Kategorie: AktuelleNEWS

Streckentipps für Neu-Riedberger und Neu-Radfahrer

Fahrrad-Abstellanlage in Kalbach

Vom Riedberg aus führen viele Wege mit dem Rad in andere Stadtteile und die umliegenden Städte. Doch in einer neuen Umgebung einen möglichst schnellen und sicheren Weg mit dem Rad zu finden, ist oft nicht einfach. Die Wegführung durch das eigene Handy reicht dafür zum Teil nicht aus – etwa beim Fahren mit Kindern. Auch beim Umstieg vom Auto aufs Fahrrad muss man sich umorientieren, was im Alltag oft schwerfällt. Da ist es gut, wenn man Unterstützung durch andere erhalten kann.

Es ist auch motivierender und macht mehr Spaß, zu zweit oder in kleinen Gruppen neue Wege zu erkunden und sich so Frankfurt und seine Umgebung zu erschließen. Ob es um die Strecke zum Arbeitsplatz oder um Wege zu bestimmten Geschäften geht, je mehr Wege man kennt, um so vertrauter wird einem die Stadt, in der man lebt. Gerade wenn man mit den Örtlichkeiten noch nicht so vertraut ist, ist es schön, in Begleitung zu fahren.

Wer Interesse an solch einer Begleitung hat, kann sich an die Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. unter radfahren@klimaschutz-initiative-riedberg.de wenden. Der Verein vermittelt, soweit möglich, einen Radfahrer oder eine Radfahrerin, die mit Ihnen gemeinsam den Weg fährt. Bei vermehrtem Interesse an bestimmten Strecken bietet der Verein gemeinsame Fahrradtouren zu dem gewünschten Ziel an. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite: Radfahren am Riedberg – Klimaschutz-Initiative Riedberg e.V. (klimaschutz-initiative-riedberg.de) .

Gibt es auch Wegbeschreibungen?

Wer bisher noch nicht mit dem Fahrrad zum Nordwestzentrum oder ins Eschersheimer Freibad gefahren ist und dies einmal ausprobieren möchte, findet auf der Webseite des Vereins aktuelle Wegbeschreibungen zu diesen und anderen Zielen: http://www.klimaschutz-initiative-riedberg.de/ausfluege-mit-kindern/2/. Diese eignen sich auch für das Fahren mit Kindern. Sie sind so aufgebaut, dass die Strecken zunehmend länger werden und mehr Steigungen enthalten, so dass man seine Kinder auch gut an das Radfahren heranführen kann.

Wer den Verein unterstützen möchte und weitere Strecken (z. B. in die Innenstadt oder nach Oberursel) beschreiben möchte, sendet gerne eine Karte mit dem markierten Weg, eine kurze Wegbeschreibung und ein paar Fotos zur besseren Orientierung an den Verein. Diese können dann auf der Vereins-Homepage den anderen Riedbergern zur Verfügung gestellt werden.

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Junge Menschen wagen ein christliches Pionierprojekt am Riedberg

Engels und Lemenagers

Am Riedberg ist derzeit ein ganz junges Pflänzchen dabei, seine Sprossen aus der Erde hervorzuschieben. „Mosaik Riedberg“, eine kleine multikulturelle Gemeinschaft, stemmt sich gegen den großen Trend der Kirchenaustritte und richtet sich an Menschen, die Interesse haben, den christlichen Glauben anders zu erleben.

Vor einigen Jahren gab es hier am Riedberg noch die Freikirche „Frankfurt Connect“ mit den Pastoren Nils Fastenrath und Paulus Birker. Leider war auf dem Riedberg kein bezahlbarer Raum für regelmäßige Gottesdienste verfügbar. So fusionierte das ehemalige „Riedbergprojekt“ mit einer Gemeinde in Praunheim/Hausen und fokussiert sich seitdem auf den neuen Standort.

Neben der evangelischen Riedberggemeinde und der katholischen Kirche Sankt Edith Stein blieb somit nur noch die Josua-Gemeinde als Freikirche für die über 16.000 Menschen, die inzwischen hier auf dem Riedberg leben und arbeiten.

Markus Engel und seine Frau Madita kommen aus der Mosaikkirche in der Nordweststadt (zugehörig zum Gnadauer Verband, einem freien Werk innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschland) und zogen im September 2021 auf den Riedberg, um „Mosaik Riedberg“ als Tochterprojekt zu gründen. Seitdem versuchen sie ein Gefühl dafür zu bekommen, was die Menschen hier in diesem modernen Stadtteil wirklich bewegt, wie eine multikulturelle Kirche aussehen könnte und welchen Beitrag sie in den Stadtteil einbringen können.

Sie verstehen Kirche nicht als Gebäude oder Veranstaltung, sondern als vielfältige Gemeinschaft von Menschen, die im Alltag mit Gott und miteinander unterwegs sind und einander im täglichen Leben unterstützen. Neben einem multikulturellen Bibelkreis mit etwa 25 Leuten inklusive Kindern und Jugendlichen und monatlichen Wohnzimmergottesdiensten arbeiten sie derzeit in gemeinsamen Projekten mit der Josua-Gemeinde zusammen und unterstützen deren Kulturinitiative „Kultur in der Aula“.

