Kategorie: AktuelleNEWS

Kalbach: Die „MEINEBANK“ schließt ihre Filiale

Meine Bank Filiale Kalbach

Hinter dem Markenzeichen MEINEBANK verbirgt sich die Raiffeisenbank im Hochtaunus eG. Wie sie in einem Schreiben an Ihre Kundschaft bekannt gemacht hat, soll die Filiale in Kalbach zum 30.11.2022 geschlossen werden. Die Bank hat ihre Kunden dazu bereits ausführlich informiert.

1870 wurde die damalige Raiffeisenbank Oberursel e. G. mit Sitz in Oberstedten gegründet. Nach zahlreichen Zusammenschlüssen und Umfirmierungen fand 2007 eine erneute Namensänderung in Raiffeisenbank Oberursel eG mit Hauptsitz in der Hauptstraße in Oberursel-Oberstedten statt.

2018 wurde der Sitz der Raiffeisenbank von Oberursel nach Bad Homburg verlegt. Die Filiale in Oberstedten, die bisherige Hauptstelle, wurde zum 30.06.2019 geschlossen. Vor zwei Jahren fand das 150-jährige Jubiläum statt. Nun hat sich die Bank entschlossen, auch die restlichen Filialen in Frankfurt-Kalbach, Steinbach (Taunus), Oberursel (Taunus) und Wehrheim zu schließen.

Welche wirtschaftlichen Überlegungen liegen dieser Entscheidung zugrunde?

Der amtierende Vorstandschef Achim Brunner begann sein Amt 2008. Die Bank hatte gerade mal 5.000 Mitglieder, eine Bilanzsumme von etwa 225 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis von 500.000 Euro. Zwischen den Hauptkonkurrenten Frankfurter Volksbank und der Volksbank Mittelhessen als kleine Bank am Rande des Taunus waren ihre Überlebenschancen minimal.

Doch Herr Brunner konnte durch die Entwicklung einer Produktnische und Fokussierung aufs Onlinebanking die Bilanzsumme vervierfachen und ein Betriebsergebnis [vor Abschreibungen] von über 20 Millionen Euro erreichen. Damit liegt er weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Volks- und Raiffeisenbanken.

Das Spezialgebiet ist die bundesweite Zwischenfinanzierung von Bauträger-Projekten mit Unterstützung selbst ausgebildeter Fachkräfte für Immobilien- und Projektfinanzierungen im Verbund mit anderen lokalen Genossenschaftsbanken. Ein Geschäftsfeld, das viel Expertise, persönlichen Kontakt und schnelles Agieren erfordert.

Das Investoren- und Projektfinanzierungsgeschäft ist seit Jahren der Erfolgsfaktor für die Bank und bindet immer mehr Ressourcen, was sich auch in ihrem Kreditportfolio widerspiegelt.

Beim klassischen Bankgeschäft wurden den Kunden zwei Kontotypen angeboten. Das kostenlose Girokonto mit Beratungsgebühr im Bedarfsfall und das Flatrate-Konto, bei dem Kreditkarte, EC-Karte und Beratungsdienstleistungen inklusive sind.

Anfangs entschieden sich die Kunden schon zu 60 % für das kostenlose Online-Konto. Das weitere Kundenwachstum und die zunehmende Digitalisierung auch bei den älteren Semestern, führte dazu, dass der Anteil der Flatrate-Konten auf nur noch 10 % sank.

Weil die Kunden die Filialen des Instituts immer seltener aufsuchen und stattdessen Onlinebanking, Telefon- und Videoberatung sowie den E-Mail-Kontakt und Chats bevorzugen, werden diese Beratungsformate in Zukunft deutlich verstärkt.

Daher war die konsequente Fortführung der Marktstrategie absehbar. Das Vorhalten teurer Zweigstellen für die wenigen verbliebenen Nutzer lohnt sich nicht mehr und daher resultiert die Entscheidung für die Filialschließung.

Das bedeutet, dass alle Berater der Raiffeisenbank im Hochtaunus zum 01.12.2022 in einem neuen Beratungscenter in Bad Homburg allen ihren Kunden zu allen Anliegen in allen Beratungsformaten zur Verfügung stehen – und das zu deutlich erweiterten Erreichbarkeitszeiten, nämlich durchgängig montags bis freitags von 08:00 bis 20:00 Uhr.

Mit dem Beratungscenter entsteht aus den dezentralen Filialteams ein zentrales Netzwerk von Beratern, das die Kompetenz aller nicht nur zusammenzieht, sondern auch untereinander besser verknüpft.

Für die Kunden heißt das, dass sie es stets mit Spezialisten zu tun haben: egal ob es um große oder kleine Fragen rund um Geld- und Vermögensanlage, Wertpapiergeschäft, Immobilien, Privatfinanzierung, Vorsorge fürs Alter und Versicherungen geht.

Für die Kunden heißt das aber vor allem auch, dass sie frei zwischen den Beratungsformaten wählen können: der persönlichen Beratung in Bad Homburg, der Telefon- und der Videoberatung sowie dem eMail-Kontakt und dem Chatten – ganz nach Thema, individueller Situation und persönlichen Vorlieben. Somit hebt sich das Finanzinstitut noch weiter von den gängigen Direktbanken ab und eröffnet allen Kunden – auch denen die nicht aus der Region kommen – das Angebot einer kostenfreien qualifizierten Beratung.

