Alle Artikel von Andreas Woitun

Stressfreier Pendelverkehr: Was sich für Kalbach ändern soll

Pendlerstöme Symbolbild

Frankfurt wächst – und mit ihm der tägliche Pendelverkehr. Rund 463.000 Menschen fahren werktags in die Stadt, viele davon aus dem Umland. Die Mehrheit nutzt das Auto, was zu überfüllten Straßen und Parkplatznot führt. Um dem entgegenzuwirken, hat das Mobilitätsdezernat der Stadt Frankfurt ein neues Park-and-Ride-Konzept (P+R) vorgestellt. Es soll den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn erleichtern – auch für die Menschen im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg.

Warum P+R jetzt wichtiger wird

Mit dem Deutschlandticket ist der öffentliche Nahverkehr für viele attraktiver geworden. Doch wer außerhalb Frankfurts wohnt, muss oft erst mit dem Auto zur nächsten S-Bahn-Station fahren. Hier setzt das neue P+R-Konzept an: Es sieht rund 2.000 zusätzliche Stellplätze an strategisch günstigen Orten vor, damit Pendler ihr Auto bequem abstellen und auf den ÖPNV umsteigen können.

Kalbach als Schlüsselstandort

Für den Ortsbezirk Kalbach-Riedberg ist besonders ein Punkt des Konzepts von Bedeutung: Der Standort Kalbach wurde als möglicher Ausbauort für eine neue P+R-Anlage genannt. Zusammen mit den Standorten Taunusblick und Frankfurter Berg könnten hier insgesamt 836 neue Stellplätze entstehen. Kalbach liegt verkehrsgünstig und bietet gute Voraussetzungen für eine solche Anlage – allerdings sind noch umfangreiche Prüfungen nötig, etwa zur Umweltverträglichkeit und zur rechtlichen Machbarkeit.

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Park & Rideplatz Kalbach

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Park & Rideplatz Kalbach 50.183137, 8.657291

Die Nähe zur A661/A5 macht den Standort zusätzlich attraktiv. Sollte die Umsetzung gelingen, würde Kalbach-Riedberg vom besseren Zugang zum ÖPNV profitieren.

Was passiert als Nächstes?

Die Stadt plant den Ausbau in mehreren Phasen: kurzfristige Lösungen, mittelfristige Projekte und langfristige Infrastrukturmaßnahmen. Während die großen Anlagen wie in Kalbach noch geprüft werden, setzt Frankfurt bereits auf Übergangslösungen. So wurde etwa die Kooperation mit dem Hessen-Center als temporäre P+R-Anlage gestartet. Auch am Standort Gateway Gardens wird geprüft, ob P+R mit Veranstaltungsparken kombiniert werden kann – etwa für Stadionbesucher oder die geplante Multifunktionsarena.

Zusammenarbeit gefragt

Die Stadt Frankfurt betont, dass P+R nur im Schulterschluss mit dem Umland funktionieren kann. Kommunen, Verkehrsverbünde und das Land Hessen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Ziel ist es, den sogenannten Umweltverbund – also die Kombination aus Bus, Bahn, Fahrrad und Fußverkehr – zu stärken und den Autoverkehr nicht weiter zu fördern.

Für Kalbach bedeutet das: Wenn sich die Pläne konkretisieren, könnte der Stadtteil zu einem wichtigen Knotenpunkt für Pendler aus dem Norden und Nordwesten Frankfurts werden. Das würde nicht nur die Lebensqualität vor Ort verbessern, sondern auch die gesamte Region entlasten.

Mehr als nur Parkplätze

Das Konzept berücksichtigt nicht nur die Anzahl der Stellplätze, sondern auch deren Qualität. Sicherheit, Sauberkeit und kurze Umsteigezeiten sind entscheidend, damit Pendler das Angebot auch nutzen. Die Stadt will dafür sorgen, dass die neuen Anlagen diesen Anforderungen gerecht werden.

Für Kalbach bietet das neue P+R-Konzept eine echte Chance: Weniger Verkehr, bessere Anbindung und mehr Lebensqualität. Noch sind viele Fragen offen, doch die Richtung stimmt. Wenn Stadt, Region und Land gemeinsam an einem Strang ziehen, könnte Kalbach bald ein Vorzeigeprojekt für stressfreies Pendeln werden.


Weiterführende Links

  • https://frankfurt.de/themen/verkehr/auto/ruhender-verkehr/pundr
  • https://frankfurt.de/-/media/frankfurtde/frankfurt-themen/verkehr/pdf/pundr/pundr-konzept-frankfurt-am-main.pdf?dmc=1
  • https://frankfurt.de/-/media/frankfurtde/frankfurt-themen/verkehr/pdf/pundr/pundr-bewertungsmatrix.pdf?dmc=1
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Die »Alte Schmiede« in Bonames

Die alte Schmiede Westerfeld in Bonames

In Bonames gibt es noch Bauwerke mit historischer Patina. Ein herausragendes Beispiel ist das Haus Westerfeld in der Homburger Landstraße 631. Es wurde 1780 erbaut und ist damit nun 245 Jahre alt.

Gut, Bonames selbst wurde erstmals 1030 urkundlich erwähnt. Als eine der Frankfurter Landgemeinden siedelten sich dort Wollweber an. Dann entstanden ein Färberhaus, eine Waffenschmiede, eine Büchsenmacherei und mehrere Mühlen. Und vor über zwei Jahrhunderten eben das Haus Westerfeld mit seiner Schmiede. Wobei ein Vertreter der Familie Westerfeld bereits seit 1710 als Schmiedemeister in Bonames tätig war.

