Kategorie: AktuelleNEWS

Gesichter des Widerstandes

Fritz-Bauer-Straße Straßenschild und Beschreibung

Seit 2016 erinnert das Centre for Dialogue am Holocaust Gedenktag an die Gräuel, die Menschen mit nationalsozialistischer Gesinnung von 1933 – 1945 an ihren Mitbürgern begangen hatten.

Die Menschen, die dem arischen Weltbild nicht entsprachen, waren vielfältig: Kommunisten, Sozialisten, Menschen mit anderer sexueller Orientierung, Menschen mit anderer Hautfarbe, Juden, Sinti, Roma, Kranke, Kriminelle, …

Nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung wagte es, der großen Mehrheit Widerstand zu leisten, als offenbar wurde, wie menschenverachtend und zerstörerisch die Handlungen der Politik und der sie unterstützenden Mehrheit geworden waren.

Erst in den letzten Jahren, als das Ende des Krieges bereits über 70 Jahre zurücklag, war unsere Gesellschaft so weit, dass Straßen nach den Menschen benannt wurden, die so viel Mut bewiesen hatten, sich für verfolgte Mitbürger einzusetzen und Widerstand gegen das Regime zu leisten.

Josephine Baker, die Namensgeberin für die Integrierte Gesamtschule am Riedberg, war selbst Mitglied der französischen Résistance und wurde für ihre Verdienste mehrfach ausgezeichnet. Ein guter Anknüpfungspunkt für eine Projektgruppe von 16 Schülern, um sich auf die Suche nach den Spuren der Kämpfer gegen die Naziherrschaft auf dem Riedberg zu machen. Eine andere Gruppe von 14 Schülern suchte in der Zwischenzeit nach Informationen über Josephine Baker.

Die erste Aufgabe war, Straßennamen zu identifizieren, die zu dem gewählten Thema passen. Mit fachkundiger Unterstützung eines Fotografen wurden die Straßenschilder kunstvoll fotografiert und im Anschluss danach, begann die Suche nach Informationen über die Menschen, denen man am Riedberg ein kleines Denkmal gesetzt hatte.

  • Fritz-Bauer-Straße
  • Hans-Bethe-Straße
  • Otto-Stern-Zentrum
  • Nelly-Sachs-Platz
  • Richard-Breitenfeld-Straße
  • Magda-Spiegel-Weg
  • Johann-Georg-Elser-Straße
  • Erna-Pinner-Straße
  • Ludwig-Fulda-Weg
  • Katharina-Staritz-Straße
  • Martin-Niemöller-Straße
  • Frieda-Amram-Weg
  • Cäsar-von-Hofacker-Straße
  • Fabian-von-Schlabrendorff-Straße
  • Graf-von-Stauffenberg-Allee
  • Ricky-Adler-Straße
  • Paul-Apel-Straße

Insgesamt gibt es etwa 30 Straßen auf dem Riedberg, die nach Menschen benannt sind, die sich im 2. Weltkrieg im Widerstand engagiert haben. Die Geschichte von 16 Menschen wurde von den Schülern zusammengetragen. Darunter sind Widerstandskämpfer, Theologen, Dichter, Sänger, Physiker, Juristen, Politiker, …

Zum krönenden Abschluss wurde am 27. Januar eine Vernissage der Bilder und Texte im Gebäude der Schule am Riedberg eröffnet. Dazu gab es ausdrucksstarke Musik von der Gruppe »Bosephine Jakers«.

Musikgruppe Bosephine Jakers

Herr Rosenfeld, Betreiber des Kuli Alma, ein Spezialist für vegane mediterrane Küche, war von dem Projekt begeistert und stiftete die kulinarischen Genüsse an diesem Abend.

Frau Neißner, vom Ortsbeirat 12 stellte in ihrer Rede den Bezug zu aktuellen Gefährdungen für die Demokratie her. Sie forderte die Zuhörer auf, aufmerksam und kritisch an der Gestaltung einer Gesellschaft mitzuarbeiten, in der Hass und Ausgrenzung keinen Platz hat.

Auch Frau Gölitzer, die Schulleiterin und Frau Marianov, die Projektleiterin bekamen für ihre Vorträge reichlich Applaus. Ein gegenseitiges Interview von Herrn Dr. Lootens (Centre for Dialogue), Herrn Noss (Zentrum Ökumene) und Herrn Erlbruch (Fotograf) schlug die Zuhörer in den Bann. Nur das Zusammenspiel von vielen Kräften und Sponsoren hatte diesen wunderschönen Abend und den erfolgreichen Abschluss des Projektes ermöglicht.

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Zu Besuch bei der Frankfurter Tafel (Ausgabestelle Bonames)

In den Räumen der St.Lioba-Gemeinde (Ben-Gurion-Ring) betreibt die Frankfurter Tafel jeden Donnerstag eine Ausgabestelle für Lebensmittel. MainRiedberg war zu Besuch und sprach mit der Leiterin Edeltraut Mariani. 

In der Ausgabestelle Bonames sind zehn bis zwölf Mitarbeiter dabei, Lebensmittel in Empfang zu nehmen, diese auf Haltbarkeit zu prüfen, zu sortieren, und anschließend bereit zu stellen. Noch vor Öffnung der Türen, ab etwa 09:00 Uhr, erscheinen die Helfer und treffen die ersten Vorbereitungen; die Ausgabe startet ab 12:00 Uhr und endet um 14:00 Uhr. Die Mitarbeiter leisten ihre Arbeit ehrenamtlich, zwei von ihnen stehen noch anderweitig in Arbeit und Beruf. Es sind Rentner, Hausfrauen, Studenten, Arbeitslose, mehrheitlich Frauen, fast alle aus der näheren Umgebung kommend, die hier ihren Dienst tun. Das ganze Team tritt hier geschlossen zur Arbeit an, Einsatzpläne braucht es deshalb nicht.

