Sonnenenergie vor der eigenen Haustür: Vorträge und Solarspaziergang auf dem Riedberg

Solarpanel

Photovoltaik lohnt sich – doch viele fragen sich: Ist mein Balkon geeignet? Trägt mein Dach eine PV-Anlage? Welche Genehmigungen brauche ich? Und mit welchen Kosten und Fördermöglichkeiten kann ich rechnen?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die Klimaschutz-Initiative Riedberg e.V. unter anderem in Kooperation mit MainSolarBalkon im Rahmen ihrer PV-Inforeihe 2026 mit zwei Informationsabenden und einem Solarspaziergang.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 12. März 2026 (18:00 Uhr bis 20:00 Uhr) der Vortrag „Mini-PV kann jeder“. Hier erfahren Interessierte, wie Balkonkraftwerke funktionieren, für wen sie geeignet sind und wie sich auch mit wenig Aufwand eigener Solarstrom erzeugen lässt.

Am Freitag, den 08. Mai 2026 (18:00 Uhr bis 20:00 Uhr) folgt der zweite Vortrag: „PV-Anlage – geht das auch auf meinem Dach?“. Dabei geht es um die Voraussetzungen für größere Photovoltaikanlagen, technische Komponenten, rechtliche Rahmenbedingungen, Kosten sowie aktuelle Fördermöglichkeiten.

Beide Veranstaltungen finden im Centre for Dialogue am Campus Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 56, 60438 Frankfurt am Main, direkt an der U-Bahn-Station „Riedberg“ (U8/U9), statt.

Wer Photovoltaik nicht nur theoretisch kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen zum PV-Spaziergang über den Riedberg am Donnerstag, den 11. Juni 2026 (18:00 Uhr bis 19:00 Uhr). Hier werden bestehende Anlagen vorgestellt, Erfahrungen aus der Praxis geteilt und individuelle Fragen beantwortet. Nur mit Anmeldung!

Die Teilnahme an allen Terminen ist kostenlos, die Plätze sind jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist per E-Mail an solar@klimaschutz-initiative-riedberg.de oder über die Projektseite möglich:

http://www.klimaschutz-initiative-riedberg.de/solarprojektffm/

Eine gute Gelegenheit für alle, die sich unabhängig von steigenden Energiepreisen machen und aktiv zum Klimaschutz in Frankfurt beitragen möchten.

 

 

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Weniger Müll, mehr Stadt: Frankfurts Weg zur Zero Waste City

Müll rund um den Eimer

Ein schneller Kaffee to-go am Morgen, der Wocheneinkauf samt Obst, Gemüse oder Milchprodukten und eine Online-Bestellung mit neuer Kleidung für den Frühling- und schon ist der Mülleimer wieder voll. Obwohl der Einsatz von Plastik in Bau, Verkehr, Verpackung oder Konsumgütern erst seit dem Zweiten Weltkrieg seinen weltweiten Durchbruch erlebte, ist der Werkstoff nicht einmal 100 Jahre später aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Jährlich werden demnach rund 280.000 Tonnen an Haushaltsabfällen produziert- nicht etwa deutschlandweit, sondern alleine in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit vielen anderen Städten will Frankfurt deshalb zur „Zero Waste City“ werden.

Was ist der Zero Waste Guide?

Entgegen der direkten Übersetzung soll der Müll aber nicht auf Null reduziert werden: Vielmehr bemüht man sich um eine möglichst geringe Ressourcenverschwendung. Bereits 2022 konzipierte die Stadt Frankfurt einen entsprechenden Maßnahmenplan zur Abfallvermeidung, der seitdem Schritt für Schritt umgesetzt wird. Durch Bürgerbeteiligung an Workshops und diversen Projekten soll zusätzlich ein bewussterer Umgang mit Ressourcen im Alltag entstehen. Gemeinsam mit Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und dem oekom Verein hat das Umweltamt der Stadt nun den „Zero Waste Guide“ als alltagstaugliche Hilfestellung entwickelt. Der rund 100-seitige Ratgeber ist seit Februar 2026 für alle Frankfurter Bürger kostenlos zugänglich und sowohl online als auch in gedruckter Form erhältlich. Die Broschüre soll mit praktikablen Tipps unter anderem zeigen, wie man an verschieden Stellen im Alltag einen Teil des eigenen Abfalls vermeiden kann. Dabei stößt man zunächst unweigerlich auf das Herzstück des Ratgebers: die 5 großen »R«.

