Kategorie: AktuelleNEWS

Wohnen, Kitas, Parks: Ein Zeugnis für den Riedberg

Der Riedberg ist natürlich unser Frankfurter Lieblings-Stadtteil. Dennoch gibt es aktuelle Probleme und Fehler bei der Planung. Grundlage für unser „Zeugnis“ sind eine Umfrage des Institutes für Humangeographie zur Wohnsituation von Familien am Riedberg sowie Ergebnisse eines Seminars zur „Wohnraumerweiterung am Riedberg“ am Institut für sozial-ökologische Forschung der Goethe-Universität.

+ Warum sind Sie an den Riedberg gezogen? Die Antwort auf diese Frage fällt den meisten leicht: Der Riedberg wird als grüner, eher ruhiger und vor allem familienfreundlicher Stadtteil wahrgenommen. Mitentscheidend ist auch die Lage am Stadtrand, kombiniert mit der guten Erreichbarkeit der Innenstadt.

Der Riedberg ist eine der größten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen in Deutschland. Während man in den Anfangsjahren, bis ungefähr 2010, noch vergleichsweise günstig Eigentum am Riedberg erwerben oder Wohnraum mieten konnte, fehlen günstige oder bezahlbare Wohnungen zunehmend. In Folge der Entwicklung der Finanzmärkte und des Immobilienbooms wird seit Jahren verstärkt im hochpreisigen Wohnungsmarktsegment gebaut.

+ Fragt man nur Familien, steht in puncto Unzufriedenheit der Bedarf an mehr Ärzten an erster Stelle, speziell an Kinderärzten und Hausärzten für gesetzlich Versicherte.

+ Die Betreuung der Kinder ist von grundlegender Bedeutung für die Alltagsorganisation von Familien. Während die Zufriedenheit mit dem vorhandenen Angebot überwiegend hoch ist, kritisieren insgesamt drei Viertel der Befragten den Mangel an Betreuungsplätzen – von der U3-Betreuung bis zum Hort bzw. der erweiterten schulischen Betreuung.

+ Ein großer Pluspunkt: Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, insbesondere die U-Bahn.

Angesichts von mehr als 3000 Kindern unter 14 Jahren steht zu erwarten, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Jugendlichen deutlich steigen wird. Deshalb gibt es laut der Umfrage eine „große Unzufriedenheit mit dem geringen Angebot für Jugendliche“. Als Wünsche werden unter anderem ein Skatepark, ein Bolzplatz, mehr Tischtennisplatten und ein Pavillon als Rückzugsort genannt. Ein weiterer Aspekt in puncto Stadtplanung: Am Riedberg sind keine Stadtbibliothek, ebenso wenig Multifunktionsräume für Vereine vorhanden.

+ Im Stadtteil sind etwa 94 Hektar für Parkanlagen, Grünzüge und integrierte Landschaftsflächen reserviert, die vielfältige Funktionen übernehmen. Dazu zählen Flächen für Naherholung, Sport und Spiel, Naturschutz, aber auch für die Frischluftversorgung.

+ Überwiegend sind die Riedberger zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings wird beim Einzelhandel eine bessere Versorgung des Westflügels gewünscht, außerdem dezentrale Bäcker, ein Obst-/ Gemüseladen und ein Bioladen. Auch besteht der Wunsch nach mehr Gastronomie und Ausgehmöglichkeiten. 

+ Die Energieversorgung am Riedberg folgt einem nachhaltigen Energiekonzept. Der gesamte Stadtteil wird durch Fernwärme aus dem nahegelegenen Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt versorgt. Die Grundschule Riedberg war 2004 die erste in Passivbauweise errichtete Schule in ganz Deutschland. Gymnasium Riedberg, Marie-Curie-Schule und Kitas, aber auch private Passivhäuser folgten.

+ Auch das „Wassermanagement“ wird überwiegend positiv beur-
teilt. Regenwasser und Schmutzwasser werden getrennt abgeleitet. Das Schmutzwasser gelangt durch die städtische Kanalisation in die Kläranlage Niederrad/ Griesheim. Das Regenwasser wird durch Regenrückhaltebecken in den Parks aufgefangen, gedrosselt und den natürlichen Bächen zugeleitet. Allerdings sollte in den Haushalten das abfließende Trinkwasser möglichst reduziert und mehr Regenwasser genutzt werden.

Am Riedberg ist die soziale Mischung – aus Sicht moderner Stadtplanung – nicht nachhaltig. Hier sind sehr viele Ein- und Zweifamilienhäuser entstanden (rund 30 Prozent) und Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern. Im Kontrast dazu werden in Frankfurt bis 2030 verstärkt 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen benötigt. Auch der Anteil geförderter Wohnungen ist zu gering.