Die Ausgabestelle Bonames betreut 75 bis 80 Einzelpersonen und Familien. Jeder registrierte ‚Kunde‘ – so nennt man hier die Empfänger der Lebensmittel – darf alle zwei Wochen Essbares abholen. Die Kundschaft ist in zwei Gruppen eingeteilt, so dass jeden Donnerstag im Wechsel eine andere Gruppe versorgt wird. Hier werden ausschließlich Personen aus den Postleitzahlbezirken 60433, 60437 und 60438 zugelassen. Berechtigt sind die Inhaber des Frankfurt Pass, Familien benötigen noch den Nachweis des Job-Centers.
Als Obolus für die Spritkosten muss jeder Kunde einen Euro in die Sammeldose entrichten.

Ausgegeben werden alle Lebensmittel, die für den täglichen Bedarf benötigt werden: Fleisch und Wurst, Frischgemüse- und Obst, Gebäck und Getränke (kein Alkohol), … Die Kunden wählen aus, was verfügbar und brauchbar ist. Manch einer isst keinen Käse, manch einem ist Schweinefleisch versagt. Für Familien sind die Ausgabeportionen natürlich größer. Einen Kasten Lebensmittel spendiert die Bonameser Zweigstelle an das benachbarte Kinderhaus.

Auf der Home-Page der Frankfurter Tafel liest man: „Aufgrund der Lebensmittelknappheit werden bis auf Weiteres keine Neukunden an den Ausgabestellen angenommen.“  Das gilt auch für die Ausgabestelle Ben-Gurion-Ring. Auch hier verursachen die sinkenden Lebensmittelspenden und der Anstieg der Empfänger, insbesondere seit des Ukraine-Krieges, einen Engpass. Immer wieder ist die Tafel deshalb gezwungen, selbst (vergünstigte) Lebensmittel einzukaufen, um den Warenbestand aufzustocken.

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren bereits zwei (von vier) Wagenlieferungen an Lebensmitteln erfolgt. Zu Ende des Gesprächs traf eine dritte Lieferung ein: sofort brach eine geschäftige Unruhe aus. Alle Hände halfen den Transporter zu entladen, äußerst routiniert wurden die Waren durchgesichtet, sortiert und verteilt, so dass man eine halbe Stunde später die ersten Kunden hereinlassen konnte.


Links:
Frankfurter Tafel

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Die vielen Gesichter des Widerstands sichtbar machen

Team der Ausstellung Namen_Erinnern_Uns

Schülerinnen und Schülern der Josephine-Baker-Gesamtschule ziehen mit Handykameras los und fotografieren Schilder von Straßen, die nach Ermordeten und Betroffenen des Holocaust benannt sind. Über diese Arbeit nähern sie sich den Schicksalen der Menschen an. In einer Ausstellung zeigen sie nun die Ergebnisse. Dr. Dominiek Lootens, Leiter des katholischen Centre for Dialogue am Campus Riedberg, berichtet im Interview von der Bedeutung des Projekts.

Jedes Jahr erinnert das Centre for Dialogue am Holocaust Gedenktag an die Gräuel der Shoa. In diesem Jahr tun Sie das gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Josephine-Baker-Gesamtschule am Riedberg. Können Sie uns das Projekt beschreiben?

Als Centre for Dialogue ist Teil unseres Konzeptes, unser Publikum zu Mitveranstaltern zu machen. Unsere Idee bei diesem Projekt war es, die 16 Schüler:innen auf eine Lernreise zu schicken, indem wir Street-Photography mit Recherche verbinden. Auf dem Riedberg gibt es keine Stolpersteine, Clara Marianov, Lehrerin an der Josephine-Baker-Gesamtschule, Peter Noss vom Zentrum Ökumene und ich haben uns also gefragt, was gute Fotomotive für die Schülerinnen und Schüler wären. Es gibt ungefähr 30 Straßen auf dem Riedberg, die nach Menschen benannt sind, die sich im Zweiten Weltkrieg im Widerstand engagiert haben.

Wie sind Sie vorgegangen?

Das Projekt startete im November. Zunächst haben sich die Schülerinnen und Schüler aus einer Liste, die wir von der Stadt Frankfurt bekommen haben, anhand der biografischen Daten die Personen herausgesucht, die ihnen besonders interessant erschienen. Gemeinsam mit dem vom Centre for Dialogue finanzierten Fotografen Steffen Erlbruch waren sie dann zu vier Terminen draußen unterwegs, haben von ihm Wissenswertes über Fotografie gelernt und mit ihren eigenen Handys eindrucksvolle Bilder gemacht. Die Ergebnisse sind am kommenden Montag in einer Ausstellung in der Josephine-Baker-Gesamtschule zu sehen. An der Ausstellung ist übrigens auch noch eine zweite Gruppe mit 14 Schüler:innen beteiligt, die über Schule und Demokratie nachgedacht und ein 3D-Modell von einem Klassenzimmer entworfen sowie zu Josephine Baker recherchiert haben, die ja auch in der Resistance aktiv war.

Es ist nicht Ihre erste Kooperation mit der Josephine-Baker-Gesamtschule. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Die Schule und das Centre for Dialogue (CfD) sind Nachbarn, wir liegen beide am Nelly-Sachs-Platz. Nachdem wir festgestellt haben, dass es ein gegenseitiges Interesse zu einer Zusammenarbeit gibt, haben wir im vergangenen Jahr erstmals den Holocaust-Gedenktag, der seit 2016 im CfD stattfindet, gemeinsam ausgerichtet. 2024 haben Schüler:innen Gedichte von Nelly Sachs vorgelesen, es nahmen etwa 100 Jugendliche teil. Das war damals einige Monate nach dem Terror vom 7. Oktober in Israel und wir haben auch darüber gesprochen, wie sich die damalige Zeit des Holocaust zu unserer Zeit verhält. Generell gibt es immer wieder Schnittstellen zur Josephine-Baker-Schule. So hat zum Beispiel CfD-Mitarbeiter Jan Quirmbach dort vor kurzem ein Projekt zum Thema Menschenwürde realisiert.