Seitdem lebten dort Generationen von Westerfeld-Familien. Auf einer verkürzten Ahnentafel, die am Haus angebracht ist, kann man es noch nachlesen:

  • Johann Philipp Westerfeld: 1682 – 1751
  • Heinrich Kaspar Westerfeld: 1721 – 1769
  • Johann Jakob Westerfeld: 1751 – 1812
  • Johann Hektor Westerfeld: 1770 – 1847
  • Johann Jakob Westerfeld: 1796 – 1857
  • Hektor Westerfeld: 1829 – 1899
  • Johann Jakob Westerfeld: 1862 – 1936
  • Philipp Jakob Westerfeld: 1892 – 1988

Vermutlich gab es mehrere wichtige Gründe, warum an dieser Stelle eine Schmiede erforderlich war:

Wartung von Rüstung und Waffen

Bereits seit dem 13. Jahrhundert gab es Hinweise auf eine Burganlage. Ab 1345 durften auch Soldaten aus Frankfurt – von der Burg als Dienstsitz aus – ihren Dienst verrichten. Ihre Waffen mussten repariert und geschliffen werden. Ebenso verlangten ihre Rüstungen nach Instandhaltung.

Wartung von Fuhrwerken und Reisegefährten

Kaufmannszüge von und nach Frankfurt machten in Bonames Halt. Oft übernachteten die Kaufleute dort und ließen ihre Fuhrwerke reparieren. Egal ob Einspänner oder Zweispänner, wer auf den ehemaligen römischen Fernstraßen unterwegs war, brauchte immer wieder mal kleinere Reparaturen.

Wartung für Bauern, Mühlenbesitzer und andere Handwerker

Auch die Bauern, die damals auf den umliegenden Feldern ihr Getreide (vorwiegend Gerste) anbauten, brauchten jemanden, der ihre Geräte instand hielt. Die Eigentümer der etwa fünf Mühlen, die es in der Region gab, brauchten auch jemanden, der ihre Mechaniken und Mühlräder wartete und instand setzte. Auch die Webstühle der Wollweber erforderten gelegentlich eine Reparatur.

Die Konkurrenz war „weit“ weg

Die nächste verfügbare Schmiede wäre erst wieder in Niederursel zu finden gewesen. Sie wurde dort vermutlich um 1880 errichtet. Der erste Schmiedemeister war der 1801 geborenen Johann Heß und das Schmiedehandwerk wurde ebenfalls von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Gebäude werden nun grundlegend renoviert

Es wird keinen überraschen, zu erfahren, dass das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz steht. Bauliche Änderungen müssen daher von der zuständigen Behörde genehmigt werden. Das charakteristische Erscheinungsbild der Gebäude ist zu erhalten, auch wenn aktuell eine Weiterentwicklung der Räume zu einem zeitgemäßen Wohnort erfolgt.

Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Die energetische Eigenschaft der wärmeübertragenden Hülle wird schrittweise verbessert.
  • Sämtliche historischen Fenster werden erhalten aber zu Kastenfenstern umgebaut, um die Wärmedämmung zu verbessern.
  • Durch Tiefenbohrungen wird Erdwärme für die Gebäude erschlossen (Heizung- und Warmwasser).
  • Strom wird zukünftig über eine Photovoltaik-Anlage erzeugt.
  • Die bestehenden Scheunen werden durch Einbau von Geschossdecken und Öffnungen in den Fassaden zu Wohnungen umgebaut.
  • Die Freiflächen werden – wo möglich – entsiegelt und bepflanzt.

Auf das Ergebnis können wir gespannt sein

Bonames hat noch viel original erhaltene historische Bausubstanz. Ein guter Teil davon ist in Fachwerkbauweise errichtet worden. Wer sich damit näher beschäftigen möchte: Der Bonameser Heimat und Geschichtsverein bietet Stadtführungen im historischen Ortskern an und in seinem Museum finden sich noch eine Reihe von historischen Aufnahmen und Gemälden.


Weiterführende Links

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„Tür auf für Bildung!“ – Kalbach-Riedberg feiert Erntezeit mit buntem Aktionstag

Bildungskommune Frankfurt - Gemeinschaft Symbolbild

Am Sonntag, den 5. Oktober 2025, verwandelt sich Kalbach-Riedberg in einen lebendigen Begegnungsort: Unter dem Motto „Erkunden. Spielen. Bauen. Wir machen Bildung zugänglich“ laden die Stadtteil-Labore zu einem facettenreichen Programm für Groß und Klein ein. Ob kulinarische Entdeckungen, kreative Workshops oder gemeinsames Feiern – dieser Tag verspricht Bildung zum Anfassen und Mitmachen!

Programm-Highlights: Von Suppe bis Mitbring-Buffet

🎨 Kreativität & Gemeinschaft

Ab 14 Uhr steigt das Familienfest beim Billabong Familienzentrum (Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b):

– 🍲 Mitbring-Buffet: Teilen Sie kulinarische Schätze Ihrer Kultur!

– ✂️ Bastelworkshops: Laternen, Herbstdekoration und mehr für Kinder

– 🎪 Spiel & Spaß: Kinderanimation sorgt für strahlende Gesichter

 

🍲 Saisonal genießen

Ab 10 Uhr kocht Barbara Albert von »riedberg.grüne.beete« in der Küche der Evangelischen Riedberggemeinde (Riedbergallee 61) eine duftende „vegetarische Suppe“ – ab 12 Uhr wird gemeinsam gelöffelt!

Brücken schlagen: Glaube & Gemeinwohl

⛪ Ökumenischer Gottesdienst um 11 Uhr

Die evangelische und die katholische Gemeinde feiern gemeinsam. Mitgebrachte Lebensmittel zieren nicht nur den Altar, sondern gehen anschließend an die Frankfurter Tafel – ein Symbol der Solidarität.

Warum mitmachen?

