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Spenden-Marathon „Kräuter für Künstler“ startet

Nach der Rettung des Grüne Soße Festivals mit einer Corona-konformen und sicher trotzdem unvergesslichen Gala am 10. Oktober wollen die Festival-Erfinder jetzt auch die Branchen unterstützen, die vom Virus mit am meisten betroffen sind: Kulturschaffende und Künstler! Mit der Aktion „Kräuter für Künstler“, für die jeder nicht nur beim Essen spenden kann.

Seit 13 Jahren stehen beim Frankfurter Grüne Soße Festival Menschen aus Kultur und Gastronomie im Mittelpunkt des Geschehens, um gemeinsam das Lieblingsgericht der Hessen zu zelebrieren. Zwei Branchen, die von den Einschränkungen der Corona-Pandemie unmittelbar betroffen sind. „Mit dem Spendenmarathon „Kräuter für Künstler“ möchten wir jetzt ein Zeichen der Unterstützung und des Miteinander in der Stadt Frankfurt und der Region setzen“, sagt das Team Maja Wolff und Torsten Müller, den Erfindern des Grüne Soße Festivals.

Nach dem Essen: das Spenden nicht vergessen!

Frankfurt ist Skyline, Ebbelwoi und die Grüne Soße, die längst zum Kult-Gericht der Mainmetropole geworden ist. Ziel des Spendenmarathons ist es, die Leute daran zu erinnern, gerade in dieser Zeit die unverschuldet in Not geratenen Branchen zu unterstützen. Ob beim Genießen einer Grünen Soße, beim Schnitzel oder einfach nur bei dem Gedanken an Grüne Soße. Nach dem Motto: „Ich esse meine Lieblingssoße in der Location meiner Wahl – und unterstütze mit meiner Spende die Künstler*innen der Region!”

Selbstverständlich sollen auch „Soßenverweigerer „und lactoseintolerante Menschen nicht vom Spenden abgehalten werden. Durch Aufsteller, Postkartenaktionen und einem QR-Code, mit dem das Spenden von unterwegs möglich ist, wird in allen teilnehmenden Restaurants und Locations auf den Spendenmarathon hingewiesen. Vorläufiges Finale der Spendenaktion ist die Grüne Soße Gala am 10. Oktober 2020.

Wer wird unterstützt?

Ein Drittel der Spenden gehen an die Initiative „Kulturzeiter*in“, durch die in Not geratene, einzelne Künstler*innen und Kulturschaffende aller Sparten in Frankfurt und der Rhein-Main Region unterstützt werden.

Zwei Drittel gehen an Theater, bei denen die öffentliche Förderung bestenfalls Mietkosten abdeckt und die aufgrund der Corona-Situation nicht kostendeckend arbeiten können. „Wir wollen ermöglichen, dass diese dank der Spendengelder auch unter Corona-Bedingungen mit Abstandsregeln wieder öffnen können“, sagen die Initiatoren. Wie hoch die jeweilige Förderung sein kann, entscheidet sich nach der Höhe der eingegangenen Spenden. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein 7-köpfiges ehrenamtliches Gremium.

Der gemeinnützige Verein Grie Soß United e.V. verwaltet den Spendenmarathon. Spendenkonto Grie Soß United e.V., GLS Bank, IBAN DE21 4306 0967 1088 4452 00, Stichwort: Spende „Kräuter für Künstler“

Diesem ersten, großen Projekt des Vereins sollen natürlich viele weitere Aktionen, Initiativen, Events rund um die sieben Kräuter folgen.

Foto: Grie Soß United e. V. / Kräuter für Künstler

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Schulanfänger starten an zwei Tagen

Der allererste Schultag in Zeiten von Corona: Amrei Quandel, Schulleiterin der Grundschule Riedberg 3, erklärt, warum statt einer großen Einschulungsfeier nur vier kleine Willkommensfeiern möglich und hoffentlich trotzdem unvergesslich sind.

Schon bevor der neue Hygieneplan 5.0 der hessischen Landesregierung publik wurde, „hatten wir uns für eine Maskenpflicht bis zum Klassenzimmer entschieden“, sagt Amrei Quandel, Schulleiterin der erst 2019 eröffneten Grundschule Riedberg 3. Das Leitungs-Team hatte lange überlegt. „Weil wir wissen, wie wichtig es ist, dass gerade die Grundschüler eine Verschnaufpause ohne Maske haben.“ Dass sie die Gesichter ihrer Lehrer und Mitschüler sehen und in den Pausen rennen und toben können. Dennoch soll jetzt auch in den Gängen, in den Pausen und in der Betreuung der Mund-Nasen-Schutz getragen werden, „denn die Gesundheit aller Beteiligten hat Vorrang“.