„Namen.Erinnern.Uns.“ – warum ist es für Jugendliche so wichtig, sich dem Holocaust über persönliche Geschichten zu nähern?

Ein persönlicher Bezug ist wichtig, damit das Thema nicht abstrakt bleibt. Mit einer persönlichen Geschichte kann man sich einfach besser auseinandersetzen, man kann sich mit den Menschen, um die es geht, identifizieren und sich selbst dazu in Relation setzen. Übrigens war es auch interessant, zu beobachten, nach welchen Präferenzen sich die Schüler:innen die Straßen ausgesucht haben – die eine interessiert sich mehr für Kunst, der andere mehr für Geschichte und zum Beispiel das Attentat auf Hitler. Die Schülerinnen und Schüler nehmen aus diesem Projekt Wissen darüber mit, wie man Widerstand leistet – und dass es ganz unterschiedliche Arten von Widerstand gibt. Auch Poesie schreiben kann eine Art von Widerstand sein, Journalismus, Theologie wie Edith Stein. Jeder Mensch versteht etwas anderes darunter und kann sein Talent nutzen, sich zur Wehr zu setzen.

Wer sind die Menschen, die in der Ausstellung vorgestellt werden?

Insgesamt bilden wir die Geschichte von 16 Menschen ab. Darunter sind Widerstandskämpfer, Theologen, Dichter, Sänger, Physiker, Juristen, Politiker, männlich und weiblich.

Die Ausstellung stößt auf großes Interesse, selbst RTL hat schon berichtet. Was bedeutet diese Art von Reichweite für das Projekt?

Es unterstreicht seine Bedeutung. Der Kontakt zu RTL kam über den Vater einer Teilnehmerin zustande, darüber haben wir uns sehr gefreut. Die Jugendlichen nehmen ihr Projekt ernst, zum Beispiel werden sie die Vernissage auch selbst moderieren. Dafür üben wir gerade mit ihnen.

Kann man sich die Ausstellung auch über den Tag der Vernissage hinaus ansehen?

Im Haus der Volksarbeit gibt es Interesse, sie bald dort noch einmal einem breiteren Publikum zu zeigen, ein Termin steht aber noch nicht fest. Auch im Zelt der Religionen im Juni wird sie vermutlich noch einmal zu sehen sein.


Info-Kasten: Am Montag, 27. Januar, 17 Uhr, wird die Ausstellung „Namen.Erinnern.Uns.“ in der Josephine-Baker-Gesamtschule (Gräfin-Dönhoff-Straße 11, Riedberg) eröffnet. Bei der Vernissage gibt es Musik von den Bosephine Jakers sowie Essen vom israelischen Restaurant Kuli Alma. Bitte anmelden: Poststelle.Josephine-Baker-Gesamtschule@stadt-frankfurt.de

Anne Zegelman
Haus am Dom und Katholische Stadtkirche

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Hilton-Basar 2025 am 22. März!

Basar des Kinderschutzbundes

Kleiderspenden gesucht: Der Kinderschutzbund sammelt wieder gut erhaltene Kleidung für den Hilton-Basar

Wer für Neues Platz schaffen und seinen Kleiderschrank sortieren möchte, hat jetzt wieder einen guten Anlass dazu: In Vorbereitung auf den sogenannten „Hilton-Basar“, der in diesem Jahr am 22. März stattfindet, sammelt der Frankfurter Kinderschutzbund ab sofort wieder gut erhaltene oder auch neue Kleidung für Damen, Herren und Kinder.

Ebenso gern genommen werden Schuhe, Taschen und auch Accessoires wie Schals, Hüte oder Modeschmuck. Die Spenden werden zu den 6 nachfolgend aufgeführten Terminen von ehrenamtlichen Helfern des Kinderschutzbundes entgegengenommen und für den Basar sortiert.

Die Sammelstelle befindet sich in diesem Jahr gut erreichbar in der Frankfurter Innenstadt im Hinterhof der Eschersheimer Landstraße 28 (ehemalige Räume des »Massiv Central«). Für eine entsprechende Ausschilderung und Platz zum Ausladen ist gesorgt.

Der Basar wird organisiert durch Mela Krauß aus dem Vorstandsteam des Frankfurter Kinderschutzbundes. Unterstützt wird sie von weiteren Vorstandsmitgliedern sowie vielen ehrenamtlichen Helfern aus Frankfurter Unternehmen und der Bürgerschaft.

Der gesamte Erlös des Hilton-Basars fließt in die Angebote des Frankfurter Kinderschutzbundes und ermöglicht z.B. die traumapädagogische Begleitung von Kindern, die Gewalt erlebt haben.

Nicola Küpelikilinc, die Geschäftsführerin des Frankfurter Kinderschutzbundes, zeigt sich sehr dankbar für die breite Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des inzwischen traditionellen Hilton-Basars: „Wir freuen uns riesig, dass das »Frankfurt Hilton City Centre« auch in diesem Jahr erneut keine Sekunde gezögert hat, uns die Räumlichkeiten für unseren Basar zur Verfügung zu stellen. Ohne dieses Engagement könnte der Basar nicht durchgeführt werden“, so Frau Küpelikilinc.

