Schlagwort: Schule

Homeschooling so effektiv wie Sommerferien

Wie effektiv lernen Kinder und Jugendliche beim Distanzunterricht? Eine Studie von Forschern der Goethe-Universität gibt für den ersten Lockdown eine ernüchternde Antwort. Später scheint sich die Situation etwas verbessert zu haben.

Trotz Distanzunterricht und Homeschooling während der Lockdowns sind bei vielen Schülerinnen und Schülern enorme Leistungsdefizite entstanden. Das zeigt eine Studie aus der Pädagogischen Psychologie an der Goethe-Universität. Forscherinnen und Forscher haben aus wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien ausgewertet, in denen die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berechnet wurden.

„Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten“, erklärt Prof. Dr. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Beratung, Diagnostik und Evaluation lehrt und einer der Verfasser der Studie ist. Dabei habe sich gezeigt, dass der Kompetenzerwerb während der Schulschließungen im Vergleich zu Präsenzbedingungen deutlich geringer ausfiel.

Kinder aus sozial schwachen Familien verlieren

„Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, sagt Frey. Besonders stark zu beobachten seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Elternhäusern. „Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, schlussfolgert Frey.

Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter 2020/21 nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen. Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert, dies scheint die negativen Effekte abfedern zu können.

Foto:  Archiv

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„Das Losverfahren bei der Schulplatzvergabe ist eine Katastrophe“

Von Ann Wente-Jaeger

Die Aufregung vor dem Übertritt ist groß. Doch die Benachrichtigungen zur Schulplatzvergabe sind für viele Familien am Riedberg eine große Enttäuschung. Fast jedes vierte Kind wurde durch das Losverfahren an weiterführende Schulen in anderen Stadtteilen verteilt.

In Frankfurts familienreichstem Stadtteil gibt es derzeit zwei weiterführende Schulen: das Gymnasium Riedberg und die IGS Kalbach-Riedberg. Beides beliebte Schulen mit einem guten Ruf in ganz Frankfurt. Für den Übertritt standen beide natürlich ganz oben auf den Anmeldungen der Riedberger Viertklässler.

Sowohl das 2009 gegründete Gymnasium als auch die erst 2017 eröffnete Gesamtschule stoßen allerdings längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Am Riedberg mit 2300 Kindern zwischen 6 und 14 Jahren plus 600 Jugendlichen über 15 ist das kein Wunder. Die Situation hat sich noch verschärft, seit 2020 die Schulplatzvergabe per Losverfahren stattfindet und die Wohnortnähe, aber beispielsweise auch das naturwissenschaftliche MINT-Profil des Gymnasiums oder die Schulempfehlung kein Aufnahmekriterium mehr ist.

Die Folge: Teilweise ein Viertel aller Kinder einer Klasse wurden in den vergangenen Wochen per Losverfahren gegen ihren Wunsch an andere Schulen im Stadtgebiet verteilt, sehr viele an die Otto-Hahn-Gesamtschule in Nieder-Eschbach.

„Wir sind enttäuscht und frustriert“

„Und das, obwohl das Gymnasium und auch die IGS sicherlich genug Plätze für die Riedberger Schüler hätten. Nur leider ist es für das Schulamt egal, ob ein Kind im gleichen Stadtteil wohnt. So haben jetzt viele Kinder aus anderen Stadtteilen einen Platz an den Riedberger Schulen erhalten, während sich dafür die, die hier wohnen, ab August in die U-Bahn setzen müssen“, berichten Eltern. Das findet auch Yvonne Scholl, Mutter eines Viertklässlers: „Das Losverfahren ist eine Katastrophe und geht klar auf Kosten der Kinder. Nach der Absage fällt man in ein großes Enttäuschungsloch. Bei diesem Glücksspiel-Losverfahren braucht man in Zukunft auch keine Infoveranstaltungen mehr.“ 

Das Gymnasium Riedberg ist sehr beliebt. Viele Riedberger Kinder haben bei der Platzvergabe durch das neue Losverfahren aber keinen Platz hier erhalten Foto: MAINRiedberg

Auch der Vater eines anderen Jungen sieht es so: „Wir sind enttäuscht und frustriert, es ist keine gerechte Verteilung. Wir überlegen tatsächlich, ob es die richtige Entscheidung war, hierherzuziehen.“

Das sagt die Schulleiterin der IGS

Vom Schulamt und auch von den Schulen wird darauf verwiesen, dass es keinen Rechtsanspruch auf Aufnahme an eine bestimmte weiterführende Schule gibt. Auch nicht, wenn sie im eigenen Stadtteil liegt und zur Schulempfehlung passt.

