Digitaler Leuchtturm im Nordwestzentrum: TUMO Frankfurt vor der Eröffnung

Rendering TUMO-Zentrum FFM

In der Frankfurter Bildungslandschaft steht ein bedeutender Umbruch bevor. Im April 2026 eröffnet im Nordwestzentrum (NWZ) mit „TUMO Frankfurt“ ein innovatives Lernzentrum für kreative Technologien.

Auf rund 2.000 Quadratmetern Fläche, in den ehemaligen Räumlichkeiten einer Thalia-Filiale, entsteht ein außerschulisches Bildungsangebot, das Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren kostenlosen Zugang zu modernsten digitalen Kompetenzen ermöglicht.

Ein innovatives Lernkonzept aus Armenien

Das TUMO-Konzept stammt ursprünglich aus Jerewan, Armenien, und hat sich mittlerweile weltweit als Erfolgsmodell etabliert. Frankfurt wird nach Standorten wie Berlin und Mannheim das 7. Zentrum dieser Art in Deutschland sein. Der Kern des Konzepts basiert auf einer Verbindung von Selbststudium und angeleiteten Workshops. In der sogenannten „TUMO World“, einer speziellen Lernsoftware, erarbeiten sich die Jugendlichen zunächst eigenständig Grundlagen. Unterstützt werden sie dabei von Coaches, die bei Fragen zur Seite stehen.

Anschließend wird das Wissen in Workshops vertieft, die von Experten aus der Praxis geleitet werden. Das Angebot umfasst 8 bis 10 Schwerpunkte, darunter Robotics, Programmierung, 3D-Modellierung, Grafikdesign, Spieleentwicklung sowie Musik- und Filmproduktion. Noten oder Aufnahmeprüfungen gibt es nicht; das Ziel ist das entdeckende Lernen im eigenen Tempo.

Rendering TUMO-Zentrum FFM

© TUMO-Zentrum FFM

Bedeutung für die Bildungsgerechtigkeit

Bildungsdezernentin Sylvia Weber bezeichnet das Projekt als „Meilenstein für die Digitalisierungsbildung“. Die zentrale Bedeutung für Frankfurt liegt vor allem in der Förderung der Bildungsgerechtigkeit. Da das Angebot komplett kostenfrei ist – inklusive der Nutzung hochwertiger Hard- und Software –, haben Jugendliche unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund die Chance, zukunftsrelevante MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu erwerben.

Besonders der Standort in der Nordweststadt wurde bewusst gewählt. Durch die hervorragende Anbindung ist das Zentrum für Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet gut erreichbar. Pro Woche wird mit rund 1.000 Teilnehmern gerechnet, für die insgesamt 100 modern ausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Vormittags soll das Zentrum zudem für Kooperationen mit Schulen offenstehen, während der Nachmittag dem individuellen Lernen vorbehalten ist.

Finanzierung und Partnerschaften

Das Projekt basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Frankfurt, der Volkshochschule (VHS) als Bildungsträger und dem „Verein zur Förderung von TUMO in Frankfurt e. V.“. Während die Stadt Frankfurt die Kosten für die Anmietung und den Umbau der Räumlichkeiten übernimmt, trägt der Förderverein die laufenden Betriebskosten. Die Finanzierung für die ersten drei Jahre ist durch Spenden, Stiftungen und Mittel des Hessischen Digitalministeriums mit einem jährlichen Etat von etwas über einer Million Euro bereits gesichert. Auch die KfW Bankengruppe unterstützt die Verbreitung des TUMO-Konzepts in Deutschland bereits seit 2020.

Coach mit Schülerin

© KfW-Bildarchiv / Thomas Meyer/OSTKREUZ

Aktueller Stand und Ausblick

TUMO Frankfurt sucht derzeit nach einer Erweiterung ihres Teams durch Coaches sowie eine Workshop-Leitung. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://frankfurt.tumo.de/jobs/

Die Bauarbeiten im Nordwestzentrum schreiten voran. Bei einem Vor-Ort-Termin im März 2026 betonte Sylvia Weber die Strahlkraft des Projekts, das weit über die Stadtgrenzen hinausreichen werde. Für interessierte Eltern und Jugendliche finden am 28. März und am 25. April 2026 Informationsveranstaltungen im Nordwestzentrum statt.

Die Anmeldung für die begehrten 1.000 Plätze wird in Kürze online über das Portal frankfurt.tumo.de möglich sein. Mit der Eröffnung im April schließt Frankfurt eine Lücke in der Vermittlung digitaler Fähigkeiten und setzt ein deutliches Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit der kommenden Generation.

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Die Einweihung des Rundwanderwegs Kalbach-Riedberg

Noch ist der Wegeplan verhüllt

An einem Samstagnachmittag (07.03.2026) wurde bei strahlendem Sonnenschein der renovierte KinderWanderWeg, jetzt Rundwanderweg Kalbach-Riedberg offiziell eröffnet. Die Ortsvorsteherin Ulrike Neißner begann die Ansprachen und berichtete über die jüngste Geschichte dieses Wanderwegs.

Erschaffen wurde er im Jahre 2012. Initiiert wurde er damals von der Kinderbeauftragten Manuela Roll. Unterstützung bekam sie von Katja Adam-Markert, die sich um das Design kümmerte. Zusammen mit Frau Wicke, die damals die Klasse 4b der Grundschule Riedberg 1 leitete, wurde dieses Projekt hier vor Ort umgesetzt. Über 10.000 € Spendengelder bildeten die finanzielle Grundlage.