– 🌍 Vielfalt erleben: Begegnungen über kulturelle Grenzen hinweg

– 🧠 Bildung neu denken: Praxisnahe Angebote statt trockener Theorie

– 👨👩👧👦 Familienzeit: Qualitätszeit mit Spiel, Spaß und gemeinsamen Erlebnissen

Jeder kann gestalten!

Die Bildungskommune Frankfurt sucht noch Mitstreiter:

🔹Präsentieren Sie Ihr Bildungsangebot unter dem Aktionstage-Motto

🔹Bringen Sie Ideen für neue Formate ein

🔹Engagieren Sie sich bei Gemeinschaftsaktionen

„Bildung ist Teamwork – mit Ihnen!“ – unter diesem Leitgedanken können Interessierte noch bis zum Aktionstag ihren Beitrag anmelden. Einfach den Umfragebogen ausfüllen oder eine Mail an stadtteillabore.amt40@stadt-frankfurt.de senden.


Wann? 5. Oktober 2025, ab 10 Uhr
Wo? Evangelische Riedberggemeinde & Billabong Familienzentrum
Für wen? Alle Frankfurter – besonders Familien!

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EZB-Chefin Lagarde verärgert über Frankfurts Schulpolitik

Europäische Schule

Bei der Eröffnung neuer Unterrichtscontainer für die Europäische Schule Frankfurt (ESF) am Praunheimer Weg in Niederursel entlud sich die Wut von EZB-Präsidentin Christine Lagarde über die anhaltende Provisorien-Politik der Stadt. „Es ist beschämend, dass wir immer noch Container eröffnen müssen“, erklärte sie vor Eltern und Medienvertretern.

Platznot und wachsende Schülerzahlen

Die ESF, ursprünglich für 900 Kinder konzipiert, platzt mit aktuell 1.650 Schülern aus allen Nähten. Bis 2032 wird ein Anstieg auf 2.244 Schüler erwartet. Die beiden neuen Containergebäude – finanziert von der EZB mit 6,9 Millionen Euro – bieten nur kurzfristige Entlastung. George Betts, Geschäftsführer der Euro-Kids gGmbH, warnt: „Ohne dauerhafte Lösung droht 2028 ein Aufnahmestopp.“

Standort-Debatte: Festplatz oder andere Alternativen

Seit Jahren ringt die Stadt um einen neuen Standort. Der Festplatz am Ratswegkreisel gilt als Favorit, stößt aber auf Widerstand von Anwohnern und Schaustellern. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) kündigte an, in drei Wochen mit der EZB über 20 geprüfte Alternativen zu beraten. Der Offenbacher Vorschlag einer Ansiedlung am Kaiserlei wurde von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) jedoch als „zu klein“ abgelehnt.

Bereits 2019 erklärte Günter Murr, Sprecher von Stadtrat Jan Schneider (CDU): „Mehrere mögliche Standorte für die Schule würden derzeit gleichberechtigt geprüft.“ Damals wurden bereits 900 Schüler an der ESF unterrichtet, und dabei war die Schule anerkannter Maßen schon am Limit. Aus dem Prüfen ist die Stadt seitdem nicht mehr rausgekommen. Die Chance im Mertonviertel nach dem Abriss des Lurgi-Gebäudes und eines Rechenzentrums der Telekom das Gelände für die ESF zu nutzen, wurde nicht ergriffen.

Wenn den Verantwortlichen bei der EZB der Geduldsfaden platzt, kann es womöglich das Ende für bestehende und zukünftige EU-Behörden in Frankfurt bedeuten. Der Wegzug der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) nach München sollte Frankfurt eine Warnung sein.

Politische Schelte und Imageschaden

Die FDP-Stadtverordnete Isabel Schnitzler spricht von einem „enormen Imageschaden für Frankfurt“. Sie wirft Frau Weber „Verschleppung“ vor und fordert OB Mike Josef (SPD) auf, das Thema zur Chefsache zu machen. Andreas Beckmann, Generalsekretär der Europäischen Schulen, kritisiert: „Wir erleben Container-Eröffnungen statt langfristiger Schul-Visionen.“

Druck von der Europäischen Union

Direktor Christian Linder, als Vertreter der Europäischen Union, betont die strategische Bedeutung: „Diese Schule ist essenziell, um Frankfurt als Finanzstandort attraktiv zu halten.“ Lagarde pocht auf schnelle Entscheidungen – insbesondere zur Nutzung des benachbarten Ackers, der Teil des geplanten „Stadtteils der Quartiere“ ist.

Ausblick: Entscheidung bis Jahresende?

Frau Weber versprach eine Lösung bis Ende 2025: „Wir sind uns unserer Versprechen bewusst.“ Bis dahin bleibt die ESF ein Symbol für Frankfurts Balanceakt zwischen Bildungsauftrag, Stadtentwicklung und kulturellem Erbe. Für die Eltern bleibt die Frage: Wann wird aus dem Provisorium endlich ein Zuhause?


Verwandte Links

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Kultur in der Aula: Fischer & Rabe – Wenn Gegensätze zur magischen Melodie werden

Fischer und Rabe Live

Manchmal entsteht Großartiges ganz ungeplant. So auch bei Julia „Jules“ Fischer und Karin Rabhansl, die sich 2018 erstmals für ein gemeinsames Konzert auf der Bühne trafen. Was als spontane Finalnummer begann, entwickelte sich zum elektrisierenden Duo „Fischer&Rabe“ – eine Mischung aus samtigem Piano-Soul und rebellischem Mundart-Rock, die seitdem Kleinstadt-Pop neu definiert.

