auf für die 34. Kinderbuchmesse! Hier sind ausschließlich die Kids die Experten. Denn Kinder aus Schulen in Kalbach und Riedberg haben die neuesten Kinderbücher gelesen und Sieger der „Kalbacher Klapperschlange“ bestimmt. Es ist ein Preis, der lange Zeit der erste und einzige Bücherpreis seiner Art in Deutschland war.

Eröffnet wird die Messe am Samstag, 10. November um 14 Uhr. Höhepunkt der Kinderbuchmesse ist, wie in jedem Jahr, die Verleihung der Kalbacher Klapperschlange am Samstag um 15 Uhr. Dann wird die Kinderjury 2018 die Bühne der Turnhalle erobern, um das Geheimnis um den Siegertitel der 31. Kalbacher Klapperschlange feierlich zu lüften. In diesem Jahr haben 212 Kinder insgesamt 1347 Bewertungen abgegeben. Davon haben 171 Kinder in der Zeit von Mai bis Oktober mindestens 5 Bücher gelesen und bewertet und gehören somit zur diesjährigen Kinderjury.

Die besten neuen Bücher, Kindermusik zum „Mitrocken“ und vieles mehr

Umrahmt wird die zweitägige Messe von einem bunten Programm. Eine Bastelecke und das Bilderbuchkino gehören ebenso zum Angebot wie das beliebte Rätsel um die Klapperschlange, die Buchmesse und Bücher.

Am Sonntag, den 11. November wird um 11 Uhr das Kinderkonzert „Kindermusik zum Mitrocken“ der Pia-Nino-Band für Kinder ab 3 Jahren präsentiert, das der Kinderverein Kalbach in guter Kooperation mit dem Kinder-Kultur-Programm der Frankfurt organisiert.

Autor Rüdiger Bertram liest aus „Stinktier und Co.“

Ein weiterer Höhepunkt ist die traditionelle Autorenlesung am Samstagabend um 19 Uhr. In diesem Jahr liest der Autor Rüdiger Bertram aus seiner Kinderbuchreihe „Stinktier und Co.“. Nachdem sein Buch „Stinktier und Co – Gegen uns könnt ihr nicht anstinken“ 2017 bei der Kinder-Jury so gut ankam freuen wir uns, den Autor persönlich kennenzulernen.

Karten für die Lesung gibt es im Vorverkauf in der Kalbacher Kinderbücherei, Altes Rathaus, Kalbacher Hauptstraße 36, am Infostand der Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg oder an der Abendkasse ab 18:30 Uhr.

Wie alles begann…

1983 von der Autorin Regina Rusch gegründet, hat der Kinderverein heute fast 500 Mitglieder. Inzwischen genießen Kalbacher Klapperschlange und Kinderbuchmesse deutschlandweit einen einzigartigen Ruf. Zu den Autorinnen und Autoren, die seit der Gründung bereits in der Alten Turnhalle am Grubweg gelesen haben, gehören neben Regina Rusch selbst auch international bekannte Autoren wie Cornelia Funke, Nele Neuhaus, Nina Blazon, Kirsten Boie oder Sabine Ludwig.

Das komplette Programm der Kinderbuchmesse finden Sie unter www.kinderverein-kalbach.de oder unter www.kalbacher-klapperschlange.de  

Informationen und Plakat: Kinderverein Kalbach

Der Frankfurter Weihnachtsbaum ist da!

Seit Jahren ist er der größte freigeschlagene Weihnachtsbaum Deutschlands: der Frankfurter Christbaum auf dem Römerberg! Etwa 6,2 Tonnen ist er in diesem Jahr schwer, 31 Meter hoch und rund 80 Jahre alt. Genau genommen handelt es sich um eine Fichte aus Schlüchtern im Spessart. Diese Fichte ist „Star des diesjährigen Frankfurter Weihnachtsmarkts“, freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann bereits vorab. Ende Oktober von einer Gruppe Journalisten und Kommunalpolitikern ausgesucht, ist sie am Donnerstag, 1. November, per Tieflader in Frankfurt angekommen und von der Feuerwehr aufgestellt worden.