Sammeltermine:

Dienstag 28.01.2025 15:30 bis 18:00 Uhr
Samstag 01.02.2025 10:30 bis 13:00 Uhr
Montag 10.02.2025 15:30 bis 18:00 Uhr
Samstag 15.02.2025 10:30 bis 13:00 Uhr
Donnerstag 20.02.2025 15:30 bis 18:00 Uhr
Montag 24.02.2025 15:30 bis 18:00 Uhr

Weitere Infos sind unter www.kinderschutzbund-frankfurt.de und auf Instagram: kinderschutzbund_frankfurt zu finden.

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Alle Jahre wieder (nur mäßig)

Wie jedes Jahr hat auch dieses Mal der Frankfurter Entsorgungs- und Service (FES) angekündigt, in den Frankfurter Stadtteilen eine Abholung der Weihnachtsbäume durchzuführen. Wie alle Jahre wieder geschieht das nur mäßig

Für die Stadtteile Kalbach-Riedberg, Niederursel, Eschersheim und Mertonviertel war der 20.Januar als Abholtermin anberaumt. In der Ankündigung heißt es:
FES setzt zwischen dem 06. und 24. Januar ein Sonderfahrzeug ein, das nur Weihnachtsbäume einsammelt. Dieses kommt an festgesetzten Tagen in die Stadtteile und sammelt alle Bäume auf, die an der Grundstücksgrenze an einem für das Sammelfahrzeug leichterreichbaren Standplatz bereitgestellt werden. Diese Bäume sollen ebenfalls abgeschmückt sein und auf Stücke von max. 1 Meter gekürzt werden.

Es ist schon schwer vorstellbar, wie man an einem Tag und einem Müllwagen alle Straßen (inklusive Nebenstraßen) eines Stadtbezirks abklappern und tatsächlich alle Bäume einsammeln kann. Am Beispiel Kalbachs kann man erfahren, dass dies auch nur mit mäßigem Erfolg gelingt. Allein in der Kalbacher Hauptstraße und in der Langen Meile haben sich mühelos mehre Beispiele finden lassen, wo die FES-Leute die alten Weihnachtsbäume einfach haben stehen lassen. (Für Nicht-Kalbacher: es handelt sich hier keineswegs um verborgene, kleine Nebenstraßen.) Und die Bäume unserer Beispiele haben sich nicht versteckt in irgendwelchen Hausnischen oder hinter Mauern finden lassen – sie waren von der Straßenseite aus gut sichtbar!
Fragt sich also, warum FES die Abholung überhaupt anbietet, wenn man diese so nachlässig ausführt? Sollte man den Service ehrlicherweise nicht einstellen? Sollte man die Sammelbezirke verkleinern, damit sich die FES-Mitarbeiter mehr Zeit bei der Suche lassen können?

Letztlich bleibt denen, die ihren alten Weihnachtsbaum immer noch vor dem Haus liegen haben, nur die zweite Variante der Abholung: „Der Weihnachtsbaum wird wie bisher im Laufe des Monats Januar in der Regel über die braune Biotonne, in Ausnahmefällen über die graue Restabfalltonne oder bei der satzungsgemäßen Straßenreinigung entsorgt. Voraussetzung ist, dass die Bäume von allem Schmuck befreit und auf Stücke von max. 1 Meter gekürzt sind.“   Eine Garantie, dass dieses Verfahren besser funktioniert können wir von MainRiedberg natürlich nicht abgeben.

 

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Neue Schule im Mertonviertel

Gebäude Cube im Mertonviertel

In dem 1996 errichteten Gebäude mit den Anschriften Olof-Palme-Straße 19 und Lurgiallee 14-16 mit dem Namen »Cube« saß lange Jahre die Industriegewerkschaft Bau. Im November 2023 schloss die IG Bau einen neuen, langfristigen Mietvertrag über 4.000 Quadratmeter Bürofläche in der Olof-Palme-Straße 35 ab und zog um.

Die Firma Investa Real Estate hatte Mitte 2022 das Bürogebäude »Cube« erworben, um es weiterzuvermieten. Die Firma Investa Holding mit Sitz in Eschborn entwickelt seit 50 Jahre Immobilien in Deutschland. Eigentümer der Firma ist die Familie Rittweger.

Das Gebäude bietet rund 20.000 qm auf 6 Stockwerke verteilt. Die private Erasmus-Grundschule wird demnächst einen Teil des Cube-Hauses belegen. Investa Real Estate hat rund 4.000 qm an die Bildungseinrichtung vermietet.

Die Flächen wurden in diesem Fall nicht vom Amt für Bau und Immobilien der Stadt Frankfurt angemietet, sondern von der Erasmus Frankfurter Stadtschule, einer trilingualen, reformpädagogischen und ganztägigen Grundschule in Frankfurt.

Die Erasmus Stadtschule gibt es bereits seit 2006. Ihre Wurzeln reichen aber bis ins Jahr 1536 zurück. Sie ist geprägt durch Erasmus von Rotterdam – ihrem Namensgeber, dem weltbekannten Humanisten, der fest daran glaubte, dass Bildung die Welt auf friedliche Weise besser machen kann.

Die Grundschule wurde 2006 als Elterninitiative gegründet. Die Eltern wollten für die Schüler genügend Freiraum für außerschulisches Engagement und Aktivitäten schaffen – für den berühmten „Blick über den Tellerrand“ – der in ihren Augen unerlässlich für die Persönlichkeitsbildung ist.

Als private Ganztagsschule sind die Öffnungszeiten der Erasmus Grundschule sehr familiengerecht. Dadurch hat sie auch die Möglichkeit, in ihrem Unterricht neuste neurobiologische und physiologische Erkenntnisse über das Lernen umzusetzen.

Dank dieser sogenannten „Rhythmisierung“ kann die Schule ihren Unterricht ausgewogen auf den Vor- und Nachmittag verteilen. Dadurch bleibt den Schülern ausreichend Zeit, um Erlerntes individuell oder in Gruppen zu vertiefen, eigenständig und selbstbestimmt weiter zu forschen, bzw. nach Phasen der konzentrierten Anspannung auch wieder zu entspannen.

