Kategorie: AktuelleNEWS

Fahrplan Riedberger Sommerfestival am 5. und 6. Juli

Sommerfestival

Freitag, den 05. Juli 2024

18:00 Uhr Eröffnung des Sommerfestivals
Sommerlounge mit Musik zum Chillen und Tanzen
18:00 Uhr EM-Spiel Deutschland – Spanien
Die EM-Spiele während des Festivals können auf den großen Monitoren im Aufenthaltszelt verfolgt werden.
20:00 Uhr Die Band dEFFtig übernimmt,
das sind 5 reifere Herren, die es auch im fortgeschrittenen Alter nicht lassen können, ihrer Leidenschaft, der deutschsprachigen Rockmusik, zu frönen.Gecovert werden dabei u.a. Titel von Herbert Grönemeier, H.R. Kunze, Wolf Maahn, Rio Reiser, Laith-al-Deen, Extrabreit, Udo Lindenberg, Toten Hosen, Edo Zanki, BAP und und …„Wir wollen Spaß haben mit unserem Publikum und mit der Musik, die wir lieben. Wir müssen kein Geld mehr damit verdienen, möchten aber auch keine Live-Band für „en Appel und en Ei“ sein.Deshalb finden viele unsere Auftritte in Frankfurt als Benefizkonzerte zu Gunsten der Frankfurter Tafel statt.“

Samstag, den 06. Juli 2024

14:00 Uhr Es beginnt der zweite Tag des Sommerfestivals
15:00 Uhr Taunus-Tanz!Schule aus Oberursel
Deutschlands einzige Tanzschule in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude! Drei wunderschöne Tanzsäle über den Dächern von Oberursel.
Das Team im Tanz-Bahnhof Oberursel bietet Lebensfreude pur ab ca. drei Jahren bis ins hohe Seniorenalter. Über 100 Tanzkurse erwarten Sie vom Gesellschaftstanz über Kindertanz, HipHop, BreakDance, Line-Dance, Sh-Bam bis zu Salsa, Latinos, DiscoFox oder Bachata!
16:00 Uhr Auftritt des Riedberg-Chors mit einem 30-minütigem Programm.
Am Sonntag, den 07.07. um 17 Uhr findet ihr Sommerkonzert mit dem Titel »Here comes the Sun« in der Aula des Gymnasiums Riedberg statt.
Neben dem namensgebenden Beatles-Song kann sich das Publikum u.a. auf den Queen-Klassiker »Bohemian Rhapsody« freuen, bei dem sie eine Band musikalisch begleitet. Nach dem Konzert laden sie zu einem Umtrunk ein.
17:00 Uhr Scherbenhaufen
Eine Rockband aus Frankfurt
19:00 Uhr The Funk and the Curious
Funk und Soul aus der Feinkostabteilung: The Funk and the Curious ist eine 8-köpfige Soulband aus dem Main-Taunus-Kreis. Sie erwartet feinste Soul- und Funk-Musik, mit allem, was dazu gehört: von Stevie Wonder über Otis Redding und Al Green bis hin zu neuen Klängen von Elektro Deluxe, den Monophonics, aber auch eigene stimmungsvolle Stücke.
Von tanzbaren Funk-Tunes bis zur Soulballade haben die 8 Musiker alles im Gepäck. Präsentiert wird das Ganze im passenden Rahmen: Drums, Bass, Gitarre, Soul-Orgel und Piano, unsere dreiköpfige Horn-Section und eine hervorragende Sängerin schaffen den Rahmen für einen Abend mit Tanz, Stimmung und Emotion.
21:30 Uhr The Paper Sailors
Ihr Markenzeichen, ein gefaltetes Papierboot – gründete sich im Sommer 2016. Beim Vermischen von Indie-Folk mit Elementen aus Blues und Classic-Rock kreierte die Band den unverwechselbaren und faszinierenden Vintage-Sound, durch den sie sich heute auszeichnen.
The Paper Sailors, das sind Martin Persch am Gesang, Jens Kühnle am Bass, Andre Steiner am Schlagzeug und Philipp Wetzel an der Gitarre.

 

Und außerdem gibt es:

  • Wasserspiele
  • Trampolin
  • Karussell
  • Tombola
  • Abwechslungsreiches Familienprogramm
  • Attraktionen für Jung und Alt
  • Leckeres vom Grill
  • Burger
  • Bier vom Fass
  • Cocktails
  • Eine Weinbar
  • Internationale Spezialitäten
  • Handkäs-Shop
  • Eisverkauf der Fachschaft Physik der Goethe Universität

Viele lokale Vereine sind bei der Ausrichtung des Festes mit viel ehrenamtlicher Arbeit engagiert, wie zum Beispiel:

Folgende Firmen sind ebenfalls engagiert:

  • ThermoMix Vertretung Dilyana Moster
  • Crepes Suzette
  • Royal Coaching
  • Handkäs´ Shop
  • Gümüs Feinkostparadies

Sonstige Beteiligte

  • Ailinas Tombola

Veranstalter ist die IG Riedberg.

Es werden noch Helfer für die Durchführung benötigt. Unter dem Link Helferliste 2024 findet ihr, wie schon im letzten Jahr, eine Helferliste in die ihr euch direkt eintragen könnt. Wer helfen möchte, kann auch gerne eine eMail schicken an kontakt@ig-riedberg.de.

 

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Stroke Unit des Krankenhauses Nordwest erhält erneut TÜV-Zertifizierung

Frankfurt, den 26.06.2024 – Die Stroke Unit der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Nordwest hat erneut das begehrte Zertifikat als überregionale Stroke Unit vom TÜV Rheinland erhalten. In ihrem Prüfbericht heben die Auditoren die herausragende Qualifikation des medizinischen und pflegerischen Personals, die hochmoderne technische Ausstattung und die enge Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie hervor. Auch die wissenschaftlichen Aktivitäten und Schulungs- sowie Fortbildungsprogramme für Mitarbeitende und Angehörige werden besonders betont.

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Die »Senioren Zeitschrift« bekommt einen neuen Namen

Screenshot Archiv Senioren Zeitschrift

Seit dem Herbst 1974 erscheint die »Senioren Zeitschrift» vierteljährlich zu Anfang eines jeden Quartals. Inzwischen in einer Auflage von 41.000 (gedruckten) Exemplaren.

