Kategorie: RiedbergNEWS

FIAS-Forschende entschlüsseln Molekülfaltung in Rekordzeit

Von der Messung zum Modell

Einem Forschungsteam am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) auf dem Campus Riedberg ist ein bedeutender methodischer Durchbruch in der Biophysik gelungen. Die Wissenschaftler um FIAS-Senior-Fellow Roberto Covino und Doktorand Lars Dingeldein entwickelten in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt, der University of Alberta und dem Flatiron Institute in New York ein Verfahren, das die räumliche Faltung von Molekülen innerhalb weniger Sekunden präzise rekonstruieren kann. Ihre Arbeit wurde in der renommierten Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht und dort als sogenannte „Editors’ Suggestion“ besonders gewürdigt.

Das Problem bisheriger Messverfahren

Proteine und Nukleinsäuren sind die fundamentalen Bausteine des Lebens. Um ihre biologischen Funktionen zu erfüllen, müssen sie sich in exakt definierte dreidimensionale Strukturen falten. Kommt es dabei zu Fehlern, können schwere Erkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) entstehen.

Um solche Faltungsprozesse in Echtzeit zu beobachten, nutzt die Forschung hochsensitive optische Pinzetten(1). Bei dieser Form der Einzelmolekül-Kraftspektroskopie(2) wird ein einzelnen Molekül unter leichte Spannung gesetzt. Die Herausforderung: Das Messgerät zeichnet nie die Bewegung des Moleküls allein auf. Das gemessene Signal ist stets ein Gemisch aus der Eigenbewegung des Moleküls, den elastischen Eigenschaften der molekularen Verbindungsglieder (Linker) und der Eigendynamik des Messgeräts. Um diese Einflussfaktoren voneinander zu trennen, waren bisher zeitintensive Messreihen – oft die 20- bis 100-fache Datenmenge – sowie aufwendige Kalibrierungen nötig.

KI vereinfacht die Signaltrennung

Das Team um Covino wählte einen völlig neuen Ansatz: Statt das Messgerät mühsam separat zu kalibrieren, simulierten die Forschenden das gesamte Experiment – inklusive Molekül, Linker und Messvorrichtung – im Computer. Anschließend trainierten sie ein neuronales Netz(3) mittels simulationsbasierter Inferenz (Simulation-Based Inference) darauf, aus den gemessenen Signalen direkt auf die zugrundeliegenden Faltungsmodelle zu schließen.

„Wir charakterisieren das Messgerät nicht mehr separat“, erläutert Roberto Covino das Prinzip. „Wir simulieren das Molekül zusammen mit dem Messgerät, und das neuronale Netz findet dann selbst heraus, welcher Anteil der gemessenen Bewegung vom Molekül stammt.“

Die Ergebnisse demonstrieren die Effizienz des Verfahrens:

  • Zwei Sekunden Messdaten einer einzelnen DNA-Haarnadelstruktur genügen, um deren Energielandschaft(4) der Faltung ebenso exakt zu rekonstruieren wie mit bisherigen Langzeitmessungen.
  • Fünf Sekunden Daten reichen aus, um vier verschiedene Faltungszustände eines sogenannten RNA-Riboswitch-Aptamers aufzulösen.

Relevanz für die Wirkstoffentwicklung

Die dramatische Verkürzung der Messzeit ermöglicht es erstmals, Faltungsprozesse systematisch und in hoher Durchsatzzahl zu vergleichen. Das ist insbesondere für die pharmazeutische Forschung von Bedeutung.

Das neue Verfahren wird bereits bei der Untersuchung bakterieller Riboswitches eingesetzt, die als potenzielle Zielstrukturen für neuartige Antibiotika gelten. Auch bei der Analyse fehlgefalteter Proteine im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen verspricht die Methode Fortschritte. Da sich nun aus minimalen Datenmengen präzise Modelle gewinnen lassen, rückt die breite Nutzung von Faltungslandschaften in der computergestützten Wirkstoffentwicklung in greifbare Nähe.


Wissenschaftliche Fachbegriffe erklärt

(1) Optische Pinzette: Ein physikalisches Instrument, das stark fokussierte Laserstrahlen nutzt, um mikroskopisch kleine Objekte oder einzelne Moleküle ohne direkten mechanischen Kontakt zu halten und zu bewegen.

(2) Einzelmolekül-Kraftspektroskopie: Eine experimentelle Methode, mit der die mechanischen Eigenschaften und Verformungen einzelner Moleküle gemessen werden, indem kontrollierte Kräfte im Pikonewton-Bereich auf sie ausgeübt werden.

(3) Neuronales Netz: Ein Algorithmus aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, der nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns aufgebaut ist und in der Lage ist, komplexe Muster in Daten zu erkennen und Zuordnungen zu erlernen.

(4) Energielandschaft (Faltungslandschaft): Eine mathematische und physikalische Darstellung aller möglichen räumlichen Anordnungen eines Moleküls und der dazugehörigen Energiezustände. Sie zeigt auf, welche Zustände stabil sind und welche Wege das Molekül bei der Faltung bevorzugt.

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Engpass auf der A-Strecke: SPD fordert Fahrplan für die Instandsetzung der Maybachbrücke

Maybachbrücke

Ausdünnung des Takts belastet Pendler im Frankfurter Norden – Campus Riedberg wächst ab dem Wintersemester 2027 um über 5.000 Studierende.