Der Bereich der Investoren- und Projektfinanzierung, die überregionale und professionelle gewerbliche Immobilienfinanzierung, wird weitergeführt und sogar weiterentwickelt. Das klassische Firmenkundengeschäft hingegen wird eingeschränkt. Die betroffenen Firmenkunden wurden auch bereits informiert.

Was bedeutet das für Kalbach?

Die Sparkasse in Kalbach schloss ihre Pforten schon 2017. Jetzt schließt auch noch die Filiale der „MEINEBANK“. Damit haben im Ortsteil Kalbach-Riedberg die Hälfte der Kreditinstitut-Filialen geschlossen. Es bleibt die Sparkassen-Filiale am Riedberg und die Filiale der Sparda-Bank, ebenfalls am Riedberg.

Während die Riedberger sich entspannt zurücklehnen können, dass der Kelch des Filialsterbens an ihnen erst mal vorbeigegangen ist, wirkt sich die Schließung für die Kalbacher umso tragischer aus. Sie haben jetzt keine Bankfiliale mehr in ihrer Nähe. Nur ein Geldausgabeautomat bei der Hessol-Tankstelle der Frankfurter Volksbank im Gewerbegebiet ist übrig geblieben.

Für Menschen mit Gehbehinderung eine fatale Situation. Kleine Geldbeträge können per EC-Karte noch bei den Discountern abgehoben werden (bis zu 200 Euro). Wer eine Kreditkarte der ING(-Diba) hat, kann größere Beträge an Geldausgabeautomaten abheben. Doch wer zum Beispiel Bargeld einzahlen will, muss weite Wege in Kauf nehmen.

Da bei den Discountern die Nutzung von EC-Karten auch immer weiter ansteigt, sind die Kassenbestände entsprechend am Abnehmen. Die Zeiten, wo die Kassiererinnen bedauernd abwinken, da nur noch wenig Wechselgeld verfügbar ist, werden zunehmen.

Auch für die verbliebenen Geschäftskunden dürfte das Thema Geldversorgung und Geldentsorgung ein Problem darstellen. Einziger Vorteil: Banküberfälle und Automatensprengungen braucht Kalbach kaum mehr zu fürchten. Für Ganoven bricht ein Betätigungsfeld zusehends weg. Aber sie werden neue Wege finden. Cyberkriminalität ist groß im Kommen.

Leider wurde keine Lösung gefunden, die Zweigstellen an andere Kreditinstitute zu verkaufen oder in Kooperation zu betreiben. Der Rückgang der Nahversorgung in den Stadtrandbezirken nimmt daher weiter zu. Erst dieses Jahr hat die Bäckerei Ruppel ihren Betrieb eingestellt. Die aktuelle konjunkturelle Entwicklung lässt weitere Schließungen erwarten.


Über „Meine Bank“ der Raiffeisenbank im Hochtaunus eG
16.000 Kunden setzen ihr Vertrauen in Meine Bank der Raiffeisenbank im Hochtaunus eG, die in bisher 4 Filialen und an ihrem Verwaltungssitz in Bad Homburg rund 91 Mitarbeiter beschäftigt. Mit ihrem „OnlineOnly-Konto“ ist sie eine der wenigen Banken, die ein Onlinekonto ohne unnötige Gebühren anbieten. Das Dienstleistungs- und Produktangebot umfasst neben Giro- und Sparkonten insbesondere die persönliche Beratung von Privat- und Geschäftskunden in allen Fragen rund um private bzw. gewerbliche Finanzierungen sowie Geldanlagen und Versicherungen. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 1,03 Mrd. Euro. Über die eigene Onlinefiliale ist die Bank für alle ihre Kunden erreichbar – jeden Tag, rund um die Uhr. Als einer der Pioniere des kundenorientierten Bankings bietet „Meine Bank“ seit Langem fachlich fundierte Beratung auch außerhalb der Banköffnungszeiten an – ganz nach Kundenwunsch persönlich oder digital.

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Das Generalkonsulat der Republik Korea – ein Riedberger Fortsetzungsroman?

Südkoreanisches-Generalkonsulat

Es gibt Themen, die poppen in regelmäßigen Abständen wie Fettaugen an die Oberfläche, ohne Aussicht auf Besserung oder Erledigung. Das Generalkonsulat der Republik Korea auf dem 2.100 qm großen Grundstück an der Konrad-Zuse-Straße Ecke Altenhöferallee gehört dazu.

Ein Blick zurück…

März 2014 Bisher war der Ortsbeirat davon ausgegangen, dass das Gebiet des Bebauungsplanes Ä5 ausschließlich wohnwirtschaftlichen Zwecken dient. Insofern wurde der Ortsbeirat von der Ansiedelung eines Konsulates überrascht und bittet um detailliertere Informationen.

Juni 2014 Stellungnahme des Magistrats zu den Planungen eines Konsulats am Standort Riedberg: Die Republik Korea verhandelt zurzeit mit der HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, als Grundstückseigentümerin und Treuhänderin der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme – Am Riedberg, über den Erwerb eines Baugrundstücks an der Altenhöferallee/Ecke Konrad-Zuse-Straße zur Errichtung eines Konsulatsgebäudes.

November 2016 erschien in Frankfurts Zeitungen ein Bericht über das geplante südkoreanische Generalkonsulat am Riedberg. Die Aussage damals: „Spätestens in einem Jahr soll an der Ecke das quaderförmige, fünfgeschossige Generalkonsulat stehen“, das wäre dann Ende 2017 gewesen.