Vier kleine Willkommensfeiern auf dem Schulhof

Noch immer ist die Schule in einer Container-Anlage am Ende der Hans-Leistikow-Straße im Norden des Stadtteils untergebracht. Das mit dem Provisorium ist schnell vergessen, wenn man den Schulhof betritt, spätestens aber in den bunt gestalteten Innenräumen. Letzteres wird für die Eltern der Schulanfänger in diesem Jahr leider nicht möglich sein, da auch der erste Schultag unter Corona-Bedingungen stattfindet. So wird es keine große Einschulungsfeier für alle 35 Schulanfänger geben, sondern  vier „kleine Willkommensfeiern“, wie Amrei Quandel es nennt, weil insgesamt vier Flexklassen aus Erst- und Zweitklässlern gebildet werden. Die Feiern sind am Dienstag und Mittwoch auf dem Schulhof geplant. Nur zwei Personen, in der Regel wohl Mama und Papa, können die Kinder begleiten.

Anschließend gehen die Kinder mit ihrer Flexklasse und ihrer Klassenleitung in den Klassenraum. Dort werden sie ihre erste Schulstunde verbringen, um dann auf den Schulhof zurückzukehren. Die Erwachsenen könnten die Gelegenheit nutzen, die Wartezeit miteinander – und auf Abstand – „plaudernd auf dem Schulhof zu verbringen“, wie es in der Eltern-Information heißt.

Ungewöhnlicher Schulstart – mit „Segen to go“

Ein Elterncafé wird es aufgrund der derzeit geltenden Hygienebestimmungen leider nicht geben können. Auch Einschulungsgottesdienste sind nicht möglich. Die Kirchengemeinden auf dem Riedberg sind jedoch trotzdem präsent und bieten interessierten Familien einen „Segen to go“ im Freien an, am Kreuz der evangelischen Kirche in Riedbergallee 61, Dienstag- und Mittwochvormittag von 9 bis 12 Uhr.

Auf Ad-hoc-Entscheidungen eingestellt

Im Gespräch mit der Schulleiterin ist aber auch die Erleichterung darüber zu spüren, dass Präsenzunterricht möglich ist. Gerade für Grundschüler sei der direkte Kontakt enorm wichtig. Auch deshalb hat die Schule versucht, mit „Walk-to-talk“-Aktionen während der Corona-Auszeit den Kontakt zwischen Schülerinnen, Schülern und ihren Lehrerinnen aufrechtzuerhalten. „Was nicht passieren darf, ist, dass Kinder unter das Radar fallen“, sagt Amrei Quandel.

Sie hofft für die anstrengenden nächsten Wochen und Monate auf „Lösungen mit Augenmaß, Sinn und Verstand und gegenseitigem Verständnis“. Allerdings muss man im neuen Schulalltag stets auf Ad-hoc-Entscheidungen eingestellt sein, wenn sich die Pandemie-Lage gravierend verändert. Denn ein Virus hält sich nicht an einen Stundenplan.

Foto: Archiv

Auch ein Provisorium kann fröhlich bunt und einladend sein: 2019 berichtete MAINRiedberg über den Schulalltag an der neuen Grundschule 3. Hier eine Schülergruppe mit Schulleiterin Amrei Quandel Foto: MAINRiedberg

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Schulstart: „Kreative Lösungen“ an der IGS

Wie starten die Schulen im Stadtteil in einen Alltag mit Corona? Dr. Susanne Gölitzer, Schulleiterin der IGS Kalbach-Riedberg, erklärt, warum jenseits der Maskenpflicht kreative und flexible Lösungen wichtig sind.

„Man darf nicht vergessen, für uns alle ist das Neuland“, sagt Susanne Gölitzer, die einerseits die landesweit geltenden Regeln des neuen Hygieneplans begrüßt, andererseits aber auch, dass die Schulen noch Freiräume bei der Umsetzung haben. Stichwort Maskenpflicht: Natürlich gilt auch an der IGS der verpflichtende Nase-Mund-Schutz bis zum Klassenzimmer. Bei großen Klassenzimmern ist das kein Problem. Bei kleinen Räumen könnte Unterricht mit Maske durchaus ein Thema werden – allerdings versucht man das derzeit zu umgehen, indem man mehr Räume für kleinere Lerngruppen und auch die Mensa für Projekte und Unterricht nutzt.

„Wir alle betreten Neuland“, sagt Dr. Susanne Gölitzer, Schulleiterin der IGS Kalbach-Riedberg Foto: privat

Ab sofort werden mehr als 400 Schülerinnen und Schüler in die IGS gehen, die derzeit noch in einem provisorischen Bau an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee im Westen des Riedberg untergebracht ist. Die „Neuen“ starten erst am Dienstag. Da die Schule mit einem jahrgangsübergreifenden Konzept arbeitet, wird es auch jetzt vier feste, jahrgangsübergreifende Gruppen mit je 100 Kindern geben, aufgeteilt auf die zwei Schulgebäude. Auch der Pausenhof ist geteilt. Trotzdem wird in Abstimmung mit dem Caterer versucht, demnächst Frühstück und Mittagessen in beiden Gebäuden anzubieten. „Doch wir wissen noch nicht, ob das klappt.“ 

Der erste Plan gilt für fünf Wochen

Auch für den Sportunterricht sucht man nach kreativen Lösungen, für den Musikunterricht ohne Singen und Blasinstrumente ebenso. Eine Herausforderung werde der gemischte Unterricht in den Fremdsprachen oder Religion, die man durch Kleingruppen lösen will. Hinzu kommt, „dass zehn- bis zwölfjährige Kinder keine Maschinen sind“. Manche Regeln wie das ständige Händewaschen sind nicht so einfach machbar, „wenn es in den Klassenzimmern kein Waschbecken gibt“.

