Alle Artikel von Andreas Woitun

Infotafeln zur Römischen Straße am Riedberg

Dokumentations-Stele auf der Römischen Straße

Im Dezember 2022 wurde die Römische Straße am Riedberg nach 7 Jahren Planung und Bauzeit endlich eingeweiht. Damit war sie offiziell fertig gestellt worden. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Auf der Straße waren 6 Stelen errichtet worden, die mit einem passenden Informationstext versehen werden wollten um auf die historische Bedeutung der Römischen Straßen und damit auch auf diesen Teilabschnitt hinzuweisen.

Im März dieses Jahres berichtete die Frankfurter Neue Presse aus der Sitzung des Ortsbeirates, dass nur 3 Infotafeln auf den Stelen angebracht werden sollen. „Diese ließen sich aufgrund der fachlichen Expertise sowie der inhaltlichen und grafischen Unterstützung durch das Archäologische Museum sowie Finanzierung durch das Grünflächenamt zeitnah umsetzen.“ „Die Kosten für die drei Tafeln schätzt das Kulturamt der Stadt auf einen niedrigen bis mittleren vierstelligen Betrag.“

MainRiedberg hat sich von Herrn Harry Haarstark M.A. einem Frankfurter Fachmann für Römische Straßen alternative Entwürfe für die 6 Stelen zur Verfügung stellen lassen und möchte Ihnen diesen Schatz hier weitergeben.

Bei Interesse an einem Fachvortrag – zum Beispiel für Schulen oder Vereine – kann ein entsprechender Kontakt zu dem Experten hergestellt werden.

Tafel 1

Römische Straße am Riedberg

Neben dem „Riedberg Campus“ der J.W. Goethe-Universität ist noch die „Steinstraße“ als Feldweg erhalten. Das beschreibt schon etwas Außergewöhnliches: Diese Straße war – wie alle römischen Straßen – komplett aus Steinen gebaut.

Die Straße war hier etwa 10 Meter breit. Bei Ausgrabungen fand sich ein römisches Skelett mit einer Bronzemünze aus dem 2. Jahrhundert. Die Römische Straße zieht sich durch den jungen Stadtteil Riedberg wie ein grünes Band. Als langgestreckter Park wird die historische Straße nun auch im modernen Stadtbild dauerhaft sichtbar bleiben.

Von der Römischen Straße hat man einen schönen Ausblick nach Frankfurt mit den typischen Hochhäusern, der Frankfurter Skyline. In der anderen Richtung schaut man auf die „Höhe“, die erst seit einiger Zeit „Taunus“ heißt. Sehr gut ist der Einschnitt im Taunuskamm, der sogenannte Saalburg-Sattel, zu erkennen.

Die Tafeln am Wegesrand geben weitere Informationen und Hinweise zum historischen Verlauf der Römischen Straße

Stelen entlang der Römischen Straße auf dem Riedberg

Tafel 2

Die Römerstadt NIDA

Die Römerstadt Nida heute zwischen Praunheim und Heddernheim war Hauptstadt und Verwaltungssitz der CIVITAS TAUNENSIUM. Diese Provinz umfasste die ganze Wetterau, von Hofheim im Taunus bis zum Rand des Vogelsbergs, im Süden war der Main die Grenze.

Wie in allen römischen Städten gab es hier einen Marktplatz (Forum), Tempel für die Götter, ein Theater und große öffentliche Badeanlagen.

Die Römerstadt lag auf einem Höhenrücken zwischen Urselbach und Steinbach, in der Gemarkung des heutigen Stadtteils Heddernheim, heute im Bereich des Nordwestzentrums, wo der blaue hohe Schornstein des Müllheizkraftwerks Frankfurt steht.

Als unsere Gegend von den Römern erobert wurde, gab es hier Kastelle für die Soldaten, die später an die Grenze, den Limes, verlegt wurden. Die Römische Straße verlief vom Nordtor von NIDA schnurgerade bis zum Limes. Das Tor der Stadtmauer befand sich in Höhe der heutigen Feuerwache, direkt neben dem Nordwest-Zentrum.

Hier gabelten sich drei wichtige Straßen: Nach Nordwest die Straße zum Feldberg, nach Nordost nach Friedberg und zum Vogelsberg und geradeaus ging es zur Saalburg – deshalb nennt man diese römische Straße auch die „Saalburgstraße“.

Römisches Dorf

Tafel 3

Römerstraßen – Planung & Bau

Römische Straßen wurden möglichst gradlinig, auch unter Missachtung des Geländes angelegt. Es wurde immer versucht, die Endpunkte auf kürzestem Weg miteinander zu verbinden.

Überall im römischen Reich waren diese Straßen einheitlich konstruiert. Wie die heutigen Autobahnen nahmen sie den Fernverkehr auf.

Nachdem die Ingenieure die Trasse vermessen hatten, wurde der Untergrund ausgehoben und zunächst grobe Steine verlegt, die noch zusätzlich mit Mörtel befestigt wurden.

Der Aufbau der Straßen erfolgte durch die Aufschüttung einzelner Schichten, der sich durch die regionale Verfügbarkeit bestimmter Baustoffe unterschied.

In unserer Gegend waren sie meist mit Bockenheimer Basalt oder Quarzit aus dem Taunus geschottert.

Links und rechts verliefen Gräben, die das Regenwasser der gewölbten zweispurigen Straße aufnehmen konnten.

Obwohl die meisten Römerstraßen in erster Linie für das Militär angelegt wurden, nutzten Kaufleute und Händler, aber auch die Bürger gerne die Römerstraßen für ihre Reisen, denn hier war man sicher und konnte die Entfernung zum nächsten Ort an Meilensteinen ablesen.

Eselsweg-Pflasterung am Heiligenstock

Eselsweg-Pflasterung am Heiligenstock

Tafel 4

Die Römerstraße zur Saalburg

Die Römerstraße von NIDA zu Saalburg ist ein Bodendenkmal, das heutzutage vom hessischen Denkmalschutzgesetz als historisches Bodendenkmal nicht überbaut werden darf.

Schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen, verläuft sie über eine Entfernung von 10 km im Gelände. Neben dem „Riedberg Campus“ der J.W. Goethe-Universität ist noch die „Steinstraße“ als alter Feldweg erhalten – ein Teilstück der Römerstraße das immer noch für Spaziergänge genutzt wird.

Der Name „Kreuzerhohl“ erinnert noch an den Hohlweg zur alten Crutzenkirche, die man an einem Steinkreuz für den heiligen Bonifatius hier gebaut hatte. Nach der Legende war hier eine Raststation der Überführung der toten Bonifatius von Mainz nach Fulda.

Nördlich der Autobahn A 5 ist die Römerstraße heute weitestgehend verschwunden und manchmal nur noch in Bewuchsspuren in den Feldern und Freiflächen zu erkennen. Ein Feldweg in Oberursel an einer Kleingartenanlage ist noch mit „Die alte Römerstraße“ bezeichnet, dann sieht man sie erst wieder kurz vor der Saalburg.

Aufbau römische Straße

Tafel 5

Römerstraßen um Frankfurt

Die ganze Wetterau, die römische CIVITAS TAUNENSIUM, war mit einem Netz von stabil gepflasterten Straßen überzogen. Das waren die ersten Straßen, die planmäßig gebaut und einheitlich konstruiert wurden.

Dieses Provinzgebiet erstreckte sich von Hofheim im Taunus im Westen bis zum Rand des Vogelsbergs, im Süden war der Main die Grenze zur nächsten Provinz.

Obwohl die meisten Römerstraßen in erster Linie für das Militär angelegt wurden, verhalfen sie den Römern zu bequemen und schnellen Reisen. Ausgangspunkt vieler Römerstraßen war der Hauptort NIDA. Durch die verkehrsgünstige Lage war man schnell in den anderen Siedlungen und auch am Limes, der römischen Grenze nach Germanien.

Die Römerstraßen waren so stabil gebaut, dass sie an vielen Stellen heute noch erhalten sind – die Autobahn A 66 nach Hofheim (Elisabethenstraße) liegt heute noch über der alten römischen Straße.

In Mainz-Kastel gab es eine Brücke über den Rhein. Von dort aus konnte man die Römerstadt MOGUNTIACUM (Mainz) erreichen. Diese war damals Hauptstadt und Verwaltungssitz der römischen Provinz Obergermanien – aber auch ein wichtiger Standort der Militär-Legionen am Rhein.

Straßen und Fernwege in römischer Zeit

Tafel 6

Das Ziel: Die Saalburg am Limes

Das Kastell Saalburg am Taunuskamm überwachte den Limes – bergauf ging es auf den Sattel zwischen dem Höhenzug.

Dort kontrollierten Soldaten den Übergang an der Grenze des römischen Reiches ins freie Germanien, der MAGNA GERMANIA.

Das Steinkastell der Saalburg war direkt nach NIDA ausgerichtet die Hauptachse des Römerlagers, die VIA PRAETORIA, zielte also genau auf diese römische Hauptstadt der Provinz TAUNENSIUM.

Das Militärlager war wie fast alle Kastelle am Limes als Rechteck angelegt – jeder Römer konnte sich dort schnell orientieren und wusste dadurch, wo sich die Lagereinrichtung befand.

Vor dem Kastell entwickelte sich bald ein Lagerdorf, in dem sich Handwerker und Bauern ansiedelten.

Auch ein Römerbad (Therme), durfte hier nicht fehlen denn die Römer waren sehr auf die Gesundheit bedacht und badeten gerne im warmen Wasser.

Der Limes war eigentlich keine undurchdringliche Grenze oder Sperranlage – eher eine Kontrolllinie mit vielen Durchgängen, um den Warenverkehr über die römische Grenze zu überwachen.

Römischer Grenzverkehr


Für die zur Verfügungstellung der Grafiken einen herzlichen Dank an das Atelier Goddenthow, das Saalburg Museum und die Kantonsarchäologie Bern (Schweiz)

Kontakt für Vorträge:
Harry Haarstark M.A.
c/o HFX Effects UG
Gutleutstrasse 294
60327 Frankfurt am Main
Tel.: 069-39048100
Mobil: 0171-7428872

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Niederursel: Tresor aus Geldautomaten entwendet – Zeugen gesucht

Polizeiwagen

In der Nacht von Dienstag (18.März 2025) auf Mittwoch (19. März 2025) entwendeten unbekannte Täter den Tresor eines Geldautomaten in der Lurgiallee, die Polizei sucht nach Zeugen.

Zwei Männer gingen gegen 01:40 Uhr in die Merton Passage in der Lurgiallee. Einer der beiden führte einen Motorheber mit sich. Nach aktuellen Erkenntnissen gelang es den Tatverdächtigen zunächst den dortigen Geldautomaten unter Zuhilfenahme eines Winkelschleifers (bekannt als „Flex“) aus der Bodenverankerung zu lösen und schlussendlich den Tresor des Geldausgabeautomaten zu entfernen. Dann transportierten sie den Tresor mit Hilfe des Motorhebers ab und entfernten sich in unbekannte Richtung.

Die Tatverdächtigen können als männlich, maskiert und dunkel gekleidet beschrieben werden.

Bereits am 12.02.2025 kam es zu einer gleichgelagerten Tat in Frankfurt am Main sowie am 22.01.2025 zu einer Tat in Mainz.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können werden gebeten, sich mit dem zuständigen Fachkommissariat unter der Rufnummer 069-755-52199 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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Das letzte Grüne Soße Festival – Ende einer Ära

Maja Wolff und Torsten-Müller

„Über 7 Kräuter musst du gehen, 7 Grüne Soßen überstehen.“ Mit der Oberräder Nationalhymne wird seit Jahren Frankfurts Leibgericht kurz vor der Siegerverkündung des Grüne Soße Festivals besungen. 2025 wird nun vorläufig zum letzten Mal Frankfurts Grüne Soße Sieger gekürt.

Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Soßen

Das Grüne Soße Festival ist in den vergangenen 18 Jahren stets größer geworden.

  • Seit Jahren steigende Kosten für Zeltbau, Technik und Logistik.
  • Rückläufige Sponsorengelder.
  • Seit der Pandemie nur noch zögerlicher Ticketkauf.
  • Hoher Aufwand an Servicepersonal sowie die hauseigene Spül-Logistik, die für ein nachhaltiges Festival ohne Plastikgeschirr sorgt.

Über 60 Menschen vor, auf und hinter der Bühne sorgen allabendlich für ein fulminantes Spektakel aus Musik, Comedy, Kulinarik, Marktplatz und Nachwuchswettbewerb.

Die Organisatoren wollten Frankfurt mit dem Grüne Soße Festival jährlich ein Denkmal setzen und haben immer wieder neue Ideen rund um die Grüne Soße entwickelt.

Durch die Kostenexplosionen der letzten Jahre sind wir nun an einen Punkt gelangt, an dem sich die Ausgaben perspektivisch leider nicht mehr einfach wegsparen oder gar auf den Ticketpreis umlegen lassen.

Die große Abschieds-Gala

Keine Sorge, das diesjährige Festival wird durch diese Entscheidung keinesfalls eine Trauerveranstaltung. Es wird ein rauschendes Fest zum Abschied geben – voller Dankbarkeit für die letzten 18 Jahre! Ein rauschender Abgang mit 49 Grünen Soßen und grandiosen Abendshows.

Das diesjährige Programm vom 17. bis 24. Mai bietet noch einmal 8 Tage lang Highlights aus Musik, Kabarett und Zauberei, garniert mit Grüne Soße, Kartoffeln und Ei. Dazu servieren wir, wie gewohnt, Wein, Ebbelwoi, Bier und alkoholfreie Getränke – all das ist übrigens im Ticket inklusive!

Tagsüber gibt es kulinarische Köstlichkeiten rund um die Grie Soß auf unserem Festival-Markt, der bereits am 13. Mai seine Pforten öffnet.

Für die Gastrobetriebe geht es in diesem Jahr noch einmal um alles, denn der Sieger dieses Festivals wird möglicherweise eine längere Amtszeit antreten …

Ausblick

Das Organisationsteam (Frau Maja Wolff & Herr Torsten Müller) denkt über neue Formate nach, wie wir unser Nationalgericht und den Wettbewerb in Zukunft feiern können.

Tickets

Für alle, die noch keine Tickets haben, nutzen Sie die letzte Chance, dieses wunderbare Festival noch einmal zu erleben.

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Fit in den Frühling – Paartanz im Turnverein Kalbach

Schnupperangebot Tanzen

Sie wollen Tanzen lernen oder nach längerer Pause wieder einsteigen? Dann sind Sie hier genau richtig!

Der Turnverein Kalbach 1890 e. V. (TVK) im Sport- und Freizeitzentrum Kalbach (Am Martinszehnten 2) bietet Tanzsporttraining für alle – ob für Anfängerpaare oder Paare mit Vorkenntnissen.

Schnupperangebot – kostenloses Probetraining!

Ab dem 19.03.2025 haben Sie die Möglichkeit, mittwochs ab 19 Uhr an drei Trainingsabenden teilzunehmen. Das Angebot richtet sich an Paare, die Lust haben zu tanzen – Neueinsteiger und Tanzbegeisterte sind herzlich willkommen!

Angeboten werden:

  • Vielfältige Tanzstile: von Standard und Latein und auch moderne Tanzrichtungen wie Salsa oder Discofox.
  • Gemeinschaft & Spaß: Lernen Sie neue Leute kennen und genießen Sie die tolle Atmosphäre.
  • Individuelle Förderung: Wir gehen auf Ihre Fähigkeiten ein und unterstützen Sie.

Nutzen Sie die Gelegenheit, um in die Welt des Tanzsports einzutauchen und uns kennenzulernen. Die Anmeldung erfolgt einfach über das Kontaktformular auf der Website des Turnverein Kalbach (https://www.tv-kalbach.de/) oder bei Herrn Georg Raabe unter der Telefonnummer 069-5860-7332.

 


Der Turnverein Kalbach 1890 e. V.
bewegt bereits seit 134 Jahren die Menschen in Kalbach, am Riedberg und in der Umgebung. Dabei steht für ihn der Sport in Gemeinschaft stets an erster Stelle. Mit seinen qualifizierten Sportangeboten in Gerätturnen als Freizeit- und Leistungssport sowie Kinderturnen und zahlreichen Angeboten in Gesundheits-, Fitness- und Ballsport bietet er ein vielfältiges Sportprogramm für alle Altersklassen.

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Interview: Welcher Strom und welche Heizung?

Prof. Dr. Michael Schaub

Beim Thema Heizung, Sanierung und Strom herrschen Unmut und Resignation in der Gesellschaft. Den aktuellen Stand kann Prof. Dr. Michael Schaub erklären. Er lehrt und forscht seit dem Sommersemester 2023 an der Fakultät Design der Hochschule Coburg im Bereich Energieeffiziente Gebäudetechnik. Zuvor war der 34-jährige in der Technologie-Vorentwicklung und Forschungskoordination für einen großen Heizungstechnik-Hersteller sowie als Teamleiter der Forschungsgruppe Heiz- und Kühlsysteme am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin.

Das Thema Heizung hat im vergangenen Jahr die Menschen verunsichert. Viele fragen sich, welche für sie die richtige ist oder ab wann sie zum Umrüsten gezwungen sind. Sie empfehlen Wärmepumpen?

