Kategorie: Allgemein

Streik: Mittwoch stehen viele Bahnen still

Die erwarteten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr treffen auch die U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt. Die Gewerkschaft hat angekündigt, dass am kommenden Mittwoch (28. März) von Betriebsbeginn an alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien bestreikt werden. Gleichzeitig ist während der gesamten Osterferien der S-Bahn-Tunnel in Frankfurt wegen Bauarbeiten gesperrt.

Das Bestreiken der U-Bahn wird viele Frankfurter gerade auch auf dem Weg zur Arbeit treffen. Viele erwarten, dass durch den Streik und die zeitgleiche Sperrung des S-Bahn-Tunnels der öffentliche Nahverkehr fast zum Erliegen kommt.

Planmäßig verkehren werden die Regionalzüge und S-Bahnen, letztere nach dem Baustellenfahrplan. Das bedeutet, dass mit ihnen innenstadtnahe Stationen wie Hauptbahnhof, Westbahnhof, Ostbahnhof und Südbahnhof zuverlässig erreichbar sind. Voraussichtlich werden auch die Buslinien verkehren, denn deren Fahrerinnen und Fahrer sind nicht im öffentlichen Dienst angestellt. Sie können allerdings nicht als Ersatz für innerstädtische Bahnlinien dienen, die pro Zug mehreren hundert Fahrgästen Platz bieten. Einige wichtige Verbindungen können sie aber bedienen. Die Buslinien 30 und 36 beispielweise verbinden Sachsenhausen und Lokalbahnhof mit der Konstablerwache und Bad Vilbel beziehungsweise dem Westbahnhof. Die „Tangentiallinien“ 32 und 34 schlagen im Norden der Innenstadt weite Bogen von Ost- zu Westbahnhof und von Bornheim zur Mönchhofstraße. Die Linie 64 nach Ginnheim stellt eine Verbindung vom Hauptbahnhof zur Alten Oper und damit in die Innenstadt dar; sie verkehrt wegen der S-Bahn-Tunnelsperrung häufiger.

Hier finden Sie aktuelle Streik-Informationen

Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ und die VGF empfehlen allen, die am kommenden Mittwoch nicht auf den Nahverkehr verzichten können, sich möglichst kurz vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen. Man erhält sie über die Radiosender, am RMV-Servicetelefon 069/24248024, das rund um die Uhr erreichbar ist, im Internet http://www.rmv-frankfurt.de ,  http://www.vgf-ffm.de und in den sozialen Medien http://www.facebook.de/VGFffm , http://www.twitter.com/vgf_ffm .

Informationen: Presse.Info Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

Streit wegen Rettungsgasse

Heute am frühen Morgen kam es auf der A 5 zu einem Auffahrunfall mit anschließender Vollsperrung. In der Folge gab es im Stau einen handfesten Streit zwischen zwei Autofahrern – dabei ging auch eine Scheibe zu Bruch.

Die Polizei berichtet: Gegen 2.05 Uhr bremste ein 39-jähriger Lkw-Fahrer aufgrund vorausfahrender Fahrzeuge ab. So kam es zur Kollision. Ein 22-Jähriger fuhr mit seinem Fiat Ducato auf den LKW auf und es entstand erheblicher Sachschaden. Beide Unfallbeteiligten wurden leicht verletzt.

Fahrzeugteile lagen daraufhin über die gesamte Fahrbahn verteilt und so musste die A5 zwischen dem Autobahnkreuz Bad Homburg und dem Autobahnkreuz Nordwest in Fahrtrichtung Süden für die Dauer von rund anderthalb Stunden voll gesperrt werden.

Während dieser Zeit stritten zwei Männer im Stau. Weil einer keine Rettungsgasse bildete, schlug ein anderer mutmaßlich seine Seitenscheibe ein. Die Polizei konnte den Streit beenden.

Gegen 4.05 Uhr konnte der Verkehr wieder fließen.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Foto: fotohansel

 

 

Dritte Grundschule gefordert

Der Riedberg wächst – was Kinder betrifft, wesentlich stärker als prognostiziert. Die erste Grundschule hat inzwischen keine Kapazitäten mehr. Die zweite, die Marie-Curie-Schule im Westflügel, wurde erst im Herbst 2014 eröffnet und für rund 450 Kinder erbaut – doch ab Sommer sollen 600 Kinder hier zur Schule gehen. Tendenz steigend. Die Elternvertreter sind schon seit Monaten alarmiert und jetzt wird von FDP und Grünen in der heutigen Ortsbeiratssitzung am Abend folgender Eilantrag gestellt: Der Magistrat wird gebeten, „unverzüglich die notwendigen Schritte zur Errichtung einer Grundschule für den Stadtteil Riedberg einzuleiten“. Die Sitzung (siehe unten) ist öffentlich.

