Schlagwort: Wohnungsbau

Wohnen auf antikem Grund: Frankfurt verbindet Neubau mit römischer Geschichte

Architekt Benjamin Jourdan präsentiert Modell Nida

In Heddernheim wird die römische Vergangenheit der Stadt buchstäblich in das Fundament moderner Wohnkultur integriert. Heute stellten Vertreter der Stadt und der ABG Frankfurt Holding das Modell eines Bauprojekts vor, das archäologische Funde direkt in einen neuen Wohnkomplex an der Straße „In der Römerstadt“ einbindet.

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In der Römerstadt 126-134

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In der Römerstadt 126-134 50.153236, 8.631499

Auf dem Baufeld In der Römerstadt 126-134 plant die ABG Frankfurt Holding die Errichtung einer neuen Wohnanlage mit rund 190 Mietwohnungen. Das Besondere an diesem Vorhaben ist jedoch das, was sich unter der Erde befindet: Bei Grabungen des städtischen Denkmalamts wurden bedeutende Reste der antiken Stadt Nida entdeckt, dem einstigen urbanen Zentrum der Provinz Germania Superior.

Archäologische Schätze im Erdgeschoss

Zu den spektakulären Funden zählen ein Steinkeller, eine Gruppe von Töpferöfen – darunter einer mit vollständig erhaltener Kuppel – sowie ein Holzkeller. Um diese etwa 1.800 Jahre alten Relikte nicht nur zu schützen, sondern sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird im Erdgeschoss und in einem Anbau eines der Wohngebäude eine Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums integriert.

Ein Highlight der künftigen Präsentation ist der im Jahr 2023 geborgene antike Holzkeller. Dieser lagert derzeit im Depot des Museums und soll zur Fertigstellung an seinen ursprünglichen Fundort zurückkehren.

Ein Mehrwert für Mieter und die Stadt

Für die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt stellt das Projekt eine gelungene Symbiose dar. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betonte die historische Tragweite von Nida und freute sich über die „Nachbarschaft Wand an Wand mit der römischen Antike“. Planungsdezernent Dr. Gwechenberger verwies auf die „doppelte Aufgabe“, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit der Stadtgeschichte umzugehen.

Ein Museum zum Reinschauen

Das von Benjamin Jourdan entworfene Architekturmodell sieht vor, dass die antiken Befunde im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Doch auch Passanten und Bewohner erhalten Einblicke: Durch große Schaufenster wird die Museumsdependance von außen einsehbar sein. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums, plant zudem praktische Werkstattprogramme für Schulen, um die Geschichte von Nida lebendig zu vermitteln.

Durch die Verbindung von modernem Wohnungsbau und authentischem Denkmalschutz am Originalstandort wird das Projekt voraussichtlich weit über die Grenzen Frankfurts hinaus Beachtung finden.

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Neue Wohnungen für Frankfurt: Erster Bauabschnitt an der Sandelmühle bald bezugsfertig

Die Stadt Frankfurt informiert:

Über 120 Mietwohnungen fertiggestellt, davon rund 100 gefördert – gemeinsames Bauprojekt von ABG und Ten Brinke geht in die nächste Phase

Vor knapp drei Jahren haben die ABG Frankfurt Holding und der ausführende Projektentwickler Ten Brinke mit der Bebauung des Areals an der Sandelmühle in Heddernheim begonnen. Auf einer Fläche von 4,5 Hektar entstehen insgesamt neun Mehrfamilienhäuser mit über 200 Wohnungen, 67 Stadthäuser und eine Kindertagesstätte. Im ersten Bauabschnitt wurden nun parallel zur Olof-Palme-Straße und der U-Bahn-Station der Linie U2 drei jeweils fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser und eine Tiefgarage mit 68 Stellplätzen errichtet. In diesen Häusern wurden über 121 Mietwohnungen fertiggestellt, darunter 103 geförderte Wohnungen.

„An der Sandelmühle vermietet die ABG ab Oktober über 120 neue bezahlbare Wohnungen. Davon sind rund 100 Wohnungen gefördert und werden zu Mieten ab 5,50 Euro beziehungsweise 8,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. Alle Wohnungen haben einen Balkon oder eine Terrasse und im Quartier entsteht zudem eine neue Kita. Durch die Verbindung von gefördertem und freifinanziertem Wohnraum, energieeffizienter Bauweise und guter Verkehrsanbindung entsteht am Frankfurter Grüngürtel ein lebendiges Quartier mit sozialer Vielfalt“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, über das neue Wohnquartier.

Die Objekte der ABG wurden mit insgesamt rund 20 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln für den Neubau von Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen, sogenannte Sozialwohnungen, und für Haushalte mit mittlerem Einkommen gefördert. Damit wurden 51 neue Sozialwohnungen sowie 52 Mittelstandswohnungen realisiert. Für die geförderten Mittelstandswohnungen benötigen Interessierte den sogenannten „Fairmieten-Schein“. Auf der Website frankfurt-fairmieten.deExternal Link können sie prüfen, ob sie dafür berechtigt sind und diesen beantragen.

„Durch die gute Kooperation zwischen ABG und Ten Brinke entsteht hier trotz der angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt ein Quartier, das von der geförderten Mietwohnung bis zum Wohneigentum alle Optionen bietet“, sagt Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG, und ergänzt: „Unser Dank gilt auch dem benachbarten Unternehmen Diehl Aerospace dafür, dass wir hier die Konversion von Gewerbe- zu Wohnfläche realisieren können und somit Wohnraum schaffen, ohne neue Flächen versiegeln zu müssen. Ein gutes Beispiel für die Mischung von Wohnen und nicht störendem Gewerbe.“

Die im ersten Bauabschnitt fertiggestellten Wohngebäude tragen die Adressen Landsbergstraße 1-13. Die 18 freifinanzierten Wohnungen der ABG sind bereits vermietet. Die Nettokaltmieten liegen bei rund 16,90 pro Quadratmeter. Alle Wohnungen wurden im energiesparenden Passivhausstandard errichtet. Darüber hinaus läuft die Vermarktung für die Stadthäuser durch Ten Brinke.

„Wir freuen uns, auch an dieser Stelle in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt und der ABG in sehr attraktiver Lage nahe der Nidda hochwertigen und vielfältigen neuen Wohnraum zu realisieren. Neben der guten Erreichbarkeit von Einkaufs- und Bildungseinrichtungen bietet der unmittelbare Zugang zum Naturschutzgebiet ‚Riedwiesen‘ und dem Grüngürtel der Stadt mit zahlreichen Sport- und Freizeiteinrichtungen einen großen Naherholungswert“, sagt Julia Schönhals, Niederlassungsleiterin Projektentwicklung bei Ten Brinke in Frankfurt.

Landsbergstrasse 1; Copyright: ABG Frankfurt Holding;Jochen Mueller

 

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Symbolischer Spatenstich an der Sandelmühle

Baukran

Vor vielen Jahren gab es im Mertonviertel eine Mühle, die den Namen „Sandelmühle“ trug. Inzwischen trägt das Baugebiet zwischen der U-Bahnhaltestelle „Sandelmühle“ und der Firma „Diehl Aerospace“ diesen Namen und wird in den nächsten 2 bis 3 Jahren mit 207 Wohnungen, 67 Einfamilienhäuser und einer Kita bebaut werden.

Mitte Januar nahmen an dem Spatenstich Hessens Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne), ABG-Chef Frank Junker, Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Carlo Wentink von Ten Brinke teil.

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An der Sandelmühle

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An der Sandelmühle 50.165807, 8.646584

Das Gelände umfasst insgesamt 7 Hektar, wovon jedoch „nur“ 4,5 Hektar neu bebaut werden. Auf dem restlichen Gebiet befindet sich „Diehl Aerospace“. Die anderen Gewerbebetriebe, wie die Firma CDO Adolf Schindling AG (ein Werk der VDO), die im westlichen Teil beheimatet war, haben das Areal bereits in den 90er-Jahren verlassen.

Die mit Geld des Landes Hessen (11,5 Mio. €) und der Stadt Frankfurt (8,5 Mio. €) geförderten 161 Wohnungen und 18 der frei finanzierten Wohnungen sollen in 3 jeweils 5-geschossigen Mehrfamilienhäusern (ca. 15-17 Meter hoch) im Passivhausstandard Platz finden, die jeweils direkt an der U-Bahn-Station und der Olof-Palme-Straße errichtet werden.

Diese Wohnungen wird die städtische Wohnungsgesellschaft ABG vermieten, die rund 60 Millionen Euro in das Projekt investiert. Eine Quote von 30 % geförderten Wohnraums wurde erreicht.

Folgende Förderstufen sollen angeboten werden:

  • Sozialwohnungen mit Mieten ab 5,50 €/qm.
  • Mittelstandswohnungen mit einkommensabhängigen Mieten zwischen 8,50 €/qm und 10,50 €/qm.
  • Frei finanzierte Wohnungen mit Mieten ab 14 €/qm aufwärts.

Vorteile:

  • Die Heizkosten für die Wohnungen der ABG im Passivhausstandard sind in der Regel so niedrig, dass es sich nicht lohnt, sie überhaupt abzurechnen. Das senkt die Belastung durch Nebenkosten.
  • Flächensparendes Wohnen: Keine Fläche muss neu versiegelt werden. Es ist eine Konversion alter Gewerbeflächen.
  • Sehr gute Verkehrsanbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (U-Bahn, Bus)
  • Das Gelände liegt am Rande des Grüngürtels und in der Nähe befinden sich der Urselbach und die Nidda mit ausgebauten Radwegen.

Den Bau der Wohnungen wird der niederländische Projektentwickler Ten Brinke übernehmen, der das Areal zusammen mit der ABG erworben hatte und inzwischen erschlossen hat. Ten Brinke wird 67 Einfamilienhäuser mit jeweils 160 qm Wohnfläche errichten, die in der Mitte des Areals Platz finden sollen. Der Kaufpreis liegt jeweils bei einer Million Euro. Für 7.500 bis 8.500 Euro pro Quadratmeter sollen weitere 46 Eigentumswohnungen zu haben sein, die Ten Brinke am Urselbach baut.

Insgesamt wird Wohnraum für etwa 500 Menschen geschaffen. Mit einem Mehrverkehr von etwa 800 Fahrzeugen pro Tag wird gerechnet, was den Verkehr in der Region um etwa 10 % erhöht. Eine Grundschule wird es in dem Planungsgebiet nicht geben.

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