Da der Riedberg als Stadtteil bereits sehr reich an unterschiedlichen sozialen und ökologischen und sportlich-kulturellen Initiativen und Gemeinden ist, würden die jungen Leute gerne auch mit ihrer multikulturellen Perspektive unterstützen, was es schon gibt, und viel kooperieren.

Darüber hinaus haben sie eine Reihe von Ideen, sowohl für einige Projekte nichtreligiöser Natur (English Holiday Camp, Workshops „Kulturen verstehen“, Meal-Trains für Familien in zeitlich besonders stressigen Phasen), als auch Projekte mit bewusst christlicher Ausrichtung (christliche Jugendgruppe, After-Work Meditationen).

Logo Mosaik Riedberg

Wer Näheres wissen möchte, kann sich gerne über die Website https://www.mosaik-riedberg.de an die Gemeinde wenden.

 

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Mehr Unterstützung für die Sportvereine und die Sportinfrastruktur

Hessen wählt Sport - Podiumsdiskussion des Sportkreises Frankfurt

Am 8. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag für die Legislaturperiode ab Januar 2024. Bei der Diskussionsrunde des Sportkreis Frankfurt am Main e. V. bestand große Einigkeit darin, dass dem hohen gesellschaftlichen Stellenwert von Sport und Bewegung, insbesondere für das soziale Miteinander, Gesundheit und Resilienz (Widerstandsfähigkeit), ein ebenso angemessener Platz in parteipolitischen Programmen und vor allem bei Entscheidungen beizumessen sei.

Trotz der unterschiedlichen Positionen der Teilnehmer bestand insbesondere Einigkeit in der gesellschaftlichen Bedeutung des Sports und der Sportvereine. Dementsprechend war die Zustimmung hoch, gemeinsame Lösungen zu finden, um die Sanierung von Sportstätten und mehr Unterstützung statt „Verwaltungsbürokratie“ für das Ehrenamt in den Vereinen zu erreichen.

Nach intensiven Diskussionen wurden folgende Eckpunkte herausgearbeitet:

  • Es wird erwartet, dass die Probleme des Schulsports aufgrund des Personalmangels bei Lehrkräften bald noch größer werden könnten.
  • Selbst in Frankfurt droht, dass WHO-Empfehlungen zu den Sport- und Bewegungszeiten in den Schulen bald nicht mehr eingehalten werden können.
  • In den vorliegenden Wahlprogrammen tauchen die Themen Sport, in Verbindung mit Schule und Bildung, kaum auf, obwohl zahlreiche Befunde vorliegen, die u. a. belegen, dass „Sport schlau macht.“
  • Hervorgehoben wurde auch die Notwendigkeit, die Angebote für Mädchen im Sport zu verbessern, was über gezielte Förderung, Vorbilder und mehr „Empowerment“ erreicht werden könnte.
  • Die Übernahme von Verantwortung sowie die gezielte Zusammenarbeit von Vertretern aus Sport und Politik – auch mit Unterstützung der Wirtschaft – um gemeinsam kreative und gute Lösungen zu finden ist unbedingt erforderlich.
  • Nachhaltiger als bisher könnten von einer Landesregierung die erfolgreichen Projekte von Sportvereinen und Sportkreisen bzw. Kommunen gefördert werden. (Das bewährte Frankfurter Leuchtturm-Projekt »Schulkids in Bewegung« kann als Beispiel für eine auch über Frankfurt hinausgehende Förderung nur empfohlen werden)
  • Nicht nur im Bereich Schule und Sportverein sind Kooperationen geboten. Für den Sport in Frankfurt wird der Sportkreis einen „Runden Tisch“ von Sportvereinen und Magistrat vorbereiten. Das Ziel: „Mehr Service der Verwaltung für den Sport“.
  • Darüber hinaus gehörten zu den (Dauer-)Aufgaben des Sportkreises und seiner Partner die Bewegung im öffentlichen Raum zu fördern, indem mehr Sportflächen in der Stadtplanung ausgewiesen werden.

Der Sportkreis Frankfurt e. V.
ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine. Er ist dem Landessportbund Hessen angeschlossen und vertritt die Interessen der rund 415 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 292.000 Sportlern. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.

Weiterführende Links

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Die Gebäude der „Deutsche Carbone“ ein Industriedenkmal

Die Firma Mersen in Kalbach

In der Talstraße 112 stehen Backsteinbauten. Es sieht aus und riecht wie Fabrik und tatsächlich, wurde sie 1897 in Frankfurt unter dem Namen »Societe anonyme le Carbone« gegründet, mit dem Geschäftszweck „Fabrikation und Verkauf der in der Elektrizität angewandten Kohlen“ auf preußischem Territorium.

Die heutige Mersen Deutschland Holding GmbH & Co KG, eine Tochtergesellschaft der französischen Unternehmensgruppe Mersen S.A., ist nun seit 126 Jahren in Frankfurt-Kalbach ansässig. Sie überstand ohne Eigentümerwechsel zwei Weltkriege.

1923 wurde die »Societe anonyme le Carbone« AG in die die Kohlebürstenfabrik »Deutsche Carbone AG« umgewandelt. Nach einem Umbau und der Neueinrichtung der Fabrik 5 Jahre später konnte sich die Firma fest am Markt etablieren. Im Verlauf der weiteren Unternehmensgeschichte kam es auf Grund der erfolgreichen Geschäfte kontinuierlich zu Kapazitätserweiterungen und Kapitalerhöhungen.