Die infrastrukturellen Schwachstellen der Frankfurter Brückenbauwerke treffen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an einer empfindlichen Ader. Aufgrund der reduzierten Tragfähigkeit der Maybachbrücke sowie Einschränkungen an der nahen Brücke »Am Weißen Stein« rollen auf der stark frequentierten A-Strecke der U-Bahn weniger Züge als gewohnt. Vor dem Hintergrund des anstehenden Wachstums am Universitätscampus Riedberg fordert die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 nun Transparenz und einen verbindlichen Zeitplan vom Magistrat.

Statische Defizite drosseln U-Bahn-Takt

Ein intaktes Nahverkehrsnetz bildet das Rückgrat der städtischen Mobilität. Doch ausgerechnet auf der zentralen A-Linie, welche die U-Bahn-Verbindungen U1, U2, U3 und U8 bündelt, müssen Fahrgäste seit dem Frühjahr spürbare Kapazitätskürzungen hinnehmen. Seit den Osterferien wurde das Leistungsangebot auf der Trasse von ursprünglich 24 auf nur noch 20 Fahrten pro Stunde ausgedünnt.

Der Grund für die Ausdünnung liegt im baulichen Zustand der Brückeninfrastruktur. Rein rechnerische statische Defizite – insbesondere im Bereich der Quertragsysteme und der Schubtragfähigkeit der Brückenplatten – haben dazu geführt, dass Sicherheitsauflagen erlassen werden mussten. Auf dem Bauwerk gilt ein striktes Begegnungsverbot für U-Bahn-Züge. Entgegenkommende Bahnen dürfen den kritischen Abschnitt nicht zeitgleich befahren; eine Bahn muss warten, was den Verkehrsfluss bremst und die Gesamtkapazität der Trasse drosselt.

Die Verringerung der Zugzahlen hat direkte Folgen für die Pendlermodelle im Frankfurter Norden. Auf der Linie U2, die früher im 7/8-Minuten-Takt verkehrte und mittlerweile regulär im 10-Minuten-Takt betrieben wird, führen die Ausfälle zu einer erheblichen Überlastung. Selbst beim Einsatz von Vier-Wagen-Zügen sind zu Spitzenzeiten in den Morgenstunden sämtliche Sitzplätze ab der Station Kalbach oft vollständig belegt. Bereits dort müssen Fahrgäste stehen; bis Heddernheim herrscht dichte Enge in den Waggons. Auch in den Abendstunden in Richtung Kalbach ist die Auslastung hoch. Angesichts des gut genutzten Park-and-Ride-Platzes Kalbach droht die Attraktivität des ÖPNV-Umstiegs Schaden zu nehmen.

Neubau der Informatik verstärkt Handlungsdruck

Besondere Dringlichkeit erhält die Debatte durch die städtebauliche und akademische Entwicklung im Stadtteil Riedberg. Mit dem Beginn des Wintersemesters 2027/2028 zieht der Neubau für Mathematik und Informatik der Johann Wolfgang Goethe-Universität auf den Campus Riedberg. Damit werden sich schlagartig gut 5.000 zusätzliche Studierende sowie rund 200 Wissenschaftler am Standort aufhalten.

Dieser Zuwachs an Pendlern ist ohne eine voll leistungsfähige A-Strecke kaum zu bewältigen. Ein funktionierender Takt der U-Bahn-Linien ist essenziell, um die Tausenden Studierenden und Beschäftigten pünktlich zum Campus und wieder zurück in die Innenstadt zu befördern.

Forderungen der SPD: Transparenz und Neubau-Planung

In einem aktuellen Antrag (OF 42/12) bittet die SPD-Fraktion den Magistrat um Aufklärung. Konkret fordert die Partei Antworten auf folgende Punkte:

  1. Planungstand: Inwieweit Ingenieurleistungen der Objekt- und Tragwerksplanung bereits ausgeschrieben sind und wann mit Ergebnissen zu rechnen ist.
  2. Begegnungsverkehr: Wann nach dem Monitoring-System für die Bauwerksdiagnostik wieder mit rechnerisch sicherem Begegnungsverkehr der U-Bahnen gerechnet werden kann.
  3. Neubau-Zeitplan: Wann mittelfristig mit Beginn und Fertigstellung eines Ersatzneubaus zu rechnen ist.
  4. Öffentlichkeitsarbeit: Die Vorstellung der Ergebnisse in einem Bericht und einer Präsentation vor dem Ortsbeirat 12 und der Öffentlichkeit.

Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird an den Bauwerken ein System zur automatisierten Bauwerksdiagnostik eingesetzt. Erst nach einer Phase der Datenerhebung kann geprüft werden, ob der Begegnungsverkehr vorübergehend wieder zugelassen werden kann. Ein dauerhafter Ersatzneubau gilt jedoch mittelfristig als unumgänglich, um weitere Schadensentwicklungen und Mehrkosten abzuwenden.

 


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10 Jahre Begegnung, Glaube und Dialog: St. Edith Stein und Centre for Dialogue feiern Jubiläum

Predigt im Altarraum

Mit einem festlichen Gottesdienst, einem bunten Familienfest und zahlreichen Gästen haben die katholische Kirche St. Edith Stein und das Centre for Dialogue (CfD) am Sonntag ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Motto „10 Jahre Begegnung, Glaube und Dialog“ wurde nicht nur auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt, sondern zugleich der Blick auf die Zukunft gerichtet.