Refuse: Ablehnen, was wir nicht brauchen

Der erste Schritt klingt simpel, ist aber überraschend wirkungsvoll: freundlich „Nein“ sagen. Gratisproben, Werbeflyer oder das fünfte Stoffbeutel-Give-away landen oft ungenutzt in der Schublade. Wer bewusst ablehnt, verhindert also Müll, bevor er entstehen kann. Ein „Bitte keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten oder das Mitbringen eines eigenen Kaffeebechers sind ebenso kleine Gesten mit großer Wirkung. Refuse bedeutet in dem Sinne nicht unhöflich zu sein, sondern sich klarzumachen, dass man nicht alles, was kostenlos ist, auch wirklich benötigt.

Reduce: Weniger besitzen und bewusster konsumieren

„Weniger ist mehr“- auch dieser Gedanke zieht sich durch den Guide. In vielen Haushalten sammeln sich unbenutzte Küchengeräte, doppelte Pflegeprodukte oder Kleidung, die nicht richtig passt. Reduce heißt, vor dem Kauf kurz innezuhalten und sich selber zu fragen: Brauche ich das wirklich? Kann ich es alternativ leihen oder gebraucht kaufen? Gerade bei Kleidung oder Elektronik spart bewusster Konsum eine Menge Ressourcen und CO₂. Wer zwei passende Kleidungsstücke vor Ort kauft, statt mehrere online zu bestellen und zurückzuschicken, spart ein Kilogramm CO₂ ein. Weniger Besitz schafft zudem Übersicht und oft auch ein Gefühl der Leichtigkeit.

Reuse: Wiederverwenden statt wegwerfen

Alte Dinge wiederzuverwenden, ist kreativ und gemeinschaftlich zugleich. Mehrwegflaschen, Brotdosen und Stofftaschen sind im Alltag schnell integriert. Auch Glasbehälter für Vorräte oder Essensreste ersetzen Plastikverpackungen dauerhaft. Besonders spannend wird Reuse, wenn Dinge repariert oder weitergegeben werden. Im Repaircafé Riedberg im Billabong Familienzentrum zeigen Ehrenamtliche immer am letzten Mittwoch des Monats, wie Toaster, Lampen oder Fahrräder wieder fit gemacht werden können. Hier wird nicht nur geschraubt, sondern Wissen geteilt. Reuse bedeutet also, zu nutzen, statt wegzuwerfen und dabei vielleicht sogar neue Fähigkeiten zu entdecken.

Recycle: Wertstoffe im Kreislauf halten

Auch wenn Vermeiden und Wiederverwenden Vorrang haben, bleibt Recycling ein wichtiger Baustein. Papier, Glas, Bioabfall oder Verpackungen gehören getrennt entsorgt, damit sie verwertet werden können. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden in der Gesamtbilanz besser ab als Einwegverpackungen, da sie mehrfach genutzt werden. Wer beim Einkauf auf Pfandsysteme achtet und Müll korrekt trennt, unterstützt funktionierende Kreisläufe. Recycling allein löst das Problem freilich nicht, aber es ist unumstritten ein unverzichtbarer Teil der Lösung.

Rot: Zurück zur Erde

„Rot“ steht für Kompostieren. Organische Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen sind kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff. In der Biotonne oder im eigenen Kompost verwandeln sie sich in nährstoffreiche Erde. Gerade in einem Stadtteil mit einigen Grünflächen und Gärten kann Kompost einen sichtbaren Beitrag leisten- egal, ob im Balkonkasten oder dem Gemeinschaftsgarten. Wer Bioabfälle richtig trennt, schließt den natürlichen Kreislauf und reduziert gleichzeitig Restmüll.