„1943 setzte die Firma nachweislich 44 Zwangsarbeitskräfte aus Frankreich ein, darunter war eine Frau. Eine der Baracken des Lagers steht heute noch und wurde vom Denkmalamt dokumentiert. Es handelt sich um die einzige noch erhaltene Zwangsarbeiterbaracke in Frankfurt. Die Polizei meldete in der Nachkriegszeit, dass das Lager von November 1942 bis zum Einmarsch der Alliierten bestand, wie ein Dokument aus den Arolsen Archives belegt. Zudem ging sie davon aus, dass bis zu 50 Zwangsarbeiter im Lager untergebracht waren.“ (Quelle: Historisches Museum Frankfurt)

Zwangsarbeiterlager - Deutsche Carbone AG

Foto: Unbekannt, ca. 1900, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt
Abbildung: schwarz-weiß Fotografie der Fabrik Carbone AG, Außenansicht

Zuletzt wurde 1989 eine neue Betriebshalle für den unternehmensinternen Werkzeug- und Maschinenbaubereich eingeweiht.

2010 wurde die damalige Mutter-Firma „Carbone Lorraine“, die in über 40 Ländern weltweit Geschäfte betreibt in Mersen S. A. umbenannt. Dieser Name ist zum einen eine Hommage an Marin Mersenne, Mathematiker und Philosoph des 17. Jahrhunderts, zum anderen aber auch die Abkürzung von Material, Electrical, Research, Sustainable, Energy (Material, Elektrisch, Forschung, Nachhaltigkeit, Energie). Die Firma Mersen beschäftigt 7.000 Mitarbeiter in 40 Ländern. Der Umsatz weltweit liegt bei einer Milliarde Euro.

Im selben Jahr (2010) verkaufte die Firma 22.000 Quadratmeter ihres Areals an die Stadt Frankfurt. Aus einer möglichen Expansion wurde allerdings nichts. Die Immobilie wurde von der Stadt erworben, um eine geordnete städtebauliche Entwicklung in diesem Teil Kalbachs zu gewährleisten und dem Unternehmen zu der benötigten Liquidität zu verhelfen. Der Verkaufserlös sollte von dem Unternehmen genutzt werden, um die Produktionsanlagen zu modernisieren und damit den Standort Kalbach dauerhaft zu sichern.

Mersen verzeichnet hier in Kalbach eine ständig wachsende Nachfrage aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Elektroantriebe. Die Firma ist ein Produzent von technischen Bauteilen und Zubehörmaterial für elektrische Motoren.

Sie beschäftigte mal über 659 (Stand 1973) Mitarbeiter vor Ort. 2010 waren es dann schon nur noch 55 und 25 von ihnen wurde auch noch gekündigt. Teile der Produktion wurde 2015 von Kalbach in das französische Werk nach Amiens verlagert.

Im Jahr 2009 wurde die Automobil-Kohlesparte an das Unternehmen AVO Carbon ausgelagert. Derzeit produziert AVO Carbon die Kohlebürsten ausschließlich auf dem Gelände von MERSEN.

Zu den hauptsächlich vertriebenen Produkten gehören unter anderem Kohlebürsten, Messgeräte und Pflegemittel. Darüber hinaus werden auch Leistungsbürsten, Erdungsbürsten, Stromübertragung, Blitzschutz sowie Dienstleistungen wie Motoranalysen und Vor-Ort-Revisionen angeboten.

Die Bedeutung der Firma für den Ort ist so groß, dass eigens eine Straße nach ihr benannt wurde. Selbst im Weltraum findet man Produkte von Mersen. Die Hochpräzisionsmotoren des NASA Mars-Rovers „Opportunity“, der seit vielen Jahren ohne Unterbrechung den roten Planeten erkundet, sind mit Kohlebürsten zur Stromübertragung aus Kalbach ausgestattet.

Im Mai 2023 ist die Firma Mersen nun von der Talstraße 112 nach Bad Homburg in die Gartenstraße 25-29 umgezogen. Das bedeutet, dass zurzeit nur noch die Firma AVO Carbon in der Talstraße verblieben ist. Da das Gelände von einem Privatinvestor erworben wurde, zahlt AVO Carbon seine Miete nicht mehr an Mersen, sondern an den neuen Investor.

Mit großer Mehrheit hat sich der Ortsbeirat 12 nun dafür ausgesprochen, dass das alte Kalbacher Werksgebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, da der Bau „stadtteilprägend“ sei.

Lange Zeit sei es der Hauptarbeitgeber für die Bewohner der einst selbstständigen Gemeinde gewesen. „Da es sich bei dem Backsteingebäude in Frankfurt um einen der wenigen verbliebenen typischen Industriegebäude handelt, ist dieses erhaltenswert und denkmalschutzwürdig“, heißt es in dem Antrag.

Im Mai 2023 hatte das Gremium beschlossen, dass an dem Gebäude eine Gedenktafel angebracht werden soll, zur Erinnerung an die dort beschäftigten Zwangsarbeiter.

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Gehen oder Bleiben? Die Forschung zählt!