Mai 2019 Antrag des Ortsbeirats (12): Der Magistrat wird gebeten, den seit rund 3 Jahren gesperrten Bürgersteig in Höhe der Republik Korea wieder dem öffentlichen Raum zuzuführen.

September 2019 Stellungnahme des Magistrats: Die Freigabe des gesperrten Bürgersteiges ist nach den aktuellen Planungen des Generalkonsulates bis Mitte Oktober 2019 vorgesehen. Die erteilten und gültigen Sondernutzungsgenehmigungen laufen im 4. Quartal 2019 aus. Die Verzögerungen bei der Fertigstellung gehen nach den Informationen des Generalkonsulates auf die hohe Baukonjunktur und damit verbundene Kapazitätsengpässe der beauftragten Firmen, sowie den Wechsel einer beauftragten Firma zurück.

November 2020 Antrag des Ortsbeirats (12): Der Magistrat wird gebeten, den seit rund 5 Jahren gesperrten Bürgersteig in Höhe der Republik Korea wieder dem öffentlichen Raum zuzuführen.

Januar 2021 ein neuer Bericht: Das neue Gebäude des koreanischen Generalkonsulats soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 fertiggestellt werden. Warum sich die Arbeiten so lange hinziehen, erklärte die Sprecherin nicht. Um die Fertigstellung des Gebäudes zu beschleunigen, habe man kürzlich eine neue Bauleitung beauftragt. (Die Baustelle war nur bis zum 08.01.2021 genehmigt).

März 2021 Stellungnahme des Magistrats: Derzeit liegt noch eine Sondernutzungserlaubnis für die Baustelleneinrichtungsfläche vor, die zuletzt bis zum 30.06.2021 verlängert wurde. Ob die Baumaßnahmen zum Ablauf dieses Termins abgeschlossen sein werden, beziehungsweise der Gehweg als Baustelleneinrichtungsfläche noch darüber hinaus benötigt wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

April 2021 ein neuer Bericht: „Um die Bauarbeiten zu beschleunigen, hat das Generalkonsulat kürzlich eine neue Bauleitung beauftragt. Daher wurde unser Projekt wegen der Bewertung und Abrechnung der laufenden Bausituation verzögert“, erklärt der Konsulatssprecher. Aktuell habe man das Ziel im kommenden Jahr, also 2022, die Arbeiten endlich abzuschließen und auf den Riedberg umzuziehen. Man sei sich sehr wohl bewusst darüber, dass die Bauverzögerungen für die Riedberger eine Belastung darstellten. Deswegen sei man bemüht, die Arbeiten voranzutreiben und möglichst schnell zum Abschluss zu bringen.

Juni 2021 Einstimmig hat sich der Ortsbeirat 12 dafür ausgesprochen, die wiederholt abgelaufene Sondernutzungserlaubnis für die Baustelleneinrichtungsfläche des Konsulats der Republik Korea in der Altenhöferallee nicht erneut zu verlängern. Zudem fordert der entsprechende SPD-Antrag, zeitnah den Gehweg durch den Abbau der Umzäunung der Baustelle freizugeben oder andernfalls diese auf das Grundstück des Konsulats zu versetzen.

November 2021 Anregung des Ortsbeirats (12) an den Magistrat: Der Magistrat wird gebeten, die zum 30.06.2021 wiederholt abgelaufene Sondernutzungserlaubnis für die Baustellenerrichtungsfläche des Konsulates der Republik Korea nicht erneut zu verlängern, nunmehr zeitnah den Gehweg durch Abbau der Umzäunung der Baustelle freizugeben oder den Rückbau der Bauzäune auf das Grundstück der Republik Korea zu veranlassen.

März 2022 Vor dem Gebäude steht immer noch ein Bauzaun, der den Gehweg auf der Altenhöferallee sowie in der Konrad-Zuse-Straße stark einschränkt. Die Stadt gab jetzt bekannt, dass bei einem Treffen mit dem Referat für Internationale Angelegenheiten, dem Straßenverkehrsamt und dem Amt für Straßenbau eine Frist bis Mai 2022 festgesetzt wurde, bis dahin muss der Zaun verschwinden.

August 2022 Der Ortsbeirat (12) bittet den Magistrat um einen Bericht, wann mit einer Fertigstellung des Generalkonsulates der Republik Korea zu rechnen ist.

Oktober 2022 Wetten, dass der Bauzaun immer noch steht und das Gebäude immer noch nicht bezugsfertig ist? Voraussichtlich wird die Verzögerung mit Lieferschwierigkeiten und stark steigenden Preisen begründet…

 

In der Zwischenzeit hat nicht nur die ABG in der Nachbarschaft ihr Gebäude fertiggestellt, sondern auch der Bau der Berghöfe ist bereits auf seiner Zielgeraden. Jetzt kann man darüber spekulieren, ob der Bau des chinesischen Hotels an der Rennbahn in Niederrad, dessen Betreiber inzwischen Insolvenz angemeldet hat (14 Jahre Bauzeit), oder das Generalkonsulat schneller fertig werden.

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Vorschlag zur Energiegewinnung: Biogasanlage im Gewerbegebiet

Gelände für Biogasanlage

Wir leben in schwierigen Zeiten und suchen nach Lösungen für rasant steigende Energiepreise und CO2-Einsparungen. Dazu passt ein Vorschlag, den der Ortsbeirat (12) beim Magistrat zur Prüfung eingereicht hat.