Der Träger der Erasmus Stadtschule ist der »Arbeiter-Samariter‐Bund, Landesverband Hessen e. V.«. Die Schule war bislang in der Sonnemannstraße 9-11 im Frankfurter Ostend angesiedelt. Der Erasmus-Gymnasialzweig, mit eigener Trägergesellschaft, war 2024 nach Heusenstamm gezogen. Er belegt dort ebenfalls rund 4.000 qm im Campus Heusenstamm.

Das Mertonviertel

Das Mertonviertel als Teil Niederursels (ein anderer Teil gehört zu Heddernheim) besteht sowohl aus einem Bürostandort, als auch aus einem Wohngebiet am Urselbach. Allerdings ist der einstmals dominierende Bürokomplex »Lurgihaus« inzwischen abgerissen. An seiner Stelle soll ein Quartier mit rund 1.000 Wohneinheiten entstehen. Die Aufstellung des Bebauungsplans wird sich aber noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Die Chance diese Fläche für den Neubau der »Europäischen Schule« zu nutzen, wurde nicht ergriffen.

Die Erasmus-Grundschule soll laut Plan mit dem Schuljahr 2026/2027 den Unterricht im »Cube« beginnen. Die Schule bekommt einen eigenständigen Gebäudebereich mit separaten Zugängen. Neben Klassenräumen soll ein Freizeitbereich für Nachmittags- und Ferienprogramme zur Verfügung stehen. Ein Außenbereich wird zum Schulhof umgestaltet.


Investa Real Estate
Die Investa Real Estate entwickelt seit 50 Jahren Immobilien in Deutschland.
Überdurchschnittlich erfolgreiche Projekte und umfangreiche Erfahrung bei der Konzeption, Vermarktung und Realisierung von qualitativ hochwertigen Bürogebäuden, Hotels sowie Eigentumswohnanlagen haben die Investa Real Estate als eine der ersten Adressen für Projektentwicklungen in Deutschland etabliert. Seit ihrer Gründung im Jahr 1972 realisierte die Investa Real Estate Neubau- und Bestandsimmobilien mit einem Investitionsvolumen von weit über fünf Milliarden Euro. Investa Real Estate bietet neben aktivem Asset Management von Immobilien, fokussiert auf Objekte mit hohem Wertschöpfungspotenzial oder Restrukturierungsbedarf auch die Entwicklung und Umsetzung von Investitionsprodukten für institutionelle Investoren an. Investa Real Estate erbringt die komplette Wertschöpfung der Projektentwicklung – von der Baurechtschaffung über Bebauungsplanverfahren bis zum Bau und Vertrieb. Die adressierten Kundengruppen reichen daher von institutionellen Investoren und Großkonzernen bis zu Kleinunternehmern, Ärzten und Privatpersonen. Für das Baumanagement beschäftigt Investa Real Estate eigene, erfahrene Ingenieure und technische Experten, die den gesamten Prozess der Planung und Realisierung jeweils vor Ort steuern. Das Team verfügt über Erfahrung in einer Vielzahl von Nutzungsarten.

Quelle: https://www.munich-mipim.de/partner/investa/


Weiterführende Links

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Zu Besuch beim Kleintierzuchtverein Kalbach

Anlässlich der Lokalschau des Kleintierzuchtvereins Kalbach sprach MainRiedberg mit dem Vorsitzenden Josef Ruppel.

Auch wenn man vom Kleintierzuchtverein H350 Kalbach nur wenig über öffentlich zugängliche Quellen erfahren kann, wurde der Verein doch bereits 1927 gegründet. Mit etwa 60 Mitgliedern sind die Kleintierzüchter nicht eben ein kleiner Verein – neben den Aktiven gehören auch eine große Anzahl passiver Mitglieder dazu, manche ohne eigenes Kleintier zu halten und nur weil sie den Verein mit ihren Beiträgen unterstützen wollen.

Der Schwerpunkt der Zucht liegt auf Hühnern und Tauben. Für den Laien (wie der Autor dieser Zeilen) ist die Vielfalt und die Größe der Tiere beeindruckend. Bei Wyandotte, Sulmtaler, New Hampshire, nur um ein paar Hühnerzüchtungen zu nennen, sind die Bezeichnungen schon exotisch.
Etwa 80 Vögel wurden auf der gestrigen Lokalschau des Vereins gezeigt. Daneben wurden auch ein Truthuhn- und ein Gänse-Paar präsentiert. Für Kinder waren einige Hühner-Küken ausgestellt, die sich bibbernd unter einem wärmenden Rotlicht drängten. Natürlich haben auch ein paar Kaninchen die jungen Besucher begeistert.

ein Vorwerk-Hahn

Der neulich bekanntgewordene Fall einer an Geflügelpest erkrankten Kanadagans hat auch die
Kleintierzüchter in Kalbach aufhorchen lassen. Hier in der Zuchtanlage hat sich noch kein Vogel infiziert – Gefahr droht auch eigentlich nur von Wildtieren, die in direkten Kontakt mit den Hühnern und Tauben kommen könnten. Zäune und Netze um und über den Volieren schützen die eigenen Tiere. Dennoch hat sich der Verein beim hiesigen Veterinäramt die Unbedenklichkeit der Lokalschau bestätigen lassen. Und sicherheitshalber wurden auch keine Aussteller des Kleintierzuchtvereins Eschersheim eingeladen.

Die genannten Schutzmaßnahmen erweisen sich auch als effektiv, wenn es um sich Füchse und Greifvögel handelt. Einzig ein Waschbär hat es bisher geschafft, in einen Käfig einzubrechen und sich ein Huhn zu schnappen.