Den Festgottesdienst leitete Weihbischof Dr. Thomas Löhr. Musikalisch wurde die Feier vom Projektchor gestaltet. Ein besonderer Moment war der erste feierliche Segen mit der neuen Reliquie der heiligen Edith Stein, die künftig einen festen Platz im Kirchort haben wird.

In seiner Predigt griff Weihbischof Löhr das Motto des Tages auf und stellte die Begegnung mit Gott in den Mittelpunkt. Sein Kernsatz lautete: „Wer sucht, der findet – auch die Begegnung mit Gott.“ Er machte deutlich, dass Glaube dort wächst, wo Menschen offen bleiben für die Suche, füreinander und für Gottes Wirken in ihrem Leben.

Bereits in der Begrüßung wurde deutlich, was St. Edith Stein seit zehn Jahren auszeichnet: Der Kirchort ist geprägt von einer lebendigen Gemeinde, einer starken Familienpastoral und einem offenen Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Lebensgeschichten. Gemeinsam mit dem Centre for Dialogue ist ein Ort entstanden, an dem Glaube gelebt und der Dialog zwischen Religionen, Wissenschaft und Gesellschaft gefördert wird.

Beim anschließenden Familienfest herrschte auf dem Kirchplatz und im Innenhof reges Treiben. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen. Für Kinder gab es ein abwechslungsreiches Programm mit Spielmobil, Bastelangeboten und Kinderschminken. Kulinarisch sorgten Gegrilltes, ein vielfältiges veganes Buffet sowie Kaffee und Kuchen für einen gelungenen Festtag.

Arbeiten im Seminarraum

© Edith Stein Zentrum

Auch inhaltlich bot das Jubiläum zahlreiche Impulse. In Workshops konnten sich die Besucher mit der neuen Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz beschäftigen, in einem Historiolog das Leben der heiligen Edith Stein neu entdecken oder bei einer Einführung in die achtsame Fotografie erleben, wie Entschleunigung und bewusste Wahrnehmung den Blick auf die Welt verändern können. Den Abschluss des Jubiläumstages bildete eine gemeinsame Vesper.

Eine positive Bilanz ziehen Jan Quirmbach, Pastoralreferent an St. Edith Stein, Alexander Lang, Vorsitzender des Ortsausschusses, und Dr. Dominiek Lootens, Leiter des Centre for Dialogue: „Vor zehn Jahren war vieles noch Vision. Heute erleben wir einen Ort, an dem Glaube gelebt, Gemeinschaft erfahren und Dialog über kulturelle, religiöse und wissenschaftliche Grenzen hinweg selbstverständlich geworden ist. Das Jubiläum hat gezeigt, wie viele Menschen diesen Weg mitgehen und mitgestalten. Dafür sind wir von Herzen dankbar. Zugleich verstehen wir diesen Tag als Ermutigung, auch die nächsten Jahre gemeinsam offen, neugierig und im Geist der Begegnung zu gestalten.“

Mit dem Jubiläum wurde deutlich: „10 Jahre Begegnung, Glaube und Dialog“ sind nicht nur ein Rückblick auf das Erreichte, sondern zugleich eine Einladung, den begonnenen Weg gemeinsam weiterzugehen.

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Niederurseler Kerb 2026: Tradition, Frohsinn und Gemeinschaft im alten Ortskern

Müllerin von Ursella und Schirmherr 2026

Niederursel feiert wieder! Vom 28. bis zum 30. August 2026 verwandelt sich der historische Ortskern rund um das Feuerwehrhaus, den Weißkirchener Weg und den Kirchgarten der Gustav-Adolf-Kirche in eine lebendige Festmeile. Wir blicken auf das bevorstehende Festwochenende, das mit Tradition, Live-Musik und kulinarischen Highlights aufwartet.

Die Repräsentanten: Müllerin Muriel I. und Schirmherr Oliver Schulte

Im Zentrum des Kerbegeschehens stehen in Niederursel traditionell nicht Prinz oder Prinzessin, sondern die Müllerin von Ursella und ihr Schirmherr. In diesem Jahr führt Muriel I. als 31. gewählte Müllerin von Ursella das Fest an. Sie übernimmt die geschätzte Tradition von ihrer Vorgängerin Tanja Ahlbrand (Tanja I.). An ihrer Seite steht Schirmherr Oliver Schulte, der allen Besuchern und Mitwirkenden eine fröhliche, friedliche und verbindende Kerb wünscht.

Als wichtiges Amts-Insignie begleitet die Müllerin die kunstvoll gestaltete Brosche der Bad Homburger Muke Goldschmiede. Das Schmuckstück zeigt den geschwungenen Verlauf des Urselbachs sowie die rote Rose als Wahrzeichen Niederursels. Wer ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Brauchtum setzen möchte, kann weiterhin eine der wenigen noch verfügbaren Schmuck-Steinpatenschaft für einen der 49 edlen blauen Topase auf der Brosche übernehmen.

Der Titel der Müllerin erinnert historisch an die einst prägende Mühlenkultur entlang des Urselbaches: Von den insgesamt 42 historischen Produktionsstätten zwischen der Hohen Mark und der Nidda lagen allein 8 auf Niederurseler Gebiet. Neben klassischen Kornmühlen wurden hier einst auch Papier-, Öl- und Tabakmühlen betrieben.

An der Seite der neuen Müllerin steht ihr Schirmherr Oliver Schulte, der sie bei den zahlreichen repräsentativen Aufgaben tatkräftig unterstützen wird. Das harmonische Gespann vertritt den Frankfurter Stadtteil nicht nur auf dem heimischen Festplatz, sondern pflegt auch den Austausch mit anderen regionalen Hoheiten – unter anderem beim traditionellen Empfang des hessischen Ministerpräsidenten auf Schloss Biebrich.