Wissenschaftler aus der Ukraine am FIAS

Das FIAS als vorübergehende Heimat für ukrainische Forschende

Sieben ukrainische Wissenschaftler hatte das »Frankfurt Institute for Advanced Studies« (FIAS) nach dem Angriff auf ihr Land vergangenes Jahr aufgenommen. Wie geht es ihnen heute?

Dr. Roman Poberezhnyuk

lobt „die großartige Arbeitsumgebung“ am FIAS. Er hatte schon vor dem Krieg mehrere Monate als Gastwissenschaftler am FIAS verbracht. So konnte er seine wissenschaftlichen Kontakte nutzen und hier umgehend Unterstützung und Unterkunft finden. Herr Poberezhnyuk arbeitet schon seit Jahren mit Forschenden der Gruppe von Prof. Horst Stöcker am FIAS zusammen, um die thermodynamischen Eigenschaften dichter elementarer Materie zu verstehen.

Die Wohnungssuche sei nicht einfach gewesen, und auch die Aufenthaltsgenehmigung verzögerte sich. Aber davon abgesehen sind Herr Poberezhnyuk und seine ebenfalls hier lebende Freundin rundum zufrieden. Er verfasste während seines Aufenthalts 4 Veröffentlichungen, 2 weitere sind in Arbeit. Seine Karriere will der Physiker ab nächstem Jahr in den USA fortsetzen, wo er im Institut eines Kollegen eine Stelle als Postdoktorand angeboten bekam.

Eine Rückkehr in die Ukraine hänge von den Forschungsmöglichkeiten nach dem Krieg ab. Vor dem russischen Angriff habe es eine positive Entwicklung bei den Fördergeldern gegeben, die ermöglichten, von der Forschung zu leben. Wie sich das künftig entwickeln wird, ist völlig offen.

Oleksandr Stashko & Oleh Savchuk

Dr. Poberezhnyuk Kollegen sind bereits als Doktoranden in die USA weitergezogen. Sie hatten beide zeitweise Aufnahme am FIAS gefunden und waren „sehr dankbar für die prompte Rundum-Unterstützung des Forschungsaufenthalts“ in Frankfurt.

Prof. Mark Gorenstein

hingegen ist im April nach Kyjiw zurückgekehrt. Der Forschungsleiter am dortigen Bogolyubov-Institut für Theoretische Physik an der Nationalen Akademie für Wissenschaften der Ukraine war ein Jahr zuvor angesichts der Bombardements in Kyjiw samt Familie nach Deutschland geflohen.

„Auch heute schlafen wir schlecht, jede Nacht gibt es Bombenangriffe“, beschreibt Prof. Gorenstein die bedrückende Atmosphäre in Kyjiw. Glücklicherweise werde wenig zerstört – dank der Flugabwehr. Warum er dennoch zurückgekehrt ist? „Die Unterstützung, für die ich dem FIAS und der Alexander von Humboldt-Stiftung sehr dankbar bin, endete. Ich hätte als Flüchtling in Deutschland bleiben können, wollte aber meine Arbeit in Kyjiw fortsetzen“.

Diesen Schritt habe er nicht bereut. Das Institut in Kyjiw und die Wissenschaftler vor Ort arbeiteten, auch wenn die meisten Seminar online stattfänden. 2001 erhielt Prof. Gorenstein den Alexander von Humboldt-Preis für seine Forschung zu Phasenübergängen und deren Signaturen in Kooperation mit dem FIAS und der GSI in Darmstadt.

Er hatte 2022 ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten und lebte mit Frau, Tochter und Enkeltochter in Frankfurt. Prof. Gorenstein lobt die fruchtbare Zusammenarbeit mit den FIAS-Kollegen, die Unterstützung und die Hilfsbereitschaft aller Mitarbeitenden. „Während meines Aufenthalts in Frankfurt entstanden 7 Veröffentlichungen“.

Prof. Dmytro Anchyshkin

Prof. Gorensteins Kollege, selbst Professor vom Bogolyubov-Institut, hat sich hingegen entschieden, erstmal als Flüchtling in Deutschland zu bleiben. Er hatte 4 Monate lang als Gastprofessor am FIAS gearbeitet. Jetzt nehmen er und seine Frau die staatliche Unterstützung, um weiter am FIAS zu arbeiten. Hier wird ihm ein Arbeitsplatz zu Verfügung gestellt.

Er überlegt, nach Kyjiw zurückzukehren, um mit jungen Wissenschaftlern zu arbeiten. Doch ein Besuch des Ehepaars in der Ukraine um Weihnachten herum war erschreckend: „Wegen der Bombardierung gab es stundenlang weder Strom, noch Internet, Heizung oder Wasser“. Prof. Anchyshkin ist sehr dankbar für die herzliche Gastfreundschaft und Unterstützung durch die FIAS-Verwaltung und die FIAS-Forschenden, allen voran Herrn Prof. Stöcker.

Zhanna Khuranova

hatte 2020 ihren Master in Physik abgeschlossen. Sie wollte sich ohnehin für eine Doktorandenstelle in Deutschland bewerben – der Krieg konkretisierte diesen Wunsch. Oleh Savchuk vermittelte ihr Kontakte am FIAS. Vergangenen August lernte sie so PD Dr. Benjamin Dönigus kennen. Bei ihm promoviert sie nun seit Anfang des Jahres am Fachbereich Physik der Goethe-Universität zur Vorhersage und Messung von Hadronen, subatomaren Teilchen, die von einer starken Wechselwirkung zusammengehalten werden.