Stand heute soll der IGS-Plan für fünf Wochen gelten – „vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen“. Der Schutz der Gesundheit von Schülern und Lehrpersonal stehe immer an erster Stelle.

Verkürzter Präsenz-Unterricht plus Homeschooling

Unter den Corona-Bedingungen geht der Unterricht erst mal nur bis täglich 14.15 Uhr, während parallel dazu der Online-Unterricht weiter ausgebaut wird. Auch für alle Schüler, die nicht zum Unterricht kommen können. Digital „sind wir schon auf einem guten Weg“, auch dank des jungen und engagierten Lehrer-Teams. Und weil man während der Corona-Auszeit schon sehr früh und gemeinsam die Lernplattform „Moodle“ vom hessischen Schulportal nutzte und innerhalb der Lehrerschaft mit Microsoft „Teams“ kommunizierte und sich unterstützt hat.

„Wir müssen aber manche Erwartungen dämpfen und man muss sich sich vor Augen führen, dass es dafür Zeit braucht und man muss den Lehrern auch Zeit dafür geben“, sagt Susanne Gölitzer. Der digitale Umbruch sei nicht über Nacht und nebenher machbar. So brauche man als Lehrer rund eine Stunde Vorbereitungszeit für eine Stunde Präsenz-Unterricht. „Online kostet mich das aber zwei Stunden.“ Inklusive Erklär-Videos. 

Auch Lob für Stadt und Land

In die laute Kritik an Stadt und Land will die Schulleiterin der IGS Kalbach-Riedberg nicht einstimmen. „Ich sehe ein großes Bemühen seitens der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen.“ So habe man in einem halben Jahr digitale Grundlagen geschaffen, die man in den zehn Jahren vorher nicht geschafft habe. Vom Ausbau des hessischen Schulportals bis zum Erwerb und der offiziellen Freigabe von „Teams“. Und dem Erwerb von Leih-Laptops für benachteiligte Schüler.

Ziel müsse es aber auch sein, dass in puncto Digitalisierung Schule, Schüler und Eltern besser zusammenarbeiten. „Dann sind wir auf einem guten Weg.“

Foto: MAINRiedberg

 

 

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Zusammenstoß von Bus und U-Bahn – 3 Verletzte

U-Bahn

Schwerer Verkehrsunfall nur wenige Minuten vom Riedberg entfernt: An der Einmündung Rosa-Luxemburg-Straße/Am Weißkirchener Berg kollidierte gestern ein Linienbus mit einer U3 und rutschte 30 Meter ins Gleisbett der Bahn. Drei Personen wurden verletzt.

Am Samstagabend um 20.46 Uhr wurden die Einheiten der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren zu einem Verkehrsunfall alarmiert. An der Einmündung Rosa-Luxemburg-Straße/Am Weißkirchener Berg waren, aus vorerst nicht ersichtlicher Ursache, ein U-Bahnzug und ein Linienbus zusammengestoßen. Dabei hatte die Bahn den Bus, der von der Rosa-Luxemburg-Straße Richtung Riedberg und Kalbach einbog, im Bereich der Mitteltür getroffen. Der Bus wurde etwa 30 Meter ins Gleisbett der Bahn geschoben, bevor er zum Stehen kam. Die Bahn selbst entgleiste mit dem ersten Drehgestell.

Der Bus war nur mit dem Fahrer besetzt, daher waren insgesamt nur drei Personen verletzt worden. Zwei Passagiere leicht – der Busfahrer hat entgegen erster Angaben der Feuerwehr leider schwere Verletzungen erlitten. Die Verletzten wurden vom Rettungsdienst noch am Unfallort behandelt.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hoben mit den entsprechenden technischen Gerätschaften das entgleiste Drehgestell der Bahn wieder auf die Schienen und zogen den Bus aus dem Gleisbett. Anschließend konnte die Bahn von Technikern der Verkehrsgesellschaft selbstständig in die nächste Abstellstation gefahren werden. Den genauen Unfallhergang ermittelt jetzt die Polizei, die Schadenhöhe ist zur Zeit noch nicht bezifferbar.