Müllerin und Schirmherr vor historischem Ensemble

Müllerin und Schirmherr vor historischem Ensemble

Das Festprogramm von Freitag bis Sonntag im Detail

Freitag, 28. August 2026: Gemütlicher Auftakt und Live-Musik

Der Festreigen beginnt um 17:00 Uhr mit der Eröffnung des Weinstands des Bürgervereins im Kirchgarten, wo frischer Flammkuchen aus dem Holzbackofen serviert wird. Zeitgleich sorgt die Freiwillige Feuerwehr Niederursel für Speisen und Getränke. Ab 18:00 Uhr steht mit „Gummibärchen Pong“ ein unterhaltsames Familienspiel am Weinstand auf dem Programm. Musikalisch wird es ab 20:00 Uhr bei der Feuerwehr: Die Band „Die Äppel-Quetscher“ sorgt für beste Stimmung zum Kerbeauftakt (Eintritt: 8 €).

Samstag, 29. August 2026: Kerbe-Umzug, Baumaufstellung und Fassanstich

Der Kerbesamstag startet um 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen bei den Landfrauen im Weißkirchener Weg. Um 15:00 Uhr öffnet der Weinstand im Kirchgarten.

Einer der großen Höhepunkte des Wochenendes ist der Kerbe-Umzug um 16:00 Uhr. Der Zug startet an der Traditionswirtschaft „Zum Lahmen Esel“, wo die Wirte Thomas und Max Metzmacher alle Teilnehmer vor dem Abmarsch auf ein Glas Apfelsaft oder Apfelwein einladen. Zusammen mit Müllerin Muriel I. und Schirmherr Oliver Schulte zieht der Festzug durch die Straßen zum Feuerwehrhaus. Dort wird um 17:00 Uhr der Kerbe-Baum aufgestellt, ehe um 17:30 Uhr der offizielle Bierfass-Anstich der Binding Brauerei folgt. Ab 20:00 Uhr bringt die Gruppe „Fullstop“ das Publikum bei der Feuerwehr zum Tanzen (Eintritt: 10 €).

Sonntag, 30. August 2026: Gottesdienst, Frühschoppen und Familienspaß

Der Sonntag beginnt um 10:30 Uhr mit dem Kerbe-Gottesdienst an der Gustav-Adolf-Kirche. Ab 11:00 Uhr lädt die Feuerwehr zum Frühschoppen mit DJ Andy ein, gefolgt von einer Line-Dance-Vorführung um 12:00 Uhr (Linedancer der Sportgemeinschaft 09 Frankfurt e.V.). Ein besonderes kulturelles Detail erwartet die Gäste um 12:15 Uhr in der Kirche: Kantor Manuel Dahme bietet unter dem Motto „Ein Blick hinter die Pfeifen“ eine kurze Vorstellung der Orgel inklusive Musik auf der Empore.

Nachmittags geht es bunt weiter: Ab 13:00 Uhr öffnet der Bastelstand im Kirchgarten (Häkeln, Armbänder fädeln, Ausmalbilder). Ab 14:00 Uhr locken Kaffee und Kuchen bei den Landfrauen, der Gaudiwettkampf der Feuerwehr sowie Spiele des Amselhof Kulturvereins. Um 15:00 Uhr treffen sich die ehemaligen Müllerinnen und Schirmherren am Weinstand, um Muriel I. offiziell in ihrer Runde willkommen zu heißen.

Eine Kerb der besonderen Art

Wenn sich das letzte Augustwochenende nähert, erwacht in Niederursel eine der charmantesten Traditionen der Region zu neuem Leben. Die Niederurseler Kerb zählt zwar zu den kleineren Volksfesten Frankfurts und besitzt den wohl kürzesten Kerbezug der Stadt, besticht dafür jedoch durch eine unvergleichliche Gemütlichkeit und ein tief verwurzeltes Gemeinschaftsgefühl.

Veranstaltet wird das Fest vom Bürgerverein Niederursel-Nordweststadt e.V., der Freiwilligen Feuerwehr Niederursel sowie den örtlichen Vereinen. Für die gesamte Bevölkerung werden das drei erlebnisreiche Tage rund um das Feuerwehrhaus, den Weißkirchener Weg und den stimmungsvollen Kirchgarten der Gustav-Adolf-Kirche.

Ehrenamt

Ein Fest dieser Größenordnung funktioniert nur durch das vorbildliche Zusammenspiel der örtlichen Gemeinschaft. Neben Bürgerverein und Feuerwehr bringen sich zahlreiche Vereine wie der Landfrauenverein, das Naturpädagogische Zentrum Schilasmühle, der Ortsbauernverband, der Amselhof Kulturverein, der Klaa-Pariser Musikzug, die TSG Nordwest, der SV Niederursel sowie die Schüler der Heinrich-Kromer-Schule tatkräftig ein. Die Niederurseler Kerb 2026 verspricht ein unvergessliches Wochenende voller Begegnungen, Brauchtum und froher Stunden zu werden! Die etwa 100 Organisatoren und Helfer sind alle ehrenamtlich aktiv. Ihr Lohn ist der Dank der Bevölkerung und der Erfolg des Gemeinschaftserlebnisses.