Susanne Gölitzer, Leiterin der IGS Kalbach-Riedberg, zeichnet ein differenziertes Bild der neuen Regelung. Die immer noch junge Schule punktet mit ihrem reformpädagogischen Konzept. „Doch die Profilbildung macht nur Sinn, wenn sich die Eltern bewusst für eine Schule entscheiden können.“ Andererseits spricht für das Losverfahren, „dass es alle Kinder gleichberechtigt“.

Auch bei der erst 2017 eröffneten IGS Kalbach-Riedberg gab es deutlich mehr Anmeldungen als freie Plätze Foto: MAINRiedberg

Beim Staatlichen Schulamt dürfte für die Los-Regelung sprechen, dass Klagen gegen dieses System der Platzvergabe kaum noch aussichtsreich sind – im Gegensatz zur Vergangenheit.

Sicher, es gibt Ausnahmen. Geschwisterkinder können vorrangig aufgenommen werden, oder Härtefälle, etwa wenn ein Kind aufgrund von Krankheit nicht in einen anderen Stadtteil pendeln kann. Wie man sich allerdings darüber hinaus in der Vorauswahl über die „Härtefall“-Regelung einen Platz sichern kann, ist umstritten und im Hessischen Schulgesetz dehnbar formuliert.

Freundschaften werden auseinandergerissen 

Eltern am Riedberg sprechen von „Demotivation“ und von „Verschwendung von Potential“. Dazu kommen noch Bedenken wegen Corona, wenn sich die Kinder nach den Sommerferien ungeimpft jeden Morgen in Busse und Bahnen setzen, obwohl sie vor Ort das Gymnasium oder die IGS zu Fuß bequem erreichen könnten. So manche werden nicht nur deswegen aufs Eltern-Taxi zurückgreifen. „Jetzt fahren Eltern aus anderen Stadtteilen ihre Kinder auf den Riedberg und wir fahren unsere nach Nieder-Eschbach. Das ist nicht nachvollziehbar und auch nicht nachhaltig“, meint eine Mutter, deren Tochter ebenfalls auf die Otto-Hahn-Schule gehen soll.

Es dürfte wohl kaum ein Kind geben, dessen soziale Kontakte und psychische Gesundheit durch die Corona-Pandemie in den letzten 1,5 Jahren nicht zumindest ein wenig gelitten haben. Die Kinder in dieser Situation aus ihrem ohnehin labileren Freundeskreis zu reißen, mache das nur noch schlimmer. 

Kann eine neue Schule Entlastung bringen?

Im Staatlichen Schulamt in Frankfurt gibt es eine Anlaufstelle, wo man sich auch nach der Platzvergabe nach freien Schulplätzen im Stadtgebiet erkundigen können. Eltern am Riedberg bekamen die Auskunft, dass nur noch in Niederrad und Höchst Plätze frei sind. Am anderen Ende der Stadt.

Speziell im kinderreichen Riedberg wird sich das Problem in den nächsten Jahren noch deutlich vergrößern.

Die Stadt plant unterdessen, eine weitere Gesamtschule für den Frankfurter Norden im  Dreieck zwischen Kalbach, Bonames und Nieder-Eschbach anzusiedeln. Momentan ist die Johanna-Tesch-Schule noch in einem Provisorium in Bockenheim untergebracht und soll am endgültigen Standort auf rund 900 Schüler erweitert werden. Mit Ausschreibung und Bau dürfte das aber bis mindestens 2025 dauern. 

