Schlagwort: Ortsbeirat 12

Wenn die Heizung kalt bleibt und Informationen fehlen

Martin Giehl, Vorstand Mainova AG (links) und Dirk Remmert, Geschäftsführer FES (rechts)

Am 23. Oktober 2025 blieb es am Riedberg sowie in Teilen der Nordweststadt und des Mertonviertels plötzlich kalt. Für viele begann der Herbstmorgen ungewohnt unerquicklich: Die Dusche war höchstens lauwarm und die Wohnung wollte einfach nicht richtig warm werden. Ursache war ein Ausfall der Fernwärmeversorgung.

Wer in dieser Situation zum Smartphone griff und online nach einer schnellen Erklärung suchte, wurde zunächst jedoch nicht fündig. Auf der Website der Mainova AG war keine aktuelle Störungsmeldung veröffentlicht. So blieben viele Betroffene erst einmal ratlos und suchten die Ursache in den eigenen vier Wänden. Nicht wenige vermuteten einen Defekt an der eigenen Heizungsanlage. Manche Anwohner reagierten deshalb umgehend und beauftragten vorsorglich einen Fachbetrieb – nur um später zu erfahren, dass die Störung gar nicht im eigenen Haus lag. Zu den kalten Räumen und dem ausgefallenen Warmwasser kam bei einigen somit auch noch der Ärger über vermeidbare Kosten hinzu.

Der Ortsbeirat 12 forderte daraufhin in einem Antrag vom 31. Oktober 2025, die Störungskommunikation der Mainova deutlich spürbar zu verbessern. Eine gut sichtbare Rubrik „Aktuelle Störung: Status und Ausblick“ auf der Startseite der Website sei aus Sicht des Gremiums diesbezüglich ein wichtiger Fortschritt. Zudem solle geprüft werden, ob betroffene Kunden aktiv per E-Mail oder SMS informiert werden können- dem Energieversorger liegen viele dieser Kontaktdaten ohnehin schon vor.

Als positives Beispiel nannte der Ortsbeirat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), die bei Störungen im Nahverkehr schnell und zuverlässig auf ihrer Website informiert. Bei der Fernwärmeversorgung käme es glücklicherweise seltener zu Ausfällen. Gerade dann sei aber eine klare Kommunikationsstrategie für den Ernstfall von großer Bedeutung.

Stellungnahme der Mainova AG

In der Folge des Antrags hat der Magistrat der Stadt Frankfurt die Mainova um Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen verweist nun in einer aktuellen Äußerung vom 09. Februar 2026 auf einen standardisierten Ablauf für öffentlichkeitswirksame Störungen. Im konkreten Fall vom Oktober war das Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH betroffen, an dem neben Mainova auch die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) beteiligt ist. Die FES übernahm die Kommunikation im konkreten Fall federführend und informierte nach eigenen Angaben am Morgen des 23. Oktobers per E-Mail-Verteiler. Darüber hinaus beantwortete die FES Presseanfragen und veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien. Auch Mainova meldete sich über ihren Service-Account auf der Plattform X.

Die Wärmeversorgung konnte noch am selben Vormittag wieder aufgenommen werden. Andere Kraftwerke im Verbund erhöhten ihre Leistung zwischenzeitlich, um den Ausfall auszugleichen. Allerdings braucht ein Fernwärmesystem Zeit: Bis die Wärme wieder alle Wohnungen erreichen konnte, vergingen mehrere Stunden- teils hielt die Störung sogar bis zum nächsten Tag an.

Der Vorfall vom 23. Oktober zeigt, wie eng technische Versorgung und eine transparente Kommunikation zusammenhängen. Wenn die Heizung und die Warmwasserversorgung im Stadtteil ausfallen, geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern konkret um den Alltag der Riedberger. Eine schnelle, zugängliche Meldung kann Unsicherheiten vermeiden und unnötigen Ärger leicht umgehen. Ob die bestehenden Informationswege im Ernstfall nun ausreichen oder gegebenenfalls optimiert werden müssen, wird nun weiter zu diskutieren sein.