Die Informationsschrift wird herausgegeben vom Dezernat für Soziales und Gesundheit und liegt kostenlos an über 500 Ausgabestellen im gesamten Stadtgebiet aus, etwa in den Bürgerämtern, Sozialrathäusern, Stadtbüchereien, in Apotheken, Arztpraxen und natürlich im Rathaus für Senioren in der Hansaallee 150.

Damit feiert die Zeitschrift nun ihr 50-jähriges Dienstjubiläum. Seit 2003 gibt es sie auch in digitaler Form zum Herunterladen oder zum Online-Lesen. Auch ein Abonnement ist möglich: Für 12 Euro Jahresbeitrag kommt die gedruckte Ausgabe direkt in den heimischen Briefkasten. Seit 2007 gibt es die Magazin-Ausgaben als Hör-CD für Menschen mit Seheinschränkungen.

Initiiert hat die „Senioren Zeitschrift“ die bundesweit eine der ältesten Seniorenzeitschriften ist, der damalige Sozialdezernent Martin Berg. Bereits zuvor gab die Stadt Frankfurt die Informationsbroschüre »Wir in unserer Stadt« heraus. Wegen der langen Produktionszeiten waren einige der hier veröffentlichten Informationen jedoch zum Erscheinungstermin nicht mehr aktuell. Dem sollte die quartalsweise erscheinende Publikation begegnen.

Ziel des vom Sozialdezernat getragenen Konzepts war von Beginn an die Weitergabe nützlicher Informationen zu städtischen Unterstützungsangeboten für die Älteren, um deren Lebenssituation zu verbessern und möglichst lange ihre soziale Teilhabe zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollten in der Publikation unterhaltsame, kulturelle und gesellschaftliche Themen aufgegriffen werden. Texte zur Frankfurter Historie und Frankfurter Schauplätzen hatten und haben ebenfalls ihren Platz im Heft. Außerdem informiert die Redaktion auf der Homepage regelmäßig über Aktuelles zwischen den Erscheinungsterminen.

Namensänderung

Jetzt ändert die kostenlose Informationsschrift ihren Namen von „Senioren Zeitschrift – Informationen der Stadt Frankfurt“ in „Stadt Frankfurt im Blick – Informationen für Älterwerdende“ (SFiB). Damit soll ab der Ausgabe 03/2024 die Zielgruppe erweitert und noch stärker auf das vielfältige Themenspektrum der Verwaltungspublikation verwiesen werden.

Umfragen haben gezeigt, dass sich nicht alle in der Altersgruppe 55plus als Senior verstehen. So haben diese Menschen bislang auch nicht nach der Publikation gegriffen, wenn sie sie gesehen haben – obwohl auch für sie und nicht nur für Hochaltrige die Inhalte äußerst interessant sind, das konnten sie beim Durchblättern feststellen.

Gleichzeitig richtet der neue Titel explizit den Fokus auf die Stadt Frankfurt und ihre unterschiedlichen Verwaltungsbereiche sowie deren hilfreiche und unterstützende Angebote und Informationen, die die Bewohner Frankfurts hier erhalten.

Darüber hinaus steckt bereits im Titel der Verweis auf den Facettenreichtum und die Vielfalt innerhalb der Mainmetropole und der Menschen, die hier leben. Denn sie sind es, die in jeder Ausgabe immer wieder aufs Neue für spannende Geschichten und interessante Einblicke sorgen.


Weiterführende Links

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Wer trägt zukünftig die Kosten durch Naturkatastrophen?

Gewitterwolke mit Blitz

Die Kosten durch Naturkatastrophen, hier vor allem für Hochwasser haben sich in den letzten Jahren gehäuft:

  • 2002: Elbe-Flut – Kosten etwa 2 Milliarden Euro.
  • 2013: Kosten für erneute Elbe-Flut wird auf 12 Milliarden Euro geschätzt.
  • 2021: Für die Versicherungswirtschaft war das Hochwasser im Ahrtal mit einem Gesamtschaden von 9 Milliarden Euro die bislang folgenschwerste Naturkatastrophe in Deutschland. Insgesamt sind Schäden von 40 Milliarden Euro entstanden.
  • 2024: Hochwasser in Bayern – Versicherter Schaden wird auf 2 Milliarden Euro geschätzt. Und das Jahr ist noch nicht vorüber.

Das, was früher mal ein Jahrhunderthochwasser war, tritt nun alle paar Jahre auf. Da immer mehr gebaut wurde, steigen auch die damit verbundenen Schäden an Immobilien und Infrastrukturen (Straßen, Schienen, Brücken, …) ebenfalls weiter an.

Bisheriger Versicherungsumfang

  • Die Gebäudeversicherung zahlt für Sturm und Hagelschäden.
  • Elementarpolicen sind ein Zusatzbaustein zur Gebäudeversicherung für weitere Naturgefahren inklusive Überschwemmungen.
  • Grundwasser, das durch den Abfluss im Waschkeller nach oben ins Wohnhaus strömt, zählt üblicherweise als Baumangel, ähnlich einem undichten Dach – und die Versicherung zahlt nicht.
  • Nur ein Teil der Häuser ist gegen Überschwemmungen versichert. In Bayern liegt die Quote bei rund 47 %, in Baden-Württemberg bei 94 %.
  • Öffentliche Infrastrukturen wie Straßen und Brücken sind in aller Regel nicht versichert.
  • Die Wassermassen führen auch zu deutlichen Ernteausfällen.

Finanzielle Hilfeleistungen

Bisher übernahmen nach Flutkatastrophen regelmäßig Bund und Länder die Rolle eines inoffiziellen Versicherers und zahlten Milliardenhilfen. Die regelmäßige Inanspruchnahme dieser Hilfetöpfe führte jedoch dazu, dass darin kein Geld mehr enthalten ist. Sollten die Töpfe wieder gefüllt werden, müssen staatliche Leistungen gekürzt oder Steuern angehoben werden. Daher fordern die Länder eine Pflichtversicherung.

Bei einmaligen Naturkatastrophen ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hoch. Treten diese Ereignisse jedoch regelmäßig und gehäuft auf, versiegt die Hilfsbereitschaft.