Doch Wind, Wetter und der Zahn der Zeit setzten den Stelen immer mehr zu. Gerade die Beschränkungen während der Pandemie (Corona) zeigten, wie wichtig Angebote in der freien Natur für die Bürger sind.

Frau Neißner, die mit ihren Hunden regelmäßig durch den Ortsbezirk spazieren geht, war die Abnutzung der Stelen ins Auge gefallen. Sie nahm daher mit der IG Riedberg Kontakt auf, die einen erklecklichen Rest der ursprünglichen Sponsorengelder auf ihren Konten verwahrte.

Danach war klar, dass mit diesen Restmitteln eine Überarbeitung des „Kinderwanderwegs“ und Erweiterung zum Rundwanderweg Kalbach-Riedberg möglich ist.

Es folgte die Zusammenstellung eines Teams zur Verwirklichung des Vorhabens: zusätzliche zu Uli Neißner konnte Eva Bieber (Kinderbeauftragte Riedberg) gewonnen werden, die wiederum Frau Krause von der Marie-Curie-Schule für die Mitarbeit gewann und Frau Neißner hatte beim Gymnasium Riedberg Erfolg und konnte Frau Hahn begeistern. Zu guter Letzt stieß noch Eva Maria Lang (Kinderbeauftragte Kalbach) dazu.

So war es möglich, noch rechtzeitig vor den Neuwahlen des Ortsbeirats den „KinderWanderWeg“ zu erneuern und zum Rundwanderweg Kalbach-Riedberg zu erweitern. Auch der Einsatz von 6 Mitarbeitern der Firma Qualcomm im Rahmen des Malteser Social Days war ein wichtiges Element, um hartnäckige Fundamente zu zerkleinern und schwere Holzstelen neu zu platzieren.

Frau Neißner und Frau Bieber koordinierten die vielfältigen Aktivitäten im Projekt, Frau Lang setzte sich für die Erweiterung des Wanderwegs auf Kalbach ein. Weitere Mitglieder des Ortsbeirats setzten ihre Muskelkraft bei der letzten Gestaltung des Wanderwegs ein, so dass man sagen kann, dass hier eine gelungene Zusammenarbeit aller Parteien im Ortsbeirat ihren Ausdruck gefunden hat.

Die Schüler der 3. Klasse der Marie-Curie-Schule unter ihren Lehrerinnen Frau Krause und Frau Hartung kümmerten sich um die Fragen für Kinder und malten Bilder zu den jeweiligen Fragen. Auf den Internetseiten finden sich einprägsame Tierbilder, gemalt von einer Gymnasiastin.

Die Neugier wächst, der Plan wird enthüllt

Die Neugier wächst, der Plan wird enthüllt

Schüler der 10. Klasse des Gymnasiums Riedberg sorgten sich in einem Wahlpflichtfach unter Leitung von Frau Hahn um die Erstellung von QR-Codes, und um die Aufbereitung der 17 Nachhaltigkeitsziele, die als Grundlage für das Online-Quiz genutzt werden. Herr Ronald Bieber war derweil mit der Erstellung der Internetseiten beschäftigt, auf denen die erarbeiteten Texte dem Publikum präsentiert werden.

Allen Beteiligten war es besonders wichtig, dass dieses Projekt vor allem von Kindern und Jugendlichen getragen wird, die ja später auch die Hauptnutzer dieser schönen Idee werden sollen. Und die nachwachsende Generation war mit Feuereifer dabei und hatte auch ihren Spaß. So wurde dieses Projekt für alle Beteiligten ein nachhaltiges Erlebnis und für die Bewohner des Riedbergs ein lohnendes Ausflugsziel.

Der Rundwanderweg Kalbach-Riedberg besteht nun nicht mehr aus 15 sondern aus insgesamt 17 Stelen, die in Form einer 8 aufgestellt wurden. Start und Endpunkt ist der Drehscheiben Spielplatz (auf dem aktuell aber gerade mal keine Drehscheibe steht).

Von hier aus kann die eine Hälfte der 8 abgelaufen werden mit etwa 4,3 km Länge oder die andere Hälfte mit etwa 3,8 km Länge. Je nach Schrittgröße eine Laufzeit von jeweils etwa einer Stunde.

Stele des Rundwanderwegs

Stele des Rundwanderwegs

Jugendlichen und Erwachsenen wird empfohlen ein aufgeladenes Handy mitzuführen, das in der Lage ist, den vorhandenen QR-Code in HTML-Links umzuwandeln und die entsprechenden Internetseiten aufzurufen, auf denen die anspruchsvolleren Fragen und ihre Auflösung sowie weitergehende Informationen stehen.

Ein schöner Dank an alle Beteiligten und Sponsoren, für ihren Einsatz, der dem Riedberg eine in Frankfurt nur selten anzutreffende so gut ausgeschilderte Wanderroute beschert.

Die zum Ende der Veranstaltung hinzugekommene Dezernentin Tina Zapf-Rodriguez äußerte sich sehr begeistert über das Projekt, was hoffen lässt, dass es zu einer Bekanntheit über den Ortsteil hinaus kommt.