Im Gewerbegebiet „Am Martinszehnten“ gibt es noch zwei unbebaute Grundstücke, die sich zur Errichtung einer Biogasanlage anbieten. Seit der Planung 1996 mit Baubeginn ab etwa 2000 liegen die zwei Grundstücke im Gebiet noch brach, während der Rest inzwischen bebaut ist. Beide Flächen sind weit von den nächsten Wohngebieten in Kalbach und Nieder-Eschbach entfernt.

Bei der Vergärung des pflanzlichen oder tierischen Materials mithilfe von Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff entsteht Methan (Biogas). Je nach eingesetztem Material produzieren die Bakterien Biogas mit einem Methangehalt von 50 % bis 75 % und CO2. Das Kohlendioxid braucht aber nicht vom energiereichen Methan abgeschieden werden und kann zusammen mit diesem in einem Blockheizkraftwerk vor Ort der Verbrennung zugeführt werden. Alternativ kann das Biogas zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Die bei der Produktion anfallende Prozesswärme könnte überdies von den Gewerbebetrieben in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Heizung ihrer Betriebsgebäude verwendet werden. Die entstehenden Gärreste können noch als Dünger in der Landwirtschaft von den Landwirten als Alternative zu teurem Kunstdünger verwertet werden.

Weitere Vorteile einer Biogasanlage wären die Versorgung mit Energie unabhängig von Wind und Wetter. Die Erzeugung und der Verbrauch erfolgen lokal und benötigen keine langen Leitungsnetze. Die Transporte der Biomasse aus Biotonnen, landwirtschaftlichen Betrieben, Grünschnitt-Ecken, … verkürzen sich, der Wertstoffhof Nord würde entlastet. Methan hat eine hohe Energiedichte und kann außerdem leicht gespeichert und über weite Entfernungen transportiert werden.

Daher sprach sich der Ortsbeirat Kalbach-Riedberg für die Prüfung der Machbarkeit einer Biogasanlage aus. Auch das Bundeswirtschaftsministerium fordert angesichts der Energiekrise und des Umstiegs auf erneuerbare Energien einen Ausbau der Biogasproduktion. Nun hoffen die Ortsbeiräte, dass eine solche Anlage baldmöglichst einen Beitrag zur sicheren Gasversorgung leisten wird.


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Stadt und VGF lassen Senioren im Regen stehen

Wartehäuschen der VGF Linie 29

Schon im Jahre 2018 hatte der Ortsbeirat (12) eine Anregung an den Magistrat geschickt, für die Bushaltestellen der Linie 29 alle Haltestellen im Stadtteil Kalbach-Riedberg entlang der Linie 29 mit Witterungsschutz und Sitzmöglichkeiten auszustatten. Besonders dringend geboten war und ist dies an den Haltestellen im Bereich der Schulen auf dem Riedberg, Haltestelle „Hans-Poelzig-Straße“ und „Hans-Leistikow-Straße“.

Vorausgegangen waren Anregungen aus dem September 2016 mit Ausführungsankündigung für 2017. Vor allem die Haltestelle „Hans-Leistikow-Straße“ wird von Senioren des dort befindlichen Wohnstifts Parea genutzt. Damit soll nicht nur Individualverkehr verringert werden, sondern durch den Einsatz von begrünten Wartehäuschen das Mikroklima verbessert werden. Auch die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs soll gesteigert werden.

Für ältere Menschen ist das Warten auf den Bus ohne Schutz vor Sonne, Regen, Wind und Schnee und ohne Sitzmöglichkeiten eine Qual und kann Erkrankungen (Erkältung, Grippe …) zur Folge haben. Aber auch alle anderen Fahrgäste würden sich über Sitzplätze und Wetterschutz freuen.

Im folgenden Jahr (2019) kam die Rückmeldung des Magistrats: „Für die Haltestellen „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Leistikow-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“ und „Lucy-Hillebrandt-Straße“ laufen derzeit die Planungen. Sofern die verbleibenden Gehwegbreiten ausreichend sind, können und sollen auch diese Haltestellen mit einer Wartehalle ausgestattet werden. Ein positives Prüfungsergebnis vorausgesetzt, kann die Montage der Wartehallen dann für das zweite Halbjahr 2019 in Aussicht gestellt werden.“

Ende 2020 gab es dann folgende Stellungnahme des Magistrats: „Die Bushaltestellen „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“ und „Lucy-Hillebrand-Straße“ (jeweils beide Fahrtrichtungen) der Linie 29 in Riedberg sollen nach derzeitigem Stand der Planungen mit herkömmlichen Wartehallen ohne Dachbegrünung nachgerüstet werden. Hierbei wird beabsichtigt, bereits vorhandene Wartehallen dorthin zu versetzen, die an aufgelassenen Bushaltestellen in anderen Stadtteilen nicht mehr benötigt werden. …“

„Für die Bushaltestellen „Hans-Leistikow-Straße“ und „Uni Campus Riedberg“ (jeweils beide Fahrtrichtungen) werden nach dem derzeitigen Planungsstand voraussichtlich fabrikneue Wartehallen beschafft. Hierbei wird die Anregung des Ortsbeirates berücksichtigt, diese neuen Wartehallen möglichst bereits ab Werk mit einer Dachbegrünung zu versehen.“

Der Ortsbeirat (12) hat den Magistrat in der Zwischenzeit mehrfach aufgefordert, das Vorhaben endlich umzusetzen. Inzwischen neigt sich das Jahr 2022 dem Ende zu, ohne dass eine Umsetzung erkennbar ist. Die Mühlen der Stadt haben Zeit – und inzwischen stehen die Senioren im Wetter und ihnen läuft die Zeit davon.


Nachtrag
Der Magistrat wurde vom Ortsbeirat 12 gebeten, alle Haltestellen im Stadtteil Kalbach-Riedberg entlang der Linie 29 mit Witterungsschutz und Sitzmöglichkeiten auszustatten. Das schließt auch die Haltestellen in Kalbach (Schule und Rathaus) mit ein.

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Dieseldiebe dingfest gemacht

Polizeikelle

Polizeibeamte des 14. Reviers haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (23.09.2022) zwei 40 und 54 Jahre alte Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, in einem Gewerbegebiet in Kalbach-Riedberg Diesel aus einem Reisebus entwendet zu haben.

Die Streifenbeamten befuhren gegen 01:30 Uhr die Josef-Eicher-Straße, als sie in Höhe der Hausnummer 14 zwei Männer sahen, die an einem Reisebus standen und offensichtlich mit dem Abpumpen von Dieselkraftstoff beschäftigt waren.

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Josef-Eicher-Straße 14

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Josef-Eicher-Straße 14 50.195968, 8.641434

Die zwei auf frischer Tat ertappten Männer konnten von der Streife noch am Tatort festgenommen werden. In einem von ihnen genutzten Fahrzeug fanden die Beamten zudem entsprechendes „Arbeitsmaterial“:  Kanister, Flaschen, Schläuche und Handschuhe. Die Beamten stellten die Beweismittel sicher.

Die beiden 40 und 54 Jahre alten Männer wurden nach ihrer Festnahme auf ein Polizeirevier gebracht. Der 40-Jährige durfte nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder gehen. Bei ihm besteht zudem der Verdacht, dass er bei der Fahrt zum Tatort unter dem Einfluss von Drogen stand, sodass neben einer Blutentnahme auch die Sicherstellung des Fahrzeugschlüssels erfolgte.

Für seinen 54-jährigen Komplizen, der über keinen festen Wohnsitz verfügt, ging es hingegen in die Haftzellen des Polizeipräsidiums. Er hält sich mangels eines erforderlichen Aufenthaltstitels unerlaubt im Bundesgebiet auf.

Inwiefern das Duo für ähnliche Taten, die sich in jüngster Vergangenheit ereignet haben, in Frage kommt, wird derzeit geprüft. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

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Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen

Photovoltaik

Die Stadtverordnetenversammlung hat heute über einen Antrag der Grünen, SPD, FDP und Volt zu Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Anlagen auf privaten Dachflächen zu beschließen.

So schnell wie möglich ist das Potenzial aller dafür geeigneten privaten Dachflächen in Frankfurt auszuschöpfen. Die Klimaschutz-Initiative Riedberg dokumentiert auf ihrer Homepage mit dem Solaranlagen-Neubauticker wie schnell der Ausbau voranschreitet.

Sinnvoll wäre es, wenn eine gebündelte Informations- und Beratungsseite im Internet für interessierte Bürger von der Stadtverwaltung aufgebaut würde. Auch kleine Messeveranstaltungen oder Informationsmobile, die durch die Frankfurter Stadtteile ziehen, könnten das Wissen über die Photovoltaik und die Solarthermie direkt zu den Bürgern bringen.

Ergänzend dazu sollten Förderprogramme aufgelegt werden, damit mehr Menschen sich für eine Photovoltaikanlage auf ihrem Hausdach entscheiden. Auch die Einbindung von Stromspeichern sollte Teil des Förderungsumfangs sein. Zuerst müsste allerdings ein gut verständliches Antragssystem über ein Internetportal aufgebaut werden.

Auch die geltenden Satzungen und Bebauungspläne, die für den Bau von Photovoltaik und Solarthermieanlagen, relevant sind, sollten bürgernah überarbeitet werden. Auf diese Weise könnten Einstiegsbarrieren deutlich reduziert werden.

Aber nicht nur bei den privaten Immobilienbesitzern könnten mehr Dächer genutzt werden, sondern auch bei den städtischen Beteiligungsgesellschaften und den sonstigen öffentlichen Gebäuden ist noch Potenzial. Die Solargruppe der Klimaschutz-Initiative Riedberg hat hierzu bereits eine umfangreiche Liste relevanter Gebäude erstellt und dem Energiereferat übermittelt.

Alle diese Maßnahmen erfordern auf städtischer Seite eine adäquate Personalausstattung. Was nicht mit eigenen Kräften bewältigt werden kann, sollte gegebenenfalls an Dienstleister übertragen werden. Der Riedberg mit seinen modernen Gebäudestrukturen gäbe ein gutes Pilotprojekt ab, um unterschiedliche Verpachtungsmodelle auf ihre Eignung hin zu vergleichen.

Nur wenn solche Initiativen zielorientiert, nachhaltig und konsequent verfolgt werden, besteht die Chance, die Stadt Frankfurt spätestens bis 2035 zur Klimaneutralität zu entwickeln. Durch eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit kann die Bevölkerung motiviert werden, bei diesem Vorhaben mitzuziehen, um das Photovoltaikpotenzial der Dachflächen in Frankfurt optimal auszuschöpfen.