Rosa-Luxemburg-Straße bis nach Mitternacht gesperrt

Wegen des Unfalls fuhren zwischen den Haltestellen Weißkirchen Ost und Niederursel bis nach Mitternacht keine Züge der U3 mehr. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF richtete nach eigenen Angaben einen Ersatzverkehr mit Taxis ein. Die Rosa-Luxemburg-Straße blieb stadtauswärts bis etwa 0.30 Uhr gesperrt.

Die U-Bahn prallte in die Mitteltür des Linienbusses. Zum Glück wurden nur insgesamt drei Personen leicht verletzt – auch, weil der Bus leer war     Foto: Feuerwehr Frankfurt

Fotos: Feuerwehr Frankfurt

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9000 Laptops für gerechteres Homeschooling

Am Montag öffnen die Schulen wieder im Regelbetrieb. Schülerinnen und Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder mit Personen in einem Hausstand leben, die einer Risikogruppe angehören, können durch eine ärztliche Bescheinigung vom Unterricht befreit werden. Dem Unterricht müssen sie natürlich dennoch folgen können. Wie dies gelingen kann, wie also Homeschooling funktionieren soll, stellt Bildungsdezernentin Sylvia Weber vor: „Digitaler Unterricht zu Hause wird den Präsenzunterricht in der Schule noch einige Zeit ergänzen müssen. Dabei wollen und müssen wir allen Kindern gerechte Chancen zuteilwerden lassen. Wir haben deshalb 9000 Laptops bestellt, die an Schülerinnen und Schüler verliehen werden können, die zu Hause keinen eigenen Computer besitzen.“ Ein entsprechendes Infoschreiben wird den Schulen in der Woche ab dem 17. August zugehen.

Auch Lösungen für Familien ohne Internet

„Auch für Schülerinnen und Schüler, denen ein Leihgerät zur Verfügung gestellt wird, die im Homeschooling derzeit aber über keinen Internet-Zugang verfügen, wird es eine Lösung geben“, betont Weber. Dazu gibt es eine Abfrage an allen Schulen, um den Bedarf zu analysieren. Im Anschluss wird allen Kindern, die vom Unterricht befreit sind, aber zu Hause keinen eigenen Internet-Zugang besitzen, eine individuelle Lösung, zum Beispiel durch die Bereitstellung von mobilem Internet, zur Verfügung gestellt.

„Der Anschluss an digitalen Unterricht darf keine Frage der finanziellen Mittel sein“, formuliert Weber nachdrücklich. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, die bei vielen Menschen zu prekären Lebenssituationen und Schwierigkeiten führt, müssen Bildung und Teilhabe für alle Kinder gewährleistet sein. „Wir werden die Teilnahme am digitalen Unterricht nicht zu einer Frage des Geldbeutels werden lassen“, versichert Weber.

Best-Practice-Beispiele für Lehrkräfte

Um das Homeschooling noch besser begleiten zu können, hat das Medienzentrum Frankfurt Best-Practice-Beispiele von Frankfurter Lehrkräften für Frankfurter Lehrkräfte zusammengestellt. Dort finden sich praktische und alltagsnahe Impulse, wie Fernunterricht pädagogisch und innovativ gestaltet werden kann.

Überdies wird an einer einheitlichen Lösung für Videokonferenz-Systeme gearbeitet. Das Ziel ist es, bis Ende des Jahres eine einheitliche Lösung für alle Frankfurter Schulen zu installieren.

„Es ist wichtig, dass die Unterstützungsmaßnahmen jetzt schnell und unkompliziert dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Kein Kind darf aufgrund des Fernunterrichts Benachteiligungen erfahren. Aus diesem Grund haben wir auch das Sommerferiencamp des Sozialunternehmens ZuBaKA gefördert und unterstützt, dass 50 Jugendlichen die Chance auf Sprachförderung und sozialpädagogisches Training bietet.“

 Bessere Ausstattung der Schulen notwendig

Um die Schulen auch langfristig für die Herausforderungen der Digitalisierung zu wappnen, ist auch eine Ausstattung der Schulen im Rahmen des Digitalpakts bereits gestartet. Dazu werden in den nächsten Jahren alle Frankfurter Schulen sukzessive mit flächendeckendem WLAN, mobilen Endgeräten, digitalen Arbeitsgeräten und allen notwendigen technischen Voraussetzungen ausgestattet. Dabei ist vorgesehen, alle Berufsschulen bis 2021 mit WLAN auszustatten. Darüber hinaus werden jährlich circa 35 weitere Schulen mit WLAN und mobilen Endgeräten ausgestattet.

„Digitale Angebote und pädagogische Konzeptionen zusammenzudenken, ist eine Chance für das Bildungssystem, den Unterricht neu zu gestalten. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Deshalb investieren wir in eine flächendeckende und vollumfängliche Ausstattung der Schulen sowie in qualifizierte Lehr- und Fortbildungsangebote“, erläutert Weber.

Informationen: Stadt Frankfurt

Photo by J. Kelly Brito on Unsplash

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Schulstart mit Corona: Was Eltern am Riedberg bewegt

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Schulstart – doch trotz neuer Hygiene-Regeln zur Corona-Bekämpfung sind noch viele Fragen offen. Jörg Niegemann, Vater und Vorsitzender des Elternbeirates der Grundschule 3, schreibt in MAINRiedberg, was ihn persönlich bewegt.