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Gemeinnützige Aktion „Mein erster Schulranzen“ der AWO

Infoposter zur Aktion »Mein erster Schulranzen«

Der Kreisverband Frankfurt am Main mit 33 Ortsvereinen hat auch in diesem Jahr das Projekt „Mein erster Schulranzen“, mit dem Ziel: Kein Kind soll ohne Schulranzen in die Schule gehen müssen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion 2007 von Frau Barbara Schwarz, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Bergen-Enkheim.

Das Projekt möchte Familien bzw. Elternteile, die gerade eine finanzielle Unterstützung brauchen, mit der Finanzierung einer Erstschulausstattung für das angehende Grundschulkind entlasten. Zu dieser Grundausstattung zählen Schulranzen, Mäppchen und Turnbeutel. Eltern sollen durch diese Aktion in der Lage sein, ihre Kinder mit den benötigten Schulranzen auszustatten.

Ausstattungsumfang

Im Jahr 2023 waren im Paket noch eine Trinkflasche der Familienkasse Hessen, Materialien der Kampagnen „Stark durch Erziehung“, „Stadt der Kinder“, „Frankfurt kann günstig“ enthalten. Das Frankfurter Jugend- und Sozialamt und das Frankfurter Kinderbüro fügten außerdem ein Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) bei. Neben der materiellen Versorgung würden Familien dadurch auch mit neuen Perspektiven versorgt, so der Vorstandsvorsitzende der AWO Frankfurt, Steffen Krollmann.

Von wem wird die Aktion finanziert?

Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Stiftungen und Verbände können über das ganze Jahr an die AWO spenden. Laut Dirk Barth, der beim Fundraising der AWO aktiv ist, werden 90 % der Spenden von privaten Stiftungen finanziert. Mit diesen Spenden wird dann die benötigte Erstschulausstattung gekauft.

Wie läuft die Prozedur ab?

Die Mitglieder der über 20 tätigen Ortsvereine stellen den Kontakt zu Kitas und anderen Einrichtungen (wie Flüchtlingsheimen) her und ermitteln die Anzahl der Kinder, die für den Start in die Grundschule einen gestifteten Schulranzen benötigen. Der Bedarf wird dann an das Steuerungsteam der AWO weitergegeben.

Dieses besteht aus hauptamtlichen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die die Organisation und Koordination der Aktion übernehmen. Die Schulranzen werden von Ehrenamtlichen in der AWO Zentrale abgeholt und dann je nach Meldungen an die Kitas verteilt, wo sie Mitarbeiter der Kita an die Eltern bzw. an die Kinder weitergeben. Die Vergabe der Schulranzen an die Kinder erfolgt in privatem Rahmen.

Ansprechpartnerin in Sachen Schulranzen im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg:
Frau S. Kassold (susanne.kassold@web.de)

So können Eltern einen Antrag auf einen Schulranzen stellen

Eltern können aber auch eigenständig von der Aktion profitieren, indem sie das Anmeldeformular der AWO ausfüllen und in ihrer Kita abgeben oder, wenn das nicht möglich ist, der AWO per Mail schicken. Dieses Formular findet man unter https://schulranzen.awo-frankfurt.de. Diesem Anmeldeformular muss außerdem noch eine Kopie einer der folgenden Belege eingereicht werden: Frankfurt-Pass, Kostenübernahme Kita-Gebühren, aktueller Bescheid Wohngeld oder aktueller Bescheid SGB-II.

Laut eigenen Angaben übernimmt das Projekt alle anfallenden organisatorischen Kosten, wodurch die gesammelten Spenden komplett in die Finanzierung der Schulpakete fließen. Letztes Jahr konnten durch die Spenden etwa 1000 Schulranzen bereitgestellt werden.

Familien, die für ihre Kinder einen Schulranzen benötigen, können eine Anfrage über das oben genannte Anmeldeformular senden. Anmeldeschluss für das Jahr 2026 ist der 29. März.

Weitere Spenden sind willkommen

Das Projekt „Mein erster Schulranzen“ kann man das ganze Jahr über mit einer Spendensumme seiner Wahl online auf der Webseite der AWO unterstützen.


Die Arbeiterwohlfahrt

Der Kreisverband Frankfurt am Main der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist eine föderal organisierte, gemeinnützige Organisation, die durch diverse Projekte und Aktionen Menschen unterstützen möchte. Sie gehört zu einer der größten Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Sie besteht aus 32 Bezirks- und Landesverbänden mit knapp 390 Kreisverbänden und circa 3.000 Ortsvereinen.

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Riedberg: Körperverletzung und Bedrohung nach A-Jugend-Fußballspiel

Polizeiwagen

Am Samstagabend (7. März 2026) fand um 18:00 Uhr die A-Jugend-Kreisklassenbegegnung SC Riedberg gegen SC Goldstein statt. Bereits während des Spiels kam es zu Streitigkeiten zwischen den Spielern beider Mannschaften.

Im Nachgang der Partie fand zwar eine Aussprache statt, dennoch warteten Mitspieler des SC Goldstein vor der Kabine der Heimmannschaft und fingen einen Spieler ab. Der 17-Jährige wurde körperlich attackiert und zur Herausgabe der Telefonnummer eines weiteren 17 Jahre alten Mitspielers genötigt. Dieser wurde anschließend durch die Tatverdächtigen telefonisch bedroht.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Golfstandort am Martinszehnten: Sicherheit für Passanten?