„Ich bin froh, dass sich Prof. Stöcker vom FIAS für mich eingesetzt hat und bin sehr glücklich mit meinem aktuellen Forschungsthema, meinem Betreuer und der Unterstützung durch den Bund“, so Khuranova. Dass sie jemals in die Ukraine zurückkehren wird, bezweifelt sie: „Meine Familie lebt in den USA“. Und ein Aufenthalt am CERN in Genf lockt sie als wissenschaftliche Herausforderung.

Maria Khelashvili

hatte am Bogolyubov-Institut ihre Promotion über ultraleichte dunkle Materie begonnen. Sie war sehr froh, am FIAS ihre Forschung vorläufig fortsetzen zu können, dank eines Stipendiums der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Ihre Arbeit über ultraleichte und axionartige Kandidaten für dunkle Materie verfolgt sie nun als Gastdoktorandin an der Princeton University (USA). „All das wäre ohne die anfängliche und sehr prompte Unterstützung durch das FIAS nicht möglich“, betont sie voller Dankbarkeit.

Danylo Batulin

hat vor wenigen Wochen am FIAS promoviert. Er kam bereits 2016 aus der besetzten Region Luhansk nach Deutschland. Er erzählt, dass einige seiner Freunde und Familienmitglieder seit dem Einmarsch verwundet oder getötet wurden. Die Immobilien seiner Familie sind zerstört.

Anfangs sei ihm die Normalität des Lebens hier schwergefallen – angesichts von Festivals, Musik und Feiern. „Mir hat es geholfen damit umzugehen, indem ich Freiwilligenprojekten der Ukraine von hier aus unterstützt habe“.

Er lobt: „Großartig, wie schnell und effektiv die FIAS-Verwaltung auf die Invasion reagierte. Die symbolische große ukrainische Flagge über dem FIAS hat mich sehr bewegt“. Begeistert ist er von seinem Doktorvater Jochen Triesch, in dessen Arbeitsgruppe er 2 Veröffentlichungen verfasste.

Hilfe durch das FIAS

„Das FIAS unterstützt weiterhin wo immer möglich Wissenschaftler, die in der Heimat bedroht sind und ihre Forschung nicht fortsetzen können“, betont FIAS-Direktor Eckhard Elsen. Die Zusammenarbeit mit Geldgebern wie der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Stiftung Polytechnischer Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft erlaube es dann, Forschenden aus aller Welt – zumindest zeitweise – eine Heimat zu geben.

Vorrangiges Ziel bleibe aber, ihnen zuhause langfristig ein erstrebenswertes Arbeitsumfeld zu ermöglichen und das durch Zusammenarbeit zu stärken. So erwägt das FIAS beispielsweise landes- und fachübergreifende Konferenzen.

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Niederursel: BMW in Flammen

Teil eines Polizeiwagens

Gestern Abend (25.07.2023) brannte gegen 23:10 Uhr im Paul-Kornfeld-Weg in Niederursel ein BMW vollständig aus. An dem BMW wurde die Seitenscheibe eingeschlagen.

Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Zeugen beobachteten zuvor zwei jüngere, männliche Personen, die sich zügig vom Tatort entfernten. Eine nähere Beschreibung liegt jedoch nicht vor.

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Paul-Kornfeld-Weg

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Paul-Kornfeld-Weg 50.159958, 8.616039

Personen, die sachdienliche Hinweise zur Tat oder möglichen Tätern machen können, werden gebeten, sich telefonisch mit dem örtlich zuständigen Polizeirevier (14. Polizeirevier) unter der Rufnummer 069 – 755 – 11400 in Verbindung zu setzen.

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Aktion für eine sportliche Zukunft in Frankfurt und Hessen

Frau Minkley und der Bahnbabo auf dem Brunnen

Am Sonntag, den 30. Juli, werden Herr Peter Wirth, alias der »Bahnbabo«, und die SPD-Landtagskandidatin Frau Stefanie Minkley in einer gemeinsamen Aktion im Hafenpark und auf dem Riedberg über Sport und Politik reden, Sport treiben und die Wünsche der Frankfurter in Bezug auf Sportanlagen ermitteln.

Eingeladen sind alle Sportbegeisterten ab 10:00 Uhr und solche, die es werden wollen, bei den „mittleren Calisthenics-Stangen“ im Hafenpark im Frankfurter Ostend mitzumachen und ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge für ein sportliches Frankfurt und Hessen zu äußern. Für jeden geäußerten Wunsch gibt es ein kleines Geschenk als Anreiz. Ab 13:00 Uhr wird die Aktion an der Calisthenics-Anlage auf dem Riedberg fortgeführt.

„In Frankfurt ist mit dem Hafenpark ein Vorzeigeprojekt für Sportmöglichkeiten in der Öffentlichkeit entstanden. Aber auch hier fehlen Wasserspender, feste Toiletten und eine Beleuchtung für abendlichen Sport im Winter.“, so Stefanie Minkley, die selbst jahrelang hier eine Calisthenics-Gruppe mit geleitet hat. „Wir laden alle Frankfurter ein, am Sonntag ihre Wünsche einzubringen und mit zu trainieren!“

Peter Wirth, alias der »Bahnbabo«, ist nicht nur durch seine Oberbürgermeisterkandidatur, sondern auch durch seinen beeindruckenden Bizeps und seine außergewöhnliche Flexibilität bekannt. Sein Spitzname wurde ihm von Jugendlichen in der Straßenbahn verliehen, die von seiner Sportlichkeit beeindruckt waren.