Prof. Dr. Michael Schaub: Ein defekter Öl- oder Gaskessel kann in den allermeisten Fällen auch in unsanierten Bestandsgebäuden problemlos durch eine Wärmepumpe ersetzt werden. Das ist erst seit einigen Jahren der Fall, nämlich seitdem Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan verfügbar sind. Diese können auch ausreichend hohe Temperaturen für den Weiterbetrieb von Heizkörpern liefern. Der weit verbreitete Wissensstand, dass eine Wärmepumpe nur mit Fußbodenheizung effizient funktioniert, ist überholt. Bei sehr großen Gebäuden kommt als Übergangslösung ein Hybridsystem, also eine Wärmepumpe in Kombination mit einem Öl- oder Gaskessel infrage. Die Wärmepumpe übernimmt dann etwa zwei Drittel des Heizens und der Kessel ergänzt an den ganz kalten Tagen. Dies verschafft Zeit, um die Gebäudesanierung nachzuholen und den Kessel dann stillzulegen.

Wie viel kostet denn der Umstieg auf Propan-Wärmepumpe?

Die Preise für Wärmepumpen unterlagen in den letzten zwei Jahren massiven Schwankungen. Für typische Einfamilienhäuser liegen die Angebotspreise aktuell je nach Region und Produkt häufig zwischen 35.000 und 45.000 Euro. Dies reduziert sich bei selbstgenutztem Wohneigentum in den meisten Fällen um eine Förderung von 16.500 Euro. Bei niedrigen Einkommen, wie zum Beispiel bei Rentnerinnen und Rentnern, sind derzeit bis zu 21.000 Euro Förderung möglich. In Mehrfamilienhäusern hängt die Förderhöhe unter anderem von der Anzahl der Wohneinheiten ab. In jedem Falle sollte der erste Schritt die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans durch einen Energieberater sein. Dann wird klar, in welcher Reihenfolge Heizungstausch und Sanierungsmaßnahmen technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten sind.

Der Wärmepumpen-Absatz soll zuletzt eingebrochen sein.

Das ist eine Frage der Perspektive. Gemäß den Absatzzahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie wurden im Jahr 2024 in Deutschland etwa 46 % weniger Wärmeerzeuger aller Art verkauft als im Jahr zuvor. Doch das Jahr 2023 muss als absolute Sonderkonjunktur mit besonders hohen Absatzzahlen betrachtet werden und auch in den Corona-Jahren 2022 und 2021 waren diese schon ungewöhnlich hoch. Der Heizungsmarkt ist in Deutschland im Wesentlichen ein Austauschgeschäft; das heißt, defekte Geräte werden ersetzt. Das waren in der gesamten letzten Dekade immer um die 700 Tausend Stück pro Jahr, in 2023 dann 1,3 Millionen. Kurz gesagt war durch Vorzugseffekte und Lagerhaltung ein Absatzjahr zu viel im Markt. 2024 lag der Absatz wieder bei gut 700 Tausend Stück. Es liegt also eher eine Normalisierung vor. Der Anteil der Wärmepumpen liegt mittlerweile bei rund 27 %. Davon gehen etwa zwei Drittel in Bestandsgebäude.

Wärmepumpen brauchen aber Strom und der ist teuer, oder?

Tatsächlich ist der Strompreis in Deutschland aktuell ungefähr dreimal so hoch, wie der Gaspreis. Das macht den Effizienzvorteil der Wärmepumpe im un- oder teilsanierten Bestand wieder zunichte, sodass die Betriebskosten in etwa gleichbleiben. Neben den oft genannten Netzentgelten ist ein wesentlicher Grund dafür jedoch das Merit-Order-Prinzip, ein europaweites Steuerungsinstrument zur Strompreisbildung an der Börse. Dabei bestimmt das teuerste eingeschaltete Kraftwerk – das ist in der Regel Gas – den Preis für die gesamte Strommenge, auch wenn diese überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt und für einen Bruchteil der Kosten erzeugt wurde.

Würde eine Verlängerung der Kohle-Verstromung helfen?

Häufig ist zu hören, China baue für günstigen Strom im großen Stil neue Kohlekraftwerke. Gemäß der jüngsten Zahlen der Internationalen Energie Agentur waren das 2024 etwa 54 Gigawatt (GW). Ebenfalls baute China in 2024 jedoch etwa 277 GW Photovoltaik (PV) und rund 80 GW Windkraft hinzu. Damit nimmt China derzeit etwa alle 6 Monate so viel Windkraft und PV neu ans Netz, wie in Deutschland insgesamt vorhanden ist. Die Gründe dafür sind, dass Strom aus Wind und PV mangels laufender Brennstoffkosten um etwa das Zwei- bis Sechsfache günstiger ist als aus thermischen Kraftwerken. Außerdem gelingt der Zubau aufgrund der industriellen Fertigung der Komponenten im Vergleich zu Kraftwerks-Einzelbauten vielfach schneller und das Stromnetz wird aufgrund der dezentralen Struktur robuster. Grüner Strom ist also längst zum Standortfaktor geworden und langfristig der einzige Weg für günstige Strompreise und somit für den Erhalt der industriellen Wertschöpfung und des Wohlstands in Europa. Hinzukommt, dass in Deutschland allein das Fünftel des Stroms, das noch aus Kohle stammt rund die Hälfte der CO2-Emissionen des Strommix’ verursacht. Windkraft liefert bereits etwa ein Drittel des Stroms, verursacht dabei aber nur gut 1 % der Emissionen.

China nimmt derzeit etwa alle 6 Monate so viel Windkraft und PV neu ans Netz, wie in Deutschland insgesamt vorhanden ist.

China nimmt derzeit etwa alle 6 Monate so viel Windkraft und PV neu ans Netz, wie in Deutschland insgesamt vorhanden ist.
© Hochschule Coburg

Einige kritisieren, dass Windkraft und Photovoltaik nicht reichen, damit zu Hause immer die Heizung läuft (Stichwort Dunkelflaute). Reicht unser Stromnetz?