GolfRange Frankfurt Abschlaghallen

Die Anlage der GolfRange am Stadtrand von Frankfurt ist nicht nur eine sportliche Infrastruktur, sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Sie liegt strategisch positioniert in der Nähe des Bad Homburger Kreuzes, dem Verknüpfungspunkt der Autobahn A5 und A661. Dies verleiht diesem Standort eine überregionale Bedeutung denn diese Lage ermöglicht es, Pendlern und Anwohnern aus der Frankfurter City sowie aus dem angrenzenden Hochtaunuskreis die Anlage innerhalb von 10 bis 15 Fahrminuten zu erreichen.

Auch die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht die Erreichbarkeit dieses Golfplatzes für ein breiteres städtisches Publikum. Die U-Bahn-Station Kalbach (Linie U2) ist nur etwa 5 bis 10 Gehminuten entfernt und die Buslinie 29 bedient die Haltestelle »Sportzentrum Kalbach« in unmittelbarer Nähe. So konnte sich dieser Golfplatz zu einem City-Golfplatz entwickeln, der auf hohe Frequenz und zeitliche Flexibilität ausgelegt ist.

GolfRange Frankfurt gespiegelte Spielflächen

gespiegelte Spielflächen

Sicherheitsbedenken

Ein öffentlicher Fußweg (»Am Zedernholz«) durchquert den Platz, was bei hohem Spielaufkommen zu gefährlichen Situationen durch Querschläger führen kann.

Bereits 2002 wurde festgestellt, dass die existierende Umzäunung nicht ausreicht, um die Passanten sicher vor Golfbällen zu schützen. Ein Golfball mit 46 Gramm, der aus 20 Meter Höhe auf einen Passanten fällt, entwickelt eine Aufschlagskraft von 45 kg. Da die Fläche eines Golfballs sehr klein ist, konzentriert sich die gesamte Energie auf einen winzigen Punkt. Das reicht locker für Platzwunden, schwere Hämatome oder – bei einem Treffer an der Schläfe – lebensgefährliche Verletzungen.

Daher hatte sich die Stadt 2002/2003 mit dem Betreiber daraufhin geeinigt, dass der Ballfangzaun vervollständigt und erhöht wird (auf 8 Meter), sodass künftig keine Golfbälle mehr außerhalb der Golf Range liegen. Zusätzlich wurde der Zaun an einigen besonders exponierten Stellen auf 12 Meter erhöht.

Durch die Spiegelung der Trainingsfläche 2006 ist jedoch ein Teil des Weges komplett schutzlos. Ein Schild weist Passanten auf die Gefahr hin: „Stop! Achten sie auf entgegenkommende Spieler!

Der Weg, den es bereits vor der Eröffnung des Golfplatzes gab, wird inzwischen auch intensiver genutzt, da er in die entwickelte Fahrradinfrastruktur am Nordrand von Frankfurt eingebunden ist. Daher stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob die Sicherheit und das Wegerecht der Passanten oder das Freizeitvergnügen der Golfspieler hier Vorrang haben.

GolfRange Frankfurt Warnhinweis

Warnhinweis

Der Ortsbeirat bittet um Information

Um die derzeitige Situation besser beurteilen zu können, hat sich der Ortsbeirat (12) an den Magistrat gewandt mit der Bitte, ihn über die weitere Entwicklung der Golfsportflächen »Am Zedernholz« und »Am Martinszehnten« gelegen zu berichten.


Kleiner Exkurs zur Historie des Ortes

Zuerst besiedelten Alemannen und später ab etwa 500 nach Christus fränkische Stämme dieses Gebiet. In dieser Zeit entstanden die Orte mit der Endung “-heim” wie z. B. Harheim. Erst später entstanden die Ausbauorte mit der Endung auf “-bach” wie z. B. Kalbach, was ursprünglich einmal „Kalter Bach“ bedeutete.

Der Straßenname »Am Martinszehnten« ist ein direktes Relikt der mittelalterlichen Abgabenstruktur. Der „Zehnt“ war eine etwa 10-prozentige Steuer auf landwirtschaftliche Erzeugnisse, die an die Kirche oder den Lehnsherrn abzuführen waren. Sankt Martin, der Schutzpatron des Erzbistums Mainz, zu dem die Region kirchlich gehörte, war oft Namenspatron für solche »Zehnt-Bezirke«. Das Gebiet »Am Martinszehnten« bezeichnete somit eine Flur, deren Erträge dem Martins-Altar oder einer entsprechenden Institution zuflossen. Die Verwaltung dieser Abgaben war oft mit lokalen Herrenhöfen verknüpft, wie sie in Kalbach seit dem 8. Jahrhundert nachgewiesen sind.

Das Gewerbegebiet

Im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme wurde das Gewerbegebiet »Am Martinszehnten« als Ergänzung zum Wohngebiet Riedberg konzipiert, um Arbeitsplätze in räumlicher Nähe zu den neuen Wohnvierteln und zum Wissenschaftscampus der Goethe-Universität zu schaffen. Zwischen 1996 und 2011 erfolgten die Erschließung der öffentlichen Anlagen und die Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet. Der Golfplatz »Am Martinszehnten« fügt sich in dieses Gefüge als hochwertige Freizeitkomponente ein, die den Bedürfnissen der hier arbeitenden Wissenschaftler und der neu zugezogenen Familien am Riedberg entspricht.