Der Verein führt auch Impfungen gegen die diversen Krankheiten selbst durch und fungiert als
Impfstoff-Verteiler für andere umliegende Zuchtvereine. Die Mitgliedschaft in der Hessischen Tierseuchenkasse ist nicht nur verpflichtend, sie bietet ebenso Unterstützung – finanziell mit Beihilfen und informativ mit weitreichenden Hinweisen zum Tierschutz.


Insgesamt ist der Aufwand für Zucht und Pflege für den einzelnen Züchter nicht unerheblich. Es muss sich tagtäglich um die Tiere gekümmert werden, füttern, tränken, Käfige säubern und instand halten u.v.m. sind Arbeiten für das ganze Jahr: während des Urlaubs oder bei Krankheit helfen sich die Züchter untereinander.

lehrreich: verschiedene Vogeleier im Vergleich

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Streuobstwiesen wichtig für Nachhaltigkeitsziel

Ehrenamtliche Baumpflege

Zu den Baumkulturen gehören Anpflanzungen landwirtschaftlich genutzter Bäume, zum Beispiel Obstbaumplantagen, Kaffeeplantagen. Tannenbaum-Felder oder Ölbaumplantagen. Sie bedecken weltweit mehr als 183 Millionen Hektar, werden aber in der öffentlichen Wahrnehmung (z. Bsp. in der Agrarpolitik) weitgehend übersehen.

Doch für die Erreichung der die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) spielen sie eine wichtige Rolle. Diese Kulturen sind für die Weltwirtschaft unverzichtbar und bieten ein immenses Potenzial für den Schutz der Biodiversität und des Klimas. Sie sind dadurch die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen, weltweit.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat sich dieses Themas angenommen und seine Erkenntnisse in einem Artikel in der Fachzeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht.

Der Kern seiner Empfehlung an die Politik: Gezielte Förderung nachhaltiger Landwirtschaft mit Baumkulturen zu entwickeln.

Der Fokus der Agrarpolitik lag bisher auf einjährige Kulturen wie Weizen, Sonnenblumen oder Reis. Ihr ökologischer Nutzen ist wegen der einfachen Vegetation und der kurzen Erntezyklen oft begrenzt.

Baumkulturen dagegen

  • stabilisieren mit ihren Wurzeln den Boden
  • verringern Treibhausgase
  • bieten stabile Lebensräume
  • fördern die Artenvielfalt bei nachhaltiger Bewirtschaftung

Außerdem erfordern sie in der Regel mehr Handarbeit, was besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen wichtige Arbeitsplätze bietet. Richtig bewirtschaftet können diese Systeme die Biodiversität schützen, den Klimawandel bremsen, Armut lindern und jährlich etwa 1.000 Millionen Tonnen Lebensmittel liefern.

Die Stadt Frankfurt hat dieses Thema schon seit Jahren im Fokus und fördert beispielsweise das Main-Äppel-Haus. Dieses hat sich inzwischen zur Institution entwickelt. Als gemeinnütziges Streuobstzentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt der Streuobstwiesen im Stadtgebiet zu erhalten und sich der Kultur des Apfels als Teil der Frankfurter Identität zu widmen.

170 Sorten wachsen auf den Streuobstwissen der Mainmetropole fast so viele, wie Nationen in Frankfurt vertreten sind. Auch auf der Stromwiese am Riedberg hat die Stadt erst wieder eine ganze Reihe von Obstbäumen gepflanzt und so in die Zukunft investiert.

Letztes Jahr wurde in Seckbach eine Fläche gerodet, auf der die neue Äppel-Akademie entstehen soll. „Die Akademie ist der nächste Schritt in einer großartigen Geschichte“, lobte Mike Josef, Frankfurts Oberbürgermeister, dessen beide Kinder auch schon bei Kursen im Main-Äppel-Haus waren. So wie fast 3.000 andere im vergangenen Jahr. Alles in allem ist das Projekt mit 400.000 Euro veranschlagt. Gut investiertes Geld für Landschafts- und Naturschutz.


Weiterführende Links

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Pflege der Tierwelt im Ortsteil Kalbach-Riedberg

Rotfuchs Portrait

Der Vorteil eines Ortsteils in Stadtrandlage ist die Nähe zu angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen (in Richtung Bad Homburg) und Waldflächen (Nordpark).

So erklärt es sich, dass wir auf den zahlreichen unbebauten Flächen, die wir glücklicherweise in und an unserem Ortsteil noch haben, auch eine ganze Reihe von Wildtieren vorfinden, die sich mit dem städtischen Lebensraum arrangiert haben

Dazu gehören zum Beispiel Rehe, Feldhasen, Fasane oder Rebhühner. Wildschweine schauen auch gelegentlich einmal vorbei. Auch Wildkaninchen und Krähen zeugen hier reichlich Nachwuchs. Und Waschbären oder Nilgänse breiten sich als invasive Arten immer mehr aus, Tendenz steigend.

Hege und Pflege

Entsprechend hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass die Lebensräume der Tiere von ausgebildeten Jägern gehegt und gepflegt werden. Vor allem in städtischen Ballungsgebieten ist jedoch die Bevölkerung mit dem Handwerk des Jägers und Försters nicht mehr vertraut.

Der Anblick eines bewaffneten Menschen wirkt erst mal verstörend auf Passanten und beim lauten Knall eines Schusses denken viele entweder an die Fehlzündung eines Autos oder an den Mord eines Mitbürgers. (Letzteres vor allem auch durch die regelmäßige Beglückung mit Kriminalfällen in Film, Funk, Fernsehen und anderen Medien.)

Faktencheck: In Hessen besitzen derzeit etwa 26.000 Menschen einen Jagdschein, mit stark steigender Frauenquote.