Schon bei der Feier zur Oberbürgermeisterwahl haben der »Bahnbabo« und Frau Minkley im Kaisersaal des Römers gemeinsam ihren Spagat zum Besten gegeben. Neben der nötigen Flexibilität, die Herr Wirth gerne betont, wird es am Sonntag aber vor allem darum gehen, wie mehr Menschen an den Sport herangeführt werden können: „Sport im Freien, kostenlos in einer Gruppe – das macht nicht nur Spaß, sondern hat auch einen sozialen und integrativen Charakter.“, so Frau Minkley.

Auch Herr Roland Frischkorn vom Sportkreis Frankfurt, der bereits mehrere Sportgruppen in ihrer Entstehung unterstützt hat, wird am Sonntag mit dabei sein und die Bedeutung der Sportförderung hervorheben.

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Calisthenics Anlage an der Römischen Straße

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Calisthenics Anlage an der Römischen Straße 50.173345, 8.626462

Plakat BahnBabo & Minkley

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Noch keine Finanzierung für ein Kinderhaus

Jugendhaus am Riedberg

Für Jugendliche ab 14 Jahre gibt es neben dem Gymnasium ein Jugendhaus. Aber für Kinder von 6 bis 14 Jahren gibt es derzeit kein offenes Angebot in Form eines Kinderhauses. Nur die verschiedenen Sportvereine bieten für diese Altersgruppe Freizeitangebote an.

Der Ortsbeirat (12) hat dieses Manko an die Stadtverwaltung adressiert und stieß auf offene Ohren. Ein Teil des bestehenden Jugendhauses könnte zu bestimmten Zeiten an Nachmittagen in geringem Umfang genutzt werden. Ob die Jugendlichen begeistert sein werden, wenn nachmittags auch noch die Kinder in den Räumlichkeiten dazu stoßen, bleibt abzuwarten.

Der Evangelische Verein für Jugend- und Sozialarbeit als Träger der Räumlichkeiten hat den entsprechenden Bedarf an zusätzlichem Personal kalkuliert und je nach Angebotsumfang mal auf anfänglich 200.000 Euro pro Jahr für zwei Vollzeitstellen geschätzt.

Je nach Budgetlage kann der Evangelische Verein auch Eigenmittel hinzuschießen. In Zeiten sinkender Kirchensteuern werden aber auch diese Mittel immer knapper. Aber selbst, wenn die Mittel bereitstehen, müssen die passenden Fachkräfte am Markt noch gefunden werden.

So bleibt derzeit für die Kinder des Ortsteils Kalbach-Riedberg nur das Kinder- und Jugendhaus in Kalbach in der Straße „Am Brunnengarten 19“. (http://kiju-kalbach.junetz.de/)

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Das DamDam am Kautenhof

Kautenhof 27.02.2023

Im Mai dieses Jahres hatte das DamDam am Kautenhof eröffnet. Zuerst im Rahmen eines Soft-Openings mit einer provisorischen Speisekarte. Inzwischen sind einige Monate vergangen und das Lokal hat sich etabliert. Entsprechend ist auch die Speisekarte inzwischen erweitert worden.

Engpass könnte derzeit noch der Mangel an Fachkräften sein, da der eine oder andere Gast bis zu einer Stunde auf sein Essen warten musste. Wie auf Facebook berichtet wird, hat das Lokal nicht nur ab 17:30 Uhr auf, sondern auch mittags von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr, samstags und sonntags sogar durchgehend von 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr.

Ein Gast berichtete: „Wir waren zweimal nachmittags im DamDam, in unterschiedlicher Zusammensetzung. Einmal zu fünft und einmal zu zehnt. Da wir immer die einzigen Gäste waren, hatten wir unter den Pavillons genug Schatten. Das Essen war sehr gut, hat allen geschmeckt und auch von den Portionen gereicht!“