Der Golfbetrieb: GolfRange Frankfurt

Die Golfanlage wurde im Jahr 2001 eröffnet. Der 9-Loch-Platz wurde 2006 von dem renommierten Golfplatzarchitekten Christoph Staedler umfassend überarbeitet und deutlich vergrößert. Das Design nutzt die leicht hügelige Topografie aus und integriert 4 Wasserhindernisse sowie strategisch platzierte Bunker. Mit einer Gesamtlänge von 1.642 Metern für Herren (Par 31) und 1.407 Metern für Damen (Par 31) gehört der Platz zu den kürzeren, aber technisch anspruchsvollen Anlagen der Region.

Trainingsinfrastruktur und Driving Range

Die Driving Range der GolfRange Frankfurt gilt als eine der modernsten und am besten ausgelasteten Übungsanlagen im Rhein-Main-Gebiet. Sie verfügt über insgesamt 52 Abschlagplätze, von denen 22 überdacht sind. Im November 2025 wurde die Anlage mit einer neuen LED-Flutlichtanlage ausgestattet, die den Trainingsbetrieb bis ca. 22:00 Uhr ermöglicht und die Energieeffizienz des Standorts steigert.

Ein wesentliches Merkmal des Betriebsmodells ist die 24-Stunden-Verfügbarkeit der Driving Range für Inhaber von Ballkarten. Mittels kontaktloser Chipkarten können Range-Bälle jederzeit an den Automaten bezogen werden, was eine maximale Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten des Sekretariats gewährleistet.

Der Golfbetrieb wird als kommerzielle Anlage geführt.

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Größere Auswahl für noch mehr Shoppingfreude

Ernstings Family plakatierte Schaufensterfront

Ernsting’s family begrüßt seine Kundschaft nach dem Umzug auf dem Riedberg

Neueröffnung

Größer, schöner und freundlicher: Unter diesem Motto eröffnet am 13. März die Ernsting’s family Filiale am neuen Standort auf dem-Riedberg, im Riedbergcenter, am Riedbergplatz 1.

Noch mehr Shoppingfreude, viele neue Trendthemen und Spielwaren sowie vieles, was fröhliche Familien tagtäglich gebrauchen, befindet sich dann auf rund 230 Quadratmetern Verkaufsfläche in frischem Design.

Die Kollektionslinien Topolino, Yigga, Gina, Gina Benotti sowie van Vaan überraschen die kleinen und großen „Familienmitglieder“ jeden zweiten Tag mit aktuellen Farben, modischen Styles und neuen Accessoires. In den neuen Räumen werden auch die my home Wohnartikel schön zur Geltung gebracht und die Kundschaft kann das vielfältige Warensortiment zukünftig auf noch größerer Fläche durchstöbern.


Über Ernsting‘s family
Ernsting’s family ist mit rund 2.000 Filialen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, einer mehrfach ausgezeichneten Online-Präsenz und rund 12.500 Mitarbeitenden einer der bedeutendsten Omni-Channel-Anbieter im europäischen Textileinzelhandel. Im Geschäftsjahr 2024/2025 verzeichnete Ernsting’s family einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Coesfeld (Westfalen) bietet Mode und Accessoires für die ganze Familie mit den Schwerpunkten Wäsche, Damen- und Kinderbekleidung. Qualität zu überraschend günstigen Preisen ist die Prämisse des Unternehmens, welches mit sozialer, gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung die Erschließung neuer Vertriebswege und Verkaufsstandorte kontinuierlich fortsetzt.

Web: www.ernstings-family.com

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Ein Stadtteil im Puzzle-Fieber: Der Riedberger Puzzletag bricht alle Rekorde

Puzzle

Was vor wenigen Jahren als kleine Idee im Frankfurter Stadtteil Riedberg begann, hat sich mittlerweile zu einem überregional beachteten Großevent entwickelt. Der jährliche Puzzletag der Evangelischen Riedberggemeinde zieht hunderte Begeisterte an und stellt regelmäßig neue Bestmarken auf. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur tausende bunte Pappteilchen, sondern vor allem das Gemeinschaftserlebnis für Jung und Alt.

Von der Nische zum Massenphänomen

Der Riedberger Puzzletag hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Ursprünglich initiiert, um Menschen im Stadtteil auf niederschwellige Weise zusammenzubringen, ist die Veranstaltung heute ein fester Termin im lokalen Kalender. Die Grundidee ist simpel wie effektiv: Ein ganzer Tag steht im Zeichen des Puzzelns. Das Gemeindezentrum verwandelt sich dabei in eine riesige Werkstatt, in der an zahlreichen Tischen gleichzeitig Motive aller Art entstehen – von einfachen Kinderpuzzles mit wenigen Teilen bis hin zu komplexen Experten-Herausforderungen.

Bereits in den vergangenen Jahren, zeigte sich das enorme Potenzial der Veranstaltung. Damals wurde im Halbstundentakt ein neues Motiv vollendet. Die Mischung aus Konzentration, Ruhe und dem gemeinsamen Ziel, ein Bild zu vervollständigen, schuf eine Atmosphäre, die viele Besucher als entschleunigend und bereichernd empfanden.