Vom Zufall zur Bühnen-Explosion

„Wenn Menschen Pläne schmieden – fangen die Engel im Himmel zu kichern an!“ Dieses Motto bewahrheitete sich, als die beiden Musikerinnen mit scheinbar unvereinbaren Stilen aufeinandertrafen. Fischer, bekannt für ihre gefühlvollen Balladen, und Rabhansl, die mit niederbayerischer Wortakrobatik provoziert, schufen durch ihre Chemie etwas völlig Neues. „Es hat einfach »gefunkt« – wie Stromschläge zwischen Gitarre und Klavier“, verrät Rabhansl in einem Facebook-Post.

Mehr als nur Musik: Ein Erlebnis

Mit 2 Stimmen, 3 Zungen (Englisch, Hochdeutsch, Dialekt) und Instrumenten, die von zarten Tönen bis zu rockigen Riffs alles bieten, wird jeder Auftritt zum Überraschungspaket. Ihr aktuelles Programm „Schuppen poliert, Gefieder geputzt!“ zeigt dies deutlich:

  • Soulige Coverversionen mit Twist
  • Grantige Blues-Nummern über Großstadthektik
  • Dunkel-poetische Waldgeschichten aus der Heimat
  • Eigenkompositionen, die Ohrwürmer garantieren

Warum man dabei sein sollte

„Wir spielen nicht nur Musik – wir erzählen Geschichten zum Mitschnurren“, erklärt Frau Fischer. Tatsächlich bestätigen Konzertmitschnitte auf fischerundrabe.de: Hier entsteht eine unverwechselbare Mischung aus Humor, Tiefgang und purem Lebensgefühl.

 

Fischer & Rabe als Abenteurer in einer Höhle

Fischer & Rabe, © Bilderbube

Wo und wann?

Kultur in der Aula lädt am 26.09.2025 um 20:00 Uhr zum mitreißenden Abend.
In die Aula der Grundschule Riedberg (Zur Kalbacher Höhe 15, 60438 FFM)

Tickets

Vorverkauf 12 € (ermäßigt 10 €)
Abendkasse 14 € (ermäßigt 12 €)
Vorverkauf und Infos per eMail: info@josua-gemeinde.net

Dank freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt.


Tipp
Wer das Duo vorab erleben möchte, findet auf ihrer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/FischerundRabe/ aktuelle Live-Mitschnitte und Tour-Updates. Für Blues- und Rock-Fans gilt: Dieses Konzert steht bereits jetzt als Highlight der Saison fest!

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Was tun, wenn man sich in am Riedberg ausgesperrt hat – Schritt für Schritt erklärt

SOS Schlüsseldienst Werkstattwagen

Ruhe bewahren und strukturiert vorgehen

Wer kennt es nicht? Nur kurz den Müll hinausgebracht oder die Post geholt – und im nächsten Moment fällt die Tür ins Schloss. Der Schlüssel liegt unerreichbar in der Wohnung, die Panik steigt. In dieser Situation ist es entscheidend, ruhig zu bleiben und systematisch vorzugehen. Mit einem klaren Plan lassen sich unnötige Kosten und Ärger vermeiden, und schon bald ist der Weg zurück in die eigenen vier Wände wieder frei. Soufian Seffar zeigt Ihnen nun im 2. Teil unserer Serie, wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie sich ausgesperrt haben.

Schritt 1: Sicherheit geht vor

Bevor Sie über die Türöffnung nachdenken, gilt es, mögliche Gefahren auszuschließen. Befindet sich ein Kleinkind oder eine hilfsbedürftige Person allein in der Wohnung, brennt der Herd oder droht eine andere akute Gefahr, ist der Notruf die erste Anlaufstelle. Wählen Sie in solchen Fällen die Notrufnummer 112 und ziehen Sie Rettungskräfte hinzu. Auch wenn Sie unter Druck gesetzt oder bedroht werden, zögern Sie nicht, die Polizei unter der Notrufnummer 110 einzuschalten.
Was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, sind riskante Eigenversuche wie das Erklettern eines Balkons oder gewaltsames Aufhebeln der Tür. Diese Methoden führen häufig zu Verletzungen oder teuren Schäden.

Schritt 2: Eigene Möglichkeiten prüfen

Nicht immer muss sofort ein Schlüsseldienst gerufen werden. Überlegen Sie, ob ein Ersatzschlüssel bei einer Vertrauensperson hinterlegt ist – bei Nachbarn, Freunden, Familie, dem Hausmeister oder der Hausverwaltung. In vielen Fällen lässt sich das Problem dadurch schnell lösen. Vielleicht ist auch noch ein gut erreichbares Fenster oder eine Balkontür geöffnet, die sich mit der Leiter eines Nachbarn erreichen lässt. Allerdings sollten Sie sich dabei keinesfalls selbst in Gefahr bringen.

Schritt 3: Einen seriösen Schlüsseldienst auswählen

Wenn ein Dienstleister nötig wird, ist die Auswahl entscheidend. Achten Sie auf einen Anbieter mit lokaler Adresse und vollständigem Impressum, damit Sie nicht an überregionale Callcenter geraten. Fragen Sie unbedingt nach einem verbindlichen Festpreis für eine zugefallene, nicht abgeschlossene Tür. Dieser Preis sollte sämtliche Kosten enthalten – inklusive Anfahrt sowie Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagseinsätze. Misstrauen ist geboten, wenn mit unrealistischen Lockpreisen von wenigen Euro geworben wird oder die Anfahrtszeit unrealistisch kurz angegeben wird. Seriöse Anbieter arbeiten bevorzugt mit zerstörungsfreien Methoden wie Perkussionsöffnung1 oder Lockpicking2 und greifen nur im Ausnahmefall zum Bohrer.