Menükarte

Dienstag bis Freitag 17:30 Uhr – 22:00 Uhr / Samstag – Sonntag und an Feiertagen

Vorspeisen
1 Galbi Mandu (4 Stück)
Frittierte Maultaschen mit einer Füllung aus mariniertem Schweine- und Rindfleisch
6 €
2 Tofu Gemüse Mandu (5 Stück)
Frittierte Maultaschen mit einer Füllung aus Tofu und Gemüse
6 €
3 Chicken Mandu (6 Stück)
Frittierte Maultaschen mit einer Füllung aus mariniertem Hühnchenfleisch
6 €
4 Kimchi Mandu (4 Stück)
Frittierte Maultaschen mit einer Füllung aus Kimchi und Schweinefleisch
6 €
5 Kimchi Jeon
Koreanischer Pfannkuchen auf Basis von Kimchi
10 €
Hauptgerichte
Alle Gerichte (11-80) werden mit Reis und Beilage serviert.
11 Bulgogi
Mariniertes Rindfleisch mit verschiedenem Gemüse
13 €
12 Daeji Bulgogi
Mariniertes Schweinefleisch mit verschiedenem Gemüse
13 €
13 Chicken Bulgogi
Mariniertes Hühnchenfleisch mit verschiedenem Gemüse
13 €
22 Jaeyuk Bokkeum
In Chilipaste mariniertes Schweinefleisch mit verschiedenem Gemüse
13 €
23 Spicy Chicken Bokkeum
In Chilipaste mariniertes Hühnchenfleisch mit verschiedenem Gemüse
13 €
24 Spicy Tofu Bokkeum
In Chilipaste marinierter Tofu mit verschiedenem Gemüse
13 €
31 Bulgogi Bibimbap (low warm)
Reisbowl mit Rindfleisch, verschiedenes Gemüse, Spiegelei und Chilipaste zum selber Würzen
13 €
32 Daejigogi Bibimbap (low warm)
Reisbowl mit Schweinefleisch, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
13 €
33 Chicken Bibimbap (low warm)
Reisbowl mit Hühnchenfleisch verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
13 €
34 Tofu Bibimbap (low warm)
Reisbowl mit Tofu, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
13 €
41 Dolsot Bulgogi Bibimbap
Steintopf-Bibimbap mit Rindfleisch, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
17 €
42 Dolsot Daejigogi Bibimbap
Steintopf-Bibimbap mit Schweinefleisch, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
17 €
43 Dolsot Chicken Bibimbap
Steintopf-Bibimbap mit Hühnchenfleisch, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
17 €
44 Dolsot Tofu Bibimbap
Steintopf-Bibimbap mit Tofu, verschiedenem Gemüse, Spiegelei und Chilipaste
17 €
50 Kimchi Bokkeumbap
Gebratener Reis mit Kimchi und Spiegelei
15 €
60 Jap Chae
Glasnudeln mit Rindfleisch und verschiedenem Gemüse
15 €
71 Daejigogi Kimchi Jjigae
Ein koreanischer Eintopf mit Kimchi und Thunfisch
16 €
72 Chamchi Kimchi Jjigae
Ein koreanischer Eintopf mit Kimchi und Thunfisch
16 €
80 Damdam fried Chicken (ohne Knochen) 350g 20 €
100 Kinder Menü A
Reis mit Zutaten Ihrer Wahl (Ei/Gemüse/Rind/Huhn) und einem Getränk 0,2 Liter
8 €
101 Kinder Menü B
2 Cheesesticks, 4 Chicken Nuggets, Pommes frites und einem Getränk 0,2 Liter
8 €
Korean BBQ (Preis für 2 Personen)
* Sie können frisches oder mariniertes Fleisch direkt an Ihrem Tisch selbst grillen. Genießen Sie zusammen die vielfältigen Beilagen und Gemüse.
201 Samgyeopsal
Frischer Schweinebauch in Scheiben (500 g)
45 €
202 Daeji Yangnyeomgui
Mariniertes Schweine-Nackenfleisch (600 g)
60 €
203 Sogogi Yangnyeomgui
Mariniertes Entrecote-Stücke, Rindfleisch (600 g)
70 €
* Weitere Grillmenüs werden in Zukunft hinzugefügt

Für die Richtigkeit der Angaben kann keine Gewähr übernommen werden. Maßgebend ist die Original-Karte des Restaurants.

Stand Juli 2023

Kimchi nennt man in der koreanischen Küche sowohl die Zubereitung von Gemüse – traditionell Chinakohl und koreanischer Rettich – durch Milchsäuregärung als auch das auf diese Art zubereitete Gemüse. In Korea gehört Kimchi praktisch zu jeder Mahlzeit, genauso wie Reis und eine Suppe. (https://de.wikipedia.org/wiki/Kimchi)


Historischer Link

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Kalbach-Riedberg: wo Frankfurter Stiftungen ihre Wiege haben

Buchmann Institute for Molecular Life Sciences

Etwa im Jahre 754 zog ein Leichenzug frommer Gläubiger mit ihrem kürzlich verstorbenen Heiligen Bonifatius nach Fulda, um ihn dort zu bestatten. Der Weg führte über den Riedberg (der aber damals noch anders genannt wurde). Hier machte die Mannschaft Rast und erholte sich von den Strapazen des Transportes. Der heilige Bonifatius sorgte mit seiner mystischen Kraft dafür, dass an der Raststätte eine Quelle entstand, die den Durst der Menschen labte.

Eine fränkische Freie Bürgerin, christlichen Glaubens, verschenkte (stiftete) diesen Acker, auf dem der Leichenzug Rast gemacht hatte an eben jenes Kloster in Fulda. Die begünstigten Mönche dieses Klosters errichteten auf dem Stiftungsgrund ein Kreuz und eine Kapelle, die sich im Laufe der Zeit zur Crutzenkirche weiterentwickelte.

Die nächste Stiftung folgte 40 Jahre später, als König Ludwig der Deutsche eine Kapelle für die Pfalz Frankfurt errichten ließ. Sie war die Vorgängerin des Frankfurter Doms. Als Gegenleistungen für damalige Stiftungen mussten die Mönche für das Seelenheil der Schenkenden beten.

Der Stiftungsboom begann dann etwa Mitte des 12. Jahrhunderts. Dank mehrerer Stiftungen von Bürgern entsteht 1228 in Frankfurt das erste Kloster der Weißfrauen in Deutschland.
1267 wird die Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ gegründet.