Die Klimaschutz-Initiative Riedberg wird die Entwicklung aktiv und kritisch verfolgen. Dabei versteht sie sich als Ideengeber, als Ansprechpartner sowie als Multiplikator für alle engagierten und solarinteressierten Bürger in dieser Stadt.

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Einweihung der neuen Räumlichkeiten für die IGS Kalbach-Riedberg

Frau Dr. Susanne Gödeler

Am Dienstag, den 20. September war es endlich soweit: Der Neubau der IGS Kalbach-Riedberg wurde im Rahmen einer Feierstunde offiziell an die Schulgemeinde übergeben. Persönlichkeiten der Stadtverwaltung, der Stadtschulamtes, der beteiligten Firmen, des Ortsbeirates und geladene Gäste gaben sich die Ehre.

Die Entwicklung einer Aufbauschule

2016
Erstellung einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für einen Architektenwettbewerb, mit dem Ziel auf dem Riedberg eine neue Integrierte Gesamtschule zu errichten. Als Sieger ging die h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH aus Stuttgart mit ihrem innovativen Konzept der „Lernhäuser“ aus dem Wettbewerb hervor.

Das Team um Schulleiterin Susanne Gölitzer beginnt, ein Konzept für die Ganztagsschule zu erarbeiten.

Die Baukosten werden auf 47 Millionen Euro geschätzt und liegen damit rund 7 Millionen Euro über den ursprünglichen Planungen. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2020/2021 projektiert. Baudezernent Jan Schneider verwies auf die stark gestiegenen Kosten in der Baubranche, Umplanungen, deutlichen Verbesserungen bei Lüftung und Beleuchtung, dem Ausbau der Mensa für mehr Schüler und auf den enormen Zeitdruck für ein Projekt dieser Größenordnung.

September: Errichtung eines Provisoriums aus 90 Holzmodulen für 200 Kinder im Riedberger Westflügel (Kosten etwa 8 Millionen Euro). Fertigstellung nach etwa 6 Monaten.

2017
Januar: Beginn der Bau-Planung für das neue Schulgebäude, nachdem die dafür nötigen Baugenehmigungen vorlagen.

Auf dem Gelände wird noch die »Neue Gymnasiale Oberstufe« der Max-Beckmann-Schule provisorisch beherbergt, bis sie später dann nach Bockenheim weiterzieht.

August: Eröffnung der (provisorischen) IGS Kalbach-Riedberg mit einem kleinen schulischen Aufbauteam in den frisch errichteten Holzcontainern an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee. Eingeschult wurden etwa 100 Kinder aufgeteilt auf vier verschiedene Klassen. Die Gruppen werden nach Obstsorten benannt, die auf dem benachbarten Streuobstwiesen wachsen.

2018
September: Mit den ersten Baumaßnahmen an der Gräfin-von-Dönhoff-Straße 11 wird begonnen.

2019
Mai:
Spatenstich mit Baudezernent Jan Schneider und Bildungsdezernentin Sylvia Weber.
In der Zeitkapsel, die in dem Fundament unter der Aula vergraben wird, befindet sich ein mumifiziertes Hühnchen das 2018 in einem Projekt zum antiken Ägypten angefertigt wurde, und ein Brief mit dem Konzept der IGS. Damit werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknüpft.

Das Provisorium an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee wird aufgrund der steigenden Schülerzahl um einen weiteren Trakt für die siebten und achten Klassen erweitert.

2020
Februar: Die IGS Kalbach-Riedberg ist ab sofort eine sogenannte „Selbstständige Schule“. Gemeinsam mit 7 anderen wurde sie am Freitag von Kultusminister Lorz in Wiesbaden in den Kreis der selbstständigen allgemeinbildenden Schulen (SES) aufgenommen.

März: Beginn der Corona-Pandemie. Neue Hygienevorschriften, Abstandsregeln, Maskenpflicht, …  erschweren die tägliche Arbeit. China sperrt Seehäfen. Die Lieferketten brechen zusammen.

September: Es brennt auf der Baustelle – die Dachdämmung (Bitumenschweißbahnen) hatte Feuer gefangen.

2021
Februar: Russland überfällt die Ukraine. Einführung von Boykottmaßnahmen durch die Europäische Union. Russland stoppt Gaslieferungen. Die Preise vieler Baumaterialien explodieren, ebenso die Preise für fossile Brennstoffe. Das Baugeschehen verlangsamt sich und Fertigstellungstermine verzögern sich erheblich.

Mai: Ein Fertigstellungsverzug von einem halben Jahr wird bekannt.

Juli: Drei Klassen der IGS Kalbach-Riedberg müssen nach den Sommerferien umziehen. Für sie geht es im neuen Schuljahr nach Bockenheim in die Container-Anlage auf dem Schulhof der Johanna-Tesch-Schule. Betroffen sind eine siebte, eine achte und eine neunte Klasse. Bezüglich einer Fachraumnutzung wird eine Kooperation mit der benachbarten Max-Beckmann-Schule gebildet.

2022
September: Das Schulgebäude und das dazugehörige Areal werden an die Schulgemeinde übergeben. Während der Schulferien erfolgt der größte Teil des Umzugs in die neuen Räumlichkeiten. Offen sind noch einige Restarbeiten sowie die Beseitigung kleinerer Mängel. Eine ganze Reihe von Kartons müssen noch ausgepackt und eingeräumt werden. Auch ein Teil der Innenausstattung wie zum Beispiel Tafeln müssen erst noch geliefert werden. Die Baukosten betragen 57 Millionen Euro. Unterrichtet werden nun 600 Schüler in den Klassen 5 bis 10.