Der Zero Waste Guide zeigt: Nachhaltigkeit beginnt nicht mit radikalen Umbrüchen, sondern mit bewussten Entscheidungen im Alltag. Niemand muss von heute auf morgen plastikfrei leben, denn schon kleine Schritte summieren sich. Neben dem bewussten privaten Konsum sind allerdings gute Rahmenbedingungen, zugängliche Angebote und Orte der Begegnung genauso wichtig. Wenn Stadtverwaltung, lokale Initiativen, Bildungseinrichtungen und engagierte Bürger zusammenwirken, entsteht eine Kultur, in der Ressourcenschonung zu einem präsenteren Thema wird. Der Riedberg bietet mit Initiativen wie dem Repaircafé gute Voraussetzungen dafür. Zero Waste soll dabei kein perfektes Endziel, sondern vielmehr ein Prozess sein, der gemeinsam gestaltet wird. Je sichtbarer nachhaltige Alternativen im Stadtteil werden, desto leichter fällt es den Konsumenten, Teil dieser Entwicklung zu sein und Schritt für Schritt auf ein Frankfurt hinzuarbeiten, das Ressourcen klug nutzt und Verantwortung teilt.

Download Link Zero Waste Guide

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Glasfaserausbau in Frankfurt: Bund bewilligt Millionenförderung für Versorgungslücken

Glasfaserausbau entlang der Straße

Die Stadt Frankfurt am Main hat einen entscheidenden Etappensieg beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur erzielt. Mit einer Förderzusage des Bundes in Millionenhöhe sollen nun auch die Gebiete erschlossen werden, die für private Telekommunikationsunternehmen bisher wirtschaftlich unrentabel waren.

Frankfurt treibt das Tempo beim Glasfaserausbau massiv voran. Wie die Stadtverwaltung gestern bekannt gab, hat der Bund Fördermittel in Höhe von 10,45 Millionen Euro bewilligt. Diese Gelder sind zweckgebunden für den Ausbau in sogenannten „weißen Flecken“ vorgesehen – also in Bereichen, die bisher als wirtschaftlich weniger attraktiv galten und daher im rein eigenwirtschaftlichen Ausbau vernachlässigt wurden.

Schließung der Versorgungslücken

Laut dem aktuellen Breitbandatlas sind in Frankfurt insgesamt 93.453 Adresspunkte für einen Glasfaseranschluss vorgesehen. Während der Großteil dieses Ausbaus eigenwirtschaftlich durch private Unternehmen auf Basis des Telekommunikationsgesetzes erfolgt, verbleiben rund 2.300 Adresspunkte im Stadtgebiet, die aktuell nicht gigabitfähig sind. Da diese Anschlüsse für Unternehmen kaum Gewinne versprechen, greift hier die staatliche Unterstützung.

Um diese Lücken zu schließen, hatte die Stadt bereits im Jahr 2025 Anträge im Rahmen der Gigabitförderung gestellt. Die Finanzierung ist dabei auf mehrere Säulen verteilt:

  • Bund: übernimmt 50 % der Projektkosten.
  • Land Hessen: beteiligt sich ergänzend.
  • Stadt Frankfurt: trägt lediglich einen Eigenanteil von 10 %.

Der nun erhaltene Bescheid bildet die rechtliche und finanzielle Grundlage für die anstehende Ausschreibung, mit der die weiteren Bauarbeiten vergeben werden.

Infrastruktur als Standortfaktor

Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger, Digitales und Internationales, betont die Relevanz des Projekts für die Stadtgesellschaft. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sei in der heutigen Zeit ebenso essenziell wie die Versorgung mit Strom oder der Zugang zum Straßennetz. Ziel sei es, die Chancengerechtigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Frankfurts zu sichern, damit kein Bürger und kein Unternehmen digital abgehängt wird – ungeachtet der wirtschaftlichen Attraktivität des Standorts.

Hohes Ausbautempo seit 2022

Der Bericht verdeutlicht zudem die Dynamik der letzten Jahre: Zwischen 2022 und 2025 wurden in Frankfurt mehr als 12 mal so viele Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen wie im gesamten Zeitraum bis einschließlich 2021. Um den Bedarf und die schwierigen Ausbaugebiete präzise zu ermitteln, arbeitete die Stadt eng mit der Infratech Services GmbH zusammen.