Schritt 4: Am Telefon die richtigen Fragen stellen

Noch bevor der Monteur sich auf den Weg macht, sollten alle Eckdaten geklärt sein. Fragen Sie konkret nach dem Endpreis, nach möglichen Zuschlägen und nach der geplanten Öffnungsmethode. Auch eine klare Aussage zu den Kosten im Falle eines Zylinderwechsels ist wichtig. Notieren Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners, die Uhrzeit und die gemachten Zusagen. Auf diese Weise haben Sie später eine sichere Grundlage, falls es Unstimmigkeiten geben sollte.

Schritt 5: Kontrolle vor Ort behalten

Wenn der Monteur eintrifft, lassen Sie sich den vereinbarten Preis noch einmal bestätigen. Achten Sie darauf, dass zunächst zerstörungsfreie Methoden ausprobiert werden. Ein Bohren des Schlosses darf nur erfolgen, wenn es technisch wirklich notwendig ist, etwa bei einem Defekt oder einem speziellen Sicherheitszylinder. Wichtig ist auch, dass Ihnen keine unnötigen Zusatzleistungen aufgeschwatzt werden. Ein Zylinderwechsel sollte nur dann erfolgen, wenn der Schlüssel verloren wurde oder das Schloss tatsächlich defekt ist. Bitten Sie in diesem Fall darum, dass Ihnen die ausgebauten Teile ausgehändigt werden.

Schritt 6: Auf die Rechnung achten

Nach erledigter Arbeit sollte eine vollständige Rechnung ausgestellt werden. Diese muss die Firmendaten, die Steuernummer, Datum und Uhrzeit des Einsatzes sowie eine genaue Leistungsbeschreibung enthalten. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Positionen transparent aufgelistet sind und der vereinbarte Endpreis nicht überschritten wird. Zahlen Sie nur gegen Rechnung oder Quittung, und notieren Sie gegebenenfalls „unter Vorbehalt“ auf dem Beleg, wenn Sie sich zu einer Zahlung gedrängt fühlen. So haben Sie später bessere Chancen, überhöhte Forderungen anzufechten.

Schritt 7: Wenn etwas schiefgeht

Sollten trotz aller Vorsicht überzogene Beträge verlangt werden oder ein Dienstleister Sie unter Druck setzen, bewahren Sie Ruhe. Weisen Sie auf die getroffenen Vereinbarungen hin und verweigern Sie Zusatzforderungen, die nicht abgesprochen waren. Im Falle von Drohungen oder Nötigung ist die Polizei die richtige Anlaufstelle. Auch nachträglich können Sie noch gegen unrechtmäßige Forderungen vorgehen, indem Sie die Verbraucherzentrale oder einen Anwalt einschalten. Haben Sie per Girocard (die frühere EC-Karte) gezahlt, prüfen Sie mit Ihrer Bank die Möglichkeit einer Rückbuchung.

SOS Schlüsseldienst Verkaufsraum

© SOS Schlüsseldienst

Vorbeugen ist besser als Aussperren

Damit es gar nicht erst zu einer solchen Notsituation kommt, lohnt sich etwas Vorsorge. Hinterlegen Sie einen Ersatzschlüssel bei einer Person Ihres Vertrauens. Entwickeln Sie eine feste Routine, damit Sie Ihre Schlüssel beim Verlassen der Wohnung stets bei sich haben.

Mit kühlem Kopf und klarer Strategie

Ein versehentliches Aussperren ist zwar ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wer die beschriebenen Schritte beachtet, findet schnell wieder zurück in die Wohnung und behält gleichzeitig die Kosten im Griff. Entscheidend ist, seriöse Schlüsseldienste von unseriösen Anbietern zu unterscheiden und immer auf transparente Preise zu bestehen. So bleibt der Schreckmoment kurz und die Erfahrung ohne böse Überraschungen.


  1. Die „Perkussion Öffnung“ ist eine von mehreren Techniken, die ein Schlüsseldienst beim Öffnen von Stiftschlössern anwendet. Bei dieser Methode wird das Schloss kurzzeitig einer Vibration durch „Klopfen“ oder „Impulse“ ausgesetzt. Dies versetzt die einzelnen Schließstifte in eine kurze Schwebe, was ein kurzes Zeitfenster schafft, um den Schließzylinder zu drehen und das Schloss zu öffnen.
  2. Unter Lockpicking, Nachschließen oder Schlossknacken, umgangssprachlich Picking, versteht man die Aufsperrtechnik zum Öffnen von Schließzylindern (Schlössern), ohne einen dafür passenden Schlüssel zu benutzen und ohne das Schloss zu beschädigen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Lockpicking)


Kontaktdaten
SOS-Schlüsseldienst
Soufian Seffar
Am Brunnengarten 4
60437 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69 780 50987

eMail: info@sos-schluesseldienst.de
Web: sos-schlüsseldienst-frankfurt.de

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Magistrat stimmt für Dreifeld-Halle und Außensportanlage

Planung Sportplatz 2

Sport-Großbauprojekt am Riedberg

Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat dem Raumprogramm für eine Dreifeld-Sporthalle mit integriertem Funktionsgebäude für die Außensportanlage am Riedberg zugestimmt. Damit ist die Stadt dem Bau der langersehnten Sportanlage ein großes Stück nähergekommen.

Das Grundstück befindet sich direkt gegenüber der bisher einzigen Sportanlage im Stadtteil. Der Riedberg ist bereits heute über die prognostizierte Einwohnerzahl von 16.000 auf 18.300 Einwohner gewachsen und entwickelt sich stetig weiter. „Für die ortsansässigen Sportvereine und die angrenzenden Schulen ist es dringend notwendig, dass wir die Sportinfrastruktur vor Ort ausbauen. Wir haben heute einen Meilenstein für ein zukunftsfähiges Großbauprojekt im Sport beschlossen, und darüber freue ich mich sehr“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef.