Bildungsdezernentin stellt im Juni Aktionsplan für Kitas und Schulen vor

Zugleich aber hat das Bildungsdezernat bereits mit Ortsvorsteherin Carolin Friedrich vereinbart, dass die zuständige Stadträtin Weber „am 15. Juni in den Ortsbeirat kommen wird, um eine Gesamtlösung für die Kita- und Schulsituation vorzustellen“. Das hat Jetta Lüdecke, Sprecherin des Dezernats für Integration und Bildung von Sylvia Weber (SPD), soeben MAINRiedberg bestätigt.

Aber geht das schnell genug? Im heutigen Antrag wird gefordert, dass „ein pragmatisches Vorgehen bei der Suche nach Grundstücken erforderlich“ sei. Mit der Vorgabe, zunächst vorrangig dem Platzbedarf für die Grundschulplätze nachzukommen und andere Planungsabsichten zurück zu stellen. Platz wäre etwa noch am nördlichen Ende der Altenhöferallee, wo die Sportplatz-Erweiterung entstehen wird und früher bereits ein Kita-Provisorium stand.

Die Marie-Curie-Schule wird im Herbst um vier Pavillons erweitert – doch auch das wird den Bedarf nicht decken

Holzpavillons für neue 1. Klassen zu Schulstart NICHT fertig

Aktuell herrscht auch folgende Problematik: „Wir platzen aus allen Nähten“, hatten Elternvertreter der Marie-Curie-Schule schon seit Monaten gemahnt. Bereits für das laufende Schuljahr muss ein Raum der Ganztagsbetreuung als Klassenzimmer genutzt werden, die Eltern sehen generell die Ganztagsbetreuung für alle Schüler gefährdet, wenn ab Herbst vier weitere 1. Klassen dazukommen, die in Holzpavillons auf dem Schulhof untergebracht werden. Dieses Pavillons werden aber „erst zu den Herbstferien bezugsfertig sein“, wie in dieser Woche die Auskunft aus dem Amt für Bau und Immobilien auf MAINRiedberg-Frage lautete. Auch hier aber sollen aktuell Pläne für eine Übergangslösung erarbeitet werden.

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Die Ortsbeiratssitzung findet am heutigen Freitag, dem 16. März 2018, um 20 Uhr im Familienzentrum Billabong, Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b, am Riedberg statt. Die Sitzung ist öffentlich.

(Für Interessierte besteht im Vorfeld der Sitzung die Möglichkeit, um 19.30 Uhr an einer Führung durch das Familienzentrum teilzunehmen)

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Fotos: Fotolia/ MAINRiedberg

Mehr Grün plus Spielplatz „Bauernhof“

Zugegeben: Am Foto oben sieht’s noch nicht sehr Grün aus. Doch am Rand des Riedberg, in Verlängerung der Frischluftschneise vom Kätcheslachpark Richtung Norden, sind seit Ende Februar Arbeiter, Bagger und Abgrenzungen zu sehen. Denn dort, wo bisher Ackerland war, wird noch mehr Grün entstehen, plus ein großer Spielplatz zum Thema „Bauernhof“ für kleinere, aber auch größere Kinder. Abenteuer inklusive. „Die Bauzeit beträgt nach jetziger Planung etwa vier Monate. Die Pflanzung erfolgt im Herbst“, informiert Willi Körner, Sprecher der Hessenagentur.

Die Planung stammt noch von 2013/ 2014, „ruhte aber bekanntermaßen wegen des Feldhamsters“, so Körner weiter. Zur Erinnerung: Naturschützer mussten erst untersuchen, ob in diesem Bereich geschützte Feldhamster leben. Als sich herausstellte, dass nur noch zwei Männchen zu finden sind, die auch nur in einer Erhaltungsstation gerettet werden können, gab es grünes Licht.