Die IGS Kalbach-Riedberg bei Dämmerung

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Müll sammeln und Recyceln

Wiedergefundene Einkaufswagen

Ein sonniger Herbsttag, an dem die Klimaschutz-Initiative Riedberg e. V. zum Müllsammeln auf dem Riedberg aufgerufen hatte. Auslöser war der World Cleanup Day, der auf diesen Tag fiel. Gemeinsam wollte man vorgehen, für eine saubere, gesunde und plastikmüllfreie Zukunft.

Aber nicht nur Plastikmüll, Zigarettenkippen und sonstiger Unrat war auf den Straßen rund um den Riedbergplatz zu sammeln. Auch „Altmetall“ in den verschiedensten Formen ließ sich finden. Selbst Edelmetall lag auf den Straßen und Wegen.

Sehr beliebt auch die illegale Entführung von Einkaufswagen, um sich den Transport von Lasten zu erleichtern. Nur mit dem Zurückbringen haperte es manchmal. So konnten auf die Schnelle bei der Müllsammelaktion drei Einkaufswagen auf dem Riedberg wieder eingefangen werden.

Nicht nur dass die Entfernung von den Betriebsgeländen Diebstahl ist. Es entsteht dadurch in der Regel auch ein Sachschaden. Die Räder sind nicht für das Fahren auf Gehwegen oder Grünflächen ausgelegt. Auch müssen die Wagen nach dem Zurückbringen oft aus hygienischen Gründen gereinigt und desinfiziert werden. Von daher lassen die Eigentümer der Wagen das Entwenden auch strafrechtlich verfolgen, denn ihr Fehlen in großen Stückzahlen behindert den Betriebsablauf.

Einkaufswagen steht im Weg

Einkaufswagen steht im Weg, Foto: A. Woitun

Werden die Wagen einfach irgendwo auf dem Trottoir stehen gelassen, bilden sie ein Hindernis für Fußgänger und eine Stolpergefahr für Menschen mit eingeschränkter Sicht. Wird bei Sturmböen ein Wagen auf die Straße gedrückt, kann es sogar zu Unfällen kommen.

In Deutschland werden jedes Jahr 100.000 der Drahtgitter-Karren gestohlen. Bei Preisen um die 100 Euro pro Stück ist der Schaden für die Handelsketten erheblich. Dementsprechend werden die Kosten in die Preise für Lebensmittel eingepreist. So trägt die Allgemeinheit den Aufwand, verursacht durch die Bequemlichkeit einiger weniger.

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Jungsozialisten im Gespräch mit Stadtverordneten

Treffen Jusos Nordost

Die Juso-Regionalgruppe Nordost wurde bei einem Treffen auf dem Riedberg von der verkehrspolitischen Sprecherin Kristina Luxen und dem planungspolitischen Sprecher Simon Witsch über die aktuellen Pläne, Probleme und SPD-Forderungen ihrer Bereiche in den nordöstlichen Stadtteilen von Frankfurt informiert.

Herr Witsch berichtete über das Neubaugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg. Die ABG wird dort 850 Wohnungen für 2.000 Menschen errichten. Davon werden 40 % im geförderten Bereich liegen sowie 15 % für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen reserviert sein. Im Koalitionsvertrag hat sich die Römer-Koalition zudem darauf geeinigt, dass bei künftigen Bauprojekten ab 30 Wohneinheiten die Quote für geförderten Wohnungsbau bei der ABG weiter erhöht wird. So sollen 60 % der Neubauten im geförderten Bereich liegen. 40 % für den ersten und 20 % für den zweiten Förderweg, 15 % für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen sowie 5 % für Studierende, Auszubildende und weitere Personen mit dringendem Wohnungsbedarf (z. B. Housing First-Projekte* und Frauenhäuser).

Außerdem will die Koalition, dass die Stadt die Belegrechte von jeder vierten frei werdenden Wohnung der ABG erwirbt und diese in geförderte Wohnungen umwandelt. Zusätzlich soll es für alle Mieter der ABG, die Anspruch auf eine geförderte Wohnung hätten, allerdings in einer frei finanzierten Wohnung leben, eine Mietsenkung geben. Ein solcher Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wäre ein großer und wichtiger Schritt hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt.

Öffentlicher Personennahverkehr

Mit dem Ausbau der Radwege muss endlich auch am Stadtrand begonnen werden. Die Querverbindungen der Stadtteile, z. B. von Bonames nach Bergen-Enkheim oder vom Riedberg nach Fechenheim, sind völlig unzureichend. Als positives Beispiel für ein flexibles und niedrigschwelliges ÖPNV-Angebot nannte Kristina Luxen den Ruf-Bus KNUT, der nun in den nördlichen Stadtvierteln eingeführt wurde und ab Oktober auch auf dem Riedberg per App verfügbar sein wird. Der sogenannte „On Demand-Shuttlebus“ dient dabei nicht nur der Schaffung eines flexiblen Nahverkehrs, am Wochenende oder auch nachts. Er soll auch die umweltfreundlichere Fortbewegung fördern.

Die Regionaltangente West, die eine Querverbindung ebenfalls verbessern wird, wird gerade gebaut und ist ab 2028 nutzbar. Ein Ring im Frankfurter Osten ist ebenfalls im Gespräch.