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Eine neue Stimme für den Stadtteil: Maren Schick stellt sich als Sozialraumkoordinatorin vor

Maren Schick bei Billabong

Der Stadtteil Kalbach-Riedberg ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen. Während der Riedberg als modernes Neubaugebiet entstand, blickt das deutlich ältere Kalbach auf eine lange Geschichte zurück.

Doch trotz der geografischen Nähe empfinden viele Anwohner noch immer eine unsichtbare Grenze zwischen den beiden Ortsteilen. Genau hier setzt die Arbeit von Maren Schick an. Seit dem 1. Juli 2026 ist die staatlich anerkannte Erzieherin und Sozialarbeiterin als neue Sozialraumkoordinatorin beim Familienzentrum Billabong e. V. im Einsatz.

Für Maren Schick ist die Aufgabe im Ort eine Herzensangelegenheit. Sie lebt selbst mit ihrer Familie in Kalbach und ist seit ihrer Kindheit fest mit dem Stadtteil verwurzelt. Die Entstehung des Riedbergs hat sie hautnah miterlebt. Als Mutter einer kleinen Tochter kennt sie zudem die alltäglichen Herausforderungen, vor denen junge Familien stehen, aus eigener Erfahrung.

Vielseitige Praxiserfahrung als Fundament

Schick bringt fundierte Fachkenntnisse für ihre neue Rolle mit. Nach ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin schloss sie ein Studium der Sozialen Arbeit ab. Praktische Erfahrungen sammelte sie unter anderem im Dienst von Kindertagesstätten, im Sozialdienst einer Einrichtung für Geflüchtete sowie jahrelang als sozialpädagogische Familienhelferin vor ihrer Elternzeit.

Die Stelle der Sozialraumkoordinatorin bildet einen wichtigen Baustein im System der Frühen Hilfen und der sozialräumlichen Familienbildung in Frankfurt am Main. Die organisatorische Einbindung erfolgt in der Regel dezentral und in enger Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung – wie dem Jugend- und Sozialamt – sowie freien Trägern wie dem Familienzentrum Billabong e. V., um eine möglichst niedrige Hemmschwelle für die Bevölkerung zu gewährleisten.

Brücken bauen zwischen den Quartieren

Das Hauptziel von Maren Schick ist es, Angebote vor Ort präventiv auszugestalten und die Lebensbedingungen von Familien nachhaltig zu verbessern. Die Sozialraumkoordination fungiert dabei als Bindeglied zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, lokalen Einrichtungen und den städtischen Behörden. Zu den zentralen Aufgaben zählen die Vernetzung von Kitas, Schulen und Stadtteilakteuren, die Durchführung von Familienbildungsangeboten sowie die Stärkung von Eltern in ihrer Erziehungskompetenz. Zudem stehen die Integration, gesellschaftliche Teilhabe und die Förderung einer familienfreundlichen Nachbarschaft im Fokus.

„Die Familien selbst wissen schließlich am besten, was sie brauchen und was ihnen im Stadtteil an Angeboten fehlt“, betont Maren Schick.

Mit „Maren mittendrin“ ins Gespräch kommen

Um die Anliegen der Anwohner kennenzulernen, setzt Schick auf direkte Begegnungen. Aktuell stellt sie sich schrittweise bei den lokalen Akteuren und Institutionen vor. Mit dem offenen Spielplatztreff unter dem Motto „Maren mittendrin“ schafft sie ein niederschwelliges Kontaktangebot, um ungezwungen mit Eltern ins Gespräch zu kommen, Anregungen aufzunehmen und Versorgungslücken zu identifizieren.

Schick lädt alle Anwohner und Institutionen dazu ein, ihre Wünsche und Ideen für die künftige Gestaltung des Ortsteils einzubringen.


Kontakt zur Sozialraumkoordinatorin:

 

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Sommer, Sonne, gute Laune – der Riedberg feiert!

Sommerfestival

Am Freitag, den 21. August ab 18:00 Uhr und am Samstag, den 22. August 2026 ab 14:00 Uhr wird der Bonifatiuspark zum Treffpunkt für alle, die Lust auf Live-Musik, leckeres Essen, kühle Getränke und ein buntes Familienprogramm haben. Das Sommerfestival der IG Riedberg verspricht zwei Tage voller Spaß, Unterhaltung und sommerlicher Festivalstimmung – für Groß und Klein!

Unser Sommerfestival lebt von kulinarischen, musikalischen und animierenden Erlebnissen. An beiden Tagen wird bereits zur Eröffnung etwas Besonderes geboten.

Freitags können die Besucher zu Beginn ihr Wissen beim Riedberg-Quiz unter Beweis stelle, bevor das Musikcorps Starbreaker den Platz zum Beben bringt.

Ab 20:00 Uhr rockt die Band „Sunny Vibes“ die Bühne. Sie bringen jeden zum Mitfeiern und haben immer eine volle Tanzfläche. Ihr Repertoire ist mit Pop und Rock, aber auch Reggae und Latin-Sounds vielseitig und durchdacht, sodass sie jeden musikalisch erreichen und Begeisterung verbreiten. Positive Stimmung ist garantiert.

Samstags wird ab 15 Uhr Gustl das Faulhorn unsere jungen Besucher auf die Bühne locken und zum Mitmachen animieren. Nach musikalischen Auftritten der Rockband der Musikschule Oberursel und der Skyline Big Band verkürzt das Duo Frankfurter Zweierlei mit einer Mischung aus handgemachter Musik und lokaler Note die Wartezeit bis zum musikalischen Hauptact des Abends. Ab 20:30 Uhr laden die Rock Diamonds zu einer energiegeladenen Musikshow ein. Durch ihre 4 Leadsänger interpretieren die Rock Diamonds jeden Song einzigartig, so dass die Leidenschaft und Emotion direkt aufs Publikum überspringt.