Die Bauarbeiten für den Grünzug am Nordende des Riedbergs haben schon begonnen

Apropos Grün: Direkt an den bereits bestehenden Spielplatz neben der Kita Mobile wird eine Grünfläche entstehen. Mit einzelnen, kleinkronigen Bäumen wie Misteln und auch mit größeren wie Linden oder Ahorn. Ansonsten soll die Fläche als Wiese angelegt werden, die auch genug Platz zum Liegen und Bolzen bietet.

Das Highlight: Der Themenspielplatz „Bauernhof“

Nach diesem ersten Teil wird sich das Grün in einem breiteren Streifen 300 Meter Richtung Kalbach ziehen. Das hat zwei Gründe: Einerseits wird direkt daneben noch die Sportplatz-Erweiterung gebaut, andererseits ist hier der Themenspielplatz „Bauernhof“ geplant – das Highlight der neuen Grünfläche.

 

Mehr Grün plus Spielplatz „Bauernhof“: Hier ist der Plan der Hessenagentur

Landschaftsarchitekt Wilfried Baumgärtner schreibt von „Spiel- und Aufenthaltsbereichen für Kleine und Große“. Und darauf kann man sich freuen: eine Doppelseilbahn mit Startrampe, die durch das natürlich abfallende Gelände zum Wettgleiten einlädt plus eine Kletterlandschaft, die einem Getreideland nachempfunden ist, und eine Windmühle mit einzelnen Stockwerken. Diese Mühle aus Holz, die für Mamas, Papas und Großeltern ein Blickfang sein mag, kann über Stufen, Stangen und Netze erklommen werden. Drinnen kann man sich wunderbar verstecken oder wie in einer Höhle fühlen – und über eine Rutsche geht’s dann wieder raus.

Kletter-Trecker und Heuwagen plus Sand für die Kleinen

Im Kleinkind-Spielbereich wird es eine Sandfläche mit buntem Klettertrecker und einem Heuwagen geben. Der Heuwagen bietet eine Gurtrutsche sowie Backtisch, Sandschütte und Aufzug für Sandspiele. Auch sind noch unter anderem Holzhäuschen, eine integrative Spielanlage und natürlich Sitzgelegenheiten geplant.

Im wenigen Monaten kann’s dann losgehen…

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Pläne & Informationen: HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH

Fotos: MAINRiedberg

OB-Wahl: Feldmann siegt mit 70,8 Prozent

Deutlicher Sieg für Peter Feldmann: Mit 70,8 Prozent hat sich der Amtsinhaber bei der heutigen Stichwahl um das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters gegen seine Herausforderin Bernadette Weyland durchgesetzt. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen waren 46 Prozent der Wählerstimmen auf den Sozialdemokraten entfallen. Christdemokratin Weyland, zuletzt Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium, erreichte im ersten Wahlgang 25,4 Prozent.

„Ich möchte mich bei allen Wählern für ihr demokratisches Engagement bedanken. Mein besonderer Dank gilt allen Unterstützern und Helfern, die sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten unermüdlich dafür eingesetzt haben, die gesamte Stadt für die Bedeutung der Direktwahl zum Amt des Oberbürgermeisters zu sensibilisieren“, sagte Peter Feldmann, der übrigens in Kalbach wohnt, kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses im Frankfurter Rathaus Römer.

Hier gratuliert Bernadette Weyland dem neuen und alten Frankfurter OB. Im Hintergrund sind Thorsten Schäfer-Gumbel, Nancy Faeser und Petra Roth zu sehen     Foto: Maik Reuss

Feldmann, seit 2012 Oberbürgermeister von Frankfurt, betonte zugleich, dass er sein Regierungsprogramm wie angekündigt fortführen werde. „Kernthemen meiner zweiten Amtszeit bleiben die Ausweitung des geförderten Wohnungsbaus, die Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums, die Ausweitung des bei der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft ABG eingeführten Mietpreisstopps auf die Nassauische Heimstätte, günstiger öffentlicher Nahverkehr sowie die Förderung von Bildung und Kultur. Das heutige Wahlergebnis zeigt, dass viele Frankfurterinnen und Frankfurter die von mir aufgezeigten Lösungen von der Stadtregierung einfordern. In den kommenden sechs Jahren wartet auf den Magistrat eine Menge Arbeit, die es gilt, gemeinsan anzupacken.“

Feldmann auch am Riedberg vorn – doch nicht so deutlich

Die Ergebnisse im Stadtteil Kalbach-Riedberg lauten: Auch hier war Feldmann mit 63,2 Prozent klar vor Herausforderin Bernadette Weyland (36,8 Prozent) – aber nicht so deutlich wie in der gesamten Stadt.