Das Mega-Puzzle kommt

Das absolute Highlight wird der Versuch am 21. und 22. März, das Motiv des etwa 6 mal 2 Meter großen Puzzles mit 32 Bildern des Pop Art-Künstlers Keith Haring mit 32.000 Teilen zu schaffen.

Los geht es am Samstag, 21. März um 12 Uhr. Am Sonntag, um 18 Uhr soll das Puzzle fertig sein. Die genauen Puzzlezeiten: Samstag, 21. März: 12 bis 20 Uhr, Sonntag, 22. März: 11 bis 18 Uhr. Das Wochenende schließt am Sonntag um 18 Uhr mit einer Andacht am – hoffentlich – fertigen Puzzle.

Werden also auch Sie Teil von etwas ganz Großem!

Und so funktioniert es: Die Besucher kaufen für 2 Euro eine Tüte mit etwa 50 Teilen, die ein zusammenhängendes Stück ergeben, setzen sich an einen der Tische und legen alle Teile aus ihrer Tüte. Nach und nach entsteht dann das Gesamtkunstwerk. Jede verkaufte Tüte ist gleichzeitig auch ein Los für die Tombola – bei der es natürlich auch Puzzles (und anderes) zu gewinnen gibt. Und auch wenn es nicht der Hauptgewinn sein sollte, es gibt viele Trostpreise und keine Nieten.

Dieses Mammutprojekt, das in 60 Einzelabschnitte unterteilt war, fordert den Teilnehmern alles ab. Es geht nicht mehr nur darum, ein schönes Bild zu legen, sondern um eine logistische und gemeinschaftliche Meisterleistung.

Mehr als nur ein Spielzeug

Der Erfolg des Events liegt in der sozialen Komponente. Puzzeln wird oft als einsames Hobby wahrgenommen, doch am Riedberg wird es zum Mannschaftssport. Fremde Menschen setzen sich an einen Tisch, unterstützen sich gegenseitig bei der Suche nach dem passenden Randstück oder der richtigen Farbschattierung und kommen dabei ins Gespräch.

Das Angebot ist dabei bewusst barrierefrei und generationenübergreifend gestaltet. Während Kinder an kleineren Tischen schnelle Erfolgserlebnisse feiern, widmen sich die Erwachsenen den strategisch anspruchsvollen Abschnitten der Großprojekte. Die Verpflegung durch ehrenamtliche Helfer, die mit Kuchen und Getränken für die nötige Energie sorgen, rundet das Konzept ab.

Puzzle-Flohmarkt

Für den Puzzlenachschub daheim gibt es einen “wachsenden Puzzleflohmarkt”, bei dem es immer zur vollen Stunde frischen Nachschub gibt. So lohnt sich ein Besuch des Flohmarktes über das gesamte Wochenende, denn es gibt immer Neues zu entdecken. Während der Puzzlezeiten ist für Snacks, Kuchen, Suppe und Getränke gesorgt.

Der Erlös des Flohmarktes und aus dem Verkauf der Tüten fließt in die Kinder- und Jugendarbeit sowie die allgemeine Arbeit der Gemeinde. Der Gewinn aus dem Verkauf von Getränken und Snacks geht als Spende an das WESER 5 Diakoniezentrum.

Ein Ausblick mit Visionen

Die Riedberggemeinde hat mit dem Puzzletag bewiesen, dass auch in einer digitalen Welt analoge Beschäftigungen eine enorme Anziehungskraft ausüben können. Das Ziel für die Zukunft ist klar: Die 100.000-Teile-Marke ist bereits im Blick der Organisatoren. Der Riedberger Puzzletag ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Leuchtturmprojekt für das soziale Miteinander im Stadtteil. Er zeigt eindrucksvoll, dass viele kleine Teile am Ende ein beeindruckendes Gesamtbild ergeben – im wahrsten Sinne des Wortes.

Weitere Informationen – auch zur möglichen Abgabe von Puzzlespenden – gibt es auf der Homepage der Gemeinde: www.riedberggemeinde.de


Rekordjahr 2025: Ein gelungener Jahresauftakt

Der dritte Puzzletag Anfang 2025 markierte einen weiteren Meilenstein. Mit über 300 zur Verfügung stehenden Puzzles und einer stetig wachsenden Teilnehmerzahl wurde deutlich, dass das Interesse am gemeinsamen Legen ungebrochen ist. Die Organisatoren betonten damals, dass es kaum einen schöneren Weg gebe, das neue Jahr zu beginnen, als in einer friedlichen, konzentrierten Gemeinschaft. Neben dem reinen Legen etablierte sich auch eine Tauschbörse, bei der gebrauchte Puzzles den Besitzer wechselten – ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit, der das Event ergänzt.

2026: Das Jahr der Superlative

Mit dem vierten Puzzletag im Januar 2026 erreichte die Veranstaltung eine neue Dimension. Unter dem Motto „Gemeinsam puzzeln wir was richtig Großes“ setzten sich die Teilnehmer Ziele, die weit über das übliche Maß hinausgingen. Es wurden gemeinsam 24.032 Teile gelegt und zum Rekordversuch des Puzzle-Forums eingereicht.

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Kalbach-Riedberg: Kollision zwischen Auto und U-Bahn

Teil eines Polizeiwagens

Gestern Vormittag (03. März 2026) kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einer U-Bahn im Frankfurter Stadtteil Kalbach-Riedberg.