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SPD fordert Überdachung der Bushaltestelle Campus Riedberg

Bushaltestelle Uni Campus Riedberg

Wer derzeit am Uni Campus Riedberg auf den Bus wartet, braucht vor allem zwei Dinge: eine wetterfeste Jacke und Geduld. An der zugehörigen Haltestelle fehlt es bislang an überdachten Wartebereichen und Sitzmöglichkeiten. Gerade bei Regen, Wind oder winterlichen Temperaturen stehen Fahrgäste oft ungeschützt am Straßenrand. Um die Situation langfristig zu verbessern, fordert die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 entsprechende Maßnahmen.

Im Rahmen des Antrags vom 09. Januar plädierte Susanne Kassold dafür, in beide Richtungen Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu errichten. Die Forderung knüpft unmittelbar an die Alltagserfahrung vieler Menschen vor Ort an. Neben Studierenden und Mitarbeitern der Universität nutzen auch zahlreiche Schulkinder sowie einkaufende Anwohner die Busverbindung regelmäßig. Besonders ältere Menschen sind auf ausreichende Sitzgelegenheiten angewiesen.

Dabei zählt der Campus Riedberg zu den dynamischsten Standorten in Frankfurt am Main. Als naturwissenschaftlicher Schwerpunkt der Goethe-Universität Frankfurt zieht er täglich tausende Studierende, Forschende und Beschäftigte an. Mit weiteren geplanten Gebäuden und wachsender Infrastruktur dürfte die Bedeutung des Standorts in den kommenden Jahren noch zunehmen – und damit auch die Zahl der Fahrgäste, die auf eine funktionierende und komfortable Busanbindung angewiesen sind.

Ursprünglich stand eine Verlegung der Haltestelle in Richtung Riedbergplatz im Raum. Angesichts seines geplanten Umbaus ab Herbst 2026 wurde dieses Vorhaben jedoch verworfen. Stattdessen soll der Fokus nun darauf liegen, die bestehenden Haltepunkte aufzuwerten und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Formell kann der Ortsbeirat lediglich eine Anregung gegenüber der Stadt Frankfurt aussprechen. Es liegt nun also erst einmal am Magistrat, die zuständige Nahverkehrsgesellschaft traffiQ um Prüfung und Umsetzung der Ideen zu bitten. Dabei müssen Fragen der baulichen Voraussetzungen ebenso wie die Finanzierung und die zeitliche Planung geklärt werden.

Ab wann tatsächlich neue Wartehäuschen entstehen könnten, bleibt noch offen. Erfahrungsgemäß vergehen zwischen einem solchen Antrag und dessen Umsetzung oft mehrere Monate oder sogar Jahre. Für die Fahrgäste am Campus Riedberg wäre ein überdachter Unterstand jedoch eine einfache, aber bedeutsame Erleichterung im Alltag. Gerade bei schlechtem Wetter würde er das Warten angenehmer machen und den öffentlichen Nahverkehr zukunftstauglicher gestalten. Nun bleibt abzuwarten, wie der Magistrat und traffiQ auf die Anregung reagieren und ob die Haltestelle künftig besser auf die Bedürfnisse seiner vielen Nutzer vorbereitet wird.

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Kinderwanderweg vor Neugestaltung

Kinderwanderweg

Es war einmal vor vielen Jahren, da erkannte man, dass Kinder immer weniger zu Fuß unterwegs sind und ihren Stadtteil daher auch nur wenig erkunden. Elterntaxis haben eben auch ihre Nebenwirkungen. Auch auf dem Riedberg kannten Kinder die schönen Grünalgen und landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht.

So entwickelten Pädagogen der Grundschule Riedberg mit der damaligen Klasse 4b einen Kinderwanderweg, der 2012 fertiggestellt wurde. Der Rundwanderweg umfasste 15 Stationen und zog sich über 4,5 km hin. Start und Ziel sind am Bonifatiusbrunnen. Sie hatten sich mit dieser Idee am Bildungswettbewerb „Stadt der Zukunft“ beteiligt, um Menschen für das Wandern zu begeistern. Dabei tüftelten sie nicht nur die Route aus, sondern entwickelten auch Fragen und Aktionen für die Wegstationen.