Informationen für Bürger

Für die Einwohner Frankfurts bietet die Stadt zusätzliche Transparenz. Auf der offiziellen Website steht unter frankfurt.de/glasfaserausbau eine interaktive Karte zur Verfügung. Dort können Bürger den aktuellen Ausbaustatus in ihrer direkten Nachbarschaft prüfen und sich über geplante Maßnahmen informieren.

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Wohnen auf antikem Grund: Frankfurt verbindet Neubau mit römischer Geschichte

Architekt Benjamin Jourdan präsentiert Modell Nida

In Heddernheim wird die römische Vergangenheit der Stadt buchstäblich in das Fundament moderner Wohnkultur integriert. Heute stellten Vertreter der Stadt und der ABG Frankfurt Holding das Modell eines Bauprojekts vor, das archäologische Funde direkt in einen neuen Wohnkomplex an der Straße „In der Römerstadt“ einbindet.

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In der Römerstadt 126-134

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In der Römerstadt 126-134 50.153236, 8.631499

Auf dem Baufeld In der Römerstadt 126-134 plant die ABG Frankfurt Holding die Errichtung einer neuen Wohnanlage mit rund 190 Mietwohnungen. Das Besondere an diesem Vorhaben ist jedoch das, was sich unter der Erde befindet: Bei Grabungen des städtischen Denkmalamts wurden bedeutende Reste der antiken Stadt Nida entdeckt, dem einstigen urbanen Zentrum der Provinz Germania Superior.

Archäologische Schätze im Erdgeschoss

Zu den spektakulären Funden zählen ein Steinkeller, eine Gruppe von Töpferöfen – darunter einer mit vollständig erhaltener Kuppel – sowie ein Holzkeller. Um diese etwa 1.800 Jahre alten Relikte nicht nur zu schützen, sondern sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird im Erdgeschoss und in einem Anbau eines der Wohngebäude eine Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums integriert.

Ein Highlight der künftigen Präsentation ist der im Jahr 2023 geborgene antike Holzkeller. Dieser lagert derzeit im Depot des Museums und soll zur Fertigstellung an seinen ursprünglichen Fundort zurückkehren.

Ein Mehrwert für Mieter und die Stadt

Für die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt stellt das Projekt eine gelungene Symbiose dar. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betonte die historische Tragweite von Nida und freute sich über die „Nachbarschaft Wand an Wand mit der römischen Antike“. Planungsdezernent Dr. Gwechenberger verwies auf die „doppelte Aufgabe“, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit der Stadtgeschichte umzugehen.

Ein Museum zum Reinschauen

Das von Benjamin Jourdan entworfene Architekturmodell sieht vor, dass die antiken Befunde im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Doch auch Passanten und Bewohner erhalten Einblicke: Durch große Schaufenster wird die Museumsdependance von außen einsehbar sein. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums, plant zudem praktische Werkstattprogramme für Schulen, um die Geschichte von Nida lebendig zu vermitteln.

Durch die Verbindung von modernem Wohnungsbau und authentischem Denkmalschutz am Originalstandort wird das Projekt voraussichtlich weit über die Grenzen Frankfurts hinaus Beachtung finden.

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Alarmierender Rückgang der Vogelpopulation: Ein Warnsignal vor der Kommunalwahl in Frankfurt

Vögel auf der Wiese

Die Ergebnisse der jüngsten Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ zeichnen ein düsteres Bild für die Frankfurter Stadtnatur. Während die Stadt am Main stetig wächst und neue Wohnquartiere entstehen, verschwinden die gefiederten Bewohner in besorgniserregendem Tempo. Wenige Tage vor der Kommunalwahl am 15. März 2026 schlägt der Naturschutzbund (Nabu) Alarm und nimmt die Politik in die Pflicht.