Ich stehe der jetzigen Wiederaufnahme des Schulbetriebes in Klassenstärke mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Natürlich steht außer Frage, dass sowohl Bildung und soziale Kontakte zu Gleichaltrigen für Kinder von extrem wichtiger Bedeutung sind. Gleichzeitig vermisse ich aber sowohl von Seiten der Landesregierung als auch von den verschiedenen Expertengremien kreative Lösungsansätze.

„Hessen hat keinen Plan“

Seit Beginn der Pandemie hangeln wir uns mehr schlecht als recht von Ferien zu Ferien, immer in der Hoffnung, dass sich die Pandemielage schon entspannen wird. Dabei hat man aus meiner Sicht völlig aus den Augen verloren, frühzeitig Pläne für verschiedenste Szenarien des Pandemieverlaufs zu entwickeln. Der momentane Weg als alleinige Lösung kann es nicht sein. Gerade wenn wir in den nächsten Wochen in Richtung Herbst gehen. Meine große Befürchtung ist, dass man sich wieder mal bis zu den nächsten Ferien im Herbst durchhangeln will und danach immer noch keinen Plan hat, wie die Schulen durch den Winter kommen sollen. Wir haben in Deutschland das Selbstverständnis eines der am höchsten entwickelten Länder der Welt zu sein, wie wir aber gerade mit unseren Kindern bzw. Schülern umgehen, zeugt eher vom Gegenteil.

Wo sind innovative Lösungsvorschläge?

Es wird nur darauf gepocht, dass der traditionelle Präsenzunterricht alternativlos ist und dabei wird die gesundheitliche Verantwortung gegenüber Kindern, Lehrkräften, Betreuern,  Eltern und Angehörigen in Teilen völlig außer Acht gelassen. Nach gut einem halben Jahr mit Corona wissen wir immer noch viel zu wenig über die Rolle von Kindern in der Pandemie oder mögliche Folgeschäden.

Auch vermisse ich gerade von Bildungsexperten Lösungsvorschläge, denn eigentlich müssten Schulen in die Lage gebracht werden, individuelle und pragmatische Lösungen für die Umsetzung von Hygienemaßnahmen zu treffen. Ein einfaches „Wir machen mal weiter wie bisher, aber halt mit Maske“ kann nicht die Lösung sein.

Schulen tun unter diesen Umständen ihr Möglichstes 

Die bereits seit Jahren bekannten Probleme unseres Schulsystems wie Personalmangel, wenn überhaupt vorhanden, dann in großen Teilen mangelhafte Digitalisierung, fällt uns in dieser Zeit gnadenlos auf die Füße und da haben wir hier in unserem Stadtteil noch das Glück, dass die Schulgebäude modern sind. Komischerweise wird hierüber aber nicht in der breiten Öffentlichkeit gesprochen. Alles konzentriert sich nur auf die schnellstmögliche Wiederaufnahme eines Regelbetriebes und die Landesregierung erspart sich dadurch unangenehme Rückfragen oder Diskussionen zu den Versäumnissen, indem man der Öffentlichkeit ein „back to normal“ in Aussicht stellt.

Ich bin überzeugt davon, dass die Schulen ihr Möglichstes tun, um die Fortführung der Bildung für unserer Kinder so sicher wie möglich zu halten, aber ich befürchte, sie kämpfen unter den gegebenen Umständen und Vorgaben mit stumpfen Waffen.

Sieht den Schulstart mit sehr gemischten Gefühlen: Jörg Niegemann, Vater und Vorsitzender des Elternbeirates der Grundschule 3   Foto: privat

Text: Jörg Niegemann

Photo by Taylor Wilcox on Unsplash.com

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Pfandringe für Flaschen in der City

Damit mehr Menschen ihr Pfandgut wieder in den Verwertungs-Kreislauf bringen, hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig gemeinsam mit der Sauberkeitskampagne #cleanffm und der Stabstelle Sauberes Frankfurt eine neue Initiative gestartet. Unter dem Motto „Just for Pfand“ hängen nun an 15 Stellen in der Frankfurter Innenstadt „Pfandringe“, in denen Pfandflaschen abgestellt werden können.

28 Millionen Pfandflaschen landen pro Jahr im Restmüll. Unnötiger Müll, der häufig auch in den Straßen und Grünanlagen liegt, und zugleich unnötige Verschwendung wertvoller Ressourcen. Denn zum Beispiel eine Bierflasche aus Glas kann etwa 50 Mal neu befüllt werden und damit sieben Jahre lang im Umlauf sein, selbst eine Mehrwegflasche aus Kunststoff schafft den Kreislauf 15 Mal.