Im Detail: Überdurchschnittlich viele Stimmen bekam Christdemokratin Weyland in den beiden Wahllokalen in der Grundschule Riedberg, die die Straßen am Bonifatiusbrunnen und im Quartier Ginsterhöhe abdecken. Dort lag sie deutlich über 38 Prozent. In den beiden Wahllokalen im Gymnasium hingegen, also Riedberg Mitte und „Altkönigblick“, wurde sehr unterschiedlich gewählt, nämlich im Bezirk 65103 mit über 39 Prozent für die CDU-Politikerin, im Wahllokal direkt nebenan waren es für sie fast acht Prozent weniger – und OB Feldmann lag wieder noch deutlicher vorn. In den beiden Wahllokalen in der Marie-Curie-Schule wurde wieder sehr gleichmäßig gewählt. Hier lag Bernadette Weyland zwischen 32 und über 33 Prozent und Peter Feldmann somit zwischen knapp 67 und 68 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag in unserem Stadtteil insgesamt bei sehr niedrigen 35,8 Prozent, doch höher als im städtischen Durchschnitt.

Informationen: Amt für Kommunikation und Stadtmarketing/ Bürgeramt Statistik und Wahlen

Ist das auch Frankfurts verschlossene Welt?

Herausragende Kritiken und Anfragen aus der ganzen Welt: Die Serie „Bad Banks“ geht durch die Decke. Cool, atemlos und hochspannend zeigt der Sechsteiler die Welt der Menschen, die in den gläsernen Bankentürmen mit schwindelerregenden Summen handeln – und die nächste Finanzkrise heraufbeschwören. Das Amt für Kommunikation und Stadtmarketing hat mit Lisa Blumenberg, Initiatorin von „Bad Banks“ und Produzentin der Studio Hamburg-Tochter Letterbox, über die Entwicklung des Plots, die Dreharbeiten, über die Welt der Banker und über Frankfurt gesprochen. Diese ist auch hier im Stadtteil präsent, viele verfolgten fasziniert die Serie. Deshalb möchten wir Ihnen das spannende Interview nicht vorenthalten.

Sehen Sie sich Ihre eigenen Produktionen im Fernsehen an?

Ich habe noch nie eine Party veranstaltet, um gemeinsam mit Freunden einen unserer Filme anzuschauen. Aber: Die Premiere von „Bad Banks“ bei der Berlinale im Zoopalast habe ich sehr genossen. Das gesamte Ensemble war dabei. Wir haben quasi Hand in Hand in diesem legendären Kino gesessen und die erste Folge zusammen angesehen – das war ein großes Erlebnis.

Das klingt nach einer großen Filmfamilie – wie war die Atmosphäre am Set?

Es war ein besonderer Spirit, den ich selten so erlebt habe. Und der mit jedem einzelnen zu tun hatte. Das Ensemble und das Team konnte nicht genug voneinander bekommen. Die Drehtage waren lang und trotzdem wollten alle am Abend noch zusammensitzen.

Wie lange haben Sie gedreht?

Von November 2016 bis März 2017. Wir hatten 63 Drehtage für sechs Folgen, die wir hauptsächlich in Frankfurt, Luxemburg und Berlin verbracht haben, aber auch in London, Leipzig, Paris, Brüssel und Bahrain. Das war ein straffes Programm.

Wie kamen Sie auf die Idee zu Bad Banks?

Die Idee formierte sich während der Finanzkrise 2008. Die Lehman-Pleite hat gezeigt, wie extrem dünn das Eis ist, auf dem die reiche westliche Welt sich bewegt. Das System von Banken, Geld und Investitionen ist existenziell für das Funktionieren unserer Welt, die Menschen vertrauen darauf. Und gleichzeitig ist es instabil und unberechenbar. Gerät das Dominospiel einmal ins Laufen, weiß niemand, wohin der nächste Stein fallen wird. Ich wollte aus Deutschland, aus Frankfurt heraus erzählen, wie dieses System funktioniert, das gleichzeitig auf der ganzen Welt gilt und damit globale Relevanz hat.

Lisa Blumenberg ist Initiatorin und Produzentin von „Bad Banks“              Foto: Studio Hamburg/ FilmProduktion Thorsten Jander

Welche Länder wollen „Bad Banks“ noch zeigen?

Wir haben die Serie in mehr als 30 Länder verkauft. Unter anderem nach Australien, Neuseeland, Großbritannien. Weitere Deals unter anderem auch mit den USA stehen kurz vor dem Abschluss. Dieses Interesse ist ein großes Lob für unsere Produktion. Die ich natürlich nicht allein gestemmt habe. Ein Projekt dieser Größenordnung setzt man mit einem gut eingespielten Team um, dazu gehören Günther Russ und Christian Friedrichs, die mit mir die Finanzierung geschlossen haben und Junior-Producerin Lisa Arndt. Außerdem hatten wir mit HessenFilm und Medien einen starken Förderer in der Region an unserer Seite.

„Und welche Serie guckst du?“ ist inzwischen beinahe eine Standardfrage. Warum sind Serien derart angesagt?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben die Zuschauer offenbar das Bedürfnis, eine Figur intensiver kennenzulernen und zu begleiten. In Serien kann man die Komplexität der Charaktere mit all ihren Eigenheiten, Widersprüchen, mit Graubereichen, Schattenseiten und schillernden Facetten in einer anderen Qualität zeigen als in einem 90-minütigen Film. Zum anderen fordern neue Technik und Verbreitungswege immer neuen Content. Niemand kann alle Serien ansehen. Und trotzdem ist der Bedarf der Sender und Plattformen noch lange nicht gedeckt.

Wie funktionieren Serien heute?

Die Grundidee ist doch immer, den Zuschauern eine neue Welt zu eröffnen. Und wenn es das All ist – als Kind war ich total fasziniert von Raumschiff Enterprise. Auch „Bad Banks“ zeigt eine fremde, verschlossene Welt. Mit unserer Serie wollen wir aus der Binnenperspektive von ihr erzählen und versuchen, sie zu verstehen. Ohne Vorurteile, dafür mit großer Neugierde.

Wie viel Recherchearbeit war dafür nötig?

Für einen Stoff wie „Bad Banks“ kann man sich keine einzige Zeile ausdenken. Das war für Headautor Oliver Kienle und sein Autorenteam harte Arbeit. Wir erzählen, wie eine neue Finanzkrise entstehen kann – dazu muss man zuallererst eine detaillierte Grundlagenrecherche betreiben. Alles muss Hand und Fuß haben. Sonst lachen sich die Banker tot, wenn sie unsere Serie ansehen. Es gab von Anfang an vier Fachberater, die als Investmentbanker gearbeitet hatten, unter ihnen eine Brokerin aus New York für die weibliche Perspektive. Wir wollten wissen und verstehen, welche Prinzipien hinter den Geschäftsmodellen der Banken stecken, wozu es welches Produkt gibt und warum es erfunden wurde. In einem zweiten Schritt war es uns wichtig zu erfahren: Wie fühlt sich die Welt der Banker an? Wie schmeckt sie, riecht sie, sieht sie aus? Dazu haben wir und vor allem Regisseur Christian Schochow Dutzende von Hintergrundgesprächen geführt.

Und?

Ihre Welt ist fiebrig, schillernd, adrenalingeladen. Sie ist faszinierend, eine Elitenwelt: Banker sind gebildet, schnell und international. Sie sind leidenschaftlich und stehen im ständigen Wettbewerb. Ihnen geht es nicht mehr ums Geld, ihnen geht es um Anerkennung. Das alles haben Banker gemeinsam. Und dennoch sind sie grundverschieden. Das wollen wir mit den Figuren aus „Bad Banks“ zeigen.

Was sagen die Menschen aus der Bankenwelt zu Ihrer Serie?

Sie kommt sehr gut an. Manche erzählen, sie hätten die Folgen geradezu verschlungen. Andere halten die Handlung für etwas überspitzt. Allerdings: Wenn man die Entwicklung einer Finanzkrise in sechs Folgen à 50 Minuten zeigen will, ist diese Überspitzung der erzählerischen Verdichtung geschuldet.

Das ZDF hat bereits eine zweite Staffel „Bad Banks“ angekündigt – wann geht es los?

Wir sind mitten in der Entwicklung. Das Konzept haben wir schon während der ersten Staffel erarbeitet. Im Winter 2019 wollen wir mit den Dreharbeiten beginnen.

Frankfurt gilt vielen als kalte Finanzmetropole – wie haben Sie die Stadt erlebt?

Komplett anders. Ich kenne Frankfurt seit Ende der 80er Jahre, als ich Studentin in Mainz war. Frankfurt war für mich die sexy Alternative zum gemütlichen Mainz, das TAT mein Wohnzimmer. Seitdem hat sich die Stadt sehr verändert. Bankentürme, Rotlicht, Altstadt – diese Mischung verschiedener Welten finde ich hochattraktiv. Der Blick vom Sachsenhäuser Ufer, vom Filmmuseum hinüber zur Skyline – für mich ist er der schönste der Stadt. Frankfurt ist auch unserer verantwortlichen Redakteurin beim ZDF, Caroline von Senden, bestens vertraut. Sie lebt dort und hat sich immer wahnsinnig gefreut ans Set zu kommen.

Die Fragen stellte Anja Prechel

Presse-Info Stadt Frankfurt/ Amt für Kommunikation und Stadtmarketing

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großes Foto: ZDF und m KNSK Werbeagentur GmbH/ Sammy Hart

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„Bad Banks“ ist in den Mediatheken von arte und ZDF noch bis 31. August online und abrufbar.

Hier passiert was!

Hier blüht uns was! Viele haben sicher schon die signalgelben Schilder am Riedberg bemerkt, mit einer Hummel und dem Zusatz „Wiesen für Insekten“ des Grünflächenamtes. Diese sind zu finden am Grünzug zwischen Bonifatius- und Kätcheslachpark, aber dann auch weiter Richtung Stadtgrenze. Dort, wo der Wind je nach Wetterlage vom Taunus Richtung City pfeift. Damit sind wir einer von 80 Standorten im neuen Frankfurter Wiesen- und Staudenkonzeptes. Mit den Schildern werden Flächen gekennzeichnet, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und somit einen hohen Wert für die heimische Tierwelt haben. Bunte Wildblumen und auch Stauden sollen hier wachsen. Ideal für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

„Wiesen sind ein besonders wertvoller Lebensraum. Etwa die Hälfte aller in Deutschland beheimateten Pflanzenarten und 55 Prozent der Arten auf der ´Roten Liste` kommen hier vor“, heißt es dazu im Grünflächenamt.

Auszeichnung in „Gold“ für Frankfurts Engagement 

Auch deshalb ist gestern Frankfurt am Main neben Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach als bundesweit erste Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ für die naturnahe Gestaltung der Grünflächen ausgezeichnet worden. Das Label wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verliehen. Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verbänden sowie Bundes- und Landesbehörden verfolgten die Label-Vergabe im Rahmen eines Fachkongresses in Frankfurt.

Das Label „StadtGrün naturnah“ ist Herzstück des Projekts „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das von 2016 bis 2021 durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Die BfN-Präsidentin Beate Jessel erklärte: „Das Label lenkt den Blick auf die zahlreichen, oft ungenutzten Potenziale für mehr Natur in der Stadt. Wir hoffen, dass das Label eine Signalwirkung hat, die möglichst viele Nachahmer findet.“ Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig freute sich nicht zuletzt über die sofortige Auszeichnung in Gold: „Ich freue mich sehr über das Label ‚StadtGrün naturnah‘ in Gold für unser jahrelanges Engagement für mehr Stadtnatur in Frankfurt. Als besonders erfolgreich hat sich unser Ansatz herausgestellt, den Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts den Wert und Nutzen der Biodiversität zu vermitteln. Denn ohne ihren Zuspruch hätten wir den Umstieg auf eine naturnahe Pflege nie geschafft.“

Wann wird’s hier blühen?

Apropos Bürgernähe: Erfahrungsgemäß gibt es öfter Rückmeldungen von BürgerInnen, die sich über das ungepflegt erscheinende Bild beschweren („Hat das Grünflächenamt kein Geld mehr für die Pflege?“) . Die Schilder sollen signalisieren „Hier passiert etwas“, und über den QR-Code gibt es weitere Infos.

Wann aber wird es hier richtig blühen? Laut Grünflächenamt sei das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wie lange es die Wiese schon gibt, was vorher auf dieser Fläche war, also beispielsweise Baustelle oder Acker, und wie die Bodenbeschaffenheit ist. Man versicherte uns auf Nachfrage aber: „Irgendwas blüht immer. Die diesjährigen Blumen können nächstes Jahr schon wieder verschwunden sein und an Ihrer Stelle blühen andere.“ Es könnte also schon in diesem Frühjahr beginnen…

Informationen: Grünflächenamt/ Foto: MAINRiedberg

 

„Das siebte Kreuz“: Lesung, Musik und Historie

Es ist der berühmteste Roman von Anna Seghers. Marcel Reich-Ranicki schrieb einmal: „<Das siebte Kreuz>, dieses große Kunstwerk, ist heute ein Roman gegen die Diktatur schlechthin.“ Aus sieben gekuppten Platanen wurden im Konzentrationslager Westhofen Folterkreuze für sieben geflohene Häftlinge vorbereitet. Sechs Männer müssen für den Fluchtversuch mit dem Leben bezahlen. Ein Kreuz aber bleibt leer, weil einem Mann Dank Hilfe von Genossen im Untergrund, aber auch von mutigen Deutschen die Flucht gelingt…

Mittwoch, 18. April, 19 UhrAnna Seghers, ihr Buch „Das Siebte Kreuz“ und das Frankfurt der 30er Jahre – zu einer Lesung, Historie und Musik lädt die neue IGS Kalbach-Riedberg ein. „Wir freuen uns sehr, dass wir als Mitveranstalter bei Frankfurt liest ein Buch dabei sind“, heißt es dort. Gast ist der Stadtführer und Autor der UNORTE-Bücher, Christian Setzepfandt, der das Buch, Frankfurt und unsere Region näher bringt. Ein musikalischer Rahmen mit Saxophon und Schlagzeug ist auch geplant, anregende Getränke gibt es auch.

Veranstalter ist die neue Gesamtschule in der Carl-Hermann-Rudloff-Allee (Westflügel), Eintritt 4 Euro, behindertengerechter Zugang. Die Anmeldung ist ab sofort über den Förderverein möglich unter foerderverein@igs-kalbach-riedberg.de Ein Tipp: „Schreiben Sie eine Mail an den Förderverein, dann haben Sie Ihren Platz sicher!“

Das ist der Flyer zum Lesefest in der IGS Kalbach-Riedberg

Seghers (1900–1983), gebürtige Mainzerin, ist eine der großen Töchter dieser Region. 1938/39 im französischen Exil geschrieben, hat sie auch die Handlung des Romans in diesen Teil Deutschlands verlegt, in die Landschaft, mit der sie stärker verbunden war als mit jeder anderen: Die Flucht des KZ-Häftlings Georg Heisler beginnt bei Worms und führt ihn bis nach Mainz und Frankfurt/Main, wobei viele konkrete Orte beschrieben werden.

Der Roman von Anna Seghers steht 2018 im Mittelpunkt von „Frankfurt liest ein Buch“, treffend ausgewählt für das Rhein-Main-Gebiet. Weitere Lesungen, Vorträge, Theater-/Museums-/Opern- und Filmabende, literarische Exkursionen und Stadtrundgänge sind Teil des großen Lesefestes. Ab dem 21. März ist das gesamte Programm online!

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Grafik: Frankfurt liest ein Buch/ Flyer des Fördervereins der IGS Kalbach-Riedberg

Forschung gegen Krankenhaus-Keime

Multiresistente Bakterien haben in den letzten Jahren in den Kliniken dramatisch zugenommen und stellen das Gesundheitssystem vor immense Probleme. Neben den „alten Bekannten“ wie  Staphylokokken (Staphylococcus aureus) ist ein weiterer Erreger hinzugekommen: Bakterien der Gattung „Acinetobacter“Um neue Mittel im Kampf gegen den aggressiven Keim zu finden, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2014 eine Forschergruppe unter Federführung der Goethe-Universität etabliert, die jetzt um drei Jahre verlängert wird. Auch Wissenschaftler aus dem Fachbereich Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik am Campus Riedberg und Kollegen aus dem Campus Niederrad sind federführend daran beteiligt.

Infektionen mit diesem Keim führen aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen häufig zum Tod. Besorgniserregend ist, dass der Keim sich weiterhin mit rasanter Geschwindigkeit in der Welt ausbreitet.

Um in dieser Situation möglichst schnell klinisch anwendbare Resultate zu erhalten, arbeiten in der Forschergruppe Naturwissenschaftler und Mediziner eng zusammen. Beteiligt sind mehrere Institute der Goethe-Universität – die Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, die Medizinische Mikrobiologie & Hygiene, das Institut für Zellbiologie & Neurowissenschaften und das Institut für Biochemie –, das Robert-Koch-Institut sowie die Universitäten in Köln und Regenburg.

„Uns ist etwas Einzigartiges gelungen: Wir nutzen aktuelle Patientenisolate, entschlüsseln deren Erbgut und analysieren die krankmachenden Eigenschaften, die dann in Hinblick auf Gegenmaßnahmen charakterisiert werden“, erklären die beiden Sprecher der Forschergruppe, der Mikrobiologie Prof. Volker Müller und der Mikrobiologie und Mediziner Prof. Volkhard Kempf.

So entschlüsseln Forscher die Bakterien

Die Forscher wissen inzwischen, wie sich das Bakterium ernährt, wie es Stress übersteht, wie es sich an belebten und unbelebten Oberflächen anheftet und wie es sich der Wirkung der Antibiotika entzieht. Dadurch können sie neue Ziele für eine Inaktivierung des Bakteriums testen. Unter anderem stellten sie fest: Wenn man den Bakterien die Fähigkeit nimmt, einen bestimmten Zucker zu synthetisieren, sind sie nicht mehr in der Lage, Infektionen auszulösen. Nun arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck daran, Hemmstoffe entwickeln zu können.

Ziel ist es, die Therapie dieses zunehmend bedrohlichen Bakteriums zu ermöglichen.

Informationen & Foto: Pressestelle Goethe-Universität

Riedberg-Tatort läuft am 8. April

Diesen Termin sollten sich Krimifans vormerken: Am 8. April um 20.15 Uhr läuft der „Tatort“, der im vergangenen Frühjahr auch bei uns am Riedberg gedreht wurde. Das hat heute die Pressestelle des Hessischen Rundfunks bestätigt. „Unter Kriegern“ heißt der siebte Fall des Frankfurter Ermittler-Duos Margarita Broich als Anna Janneke und Wolfram Koch als Paul Brix. Schauplätze sind unter anderem das Gelände und die Sporthalle des Gymnasiums Riedberg, eine U-Bahn-Haltestelle am Riedberg sowie die Marie-Curie-Grundschule.

Schauplätze sind unter anderem die Marie-Curie-Schule…

…und das Gymnasium Riedberg

Aber was ist die Story? In den Kellerräumen eines Sportleistungszentrums wird die Leiche des kleinen Malte Rahmani gefunden. Betroffen beginnen die Frankfurter Hauptkommissare mit den Ermittlungen. Schnell finden sie heraus, dass sich der Hausmeister des Sportleistungszentrums, Sven Brunner, öfter mit Malte abseits des Zentrums getroffen hat.

Dann gibt es aber noch einen weiteren Handlungsstrang. Das Sportzentrum wird vom Trainer Joachim Voss äußerst streng und leistungsorientiert geführt – er strebt einen hohen Sportfunktionärsposten an. Auch bei seinem zwölfjährigen Stiefsohn Felix legt Voss großen Wert auf allerhöchstes Niveau, sowohl beim Sport als auch in der Schule. Felix Mutter Meike kann sich gegen die verbalen und körperlichen Demütigungen ihres Ehemanns Joachim kaum wehren – bei denen auch Felix mitmacht. Die beiden „Männer“ haben sich gegen sie verbündet. Voss kontrolliert und manipuliert Meike und Felix, indem er Aggressionen schürt und Angst verbreitet, die letztlich in Gewalt münden.

Wie fügt sich der Riedberg in das Geschehen ein? Wer wird am Ende als Mörder entlarvt? Das werden auch alle Tatort-Fans aus unserem Stadtteil (leider) erst bei der Ausstrahlung erfahren.

Also nicht vergessen: Am 8. April um 20.15 Uhr läuft der „Riedberg-Tatort“ des Hessischen Rundfunks.

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Fotos: hr (4)/ MAINRiedberg