Die Fertigstellung des Riederwaldtunnels ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Stoppen kann das Projekt nur der Bund. Die Belastung der Anwohner im Riederwald durch Lärm und Abgase muss endlich ein Ende haben. Durch die beschlossene Einhausung entsteht ein Grüngürtel vom Grüneburgpark bis zum Lohrberg, an dessen Rändern Wohnraum entstehen könnte. Aktuell werden die Kosten für die Einhausung ermittelt und in welcher Höhe sich Bund und Land beteiligen.

Wer an einer Mitarbeit bei den Jusos interessiert ist, findet weitere Informationen unter: https://jusos-frankfurt.de/ und per eMail: buero@jusos-frankfurt.de


* Der Housing-First Ansatz
Das Housing-First Konzept beendet Wohnungslosigkeit unmittelbar und bietet flexible wohnbegleitende Hilfen zum dauerhaften Wohnungserhalt an. Regulärer Wohnraum wird an erste Stelle gerückt – ein entscheidender Unterschied zum derzeit meist praktizierten System. Darin müssen Betroffene oft ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen: Unterkünfte und Trainingswohnungen müssen durchlaufen werden. Oftmals ist die Zurverfügungstellung von Wohnraum an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt. Der Aufstieg in ein normales Mietverhältnis scheitert häufig an nicht vorhandenen Wohnungen auf dem Markt und so droht die erneute Wohnungslosigkeit: Ein „Drehtür-Effekt“ stellt sich ein. Auch sind solche Wohnraumformen häufig zeitlich befristet. Housing First hingegen bedeutet: Es besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten: Betroffene werden dazu ermutigt Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet. Dort wo Housing-First bereits praktiziert wird, sind die Ergebnisse überzeugend.

Housing-First wurde Anfang der 90er-Jahre in den USA unter der Leitung von Dr. Sam Tsemberis entwickelt. In den USA wird es seither in einigen Städten erfolgreich praktiziert. In Deutschland ist der Ansatz noch nicht weit verbreitet. Tsemberis stellte 8 Grundprinzipien auf, die den Housing-First Ansatz ausmachen. Ausführlich nachzulesen im „Housing-First Guide„ (S. 28-42) von Dr. Nicholas Pleace, herausgegeben vom europäischen Dachverband der Wohnungslosenhilfe FEANTSA und ins Deutsche übersetzt durch das Wiener Projekt „neunerhaus“.

Weiterlesen unter https://www.housingfirstfonds.de/59/housing-first-beendet-wohnungslosigkeit-dauerhaft

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Ehrenamtliche Einzelvormünder dringend gesucht!

Ehrenamtlicher Vormund

Aktuell werden fast 300 unbegleitete Minderjährige in Frankfurt versorgt. Im August dieses Jahres gab es mit 111 Erstkontakten so viele wie nie zuvor seit 2016 (Quelle: Frankfurter Rundschau, 09.09.2022).

Es gibt viele Gründe, warum ein Kind nicht mehr bei seiner Familie leben kann und einen Vormund braucht. Wenn Eltern im Ausland leben, gestorben sind oder nicht in der Lage sind, ihr Kind angemessen zu erziehen, brauchen Kinder und Jugendliche einen gesetzlichen Vertreter, der ihre Interessen wahrnimmt, sich Zeit nimmt und sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleitet. Ehrenamtliche Vormünder sind hierfür besonders geeignet, weil der persönliche Kontakt zwischen Vormund und Mündel im Vordergrund steht. Mit ihrem Einsatz ermöglichen Sie Kindern und Jugendlichen so eine bestmögliche Chance auf eine positive Entwicklung und Zukunft.

Die deutlich gestiegene Nachfrage macht sich auch im Angebot des Kinderschutzbundes „Ehrenamtliche Einzelvormundschaften“ bemerkbar. Die Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen verlängert sich und damit die Zeit, in denen die Jugendlichen nach der oft dramatischen Flucht weiterhin keine Möglichkeit haben sicher anzukommen. Gerade für unbegleitete Minderjährige ist ein Ehrenamtlicher Einzelvormund oft die einzige Bezugsperson aus der Zivilgesellschaft im neuen Land und somit unglaublich wertvoll für die jungen Menschen und der Schlüssel zur Integration. Daher suchen wir wieder dringend Frankfurter Bürger, die sich zum »Ehrenamtlichen Einzelvormund« ausbilden lassen möchten.

Der Einstieg in die Schulung ist ab November möglich. Kommen Sie zu unserer digitalen Infoveranstaltung am 29.09.2022 um 19:00 Uhr. Die Einwahldaten finden Sie auf unserer Homepage, https://www.kinderschutzbund-frankfurt.de/ oder melden Sie sich bei der Angebotsleitung unter vormundschaft@kinderschutzbund-frankfurt.de.


Für Rückfragen, Interviews und weiterführende Informationen stehen wir gerne auch persönlich zur Verfügung:
Leitung: Dr. Anja Sommer (Juristin) und Brita Einecke (Dipl. Päd.)
Telefon: 069-200 62 99-13 oder -12 oder mobil unter 0162-2492499
eMail: vormundschaft@kinderschutzbund-frankfurt.de

Einwahllink: https://us06web.zoom.us/j/84078713563?pwd=TnRRVGpuMGdPSVlvaXQ2VmpZUy9DQT09

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