Auf dem (Unicampus) Riedberg sind gleich mehrere Stiftungen vertreten:

  • Die Goethe-Universität wurde unter dem Namen „Königliche Universität zu Frankfurt am Main“ 1914 als erste deutsche Stiftungsuniversität der Neuzeit eröffnet. Wilhelm Merton war dabei der wichtigsten Stifter. Seit 2008 ist die Goethe-Universität eine Stiftungshochschule (Stiftung des öffentlichen Rechts).
  • Die Familie Giersch stiftete auf dem Campus Riedberg das Science Center als Wissenschaftszentrum für mehr als 250 Forscher (Frankfurt Institute for Advanced Studies).
  • Die Josef-Buchmann-Stiftung errichtete das Institute for Molecular Life Sciences.
  • Die Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität errichtete das »International House Campus Riedberg« zusammen mit einem Studierendenwohnheim des Studentenwerks Frankfurt.
  • Die Oswalt-Stiftung fördert junge Wissenschaftler sowie technische Entwicklungen am Max-Planck-Institut für Biophysik.
  • Die Lebenshilfe Stiftung Frankfurt unterhält in der Graf-von-Stauffenberg-Allee ein inklusives Wohnprojekt.
  • Die Crespo Foundation unterhält einen Eltern-Kind-Treff an der Riedbergallee 15 (Babylotsen).
  • Die Stiftung Waisenhaus hat am Riedberg zahlreiche Grundstücke in Erbpacht an Bauinteressenten vergeben und betreibt das Mutter-Kind-Haus.

Wie man sieht, sind von den 700 Stiftungen, die es allein Frankfurt gibt, schon eine ganze Reihe am Riedberg vertreten. Bundesweit sind es übrigens 25.000 Stiftungen und jedes Jahr kommen etwa 700 neu dazu.

Ihre gemeinsamen Interessen haben sie seit 1993 in der Initiative Frankfurter Stiftungen e. V. gebündelt. Einmal im Jahr wird ein großes Treffen in Zusammenarbeit mit der IHK Frankfurt organisiert, wo sich Stiftungsvertreter, Politik und Wirtschaft treffen und gemeinsam über zukünftige Entwicklungen nachdenken.

Bundesweit gesehen, ist Frankfurt eine der wichtigsten Stiftungsstädte Deutschlands. Stiftungen haben hier eine sehr lange Tradition und sind tief in der Gesellschaft verwurzelt. Mit den Stiftungen eng verbunden ist viel ehrenamtliche Arbeit. Etwa 80 % der Stiftungsvermögen sind kleiner als 1 Million, sodass sich die Anstellung fest bezahlter Mitarbeiter nicht rechnet.

Stiftungen werden grob unterteilt in Ewigkeitsstiftungen und Verbauchsstiftungen, bei denen das Kapital langsam aufgezehrt wird. Der Stiftungszweck gibt weitere Möglichkeiten zur Unterscheidung (Karitative Stiftungen, Stiftungen zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Natur, Existenzgründer, …).

Welche Funktionen nehmen Stiftungen in der Gesellschaft wahr:

  • Als Lückenfüller helfen sie Menschen, denen der Staat (noch) nicht helfen kann und die auch von anderer Seite keine Unterstützung bekommen. (Beispiel: Stiftung Franziskustreff)
  • Als „Stabilisatoren des Systems“ springen sie ein, wenn plötzliche Notlagen auftreten. (zum Beispiel Flüchtlingswellen)
  • Als „Think Tanks“ schaffen sie neue Ideen und Ansätze, die sich aus ihrem Netzwerk heraus entwickelt haben.
  • Als „Multiplikatoren“ verhelfen sie Ideen zum Durchbruch.
  • Retter: Durch ihre Unabhängigkeit können sie schnell und gezielt da eingreifen, wo die Not am größten ist.
  • Fachkräftepool: Durch ihre zahlreichen Kontakte können sie die richtige Person für eine schwierige Aufgabe finden.
  • Kommunikationszentren: Der ständige Gedankenaustausch mit Projektleitern schafft einen Blick über den Tellerrand hinaus.
  • Ewigkeitsfiktion: Die meisten Stiftungen sollen eigentlich nie untergehen. Dadurch entwickeln ihre Vertreter einen Blick, abseits von aktuellen Modetrends hin zu nachhaltigen Entwicklungen. Daher sind die Mitarbeiter vom Typus her auch notorische Optimisten.
  • Gamechanger: So manche Förderung wird auch darauf verwandt, bestehende Strukturen zu verändern und Neues auszuprobieren.

Auch heute noch ist der typische Stifter in der Regel ein Mann, im Alter zwischen 50 und 55 Jahren und von Beruf Unternehmer. Ein Ansporn für Frauen auch auf diesem Gebiet aufzuholen.

Während in der Vergangenheit Stiftungen als statische Vermögensmassen betrachtet wurden, haben sie sich inzwischen zu agilen Projektteilnehmern weiterentwickelt. Sie öffnen ihr Netzwerk inzwischen vermehrt in die Mitte der Gesellschaft hinein. Für ehrenamtliche Mandatsträger der Vereine eine gute Gelegenheit, sich mit Stiftungsvertretern auf Augenhöhe einmal zu unterhalten.

FIAS Gebäude der Stiftung Giersch

Gebäude der Stiftung Giersch

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