„Unser Ziel ist, dass Feiernde hier ihre leeren Pfandflaschen abstellen, Pfandsammler*innen sie einsammeln und eintauschen. Der Effekt: Wertvolles Material gelangt so in den Mehrweg- oder Recyclingkreislauf und landet nicht im Müll. Beides schont die Umwelt“, sagte Heilig bei der Vorstellung der Initiative „Just for Pfand“. Die Pfandringe hängen am Liebfrauenberg, an der Hauptwache, an der Konstablerwache und am Hauptbahnhof. Pro Pfandring ist Platz für sechs Pfandflaschen. Damit reagiert das Umweltdezernat auch auf Wünsche aus der Bevölkerung nach Möglichkeiten, Pfandflaschen so bereit zu stellen, dass sie nicht aus dem Müll geholt werden müssen. Heilig ergänzte: „Mit der Initiative ‚Just for Pfand‘ zeigen wir auch den Menschen unsere Solidarität, die täglich mit Hilfe der Pfandflaschen ihr Leben meistern und nun nicht mehr in dreckigen Papierkörben und Containern danach wühlen müssen.“

Zunächst ein Jahr lang sollen die Pfandringe in der Stadt getestet werden. „Es gibt immer Situationen, in denen man die Flaschen schnell loswerden möchte. Mit dieser Aktion laden wir nicht nur ein, aktiv leere Pfandflaschen in die Ringe zu stellen, wir wollen auch daran erinnern, dass Pfandflaschen bares Geld sind. Ich würde mir wünschen, dass nun möglichst viele Menschen die Flaschen in Pfandringe stellen. So erhöht sich die Chance, dass sie wiederverwertet werden, wertvolle Ressourcen geschont und die Umwelt entlastet wird“, sagte die Umweltdezernentin.

Foto: Stabstelle sauberes Frankfurt/ cleanffm

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Maskenpflicht bis zum Klassenzimmer

Mit Beginn des neuen Schuljahres gilt eine Maskenpflicht in Schulen außerhalb des Klassenzimmers – das hat die hessische Landesregierung heute in einer Pressekonferenz mitgeteilt. Zum Thema Schnupfen gab es eine Klarstellung.

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat neue Regelungen zur Bekämpfung des Corona-Virus beschlossen. Aufgrund des bevorstehenden Schulstarts und weil nach dem Ende der Sommerferien wieder mehr Kinder in die Betreuung gehen, wurden insbesondere für diese Bereiche neue landesweit gültige Regeln und Empfehlungen vereinbart. „Wir müssen mit Augenmaß handeln und die Situation immer wieder neu bewerten – die Krise ist noch nicht vorbei. Deshalb haben wir uns darum gekümmert, Kindern, Eltern, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern klare Regeln an die Hand zu geben. Das gibt ihnen Sicherheit im Schul- und Kita-Alltag“, betonte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.

Maskenpflicht an Schulen gilt landesweit

Die wichtigsten Änderungen im Überblick: Zum Schuljahresbeginn am kommenden Montag gilt grundsätzlich an den hessischen Schulen landesweit die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Die Regelung gilt mit Ausnahme des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband.

Die Maskenpflicht an Schulen soll generell im Schulalltag gelten und zwar bis zum Betreten des Klassen- oder sonstigen Unterrichtsraums. „Während des Unterrichts im engeren Sinne halten wir es aus pädagogischen und sozialen Erwägungen nicht für zielführend, dass Schülerinnen und Schüler eine Maske tragen“, hob Kultusminister Alexander Lorz hervor. „Eine solche Regelung wird auch von Medizinern kritisch gesehen, wie es jüngste Äußerungen aus dem Verband der Kinder- und Jugendärzte oder vom Marburger Bund erkennen ließen.“ Selbstverständlich sei es aber jedem freigestellt, dies freiwillig zu tun.

Abweichend von dieser Vorgabe können Schulen – wenn sie beispielsweise ein sehr großes Außengelände haben – von der Maskenpflicht abweichen. Die Entscheidung liegt bei der Schulleitung. Vorher muss jedoch die Schulkonferenz angehört werden und eine Beratung durch den schulärztlichen Dienst stattgefunden haben. Für den Fall, dass das Infektionsgeschehen in einer Region deutlich ansteigt, liegt es im Ermessen der Gesundheitsämter vor Ort, eine weitergehende Maskenpflicht im Einzelfall anzuordnen. 

Umgang mit Schnupfenkindern

Die in dem Info-Blatt vorgelegten Leitlinien sollen auch Sicherheit schaffen, wenn der absehbare Fall einzelner Corona-Infektionen in Schulen oder Kitas auftritt. Die Informationen sollen den Verantwortlichen helfen, damit nicht übereilt Schulen oder Kitas geschlossen werden. „Selbstverständlich müssen alle – Eltern, Ärztinnen und Ärzte, Pädagoginnen und Pädagogen, Fachkräfte und sonstige Kräfte in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen – ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Heranwachsenden im Herbst Erkältungssymptome auftreten, um eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus unmittelbar zu verhindern“, betonte Sozialstaatssekretärin Anne Janz. „Ein Kind, das eindeutig krank ist, soll zuhause bleiben – das gilt jetzt, das galt aber auch schon vor der Corona-Pandemie“, so Janz.

Ein Besuchsverbot in der Kindertageseinrichtung, in der Kindertagespflegestelle und in der Schule gilt außerdem, wenn mindestens eines der relevanten, für COVID-19 typischen Symptome auftritt: Fieber (ab 38,0°C Trockener Husten, d.h. ohne Auswurf (nicht durch chronische Erkrankung verursacht wie z.B. Asthma) – ein leichter oder gelegentlicher Husten oder ein gelegentliches Halskratzen soll aber zu keinem automatischen Ausschluss führen. Wer nur einen Schnupfen hat, darf trotzdem die Kita oder die Schule besuchen. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund.

Kostenlose Corona-Tests für Lehrer, Erzieher und Betreuer

Die Hessische Landesregierung ermöglicht außerdem Lehrpersonal, Fachkräften und sonstigen Kräften in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen, sich kostenfrei auf das Corona-Virus testen zu lassen, da sich das Abstandsgebot und auch die Mund-Nasen-Bedeckung im Alltag bei der Arbeit mit Kindern in Kitas oder der Kindertagespflege nicht oder nur eingeschränkt realisieren lassen. Testungen im Abstand von 14 Tagen sind für Lehrerinnen und Lehrer bis zum Beginn der Herbstferien möglich, für Fachkräfte in der Kinderbetreuung bis zum 8. Oktober.

Photo by Mika Baumeister on Unsplash.com

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Frankfurter Gold – was wir alle wissen sollten

Es gibt kaum etwas, was so sehr mit Frankfurt in Verbindung gebracht wird, wie der Apfelwein. Doch dass das „Stöffche“ in Frankfurt zum Volksgetränk wurde, liegt noch gar nicht allzu lange zurück. Übrigens: Im Rhein-Main-Gebiet werden im Schnitt stolze zwölf Liter pro Person im Jahr getrunken. 

Frankfurt und Apfelwein – Zwei scheinbar untrennbar miteinander verbundene Begriffe. Zwar wird das flüssige Gold nicht nur in Frankfurt gekeltert und ausgeschenkt, doch kaum eine andere Region wird so stark mit Bembel und Geripptem in Verbindung gebracht wie die Mainmetropole. Das schlägt sich auch in harten Zahlen nieder. So liegt der bundesdeutsche Durchschnittskonsum des Apfelweins jährlich bei 0,6 Liter pro Person. Im Rhein-Main-Gebiet hingegen liegt er bei stolzen zwölf Litern pro Person. Kein Wunder. Der Ebbelwoi hat eine lange Tradition am Main. Doch was die wenigsten wissen, zum absoluten Frankfurter Traditionsgetränk wurde er erst vor knapp hundertfünfzig Jahren.

Antike Spurensuche

Die historischen Spuren des Apfelweins reichen weit zurück. Sie finden sich bereits im alten Griechenland. Der antike Geschichtsschreiber Herodot berichtet im fünften Jahrhundert vor Christus davon, dass Menschen im Gebiet des heute türkischen Städtchens Side Äpfel zur Saftgewinnung pressten. Der Ortsname der antiken Stadt ist noch heute Grundlage der französischen (Cidre), der italienischen (Cidro), der englischen (Cider) und der spanischen (Sidra) Bezeichnung für Apfelwein. Eine detaillierte Rezeptur zur Herstellung von Apfel- und Birnenwein ist erstmalig vom römischen Gelehrten Plinius dem Älteren überliefert. Einige Jahrhunderte später hatte Karl der Große großen Anteil an der Verbreitung des Fruchtweins im Frankenreich. Er erließ um 800 das „Capitulare de villis vel curtis imperii“, eine Landgüterverordnung, welche die Verwaltung der Krongüter im Reich regelte und bestimmte Vorschriften zur Nutzung einschloss. So wurde festgelegt, dass „jeder Ritter unter seinem Personal tüchtige Meister haben solle, namentlich Schmiede für Eisen, Silber und Gold und solche Leute, die berauschende Getränke bereiten können, sei es Bier, Birnen- oder Apfelwein“. Kein Wunder also, dass Kaiser Karl bei so viel Weisheit den ehrenvollen Beinamen „der Große“ bekam.

In Frankfurt dominierte im Mittelalter dennoch zunächst der Traubenwein über mehrere Jahrhunderte. Das milde Klima und die guten Böden in der Region schafften die perfekten Voraussetzungen für den Rebenanbau. Am Lohrberg, wo sich auch heute noch Weinberge befinden und Frankfurter Wein in Fässern reift, lässt sich bereits für das neunte Jahrhundert Weinanbau dokumentieren. Mit dem Kauf des Stadtwalds anno 1372 begann auch dort der Weinanbau im großen Stil. Die Herstellung von Apfelwein in Frankfurt ist wiederum erstmalig um 1600 nachweisbar. Damals noch als minderwertiges Arme-Leute-Getränk abgetan, welches in den heimischen Kellern privat gekeltert wurde und als berauschende Alternative zum teureren Traubenwein diente, schwang er sich erst langsam zum Frankfurter Traditionsgetränk auf.