Die Kosten von rund 11.000 Euro übernahmen das Grünflächenamt sowie etliche Sponsoren. Inzwischen ist ein Teil der Holzstelen verschmutzt, verwittert, oder beschädigt. Und die Texte lassen sich oft nicht mehr entziffern. 2020 wollten die Parteien im Ortsbeirat (12) dies ändern. Entsprechende Anträge wurden verabschiedet.

Und so sieht die Planung derzeit aus:

  • Die Zahl der Stelen soll um 2 auf 17 erhöht werden.
  • Die Stelen sollen die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN aufgreifen.
  • Eine Arbeitsgruppe aus Kinderbeauftragten, Grund- und Gymnasiallehrer*innen sowie der Ortsvorsteherin hat sich des Themas angenommen. Die Lehrkräfte erarbeiten zusammen mit Kindern Fragen und Antworten für die neue Beschriftung. Beteiligt sind sowohl das Gymnasium Riedberg als auch eine dritte Klasse der Marie-Curie-Grundschule.
  • Es sollen nicht nur die jüngeren Kinder, sondern auch die Heranwachsenden altersgerechte Fragestellungen bekommen.
  • Für jüngere Kinder soll es die Fragen weiterhin analog auf den Stelen geben, für die Älteren soll statt eines Textes auf der Oberfläche ein QR-Code aufgedruckt werden, der mit dem Handy gescannt werden kann und dann über einen Internet-Link zu der Seite führt auf der die Fragen und Antworten stehen. So können die Fragen bei Bedarf auch wieder aktualisiert oder ausgetauscht werden.

Die Kosten könnten über einen Zuschuss der Stadt oder aus dem Budget des Ortsbeirates (12) getragen werden.


Verwandter Link

 

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Der Stadtteilpreis wird wieder ausgeschrieben

Urkunde Stadtteilpreis

Der Ortsbeirat 12 lobt den Stadtteilpreis 2024 für Aktivitäten, die das Zusammenleben in den Ortsteilen Kalbach und/oder Riedberg fördern, aus. Dazu sollen Ideen entwickelt und Projekte gestartet werden mit dem Ziel, die Weiterentwicklung des sozialen Zusammenlebens im Stadtteil zu fördern.

Der Stadtteilpreis wird für Arbeiten von Bürgern, Vereinen, Schulen und Initiativen, die sich im oben genannten Sinne verdient gemacht haben, ausgelobt. Als Preis stellt der Ortsbeirat 500 Euro aus den verfügbaren Haushaltsmitteln für Öffentlichkeitsarbeit bereit.

Über die Vergabe entscheidet der Ortsbeirat in nicht öffentlicher Sitzung durch einfache Mehrheit nach Vorsichtung einer Jury, bestehend aus je einem Mitglied jeder Fraktion sowie den fraktionslosen Mitgliedern des Ortsbeirates.

Der Vorsitz der Jury wird innerhalb der Jury bestimmt. Der Preis kann nicht zweimal in Folge demselben Preisträger verliehen werden. Die Übergabe an den Preisträger erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung im Jahr 2025.

Das Ende der Bewerbungsfrist ist der 31.10.2024.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung oder Vorschläge mit einer Kurzbeschreibung bis zum 31.10.2024 beim Büro der Stadtverordnetenversammlung, Stichwort „Stadtteilpreis des Ortsbeirates 12“, Bethmannstraße 3, 60311 Frankfurt am Main, oder per eMail an ortsbeiraete@stadt-frankfurt.de ein.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Ortsvorsteherin Ulrike Neißner – eMail: Ortsvorsteherin-Kalbach-Riedberg@web.de.


Die letzten Stadtteilpreise wurden vergeben an:

  • 2023: Riedberger Sport- und Kulturverein
  • 2022: Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) der Grundschule Kalbach
  • 2021: Demenzzentrum „Trotzdem Aktiv“
  • 2020: Riedberger Sport- und Kulturverein
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