Nach bisherigen Erkenntnissen hielten der 32-jährige Unfallfahrer sowie seine 42-jährige Beifahrerin mit dem Pkw gegen 07:20 Uhr im Kreuzungsbereich „Rosa-Luxemburg-Straße“, „Am Weißkirchener Berg“. Aus unbekannten Gründen fuhr der 32-Jährige plötzlich trotz anhaltender Rotphase in den Kreuzungsbereich ein und wurde von der aus Richtung Niederursel kommenden U-Bahn erfasst.

Durch den Zusammenstoß stieß der Pkw einen Ampelmasten. Die beiden Insassen wurden durch die Kollision leicht verletzt und zur weiteren Abklärung in umliegende Krankenhäuser verbracht. Eine in der U-Bahn befindliche 30-Jährige wurde durch den Zusammenstoß ebenfalls leicht verletzt.

Die Kollision sorgte in der Folge für einen Totalausfall der Ampelanlage sowie Totalschaden an dem Pkw des Unfallfahrers. Die U-Bahn konnte ihre Fahrt samt Fahrgästen nach einiger Zeit fortsetzen. Es entstand ein Sachschaden im hohen 5-stelligen Bereich.

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Sonnenenergie vor der eigenen Haustür: Vorträge und Solarspaziergang auf dem Riedberg

Solarpanel

Photovoltaik lohnt sich – doch viele fragen sich: Ist mein Balkon geeignet? Trägt mein Dach eine PV-Anlage? Welche Genehmigungen brauche ich? Und mit welchen Kosten und Fördermöglichkeiten kann ich rechnen?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die Klimaschutz-Initiative Riedberg e.V. unter anderem in Kooperation mit MainSolarBalkon im Rahmen ihrer PV-Inforeihe 2026 mit zwei Informationsabenden und einem Solarspaziergang.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 12. März 2026 (18:00 Uhr bis 20:00 Uhr) der Vortrag „Mini-PV kann jeder“. Hier erfahren Interessierte, wie Balkonkraftwerke funktionieren, für wen sie geeignet sind und wie sich auch mit wenig Aufwand eigener Solarstrom erzeugen lässt.

Am Freitag, den 08. Mai 2026 (18:00 Uhr bis 20:00 Uhr) folgt der zweite Vortrag: „PV-Anlage – geht das auch auf meinem Dach?“. Dabei geht es um die Voraussetzungen für größere Photovoltaikanlagen, technische Komponenten, rechtliche Rahmenbedingungen, Kosten sowie aktuelle Fördermöglichkeiten.

Beide Veranstaltungen finden im Centre for Dialogue am Campus Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 56, 60438 Frankfurt am Main, direkt an der U-Bahn-Station „Riedberg“ (U8/U9), statt.

Wer Photovoltaik nicht nur theoretisch kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen zum PV-Spaziergang über den Riedberg am Donnerstag, den 11. Juni 2026 (18:00 Uhr bis 19:00 Uhr). Hier werden bestehende Anlagen vorgestellt, Erfahrungen aus der Praxis geteilt und individuelle Fragen beantwortet. Nur mit Anmeldung!

Die Teilnahme an allen Terminen ist kostenlos, die Plätze sind jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist per E-Mail an solar@klimaschutz-initiative-riedberg.de oder über die Projektseite möglich:

http://www.klimaschutz-initiative-riedberg.de/solarprojektffm/

Eine gute Gelegenheit für alle, die sich unabhängig von steigenden Energiepreisen machen und aktiv zum Klimaschutz in Frankfurt beitragen möchten.

 

 

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Weniger Müll, mehr Stadt: Frankfurts Weg zur Zero Waste City

Müll rund um den Eimer

Ein schneller Kaffee to-go am Morgen, der Wocheneinkauf samt Obst, Gemüse oder Milchprodukten und eine Online-Bestellung mit neuer Kleidung für den Frühling- und schon ist der Mülleimer wieder voll. Obwohl der Einsatz von Plastik in Bau, Verkehr, Verpackung oder Konsumgütern erst seit dem Zweiten Weltkrieg seinen weltweiten Durchbruch erlebte, ist der Werkstoff nicht einmal 100 Jahre später aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Jährlich werden demnach rund 280.000 Tonnen an Haushaltsabfällen produziert- nicht etwa deutschlandweit, sondern alleine in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit vielen anderen Städten will Frankfurt deshalb zur „Zero Waste City“ werden.

Was ist der Zero Waste Guide?

Entgegen der direkten Übersetzung soll der Müll aber nicht auf Null reduziert werden: Vielmehr bemüht man sich um eine möglichst geringe Ressourcenverschwendung. Bereits 2022 konzipierte die Stadt Frankfurt einen entsprechenden Maßnahmenplan zur Abfallvermeidung, der seitdem Schritt für Schritt umgesetzt wird. Durch Bürgerbeteiligung an Workshops und diversen Projekten soll zusätzlich ein bewussterer Umgang mit Ressourcen im Alltag entstehen. Gemeinsam mit Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und dem oekom Verein hat das Umweltamt der Stadt nun den „Zero Waste Guide“ als alltagstaugliche Hilfestellung entwickelt. Der rund 100-seitige Ratgeber ist seit Februar 2026 für alle Frankfurter Bürger kostenlos zugänglich und sowohl online als auch in gedruckter Form erhältlich. Die Broschüre soll mit praktikablen Tipps unter anderem zeigen, wie man an verschieden Stellen im Alltag einen Teil des eigenen Abfalls vermeiden kann. Dabei stößt man zunächst unweigerlich auf das Herzstück des Ratgebers: die 5 großen »R«.