Ein Karussell, ein Trampolin, Entenangeln, Kinderschminken, Glitzer-Tattoos und Torwandschießen, sowie die Wasserspiele der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach lassen Kinderaugen auf unserem Sommerfestival strahlen.

Für das kulinarische Erlebnis sorgt ein Angebot aus leckeren Speisen vom Grill, Burgern und Pommes, afrikanischen Köstlichkeiten, türkischen Spezialitäten und vietnamesischen Genüssen. Auch für die süßen Leckereien ist gesorgt. Neben Waffeln, Muffins, Crêpe und Popcorn steht auch ein Eiswagen bereit.

Kulinarische Genüsse auf dem Sommerfestival 2026

Das Getränkeangebot der IG Riedberg lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Neben Softdrinks, Kaffeespezialitäten und anderen alkoholfreien Getränken gibt es frisch gezapftes Bier vom Oberurseler Brauhaus. Der Weinstand mit Wein vom Weingut Hees und der Cocktailstand mit Kukki-Cocktails runden das Angebot ab.

Die IG Riedberg bedankt sich bei Ihren Sponsoren und freut sich mit allen Standbetreibern auf zahlreiche Besucher.

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Vandalismus an Frankfurter Bücherschränken: Wiederholter Anschlag am »Alten Flugplatz« stellt Standort infrage

Bücherschrank am Alten Flugplatz Kalbach-Bonames

Die Idee der öffentlichen Bücherschränke steht für Niederschwelligkeit, gelebte Gemeinschaft und den unkomplizierten Zugang zu Literatur. Seit der erste Schrank im November 2009 am Merianplatz aufgestellt wurde, hat sich das Konzept im gesamten Frankfurter Stadtgebiet mit mittlerweile über 70 Standorten fest etabliert. Doch das beliebte Tauschangebot wird immer wieder Opfer von Vandalismus, Vermüllung und zweckentfremdeter Nutzung. Besonders hart trifft es den Standort vor dem ehemaligen Towergebäude am »Alten Flugplatz« in Bonames bzw. Kalbach.

Wiederholte Anschläge am »Alten Flugplatz«

Der Bücherschrank am »Alten Flugplatz«, der im März 2020 auf Antrag des Ortsbeirats errichtet wurde, blickt auf eine traurige Serie von Zerstörungen zurück. Bereits Anfang 2022 wurde das Stadtteilmöbel übel zugerichtet: Unbekannte zerschlugen die Scheiben aus Spezialglas, rissen eine Tür aus der Verankerung und verstreuten die Bücher über die angrenzende Wiese. Nach einer aufwendigen Reparatur folgte im November 2022 der zweite schwere Vorfall, bei dem erneut Glasscheiben zertrümmert wurden und die verbliebenen Leseangebote monatelang nur durch Plastikfolie geschützt werden konnten.

Ende Juli 2026 erreichte die Zerstörungswut schließlich eine neue Dimension: Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf die Gratislesestelle. Am frühen Morgen des 30. Juli gingen die Bücher komplett in Flammen auf. Die Türen mussten entfernt werden, und der Ort wurde von den Behörden mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Es war bereits der vierte Anschlag auf diesen spezifischen Bücherschrank. Die Polizei ermittelt, doch die Frage nach der Zukunft des Standorts ist akut geworden. Ob die Stadt Frankfurt das Angebot an dieser Stelle noch einmal aufbauen wird, ist unentschieden. Neben den hohen Wiederaufbaukosten spricht vor allem die abgeschiedene Lage dagegen: Da der Ort oft menschenleer ist, fehlt die notwendige soziale Kontrolle.

Ein stadtweites Phänomen und finanzielle Belastungen

Der Vorfall am »Alten Flugplatz« ist kein Einzelfall. Seit Jahren haben Frankfurter Bücherschränke immer wieder mit mutwilligen Beschädigungen, Graffiti und Brandstiftungen zu kämpfen. So brannte der Bücherschrank am Malvenweg auf dem Frankfurter Berg in den vergangenen 10 Jahren allein dreimal. Auch an anderen Standorten wie in Griesheim oder Höchst kam es in der Vergangenheit zu Feuersbrünsten und Beschädigungen. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) gab an, dass seit 2014 im Stadtgebiet mindestens 11 Brandstiftungen sowie Reparaturkosten von insgesamt rund 60.000 Euro angefallen sind.

Zwar sind die Schränke grundsätzlich robust und wetterfest gebaut, doch starker Gewaltanwendung oder Feuer halten sie nicht stand. Zudem erschweren personelle Engpässe und hohe Bearbeitungszeiten im Amt für Straßenbau und Erschließung die schnelle Instandsetzung und die Genehmigung neuer Standorte.

Das Engagement der ehrenamtlichen Paten

Dass die meisten Schränke dennoch gut funktionieren, ist vor allem dem ehrenamtlichen Einsatz der Bücherschrank-Paten zu verdanken. Sie ordnen regelmäßig die Bestände, sortieren beschädigte Bände aus und kümmern sich um die Pflege. Dennoch stoßen auch die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen – etwa wenn Kisten unbrauchbarer Bücherspenden vor den Schränken entsorgt werden oder gewerbsmäßige Flohmarkthändler systematisch hochwertige Literatur entnehmen, um sie weiterzuverkaufen.