Wer zahlt am Ende?

Folgende Varianten stehen derzeit in der Debatte:

  • Eine Versichertengemeinschaft. Entweder im Rahmen einer freiwilligen Versicherung deren Kosten sich nach den individuellen Risiken richten oder eine Pflichtversicherung für alle Immobilienbesitzer zu einem einheitlichen Satz.
  • Der Steuerzahler nach dem Solidaritätsprinzip: Wer mehr verdient, trägt auch eine höhere Last.
  • Jeder individuell. Wer keine Rücklagen gebildet hat und in einem Risikogebiet eine Immobilie besitzt, geht im Katastrophenfall pleite.

Zu erwarten ist, dass es ein Mischmodell werden wird. Die Diskussionen darüber werden jedoch noch einige Zeit benötigen. Von daher sollte erst mal jeder individuell schauen, wie er sich vor solchen Katastrophen schützen kann.

  • Immobilien in Überschwemmungsgebieten aufgeben.
  • Rücklagen bilden, Versicherungen abschließen, soweit möglich.
  • Bautechnische Vorsorge betreiben.
  • Sich aktiv im Klimaschutz engagieren.
  • Überschwemmungsgebiete schaffen.
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Dieterich Faber im Interview

Letzten Samstag präsentierte Dietrich Faber im Rahmen der „Kultur in der Aula“ seine Bühnenshow „positiv“. Vor dem Auftritt gewährte er dem Stadtteilmagazin MainRiedberg ein Interview.

 

MainRiedberg:
Erstmal vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen konnten.

Dietrich Faber:
Gerne

MainRiedberg:
Was mich zuerst interessiert. Wie kriegt man das alles in einen Hut, sowohl organisatorisch als auch zeitlich: Kabarettist, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler?

D. Faber:
Die Dinge sind ja miteinander ein bisschen verwandt und haben sich so auch fließend entwickelt.
Ich habe angefangen im Kabarettduo, so wurde es eigentlich mein Beruf. Mit einem  Schulfreund zusammen haben wir einfach aus Lust Programme gemacht. Zuerst traten wir in der Region auf und hatten gar nicht groß den Plan gehabt, das zum Beruf zu machen. Es wurde dann aber erfreulicherweise zum Beruf und wir haben das dann sehr lange gemacht.

Und anschließend kam die Idee, ein Buch zu schreiben und dann hat das eben auch funktioniert. Dadurch hat sich mein Beruf neu formiert. Wir haben im Duo vorerst eine Pause eingelegt und später die Zusammenarbeit beendet. Auf jeden Fall sind die Dinge so ineinander übergegangen.
Weiter ging es mit den Buch- und Lese-Shows. Die habe ich als eine Art von Lesung präsentiert, bei der kabarettistische, komödiantische und auch musikalische Elemente enthalten waren.
Aus dieser Musik ist dann der Manni Kreutzer, das ist eine Kunstfigur, entstanden. Der singt in seinem Dialekt Folk- und Country-Songs. Und das wurde dann zu einem eigenen musikalischen Projekt, was auch nebenher noch so läuft.
Und diese Schauspielgeschichte hat sich tatsächlich erst in den letzten zwei Jahren ergeben. Das ist letztendlich wegen Corona entstanden: plötzlich war Zeit da und waren Projekte möglich, die aus zeitlichen Gründen vorher nicht möglich waren.

Das klingt das jetzt zwar alles wie ein logischer Plan, der es aber nicht war. Es hat sich eben auf die Art entwickelt und mir machen eben viele Dinge Spaß.
Das Schreiben steht im Moment ein bisschen hintenan.

MainRiedberg:
Und das kriegt man alles gut geregelt?

D.Faber:
Ja, schon. Im Moment manage ich mich sogar selbst. Das war natürlich auch super hilfreich, denn über die Jahre habe ich ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt, wie viel ich mir zumuten will. Ich höre da auch in mich rein: auf was habe ich wirklich Lust.

Und ich bewege mich seit der Bröhmann Buchreihe, also seit zehn Jahren, ausschließlich in Hessen. Also meine Tourneen gehen nur noch selten und in Ausnahmefällen darüber hinaus. Manchmal fehlt es mir sogar wieder ein bisschen, aus der, wie sagt man so schön sagt „Komfortzone“ rauszukommen. Aber dadurch, dass die Bücher als Hessenkrimis verkauft wurden und diese Musik-Figur auch eine hessische Figur ist, bin ich eben in der Regel mit meinen Auftritten in Hessen und habe dadurch nicht mehr so viel Reiserei.
Also so gesehen ist das alles eigentlich gut für mich händelbar und ich habe ein ganz gutes Gefühl dabei. Insgesamt glaube ich, dass ich mich als selbstständigen Künstler gut organisieren kann.

MainRiedberg:
Was inspiriert Sie denn am meisten? Wann und wo kommen Ihnen die besten Ideen?

D. Faber:
Da gibt es tatsächlich keine eindeutige Antwort.

Einerseits gucke ich aufs Außen, was um mich herum passiert, nehme auch gesellschaftlichen Dinge wahr. Obwohl ich in dem Sinne ja kein klassischer politischer Kabarettist bin, beeinflussen mich auch gesellschaftliche, kommunikative Dinge und natürlich die aktuelle Situation.

Aber ich gucke eben auch, und das ist die Form des Kabaretts, die ich auch mag:
wer bin ich? Und mit ‚ich‘ meine ich auch meine Freunde, meine Familie, ohne zu privat zu sein: also die eigenen Schwächen, die eigene Schrulligkeit, Merkwürdigkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten genauso zu beleuchten und hochzunehmen. Also Menschen beobachten, Menschen mit ihren Schwächen – und dazu gehören die eigenen – und daraus einen Humor zu transportieren, der hoffentlich eben nicht zynisch ist, sondern derart, dass man auch über sich selber und nicht nur über die anderen lachen darf.

MainRiedberg:
Also mein Eindruck war aber schon, dass Ihre Lebenswirklichkeit, also das Tagtägliche, die Alltäglichkeit die wichtigste Inspirationsquelle ist.

D. Faber:
Ja, ich beobachte im Alltag, aber ohne dass ich ständig mit dem inneren Notizbuch durchs Leben renne. Ich scanne nicht alles ab auf Verwertbarkeit.