Für die Energiewende ist der Netzausbau ein zentraler Baustein und zugleich eine Herkulesaufgabe. Zum einen sind massive Investitionen in Hochspannungs-Übertragungsnetze – auch “Stromautobahnen” genannt – erforderlich, um regionale Engpässe im europäischen Verbundnetz auszugleichen. Gleichzeitig müssen die Kapazitäten in den lokalen Verteilnetzen nahezu überall nachgerüstet werden, um die zusätzlichen Verbraucher und dezentralen Erzeuger anzuschließen. Aber: Neue Energie-Infrastruktur brauchen wir ohnehin! Das Ende der flächendeckenden Erdgasnetze in Deutschland ist absehbar. Unsere Importmöglichkeiten von Erdgas per Pipeline haben sich dramatisch verschlechtert und LNG kann schon wegen der enormen Verluste bei Verflüssigung und Transport keine Dauerlösung sein. Für den Wärmesektor bedeutet dies, dass wir gut 81 % des Energiebedarfs neu organisieren müssen, da dieser Anteil noch immer aus fossilen Quellen stammt. Etwa 40 % davon sind Prozesswärme, die sehr hohe Temperaturen erfordert und daher grüne Brennstoffe oder direkt-elektrische Lösungen benötigt. Der Wärmebedarf für Heizen und Trinkwarmwasser kann jedoch mithilfe von Wärmepumpen zu etwa zwei Dritteln unmittelbar am Ort des Bedarfs und zum Zeitpunkt des Bedarfs aus der Umwelt entnommen werden. Diese zwei Drittel müssen also weder transportiert noch gespeichert werden. Folglich reduziert sich die erforderliche Energie-Infrastruktur für diesen Technologiepfad auf ein Drittel, nämlich den Strom. Alle anderen Technologiepfade erfordern Infrastruktur für alle drei Drittel, da dann die gesamte Wärmemenge transportiert und gegebenenfalls gespeichert werden muss.

Interview von Andreas T. Wolf


Quelle: https://idw-online.de/de/news847670

Grafiken: Prof. Dr. Michael Schaub (Hochschule Coburg) und Natalie Schalk (Referat Marketing und Kommunikation),

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Neuer Zahnarzt am Riedberg – Zahngesundheit in besten Händen

Zahnarztpraxis Mohr mit Inhaber

Sebastian Mohr ist bereits seit 18 Jahren als Zahnarzt tätig. Als gebürtiger und überzeugter Frankfurter hat er mehrere Jahre im Universitätsklinikum Frankfurt gearbeitet. Danach kamen jeweils mehrjährige Schaffensperioden in renommierten Praxen in Oberursel und Neu-Isenburg hinzu.

Seit Anfang des Jahres nun hat er eine eigene Praxis am Riedberg in der Altenhöferallee 131 eröffnet. Als er den Entschluss fasste, sich selbstständig zu machen, war er überglücklich, geeignete Räumlichkeiten am Riedberg zu finden, denn dieser Stadtteil ist modern und lebendig. Die Ausrichtung der neuen Praxis passt gut in dieses Umfeld.

Das Leitbild der neuen Praxis

Hier steht der Mensch im Vordergrund – unabhängig davon, ob er privat oder gesetzlich versichert ist. Die Praxis wird von ihrem Inhaber persönlich geführt. Seine Begeisterung für den Zahnarztberuf zeigt sich in viel Liebe zum Detail.

Dies unterscheidet ihn deutlich von vielen Praxen, in denen die Patienten oft von verschiedenen Ärzten behandelt werden (MVZs – Medizinische Versorgungszentren) und es zu einer hohen Personal-Fluktuation kommen kann.

Außerdem werden hier nicht nur einzelne Zähne, sondern der Mensch als Ganzes betrachtet – denn eine gesunde Mundgesundheit steht in engem Zusammenhang mit dem gesamten Wohlbefinden. Ziel ist es, individuelle und nachhaltige Lösungen zu finden, die sowohl die Zahngesundheit als auch das allgemeine Wohlbefinden der Patienten fördert.

Berufliche Erfahrung und Schwerpunkte der Praxis

Herr Mohr ist versiert in allen Behandlungsbereichen, darunter Kinderzahnheilkunde, zahnärztliche Chirurgie und Implantologie, ästhetische Zahnheilkunde, Parodontologie und Zahnersatz. Zudem betreut er Kindergärten als Patenschafts-Zahnarzt. Auch hat er sehr viel Erfahrung in der geriatrischen Zahnheilkunde, insbesondere im Bereich Zahnersatz. Immerhin war er mehrere Jahre in der prothetischen Abteilung der Uniklinik tätig.

Moderne Ausstattung

In seiner Praxis legt Herr Mohr großen Wert auf modernste Technik und eine hochwertige Ausstattung. Alle Geräte sind neu und entsprechen dem neuesten Stand der Technik.

Bei der Diagnostik setzt er auf strahlungsarme Röntgengeräte sowie spezielle Kameras zur Kariesdiagnostik. Diese ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Karies, ohne dass schädliche Strahlen eingesetzt werden müssen. So kann er seinen Patienten eine sichere und schonende Behandlung bieten.

Praxisschild Zahnarzt MOHR

Termine Buchen – Kontakt aufnehmen

Die Homepage befindet sich derzeit noch im Aufbau. Bereits jetzt können Patienten über die neue Seite bequem online Termine vereinbaren, die direkt in das Praxis-Terminbuch eingefügt werden.

Darüber hinaus steht die Praxis telefonisch oder per E-Mail für Fragen und Anliegen zur Verfügung. So sind eine zeitgemäße, optimale Versorgung und Kommunikation möglich.

Alle Interessierten sind eingeladen, die neue Praxis am Riedberg zu besuchen. Hier erwartet sie eine individuelle und einfühlsame Behandlung in einem modernen Umfeld. Das Praxisteam freut sich darauf, den Patienten zu helfen, ihre Zahngesundheit zu erhalten und zu verbessern.