Drastischer Rückgang in Frankfurter Gärten

Die Zahlen der im Januar durchgeführten Zählung sind eindeutig: In Frankfurt wurden im Durchschnitt nur noch 25 Vögel pro Garten gesichtet. Zum Vergleich: Bundesweit lag der Schnitt bei 32 Vögeln, was bereits einen massiven Einbruch gegenüber den 45 Vögeln aus dem Jahr 2022 darstellt. Insgesamt beteiligten sich 797 Teilnehmer aus 590 Frankfurter Gärten an der Aktion und meldeten 14.839 Tiere.

Besonders besorgniserregend ist, dass selbst Arten, die früher als allgegenwärtig galten, seltener werden. Haussperling, Kohlmeise und Amsel – einst verlässliche Gäste an jedem Futterhaus – ziehen sich zunehmend aus dem Stadtbild zurück.

Beton statt Biodiversität

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut Experten die fortschreitende Flächenversiegelung. Frankfurt zählt zu den am stärksten verdichteten Städten Deutschlands. Der enorme Druck auf dem Wohnungsmarkt führt dazu, dass immer mehr Brachflächen, Hecken und alte Baumbestände einer intensiven Bautätigkeit weichen müssen.

Martin Miller, der Frankfurter Nabu-Vorsitzende, kritisiert diesen Trend deutlich: „Je stärker Flächen versiegelt werden, desto weniger Lebensräume bleiben für Vögel und andere Tierarten“. In den dicht bebauten Quartieren entstehen sogenannte Hitzeinseln, in denen die Insektenpopulationen zusammenbrechen, wodurch den Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Die Kommunalwahl als Weichenstellung

Der Zeitpunkt dieser Erkenntnisse könnte brisanter kaum sein. Am 15. März 2026 entscheiden die Frankfurter Bürger über die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung. Doch in den Wahlprogrammen der großen Parteien spielen Themen wie Artenvielfalt und ökologische Stadtplanung laut Nabu bislang eine untergeordnete Rolle.

Trotz des offensichtlichen Schwindens der Stadtnatur halten viele politische Akteure an Plänen fest, weitere Grünflächen im Stadtgebiet für den Wohnungsbau zu opfern. Der Nabu fordert hier ein konsequentes Umsteuern. Naturnahe Strukturen dürften nicht länger als „Luxus“ betrachtet werden, sondern müssten als notwendiger Bestandteil einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung verankert werden.

Forderungen für ein grüneres Frankfurt

Um den Abwärtstrend zu stoppen, verlangt der Naturschutzbund konkrete Maßnahmen von der künftigen Stadtregierung:

  • Die Schaffung und Vernetzung von Grünzügen quer durch das Stadtgebiet.
  • Die Förderung biodiverser Parks anstelle von monotonen Rasenflächen.
  • Strengere ökologische Vorgaben für alle Neubauprojekte, um die Versiegelung zu minimieren.
  • Ein wirksamer Schutz für alte Baumbestände, die als wichtige Nistplätze dienen.

Die Vogelwelt Frankfurts steht unter zunehmendem Druck. Ob die Politik bereit ist, den Schutz der Lebensräume über die kurzfristige Gewinnung von Bauland zu stellen, wird sich nach dem Urnengang am 15. März zeigen.

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Modernisierung im Frankfurter Norden: Sunflower Gartencenter startet umfassende Bauphase

Sunflower Gartencenter

Seit Beginn des Jahres 2026 herrscht auf dem Gelände des Sunflower Gartencenters in Kalbach geschäftiges Treiben. Wo sonst vor allem bunte Blütenmeere die Blicke auf sich ziehen, sind nun Bagger im Einsatz, um ein wegweisendes Zukunftsprojekt zu realisieren. Die aktuellen Baumaßnahmen markieren den Beginn einer neuen Ära für das traditionsreiche Familienunternehmen am Martinszehnten.