+ Die von den Studierenden des Instituts für Humangeographie befragten Familien sind „zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrem Stadtteil“. Auch die VerfasserInnen der sozial-ökologischen Analyse kommen zu dem Schluss: „Die Identifizierung der Bewohner zu ihrem Stadtteil ist in Riedberg vorhanden.“

Die Ergebnisse der Befragung von Riedberger Familien finden Sie unter www.humangeographie.de/riedberg

Foto: Kimberly Farmer on Unsplash

Teile diesen Beitrag mit Freunden

WahlFach – Mietladen für Künstler jetzt in neuen Räumen

Schönes – von vielen handgemacht. Das ist das Stichwort für den auch bei Riedbergern beliebten Mietfachladen „WahlFach“, der über 40 Künstlern und Kreativen die Möglichkeiten bietet, ihre Produkte zu verkaufen. So entsteht ein buntes Sortiment an handgefertigten Unikaten. Und WahlFach, initiiert von den beiden Schwestern Nina Wahl und Petra Wesemann, wächst. Heute ist feierliche Eröffnung der neuen Räume in Alt-Niederursel. 

„Nun wird sich mancher fragen, worum ziehen wir nur 50 m weiter? Das hat viele Gründe: Wir sind dem hof Niederursel nun ein Stück näher gerückt, liegen direkt schräg gegenüber vom Mutz, dem viel besuchten Café und Restaurant, und der Weg von der U-Bahn führt direkt auf uns zu“, sagt Renate Wahl, Mutter der beiden Gründerinnen, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Hinzu kommt, dass sich der neue, helle Verkaufsraum in einem wunderschönen denkmalgeschützten Haus befindet, Tür an Tür mit dem über Frankfurts Grenzen hinaus bekannten Uhrmachermeister Bernd Ober. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht, dass es kein großes Schaufenster gibt, aber dafür vier große Fenster, durch die man sehr gut hineinblicken und sich Inspirationen holen kann.

Natürlich fiel der Abschied von bisherigen Laden nicht ganz leicht. „Hier haben wir unsere Anfänge erlebt, die ersten Anbieter und Kunden kennengelernt.“ Das Ziel bleibt, durch ein besonderes Konzept immer wieder Neues von Kreativen anbieten können. Geschenke für Feiertagen und Geburtstagen sind ebenso gefragt, wie Schönes für Kinder und Babys, Schmuck, Schals, Kleidung. Übrigens auch beim Weihnachtsmarkt am Riedbergplatz im vergangenen Dezember.

Schön, bunt und handgemacht soll es auch bleiben…

Adresse: WahlFach, Alt Niederursel 22, 60439 Frankfurt. Die Öffnungszeiten sind Mo, Mi 10 – 13 Uhr/ Di, Do, Fr 10 – 18 Uhr/ Sa 10 – 14 Uhr.

Weitere Informationen unter www.wahlfach.com

Foto: WahlFach 

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Große Ehre für Judith McCrory und FEMALE FUTURE Riedberg

Ehre, wem Ehre gebührt: Auf der Homepage der Mehrgenerationenhäuser wurde ein schönes Portrait der langjährigen Billabong-Vorstandsvorsitzenden Judith McCrory veröffentlicht. In der Rubrik „Hier kümmert sich….“ stellt die Pressestelle des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Programms die Weiterbildungs-Initiative FEMALE FUTURE Riedberg in den Mittelpunkt. Die Workshops hat Billabong gemeinsam mit MAINRiedberg ins Leben gerufen. „Dieser Beitrag ist absolut gelungen und wohlverdient. Judith leistet seit vielen Jahren tolle Vorstandsarbeit“, heißt es bei Billabong.

Sie wollen nicht im Internet danach suchen? Hier ist der Beitrag über Judith McCrory, der vor wenigen Tagen auf www. mehrgenerationenhaeuser.de  erschienen ist. Bundesweit werden aktuell rund 540 Mehrgenerationenhäuser gefördert, unter anderem das Familienzentrum Billabong am Riedberg.

*****

„FRAUEN ZU UNTERSTÜTZEN, SICH GEGENSEITIG ZU HELFEN, WAR IMMER MEIN THEMA.“

Der engagierten Judith McCrory liegt das Thema Frauen in der Arbeitswelt besonders am Herzen. Deshalb hat sie im Mehrgenerationenhaus Riedberg die Vortragsreihe Female Future ins Leben gerufen, die mittlerweile eine beliebte Netzwerkveranstaltung von Frauen für Frauen ist. Das Engagement ist für die Unternehmensberaterin ein willkommener Ausgleich zum Beruf.

„Als ich mit den Kindern aus dem Ausland nach Deutschland kam, hat mir ein Treffpunkt in der Nachbarschaft gefehlt. Ähnlich ging es anderen Müttern. Deshalb haben wir eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, einen Ort zum Ankommen“, so die Engagierte Judith McCrory, die 2006 den gemeinnützigen Verein Billabong Familienzentrum mitgegründet hat, der Träger des Mehrgenerationenhauses im Frankfurter Stadtteil Riedberg ist. Von Beginn an trieb Judith McCrory das Thema Vereinbarkeit besonders um: „Als junge Mutter bekam ich kaum Hilfe von meinem Umfeld, um Familie und Arbeit zu integrieren.“

Mut machen und Praxiswissen vermitteln

Dies war einer der Gründe, warum McCrory 2019 in Kooperation mit einem Lokalmagazin das Projekt „Female Future Riedberg – Ein offener Austausch für Frauen zu Themen rund um Familie und Arbeit“ ins Leben gerufen hat. „Alle Frauen, ob Arbeitssuchende, Arbeitnehmerinnen oder Selbständige können hierbei an Vorträgen von Frauen teilnehmen, die Mut machen und viel Praxiswissen vermitteln. Bislang haben wir schon Themen wie den Sprung in die Selbstständigkeit, aber auch Gehaltsverhandlungen oder Altersvorsorge behandelt“, so McCrory begeistert. Nach den Vorträgen ist immer Zeit für eine offene Runde zum Austauschen und Teilen von Erfahrungen. Die Female-Future-Reihe findet im Mehrgenerationenhaus statt und hat sich mittlerweile auch einen Namen als Netzwerktreffen über Riedberg hinaus gemacht. “ 

Engagement als Ausgleich zum Beruf

Neben der Projekt-Leitung für „Female Future“ ist McCrory außerdem im Finanzvorstand ehrenamtlich aktiv. „Als Betriebswirtin war das Familienzentrum von Anfang an ein interessantes Betätigungsfeld für mich. Es ist als hätte ich nicht einen Verein, sondern ein kleines mittelständisches Unternehmen zusammen mit anderen Mitstreiterinnen gegründet. Spannend ist der Vergleich einer weiblichen Führung im Gegensatz zu einer eher männlich besetzten Führungsriege. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich beide funktionieren.“ 

McCrory ist bereits seit 13 Jahren als ehrenamtliches Vorstandsmitglied dabei. „Judith ist die graue Eminenz im Verein“, sagt Sabine Fiedler, die ebenfalls ehrenamtliches Vorstandmitglied ist. „Sie ist bescheiden und steht nicht gern im Mittelpunkt, aber ihr kontinuierlicher Einsatz für das Haus ist absolut lobenswert. Mit viel Energie hat sie maßgeblich zum Wachstum und zur Weiterentwicklung beigetragen“, so Fiedler weiter. Und das macht sich auch bemerkbar: Das Team von Billabong ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und besteht heute aus sieben Festangestellten, vier Vorstandsmitgliedern sowie dreißig ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Mittlerweile gibt es Kurse für Senioren, Schwangere, Kinder, Mütter, Väter, Sprach- und Musikangebote, Tanz- und Sportkurse sowie zahlreiche offene Treffen als niedrigschwellige kostenfreie Angebote für alle Generationen. Seit 2017 ist das Mehrgenerationenhaus Billabong in Riedberg im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus.

TEXT: www. mehrgenerationenhaeuser.de 

Das Thema Frauen in der Arbeitswelt liegt der langjährigen Billabong-Vorstandsvorsitzenden Judith McCrory sehr am Herzen Foto: Billabong Family
Teile diesen Beitrag mit Freunden

SC Riedberg: Neue Turnhalle, neuer Vorstand und offene Fragen

Markierung auf Rasen

Der SC Riedberg ist inzwischen der größte Fußballverein Hessens, die Nummer vier in der Stadt im Basketball und hat unter anderem noch eine boomende Rugby-Sparte. Auf der Mitgliederversammlung am Montag wurden die neuen Zahlen und Pläne für eine Turnhalle am Sportplatz vorgestellt. Aufgrund von Rücktritten musste zudem der Vorstand neu gewählt werden. Neuer Vorsitzender ist Axel Leonhardt, bisher Spartenleiter Golf. Leonhardt ist Bankangestellter und Stadtverordneter, zog 2016 für die von Ex-AfD-Sprecher Bernd Lucke gegründete „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ in den Römer ein.

Am Anfang standen am Montag Ehrungen und die positiven Entwicklungen im Vordergrund, während es später noch eine turbulente und emotionsgeladene Mitgliederversammlung werden sollte. Der erst 2011 gegründete Verein hat heute mehr als 1300 Mitglieder. „Wir sind fast ein kleines Wirtschaftsunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 200.000 Euro. Das findet nicht von heute auf morgen statt“, sagt der langjährige Schatzmeister Pedro Ferreira nicht ohne Stolz.

Der Verein erlebt einen „absoluten Run“ auf seine Angebote, hat in der größten Sparte, im Fußball, allein sieben G-Jugend-Mannschaften, hätte immer noch Bedarf an weiteren Trainern und Ehrenamtlichen – stößt aber an der Sportanlage in der Altenhöferallee und in puncto Hallenkapazitäten an die Grenzen. 

Die neue Turnhalle

Was die Trainingsmöglichkeiten betrifft, ist der Appell direkt an die Stadt gerichtet. Die hat bereits zugesagt, den SCR bei seinem wohl wichtigsten Vorhaben seit der Vereinsgründung zu unterstützen: Dem Bau einer kleinen Turnhalle auf dem Vereinsgelände, mit rund 170 Quadratmeter Sportfläche, zwei Umkleiden nebst Duschen und Sanitäranlagen und einem Raum für Übungsleiter und Lehrer. Diese Halle kann dann für Sportarten von Turnen, über Tischtennis bis Tai Chi genutzt werden, ist für Ballsportarten mit größeren Gruppenstärken aber nicht geeignet.

In einer Stellungnahme des Magistrats von September 2019 heißt es: „Der Verein hat dieser Tage die Baugenehmigung zum Bau einer Einfeld-Turnhalle gestellt und hat seine Bereitschaft erklärt, bei der Nutzung der Sporthalle mit Schulen und anderen Vereinen zu kooperieren.“ Nicht zuletzt deshalb fördert die Stadt das Bauvorhaben, während „der Verein den Großteil der Finanzierung des Projektes selbst trägt“.

Der Kostenplan, den Noch-Schatzmeister Pedro Ferreira vorstellte, sieht rund 700.000 Euro für Bau und Erschließung vor, davon 55.000 Euro für die Planung. Finanziert werden soll der Anteil des Vereins hauptsächlich über zweckgebundene Rücklagen. Außerdem will man möglichst bald noch Containermodule für die Bewirtung am Sportplatz und für Stauraum aufstellen, Details müssen noch mit den Planern und der Stadt abgestimmt werden.  

Eine Wahl ohne Kandidaten, Rechtsstreitigkeiten und Sorge ums Image

„Das Ding steht auf stabilen Füßen“, wie Frank Weisske, vier Jahre lang 1. Vorsitzender des SCR, betonte. Was seinen Rücktritt und die Rücktritts-Ankündigung von Schatzmeister Pedro Ferreira betrifft, ist mehrmals von „Werten“ und dem Umgang miteinander die Rede. „Es gibt auch Dinge, die die rote Linie in einem Verein überschreiten“, so Weisske. Konkret betreffe das Streitigkeiten mit einem Spartenleiter, wo es um rechtlich relevante Vorwürfe gegen die Vorsitzenden ging. Dann den Disput um die Veränderung und künftige Verwendung des Vereins-Logos. Sowie um den persönlichen Konflikt mit dem Vereinsgründer und langjährigen Vorsitzenden.

Das war wiederholt Thema in der Mitgliederversammlung, wobei Ton und Inhalt der Debatte zunehmend rauer wurden. Letztlich gipfelte das in einem Eilantrag auf Vereinsausschluss des Ex-Vorsitzenden. Der wurde aufgrund von Formalitäten vertagt, fand aber grundsätzlich Zustimmung unter den 57 anwesenden Vereinsmitgliedern. „Unwürdig“ nannten das andere später. Einzelne Mitglieder fürchten auch „um das Image des Vereins in der Öffentlichkeit“. 

Außerdem sollte ein neuer Vorstand bestimmt werden. Kandidaten gab es vorab nicht und diejenigen, die spontan gefragt wurden, lehnten ab. Überwiegend aus Zeit- und beruflichen Gründen. Schließlich wurde Axel Leonhardt vorgeschlagen, der als Spartenleiter Golf mit auf dem Podium saß. Leonhardt stimmte – nach kurzer Rücksprache mit seiner Frau – zu und erhielt nach der Wahl großen Applaus.

Mangels Kandidaten sollen nun der zweite Vorsitzende sowie der neue Schatzmeister des SC Riedberg in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer gewählt werden. Bis dahin fungiert Pedro Ferreira weiter als Schatzmeister und Axel Leonhardt als neuer 1. Vorsitzender.

Text: Claudia Detsch

Foto oben: Sandro Schuh on Unsplash

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Toter Wolf in Frankfurt

Am Dienstag kam es auf der Babenhäuser Landstraße in Sachsenhausen zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Fahrzeug und einem die Fahrbahn kreuzenden Tier. Das Tier kam durch den Zusammenstoß ums Leben. Aufgrund der äußeren Erscheinung ging man schnell davon aus, dass es sich um einen Wolf handelt. Gestern wurde der Verdacht von Experten vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden anhand von Polizeifotos bestätigt. Eine Genanalyse soll nun Aufschluss darüber bringen, aus welcher Population das Tier stammt und ob es in Hessen schon einmal nachgewiesen wurde.

Gegen 8.45 Uhr am Dienstagmorgen fuhr eine 47-jährige Autofahrerin aus Richtung Heusenstamm kommend in Richtung Frankfurt. Während der Fahrt lief plötzlich ein Tier auf die Fahrbahn. Die Frau hielt es im ersten Moment für einen Hund und wollte bremsen. Trotz eingeleiteter Vollbremsung konnte sie den Zusammenstoß mit dem Tier aber nicht mehr verhindern, das durch die Wucht des Aufpralls in den Mittelstreifen der beiden Fahrbahnen geschleudert wurde. Die Autofahrerin wurde durch den Unfall nicht verletzt. Das Fahrzeug war jedoch so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrbereit war.

Bereits die alarmierten Polizeibeamten stellten das besondere Äußere des vermeintlichen Hundes fest. Aufgrund der äußeren Merkmale und der Gesamtoptik bestand sofort der Verdacht, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handeln könnte.

Foto: Polizei Frankfurt

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Neuer Frühjahrsmarkt für Kreative

Bald wird es einen neuen Termin im Riedberg-Kalender geben, den sich alle Freunde von kreativen Ideen, Kunst und Handwerk unbedingt notieren sollten: Am 29. März 2020 lädt das Familienzentrum Billabong zum ersten Mal zu einem Frühjahrsmarkt mit zahlreichen Ständen, Aktionen für Kinder, natürlich Essen und Trinken und einem „Escape Room“.

Das große Sommerfest und der Weihnachtsmarkt am Riedbergplatz sind nun schon seit Langem ein fester Bestandteil des Stadtteils. „Um auch dem Frühling und dem Herbst einen Markt zu widmen, haben wir uns überlegt, hier den Riedberg weiter zu beleben“, erklärt Harriet Papastefanou, die das neue Billabong-Projekt koordiniert.

Da Selbstgemachtes nicht nur im Zuge der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, „finden wir, dass Selbstgestaltetes und Kreativität eine weitere Plattform verdienen“. Diese will Billabong nun mit einem Frühjahrs- und Herbstmarkt bieten.

Es wird Schmuck, selbstgemachte Taschen, Baby- und Kinderkleidung, Alltagshelfer, Naturkosmetik, Bilder und vieles mehr geben. Ein Drechsler wird vor Ort mit seiner Drechselbank sein Können unter Beweis stellen. Auch Aktionen für Kinder sind geplant, wie Ostereiermalen, Glitzertattoos oder Kinderschminken. Außerdem wird das Familienzentrum sein beliebtes Tauschlädchen an diesem Tag von 13 bis 16 Uhr öffnen. Als zusätzliches Highlight wird im Familienzentrum erstmalig ein Escape Room aufgebaut, den es im Team zu „knacken“ gilt.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Außer den berühmten “Billabong-Waffeln“ können die Besucherinnen und Besucher im Café auch Herzhaftes, Erfrischungsgetränke und Kaffeespezialitäten genießen.

Der erste Billabong Frühjahrsmarkt findet am 29.3.2020 von 11 bis 16 Uhr in den Räumen des Familienzentrums in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b, Frankfurt-Riedberg, statt.

Weitere informationen unter www.billabong-family.de

Fotos: Billabong Family

Das gemeinnützige Familienzentrum Billabong veranstaltet in diesem Jahr zum ersten Mal einen Frühjahrsmarkt für Kreative
Teile diesen Beitrag mit Freunden

Münchner Tatort – written in Riedberg

Heute Abend um 20.15 Uhr sollten Sie unbedingt den beliebten Münchner Tatort (ARD) einschalten – nicht nur weil der Fall „Unklare Lage“ beklemmend an das Attentat von 2016 im Olympia-Einkaufszentrum erinnert, wo ein 18-Jähriger Schüler neun Menschen tötete. Das Drehbuch zum heutigen TV-Film schrieb Autor Holger Joos, der in unserem Stadtteil lebt und schon für mehrere Tatort-Produktionen die Vorlage lieferte.

Die Tatort-Kommissare ermitteln unter Hochdruck – während in der Stadt Panik um sich greift                                                                             Bild: BR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Das ist die Story

Nach einem Schusswechsel in einem Bus flüchtet der Täter und wird kurz darauf vom SEK gestellt. Offenbar war ein Anschlag geplant. Ob es einen zweiten Täter gibt, ist unklar. Das Einsatzteam mit Batic (Miroslav Nemec), Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) steht unter Hochdruck, während in der Bevölkerung, durch die sozialen Medien befördert, Panik um sich greift.

Das sagt der Drehbuchautor

‚Unklare Lage‘ ist ein extremer Tatort. Die zentralen Frage zu Beginn des Schreibens lauteten für mich: Wie handeln Menschen und diesen Extremsituationen? Wie gehen sie mit der Informationsflut um, die innerhalb weniger Stunden auf sie einbricht? Und was ist mit denen, die via soziale Medien zu einem Teil eben jener Informationsflut werden?“

Drehbuchautor Holger Joos lieferte die Vorlage für den Tatort „Unklare Lage“                                     Foto: privat

Die Kommissare werden zu Getriebenen im Wettlauf mit dem Attentäter, aber auch gegen die erwachende Angst auf den Straßen. Die Frage ist auch: „Wie beruhigt man eine Stadt, wenn man selbst an einen Täter glaubt, doch seine Existenz nicht beweisen kann?“

Der Tatort „Unklare Lage“ läuft am heutigen Sonntag, 26. Januar, um 20.15 Uhr in der ARD.

Der Tatort ist außerdem in der ARD-Mediathek zu finden unter https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/videos/unklare-lage-video-102.html

***

Großes Foto oben: BR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Experten empfehlen Neubau der Städtischen Bühnen

Kulturdezernentin Ina Hartwig hat zusammen mit dem Leiter der städtischen Stabsstelle, Michael Guntersdorf, die Ergebnisse des Prüfauftrages zur Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 23. Januar, im Deutschen Architekturmuseum vorgestellt. „Die Stabsstelle hat zusammen mit den Städtischen Bühnen, den notwendigen Ämtern der Stadt sowie externen Fachplanern fundierte Antworten auf die Fragestellungen der Stadtverordneten erarbeitet. Mit diesen differenzierten Ergebnissen kann jetzt eine grundsätzliche Entscheidung zur Zukunft der Städtischen Bühnen getroffen werden“, bedankte sich Hartwig bei Stabsstellenleiter Guntersdorf und allen beteiligten Mitarbeitern.

Sanierung der Theaterdoppelanlage nicht wirtschaftlich

In einem ersten Schritt prüfte die Stabsstelle eine sogenannte „Basis-Sanierung“, bei der nur das Nötigste saniert und modernisiert sowie die technischen Anlagen ausgetauscht werden. Die Gesamtkosten für diese Variante belaufen sich auf rund 826 Millionen Euro. Grundlegende Defizite, wie die schwierigen Anlieferungsbedingungen und ineffizienten Betriebsablaufe, bleiben weiterhin bestehen. Im zweiten Schritt untersuchte die Stabsstelle eine sogenannte „Verbesserte Sanierungsvariante“. Diese ermöglicht unter anderem Verbesserungen im Bereich der Anlieferung und eine Öffnung des Gebäudes für die Öffentlichkeit. Auch in dieser Variante bleiben die der Altsubstanz geschuldeten funktionalen Einschränkungen bestehen. Die Gesamtkosten für diese Variante sind mit rund 918 Millionen Euro veranschlagt.

Neubauvarianten für die Oper und das Schauspiel

In einem nächsten Schritt untersuchte die Stabsstelle zwei Neubauvarianten: eine Variante mit optimierten Neubau der Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz und eine Variante mit zwei Neubauten, davon einer auf dem jetzigen Grundstück am Willy-Brandt-Platz und ein weiterer an einem zentral gelegenen Standort. Die Gesamtkosten für einen Neubau der Theaterdoppelanlage am selben Standort sind mit rund 875 Millionen Euro veranschlagt. Bei der Variante mit zwei getrennten Neubauten können Interimskosten für eine der beiden Spielstätten vermieden werden, da mit einem Neubau bereits begonnen werden kann, während der Spielbetrieb in der jetzigen Theaterdoppelanlage noch läuft. Die Kosten dieser Variante sind mit 809 Millionen Euro angesetzt.

Unabhängig davon, welche der Varianten umgesetzt werden soll, rät die Stabsstelle zu einem eigenen Produktionszentrum. Das Zusammenführen der bislang externen Probebühnen und Lager mit den auszulagernden Werkstätten führt zu Synergien im Betriebsablauf und einer erheblichen Reduzierung der Gesamtkosten. Die Gesamtkosten aller Varianten enthalten grundsätzlich die Baukosten, Risikozuschläge, die zu erwartenden Baupreissteigerungen und die Kosten für ein Produktionszentrum.