Kontaktdaten:
Zahnarztpraxis Mohr
Altenhöferallee 131
60438 Frankfurt

Tel.: 069979 456 78

Web: https://www.zahnarztmohr.de/
eMail: info@zahnarztmohr.de

Sprechzeiten
Mo 09:00 Uhr -16:00 Uhr
Di   09:00 Uhr -19:00 Uhr
Mi  08:00 Uhr -14:00 Uhr
Do 09:00 Uhr -18:00 Uhr
Fr  08:00 Uhr -13:00 Uhr

Die Praxisräume sind barrierefrei über einen Lift zu erreichen.

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Stadt Frankfurt geht auf Bluesky an den Start

BlueSky-App-Display

Wie von Oberbürgermeister Mike Josef in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 30. Januar, verkündet, erweitert das städtische Presse- und Informationsamt (PIA) sein Social-Media-Portfolio und wird von nun an auch auf der Plattform Bluesky unter frankfurt.de/bluesky aktiv sein.

„Wir möchten mit dem Einstieg auf Bluesky all jenen Bürgern ein Angebot machen, die sich direkt und digital über die Aktivitäten der Frankfurter Stadtverwaltung informieren wollen, ohne dafür X (Twitter) oder eine Meta-Plattform (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp, …) zu benötigen. Wir hoffen, dass uns möglichst viele unserer rund 270.000 Twitter-Nutzer auf Bluesky folgen und den neuen Kanal rasch mit Leben füllen“, sagt Josef.

Derzeit ist die Stadt Frankfurt neben der Plattform Twitter (X), die vor allem in Kooperation mit Polizei und Feuerwehr in Fällen der Krisenkommunikation ein wichtiges Instrument darstellt, auch auf Facebook, Instagram, Threads, LinkedIn sowie YouTube vertreten. Zusammengerechnet folgen rund 600.000 Menschen den Social-Media-Accounts von frankfurt.de. Hier informiert das PIA tagesaktuell über die Aktivitäten von Ämtern und Dezernaten, beantwortet niedrigschwellig Bürgeranfragen und begegnet Fake News mit sachlichen und verlässlichen Informationen.

Die Social-Media-Redaktion setzt dabei auf organisches Wachstum und verzichtet auf werbefinanzierte Postings.


Weiterführende Links

Über Bluesky

  • Ursprünglich ausgegliedert von Twitter Inc, stellte Bluesky 2021 die ersten Mitarbeiter ein und wurde im selben Jahr als gemeinnützige Gesellschaft gegründet.
  • Bluesky wurde 2021 als Initiative zur Entwicklung eines dezentralisierten Protokolls gegründet.
  • 2022 startete Bluesky als Warteliste für einen Dienst, der dieses Protokoll nutzt.
  • Anfang 2023 startete Bluesky ein eigenes Netzwerk, Bluesky Social.
  • Im Februar 2023 wurde die Bluesky-App für iOS und im April 2023 für Android als reine Einladungsversion veröffentlicht, und der Dienst war nur für Benutzer verfügbar, die einen Einladungscode vom Unternehmen oder einem registrierten Nutzer erhalten hatten.
  • Nach dem Start der Android-App erreichte das soziale Netzwerk im April 2023 etwa 50.000 Nutzer.
  • Der Code der Bluesky Social App (also nur der des Clients) wurde im Mai 2023 unter der MIT-Lizenz als Open Source veröffentlicht, so dass die Öffentlichkeit den Quellcode einsehen und verändern kann.
  • Im September 2023 erreichte Bluesky die Marke von über einer Million Nutzern, am 13. November 2023 zwei Millionen und am 9. Januar 2024 drei Millionen.
  • Am 22. Dezember 2023 führte Bluesky einen blauen Schmetterling als Logo ein.
  • Seit dem 6. Februar 2024 bedarf es keiner dedizierten Einladung mehr, um Bluesky beitreten zu können.
  • Das Wachstum lag Ende November 2024 bei circa 250.000 neuen Nutzern pro Tag. Die Marke von 25 Millionen Nutzern wurde am 13.12.2024 erreicht.
  • Ende Januar 2025 wurde mit Version 1.97 ein Video-Tab im Nutzerprofil ergänzt.

Quelle: Wikipedia

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Sehen lernen: Eine Mischung aus Vorgabe und Erfahrung

Antwort des Gehirns Augen geschlossen - geöffnet

Internationale Forschung zum „Durchblick“ beweist anpassungsfähiges Gehirn

Das Gehirn ist schon vor dem ersten Augenöffnen gewappnet: Bestimmte Muster sind in der Verschaltung der Neuronen vorgegeben. Aber es bedarf einiger Tage Erfahrung des Sehens, um die Netzwerke so umzustrukturieren, dass ein konstanter Seheindruck entsteht. Das zeigen Forschende des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) zusammen mit Kollegen aus Florida in einer in Nature Neuroscience veröffentlichten Studie.

Wie Neugeborene das Sehen lernen, ist die zentrale Frage der Forschung von Sigrid Trägenap, Doktorandin in der Gruppe von FIAS-Senior-Fellow Matthias Kaschube. Das Gehirn ist bereits vor Öffnen der Augen vorstrukturiert für Sehreize. Doch was passiert, wenn beim ersten Augenöffnen echte Informationen auf diese Strukturen stoßen? Aus bisherigen Messmethoden schloss man, dass die Antworten des jungen Gehirns erstaunlich schwach und unorganisiert seien. Doch die neuen Untersuchungen am FIAS zeigen, dass die neuronalen Antworten bereits enorm strukturiert sind. Auf neue Reize reagieren sie allerdings erstmal sehr variabel. Es dauert einige Tage, bis der gleiche Reiz eine verlässliche Antwortspur in den Neuronen hinterlässt. Dann erst wird ein Bild „erkannt“.