Unser Weihnachtsmarkt mit Geschichte

Der Weihnachtsbaum vor dem Römer ist alljährlich das Wahrzeichen des Frankfurter Weihnachtsmarkts, dessen Tradition bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Bis 1968 wurde der Römerberg zur Weihnachtszeit ganz traditionell mit vielen kleinen Bäumen verziert, vor dem Rathaus stellte man einen etwas höheren Baum auf. Der Trend zum Riesen-Weihnachtsbaum setzte 1968 ein, als norwegische Banken auf die Idee kamen, Frankfurt als bedeutendstem deutschen Finanzplatz ein Symbol mit entsprechender Symbolik zu schenken, um die Stadt mit anderen Finanzmetropolen gleichzustellen. Diese Tradition dauert bis heute an. Zumeist wird der Baum von einer Gemeinde oder Stadt geschenkt. Spessart Tourismus und Marketing hatte sich bereits im vergangenen Jahr beworben, den Weihnachtsbaum für dieses Jahr zu stellen.

Bei der Auswahl ging es auch um ökologische Gesichtspunkte

„Bei der Auswahl des Baums ging es nicht nur im Schönheit, sondern auch um ökologische Gesichtspunkte: Er kommt aus der Region und hat daher eine kurze Anreise, außerdem werden im Rahmen einer Aufforstung 50 neue Bäume gepflanzt“, sagte Feldmann. Die Aufstell-Aktion am Römer beobachtete er gemeinsam mit Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller und Susanne Simmler, Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises.

Bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts bekommt die Fichte noch eine kleine Schönheitsbehandlung. Die unteren Äste werden gekürzt, damit die Bühne unter dem Baum Platz findet. Hier und da werden Äste ergänzt, danach kommt der Schmuck: Rund 4500 Lichter und über 300 rote Schleifen. Und dann: „… wird der Weihnachtsbaum gut vier Wochen lang zum Wahrzeichen unserer Stadt – und mit Sicherheit wieder der meistfotografierte Frankfurter“, ist sich Feldmann sicher.

Am Montag, 26. November, um 17 Uhr, wird der Weihnachtsmarkt eröffnet und der Oberbürgermeister schaltet die Lichter des Weihnachtsbaums an. Der Weihnachtsmarkt läuft bis 22. Dezember.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Rainer Rüffer/ Stadt Frankfurt

Suchen Fadenwürmer und Menschen ähnlich ihr „Futter“?

Wie motiviert uns und unser Nervensystem, vom Sofa aufzustehen und im Kühlschrank oder sogar im Supermarkt nach Essen zu suchen? Das hat ein Forscherteam um Alexander Gottschalk von der Goethe-Universität am Campus Riedberg am Beispiel des Fadenwurms Caenorhabditis elegans untersucht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, wie sich das Verhalten bei der Futtersuche im Laufe der Evolution bei höheren Tieren entwickelt haben könnte.

Nahrung zu finden und an einer Nahrungsquelle zu verweilen, sind entscheidende Überlebensstrategien im Tierreich. Aber wie werden externe Futter-Signale auf molekularer, zellulärer und neuronaler Ebene in Verhalten verwandelt? Um das herauszufinden, greifen Neurowissenschaftler gern auf einfache Modellorganismen wie den Fadenwurm zurück. Er besitzt nur 302 Nervenzellen, deren Verknüpfungen präzise kartiert sind. So können Forscher im Detail untersuchen, wie diese Nervenzellen miteinander kommunizieren, um bestimmte Verhaltensweisen zu erreichen.

Alexander Gottschalk und sein Team konzentrierten sich in ihrer Studie auf einen neuronalen Schaltkreis, an dessen „Spitze“ sich ein Paar sensorischer Nervenzellen befindet. Ist Nahrung vorhanden, setzt es das „Glückshormon“ Dopamin frei. Das wirkt sich auf zwei Arten von nachgeschalteten Neuronen aus  – und zwar auf ganz unterschiedliche Weise, wie das Forscherteam entdeckte. Der Botenstoff aktiviert eines der Neuronen, was ein Verweilen und ein lokales Suchverhalten fördert, während es ein anderes zurückhält, das sonst eine Futtersuche über längere Distanzen fördern würde. In der Folge wird dadurch auch die Muskelaktivität gesteuert.

Doch welche Schlüsse lässt dies auf die Nahrungssuche bei höheren Tieren wie dem Menschen zu? Die Forscher zeigen, dass im Laufe der Evolution die Bedeutung von Dopamin und Cholecystokinin, einem Neurotransmitter im Magen-Darm-Trakt, erhalten blieb. Beide beeinflussen motiviertes Verhalten bei der Nahrungssuche sowie bei anderen Aktivitäten, die eine Belohnung versprechen.

