Kategorie: AktuelleNEWS

Das NOVA-Prinzip der Netzwerktechniker

Umspannwerk Frankfurt-Nord

Nein, dabei handelt es sich nicht um eine Supernova wie wir sie aus der Astronomie kennen. Sondern es ist eine Abkürzung für Netz-Optimierung vor Ausbau der Netzdienste Rhein-Main. Dabei hat die Verstärkung bestehender Netze Vorrang vor dem Ausbau neuer Leitungen.

Wozu neue Leitungen?

Die Integration von erneuerbaren Energien (Wind- und Sonnenkraft) mit ihrer dezentralen Erzeugung erfordert andere Techniken, damit unsere Stromnetze damit fertig werden. Hessen will bis 2037 die Windkapazität auf 5 GW (bisher 2,5 GW) und die Photovoltaik auf 12 GW (bisher 4 GW) erhöhen.

Derzeit arbeiten in Frankfurt schon 70 Rechenzentren, wobei ihre Größe von Jahr zu Jahr zunimmt. Weitere 40 Rechenzentren sind im Planungs- und Genehmigungsprozess. Der Flughafen als größter Stromkunde wurde von ihnen schon lange (ca. 2019) von Platz 1 verdrängt.

Die Leistungen der Netze müssen auf 4.000 Ampere erhöht werden, wenn Heizung und Kühlung von Gas, Kohle und Erdöl auf Strom umgestellt werden (Wärmewende). Dazu noch der Anstieg der Elektromobilität. Allein Frankfurt benötigt einen Kapazitätsausbau mit einer Anschlussleistung in der Größenordnung von zwei Städten wie Hannover (500 Megawatt).

Dieses Energie- und Netzwerk-Thema soll eine kleine Gruppe von Unternehmen stemmen:

  • Regionale Energieversorger, wie zum Beispiel die Mainova, die Süwag, …
  • Die Netzdienste Rhein-Main, Avacon Netz, …
  • Überregionale Übertragungsnetzbetreiber wie TenneT, Amprion, TransnetBW, 50Hertz, die den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau der Hochspannungsleitungen verantworten und so den stabilen Transport von Strom über die „Stromautobahnen“ Deutschlands sicherstellen sollen.

Als Hochtechnologieland will Deutschland im internationalen Wettbewerb mitschwimmen, hat aber seine Hausaufgaben (der kritische Strom-Infrastrukturausbau) noch nicht geschafft.

Die Wichtigkeit des Stromnetzes

Stromnetze, Straßennetze und Blutkreisläufe haben eines gemeinsam: Von dicken Adern, die den Langstreckentransport bewältigen (380.000 Volt) über Regionalbereichs-Adern (220.000 Volt) die den Transport in die Regionen bewältigen, bis hin zu Nahbereichsverteilern (110.000 Volt) fließt der Strom in die Städte und Dörfer. Dort wird er dann weiter verteilt über kleine regionale Umspannwerke, bis er mit 220 Volt in den Haushalten landet. Mini-Transformatoren wandeln ihn dann noch mal um, bis er mit wenigen Volt in Elektroendgeräten zum Beispiel in Smartphones eingespeist wird.

Darüber hinaus gibt es Schnittstellen zwischen den vier überregionalen Übertragungsnetzbetreibern. Gerade dort, wo ihre Netzabdeckungsgebiete aneinander grenzen. Über Schnittstelle ins benachbarte „Ausland“ wird dann noch der europäische Energieaustausch gesteuert.

Phasenschiebertransformator

Phasenschiebertransformator

Was macht ein Phasenschiebertransformator

Die Energieerzeugung in Deutschland hat sich radikal verändert. Von großen Erzeugungsstandorten hin zu ganz viele kleinen Erzeugungsstandorten. Viel Wind aus dem Norden erzeugt hohe Stromleistungen die von Nord nach Süd zu den Abnehmern transportiert werden müssen. Und im Herzen Deutschlands, zwischen Nord und Süd, liegt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet. Schlechtes Wetter im Norden und gutes Wetter im Süden bedeuten eine Umkehr der Energieströme.

Der Strom ist ein Faulenzer, er geht den bequemsten Weg, der sich ihm bietet. Wenn gut ausgebaute Stromstraßen in Frankfurt vorhanden sind, wird der Strom den Weg durch Frankfurt nutzen. Obwohl der Strom, ja noch viel weiter nach Süden muss und in Frankfurt gar nichts zu tun hat. Das stresst und verschleißt die Stromstraßen in Frankfurt. Da gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, zu sagen: nein, mein lieber Strom, du darfst aber nicht hier durch Frankfurt gehen.

Die Energieverantwortlichen ließen daher einen Phasenschiebertransformator entwickeln und machen es dem Strom unbequemer, durch Frankfurt zu fließen. Das heißt, der Strom fließt nun um Frankfurt herum. Das ist eine extrem intelligente Lösung, die es so erstmals in dieser Spannungskonstellation in Deutschland und nur hier an diesem Standort gibt. So kann das Frankfurter Stromnetz ungestört für die Kunden genutzt und ausgebaut werden.

Die Energiewende in Frankfurt

Frankfurt mit derzeit etwa 780.000 Einwohnern und täglich etwa 300.000 Einpendlern.

Heizung (im Winter) in Frankfurt:

  • 58 % nutzen Erdgas
  • 15 % nutzen Erdöl
  • 27 % nutzen Fernwärme, Strom, Erdwärme und andere Quellen

Früher wurde der höchste Stromverbrauch an den Weihnachtsfeiertagen gemessen, wenn die Christbäume brannten, der Braten in der Röhre schmorte und die Wohnungen geheizt wurden.