Wie das Gehirn Seheindrücke sortiert

Wie das Gehirn Seheindrücke sortiert, © Sigrid Trägenap, FIAS

Die Antwort des Gehirns ändert sich, wenn ein Tier, das die Augen bislang geschlossen hatte, nun mehrere Tage die Augen geöffnet hat. Erst nach mehreren Tagen Erfahrung sind die gleichen Neuronen bei wiederholter Präsentation des gleichen Reizes aktiv, eine verlässliche Antwort entsteht und der Reiz wird erkannt. Ein mathematisches Modell beschreibt diesen Vorgang wie in einer Murmelbahn: Werden Murmeln auf eine nicht passende Stelle gesetzt (Verarbeitung der Bildreize), ist unklar, wo sie auf der Bahn (neuronales Netzwerk) landen. Mit Erfahrung verbessert sich dieses Zusammenspiel; Eingabe und Netzwerk koordinieren sich und zuverlässige Antworten entstehen.

Am FIAS wertete Trägenap die Daten aus, die David Whitney aus der Arbeitsgruppe von David Fitzpatrick am Max-Planck-Florida-Institut für Neurowissenschaften in Jupiter (Florida, USA) sammelte. Sie arbeiten mit Frettchen, die erst einen Monat nach der Geburt die anfangs geschlossenen Augen öffnen. Ihnen präsentierten die Forschenden schwarz-weiße Bilder auf Bildschirmen und beobachteten mit Fluoreszenzmikroskopen, welche Neuronen dabei aktiv sind. Die äußerst komplexen Daten wertete Trägenap am FIAS aus und erstellte ein mathematisches Modell, um sie zu beschreiben.

Solange die Augen geschlossen sind, bilden sich nicht-spezifische Muster in der Sehrinde, sodass man nicht auslesen kann, welches Bild präsentiert wurde. Erst mit der Öffnung werden die Reaktionen verlässlich und zeigen eine bevorzugte Aktivität. Aus den Daten und aufwendigen Modellierungen schließt Trägenap, dass die vorstrukturierten neuronalen Netzwerke eine Art „Erwartungshaltung“ haben – die sich aber dann nicht vollständig mit dem tatsächlichen Bildreiz decken. Nach einigen Tagen bildet sich eine Mischform, bei der sich die alte Struktur durch den neuen Impuls verändert: die Neuronenverbindungen arrangieren sich um und passen sich den neuen visuellen Reizen an.

Moderne Sensoren erlauben die Untersuchung der Gehirnfunktionen in kurzen Zeitskalen eines Wimpernschlags und winzigen Abstände, vergleichbar der Dicke einer Frischhaltefolie. „Die dabei gemessenen Muster sind mit dem Auge nicht mehr auszuwerten“, erklärt die Doktorandin die Bedeutung ihrer aufwendigen Computerberechnungen. Aus den vorliegenden Daten kann sie so detailliert die Veränderungen im Gehirn auswerten und Modelle mit dem Computer simulieren.

Zu klären ist nun, ob diese Erkenntnisse für alle Gehirnstrukturen gelten, ob auch Formen, Farben und andere Sinneseindrücke so geprägt werden. „Und wir können die Erkenntnisse nutzen um auszuprobieren, ob auch KI-Systeme schneller lernen, wenn man ihnen Struktur vorgibt wie beim Neugeborenen-Gehirn,“ erklärt Trägenap. Es werde jedenfalls deutlich, dass das Gehirn auf der Basis von altem Wissen immer Neues lernen könne. „Probieren, Erfahrungen sammeln und ein eigenes System für das beste Lernen finden“ rät die Neurowissenschaftlerin anhand ihrer Erkenntnisse – und das lebenslang: Neues verarbeiten und Anpassung sei in den Gehirnstrukturen immer möglich.


Publikation

Sigrid Trägenap, David E. Whitney, David Fitzpatrick und Matthias Kaschube, The developmental emergence of reliable cortical representations. Nature Neuroscience (2025). https://www.nature.com/articles/s41593-024-01857-3

 

Kontakt
Sigrid Trägenap
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Tel.: +49 69 798 47503
eMail: traegenap@fias.uni-frankfurt.de
Web: https://www.fias.science/de/lebens-und-neurowissenschaften/gruppen/matthias-kaschube/

 

Anja Störiko
FIAS-Pressestelle
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Tel.: +49 (0)69 798 47507
stoeriko@fias.uni-frankfurt.de

 

Das FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies)
ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Hier entwickeln international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Theorien zu komplexen naturwissenschaftlichen Zukunftsthemen in den Bereichen theoretische Naturwissenschaften, Computerwissenschaften und KI-Systeme sowie Lebens- und Neurowissenschaften. Über die Grenzen der Disziplinen hinweg erforschen sie mit Hilfe mathematischer Algorithmen und Simulationen die komplexen selbstorganisierenden Systeme der Natur. Das FIAS ist eine gemeinnützige Stiftung zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. https://fias.institute/

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Kultur in der Aula: Christian Wustrau & Band

Kultur in der Aula: Christian Wustrau & Band

***  Wegen Erkrankung des Künstlers muss der Auftritt abgesagt werden. ***

Am 15. Februar wird Christian Wustrau mit seiner Band um 19:30 Uhr in der Aula der Grundschule Riedberg (Zur Kalbacher Höhe 15) auftreten und die Zuhörer mit Musikpoesie verzaubern.

Christian Wustrau ist ein Mensch mit vielfältigen Talenten. Das Interesse für Musik und Literatur begleitet ihn schon seit frühester Kindheit. Er entstammt aus einer künstlerisch veranlagten Familie. Sein Großvater war Kirchenmusiker. Er machte ihn mit dem Klavier vertraut. Seine Mutter, die Gedichte und Romane schrieb, entwickelte bei ihm die Sensibilität für die Kraft und Tiefe, die von Sprache ausgehen kann.

Die ersten Banderfahrungen sammelte er als Keyboarder und Sänger in regionalen Coverbands im Saarland. Christian Wustrau ist von Berufs wegen Diplom-Sozialarbeiter, Mediator und systemischer Traumafachberater. Während des Studiums der sozialen Arbeit in Frankfurt wurde Musik dann auch Teil seines Lebensunterhaltes.