Trotz aller Rückschläge bleiben die Bücherschränke ein wertvoller Bestandteil des kulturellen und sozialen Lebens in den Frankfurter Stadtteilen. Ob der Schrank am »Alten Flugplatz« wieder auferstehen wird, bleibt abzuwarten – der Wunsch der Bürger nach funktionierenden Lesestellen ist jedoch weiterhin ungebrochen.

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Die SPD-Fraktion im Römer zu Besuch auf dem Riedberg

Kolja Müller

Der Fraktionsvorsitzende Kolja Müller und einige seiner Kollegen besuchten am vergangenen Mittwoch erneut den Riedberg. Der letzte Besuch liegt inzwischen ein Jahr zurück und eigentlich hatten die Besucher gehofft, den Riedbergplatz im Umbau vorzufinden.

Frau Kassold aus dem Ortsbeirat 12 hieß die Besucher willkommen und berichtete, dass Frau Zapf-Rodrigues (Stadträtin und Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen) erst kürzlich in einem Interview darauf hingewiesen hatte, dass zum Erhalt von gewährten Bundeszuschüssen (für die finale Realisierung des aktuellen Bauplans) das Projekt noch einmal ausgeschrieben wird. Die Fertigstellung der Umgestaltung des Riedbergplatzes, die ursprünglich Ende dieses Jahres erfolgt sein sollte, wird daher eher Ende 2027 erwartet.

Das Thema klimafreundliches Entsiegeln des Riedbergplatzes nähert sich daher langsam seinem 20-jährigen Jubiläum. Aber das traurige Thema Entsiegelung war diesmal nicht der Anlass für den Besuch der SPD-Abgeordneten auf dem Riedberg.

Im Fokus stand diesmal die Auswirkung des Neubaus der Mathematik und der Informatik der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Universitätscampus Riedberg, der organisatorisch zum Ortsbeirat Niederursel gehört. Deshalb waren auch Vertreter der beiden Ortsbeiräte (8 Niederursel und 12 Kalbach-Riedberg) bei dem Treffen hier vor Ort anwesend.

Was macht den Kapazitätsausbau der Naturwissenschaften für den Riedberg so problematisch?

Problem Nummer 1:  Der laufende und ruhende Verkehr

Auch wenn ein guter Teil der etwa 5.600 Studenten, die im Fachbereich 12 (Informatik und Mathematik) derzeit eingeschrieben sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen bzw. im Tagesverlauf auch zwischen den Studienstandorten (Riedberg und Westend) pendeln, wird ein nicht unerheblicher Rest ein privates Fahrzeug nutzen. Durch die neuen Gebäude sind etwa 160 Parkplätze weggefallen. Zusätzlich zu den Studierenden werden auch Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Hilfskräfte in den neuen Räumlichkeiten ihren Arbeitsplatz finden. Das heißt, da werden noch einmal etwa 500 Arbeitskräfte vor Ort eingesetzt. Benötigen nur 10 % der etwa 6.100 Personen einen Parkplatz (610), müssen zusammen mit den 160 weggefallenen Plätzen rechnerisch bis zu 770 Parkplätze kompensiert werden. Dazu kommt noch der zusätzliche Verkehr der durch diese Fahrzeuge ausgelöst wird.

Problem Nummer 2:  Studentenwohnungen

Das erklärte Ziel der Stadt Frankfurt ist, etwa 10 % der Studierenden mit bezahlbaren Wohnungen auszustatten. Derzeit wird schon dieses Ziel höchstens zur Hälfte erreicht. Nur zwei bis drei der Studentenwohnheime rund um den Uni Campus Riedberg bieten Wohnraum auf förderfähigem Preisniveau an. Alle anderen Wohnheime werden von privaten Investoren betrieben und sind in der Regel mindestens doppelt so teuer und damit nur von einer begüterten Klientel nutzbar. Doch weitere Wohnheime benötigen Bauplätze, die es am Riedberg – nachdem er nahezu komplett bebaut worden ist – nicht mehr gibt.  Da müsste von der öffentlichen Hand viel Geld investiert werden, um Bestandsimmobilien z.B. im Mertonviertel anzukaufen und diese für studentische Nutzung umzurüsten.

Problem Nummer 3: Energie & Wärmeversorgung

Forschungslabore, Reinräume, Tierhaltung und leistungsfähige Rechenzentren führen zu einem überdurchschnittlich hohen Energiebedarf. Durch die Computer der Mathematik und Informatik wird der Energiebedarf noch mal gesteigert. Die Goethe-Universität bezieht seit Mitte 2016 für alle ihre Standorte ausschließlich Ökostrom. Der Campus Riedberg erhält seinen Strom daher über das öffentliche Stromnetz, jedoch im Rahmen eines Ökostrom-Liefervertrags.

Auf dem Dach des neuen Wohnheimes mit International House erzeugt eine Dach-PV-Anlage rund 100.000 kWh Strom pro Jahr. Auch auf den Dächern von Mathematik und Informatik soll inzwischen eine Photovoltaikanlage installiert werden. Für die eigentlichen Universitätsgebäude spielen Photovoltaikanlagen bislang jedoch eher eine ergänzende Rolle. Der überwiegende Strombedarf wird weiterhin aus dem öffentlichen Netz gedeckt.