Investition in Qualität und Komfort

Nach einer über zweijährigen intensiven Planungsphase fiel im Januar 2026 der Startschuss für die erste Bauphase. Den Auftakt der Modernisierung macht die Errichtung einer neuen Überdachung für den Bereich der Beet- und Balkonpflanzen. Diese Maßnahme verfolgt ein doppeltes Ziel: Zum einen bietet die Konstruktion den empfindlichen Pflanzen einen verbesserten Schutz vor Witterungseinflüssen, zum anderen erhöht sie den Komfort für die Besucher, die nun auch bei unbeständigem Wetter im Trockenen einkaufen können. Laut Unternehmensleitung ist dies jedoch erst der Anfang einer umfassenden Weiterentwicklung des Standorts.

Von der Kalbacher Garage zum überregionalen Anziehungspunkt

Die Geschichte von Sunflower ist eng mit dem Stadtteil Kalbach verbunden. Am 1978 gründete Viktor Märcz das Unternehmen ursprünglich als Großhandel für den Im- und Export von Blumen und Pflanzen. Was in bescheidenem Rahmen begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der vielseitigsten Gartencenter im Rhein-Main-Gebiet.

Ein entscheidender Meilenstein in der historischen Entwicklung war die kontinuierliche Erweiterung des Sortiments und der Dienstleistungen. Im Jahr 2000 wurde das hauseigene Restaurant eröffnet, das heute Platz für 120 Gäste bietet. Zwischen 2004 und 2007 folgte der Ausbau einer zweiten Ebene für Gartenmöbel, Grillzubehör und Wellness-Produkte. Mit der Eröffnung der Markthalle im September 2009, die frische Lebensmittel und kulinarische Spezialitäten bietet, festigte das Unternehmen seinen Ruf als „mehr als nur ein Gartencenter“. Weitere Ergänzungen wie der Umbau der Baumschule (2011) und der Bau eines eigenen Parkhauses (2013) rundeten das heutige Erscheinungsbild ab.

Generationenwechsel und Zukunftsvision

Heute wird die Sunflower GmbH von den Geschäftsführern Guido und Alexander Märcz geleitet. Der Fokus liegt weiterhin auf einer Kombination aus hoher Produktqualität und fachkundiger Beratung. Mit mehr als 4.000 positiven Bewertungen unterstreicht das Unternehmen seinen Anspruch, ein Erlebnisort für die ganze Familie zu sein.

Trotz der aktuellen Baustellen bleibt der Betrieb für die Kunden regulär geöffnet. Die Verantwortlichen betonen, dass die Kunden über alle weiteren Schritte der Modernisierung auf dem Laufenden gehalten werden, da man die Zukunft des Centers gemeinsam mit den Besuchern gestalten möchte.


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Wenn die Heizung kalt bleibt und Informationen fehlen

Martin Giehl, Vorstand Mainova AG (links) und Dirk Remmert, Geschäftsführer FES (rechts)

Am 23. Oktober 2025 blieb es am Riedberg sowie in Teilen der Nordweststadt und des Mertonviertels plötzlich kalt. Für viele begann der Herbstmorgen ungewohnt unerquicklich: Die Dusche war höchstens lauwarm und die Wohnung wollte einfach nicht richtig warm werden. Ursache war ein Ausfall der Fernwärmeversorgung.

Wer in dieser Situation zum Smartphone griff und online nach einer schnellen Erklärung suchte, wurde zunächst jedoch nicht fündig. Auf der Website der Mainova AG war keine aktuelle Störungsmeldung veröffentlicht. So blieben viele Betroffene erst einmal ratlos und suchten die Ursache in den eigenen vier Wänden. Nicht wenige vermuteten einen Defekt an der eigenen Heizungsanlage. Manche Anwohner reagierten deshalb umgehend und beauftragten vorsorglich einen Fachbetrieb – nur um später zu erfahren, dass die Störung gar nicht im eigenen Haus lag. Zu den kalten Räumen und dem ausgefallenen Warmwasser kam bei einigen somit auch noch der Ärger über vermeidbare Kosten hinzu.

Der Ortsbeirat 12 forderte daraufhin in einem Antrag vom 31. Oktober 2025, die Störungskommunikation der Mainova deutlich spürbar zu verbessern. Eine gut sichtbare Rubrik „Aktuelle Störung: Status und Ausblick“ auf der Startseite der Website sei aus Sicht des Gremiums diesbezüglich ein wichtiger Fortschritt. Zudem solle geprüft werden, ob betroffene Kunden aktiv per E-Mail oder SMS informiert werden können- dem Energieversorger liegen viele dieser Kontaktdaten ohnehin schon vor.