Seine langjährige Tätigkeit als Jugendbildungsreferent, Lehrbeauftragter und Streetworker begleitete er durch Veröffentlichungen in den Bereichen Erlebnispädagogik in der Stadt, Rechtsextremismus und Jugendschutz. Themen, die heute auch noch von brisanter Aktualität sind. Mittlerweile wohnt er in Marburg.

Deutschlandweit gab er gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Weggefährten André Rößler über 500 Konzerte auf Festivals und anderen musikalischen Veranstaltungen. In Marburg erfolgte dann die Gründung der Marburg Acoustic Company – Klassik meets Rock sowie des Chanson-Quartetts Trulleberg, mit dem er seit nunmehr 15 Jahren auf der Bühne steht.

Neben seinen musikalischen Projekten widmet er sich gerne seiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben von Büchern. Nachdem er bisher im Bereich Fachbuch veröffentlichte, ist „Wo die Reise beginnt“ sein Debüt als Romanautor.


Weiterführende Links

 

Ort: Aula der Grundschule Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 15, 60438 Frankfurt
Eintritt: 14 € (ermäßigt: 12 €)
Im Vorverkauf: 12 € (ermäßigt: 10 €)
Vorverkauf & Infos per eMail: info@josua-gemeinde.net

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Wird der Bau von Bunkern wieder notwendig?

Bunker in Heddernheim

In Russland und in der Ukraine suchen Menschen Schutz vor Bomben- und Drohnenangriffe.

In der Ukraine

  • Viele Menschen suchen Schutz in öffentlichen Bunkern, die in Städten eingerichtet wurden.
  • In großen Städten wie Kiew nutzen viele die U-Bahn-Stationen als Notunterkünfte.
  • Private Keller und Schutzräume in Wohngebäuden bieten an manchen Orten auch eine sichere Zuflucht.
  • Einige Menschen versuchen, in weniger betroffene ländliche Gebiete zu fliehen.
  • Frauen und Kinder sind teilweise ins (europäische) Ausland geflohen, um sich in Sicherheit zu bringen.

In Russland

  • In einigen Städten gibt es staatlich betriebene Zivilschutzbunker.
  • In größeren Städten können unterirdische Anlagen genutzt werden.
  • Einige wohlhabendere Bürger haben private Schutzräume oder Bunker gebaut.

China

Wie die BILD-Zeitung vor Kurzem berichtete, zeigen Satellitenbilder, dass China 30 Kilometer südwestlich von Peking den Bau eines groß angelegten militärischen Komplexes vorantreibt. Er soll offenbar künftig als Kommandozentrale für die chinesische Militärführung dienen und Schutz vor „klassischen Bombardements“ aber auch vor nuklearen Angriffen bieten.

Deutschland

Bei uns haben wir immerhin schon die Phase der Grundsatzdiskussion erreicht, ob der Zivilschutz wieder ausgebaut werden soll. Vor dem 2. Weltkrieg gab es in Frankfurt fast keine bombensicheren Schutzräume. Erst nach den Erfahrungen aus den Bombardements

  • 1937 in Guernica (Spanien)
  • 1940 in Coventry, London (beide in England) und Rotterdam (Holland) und den darauf folgenden Retourkutschen in Berlin, Hamburg und dann auch in Frankfurt

wurde das Führer-Sofortprogramm beschlossen und 1940 mit dem Bau von Bunkern aller Art begonnen.

Frankfurt

Unsere Stadt wird sicherlich eines der primären Ziele bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland sein weil,

  • Großstadt (FFM + OF haben zusammen 1 Mio. Einwohner)
  • Viel zerstörbare Bausubstanz (Hochhäuser) auf engstem Raum
  • Verkehrsknotenpunkt (Bahnhof, Flughafen, Autobahnkreuz, Wasserstraße, …)
  • Datentechnischer Knotenpunkt (Internetknoten, an die 100 Rechenzentren, …)
  • Finanztechnischer Knotenpunkt (Bankenmetropole, EZB, Börse, …)

Andere Situation als im 2. Weltkrieg

  • Bevölkerungswachstum: 1939: 550.000 Einwohner, heute: 780.000 Einwohner
  • Betonstoffe wie zum Beispiel Sand sind nicht mehr so reichlich verfügbar
  • Hochbunker können modernen Waffensystemen kaum mehr widerstehen
  • Die Stadt ist wesentlich dichter bebaut, vor allem auch in der Tiefe (U-Bahn, S-Bahn, Tunnel, Hochhausfundamente, Versorgungsleitungen (Strom, Fernwärme, Gas, …), Entsorgungsleitungen (Abwasser), Tiefgaragen, …

Aktuelle Schutzraum-Bestands-Lage

  • Nach einem offiziellen Sachstandsbericht gibt es in Deutschland nur wenige einsatzfähige Bunkeranlagen (etwas über 500 Anlagen). Sämtliche noch dem Zivilschutz gewidmeten Anlagen sind weder funktions- noch einsatzbereit.
  • Der Staat wird nicht genügend Schutzraum schaffen können, jedenfalls nicht rechtzeitig.
  • Dezentrale Hausschutzräume könnten beim ursprünglichen Bau mitgedacht, nachträglich eingefügt oder separat „unterirdisch angelegt“ werden.
  • Bauliche Selbstschutzräume: Dabei kann es sich um Kellerräume handeln, die provisorisch durch Abdichtungen der Fenster sicher(er) gemacht werden können.

Die Lage am Riedberg und in Kalbach

Durch das Industriegebiet »Am Martinszehnten« mit den dort befindlichen Rechenzentren muss mit erhöhtem Bombardement gerechnet werden. Auch das kommende Hochschul-Rechenzentrum am Riedberg wird ein potenzielles Ziel sein.

Am Riedberg gibt es glücklicherweise relativ moderne Bauten mit viel Beton und oft mit Kellern und Tiefgaragen. Hier besteht ein gewisses Schutzpotenzial. U-Bahnschächte oder Tunnel sind leider nicht in Reichweite.

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