Dieterich Faber live; Foto: D.Walz

MainRiedberg:
Ihre Ortsverbundenheit zu Oberhessen kommt schon deutlich raus, die spielt überall eine Rolle.

D. Faber:
Ja klar. Aber ich bin kein ausgesprochener Lokalpatriot. Das hat sich auch ein bisschen so ergeben: ich lebe gerne in Mittelhessen und in Gießen, bin da in der Nähe aufgewachsen und ich war fast mein ganzes Leben dort. Das hat auch praktische Gründe. Beim Touren ist man schnell im Süden, im Norden, mal schnell auf der Autobahn. Ich könnte auch woanders glücklich sein.
Also es ist so, ich kenne die Region und habe die zum Gegenstand in meinen Romanen gemacht und meine Figuren sprechen eben teilweise diesen Dialekt. Aber ich merke schon, dass das gar nicht so eine wahnsinnig große Bedeutung hat, als dass ich mich für immer mit Mittelhessen beschäftigen müsste.

MainRiedberg:
Das Publikum spielt für Sie dann doch schon eine große Rolle wie Sie sich als Künstler ausleben?

D. Faber:
Ja, ich sage es auch selber in meiner Show. Es ist immer schön, wenn die Leute kommen, weil alleine weniger Spaß macht und ich das Programm schon kenne. Das ist natürlich das Schöne an meinem Beruf. Und damit meine ich auch gar nicht nur einen Riesenapplaus und Ovationen zu bekommen, sondern die Art, miteinander den Abend zu verbringen.
Und da habe ich erstmal so einen Grundrespekt. Die Menschen haben sich entschieden, kommen zu mir, haben Eintritt gezahlt und wollen unterhalten werden. Und das ist einfach schon mal eine schöne Vereinbarung. Also die Leute kommen ja freiwillig und im besten Fall entsteht eine schöne gemeinsame Stimmung.
Bei Büchern ist es natürlich ein bisschen anonymer. Deswegen sind ja dann auch die Lesungen Buch-Shows, da ich da eben in Kontakt komme und Rückmeldungen kriege.

Bühne macht ohne Publikum nicht viel Sinn. Das ist schon ein schönes Miteinander und inspiriert ja auch, was man so von den Menschen etwas mitbekommt.

MainRiedberg:
Ich denke, jeder Künstler braucht ein Stück Anerkennung für das, was er tut. Gefällt das überhaupt oder ist das nur in meinem Kopf gewachsen und gediehen und kümmert aber sonst niemanden? Das wäre ja wahrscheinlich das Ende der ganzen Kunst.

D. Faber:
Es mag ja Künstler geben, die sagen „Mir ist das Publikum egal. Mir geht es darum, dass ich mich in meiner Kunst ausdrücke“. Mir würde es gar keinen Spaß machen und ich hätte ich auch schon längst aufgehört, wenn ich gemerkt hätte, das funktioniert mit Publikum nicht. Man muss es auch mögen oder können, vor Menschen immer wieder aufzutreten und sich zu produzieren oder zu zeigen.

MainRiedberg:
Mich würde interessieren, wie entsteht denn so eine Bühnenshow? In meiner naiven Vorstellung ist da ein ‚roter Faden‘ oder eine Grundidee und da werden dann einzelne Szenen, Sketche und Musikeinlagen wie Wäschestücke auf einer Wäscheleine aneinandergehängt und irgendwann mal sagt man sich ‚Jetzt steht das Ganze‘.

D. Faber:
Ja ein bisschen ist es tatsächlich so.
Ich fange erstmal ganz grob an, mit mir selber zu brainstormen: was kann ein Oberthema sein. So habe ich mich ja für diesen Titel ‚positiv‘ entschieden.
Also das war schon bewusst als kleiner provokativer Titel gedacht, wo doch die gesamtgesellschaftliche Stimmung eher nicht als unbedingt positiv zu beschreiben ist.

Ich hatte relativ früh die Idee, ein Programm zu machen mit dem Anspruch, mit meinen Inhalten und meinen Figuren positiv zu unterhalten und eine Grundstimmung zu bringen, die Freude macht. Und obwohl uns genug Elemente im Leben begleiten, zu denen man sich kritisch und negativ äußert.

Aber ich habe gemerkt, dass das aber ein hoher Anspruch ist und habe versucht, diesen nicht zu eng zu fassen.  Ich fragte mich, worauf ich Lust habe und was will ich erzählen? Was brennt gerade in mir? Was sind die Themen, die ich gerne sehen würde? Was kann ich gut? Was ist die Basis und der Kern?
Und wenn ich das mal habe, dann läuft es, weil dann ist das Verkopfte ein bisschen raus ist. Am Ende ist das nochmal harte Arbeit, um das Programm in eine Form zu bringen, damit es auch wirklich funktioniert und für die Bühne passt.

MainRiedberg:
Ich dachte mir auch zuerst, der Titel ‚positiv‘ kann für ein Kabarett nicht ernst gemeint sein, aber habe das dann für mich so gedeutet, dass man es nicht nur als ‚positiv‘, sondern eher als ‚trotzdem positiv‘ verstehen muss, gerade angesichts der Katastrophen, die man so weltweit erlebt: trotzdem mal was Positives zu berichten und darzustellen.

D. Faber:
Ja, oder einfach auch eine positive Grundhaltung. Da klinge ich fast wie so wie so ein in die Jahre gekommener Schlagersänger. Das ist mein Anspruch bei der Show, dass sich die Menschen wirklich gut unterhalten fühlen, dass sie rausgehen und sagen „ich habe wirklich einen richtig schönen Abend gehabt und ich habe aber auch was zum Nachdenken bekommen oder wurde auch mal angerührt und habe viel zu lachen gehabt“.

Manni Kreutzer zum Beispiel, der nimmt ja auch eine sehr positive, eigentlich eher eine naive Rolle in dem Programm ein. Trotzdem hat er Herz und Haltung und geht wie ein großes Kind auf die Leute zu.

D.F. alias Manni Kreutzer; Foto: D.Walz

MainRiedberg:
Schon eine neue Show in Arbeit?

D. Faber:
Nee, nee, tatsächlich noch nicht. Ich bin eher gerade im Moment am überlegen, wann genau ein neues Programm kommt. Das könnte im Herbst nächsten Jahres sein. Aber ich habe noch gar nicht angefangen daran zu arbeiten.
Dann ist auch noch unklar, wie lange ich das aktuelle Programm noch spielen oder was ich an sonstigen Projekten machen will. Und die Zeit geht immer so schnell rum. Tatsächlich gibt es noch nichts Neues.

MainRiedberg:
Ich möchte Ihnen noch ein Zitat aus Ihrem letzten Buch vorlesen, das mich beschäftigt hat. Bröhmanns Mutter hat das gesagt, und zwar auf einer der letzten Seiten:
Mittelmäßigkeit wird unterschätzt. Zufrieden sein könne man nur dann, wenn man mit der schnöden Normalität klarkäme.
Fand ich wirklich gut. Ist das so eine Art Lebensmotto? Denn, ich will es jetzt nicht so hoch hängen, ich fand aber den Ausspruch deswegen ganz gut, weil man oftmals dem Besten, dem Größten, dem Schnellsten hinterherhetzt, anstatt einfach mal zufrieden zu sein mit dem, was man erreichen kann und was in den eigenen Möglichkeiten liegt.

D. Faber:
Ich kann es gar nicht besser sagen, als Sie es gerade gesagt haben.
Aber Lebensmotto? Weiß ich jetzt nicht.
Ich habe es Bröhmanns Mutter sagen lassen und hatte es sogar auch im Programm mal drin. Deswegen finde ich es wirklich interessant, dass sie es rausgefunden haben: da hatte ich auch ein bisschen was mit Mitteldeutschland, Mittelhessen und Mittelmäßigkeit. Natürlich will ich als Künstler darüber einen Gag machen.
Ich will natürlich nicht, dass das Publikum rausgeht und sagt, dass der Abend mittelmäßig war, da habe ich einen eigenen Anspruch. Aber ich weiß, was Sie meinen und würde jetzt nur noch mal mit eigenen Worten das Gleiche sagen, was Sie gesagt haben. Das ist tatsächlich eine Kunst, mit der Mitte klarzukommen. Und da eine Zufriedenheit zu entwickeln, klingt wahnsinnig einfach und banal. Ist es aber nicht.

MainRiedberg:
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass diese Normalität ein zentrales Thema in Ihrem Werk ist.

D. Faber:
Ich glaube, dass man, wenn man auf die gesellschaftliche Situation sieht, kann man zufrieden und dankbar sein mit dem was man hat. Gerade hier bei uns in Deutschland und aller Unzufriedenheit, die man so hört. Bei aller berechtigten Kritik, die es gibt, fehlt mir persönlich ganz oft die Einsicht, sich wirklich mal klar zu machen, in was für einem Land wir leben und was das uns für eine Selbstverständlichkeit ist, dass sich um jeden gekümmert wird. Selbst denjenigen, der schon einige mal Mist gebaut hat, fängt das Sozialsystem immer wieder auf.

Ich war gerade in Amerika im Urlaub und da ist mir das auch noch mal so klar geworden. Wenn man durch San Francisco oder andere Städte läuft, liegt an jeder Straßenecke ein Obdachloser rum oder es reden irgendwelche verwirrten Menschen vor sich hin – in so einem reichen Land! Und wir haben hier ein System, wo wir uns um diese Dinge kümmern und viele Dinge funktionieren. Und man macht sich auch oft lustig über die spießigen Deutschen und ihre Organisiertheit. Aber bei uns wird der Müll abgeholt!

MainRiedberg:
Und der letzte Bröhmann war wirklich das große Finale?

D. Faber:
Großes Finale. Genau. Der Rücktritt vom Rücktritt ist noch nicht geplant.

MainRiedberg:
Ich habe noch mal eine ganz andere Frage, weil das auch uns in der Redaktion beschäftigt. Haben Sie sich schon mal mit künstlicher Intelligenz beschäftigt?

D. Faber:
Noch nicht so richtig intensiv. Aber ein paar Sachen habe ich schon ausprobiert. Und auch Freunde von mir benutzen das auch für den Coachingbereich.
Ein spannendes Thema mit Gefahren und Chancen zugleich!

Aber selbst wenn die KI objektiv einen genauso guten Text schreiben könnte, bald mit Sicherheit auch besser kann, kann mir ja keiner die Freude, den Text selbst geschrieben zu haben und das Gefühl, das man zu dem Text hat, wirklich nehmen. Aber trotzdem wird sich das Schreiben, glaube ich, sehr stark verändern.

MainRiedberg:
Herr Faber, ich bin am Ende meines Interviews. Vielen Dank dafür.

D. Faber:
Das war ein schönes Interview. Danke.

D.F. alias Orgel-Willi; Foto: D.Walz

 

 

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KNUT soll weiterhin fahren – Landeszuschüsse noch ungewiss

Knut

Der Aufsichtsrat beauftragte die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft »traffiQ« zudem damit, das neue Konzept für das On Demand-Angebot »KNUT« im Frankfurter Norden umzusetzen, sofern die für den Weiterbetrieb notwendigen Landeszuschüsse bewilligt werden.

Danach soll »KNUT« ab dem kommenden Jahr täglich von 18:00 bis 06:00 Uhr verkehren, also in den Zeiten, in denen die größte Nachfrage nach diesem Angebot besteht. „Gleichzeitig soll er in den Nachtstunden die Linien 28 und 29 (zwischen 00:00 Uhr und 05:00 Uhr) sowie 39 und 63 (zwischen 01:00 und 04:00 Uhr) ersetzen, deren Busse zu diesen Zeiten durchschnittlich von weniger als einem Fahrgast genutzt werden. Fahrgäste können zukünftig mit umweltfreundlichen, kleinen Elektrobussen bequem bis fast vor die Haustür gefahren werden“, erläutert Tom Reinhold.

In der zurückliegenden Woche ließ Mobilitätsdezernent Siefert interessierten Mitgliedern der Ortsbeiräte im Frankfurter Norden das neue Konzept vorstellen. „Ich habe von dort das positive Votum mitgenommen, dass allen an einem Fortbestand von »KNUT« gelegen ist und dass das vorgeschlagene Konzept ein gangbarer Weg ist“, berichtet er.

„Deutlich mehr als 1.700 Menschen nutzen derzeit monatlich das komfortable Angebot »KNUT«“, stellt Siefert fest. „Wir wollen das von den Fahrgästen lieb gewonnene Pilotprojekt als Baustein der Mobilitätswende fortführen und hoffen sehr, dass das Land die notwendigen Zuschüsse bereitstellen wird.“


traffiQ
Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH ist die Lokale Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Frankfurt am Main. Am 30.08.2001 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH. Sie wurde im Rahmen der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen am 01.09.2001 aus der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VgF) ausgegründet, um die Funktionen als Aufgabenträger (traffiQ) und Verkehrsunternehmen (VgF und andere) zu trennen und bekam 2002 den Markennamen traffiQ.
Geschäftszweck sind unter anderem die Fahrplangestaltung, die Traktionsvorgaben und verkehrsplanerischen Details. traffiQ hat somit die Gesamtverantwortung für die Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs in Frankfurt am Main.

 

KNUT – Der Elektroshuttle für den Frankfurter Norden
Mit dem On-Demand-Angebot »KNUT« profitieren Fahrgäste im Frankfurter Norden von einem ganz flexiblen Nahverkehr. „On Demand“ heißt: Auf Nachfrage. Über eine App oder telefonisch kann »KNUT« gerufen werden. Anders als bei Bussen und Bahnen gibt es bei »KNUT« keinen Fahrplan. Man bestellt »KNUT«, wenn man fahren möchten und der Elektroshuttle ist in der Regel in weniger als 10 Minuten da. Wenn andere »KNUT«-Nutzer in die gleiche Richtung wollen, sammelt Knut sie auf dem Weg ein. Die drei Knut-Elektroshuttle – einer davon mit Rollstuhlrampe – sind täglich in Bonames, Harheim, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Kalbach-Riedberg, Frankfurter Berg und Berkersheim im Einsatz. Ein- und aussteigen kann man in den Stadtteilen fast überall an weit über 1.500 „virtuellen“ und vorhandenen Haltestellen – natürlich auch an den U-Bahn-Stationen Nieder-Eschbach, Bonames Mitte, Kalbach und Preungesheim sowie den S-Bahn-Stationen Berkersheim, Frankfurter Berg und Bad Vilbel.


Weiterführende Links

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Naturlotsen in Frankfurts Schutzgebieten

Alter Flughafen Kalbach-Bonames

Auf dem Stadtgebiet von Frankfurt gibt es nur wenige Flecken, wo sich die Natur in Ruhe entwickeln kann. In den nördlichen Stadtteilen beispielsweise sind es nur:

  • der Nordpark (Bonames)
  • der Alte Flugplatz Kalbach-Bonames
  • das Naturschutzgebiet Riedwiesen im Mertonviertel
  • das Naturschutzgebiet Harheimer Ried
  • die Sinai-Wildnis im Dornbusch und
  • das Sossenheimer Unterfeld

Im südlichen Raum von Frankfurt gibt es dazu noch:

  • den Monte Scherbelino
  • den Fechenheimer Mainbogen
  • den Heiligenstock
  • die Schwanheimer Düne
  • den Berger Hang

Die steigende Bürgerzahl in Frankfurt und Umgebung, sowie das geänderte Freizeitverhalten, ausgelöst durch die Zeit der Corona-Pandemie, haben dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen für diese wenigen Naturreservate interessieren.

Vielen Zeitgenossen fehlt jedoch das nötige Gespür bzw. das notwendige Wissen für den richtigen Umgang mit diesen naturbelassenen Flächen. Um diesem Konflikt zu begegnen, haben die Stadt Frankfurt und der Regionalpark Rhein-Main eine erfolgreiche Kooperation gestartet. Es wurden 40 Freiwillige ausgewählt, die einen intensiven Lehrgang zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer (NaLo) absolviert haben.

Mit Führungen, Feldeinsätzen oder kreativen Mitmachangeboten stehen sie den Besuchern des GrünGürtels als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Sie engagieren sich für die Belange des Umwelt- und Naturschutzes und ermuntern durch zielgerichtete Ansprache die Besucher zum rücksichtsvollen Verhalten.

Das beginnt bei Themen, wie Müllvermeidung, kein offenes Feuer in diesen Gebieten, keine Grillpartys, keine Beschädigung oder Mitnahme von Pflanzen, …

In dem 70-stündigen Lehrgang haben die Naturlotsen auch viel über biologische Zusammenhänge gelernt. So können sie den Besuchern Führungen, Ausflüge und Mitmachaktionen anbieten und auf diese Weise ihr Wissen weitergeben.

Alter Flughafen Kalbach-Bonames

Derzeit sind die Naturlotsen vor allem auf dem »Alten Flugplatz«, im Nordpark Bonames oder im Fechenheimer Mainbogen eingesetzt. In Zukunft sollen immer mehr Gebiete dazukommen, kündigt die Stadt Frankfurt an, zum Beispiel die Schwanheimer Düne oder das Sossenheimer Unterfeld.

Auf dem »Alten Flugplatz Kalbach-Bonames« bieten die Naturlotsen derzeit jeden Sonntag ab 15 Uhr eine Führung oder Mitmach-Aktion zu wechselnden naturkundlichen Themen an.

Das Ausbildungskonzept wurde in Zusammenarbeit des Naturparks Taunus, des Regionalparks RheinMain, dem Verein Umweltlernen und der Stadt Frankfurt erarbeitet. Da dieses Konzept auch außerhalb von Frankfurt auf Interesse stößt, wird der Leitfaden auch anderen Kommunen vorgestellt. Ziel ist, die Rhein-Main-Region zu unterstützen, selbst Naturlotsen auszubilden.


Konzept

  • https://frankfurt.de/-/media/frankfurtde/frankfurt-themen/umwelt-und-gruen/orte/pdf/gruenguertel/nalo-leitfaden.ashx
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Festakt zur Umbenennung der Bonameser Grundschule

Festakt zur Umbenennung: Bonameser Grundschule nach Fußballerin Steffi Jones benannt

Die Grundschule am Harheimer Weg in Bonames trägt seit Herbst 2023 den Namen einer prominenten Tochter des Stadtteils: Steffi-Jones-Schule. Um die Umbenennung zu feiern, lud die Schulgemeinde am Samstag, 22. Juni, zu einem Festakt ein. Neben Namenspatin Steffi Jones und Schulleiterin Katja Mausbach nahmen auch Oberbürgermeister Mike Josef, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Ortsbeirats 10 und des Stadtschulamts teil.

Fast 70 Jahre lang trug die Schule den Namen von August Jaspert: ein Frankfurter Lehrer und Schulleiter und der Gründer des Schullandheims Wegscheide im Spessart. Doch nachdem von ihm verfasste Schriften mit völkisch-rassistischen Inhalten auftauchten, forderte die Schulgemeinde um Rektorin Mausbach eine Umbenennung der Schule. Der neue Name war schnell gefunden: Die Bonameserin Steffi Jones war als Kind selbst Schülerin der August-Jaspert-Schule. Auf Initiativbeschluss des zuständigen Ortsbeirats 10 im September vergangenen Jahres heißt die vierzügige Grundschule seit Oktober 2023 offiziell Steffi-Jones-Schule.

Oberbürgermeister Josef betonte in seiner Rede, wie gut der neue Name zu der 1955 gegründeten Schule passe: „Im Namen Steffi Jones steckt Aufbruchsstimmung, Optimismus und Durchsetzungsvermögen. Ihr Beispiel zeigt, dass man es schaffen kann, egal wo ich wohne und welchen Beruf die Eltern haben. In unseren Kindern sollten wir alle das Potenzial sehen, das sie mitbringen und ihren Wunsch, etwas zu lernen und zu können. Dieser Wunsch ist allen Kindern gemein. Diese Offenheit und Anerkennung wird hier, an der Steffi-Jones-Schule gelebt.“

Die Steffi-Jones-Schule ist seit dem Schuljahr 2007/2008 eine FLEX-Grundschule, in der die Jahrgangsstufen 1 und 2 gemeinsam unterrichtet werden. Alle Kinder, die zum 30. Juni eines Jahres sechs Jahre alt sind, können hier eingeschult werden – die Schulfähigkeit muss nicht festgestellt werden. Die Gruppe der Schulanfängerinnen und Schulanfänger ist so heterogener als in anderen Schulen. Josef lobte die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen, die mit ihrer Haltung und ihrem pädagogischen Handeln – im Wissen um die Schwierigkeiten, die manche Kinder mitbringen – ihren Schützlingen dabei helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Jones’ Werdegang stehe symbolisch für das, „was möglich ist, wenn man neben den Fähigkeiten und Kompetenzen, die man selbst mitbringt, auf die Menschen und Institutionen trifft, die einem helfen, sich zu entwickeln und seine Stärken auszuspielen“, unterstrich Josef das perfekte Match zwischen der Schule und ihrer Namensgeberin.

Steffi Jones wurde 1972 in Frankfurt geboren. Mit vier Jahren begann sie, Fußball zu spielen – in der männlichen Jugendmannschaft des SV Bonames. Bis zu ihrem Karriereende 2007 spielte sie bei wechselnden Fußballvereinen, darunter sieben Jahre beim 1. FFC Frankfurt. Sie wurde sechs Mal Deutsche Meisterin und drei Mal DFB-Pokalsiegerin. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann sie die Weltmeisterschaft und drei Mal die Europameisterschaft sowie zwei Mal die olympische Bronzemedaille. Zum 1. Januar 2008 wurde Jones zur Präsidentin des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 berufen. Von September 2016 bis März 2018 war sie Bundestrainerin der DFB-Frauen.

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Die Liebe zum Beruf

Teenager mit Schulbüchern

Die Tage erschien der »Nationale Bildungsbericht« mit der Überschrift: Bildungssystem am Limit, die Zahl der Schulabbrecher steigt. Obwohl mehr Geld und mehr Personal investiert werden, es mehr Schulen gibt, ist man mit dem Ergebnis noch lange nicht zufrieden. Viel zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne Abschluss.

Solche Berichte erscheinen in regelmäßigen Abständen und die Botschaft, die sie enthalten, wird auch nicht besser. „Herkunft und Bildung der Eltern sind maßgeblich für den Bildungserfolg ihrer Kinder“. So war das schon vor 20, 30, 40 und mehr Jahren. Geändert hat sich zwischenzeitlich leider nicht viel.

In den Medien wird gerne darauf hingewiesen, dass nach einer erfolglosen Schulphase die Kinder in wenig angesehenen Berufen landen. Jetzt hat jeder nun so seine eigenen Vorstellungen davon, was wenig angesehene Berufe sind. Gerne denkt man dann an Reinigungsberufe, Gastronomie oder den Pflegebereich.

Aber warum eigentlich? Weil diese Berufe oft schlechter bezahlt werden, als Berufe, für die man ein Hochschulstudium benötigt? Oder weil das Berufe sind, wo man sich die Finger schmutzig macht? Oder weil diese Berufe wie in einem indischen Kastensystem in der Wertschätzung eher am unteren Ende der Skala rangieren?

Dabei wird zu gerne vergessen, wie wichtig gerade diese Berufe für unser persönliches Wohlbefinden sind. Ob es in den Verwaltungsberufen einen Angestellten mehr oder weniger gibt, das kann uns ziemlich egal sein. Die Digitalisierung kann das kompensieren.

Aber wenn nicht genügend Pflegekräfte da sind, wenn es an Bedienungen, Köchen und Betreibern von Gastronomieeinrichtungen fehlt, dann sind wir sehr persönlich und sehr unmittelbar und nachhaltig betroffen.

Wie wichtig eine gut funktionierende Müllentsorgung ist, merken wir oft montags, wenn die Stadt von unseren Wochenendaktivitäten vermüllt worden ist und einen richtig schmuddeligen, müffelnden Eindruck macht.

Und das mit der schlechten Bezahlung ist auch oft ein klassischer Irrtum. Als ich Anfang der 80er-Jahre meine Lehre in einer Bankfiliale begann, konnte ich einen Blick auf die Gehälter verschiedener Berufsgruppen werfen.

Man glaubt gar nicht, mit welchen Gehältern zum Beispiel Menschen aus dem Reinigungsgewerbe oder aus der Gastronomie nach Hause gehen. Hier hat das Gehalt oft den Charakter von Schmerzensgeld für die Drecksarbeit, die hier geleistet wird. Aber selbst, wenn die Bezahlung nicht so gut ist, wie in den ärztlichen Berufen oder in den Berufen, wo überwiegend Angestellte tätig sind, so ist eben Geld doch nicht alles.

Ein gutes Betriebsklima, ein positives Verhältnis zu der täglichen Arbeit, die man leistet und die Anerkennung der Kunden, die man gerade gepflegt oder bedient hat, oder deren Dreck man soeben beseitigt hat, sind viel wert.

Entscheidend ist letztendlich die persönliche Identifizierung mit seinem Beruf und die Liebe zu der Arbeit, die man verrichtet. Eine der vielen Aufgaben, die unser Schulsystem leisten sollte, ist die vielfältigen Talente, die in unseren Kindern stecken, zu entdecken und zu fördern.

Nicht das Abitur sollte das Ziel unseres Bildungssystems sein, sondern dass jedes Kind für sich entdeckt, welche Fähigkeiten es hat und welche Tätigkeiten ihm Spaß machen, oder auf welche Berufe es neugierig ist. Dann ist schon viel geleistet. Der Rest wird sich finden …

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Zu Besuch bei den Rugby-Herren des SC Riedberg

Man kennt die Bilder aus dem Fernsehen oder aus eigener Anschauung:
zwei Teams versuchen den Ball (in Form eines Eies) hinter der Abschlusslinie des gegnerischen Feldes abzulegen. Die verteidigende Mannschaft will das natürlich verhindern und darf das durch Umklammern und Tiefhalten (engl. tackle) des ballführenden Spielers. Hier treffen Urgewalten auf sich: Kerle jenseits der 100kg-Gewichtklasse, Muskelpakete mit Stiernacken verhaken sich und kämpfen verbissen um das Oval. Oder: zwei Gruppen aus acht Spielern bauen sich gegenseitig in einem Gedränge (engl. scrum oder scrummange) auf, verkeilen sich und versuchen den mittig eingeworfenen Ball für sich zu gewinnen. Die Rede ist von Rugby.

Rugby ist mittlerweile ein Mannschaftssport mit langer Tradition und hat seinen Ursprung in England. Bereits in den siebziger Jahren des 19.Jahrhunderts haben sich in England, Schottland und Irland die ersten Rugby-Unions gebildet, alsdann die erforderlichen Regeln definiert und Spiele unter den Teams organisiert. Bereits in den 1880-er Jahren wurden die ersten Meisterschaften ausgetragen.

Gegenüber dem klassischen Rugby hat sich eine Variante herausgebildet, die, basierend auf den gleichen Grundregeln, ohne den harten Körperkontakt auskommt und damit deutlich weniger verletzungsträchtig ist.
Man nennt es Touch-Rugby: hier muss ein Spieler ohne die Berührung (engl. touch) eines Gegenspielers den Ball über die gegnerische Punktlinie bringen und dort ablegen (‚Versuch’/engl. try). Das ist die Variante des Rugbys, die man in der Herrenmannschaft des SC Riedbergs spielt.

Es fällt dem Zuschauer sofort auf: keinerlei Attacken gegen den Oberkörper der Gegenspielers, eben nur Berührungen. Das Spiel wird dadurch flüssiger und schneller und bietet den Teams mehr Möglichkeiten, durch taktische Raffinesse und kluges Zusammenspiel den Ball hinter der Punktlinie des gegnerischen Teams abzulegen. Für die Spieler bedeutet das ein hohes Laufpensum, da sich sowohl die gesamte angreifende als auch verteidigende Mannschaft annähernd auf Ballhöhe befinden muss; das Oval muss eben über die Punktlinie getragen werden, Weitschüsse sind nicht erlaubt.

Die Rugby-Herren beim Training; Foto: D.Walz

Das Herren-Team des SC Riedbergs hatte sich nach einer nicht allzu erfolgreichen Saison in der Hessischen Regionalliga 2022/2023 dazu entschlossen, eher in der Form einer Spielgemeinschaft ohne Liga-Verpflichtungen weiterzumachen. Der Mannschaft hat das sehr gutgetan, denn es haben sich viele neue Spieler gewinnen lassen. Zum Teil haben sich Väter der in den Jugendabteilungen aktiven Söhne und Töchter angemeldet, andere Mitglieder sind von einer anderen (Mannschafts-)Sportart zum Rugby gewechselt. So hat sich im Lauf der Zeit ein buntgemischtes Team zusammengefunden: es sind hier Männer aus den verschiedensten Herkunftsländern dabei, es gehören  junge Mittzwanziger und ältere Spieler (der Älteste ist 61 Jahre alt) dazu. Manche Spieler haben schon jahrzehntelange Rugby-Erfahrung, andere sind doch erst seit Kurzem dabei. Beim letzten Training haben immerhin dreiundzwanzig Sportler teilgenommen, was für eine Amateurmannschaft immer ein Beleg für die Begeisterung ist.

Das ist eben etwas, was man auch als Nichtkenner wahrnimmt: das lebhafte Spiel als auch der freundschaftliche Umgang untereinander steht hier für den Spaß am Rugby und den ausgeprägten Teamgeist. Dennis Cünzer, mit dem wir sprechen konnten, nennt das „social rugby“.

                                                                        Foto: D.Walz

Nicht ausgeschlossen ist, dass das Thema Ligateilnahme zukünftig neu überdacht wird. Der SC Riedberg betreibt nämlich im Bereich Rugby eine umfassende Jugendarbeit (Minis, U10, U12, U14), was, wenn die Jugendlichen herangewachsen sind, eine erneute Teilnahme ermöglichen und für die jungen Leute eine interessante Herausforderung darstellen könnte.

Bis dahin messen sich die Herren zwei- bis dreimal im Jahr mit anderen Teams aus dem Frankfurter Raum in Freundschaftsspielen.

Links:
Allgemeine Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rugby
https://de.wikipedia.org/wiki/Touch_(Sport)
https://www.planetrugby.de/rugby-regeln

SC Riedberg:
https://www.scriedberg.de/rugby/
https://www.facebook.com/RiedbergRugby/?locale=de_DE

 

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