Die Sporthalle soll auf dem Grundstück entlang des Valentin-Schmetzer-Wegs errichtet werden. Im Norden wird sich im Zuge der weiteren Bebauung die Außensportanlage mit 400-Meter-Laufbahn und einem Kunstrasengroßspielfeld, einem Multifunktionsspielfeld, einem Kunstrasenkleinspielfeld und zwei Soccer Courts angliedern. Die Barrierefreiheit aller Räume wird dank eines Aufzugs gewährleistet sein. Der voraussichtliche Beginn der Bauarbeiten ist für 2026 vorgesehen.

Als nächster Schritt müssen die beschlossenen Planungsmittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro brutto noch vom Haupt- und Finanzausschuss bewilligt sowie freigegeben werden. Dann kann die Bau- und Finanzierungsvorlage erarbeitet und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme werden auf knapp 29 Millionen Euro brutto geschätzt.

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Sehen lernen ist Teamarbeit

Sehenlernen - Abbildung eines kunstvollen Auges

Internationales Forschungsteam untersucht das Sehen als Abstimmung vernetzter Neuronen.

Eine Studie von Forschenden des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und internationaler Partner zeigt, wie das Gehirn nach dem Augenöffnen lernt, visuelle Reize zuverlässig zu verarbeiten. Durch Erfahrung werden Eingangssignale präziser und stimmen sich zunehmend mit vernetzten Schaltkreisen ab. Ein Prozess, der eindeutige Seheindrücke erst ermöglicht. Diese Kenntnisse können Künstliche Intelligenz (KI) und Therapien verbessern.

Wie das Gehirn lernt, die Welt zu sehen, war lange ein Rätsel. Frühere Studien deuteten darauf hin, dass die neuronalen Antworten bei Augenöffnung noch unreif und unkoordiniert sind. Die neue Arbeit von Forschenden am Max-Planck-Florida-Institut für Neurowissenschaften (MPFI) in enger Zusammenarbeit mit dem FIAS zeigt ein anderes Bild: Visuelle Erfahrung schärft nicht nur die eingehenden Signale, sondern stimmt sie auch präzise mit den vernetzten Schaltkreisen ab. So entsteht aus anfänglich variablen Mustern eine stabile, zeitlich kohärente Abbildung der visuellen Welt.

Das Team in Jupiter, Florida verfolgt diese Abstimmung in Frettchen – ideal, weil diese ihre Augen erst Wochen nach der Geburt öffnen. So lässt sich gezielt beobachten, wie visuelle Erfahrung die Entwicklung neuronaler Schaltkreise beeinflusst. Mit einer einzigartigen Kombination aus verschiedenen modernen Methoden simultaner Elektrophysiologie, Kalzium-Imaging und Zell-Ableitungen – erfassen sie die Aktivität einzelner Neuronen und ganzer Netzwerke gleichzeitig.

Diese Kombination erlaubt es erstmals, die Aktivität einzelner Neuronen direkt mit den Aktivitätsmustern des Gehirns zu verknüpfen – ein Blick aus verschiedenen Winkeln auf die Entwicklung. Darauf basierend entwickelten Forschende aus der Gruppe von FIAS-Senior-Fellow Matthias Kaschube ein Computermodell, das die unterschiedlichen Beiträge der biologischen Prozesse entwirrt: Nur wenn sich im Laufe der Zeit sowohl die Präzision der Eingangssignale als auch ihre Abstimmung mit den vernetzten Netzwerken verbessern, entstehen eindeutige Seheindrücke. Diese methodische Breite – möglich durch die bewährte internationale Zusammenarbeit – erlaubt es, vom einzelnen Neuron bis zum Netzwerk und über verschiedene Schichten der Hirnrinde hinweg ein konsistentes Bild der Reifung zu zeichnen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Gehirn beim Sehenlernen nicht einfach nur vorhandene Strukturen verfeinert“, sagt FIAS-Doktorandin Sigrid Trägenap, die das Modell mit entwickelt, „sondern es passt seine internen Netzwerke aktiv an die Welt an, die es wahrnimmt“. Damit demonstriert es eine Anpassungsfähigkeit, die zu den größten Stärken unseres Denkorgans zählt und künstliche Intelligenz bislang in den Schatten stellt.

Die Forschenden vermuten, dass die Entwicklung dieses Zusammenspiels ein Grundprinzip des Gehirns ist – weit über das visuelle System hinaus. Dies könnte erklären, wie das Gehirn in unterschiedlichen Sinnesbereichen und kognitiven Funktionen präzise und flexibel arbeitet. Das eröffnet neben neuen Perspektiven für die Grundlagenforschung auch Chancen für Anwendungen in der KI, die vom Gehirn durchaus noch lernen kann. Zudem sind die Erkenntnisse nützlich in der medizinischen Therapie, beispielsweise bei der Rehabilitation von Gehirnausfällen nach Schlaganfällen.


Kontakt:
Sigrid Trägenap
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Tel.: +49 69 798 47501
eMail: traegenap@fias.uni-frankfurt.de
Web: https://www.fias.science/de/lebens-und-neurowissenschaften/gruppen/matthias-kaschube/


Das FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Hier entwickeln international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Theorien zu komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen in den Bereichen theoretische Naturwissenschaften, Computerwissenschaften und KI-Systeme sowie Lebens- und Neurowissenschaften. Über die Grenzen der Disziplinen hinweg erforschen sie mit Hilfe mathematischer Algorithmen und Simulationen die komplexen selbstorganisierenden Systeme der Natur. Das FIAS ist eine gemeinnützige Stiftung zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. (https://fias.institute/)

Die Stiftung Giersch fördert Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie medizinische Projekte unter dem Motto „die Zukunft fördern“. Der Frankfurter Unternehmer, Senator E.h. Prof. h.c. Carlo Giersch und seine Frau Karin Giersch knüpfen damit an die stolze bürgerliche Stiftertradition ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main und der Region an. Sie unterstützen die Forschung am FIAS seit vielen Jahren.