Inzwischen haben wir den höchsten Stromverbrauch im Juni/Juli/August, wenn die Sonne die Temperaturen auf über 40 Grad hochpeitscht und Wohnungen, Bürotürme, Lebensmittel-Lagerhallen, Rechenzentren und andere Gebäude gekühlt werden müssen (neue Jahreshöchstlast: 850 Megawatt).

Geschäftsleiter und Mitarbeiter vor Phasenschiebertransformator

Geschäftsleiter und Mitarbeiter vor Phasenschiebertransformator

Geplante Weiterentwicklung

Im Umspannwerk Frankfurt Nord mit 220 KV/110 KV läuft der Umbauprozess schon seit Ende 2021. Die Mainova erneuert das Umspannwerk in vier Bauabschnitten. Um den laufenden Betrieb nicht zu beeinträchtigen, kann das Werk nicht einfach abgerissen und neu errichtet werden. Daher erfolgt die Modernisierung in Abschnitten. Derzeit wird der letzte Bauabschnitt umgesetzt. Das Herzstück dieser Anlage sind die neuen Phasenschiebertransformatoren. Davon stehen schon drei neue Geräte auf diesem Gelände.

Bis 2040 sollen rund 400 Kilometer Leitungen erneuert oder ersetzt werden und zusätzlich insgesamt 30 Umspannwerke im hessischen Raum entweder komplett erneuert oder komplett neu gebaut werden.


Weiterführender Link
https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungstransformator

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So geht es weiter mit dem Kinderwanderweg in Kalbach-Riedberg

Drehscheiben Spielplatz im Kätcheslachpark

2012 begann dank der Initiative der damaligen Kinderbeauftragten Manuela Roll die Planung eines Kinderwanderweges in Kalbach-Riedberg, die dann die Kinder der Grundschule Riedberg mit ins Boot holte. Dieser Wanderweg konnte durch die tatkräftige Mitwirkung der Elternschaft und des Ortsbeirats zeitnah errichtet werden. Finanziell wurde das Projekt sowohl aus Mitteln des Grünflächenamtes als auch von privaten Sponsoren getragen.

Der Wanderweg setzte sich ursprünglich aus 15 Holzstelen zusammen, die verteilt über eine kindgerechte Strecke von viereinhalb Kilometern aufgestellt wurden. An jeder Station konnten die Kinder Aufgaben beantworten, um die Lösungen dann an der nächsten Stele zu erfahren. Dieses Prinzip soll auch auf dem zukünftigen Kinderwanderweg erhalten bleiben.

Wie schon beim ursprünglichen Kinderwanderweg wurde auch dieses Mal bei der Planung verstärkt auf die Mitwirkung der Zielgruppe gesetzt: Die Bilder auf den Stelen wurden von Schülern der Marie-Curie-Grundschule gemalt. Zehntklässler des Riedberg Gymnasium entwickelten ein neues Konzept, nach dem sich die zukünftig 17 Stelen an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen orientieren sollen.

Zusätzlich sollen die Stelen QR-Codes zum Scannen enthalten. Diese bieten die Möglichkeit, Fragen für ältere Teilnehmer zu formulieren, die digital geändert und angepasst werden können. Um den Kinderwanderweg in der Zukunft integrativer zu gestalten, ist auch eine englische Übersetzung der Fragen und Antworten geplant.

Der neue Wanderweg soll nicht mehr am Bonifatiusbrunnen, sondern am »Drehscheiben Spielplatz« beginnen und in Form einer Acht verlaufen. So kann der Weg auch in zwei Etappen gelaufen werden. Insgesamt sind vier neue Stelen bestellt worden. Dafür wurden Restbeträge aus dem Topf für die Finanzierung des ursprünglichen Kinderwanderwegs genutzt. Neben den zwei ergänzenden Stelen müssen eine verschwundene und eine marode Holzstele ersetzt werden.

Um die Tafeln künftig besser vor witterungsbedingtem Zerfall zu schützen, soll eine Folie angebracht werden, um die Texte länger lesbar zu halten. Damit das Projekt pünktlich zum geplanten Datum, dem 15. März 2026, an den Start gehen kann, werden noch helfende Hände gesucht, die bei der Sanierung unterstützen wollen.

Interessierte können sich bei Eva Bieber: eva.bieber@riedberg-kinder.de oder Ulrike Neißner: Ortsvorsteherin-Kalbach-Riedberg@web.de melden.

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Leckere Grüne Soße: Food-Truck in Kalbach lädt ein!

Foodtruck von Maja Wolff

Von der Ukraine-Hilfe zur kulinarischen Herzenssache – warum Sie diesen Truck nicht verpassen sollten.

Das Grüne-Soße-Festival ist zurück – und mit ihm der beliebte Food-Truck „World of Grüne Soße“! Seit Anfang September steht der Imbisswagen auf dem Gelände der Grundhöfer GmbH in Frankfurt-Kalbach (Johann-Georg-Fahr-Anlage 1, gegenüber dem Frischezentrum) und verwöhnt Feinschmecker mit Frankfurts besten Köstlichkeiten. Doch dieser Truck ist mehr als nur Streetfood: Er steht für Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und pure Lebensfreude.

Was macht diesen Truck so besonders?

  • Die besten »Grüne-Soßen« der am Festival beteiligten Betriebe
  • Die besten Handkäse und Fleischwürste von prämierten Metzgereien
  • Apfelwein, Wein (Grauburgunder), Bier, Kaffee, …

 

Gemeinschaft schmeckt man hier

Der Truck hat bereits Geschichte geschrieben: Von April bis Juni 2022 kochte das Team um Festival-Gründerin Maja Wolff gemeinsam mit ukrainischen Geflüchteten in einer Frankfurter Notunterkunft. „Wir haben Pommes für Kinder gemacht, ukrainische Suppen gekocht und dabei gelernt, was echte Solidarität bedeutet“, erzählt Frau Wolff. Aus dieser Initiative entstand sogar eine ukrainische Food-Gruppe, die während der Festspiele Spezialitäten mit Grüner Soße anbot – ein Brückenschlag der Kulturen!

🕒 Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag: von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr (Perfekt für ein Mittagessen mit Kollegen!)

🚀 Kommen Sie vorbei – gute Laune inklusive!

Adresse: Johann-Georg-Fahr-Anlage 1, 60437 Frankfurt (gegenüber Frischezentrum)

Mehr Infos zum Thema »Grüne Soße Festival«: www.gruene-sosse-festival.de

Warum Sie zeitnah vorbeikommen sollten

Limitierte Zeit: Der Truck bleibt nur vorübergehend in Kalbach.

Kulinarisches Erlebnis: Hier gibt’s Grüne Soße, wie Sie sie noch nie gegessen haben!

„Wir freuen uns auf jeden Gast – und auf viele lächelnde Gesichter!“
– Maja Wolff, Grüne Soße Festival GmbH

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Abzocke durch Schlüsseldienste in Frankfurt – So schützen Sie sich

Schlüsseldienst mit Montagewagen

Immer wieder kommt es zu Abzocke durch Schlüsseldienste. Das weiß auch Soufian Seffar, Inhaber vom SOS-Schlüsseldienst mit Sitz in Kalbach-Riedberg. Er wird zu Einsätzen gerufen, bei denen bereits Wettbewerber angefangen und dann abgebrochen haben. Oft erzählen die Kunden ihm dann, dass sie bereits eine hohe Summe für die unfertige Arbeit gezahlt haben. Ihnen wurde versprochen, dass nur kurz Material geholt oder ein spezialisierter Kollege zeitnah eintreffen wird. Doch das sind oft nur leere Versprechungen von den Abzockern.

Dann liegt es an seriösen Schlüsseldiensten wie dem SOS-Schlüsseldienst die Kunden in ihrer misslichen Lage zu unterstützen. „Natürlich empfehle ich den Kunden auch eine Anzeige bei der Polizei zu stellen. Doch oft ist das Impressum gefälscht und es wird keine Rechnung ausgestellt. So weiß der Kunde gar nicht, welche Firma ihn eigentlich betrogen hat“ erklärt Seffar.

Doch wie kann man sich schützen und sicherstellen, dass man nicht an einen Abzocker gerät? Hier gibt Herr Seffar einige wertvolle Tipps.

Überprüfen Sie die Ortsansässigkeit

Viele der unseriösen Schlüsseldienste sind nicht ortsansässig, sondern täuschen diese nur vor. Eine Frankfurter Adresse im Impressum muss nicht viel heißen. Denn oft gibt es vor Ort gar keinen Schlüsseldienst, sondern höchstens einen Briefkasten. Viel wichtiger ist deshalb der Blick auf die Telefonnummer. Als Schlüsseldienst mit Sitz in Kalbach-Riedberg hat SOS, genau wie die lokalen Wettbewerber, selbstverständlich die Vorwahl 069. Wenn Schlüsseldienste eine Nummer aus einem anderen Teil Deutschlands nutzen oder lediglich eine Handynummer angeben, dann kann dies bereits ein sehr starkes Indiz sein. Ein Blick in die Bewertungen ist dann ebenfalls hilfreich. Berichten andere Kunden von langen Wartezeiten, hohen Preisen und einem fehlenden Ansprechpartner bei Problemen? Dann sollten Sie lieber einen anderen Schlüsseldienst beauftragen.

Erfragen Sie den Preis im Vorfeld

Um sich zu schützen, sollten Sie bereits im Vorfeld nach dem Preis fragen. Ein seriöser Schlüsseldienst wird Sie über die möglichen Kosten aufklären und gleichzeitig darauf hinweisen, dass es auf den konkreten Einzelfall ankommt. Während eine einfache Türöffnung bei zugefallener Tür inklusive Anfahrt an einem Werktag keine 100 Euro kosten sollte, kann es bei einer verschlossenen Tür inklusive Zylindertausch schnell das Doppelte kosten. Abzocker nennen oft sehr niedrige Preise. Teilweise versprechen sie bereits auf ihrer Webseite enorm niedrige Preise. Sollte der Preis zu niedrig erscheinen, dann ist Vorsicht geboten und ein Blick auf die Bewertungen hilfreich, da es sich oft nur um ein reines Lockangebot handelt. Vor Ort wird es dann deutlich teurer.

Ziehen Sie einen Zeugen hinzu

Wenn Sie einen Schlüsseldienst beauftrage haben, sollten Sie beispielsweise einen Nachbarn bitten, als Zeuge vor Ort zu sein. So gibt es bei Unstimmigkeiten direkt eine dritte Person, auf die Sie sich verlassen können. Sollte es trotzdem zu Problemen mit dem Schlüsseldienst kommen, dann sollten Sie nicht davor zurückschrecken die Polizei zu kontaktieren. Diese kennt bereits zahlreiche Fälle von überzogenen Rechnungen und kann Ihnen im Einzelfall weiterhelfen, wenn Sie unter Druck gesetzt werden sofort und ohne Rechnung hohe Summen zu bezahlen.


Kontaktdaten
SOS-Schlüsseldienst
Soufian Seffar
Am Brunnengarten 4
60437 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69 780 50987

eMail: info@sos-schluesseldienst.de
Web: sos-schlüsseldienst-frankfurt.de

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Neues vom Programm „Bildungskommune“

Kalbach-Riedberg erörtert, wie bürgernahe Bildung funktioniert

Neue Erkenntnisse vom Programm „Bildungskommune“ im Stadtteil Kalbach-Riedberg öffnen den Raum für Fragen und Anregungen. Das durch den Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt, das 2023 angelaufen war, verfolgt das Ziel, Bildung für alle zugänglich zu machen und dabei gezielt auf die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse der Frankfurter Bürger und ihrer Stadtteile einzugehen. Wie sich die Kalbacher und Riedberger Bildung vorstellen, an welchen Orten sie stattfindet und wo Entwicklungsbedarf besteht, erörterten Vertreter verschiedener Initiativen am Freitag, 5. September, gemeinsam mit Herrn Dr. Elard Apel, Stabsstelle „Pädagogische Grundsatzplanung“ des Stadtschulamtes, und der wissenschaftlichen Referentin Carola Schlögl-Ngum bei der Veranstaltung „Tür auf für Bildung“ im Regionalen Beratungs- und Förderzentrum Nord. Bereits im Zeitraum zwischen Mai und Juli dieses Jahres hatten Passanten mithilfe von interaktiven Karten, Stellwänden und Abstimmungssäulen in den mobilen Stadtteillaboren ihre Meinung zu bestehenden Angeboten sowie Verbesserungsvorschläge zusammengetragen.

Tür auf für Bildung in Kalbach-Riedberg

In den Laboren hatte sich gezeigt, dass vor allem die Riedberger den ansässigen Campus sowie die zugehörige Universitätsbibliothek als bedeutende Bildungsstätte im Stadtteil erachten. Als wichtiges Bildungsereignis wurde in diesem Zusammenhang die „Night of Science“ genannt, die auch vielen Teilnehmern von „Tür auf für Bildung“ ein Begriff war. Blieben Vertreter von Schulen der Abendveranstaltung auffallend fern, war der Bildungsklassiker dennoch ein wichtiges Thema, sowohl in den Stadtteillaboren als auch bei der Infoveranstaltung. Umtriebig wurde diskutiert, was es mit dem Stadtteil mache, wenn Schüler diesen beim Wechsel auf weiterführende Schulen verlassen müssen. In Kalbach-Riedberg gebe es zu wenige weiterführende Schulangebote, so der Konsens.

Dabei blicken die Kalbacher und Riedberger bei der Frage, wie sie Bildung definieren, weit über den Tellerrand. Urban gardening, therapeutisches Reiten und die Naturlotsen am Alten Flughafen durften auf der interaktiven Klebezettelkarte im Förderzentrum nicht fehlen. Auf dieser versammelten sich außerdem verschiedene spirituelle Orte und nicht zuletzt ein 3D-Drucker. Die Stadtteillabore hatten als wichtige Alternative zu herkömmlichen Bildungsstätten das Familienzentrum Billabong ausgemacht, wo Besucher unter anderem ihr Englisch auffrischen, sich im Schach üben oder digitale Kenntnisse aufbessern können. Da Bildung nicht allein auf das Trimmen von Gehirnzellen beschränkt ist, tragen auch Sportangebote ihren Teil zu geistiger Reifung, persönlicher Ein- und sozialer Weitsicht bei, wie Bürger bestätigten. So findet auf dem Fußballplatz im Riedberger Westen oder der Calisthenics-Anlage nahe dem Uni Campus „gemeinschaftliches Lernen“ statt.

Viele Kinder und Menschen mittleren Alters

Dass Demokratie Bildung braucht, ist eine Binsenwahrheit. Dass viele Bildungsträger überlastet und schlecht ausgestattet sind, legte jedoch erst im vergangenen Jahr der Nationale Bildungsbericht nahe: Immer mehr Schulabbrecher und immer weniger Fachkräfte lassen den Zustand des deutschen Bildungssystems in einem besorgniserregenden Licht erscheinen. Initiativen wie das Projekt „Bildungskommune“ können gegensteuern und sich lokal mit den Bürgern vernetzen, verstehen, woran es vor Ort hapert und Anwohner einbeziehen. Andreas Woitun, Redakteur von MainRiedberg und selbst Besucher von „Tür auf für Bildung“, erwähnte das Haus des Jugendrechts für straffällig gewordene Heranwachsende und deutete im selben Atemzug an, dass Bildung auch dem Zweck diene, dass diese dort gar nicht erst aufkreuzen müssten.

Dabei hängt die Antwort auf die Frage, welche Bildungsmittel und -Schauplätze sich als gute Lebensratgeber erweisen, auch mit der sozio-ökonomischen und demografischen Zusammensetzung der jeweiligen Stadtteilbevölkerung zusammen. Um die Bürger auf ihren individuellen Bildungswegen begleiten zu können, fragte das Projekt „Bildungskommune“, wer die Menschen sind, die die örtlichen Bildungsangebote in Anspruch nehmen oder selbst welche beisteuern. Neben dem teils kritisch kommentierten Eindruck, beim Thema Bildung gehe es oft um einkommensstarke Kalbacher und Riedberger, zeigten die statistischen Erhebungen des Programms, dass im Stadtteil vor allem zwei Altersgruppen prominent sind: Kinder und Menschen mittleren Alters.

Wunsch nach mehr Räumlichkeiten und Angeboten für Jugendliche

Was heißt das für die Bildungsarbeit? Tatsächlich fordern viele Bürger mehr Orte für die Zusammenkunft nicht von Kindern, sondern von Jugendlichen. Mutmaßlich richtet sich der Blick der Kalbacher und Riedberger in die Zukunft, denn auch der eigene Nachwuchs kommt irgendwann ins Jugendalter, so die Überlegung am Freitagabend. Dabei sollen nicht nur Jugendzentren Lernmöglichkeiten für Gleichaltrige schaffen. In den Stadtteillaboren war deutlich geworden, dass es zum Zweck des intergenerationellen Lernens auch mehr Orte für gemeinsame Treffen von Jung und Alt geben solle. Senioren hatten sich ihrerseits einen besseren Zugang zu nahegelegenen Sportangeboten (Marie-Curie-Schwimmbad) sowie seniorengerechte Busse gewünscht. Sie verdeutlichten damit, dass Bildung auch eine Frage der Mobilität ist.

Am Freitagabend kam außerdem ein für den Stadtteil spezifisches Manko zur Sprache: In Kalbach-Riedberg gibt es kein eigenes Bürgerhaus. Der in Experteninterviews geäußerte Wunsch vieler Kalbacher und Riedberger nach mehr Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Vereine erfuhr am Freitagabend zustimmendes Nicken. Bei „Tür auf für Bildung“ ergänzten Teilnehmer, nicht nur mehr Innenräume würden benötigt. Vor allem für junge Menschen sollten mehr Orte zum Lernen im Freien geschaffen werden. Das Handy, das aktuell aus zahlreichen Schulen verbannt wird, hatte in den Stadtteillaboren eine Aufwertung erfahren: Sollte es ein Bildungsportal geben, dann bitte für mobile Endgeräte optimiert und so auch unterwegs abrufbar.

So geht es weiter

Künftige Aktionstage im Oktober stehen bereits. Das interkulturelle Erntedankfest am 5. Oktober soll dem Wunsch nach mehr Bilingualität und interkultureller Vernetzung nachkommen. Das für Mitte Oktober geplante Gesprächskonzert mit den Bridges Ensembles reizt nicht nur die Ohren, sondern erläutert auch Hintergründe zur vorgetragenen Musik. Das Projekt „Bildungskommune“ selbst läuft noch bis Dezember 2027. Nach den ersten öffentlichen Aktionen und Reflexionsrunden ist für die kommenden Monate die Erarbeitung konkreter Maßnahmen geplant. Weitere Infos gibt es auf der Website https://frankfurt.de/bildungskommune/. Die Ergebnisse der Stadtteillabore lassen sich unter https://frankfurt.de/bildungskommune/bibliothek/dokumentationen/stadtteillabore abrufen.

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Nobelpreisträger wird FIAS-Laureatus Vortrag zu winzigen Motoren

Laureatus 2025: Ben L. Feringa

Am 10.09.025 verleiht das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) gemeinsam mit der Stiftung Giersch den Senior Fellow Laureatus Award 2025 an den Nobelpreisträger für Chemie 2016, Prof. Dr. Ben L. Feringa. In seinem Vortrag „The Art of Building Small“ gibt der Preisträger faszinierende Einblicke in seine bahnbrechende Forschung an molekularen Maschinen und Motoren.

Ben L. Feringa ist einer der führenden Chemiker unserer Zeit. Für seine Pionierarbeit an molekularen Maschinen winzigen Motoren im Nanomaßstab erhielt er 2016 den Nobelpreis für Chemie. Seine Forschung prägt das Verständnis dynamischer molekularer Systeme und eröffnet visionäre Anwendungen in Bereichen wie Arzneimitteln, Werkstoffen und künstlichen Organen.

Mit der Auszeichnung FIAS Senior Fellow Laureatus ehrt das FIAS Feringa als international herausragenden Wissenschaftler. Seit 2016 zeichnet das gemeinnützige Stiftungsinstitut Forschende aus, die einen besonderen Beitrag zu den interdisziplinären Schwerpunkten des Instituts leisten. Der Preis wird von der Stiftung Giersch großzügig finanziert, die seit vielen Jahren exzellente Wissenschaft fördert und sich insbesondere für die Sichtbarkeit und den Austausch internationaler Spitzenforschung in Frankfurt engagiert.

Im Rahmen der Preisverleihung hält Feringa einen Vortrag zu The Art of Building Small „Die Kunst, klein zu bauen“ (Vortragssprache: Englisch). Die kreative Kraft der synthetischen Chemie habe unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet, weit über das Design der Natur hinaus, so der Preisträger von Arzneimitteln bis hin zu Handy-Displays. Heute verspräche die Nanotechnologie als nächste Revolution, weit über unsere derzeitigen Grenzen hinauszugehen. „Mein Vortrag ist eine Reise in die Welt der molekularen Nanowissenschaft: das Entwerfen winziger molekularer Motoren und Maschinen, deren Größe bei einem Milliardstel Meter liegt“, so Feringa.

Er beschreibt die Synthese und Funktionsweise molekularer Schalter und Motoren sowie Anwendungsbereiche wie intelligente Medikamente, reaktionsfähige Materialien und künstliche Muskeln. In seinem Vortrag erzählt Feringa auch von seinen Entdeckungen und persönlichen Erfahrungen während seiner wissenschaftlichen Laufbahn: „grundlegende Fragen, Zufälle und die Schönheit der Moleküle, die mich auf dieser Reise geleitet haben“.

Ben L. Feringa promovierte an der Universität Groningen (NL) unter der Leitung von Hans Wynberg. Nach seiner Tätigkeit als Forschungschemiker bei Shell wurde er 1988 Professor an der Universität Groningen. 2004 erhielt er den Titel Jacobus H. van’t Hoff Distinguished Professor of Molecular Sciences. Er ist Mitglied zahlreicher renommierter Akademien, darunter die Royal Netherlands Academy of Sciences (ehemals Vizepräsident), Deutsche Akademie Leopoldina, Royal Society (London) und US National Academy of Sciences. Feringa erhielt eine Vielzahl von Preisen, neben dem Nobelpreis für Chemie (2016) den Koerber European Science Award (2003), Spinoza Award (2004) und Chemistry for the Future Solvay Prize (2015).


Veranstaltungsdetails und Anmeldung:
Mittwoch, 10.09.2025, Einlass 16:30 Uhr, Vortrag 17:00 Uhr und Preisverleihung, ab 18:30 Uhr
Empfang
FIAS-Hörsaal (EG), Ruth-Moufang-Straße 1, Frankfurt am Main
Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter veranstaltungen@fias.uni-frankfurt.de


Das FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Hier entwickeln international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Theorien zu komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen in den Bereichen theoretische Naturwissenschaften, Computerwissenschaften und KI-Systeme sowie Lebens- und Neurowissenschaften. Über die Grenzen der Disziplinen hinweg erforschen sie mit Hilfe mathematischer Algorithmen und Simulationen die komplexen selbstorganisierenden Systeme der Natur. Das FIAS ist eine gemeinnützige Stiftung zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. https://fias.institute/

Die Stiftung Giersch fördert Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie medizinische Projekte unter dem Motto „die Zukunft fördern“. Der Frankfurter Unternehmer, Senator E.h. Prof. h.c. Carlo Giersch und seine Frau Karin Giersch knüpfen damit an die stolze bürgerliche Stiftertradition ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main und der Region an. Sie unterstützen die Forschung am FIAS seit vielen Jahren.

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Niederursel: Täterfestnahme nach Einbruch und Sachbeschädigung in Schule

Polizeikelle

In der Nacht von Sonntag (31.08.2025) auf Montag (01.09.2025) nahm die Polizei zwei Männer fest, die zuvor in eine Schule eingebrochen waren.

Die beiden Tatverdächtigen verschafften sich Zutritt zu einer Schule im Gerhard-Hauptmann-Ring, brachen mehrere Behältnisse auf und entwendeten Schokolade und Pfandflaschen. Zudem verteilten sie Spülmittel an den Wänden und großflächig auf dem Boden, sowie in mehreren Elektrogeräten, die nun nicht mehr genutzt werden können. Die Tat wurde von vor Ort befindlichen Kameras aufgezeichnet.

Die beiden Tatverdächtigen hielten sich im Laufe des Tages in der Nähe der Schule auf und wurden wiedererkannt, sodass Polizeibeamte die beiden 19- und 20-Jährigen festnahmen. Gegen die beiden wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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Neue Wohnungen für Frankfurt: Erster Bauabschnitt an der Sandelmühle bald bezugsfertig

Die Stadt Frankfurt informiert:

Über 120 Mietwohnungen fertiggestellt, davon rund 100 gefördert – gemeinsames Bauprojekt von ABG und Ten Brinke geht in die nächste Phase

Vor knapp drei Jahren haben die ABG Frankfurt Holding und der ausführende Projektentwickler Ten Brinke mit der Bebauung des Areals an der Sandelmühle in Heddernheim begonnen. Auf einer Fläche von 4,5 Hektar entstehen insgesamt neun Mehrfamilienhäuser mit über 200 Wohnungen, 67 Stadthäuser und eine Kindertagesstätte. Im ersten Bauabschnitt wurden nun parallel zur Olof-Palme-Straße und der U-Bahn-Station der Linie U2 drei jeweils fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser und eine Tiefgarage mit 68 Stellplätzen errichtet. In diesen Häusern wurden über 121 Mietwohnungen fertiggestellt, darunter 103 geförderte Wohnungen.

„An der Sandelmühle vermietet die ABG ab Oktober über 120 neue bezahlbare Wohnungen. Davon sind rund 100 Wohnungen gefördert und werden zu Mieten ab 5,50 Euro beziehungsweise 8,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. Alle Wohnungen haben einen Balkon oder eine Terrasse und im Quartier entsteht zudem eine neue Kita. Durch die Verbindung von gefördertem und freifinanziertem Wohnraum, energieeffizienter Bauweise und guter Verkehrsanbindung entsteht am Frankfurter Grüngürtel ein lebendiges Quartier mit sozialer Vielfalt“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, über das neue Wohnquartier.

Die Objekte der ABG wurden mit insgesamt rund 20 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln für den Neubau von Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen, sogenannte Sozialwohnungen, und für Haushalte mit mittlerem Einkommen gefördert. Damit wurden 51 neue Sozialwohnungen sowie 52 Mittelstandswohnungen realisiert. Für die geförderten Mittelstandswohnungen benötigen Interessierte den sogenannten „Fairmieten-Schein“. Auf der Website frankfurt-fairmieten.deExternal Link können sie prüfen, ob sie dafür berechtigt sind und diesen beantragen.

„Durch die gute Kooperation zwischen ABG und Ten Brinke entsteht hier trotz der angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt ein Quartier, das von der geförderten Mietwohnung bis zum Wohneigentum alle Optionen bietet“, sagt Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG, und ergänzt: „Unser Dank gilt auch dem benachbarten Unternehmen Diehl Aerospace dafür, dass wir hier die Konversion von Gewerbe- zu Wohnfläche realisieren können und somit Wohnraum schaffen, ohne neue Flächen versiegeln zu müssen. Ein gutes Beispiel für die Mischung von Wohnen und nicht störendem Gewerbe.“

Die im ersten Bauabschnitt fertiggestellten Wohngebäude tragen die Adressen Landsbergstraße 1-13. Die 18 freifinanzierten Wohnungen der ABG sind bereits vermietet. Die Nettokaltmieten liegen bei rund 16,90 pro Quadratmeter. Alle Wohnungen wurden im energiesparenden Passivhausstandard errichtet. Darüber hinaus läuft die Vermarktung für die Stadthäuser durch Ten Brinke.

„Wir freuen uns, auch an dieser Stelle in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt und der ABG in sehr attraktiver Lage nahe der Nidda hochwertigen und vielfältigen neuen Wohnraum zu realisieren. Neben der guten Erreichbarkeit von Einkaufs- und Bildungseinrichtungen bietet der unmittelbare Zugang zum Naturschutzgebiet ‚Riedwiesen‘ und dem Grüngürtel der Stadt mit zahlreichen Sport- und Freizeiteinrichtungen einen großen Naherholungswert“, sagt Julia Schönhals, Niederlassungsleiterin Projektentwicklung bei Ten Brinke in Frankfurt.

Landsbergstrasse 1; Copyright: ABG Frankfurt Holding;Jochen Mueller

 

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Mehr Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit an Grundschulen durch Schrankenbau

Sicherer Schulweg

Mehr Schulstraßen durch Schrankenbau

Ein bekanntes Problem an vielen Grundschulen ist die hohe Unfallgefahr auf den schmalen Straßen zur Grundschule. Elterntaxis müssen sich in den schmalen Straßen hin- und herbewegen, während Schüler zu Fuß die Straße zur Schule überqueren. Gerade im Winter, wenn es zu Schulbeginn noch dunkel ist, kann dies sehr gefährlich werden.

An der Theobald-Ziegler-Grundschule in Eckenheim sowie an der Riedhofschule in Sachsenhausen wurde dieses Problem angegangen: Um mehr Verkehrssicherheit an Frankfurter Grundschulen zu gewährleisten, werden die – zu Stoßzeiten –  dicht befahrenen Straßen durch Schranken zu Schulstraßen umfunktioniert. Elterntaxis sollen ihre Kinder stattdessen an Bring- und Abholzonen rauslassen. Die neuen Regelungen sorgen nicht nur für mehr Verkehrssicherheit, sondern fördern Nachhaltigkeit und die Selbstständigkeit von Grundschülern.

Schranke bewährt sich als effizientestes Mittel

Die Theobald-Ziegler-Schule leitete als erste Grundschule im März 2022 das Pilotprojekt ein. Diese wird täglich eine Stunde vor Schulbeginn heruntergelassen. Die Schule hatte zuvor mit verschiedenen Ideen mühevoll versucht, das Problem an der dichtbefahrenen, schmalen Straße zur Schule zu lösen, habe aber erst mit der Errichtung einer Schranke, das Risiko für Verkehrsunfälle senken können, erklärt die ehemalige Schulleiterin Annita Weber. Zuvor hätten Lehrer während der Pausen auf der Straße eingreifen müssen, auch habe man den direkten Kontakt zu Eltern gesucht. Doch ohne dauerhaften Erfolg.

Planung eines weiteren „Schrankenprojekts“

Nun möchte auch eine weitere Grundschule, dieses Mal in Bonames diese Idee umsetzen. Vertreter des Straßenverkehrsamtes sowie Vertreter des Büros bueffee eGbR („Büro für Fortschritt, Entwicklung und Evaluation“), das für die Planung neuer Mobilitätskonzepte für Schulen verantwortlich ist, werden in der nächsten Sitzung des Ortsbeirats 10 (Dienstag, dem 2. September, 19:30Uhr, im Saalbau Nidda, Harheimer Weg 18) das Projekt „Schulstraße an der Steffi-Jones-Schule“ besprechen.

Hierbei betonte der Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) bereits, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten, um eine langfristige Verkehrssicherheit an Schule zu gewährleisten. So sei es wichtig, Eltern, Lehrer und Schüler frühzeitig auszubilden oder auch genug Abstellplatz für Fahrräder zu schaffen. Außerdem erklärt er, dass diese neue Regelung Teil der Verkehrserziehung der Schüler sei, weil sie ihr Verkehrs- und Nachhaltigkeitsbewusstsein fördere, indem sie dazu angeregt werden, selbstständig zu Fuß zu Schule zu laufen.

Weitere Vorteile

Die Reduktion von Elterntaxis ist auch Teil des Projekts „Schulweg-Safari“ des Frankfurter Straßenverkehrsamtes, das darauf abzielt, die Selbstständigkeit von Grundschülern zu fördern und sie für ihre Umwelt zu sensibilisieren, indem sie den Schulweg gemeinsam zu Fuß zurücklegen.

Schrankenausbau im größeren Rahmen umsetzen

Die Stadt Frankfurt plant, den Ausbau von Schranken weiter zu fördern. So führte sie eine Onlinebefragung durch, in der Grund- und weiterführende Schulen ihre Lage und ihre Erfahrungen schildern konnten. Außerdem wurden 170 Schulen in Frankfurt angeschrieben, von denen sich 10 für den Bau einer Schranke beworben haben.


Weiterführende Links:

 

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Zu Besuch bei Frankfurts erster Ludothek

Nach einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom sind Video- und Computerspiele längst ein Massenphänomen, da über die Hälfte der Deutschen zumindest hin und wieder elektronische Spiele (52 Prozent) spielt. Bei den 16- bis 29-Jährigen spielt mit 87 Prozent der Deutschen der größte Anteil Videospiele. Aber auch unter den Senioren ab 65 Jahren widmet sich inzwischen jeder Fünfte zumindest gelegentlich dem Gaming (20 Prozent).
Also keine Zukunft mehr für die klassischen Karten-, Brett- und Tischspiele? Geht ohne Smartphone, ohne PC und Tablet heutzutage nichts mehr? Gegen diesen offenkundigen Trend stemmen sich die verschiedenen Spielkreise und seit dem Frühjahr auch Frankfurts erste Ludothek.

Eine Ludothek ist – ähnlich einer Leihbibliothek – eine Einrichtung, in der Spiele ausprobiert und/oder ausgeliehen werden können. Hier sind Brett-, Karten- und Gemeinschaftsspiele verfügbar. Oftmals werden dort Spieletreffs sowie Spiele-Nachmittage- und -Abende veranstaltet. Die typische Zielgruppe einer Ludothek sind in erster Linie Kinder und Jugendliche, doch selbstverständlich sind Spielebegeisterte aller Generationen willkommen.

Noch gibt es nicht allzu viele Ludotheken in Hessen. Frankfurts erster Spieleverleih wurde am 25.  April im Ben-Gurion-Ring 28 offiziell eröffnet. Dort, im Quartierszimmer des Evangelischen Familienzentrums Regenbogen, können Spielefans in Räumen, die von der GWH gestellt werden, mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr zusammenspielen und aus einer Auswahl von etwa 500 Titeln ein Spiel ausleihen.
Die Leihdauer beträgt zwei Wochen. Wie in einer Leihbibliothek müssen sich Spieler registrieren und erhalten einen Benutzerausweis. Digitale und Video-Spiele werden nicht angeboten. Zurzeit liegt die Hauptlast der Arbeit bei den Mitarbeiterinnen des Familienzentrums Regenbogen; unterstützt werden sie von „Lotsen“, die ehrenamtlich bei Organisation, Ausleihe und Spielbetrieb helfen. Weitere ehrenamtliche Helfer werden dringend gesucht.


Eine Auswahl der Spielesammlung der Ludothek; Foto: D.Walz

Als MainRiedberg im Familienzentrum am Bügel eintraf, hatte sich bereits eine Seniorengruppe der Evangelische Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit eingefunden:
Bei dieser Gelegenheit konnten die Leiterin Frau Michalaki und ihre Kollegin Frau Müller-Hopf den Besuchern einige Erläuterungen zur Ludothek geben und vor allem einige Spiele vorstellen. Selbstverständlich wurde auch gespielt: In kleinen Gruppen konnten die Senioren eine Reihe von Tischspielen selbst ausprobieren.

Die Seniorengruppe der Evangelischen Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit; Foto: D.Walz

Aktivitäten wie diese bilden einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des Familienzentrums und der Ludothek. Es geht darum, über das gemeinsame Spiel Räume und Gelegenheiten zu schaffen, in denen Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen und Generation zusammenkommen. Die Gründung einer Ludothek im Ben-Gurion-Ring mag angesichts der heutigen Dominanz digitaler Spiele als ein gewagtes Unterfangen erschein – aber wo könnte Integration besser gelingen als in einem multiethischen, multikulturellen Umfeld der Hochhaussiedlung zwischen Bonames und Nieder-Eschbach?

Die klassischen Tisch- und Gesellschaftsspiele leisten dabei etwas, was digitale Spiele nie leisten können: Hier kommen Menschen von Angesicht zu Angesicht zusammen. Digitale Spiele, auch wenn sie online in Gruppen gespielt werden können, werden nie das persönliche Verhältnis zwischen den Mitspielern ersetzen können.

Dass man sich in der Ludothek am Bügel der digitalen Welt nicht völlig verschließt, zeigte sich beim Besuch der Seniorengruppe, als nämlich auf YouTube verwiesen wurde: Dort sind eine Reihe von Erklärvideos zu finden, die – von erfahrenen Spielern erstellt – die Spielregeln erläutern und nützliche Tipps geben.
Ein weiteres Beispiel bot sich dem Autor dieses Artikels, als das Spiel „Hitster“ vorgestellt wurde: Es handelt sich um ein Party-Kartenspiel, bei dem die Spielenden Titel und Interpret eines populären Songs erraten müssen. Voraussetzung dafür ist die Installation einer kostenlosen App auf dem Smartphone, die den QR-Code auf einer Spielkarte einliest und anschließend den entsprechenden Musiktitel abspielt.

Insgesamt werden digitale Spiele wohl weiterhin das Spieleverhalten der meisten Menschen bestimmen. Der leichte Zugang zu den Spielen – im Bus oder der Straßenbahn, während der Arbeitspause oder im ärztlichen Wartezimmer – sowie die immer wieder beeindruckende audiovisuelle Bilderwelt des Spielgeschehens werden Spielefans auch in Zukunft an Smartphone, PC oder die Spiele-Konsole binden. Die menschliche Nähe und den gemeinschaftlichen Spaß in der Gruppe werden sie jedoch nicht ersetzen können. Damit bleibt der analogen Spielewelt auch in Zukunft sicherlich eine große Fangemeinde erhalten. Letztlich bietet sie eine echte Alternative zur Einsamkeit und Anonymität der virtuellen Welten.
Ludotheken wie diese in Nieder-Eschbach werden ganz gewiss als Vermittlerin der klassischen Brett-, Karten- und Gemeinschaftsspiele ihre Bedeutung bewahren.

Links:
https://www.diakonie-frankfurt-offenbach.de/miteinander-spielen/

weitere Spieletreffs:
https://playce.rocks/
https://www.spielkultur-frankfurt.de/
https://socialmatch.de/blog/5-brettspiele-in-frankfurt/

Statistiken zu Gesellschaftsspielen:
https://de.statista.com/themen/4459/gesellschaftsspiele/#topicOverview

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