Im Jahr 2022 gab es in Hessen 318 Straftaten gegen das Leben, wobei die Aufklärungsquote bei 89 % lag (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2022). Nur ein kleiner Teil davon wurde mit Schusswaffen begangen, wobei der Anteil Straftaten von Legalwaffenbesitzern noch geringer ist. In der gesamten Kriminalstatistik liegen Tötungsdelikte damit bei etwa 0,1 % der Straftaten.

Hinweis: Wenn Ihnen ein Förster oder Jäger begegnet, sprechen Sie ihn ruhig einmal an, er kann Interessantes aus seinem Berufsleben erzählen.

Nicht angeleinte Hunde

Manchmal müssen Jäger und Förster aber auch die Spaziergänger ansprechen, wenn deren Hunde während der Brut- und Setzzeit (Mitte März bis Mitte Juli) nicht angeleint sind. Leider gibt es auch Unbelehrbare, die nicht einsehen wollen, warum ihre vermeintlich erzogenen Hunde an die Leine gehören. Selbst wenn das Tier noch so gut trainiert ist, kann es beim Anblick eines Rehs oder Hasen zum Raubtier werden. Denn das ist seine Natur, auch wenn sie durch intensive Züchtung und Konditionierung in den Hintergrund gedrängt ist. Immerhin stammen Hunde von Grauwölfen (canis lupus) ab. Daher sollte die Tierliebe und der Tierschutz nicht am Ende der Hundeleine aufhören.

Regulieren von Tierbeständen

Invasive Tierarten (Definition: eingewanderte Tierart, die einheimische Tierarten verdrängt) und Tierarten, denen natürliche Feinde fehlen, müssen von Jägern per Gesetz im Bestand innerhalb gesetzlich vorgeschriebener Jagdzeiten reguliert werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Waschbären
  • Krähen
  • Wildkaninchen
  • Nilgänse (invasiv)
  • Nutrias (invasiv)
  • Tauben
  • Füchse

Aber nicht nur die Regulierung der Bestände (auch wegen Seuchenschutz) gehört zum Aufgabengebiet. Auch die Unterstützung bedrohter Tierarten gehört dazu. Deshalb werden beispielsweise Nisthilfen oder Bruthäuser für Enten aufgestellt. Diese Aufgabe wird Hege genannt und ist ebenfalls gesetzlich verankert.

Die heutigen Jäger sind im Gegensatz zu den in den vergangenen Jahrhunderten tätigen Amtskollegen eher Naturschützer, auch wenn die Bezeichnung „Jäger“ anderes suggeriert. Erst mit dem Bundesjagdgesetz nach dem 2. Weltkrieg und noch spezifischer mit dem »Hessischen Jagdgesetz« wurden der Wildhege, dem Naturschutz und der Nachhaltigkeit weit mehr Bedeutung zugewiesen.

Vorabinformation – Keine gesetzliche Pflicht

Verständlicherweise legen Anwohner Wert darauf, vor einer sogenannten Gesellschaftsjagd informiert zu werden. Entsprechend informieren die Jäger – freiwillig – im Vorfeld die Polizei über diese Aktionen, die drei- oder viermal im Jahr stattfinden und stellen an den relevanten Stellen Hinweisschilder auf. Eine direkte Info über zum Beispiel soziale Medien hat sich aber als Einladung an Saboteure und selbernannte Tierschützer erwiesen, das Jagdgeschehen zu stören.
Info: Eine Jagdstörung ist kein Kavaliersdelikt, sie wird als Straftat gemäß Strafgesetzbuch geahndet.

Jagdreviere

Der zum gesamten Jagdgebiet Kalbach-Riedberg gehörende 12 Hektar große Kätcheslachpark ist nicht nur Naherholungsgebiet mit Basketball- und Spielplätzen, sondern auch ein Jagdrevier. Ebenso gilt das für die anderen Parkanlagen im Ortsteil. Laut der »Oberen Jagdbehörde« im Regierungspräsidium Kassel schließt das eine das andere nicht aus. „Parks und Grünflächen, auch zum Beispiel an der Nidda, sind nicht grundsätzlich ausgenommen von der Jagdausübung.“

Zwar kann die »Untere Jagdbehörde« auf städtischer Ebene einzelne Flächen zu befriedeten Bezirken erklären. Doch auch in dichter besiedelten Gebieten gibt es ausgewiesene Jagdbezirke, in denen die zuständigen Jäger das Recht und die Pflicht haben, „ihre Abschüsse zu erfüllen“.

Die letzte Gesellschaftsjagd fand beispielsweise am 27.12.2024 im Kätcheslachpark statt. Ab Mitte Januar beginnt dort auch für Stockenten wieder Schonzeit, in der sie nicht gejagt werden dürfen.

Große Vorsicht ist angesagt – von den Jägern aber auch von Anwohnern

»Bei der Jagd ist einem Schützen die Verpflichtung auferlegt, ständig sein mögliches Schussfeld daraufhin zu überprüfen, ob sich Personen nähern«.

Die Sicherheit steht immer an erster Stelle. Eine Verpflichtung, Warnschilder aufzustellen, besteht dagegen nicht. Bei einer sogenannten Gesellschaftsjagd wird Signalkleidung getragen, um darauf hinzuweisen, dass man sich nicht nähern soll!

Keine Verschwendung von Lebensmitteln

Mit der Jagd werden nicht nur die Bestände reguliert, es werden auch hochwertige Lebensmittel gewonnen. Wild ist eine Delikatesse zu jeder Jahreszeit und wird in der modernen, gesundheitsbewussten Küche, sowie zur Grillsaison immer beliebter. Durch die vielen Mineralstoffe, den geringen Fettgehalt und dank der speziellen Eiweißzusammensetzung ist unser regionales Wild sehr nahrhaft, besonders aromatisch und leicht verdaulich.