Refuse: Ablehnen, was wir nicht brauchen

Der erste Schritt klingt simpel, ist aber überraschend wirkungsvoll: freundlich „Nein“ sagen. Gratisproben, Werbeflyer oder das fünfte Stoffbeutel-Give-away landen oft ungenutzt in der Schublade. Wer bewusst ablehnt, verhindert also Müll, bevor er entstehen kann. Ein „Bitte keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten oder das Mitbringen eines eigenen Kaffeebechers sind ebenso kleine Gesten mit großer Wirkung. Refuse bedeutet in dem Sinne nicht unhöflich zu sein, sondern sich klarzumachen, dass man nicht alles, was kostenlos ist, auch wirklich benötigt.

Reduce: Weniger besitzen und bewusster konsumieren

„Weniger ist mehr“- auch dieser Gedanke zieht sich durch den Guide. In vielen Haushalten sammeln sich unbenutzte Küchengeräte, doppelte Pflegeprodukte oder Kleidung, die nicht richtig passt. Reduce heißt, vor dem Kauf kurz innezuhalten und sich selber zu fragen: Brauche ich das wirklich? Kann ich es alternativ leihen oder gebraucht kaufen? Gerade bei Kleidung oder Elektronik spart bewusster Konsum eine Menge Ressourcen und CO₂. Wer zwei passende Kleidungsstücke vor Ort kauft, statt mehrere online zu bestellen und zurückzuschicken, spart ein Kilogramm CO₂ ein. Weniger Besitz schafft zudem Übersicht und oft auch ein Gefühl der Leichtigkeit.

Reuse: Wiederverwenden statt wegwerfen

Alte Dinge wiederzuverwenden, ist kreativ und gemeinschaftlich zugleich. Mehrwegflaschen, Brotdosen und Stofftaschen sind im Alltag schnell integriert. Auch Glasbehälter für Vorräte oder Essensreste ersetzen Plastikverpackungen dauerhaft. Besonders spannend wird Reuse, wenn Dinge repariert oder weitergegeben werden. Im Repaircafé Riedberg im Billabong Familienzentrum zeigen Ehrenamtliche immer am letzten Mittwoch des Monats, wie Toaster, Lampen oder Fahrräder wieder fit gemacht werden können. Hier wird nicht nur geschraubt, sondern Wissen geteilt. Reuse bedeutet also, zu nutzen, statt wegzuwerfen und dabei vielleicht sogar neue Fähigkeiten zu entdecken.

Recycle: Wertstoffe im Kreislauf halten

Auch wenn Vermeiden und Wiederverwenden Vorrang haben, bleibt Recycling ein wichtiger Baustein. Papier, Glas, Bioabfall oder Verpackungen gehören getrennt entsorgt, damit sie verwertet werden können. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden in der Gesamtbilanz besser ab als Einwegverpackungen, da sie mehrfach genutzt werden. Wer beim Einkauf auf Pfandsysteme achtet und Müll korrekt trennt, unterstützt funktionierende Kreisläufe. Recycling allein löst das Problem freilich nicht, aber es ist unumstritten ein unverzichtbarer Teil der Lösung.

Rot: Zurück zur Erde

„Rot“ steht für Kompostieren. Organische Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen sind kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff. In der Biotonne oder im eigenen Kompost verwandeln sie sich in nährstoffreiche Erde. Gerade in einem Stadtteil mit einigen Grünflächen und Gärten kann Kompost einen sichtbaren Beitrag leisten- egal, ob im Balkonkasten oder dem Gemeinschaftsgarten. Wer Bioabfälle richtig trennt, schließt den natürlichen Kreislauf und reduziert gleichzeitig Restmüll.

Der Zero Waste Guide zeigt: Nachhaltigkeit beginnt nicht mit radikalen Umbrüchen, sondern mit bewussten Entscheidungen im Alltag. Niemand muss von heute auf morgen plastikfrei leben, denn schon kleine Schritte summieren sich. Neben dem bewussten privaten Konsum sind allerdings gute Rahmenbedingungen, zugängliche Angebote und Orte der Begegnung genauso wichtig. Wenn Stadtverwaltung, lokale Initiativen, Bildungseinrichtungen und engagierte Bürger zusammenwirken, entsteht eine Kultur, in der Ressourcenschonung zu einem präsenteren Thema wird. Der Riedberg bietet mit Initiativen wie dem Repaircafé gute Voraussetzungen dafür. Zero Waste soll dabei kein perfektes Endziel, sondern vielmehr ein Prozess sein, der gemeinsam gestaltet wird. Je sichtbarer nachhaltige Alternativen im Stadtteil werden, desto leichter fällt es den Konsumenten, Teil dieser Entwicklung zu sein und Schritt für Schritt auf ein Frankfurt hinzuarbeiten, das Ressourcen klug nutzt und Verantwortung teilt.

Download Link Zero Waste Guide

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