Publikation:
Augusto Abel Lempel, Sigrid Trägenap, Clara Tepohl, Matthias Kaschube und David Fitzpatrick. Development of coherent cortical responses reflects increased discriminability of feedforward inputs and their alignment with recurrent circuits. Neuron (2025). https://doi.org/10.1016/j.neuron.2025.08.014

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„Inklusion mit Humor und Tiefgang“: Wanderausstellung in St. Edith Stein lädt zum Perspektivwechsel ein

Phil Hubbe-Ausstellung

Wie begegnen wir Menschen mit Behinderungen? Die Wanderausstellung „Inklusion – Die Ausstellung“ des Bistums Limburg in der katholischen Kirche St. Edith Stein gibt überraschende Antworten – mit Karikaturen zum Schmunzeln und biblischen Impulsen zum Nachdenken.

Cartoons, die Brücken bauen

Im Mittelpunkt stehen 14 humorvolle Zeichnungen des Magdeburger Künstlers Phil Hubbe, der seit 1988 mit der Erkrankung »Multiple Sklerose« lebt. Seine Cartoons zeigen Alltagssituationen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung – mal augenzwinkernd, mal nachdenklich. „Gerade Betroffene loben die treffsichere Darstellung ohne falsche Rücksichtnahme“, erklärt ein Ausstellungssprecher. Hubbe, der für über 20 Zeitungen zeichnet, beweist: Über Barrieren kann man lachen – wenn man sie gemeinsam abbaut.

Bibelgeschichten neu entdeckt

Die Ausstellung verknüpft moderne Inklusionsfragen mit 2000 Jahre alten Texten:

Markus 10,51: Jesus fragt einen Blinden direkt: „Was willst du, dass ich dir tue?“

Lukas 14,21: Ein Hausherr lädt gezielt Menschen mit Behinderungen zum Festmahl ein

Psalm 139,14: „Ich bin wunderbar gemacht“ – ein Lobpreis auf die Einzigartigkeit jedes Menschen

„Diese Texte zeigen: Inklusion ist kein moderner Trend, sondern ur-christliches Programm“, betont Pfarrer Michael Bauer.

7 Praxis-Tipps für den Alltag

Die Schau übersetzt biblische Impulse in konkrete Handlungsanleitungen:

  1. Augenhöhe herstellen
    „Setzen Sie sich bei Rollstuhlfahrenden hin – wortwörtlich und im übertragenen Sinn.“
  2. Hilfe anbieten – nicht aufdrängen
    „Fragen Sie höflich, statt ungefragt zu handeln.“
  3. Natürlich kommunizieren
    „Sagen Sie ‚Auf Wiedersehen‘ auch zu blinden Menschen – sie hören es gerne.“
  4. Hilfsmittel respektieren
    „Ein Rollstuhl ist kein Möbelstück, sondern Teil der Persönlichkeit.“
  5. Bewusste Sprache
    „Sagen Sie ‚Mensch mit Behinderung‘ statt ‚Behinderter‘.“
  6. Barrierefrei grüßen
    „Stellen Sie sich beim Betreten eines Raums immer vor.“
  7. Neugier kanalisieren
    „Fragen Sie nicht nach der Behinderung – warten Sie, bis es thematisiert wird.“

Warum sich der Besuch lohnt

  • Interaktive Elemente laden zum Selbsttest ein: Wie würde ich in dieser Situation reagieren?
  • Karikaturen als Eisbrecher ermöglichen Gespräche über schwierige Themen
  • Konkrete Handlungsimpulse für Schulen, Vereine und Nachbarschaft
  • Multimediale Begleitung über die Website bistumlimburg.de
„Inklusion ist nicht bloß ein Zeitgeistphänomen, sondern von Anfang an ein zentrales Anliegen des Christentums.“ bzw. „Diese Ausstellung eröffnet neue Perspektiven“ […] „Man verlässt sie mit einem Lächeln auf den Lippen und frischen Gedanken im Gepäck.“
– Jan Quirmbach (Pastoralreferent)

Ausstellungsort
Katholische Kirche St. Edith Stein
Zur Kalbacher Höhe 56
60438 Frankfurt (Kalbach-Riedberg)

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Das NOVA-Prinzip der Netzwerktechniker

Umspannwerk Frankfurt-Nord

Nein, dabei handelt es sich nicht um eine Supernova wie wir sie aus der Astronomie kennen. Sondern es ist eine Abkürzung für Netz-Optimierung vor Ausbau der Netzdienste Rhein-Main. Dabei hat die Verstärkung bestehender Netze Vorrang vor dem Ausbau neuer Leitungen.

Wozu neue Leitungen?

Die Integration von erneuerbaren Energien (Wind- und Sonnenkraft) mit ihrer dezentralen Erzeugung erfordert andere Techniken, damit unsere Stromnetze damit fertig werden. Hessen will bis 2037 die Windkapazität auf 5 GW (bisher 2,5 GW) und die Photovoltaik auf 12 GW (bisher 4 GW) erhöhen.

Derzeit arbeiten in Frankfurt schon 70 Rechenzentren, wobei ihre Größe von Jahr zu Jahr zunimmt. Weitere 40 Rechenzentren sind im Planungs- und Genehmigungsprozess. Der Flughafen als größter Stromkunde wurde von ihnen schon lange (ca. 2019) von Platz 1 verdrängt.