Der Campus Riedberg ist an das Frankfurter Fernwärmenetz angeschlossen. Dieses Netz versorgt neben dem Riedberg auch die Campi Westend, Bockenheim und Ginnheim. Die Fernwärme stammt aus dem Frankfurter Kraftwerksverbund. Die Wärme wird überwiegend über das modernisierte Müllheizkraftwerk Nordweststadt bereitgestellt, das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung). Allerdings stößt das Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt inzwischen auch an Grenzen.

Problem Nummer 4: Universitäre Infrastruktur

Auch hier ist zu prüfen, ob Mensen und Cafeterien, Bibliothek, Studierplätze und andere Dinge, die Studenten in ihrer täglichen Arbeit benötigen, dem kommenden Ansturm gewachsen sind.

Frau Kassold und Herr Müller

Frau Kassold und Herr Müller

Aussicht

Beim nächsten Besuch der SPD-Fraktion auf dem Riedberg in einem Jahr können wir gespannt sein, wie weit die Umgestaltung des Riedbergplatzes gediehen ist und welche Lösungsansätze für die vielfältigen Auswirkungen der Neubauten am Campus gefunden werden konnten.


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Lebensmittelrettung in Frankfurt: Gemeinsam gegen die Verschwendung

Symbolbild Lebensmittelrettung

Tonne statt Teller: In Deutschland werden jährlich Millionen Tonnen genießbarer Nahrungsmittel entsorgt. Allein in Frankfurt am Main fallen rechnerisch etwa 61.000 Tonnen privater Lebensmittelabfall pro Jahr an. Um dieser ökologischen und ethischen Herausforderung zu begegnen, engagieren sich zahlreiche Initiativen und ehrenamtliche Helfer in der Mainmetropole – von ortsnahen Nachbarschaftsprojekten bis hin zu vernetzten Organisationen wie Foodsharing.

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung

Weltweit werden jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet, was etwa einem Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion entspricht. In Deutschland landen jedes Jahr fast 11 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Dies stellt nicht nur ein ethisches Problem dar, sondern belastet auch Umwelt und Klima erheblich. Laut Schätzungen der Umweltschutzorganisation WWF verursacht die weltweite Lebensmittelverschwendung rund 10 % der globalen Treibhausgasemissionen – das entspricht etwa 3,3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Für Herstellung, Transport und Entsorgung ungenutzter Lebensmittel werden wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie und landwirtschaftliche Flächen beansprucht.

Die Stadt Frankfurt am Main verfolgt das Ziel, eine sogenannte „Zero Waste City“ zu werden und Ressourcen im Kreislauf zu halten. Obwohl eine bundesweite Initiative im Jahr 2023 eingestellt wurde, setzt die Stadt weiterhin auf Aufklärung, Abfallvermeidung und die Weiterverteilung überschüssiger Lebensmittel im Handel und bei der Außer-Haus-Verpflegung.

Die Arbeit der Initiativen vor Ort

Um dem Verfall verzehrbarer Waren entgegenzuwirken, sind in den Stadtteilen verschiedene Akteure aktiv. Ein Beispiel ist das Engagement in der katholischen Heilig-Geist-Kirche im Riederwald. Dort verteilen Ehrenamtliche wöchentlich gerettete Lebensmittel an Interessierte und Hilfsbedürftige. Gegen einen symbolischen Beitrag zur Deckung der Betriebskosten erhalten Besucher frisches Obst, Gemüse, Backwaren oder haltbare Produkte, die zuvor von Supermärkten abgeholt wurden. Neben dem sozialen Aspekt steht der Schonung von Umweltressourcen im Vordergrund.

Parallel dazu prägt der Verein foodsharing Frankfurt am Main e.V. das Stadtbild. Über 500 aktive Lebensmittelretter arbeiten mit rund 160 Partnerbetrieben zusammen – darunter Supermärkte, Bäckereien und Marktstände wie in der Frankfurter Kleinmarkthalle. Allein in den vergangenen Wochen konnten über 60 Tonnen Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt werden. Die geretteten Waren werden im privaten Umfeld weitergegeben, in Online-Netzwerken angeboten oder zu sogenannten „Fairteilern“ gebracht. Hierbei handelt es sich um öffentlich zugängliche Regale oder Schränke, wie sie etwa im Quartiersbüro Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach oder in Gemeindezentren stehen.

Ablauf und Qualitätsstandards der Lebensmittelrettung

Die Mitwirkung als zertifizierter Lebensmittelretter erfordert Verantwortungsbewusstsein und Fachwissen. Um für Abholungen in Partnerbetrieben zugelassen zu werden, absolvieren Interessierte ein Online-Quiz zu Hygienevorschriften sowie eine Überprüfung von Wissen und Identität. Zudem sind mindestens drei Einführungsabholungen in Begleitung erfahrener Mitglieder vorgeschrieben.

Nach der Akkreditierung buchen die Helfer feste Abholtermine bei den Betrieben. Vor Ort wird die überlassene Ware nach Qualitäts- und Hygienekriterien sortiert und in eigene Behälter umgefüllt. Es gilt der Grundsatz, nur einwandfreie Lebensmittel weiterzugeben, die man selbst noch verzehren würde. Verdorbene Ware wird fachgerecht entsorgt. Die Mengen pro Abholung bewegen sich je nach Betrieb im Bereich von 25 bis 50 Kilogramm. Auch im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg sind regelmäßig Lebensmittelretter im Einsatz, um Überschüsse abzuholen, zu verteilen oder bei gemeinschaftlichen Kochaktionen zu verwerten.

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