Foto: privat

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Jetzt ist wieder täglich Schule

Nach sechs Monaten Ausnahmezustand kehrt auch für die älteren Schüler ab der 7. Klasse endlich mehr Normalität zurück. Sie haben ab heute wieder täglich Schule. Auch Kitas und Horte in Frankfurt wechseln in den Regelbetrieb.

Aufgrund weiter sinkender Infektionszahlen in Frankfurt wechseln die Frankfurter Betreuungseinrichtungen ab heute, 7. Juni, in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber gab dies vorab in einem Schreiben an die Eltern bekannt und zeigte sich erfreut über diese Entwicklung: „Familien und Kinder haben lange auf diesen Schritt warten müssen. Die reduzierten Öffnungszeiten waren ein notwendiges Mittel, um das Pandemiegeschehen zu entschleunigen und dennoch Bildungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stellen zu können. Diese Zeit hat den Eltern viel abverlangt und darum freue ich mich umso mehr, dass unsere Einrichtungen nun wieder öffnen.“

Hygiene-Regeln gelten weiter

Soweit es die Gegebenheiten in den Einrichtungen zulassen, können die gewohnten Öffnungszeiten unter Beachtung der gültigen Hygieneverordnung angeboten werden. Zusammen mit den Trägern der Betreuungseinrichtungen, dem Gesundheitsamt und dem Stadtschulamt habe man sich auf diesen Öffnungsschritt verständigt.

Abweichungen und Einschränkungen der regulären Öffnungszeiten könne es geben, wenn nicht ausreichend Personal oder Räume vorhanden seien. In diesen Fällen seien auch weiterhin angepasste Öffnungszeiten notwendig, um die gute Betreuung der Kinder zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Die Einrichtungen entscheiden so im Rahmen ihrer Gegebenheiten vor Ort über die Ausgestaltung und schrittweise Öffnung der Betreuung bis zu den Sommerferien. Prinzipiell gelte aber, dass die Sieben-Stunden-Regelung aufgehoben sei und wann immer möglich wieder die regulären Öffnungszeiten angeboten werden sollen.

„Ich möchte mich bei den Frankfurter Familien für die Geduld, das Durchhalten und vor allem die Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten bedanken. Bedanken möchte ich mich aber auch bei den Fachkräften in den Einrichtungen und bei allen anderen Mitarbeitenden, die seit der Pandemie einen so engagierten Beitrag zur Aufrechterhaltung unseres gesellschaftlichen Lebens leisten“, sagte die Dezernentin.

Foto: Element5 Digital /  Unsplash

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Ist ab Mittwoch (endlich) wieder Schule?

Die Corona-Zahlen sinken, die Inzidenz liegt deutlich unter 165: Ab Mittwoch könnten in Frankfurt die Schulen wieder öffnen. Für die meisten Jugendlichen wäre das der erste Präsenzunterricht seit mehr als fünf Monaten.

Die Nachricht aus dem Staatlichen Schulamt klingt etwas sperrig. „Mit Blick auf die seit 05.05.2021 vom RKI veröffentlichte Inzidenz von unter 165 für die Stadt Frankfurt am Main möchte ich Sie in Absprache mit dem Gesundheitsamt und allen in der Stadt Frankfurt für Schulen relevanten Personen darüber informieren, dass wir nach heutigem Stand erwarten, dass die Inzidenz weiter fallen wird.“ Das bedeutet übersetzt: Ab Mittwoch, 12. Mai, könnte in Frankfurt die Bundesnotbremse gelockert werden und unter anderem die Schulen könnten wieder öffnen. Diesmal für alle Schülerinnen und Schüler, allerdings nur im Wechselunterricht. Denn am heutigen Sonntag liegt die Inzidenz in Frankfurt bei 128.

Die endgültige Entscheidung darüber trifft das Hessische Ministerium für Soziales und Integration am Montag oder Dienstag. Diese ist unter https://soziales.hessen.de/gesundheit/corona-in-hessen/in-diesen-kreisen-und-staedten-greift-die-bundes-notbremse einsehbar und für die Schulen bindend.