Als positives Beispiel nannte der Ortsbeirat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), die bei Störungen im Nahverkehr schnell und zuverlässig auf ihrer Website informiert. Bei der Fernwärmeversorgung käme es glücklicherweise seltener zu Ausfällen. Gerade dann sei aber eine klare Kommunikationsstrategie für den Ernstfall von großer Bedeutung.

Stellungnahme der Mainova AG

In der Folge des Antrags hat der Magistrat der Stadt Frankfurt die Mainova um Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen verweist nun in einer aktuellen Äußerung vom 09. Februar 2026 auf einen standardisierten Ablauf für öffentlichkeitswirksame Störungen. Im konkreten Fall vom Oktober war das Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH betroffen, an dem neben Mainova auch die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) beteiligt ist. Die FES übernahm die Kommunikation im konkreten Fall federführend und informierte nach eigenen Angaben am Morgen des 23. Oktobers per E-Mail-Verteiler. Darüber hinaus beantwortete die FES Presseanfragen und veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien. Auch Mainova meldete sich über ihren Service-Account auf der Plattform X.

Die Wärmeversorgung konnte noch am selben Vormittag wieder aufgenommen werden. Andere Kraftwerke im Verbund erhöhten ihre Leistung zwischenzeitlich, um den Ausfall auszugleichen. Allerdings braucht ein Fernwärmesystem Zeit: Bis die Wärme wieder alle Wohnungen erreichen konnte, vergingen mehrere Stunden- teils hielt die Störung sogar bis zum nächsten Tag an.

Der Vorfall vom 23. Oktober zeigt, wie eng technische Versorgung und eine transparente Kommunikation zusammenhängen. Wenn die Heizung und die Warmwasserversorgung im Stadtteil ausfallen, geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern konkret um den Alltag der Riedberger. Eine schnelle, zugängliche Meldung kann Unsicherheiten vermeiden und unnötigen Ärger leicht umgehen. Ob die bestehenden Informationswege im Ernstfall nun ausreichen oder gegebenenfalls optimiert werden müssen, wird nun weiter zu diskutieren sein.

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Die Sehkraft schwindet – wie kann ich das ausgleichen?

Digitale Senioren Symbolbild zur Veranstaltungsankündigung

Vielleicht können Sie sich noch an die Fernsehlegende Jean Pütz erinnern, der bis 2004 im WDR die „Hobbythek“ leitete. Er ist inzwischen respektable 89 Jahre alt, doch er hat nur noch eine Sehkraft von zwei Prozent!

Ein ähnliches Schicksal kann jeden von uns treffen. Daher ist es gut, sich beizeiten einmal damit auseinanderzusetzen, wie man sein Leben – bei nachlassender Sehkraft – mit Unterstützung aktueller Handy-Technik gestalten kann.

Dazu veranstaltet der Arbeitskreis »Digitale Senioren« in den Räumlichkeiten des Familienzentrums Billabong e. V. in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b am Donnerstag, dem 5. März, ab 15 Uhr eine Veranstaltung mit Vortrag, die sich diesem Thema widmet.

Der Besuch der Veranstaltung ist für die Teilnehmer kostenlos, Spenden sind aber herzlich willkommen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Veranstaltungsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Mit der U8 oder der U9 an der Haltestelle Uni Campus Riedberg aussteigen. Dort fährt ein Bus mit der Nummer 29 in Richtung »Nieder-Erlenbach Hohe Brück« in etwa 6 Minuten zum Familienzentrum Billabong (Haltestelle Hans-Leistikow-Straße).

Da das Familienzentrum nur etwa 1 Kilometer von der Haltestelle Uni Campus Riedberg entfernt ist, können Sie die Strecke auch zu Fuß über die Graf-von-Stauffenberg-Allee zurücklegen.