Informationen: Goethe-Universität

Foto: Dr. N. Lange / Fotolia

Randale an Halloween

Am gestrigen Halloweenabend ab etwa 19.30 Uhr haben Unbekannte im Bereich der Platensiedlung in Ginnheim ihr Unwesen getrieben.

Angefangen von Eierwürfen an Häuser und Autos, das Anzünden eines Papiermüllcontainers, Einkaufswagen zusammenketten und auf die Straße ziehen oder auch mit einem Fußballtor die Fahrbahn blockieren bis hin zu Angriffen auf Einsatzkräfte.

Einer der Höhepunkte der Aktion war das Teilentglasen eines Linienbusses. Hier hatten die Unbekannten mit Steinen geworfen und insgesamt drei Fensterscheiben des Busses zerstört. Ein Fahrgast wurde darüber hinaus von einem Stein am Nacken getroffen und musste durch Rettungskräfte vor Ort ambulant behandelt werden.

Sowohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr, wie auch die Polizeistreifen wurden beim Eintreffen mit Steinen beworfen. Ein Beamter wurde am Rücken getroffen, seine Schutzweste konnte allerdings schlimmeres verhindern.

Trotz mehrerer Kontrollen zahlreicher Personen in dem Bereich, konnte keiner Person die Beteiligung an den Aktionen nachgewiesen werden. Die mutmaßlichen Täter konnten sich im Schutze der Dunkelheit schnell aus dem Staub machen.

Gegen Mitternacht war der Spuk vorbei.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Foto: Archiv

Mietenstopp bei der Nassauischen Heimstätte

Die Stadtregierung stimmt für Mietenstopp bei der Nassauische Heimstätte, die beispielsweise auch 170 Wohnungen im Riedberger Westflügel gebaut haben und vermieten. Der Oberbürgermeister: „Von 2019 bis 2023 wird die Nassauische Heimstätte wie unsere ABG die Mieten um maximal ein Prozent pro Jahr in fünf Jahren erhöhen. Dieser Mietenstopp gilt für alle Mieterinnen und Mieter, die ein mittleres Einkommen nicht überschreiten. Ich denke, dass wir diese Überprüfung mittelfristig nicht brauchen, sondern ein Mietenstopp für alle besser ist. Dennoch ist der heutige Beschluss ein guter Schritt für viele Mieterinnen und Mieter.“

Der Oberbürgermeister begrüßt, dass die Nassauische Heimstätte (NH) bei allen neuen Wohnungen einen Anteil von 40 Prozent geförderter Wohnungen erfüllen wird.

Vereinbart wurde außerdem, dass es vor diesem Mietenstopp zu keinen Sondermieterhöhungen kommen darf und in Zukunft die Nassauische Heimstätte von den gesetzlich möglichen elf Prozent Erhöhungen für Modernisierungen maximal sechs Prozent ausschöpfen wird. Alle in den nächsten Jahren auslaufenden Bindungen des geförderten Wohnungsbaus wird die Nassauische Heimstätte freiwillig um zehn Jahre verlängern.

Man betont zudem, dass die Stadt zu ihrer Zusage steht, dass sie die entstehenden Mindereinnahmen der auf Frankfurter Gemarkung stehenden Wohnungen selbst ausgleichen wird.

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Informationen: Stadt Frankfurt

Grafik: Nassauische Heimstätte

Im Hospiz weht ein besonderer Geist…

Den letzten Tagen mehr Leben, mehr (Mit)Menschlichkeit geben – das ist das Ziel der Hospizbewegung. Am nächsten Samstag findet im Hospiz des Sankt Katharinen-Krankenhauses in Bornheim ab 14 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, an dem auch der Riedberger Arzt und Palliativmediziner Dr. Holmer Drews teilnehmen wird. Lesen Sie vorab seine Antworten auf drei wichtige Fragen, die nicht nur Betroffene und Angehörige bewegen.

Wie kann es gelingen, in einem Hospiz die letzten Tage, Stunden oder Wochen eines Menschen in gewisser Weise lebenswert und menschenwürdig zu machen?