Die Leistungen der Netze müssen auf 4.000 Ampere erhöht werden, wenn Heizung und Kühlung von Gas, Kohle und Erdöl auf Strom umgestellt werden (Wärmewende). Dazu noch der Anstieg der Elektromobilität. Allein Frankfurt benötigt einen Kapazitätsausbau mit einer Anschlussleistung in der Größenordnung von zwei Städten wie Hannover (500 Megawatt).

Dieses Energie- und Netzwerk-Thema soll eine kleine Gruppe von Unternehmen stemmen:

  • Regionale Energieversorger, wie zum Beispiel die Mainova, die Süwag, …
  • Die Netzdienste Rhein-Main, Avacon Netz, …
  • Überregionale Übertragungsnetzbetreiber wie TenneT, Amprion, TransnetBW, 50Hertz, die den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau der Hochspannungsleitungen verantworten und so den stabilen Transport von Strom über die „Stromautobahnen“ Deutschlands sicherstellen sollen.

Als Hochtechnologieland will Deutschland im internationalen Wettbewerb mitschwimmen, hat aber seine Hausaufgaben (der kritische Strom-Infrastrukturausbau) noch nicht geschafft.

Die Wichtigkeit des Stromnetzes

Stromnetze, Straßennetze und Blutkreisläufe haben eines gemeinsam: Von dicken Adern, die den Langstreckentransport bewältigen (380.000 Volt) über Regionalbereichs-Adern (220.000 Volt) die den Transport in die Regionen bewältigen, bis hin zu Nahbereichsverteilern (110.000 Volt) fließt der Strom in die Städte und Dörfer. Dort wird er dann weiter verteilt über kleine regionale Umspannwerke, bis er mit 220 Volt in den Haushalten landet. Mini-Transformatoren wandeln ihn dann noch mal um, bis er mit wenigen Volt in Elektroendgeräten zum Beispiel in Smartphones eingespeist wird.

Darüber hinaus gibt es Schnittstellen zwischen den vier überregionalen Übertragungsnetzbetreibern. Gerade dort, wo ihre Netzabdeckungsgebiete aneinander grenzen. Über Schnittstelle ins benachbarte „Ausland“ wird dann noch der europäische Energieaustausch gesteuert.

Phasenschiebertransformator

Phasenschiebertransformator

Was macht ein Phasenschiebertransformator

Die Energieerzeugung in Deutschland hat sich radikal verändert. Von großen Erzeugungsstandorten hin zu ganz viele kleinen Erzeugungsstandorten. Viel Wind aus dem Norden erzeugt hohe Stromleistungen die von Nord nach Süd zu den Abnehmern transportiert werden müssen. Und im Herzen Deutschlands, zwischen Nord und Süd, liegt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet. Schlechtes Wetter im Norden und gutes Wetter im Süden bedeuten eine Umkehr der Energieströme.

Der Strom ist ein Faulenzer, er geht den bequemsten Weg, der sich ihm bietet. Wenn gut ausgebaute Stromstraßen in Frankfurt vorhanden sind, wird der Strom den Weg durch Frankfurt nutzen. Obwohl der Strom, ja noch viel weiter nach Süden muss und in Frankfurt gar nichts zu tun hat. Das stresst und verschleißt die Stromstraßen in Frankfurt. Da gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, zu sagen: nein, mein lieber Strom, du darfst aber nicht hier durch Frankfurt gehen.

Die Energieverantwortlichen ließen daher einen Phasenschiebertransformator entwickeln und machen es dem Strom unbequemer, durch Frankfurt zu fließen. Das heißt, der Strom fließt nun um Frankfurt herum. Das ist eine extrem intelligente Lösung, die es so erstmals in dieser Spannungskonstellation in Deutschland und nur hier an diesem Standort gibt. So kann das Frankfurter Stromnetz ungestört für die Kunden genutzt und ausgebaut werden.

Die Energiewende in Frankfurt

Frankfurt mit derzeit etwa 780.000 Einwohnern und täglich etwa 300.000 Einpendlern.

Heizung (im Winter) in Frankfurt:

  • 58 % nutzen Erdgas
  • 15 % nutzen Erdöl
  • 27 % nutzen Fernwärme, Strom, Erdwärme und andere Quellen

Früher wurde der höchste Stromverbrauch an den Weihnachtsfeiertagen gemessen, wenn die Christbäume brannten, der Braten in der Röhre schmorte und die Wohnungen geheizt wurden.

Inzwischen haben wir den höchsten Stromverbrauch im Juni/Juli/August, wenn die Sonne die Temperaturen auf über 40 Grad hochpeitscht und Wohnungen, Bürotürme, Lebensmittel-Lagerhallen, Rechenzentren und andere Gebäude gekühlt werden müssen (neue Jahreshöchstlast: 850 Megawatt).

Geschäftsleiter und Mitarbeiter vor Phasenschiebertransformator

Geschäftsleiter und Mitarbeiter vor Phasenschiebertransformator

Geplante Weiterentwicklung

Im Umspannwerk Frankfurt Nord mit 220 KV/110 KV läuft der Umbauprozess schon seit Ende 2021. Die Mainova erneuert das Umspannwerk in vier Bauabschnitten. Um den laufenden Betrieb nicht zu beeinträchtigen, kann das Werk nicht einfach abgerissen und neu errichtet werden. Daher erfolgt die Modernisierung in Abschnitten. Derzeit wird der letzte Bauabschnitt umgesetzt. Das Herzstück dieser Anlage sind die neuen Phasenschiebertransformatoren. Davon stehen schon drei neue Geräte auf diesem Gelände.

Bis 2040 sollen rund 400 Kilometer Leitungen erneuert oder ersetzt werden und zusätzlich insgesamt 30 Umspannwerke im hessischen Raum entweder komplett erneuert oder komplett neu gebaut werden.


Weiterführender Link
https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungstransformator

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