„Der erste Unterricht in diesem Jahr“

„Für uns wäre das der allererste Unterricht in diesem Jahr“, sagen Jugendliche, die das MAINRiedberg-Team im Stadtteil trifft. Homeschooling und Online-Unterricht hatten sie selbstverständlich schon, aber offenbar in unterschiedlicher Intensität und Qualität. Das berichten Eltern und Schüler in einer MAINRiedberg-Umfrage, die in der MAI-Ausgabe unseres Magazins erscheinen wird.

Während die Jahrgangsstufen 1 bis 6 von Ende Februar bis zum Einsetzen der Bundesnotbremse wieder Wechselunterricht hatten, blieben die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe zu Hause. Ausgenommen waren nur Abschlussklassen. Das könnte sich noch in dieser Woche ändern.

Vorbereitungen an den Schulen laufen

Die fünf Schulen im Stadtteil haben sich bereits mit den Eltern in Verbindung gesetzt und Informationen verschickt. in einer Mitteilung des Gymnasiums Riedberg heißt es: „Da wir nicht wissen, wie oft und gegebenenfalls wann wir wieder in den Distanzunterricht geschickt werden, haben wir uns für A/B-Tage als grundsätzliche Struktur entschieden.“ Dafür spreche auch, dass sich alle so leichter wieder an einen regelmäßigen Schulbesuch gewöhnen könnten. 

Auch an den anderen Schulen werden die Klassen in zwei Gruppen eingeteilt, die im täglichen oder wöchentlichen Wechsel unterrichtet werden. Klassenarbeiten sollen frühestens in der dritten Woche des Präsenzunterrichts geschrieben werden

Foto: Element5 Digital /  Unsplash

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Schulen schließen doch!

Am Freitag gab die Stadt Frankfurt bekannt, dass die Schulen – zumindest eine Woche – trotz Notbremse geöffnet bleiben, am Samstag ordnete das Sozialministerium Distanzunterricht für alle an. Für die Kitas, ESB und Horte soll ein Stufenplan gelten. Viele Fragen sind aber noch offen.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in einer Pressekonferenz mit Blick auf die sogenannte Bundes-Notbremse gesagt: Niemand sei in der Lage, bis Montag alles Nötige zu organisieren. Er gehe davon aus, es werde mindestens eine Woche dauern, bis Schulen und Kitas geschlossen würden. Diese Übergangsfrist brauche man.

Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber hatte daraufhin mitgeteilt, die Stadt werde Schulen und Kitas in der kommenden Woche unabhängig von der Inzidenz offen lassen (MAINRiedberg berichtete)

Schließungen wegen der Bundes-Notbremse 

Im verschärften Infektionsschutzgesetz ist allerdings klar geregelt: In Kreisen und kreisfreien Städten, die drei Tage in Folge über einer Inzidenz von 165 liegen, müssen Schulen und Kindertagesstätten am übernächsten Tag schließen. Entscheidend sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). 

Frankfurts Inzidenzwert liegt inzwischen bei über 180 – und darum greift ab morgen die Bundes-Notbremse. Das Sozialministerium als zuständige Behörde hat am Samstag bekannt geben, dass Frankfurts Schulen ab Montag, 26. April, auf Distanzunterricht umstellen müssen.

Frankfurter Stufenplan für Schulen und Kitas

Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 6 bedeutet das: Ab morgen gilt keine Präsenzpflicht mehr. Das stellt auch viele Eltern vor enorme Probleme. 

Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat gestern einen Stufenplan für die Überführung von Frankfurts Schulen und Kitas in die Notbetreuung vorgestellt. Bis Ende der Woche greift Stufe eins, bei der die Präsenzpflicht in den Schulen aufgehoben ist, auf eine Anwendung der Auswahlkriterien für die Notbetreuung in den Kitas, ESB und Horten jedoch verzichtet wird. Sprich: Eine Betreuung der Kinder soll in Zusammenarbeit von Stadt und Trägern gesichert bleiben.

Sylvia Weber: „Die kurzfristige Ankündigung an einem Wochenende macht ein gestuftes Vorgehen erst recht notwendig. Ich kann und werde von Eltern nicht erwarten, dass sie innerhalb weniger Stunden die Betreuung ihrer Kinder neu organisieren.“ 

Viele Fragen sind noch offen

Aber das gilt offensichtlich nicht überall. Beispielsweise das Gymnasium Riedberg hat die Eltern darüber Informiert, dass die Stadt in diesem Zusammenhang keinerlei Entscheidungsbefugnis habe. Alle Schüler gehen in den Distanzunterricht.