Dr. med. Holmer Drews: „Im Hospiz weht ein besonderer Geist, der geprägt ist von (Mit)Menschlichkeit, Respekt und Achtung. Ziel ist es hier nicht mehr, den Patienten gesund zu „machen“ oder zum Teil unnötige Therapien bis zum Tode durchzuführen. Ziel ist es vielmehr, den Gästen (!) die letzten Tage ihres Lebens so angenehm wie möglich zu machen. Alleine schon in der Wortwahl zeigt sich der Unterschied zwischen Gast und Patient. Die Erfinderin der Hospzibewegung hat es so formuliert: nicht dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.

Die letzten Tage sollen für den Gast so angenehm wie möglich sein. Dazu zählt auf der medizinischen Seite, dass er keine Schmerzen haben soll. Das wird mit einer entsprechenden sehr individuellen Schmerztherapie erreicht. Auf der pflegerischen Seite geht es darum, den Gast wirklich zu pflegen, ihn „pfleglich“ zu behandeln. Anders als im Krankenhaus spielt Zeit hier keine Rolle in der Pflege. Die Wünsche des Gastes stehen hierbei an erster Stelle und werden realisiert, sofern das irgend möglich ist. Ergänzend kommt ein Angebot an Musiktherapie und von Gesprächen hinzu. Wir Ärzte schauen regelmäßig bei den Gästen vorbei und reden mit ihnen. Das Schöne im Hospiz ist, dass es hier auf der betreuenden Seite um echtes Teamwork geht. Hier arbeiten wir alle sehr eng miteinander in einer Art und Weise zusammen, wie ich es kaum von anderen Einrichtungen her kenne.“

„Ich gehe als Palliativmediziner mit dem Gast den letzten Weg“, sagt Dr. med. Holmer Drews

Was sehen Sie als größte Herausforderung eines Palliativmediziners?

„Hier kann ich nur für mich selber sprechen. Es ist ungemein entlastend zu wissen, dass es hier nicht mehr um das Retten von Leben geht. Dafür ist die Herausforderung anders: ich gehe als Palliativmediziner mit dem Patienten/Gast seinen letzten Weg und begleite ihn dabei. Hierbei sind sowohl ärztliche Fähigkeiten gefragt, aber fast noch mehr normale menschliche Qualitäten. Die Gäste wissen, wo sie in einem Hospiz sind. Sie sind ja freiwillig dort und wissen, dass es um ihr persönliches Sterben geht. Das gilt es wahrzunehmen, aufzugreifen und so besprechen, dass es dem Gast gerecht wird. Das heißt, dass über Tod und Sterben ganz offen geredet wird. So mache ich das jedenfalls und frage die Gäste möglichst frühzeitig, was sie sich denn für ihr Sterben wünschen und vorgestellt haben, wie sie diese letzte Lebensphase durch- und erleben möchten. Danach richtet sich dann alles weitere. Für mich ist das als Arzt persönlich eine Herausforderung zum Menschsein!“

Immer mehr Menschen wünschen keine lebensverlängernden Maßnahmen. Wie geht man damit um – als Angehöriger und als Arzt?

„Das Thema mit den lebensverlängernden Maßnahmen erlebe ich in meiner normalen Hausarztpraxis tagtäglich. Hier herrschen ziemlich viele falsche Vorstellungen. Diese versuche ich im Gespräch mit Patienten und Angehörigen zu beseitigen und sie zu ermutigen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Diese Wünsche – seien sie schriftlich fixiert oder auch nur mündlich erwähnt – werden respektiert und umgesetzt. Auch hierüber spreche schon ich bei der Aufnahme mit den Patienten/Gästen und erläutere oft, was das für weitreichende Konsequenzen haben kann. In der klassischen Schulmedizin stößt das mitunter an Grenzen. Das macht es mitunter schwer zum Aushalten. Aber: Es ist der Wille des Patienten und der hat Vorrang.“

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Veranstaltung: Am Samstag, 27. Oktober, ist im Hospiz am Sankt Katharinen-Krankenhaus von 14 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür. Beim Podiumsgespräch um 15 Uhr wird auch Palliativmediziner Dr. med. Holmer Drews Fragen beantworten.

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Fotos: Dr. med Holmer Drews/ Symbolfoto: Popov

Abschied vom früheren Ortsvorsteher Franz Syha

Trauer in den Stadtteil-Gremien: Franz Syha war lange Jahre Ortsvorsteher, wurde als „Ortsältester“ und mit zahlreichen weiteren Auszeichnungen geehrt – in der vergangenen Woche ist der CDU-Politiker im Alter von 79 Jahren verstorben. Am Dienstag fand die Beisetzung in Kalbach statt.