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FES setzt auf digitale Zukunft: Neues Portal „Frankfurt Plus“ startet im März

Mülltonnenleerung der FES

Die Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES) treibt ihre digitale Transformation voran. Am Mittwoch, den 4. März, geht das neue Online-Portal „Frankfurt Plus“ an den Start, das die bisherige Service-App ersetzt und die Abfallentsorgung in der Mainmetropole moderner und kundenfreundlicher gestalten soll. Mit dem neuen Angebot reagiert das Unternehmen auf die gesellschaftliche Entwicklung, bei der Kunden zunehmend transparente digitale Dienstleistungen und Echtzeit-Informationen erwarten.

Einheitlicher Service für alle Endgeräte

Das Herzstück der Neuerungen ist die Zusammenführung von App- und Web-Lösungen unter einer identischen Bedienoberfläche. Ob am Computer oder auf dem Smartphone – Nutzer finden künftig alle relevanten Services an einem Ort gebündelt. Dies ermöglicht einen schnellen Gerätewechsel bei gewohnter Handhabung. Bereits jetzt nutzen mehr als 20.000 Frankfurter die digitalen Angebote der FES, um beispielsweise Leerungstermine für Müll- oder Papiertonnen abzurufen oder die Öffnungszeiten des Kofferraumservices einzusehen.

Vielfältige Funktionen und Barrierefreiheit

Das neue Portal bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen:

  • Abfall-Kalender mit Erinnerungsfunktion: Bürger können sich einen Tag im Voraus per E-Mail oder Push-Benachrichtigung an die nächste Müll-Leerung erinnern lassen.
  • Abfall-ABC: Eine Suchfunktion hilft bei der richtigen Entsorgung. So erfahren Nutzer etwa, dass Backpapier in den Restmüll gehört, während Grünschnitt bei der FES-Tochter Rhein-Main Biokompost GmbH (RMB) oder auf Wertstoffhöfen abgegeben werden kann.
  • Sperrmüll und Container: Die Buchung der in Frankfurt kostenfreien Sperrmüllabholung sowie die Konfiguration von Containern für Renovierungen sind mit wenigen Klicks möglich.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit und der Mehrsprachigkeit. Inhalte können in 12 Sprachen ausgegeben werden. Dank künstlicher Intelligenz lässt sich das Angebot innerhalb weniger Minuten in die gewünschte Sprache übersetzen und sogar vorlesen.

Innovationen und Ausblick

Über die reinen Entsorgungsdienste hinaus plant die FES weitere innovative Funktionen. Ab März oder April soll ein CO2-Rechner zur Verfügung stehen, der ein klimabewusstes Abfallverhalten unterstützt. Ab Mai werden sukzessive zusätzliche Dienste integriert, darunter der „Klamoddekurier“ für die Abholung von Altkleidern sowie Services für Elektrogeräte.

Auch intern nutzt die FES moderne Technik zur Stadtsauberkeit: Ein neues Meldeportal ermöglicht es dem Personal, wilde Müllablagerungen per KI-Kategorisierung direkt weiterzugeben, um deren Beseitigung effizienter zu koordinieren.

Mit „Frankfurt Plus“ hebt die FES ihre digitalen Dienstleistungen auf eine neue Ebene, um den Alltag der Frankfurter Bürger durch einfache Handhabung und transparente Prozesse zu erleichtern.

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Wo Rauch ist, muss nicht immer Feuer sein

Symbolbild: Einsatz der Feuerwehr bei einer Verrauchung

Am gestrigen Donnerstag kam es gegen 16:15 Uhr im Stadtteil Kalbach-Riedberg zu einem 45-minüten Einsatz in der Graf-von-Stauffenberg-Allee. Der Feuerwehr wurde eine Rauchentwicklung im Aufzugschacht gemeldet.

Eingesetzt waren 6 Fahrzeuge mit rund 20  Einsatzkräften. Diese stellten vor Ort fest, dass es sich bei dem Rauch um Kühlmittel aus einer Heizungsanlage handelte.

Heizung und Aufzug wurden außer Betrieb genommen und die Wohngesellschaft informiert.

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