Viele Fragen sind noch offen. Antworten wird es erst in den nächsten Tagen geben. Das Abitur wird jedoch wie vorgesehen durchgeführt.

Foto:  Azzedine Rouichi / Unsplash

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Schulen & Kitas (noch) offen, Sportanlagen teilweise auch

Wichtige aktuelle Meldung! Wegen der hohen Inzidenzwerte müssen die Schulen in Frankfurt bereits ab morgen schließen. Das hat das Sozialministerium am Samstag angeordnet. Die Stadt will mit einem Stufenplan die Betreuung sicherstellen.

Schulen schließen doch!

 

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Die Corona-Notbremse kommt – aber noch keine Schließung von Schulen und Kitas. Die Stadt Frankfurt versucht, mit folgenden Informationen den Bürgern Durchblick bei den neuen Regelungen zu verschaffen. Das betrifft auch das Thema Sport.

Das Infektionsschutzgesetz sieht folgende Regelung vor: Liegt ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt an drei Tagen nacheinander über einer Inzidenz von 100, gehen die Schulen am übernächsten Tag in den Wechselunterricht. Für die Jahrgänge 1 bis 6 ist das bereits Alltag, ab Klasse 7 soll dies ab den 6. Mai möglich sein. Näheres dazu regelt das Kultusministerium.

Nächste Woche noch keine Schließungen

Ab einer Inzidenz von 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen werden die Schulen und Kitas ab dem übernächsten Tag, geschlossen. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen und die Förderschulen. Eine Unterscheidung nach Klassenstufen sieht das Gesetz nicht vor. In diesem Fall wird es eine Notbetreuung geben. Genauere Regelungen dazu werden im Laufe der kommenden Woche erarbeitet und zeitnah mitgeteilt.

Dann folgt eine Information, die für viele Eltern und Kinder zumindest kurzfristig Klarheit schafft: „Unabhängig von der Inzidenz sind für die kommende Woche keine Schließungen von Kitas oder Schulen vorgesehen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Frankfurt.

Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssen sich außerdem zweimal in der Woche testen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Alle Regeln für die Schulen gelten auch für Hochschulen, Berufsschulen und Bildungsangebote für Erwachsene.

Sportanlagen bleiben teilweise offen

Entsprechend der Ausgangssperre werden die Öffnungszeiten der Sportanlagen angepasst. Die Sportanlagen Babenhäuser Landstraße, Hahnstraße und der Sportpark Preungesheim schließen von Samstag, 24. April, an bereits um 21 Uhr. Sie sind also nunmehr täglich von 7 bis 21 Uhr geöffnet, respektive von 8 bis 21 Uhr im Sportpark Preungesheim. Die Leichtathletikanlage auf dem Sportplatz Hahnstraße bleibt nach wie vor ausschließlich dem Leistungssport vorbehalten.

Bei der Nutzung der Sportanlagen sind die geltenden bekannten Corona-Beschränkungen für den Freizeit- und Amateursport einzuhalten. 

Tennis und Badminton in Kalbach möglich

Von der Änderung betroffen ist auch das Sport- und Freizeitzentrum Kalbach mit der Tennishalle und den Badminton-Feldern, die in der Mehrzweckhalle gemietet werden können. Buchungen der Spielfelder für beide Sportarten sind demnach künftig täglich in der Zeit von 8 bis 21 Uhr möglich, weiterhin über www.frankfurtticket.de .

Weitere Vorgaben für den künftigen Sportbetrieb will die Stadt am Montag bekannt geben.

Foto:  Kelly Sikkema / Unsplash

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Testpflicht an Schulen – aber keine weiteren Öffnungen

Es wird jetzt doch eine Testpflicht, aber keine weitere Öffnung der Schulen nach Ostern geben. Darüber haben Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz gestern im Nachgang zur Sitzung des hessischen Kabinetts über die weiteren Pandemie-Maßnahmen informiert.

„Wann haben wir wieder Schule?“ Diese Frage werden nach fast vier Monaten Lockdown sicher auch Kinder und Jugendliche jenseits der Klassenstufen 1 bis 6 stellen. Denn während die unteren Klassen ab Montag weiterhin Wechselunterricht haben, bleiben alle ab Klasse 7 auch nach den Osterferien zu Hause im Distanzunterricht – schon seit Mitte Dezember. Ausgenommen davon sind nur die Abschlussjahrgänge.

Keine weiteren Öffnungen

„Verlässlichkeit und Sicherheit sind für unsere Schulen in diesen Zeiten von großer Bedeutung. Gleichzeitig müssen wir als Landesregierung jederzeit auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren. Es schmerzt mich sehr, dass wir aufgrund der sich bedauerlicherweise weiterhin negativ entwickelnden Infektionszahlen anders als geplant nach den Osterferien ab dem 19. April zunächst keine weiteren Öffnungen in den Schulen vornehmen können. Wir starten folglich nach den Ferien so, wie es Eltern und Schülerinnen und Schüler und deren Lehrkräfte vor den Ferien gewöhnt waren“, erklärte Kultusminister Alexander Lorz. Die Regelung gilt zunächst für vier Wochen, wobei bei einer sich bessernden Infektionslage auch vorher weitere Öffnungen möglich sind.

Teststrategie an Schulen

„Den Präsenz-Schulbetrieb werden wir darüber hinaus intensiv mit einer Test-Strategie, die ab dem 19. April ein negatives Testergebnis als notwendige Voraussetzung für die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte am Präsenzunterricht macht, begleiten. Die Testverpflichtung ist derzeit unerlässlich für einen sicheren Schulbetrieb. Darin haben uns auch die Rückmeldungen unserer Pilot-Schulen, die den Ablauf der Selbsttests vor den Osterferien erprobt haben, bestätigt“, heißt es von der Landesregierung.

Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte können für den Nachweis zwischen dem kostenfreien Bürgertest außerhalb der Schule oder den ebenfalls kostenfreien Antigen-Selbsttests, welche den Schulen vom Land zur Verfügung gestellten wurden, wählen. Akzeptiert werden Nachweise, die mit zeitlichem Bezug auf den Beginn des jeweiligen Schultages nicht älter als 72 Stunden sind. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler, die keinen Test vorweisen können oder diesen nicht in der Schule machen, zu Hause im Distanzunterricht beschult werden. Schülerinnen und Schüler können durch ihre Eltern, volljährige Schülerinnen und Schüler durch sich selbst von der Teilnahme an der Präsenzbeschulung schriftlich abgemeldet werden.

Das gilt bei den Abiturprüfungen

Die Abiturprüfungen finden, wie bereits angekündigt, ganz regulär ab dem 21. April statt. Alle Prüflinge erhalten vor jeder Prüfung die Möglichkeit eines freiwilligen Selbsttests. Schülerinnen und Schüler, die diesen nicht machen möchten, können auch an der Prüfung teilnehmen. Sie müssen dann jedoch eine medizinische Maske tragen. Das bedeutet aber auch: Beim Abitur gilt die Testpflicht nach den aktuellen Planungen nicht.

Informationen: Hessisches Kultusministerium

Foto:  Azzedine Rouichi / Unsplash

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„Unsere Schulen stecken in der Krise“

Unser Schulmodell ist nicht mehr zeitgemäß – davon sind die beiden Riedberger Soziaplädagog*innen Naomi Wille und Hendrik Lang überzeugt. In einem Meinungsbeitrag für MAINRiedberg beschreiben sie, warum Corona auch eine einmalige Chance für die Zukunft der Bildung ist.

Unsere Schulen stecken in der Krise. Das war bereits vor Corona so und daran hat Corona nichts geändert. Durch die Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus hat sich nun jedoch der Fokus auf das Thema geändert. Als Soziaplädagog*innen der frühkindlichen Bildung setzen wir uns mit dem Thema Lernen an einer ganz besonders sensiblen auseinander: dem Beginn. Das lebenslange Lernen beginnt mit der Geburt, die Kita ist in der Regel die erste institutionelle Bildungsinstanz. Als Wegbereiter*innen für den weiteren Bildungsverlauf ist es wichtig, sich ebenso mit dem Lernen in der späteren Schule auseinanderzusetzen.

Die Wissenschaft weiß bereits, dass unser Schulmodell nicht zeitgemäß ist. Die Uhrzeit des Schulbeginns und die Länge der Unterrichtseinheiten entsprechen nicht den Entwicklungsbedürfnissen der Schüler*innen, Prüfungen, wie wir sie durchführen, bilden nicht immer die korrekte Leistung ab und setzen Schüler*innen zunehmend unter Druck, Frontalunterricht führt nicht zu nachhaltigem Lernen bei den Schüler*innen. Das weiß die Wissenschaft bereits seit langem, die Politik scheint sich langsam dahingehend zu öffnen. Das war vor Corona.

Homeschooling macht Probleme sichtbar

Doch Corona macht alles anders, auch in der Schule. Von heute auf morgen wurden die Schulen geschlossen und wir mussten uns nach neuen Lern- und Lehrformen umschauen. Das Homeschooling wurde geboren – mit starken qualitativen Unterschieden von Schule zu Schule und von Lehrer*in zu Lehrer*in. Die Familien standen plötzlich vor großen Problemen, nicht nur, was die Schule betrifft. Die Diskussion darüber, wie wir die Schüler*innen schnellstmöglich wieder in die Schule bekommen, bestimmte den Diskurs der Bildungspolitik. Wie die Schule aussehen soll, in die die Schüler*innen zurückkehren sollen, wird nicht diskutiert. Dabei birgt die Situation eine große Chance.

Corona ist eine große Chance

Denn: Corona macht alles anders. Unsere Schulform wurde von heute auf morgen komplett umgestaltet und steht nun vor einem Neuanfang. Also Tabula rasa. Wir haben die einmalige Chance, die Schule, in der wir lernen wollen, neuzugestalten. Homeschooling verlangt von den Schüler*innen ein hohes Maß an Verantwortung ab. Dadurch erfahren sie Selbstwirksamkeit, was wiederum zu Lernfreude führt. Das sind wichtige Kompetenzen, die wir fördern sollten. Sie gelten als Schlüsselkompetenzen für Resilienz und als Erfolgsfaktoren im späteren Berufsleben. Doch anstatt unseren Schüler*innen das Vertrauen und die Möglichkeit zu geben, sich auch in der Krise auf ihr späteres Leben vorbereiten zu können, diskutieren wir darüber, wie wir sie am besten wieder in das alte Schulmodell zurückbringen können. Damit wir dann wieder darüber diskutieren können, dass unser Schulmodell nicht zeitgemäß ist.

Medienkompetenz ist der Schlüssel

Homeschooling findet, wie der Name es bereits suggeriert, zu Hause statt. Mit Medien, welche zuvor kaum oder gar nicht im Unterricht eingesetzt wurden. Der Umgang mit den Medien fördert die Medienkompetenz. Ebenfalls eine Schlüsselkompetenz für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Doch Medienkompetenz vermitteln können nur medienkompetente Lehrer*innen – und hier liegt das Problem. Medien im Unterricht werden von den Lehrkräften häufig abgelehnt. Die Hoffnung lag auf der nachrückenden Generation, doch auch diese erkennt keinen Mehrwert am Medieneinsatz in der Bildung. Die Ausbildung der Lehrkräfte berücksichtigt es ebenso nicht ausreichend.

Wir brauchen eine Bildungs-Diskussion

Die derzeitige Situation in den Schulen ist eine große Herausforderung. Sie birgt jedoch auch eine große Chance. Wir müssen die Diskussion darüber, wie die Schule gestaltet werden soll, mit der Diskussion, wie die Schulen wieder geöffnet werden können, verbinden. Corona macht alles anders. Nun sind wir gefragt, die Dinge ebenfalls etwas anders zu machen als zuvor.

Foto: Taylor Wilcox/ Unsplash

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