„Die Nachricht von seinem Tod hat uns tief bewegt. Franz Syha war eine herausragende Persönlichkeit, dem die Menschen im Stadtteil schätzten und vertrauten“, heißt es in einer Mitteilung der CDU. Von 1972 bis 1993 war Franz Syha  im Ortsbeirat 12 Kalbach-Riedberg aktiv. Viele Jahre diente er dem Stadtteil zudem als Ortsgerichtsvorsteher, ein Amt, „das er mit großer Hingabe und Gewissenhaftigkeit ausübte“.

Die Bevölkerung schätzte ihn offensichtlich so sehr, dass sie ihn auch zur Kommunalwahl in 2011 von einem hinteren Listenplatz deutlich nach vorn und somit in Verantwortung kumulierte. Er stellte sich zudem erneut als Ortsvorsteher bis zu seinem wunschgemäßen Ausscheiden aus dem Ortsbeirat in 2012 zur Verfügung. Ortsvorsteher war er insgesamt 17 Jahre. „Seine CDU wird diesen einzigartigen Menschen nicht vergessen und ihn in dankbarer Erinnerung behalten“, erklärt der aktuelle Vorsitzende Stefan Müller und spricht von einem Menschen, „der das Wohl seines Stadtteils nie aus den Augen verlor“.

Foto: J. Mühlbauer

Warum heizen wir nach einer Gebäude-Sanierung mehr?

Effizienzsteigerungen senken die Kosten für Produkte oder Dienstleistungen. Das führt dazu, dass sich das Verhalten der Nutzer ändern kann: Aufgrund der geringeren Kosten erhöht sich die Nachfrage – ursprüngliche Einsparungen werden dadurch teilweise wieder aufgehoben. Dieser Effekt wird Rebound genannt. Dabei unterscheiden Wissenschaftler zwischen direktem und indirektem Rebound. Ein direkter liegt vor, wenn Bewohner beispielsweise nach einer energetischen Gebäudesanierung mehr heizen und die Raumtemperatur anstatt wie bisher bei 18 Grad zu belassen, nun auf 20 Grad erhöhen. Beim indirekten Rebound-Effekt führt mehr Effizienz an der einen Stelle zu mehr Konsum an einer anderen. Das heißt: Geld, das beispielsweise durch ein energieeffizientes Gerät eingespart wird, wird für neue energieverbrauchende Produkte wieder ausgegeben. Doch warum ändert sich mit steigender Energieeffizienz das Nutzerverhalten und konterkariert so das angestrebte Ziel? Was sind die Ursachen für diese verhaltensbedingte Mehrnachfrage? Und welche Rolle spielen dabei sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Faktoren?

Diesen Fragen geht ein neues Forschungsprojekt auf den Grund. Die Nassauische Heimstätte, die unter anderem die „Riedbergwelle“ in der Graf-von-Stauffenberg-Allee mit 160 überwiegend geförderten Wohnungen erbaut hat, und das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) analysieren die Entstehungskomponenten und Wirkungsweisen direkter Rebound-Effekte im Wärmebereich auf Haushaltsebene. Als weitere Partner mit dabei: das ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung sowie das Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung ISI. Begleitet wird das Projekt zudem von verschiedenen Akteuren aus der Wohnungswirtschaft, aus Umwelt-, Mieter- und Verbraucherverbänden, soziale Träger sowie Bundesbehörden.

Neben möglichen baulich-technischen Einflüssen gilt es auch indirekte Rebound-Effekte zu betrachten. Hierfür wird eine zweistufige quantitative Mieterbefragung im Bestand der Heimstätte durchgeführt. Dabei im Fokus: das Wärmenutzungsverhalten und dessen (psychologische) Einflussgrößen im Vergleich unterschiedlicher Nutzertypen. Auf dieser Basis entwickelt das Team konkrete Vorschläge für erfolgversprechende Maßnahmen. Das Forschungsprojekt knüpft dabei an die aktuelle wissenschaftliche Debatte an und liefert tiefergehende Erkenntnisse zu den Ursachen. Gleichzeitig liefert es Informationen, die für die Optimierung von Tools und Bilanzierungsverfahren oder Kampagnen zum Klimaschutz genutzt werden können. Damit bieten die Projektpartner praxisnahes Wissen für unterschiedliche Akteure.

Das Projekt läuft bis März 2022. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Informationen: Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt