Eintracht & Stadt: Stadion-Mietvertrag steht

Nachdem im vergangenen Jahr eine entsprechende Absichtserklärung zwischen der Stadt Frankfurt am Main und der Eintracht Frankfurt Fußball AG unterschrieben wurde, ist nun der nächste Schritt erfolgt: Der Magistrat der Stadt hat heute einen Beschluss gefasst, laut dem Eintracht Frankfurt in einem über 15 Jahre laufenden gewerblichen Mietvertrag ab 1. Juli 2020 die Nutzung der Arena in einem zeitlichen Anteil von rund 80 Prozent eingeräumt wird. Die Vermarktungsrechte werden bei Eintracht Frankfurt liegen. Über den Magistratsbeschluss müssen nun die Stadtverordneten entscheiden.

Der Vertrag im Detail: Die Verantwortung für das technische Gebäudemanagement übernimmt die städtische Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF), während das infrastrukturelle Gebäudemanagement von Eintracht Frankfurt verantwortet werden wird. Eine Kapazitätserweiterung ist genauso beabsichtigt wie Investitionen in den digitalen Ausbau.

Mehr Stehplätze und vergünstigte Tickets

„Es soll ein gewerblicher Mietvertrag geschlossen werden. In dessen Laufzeit wird das Stadion ausgebaut, mit neuer digitaler Infrastruktur, mehr günstigeren Sitzplätzen und wichtigen Investitionen auch für die EURO 2024“, sagt Oberbürgermeister Feldmann. Und weiter: „Mir ist wichtig, dass alle fussballbegeisterten Menschen an Fußballspielen teilhaben können. Neue Stehplätze für die Fans, das Einfrieren der Ticketpreise für die Fans durch die Eintracht, zusätzlich je 1000 günstige Tickets für 5 Euro für Jugendliche und für 10 Euro bei Erwachsenen zeigen, dass der Weg unseres Fußballs richtig ist. Das ist doch super!“

Der seit 2005 bestehende Vertrag zum Betrieb der Commerzbank-Arena zwischen der städtischen SSF GmbH und dem bisherigen Betreiber (Stadion Frankfurt Management GmbH) endet am 30. Juni 2020. Es war daher notwendig, sich frühzeitig mit der Frage zu befassen, wie Betrieb und Vermarktung künftig organisiert werden sollen, um die SSF stärker als bisher in den operativen Ablauf einzubinden und auch dem Hauptnutzer Eintracht Frankfurt gerecht zu werden.

Sportdezernent Markus Frank als Vorsitzender des Aufsichtsrates der SSF hält die Entscheidung für wegweisend: „Unsere Eintracht gehört nach Frankfurt, sie gehört in die Commerzbank-Arena — und sie gehört in ein modernes und zukunftssicheres Stadion. Dafür werden jetzt die Weichen gestellt.“

Laut dem Beschluss soll Eintracht Frankfurt eine Stadionmiete in Höhe von acht Millionen Euro (netto) pro Saison in der 1. Bundesliga zahlen und dabei bis zu 90 Prozent aller Betriebskosten tragen. Sie trägt die Kosten für den digitalen Ausbau der Commerzbank-Arena. Im Gegenzug erhält die Eintracht Frankfurt Fußball AG die vollständigen Erlöse, die aus der Vermarktung der Commerzbank-Arena generiert werden. Ausgenommen hiervon sind Einnahmen aus den Veranstaltungen, die im städtischen Nutzungszeitraum liegen, der bei rund 20 Prozent liegen soll. Die Stadt Frankfurt am Main trägt die Kosten für die Kapazitätserweiterung der Arena in Höhe von rund 10 Millionen Euro und führt die bisher von Eintracht Frankfurt als Geschäftsstelle genutzten Bereiche einer neuen Nutzung zu.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Eintracht Frankfurt