Die erlegten Tiere werden fachmännisch zerlegt und dann zum Kauf angeboten. Herr Göbel, einer der Pächter des Jagdgebiets Kalbach-Riedberg vertreibt sogar die gewonnenen Lebensmittel.

Wer Interesse daran hat, kann sich über Angebot und Preise im Internet informieren: https://wildvongoebel.de/

Der für das Kalbach-Riedberger Revier zuständige Jäger ist auch erster Ansprechpartner und berät zu möglichen Maßnahmen, wenn Anwohner Probleme auf Ihrem Grundstück mit Waschbären, Füchsen oder Mardern haben.

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Gemeinschaftliches Wohnen im Kreuzerhohl

Am gestrigen Donnerstagabend fand im Festsaal der Seniorinnenwohnanlage Niederursel (Kreuzerhohl) die Auftakt-Veranstaltung für ein Konzeptverfahren statt. Thematisch ging es hierbei um einen Neubau auf dem Gelände des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, der in nächster Nachbarschaft zur bestehenden Seniorinnenwohnanlage errichtet werden wird. Auf der Grundlage einer Konzeptstudie wird ein etwa 700m² großes, dreieinhalbgeschossiges Wohnhaus entstehen, das Platz für bis zu zehn Wohneinheiten sowie Gemeinschaftsräume bietet. Zukünftig bezogen und verwaltet werden soll das Gebäude durch Mitglieder einer zu ermittelnden Wohngruppe, die sich dem Gemeinschaftlichen Wohnen verpflichtet hat. Erwartungsgemäß wurde die Veranstaltung in der Hauptsache von Gruppen und Initiativen besucht, die sich an der Ausschreibung beteiligen werden.

Mitarbeiter des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, des Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und des Amtes für Wohnungswesen erläuterten die Grundzüge des Verfahrens.

Das St. Katharinen- und Weißfrauenstift besitzt und bewirtschaftet bereits die Liegenschaft im Kreuzerhohl 24-30. Die Seniorinnenwohnanlage wird von rund 80 Frauen bewohnt. Das Baugrundstück für das neue Wohnhaus wird aktuell als Parkplatz genutzt.


                                                              die Seniorenwohnanlage im Kreuzerhohl

Wie es in der Ausschreibung heißt:
Die Gruppe, welche das gemeinschaftliche Wohnprojekt mit ihrem Konzept gestalten und bewohnen soll, wird durch ein Konzeptverfahren für gemeinschaftliche Wohnprojekte gesucht. Ziel des Verfahrens ist die Ermittlung einer Projektgruppe, welche im anschließenden Prozess einen Generalmietvertrag mit der Stiftung unterzeichnet und in das gemeinschaftliche Wohnhaus einzieht. Das Haus wird zu einem festen monatlichen Beitrag an die Wohngruppe vermietet. Verwaltung und Belebung des Hauses werden von der Gruppe selbst organisiert.“

Von einem Konzeptverfahren spricht man, wenn Liegenschaften für gemeinschaftliche Wohnprojekte oder Baugruppen ausgeschrieben werden und nicht der höchste Preis, sondern das beste Konzept ausschlaggebend ist.

Interessierte Gruppen können sich (seit letztem Dezember) mit ihrem Konzept für den geplanten Neubau bewerben. Zentrale Aufgaben der zukünftigen Bewohnergruppe werden sein:
– Nutzungskonzept
– Auswahl der Bewohner
– Gruppenorganisation
– Bewirtschaftung

Dem St. Katharinen- und Weißfrauenstift fallen die Aufgaben Finanzierung, Bau und Bestandhaltung zu. Unterstützung erfahren die Wohngruppe und das Stift durch das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und das Amt für Wohnungswesen.

Viele der gestrigen Fragen der Besucher konnten (und sollten) nicht beantwortet werden. Zum einen sind einige Themen noch nicht abschließend geklärt und werden erst mit der zu ermittelten Wohngruppe zusammen entschieden; darüber hinaus sollen offene Punkte im Februar in einem Rückfragen-Kolloquium besprochen werden.
So konnten z.B. Angaben zur technischen und räumlichen Gestaltung der Wohnungen nicht gemacht werden; auch die zu erwartende Miethöhe bleibt bis auf weiteres ungewiss; auf einen möglichen Einzugstermin wollte sich ebenfalls niemand festlegen, schon alleine deshalb, weil tatsächliche Bauzeit und Baukosten derzeit nur schwer abzuschätzen sind.

Abschließend konnten sich die anwesenden Bewerbergruppen selbst kurz vorstellen; überraschend war die Vielfalt:
– in Bezug auf das Alter der Mitglieder sind Kleinkinder bis Siebzigjährige vertreten; in manchen Gruppen sind vorwiegend Senioren organisiert
– unterschiedlich auch der Familienstand: Singles, Paare, Familien (mit Kindern), Wohngemeinschaften, eine Frauengruppe
– es waren (Vertreter von) Gruppen aus Frankfurt, Oberursel und Offenbach anwesend.

weitere Termine:

  • 27.02.2025, 18:00 Uhr: Rückfragen-Kolloquium im Service-Bereich des Amtes für Wohnungswesen, Adickesallee 67/69
  • 22.04.2025: Bewerbungsfrist
  • 15.05.2025: Beiratssitzung und Präsentation der vorausgewählten Projektgruppen
  • 22.05.2025: Bekanntgabe

 

Erschöpfende Informationen gibt es hier:
Stadt Frankfurt (https://frankfurt.de/de-de/aktuelle-meldung/meldungen/wohngruppe-gesucht-konzeptverfahren-fuer-gemeinschaftliches-wohnprojekt-in-niederursel-startet/)
Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen
Konzeptverfahren
St. Katharinen-Wohnstift Niederursel

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