„Die Ergebnisse der Stabsstelle sprechen eine deutliche Sprache. Als Kulturdezernentin bin ich daher zu einem klaren Ergebnis gekommen. Die alte Doppelanlage ist ein traditionsreicher Bau, es fällt sicherlich vielen schwer, sich von ihm zu trennen. Dennoch kann ich eine Sanierung nicht empfehlen, sie ist wirtschaftlich nicht vertretbar und nicht nachhaltig“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Ich empfehle, zwei Neubauten zu errichten, mindestens einen davon am Willy-Brandt-Platz, den anderen in zentraler Innenstadtlage. Dadurch sparen wir ein Interim ein, ermöglichen den Bühnen ein zukunftsfähiges Arbeiten und bieten den Frankfurterinnen und Frankfurtern einen öffentlichen Raum auch jenseits des Spielbetriebs. Für mich steht fest: Das kulturelle Herz der Stadt schlägt am Willy-Brandt-Platz, wir dürfen es nicht herausreißen.“

Zum Hintergrund:

Im März 2018 war der Magistrat durch die Stadtverordneten beauftragt worden, eine Sanierung unter maximalem Erhalt des Bestandes der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz zu prüfen. Für die aktuelle Untersuchung wurde die Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt“ gegründet, die am 1. November 2018 ihre Arbeit aufnahm und im Kulturdezernat angesiedelt ist. Die heute vorgestellten Ergebnisse ergänzen die 2013 beauftragte und im Jahr 2017 präsentierte Machbarkeitsstudie, die eine reine Sanierung nicht geprüft hatte. Angepasst an aktuelle Baupreissteigerungen und Risikozuschläge liegen die ermittelten Kosten für die Varianten der Machbarkeitsstudie von 2017 mittlerweile bei über eine Milliarde Euro.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Oper Frankfurt

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Eintracht & Stadt: Stadion-Mietvertrag steht

Nachdem im vergangenen Jahr eine entsprechende Absichtserklärung zwischen der Stadt Frankfurt am Main und der Eintracht Frankfurt Fußball AG unterschrieben wurde, ist nun der nächste Schritt erfolgt: Der Magistrat der Stadt hat heute einen Beschluss gefasst, laut dem Eintracht Frankfurt in einem über 15 Jahre laufenden gewerblichen Mietvertrag ab 1. Juli 2020 die Nutzung der Arena in einem zeitlichen Anteil von rund 80 Prozent eingeräumt wird. Die Vermarktungsrechte werden bei Eintracht Frankfurt liegen. Über den Magistratsbeschluss müssen nun die Stadtverordneten entscheiden.

Der Vertrag im Detail: Die Verantwortung für das technische Gebäudemanagement übernimmt die städtische Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF), während das infrastrukturelle Gebäudemanagement von Eintracht Frankfurt verantwortet werden wird. Eine Kapazitätserweiterung ist genauso beabsichtigt wie Investitionen in den digitalen Ausbau.

Mehr Stehplätze und vergünstigte Tickets

„Es soll ein gewerblicher Mietvertrag geschlossen werden. In dessen Laufzeit wird das Stadion ausgebaut, mit neuer digitaler Infrastruktur, mehr günstigeren Sitzplätzen und wichtigen Investitionen auch für die EURO 2024“, sagt Oberbürgermeister Feldmann. Und weiter: „Mir ist wichtig, dass alle fussballbegeisterten Menschen an Fußballspielen teilhaben können. Neue Stehplätze für die Fans, das Einfrieren der Ticketpreise für die Fans durch die Eintracht, zusätzlich je 1000 günstige Tickets für 5 Euro für Jugendliche und für 10 Euro bei Erwachsenen zeigen, dass der Weg unseres Fußballs richtig ist. Das ist doch super!“

Der seit 2005 bestehende Vertrag zum Betrieb der Commerzbank-Arena zwischen der städtischen SSF GmbH und dem bisherigen Betreiber (Stadion Frankfurt Management GmbH) endet am 30. Juni 2020. Es war daher notwendig, sich frühzeitig mit der Frage zu befassen, wie Betrieb und Vermarktung künftig organisiert werden sollen, um die SSF stärker als bisher in den operativen Ablauf einzubinden und auch dem Hauptnutzer Eintracht Frankfurt gerecht zu werden.

Sportdezernent Markus Frank als Vorsitzender des Aufsichtsrates der SSF hält die Entscheidung für wegweisend: „Unsere Eintracht gehört nach Frankfurt, sie gehört in die Commerzbank-Arena — und sie gehört in ein modernes und zukunftssicheres Stadion. Dafür werden jetzt die Weichen gestellt.“

Laut dem Beschluss soll Eintracht Frankfurt eine Stadionmiete in Höhe von acht Millionen Euro (netto) pro Saison in der 1. Bundesliga zahlen und dabei bis zu 90 Prozent aller Betriebskosten tragen. Sie trägt die Kosten für den digitalen Ausbau der Commerzbank-Arena. Im Gegenzug erhält die Eintracht Frankfurt Fußball AG die vollständigen Erlöse, die aus der Vermarktung der Commerzbank-Arena generiert werden. Ausgenommen hiervon sind Einnahmen aus den Veranstaltungen, die im städtischen Nutzungszeitraum liegen, der bei rund 20 Prozent liegen soll. Die Stadt Frankfurt am Main trägt die Kosten für die Kapazitätserweiterung der Arena in Höhe von rund 10 Millionen Euro und führt die bisher von Eintracht Frankfurt als Geschäftsstelle genutzten Bereiche einer neuen Nutzung zu.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Eintracht Frankfurt

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Musik nach Auschwitz – Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag

Verfemte Musik – Verstummte Stimmen. Es sind die Werke von Opfern des Holocaust, die am nächsten Dienstag dank zweier Musikerinnen aus Israel am Campus Riedberg zu hören sind.

„Musik nach Auschwitz“ – die Veranstaltung des Centre for Dialogue at Campus Riedberg findet am Dienstag, 28. Januar, von 20 bis 22 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Institutes für Biophysik statt, Max-von-Laue-Str. 3.

Das Leben von Leo Smit, Viktor Ullmann und Pavel Haas ist zu früh beendet worden. Sie wurden in den Vernichtungslagern im Osten ermordet. Deshalb konnte ihr musikalisches und kulturelles Erbe nicht ihren verdienten Platz finden. Die israelischen Musikerinnen Dana Barak (Klarinette) und Roglit Ishay (Klavier) möchten an diesem bedeutenden Tag, dem internationalen Shoa-Gedenktag, durch ihr Konzert diesen Komponisten die ihnen gebührende Ehre erweisen und gleichzeitig diese verloren gegangene Musik dem heutigen Publikum erneut ins Gedächtnis zurückrufen.

Sie geben ein Konzert mit Kompositionen von Leo Smit, der 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde, von Viktor Ullmann und Pavel Haas, die in Auschwitz starben, sowie von Olivier Messiaen (1908-1992), der im in einem Kriegsgefangenlager bei Görlitz gefangen gehalten wurde. Auch möchten die Musikerinnen an die Komponisten Joachim Stutschewsky (1891-1982) und Yehezkel Braun (1922-2014), die sich nur durch ihre Flucht in das heutige Israel retten konnten.

Weitere Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag

In der Goethe-Universität werden zahlreiche weitere Veranstaltungen rund um den Holocaust-Gedenktag angeboten. Die Holocaust-Gedenkvorlesung hält am 27. Januar Prof. Ulrike Weckel, die an der Universität Gießen Fachjournalistik Geschichte sowie Geschichte in Medien und Öffentlichkeit lehrt. Gegenstand ihres Vortrags, der in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut angeboten wird, sind Filme, die 1945/46 nach der Befreiung der Konzentrationslager entstanden sind – und die Reaktionen des deutschen Publikums darauf. „Beschämender Anblick“ hat Weckel ihren Vortrag überschrieben, der am Montag, 27. Januar, um 15.30 Uhr in der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, stattfindet

Die Filmbilder von den befreiten Lagern, die bis heute ein wichtiger Bestandteil von Dokumentationsfilmen sind, waren von den alliierten Siegermächten in Auftrag gegeben worden: Berge von Leichen, ausgezehrte Überlebende und Aschereste in den Krematorien – Bilder wie diese sind in das kollektive Gedächtnis der westlichen Welt eingeschrieben. Ulrike Weckel hat die so genannten Atrocity-Filme der Alliierten aus der Nachkriegszeit eingehend untersucht und rekonstruiert, wo und wie oft die Filme zu sehen waren und wie sie auf das Publikum gewirkt haben – wobei sich ein sehr differenziertes Bild ergeben hat. Darüber wird sie in der Vorlesung in Frankfurt sprechen. Die Deutschen, so Weckel, hätten keineswegs eingleisig und als fixes Kollektiv reagiert. Die Beurteilung des Gesehenen wurde oft erst ausgehandelt. Der Begriff der Scham spielt für Weckel eine große Rolle.

Am Abend des 27. Januar lädt die Goethe-Universität zudem gemeinsam mit der WIZO-Gruppe Frankfurt zur deutschen Erstaufführung des Films „Back to Berlin. Better by bike than by train“ (2018) ein. Die Regisseurin Catherine Lurie-Alt steht anschließend zum Gespräch bereit.

Die Termine im Überblick:

Montag, 27. Januar, 15:30 Uhr, Lobby des PA-Gebäudes (Campus Westend). „Beschämender Anblick“ – Filme über befreite Lager und Reaktionen des deutschen Publikums 1945/46. Vorlesung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus mit Prof. Dr. Ulrike Weckel, Justus-Liebig-Universität Gießen

Montag, 27. Januar, 19:30 Uhr, HZ 2, Hörsaalzentrum, Campus Westend, „BACK TO BERLIN – better by bike than by train“, Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit Regisseurin Catherine Lurie-Alt. Anmeldung unter: veranstaltungen@uni-frankfurt.de

Grafik oben: Centre for Dialogue at Campus Riedberg

Teile diesen Beitrag mit Freunden