Ebbelwoi wird Volksgetränk – „Ohne Gnade“ gegen Panscher

Grund hierfür war eine ganze Kette von Ereignissen, die mit der Kleinen Eiszeit einsetzen. Der Traubenweinanbau wurde durch diese klimatische Veränderung hart getroffen. Die empfindlichen Reben vertrugen die Kälte nicht und es kam immer wieder zu Missernten, was wiederum einen massiven Preisanstieg des Weins nach sich zog. Die Apfelbäume auf den Frankfurter Streuobstwiesen waren hingegen resistenter. So wurde der preisgünstigere Apfelwein auch für das Bürgertum attraktiv. Der allgemeine Anstieg der Popularität führte sogar dazu, dass der Frankfurter Rat 1638 eine Verordnung erließ, die verpflichtende Standards bei der Herstellung des Ebbelwois festlegte. Auf die Missachtungen dieser Reinheitsbestimmung standen drakonische Strafen. Dies belegen Dokumente aus dem 18. Jahrhundert: „Wer Apfelwein mit Mineralien und Silberglatt verfälscht, soll ohne Gnade mit dem Strang zu Tode gebracht werden“, beschloss der Frankfurter Rat 1750 in einem offiziellen Dekret.

Gekeltert und ausgeschenkt wurde das Stöffche in Frankfurt somit bereits seit mehr als vierhundert Jahren, doch seinen endgültigen Durchbruch zu dem Frankfurter Getränk hat der Ebbelwoi einer Katastrophe Ende des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Auf unzähligen Weinbergen der Erde wütete damals die Reblaus. Der aus Nordamerika stammende Schädling wurde in den 1860er Jahren aus den USA eingeschleppt und verbreitete sich in den darauffolgenden Jahrzehnten über London und Frankreich in ganz Europa. Der Schaden, den die Laus überall für die Weinwirtschaft anrichtete, war verheerend. Während der „Reblauskrise“ wurden teilweise bis zu 80 Prozent der Weinanbaufläche zerstört. Auch das Rhein-Main-Gebiet blieb vom Rebensterben nicht verschont. Auf den Weinbergen Frankfurts gingen die Weinberge reihenweise ein, da die Laus auch die Wurzeln der Reben befiel und diese so stark beschädigte, dass die Pflanzen aufgrund von Wasser- und Nährstoffmangel abstarben.

Der Anbau wurde so immer unwirtschaftlicher und Wein wurde verstärkt aus anderen Regionen oder dem Ausland importiert. Um 1900 gab es im Stadtgebiet praktisch keine Weinberge mehr. 1905 fand die letzte öffentliche Weinlese auf dem Berger Hang statt. Auf den nun kahlen Weinbergen wurden Apfelbäume gepflanzt. Einer der Gründe hierfür war auch, dass auf den Anbau von Äpfeln weniger Steuern entrichtet werden mussten als auf den von Weintrauben. So löste der Apfelwein den Traubenwein als populärstes Volksgetränk endgültig ab.

Apfelwein als Frankfurter Kulturgut

Die „provisorischen“ Heckenwirtschaften, das Apfelwein-Pendant zu den Strauß- oder Besenwirtschaften im Rhein-Main-Gebiet, entwickelten sich im Lauf der Zeit zu festen Gaststätten. Ihr Erkennungszeichen ist auch heute noch der Fichtekranz mit einem Apfel in der Mitte. Ein Symbol, das vermutlich aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammt und zunächst den Steuereintreibern der Stadt als Markierung diente. Mit der Zeit etablierte sich der Fichtenkranz als zentrales Symbol der wachsenden Frankfurter Apfelweinkultur und ist auch heute noch – meistens mit einem Bembel in der Mitte – nahezu überall dort zu finden, wo es Apfelwein gibt. Als Wiege des Apfelweins gilt heute Sachsenhausen. Da das Apfelweinkeltern im Mittelalter auch in Frankfurt als Frevel angesehen wurde und verpönt war, wurde vor den Toren der Stadt im heutigen Sachsenhausen gekeltert und ausgeschenkt. Nirgendwo sonst in Frankfurt drängen sich auch noch heute so viele Apfelweinlokale dicht an dicht wie in Dribbdebach.

Für Eingeplackte und Touristen kann die Kultur des Ebbelwois zu Beginn genauso trüb und undurchsichtig sein, wie das Stöffche selbst. Bei den verschiedenen Begrifflichkeiten, die teilweise dennoch dasselbe beschreiben, kann man schon einmal durcheinanderkommen. Bekannt ist der Apfelwein in Frankfurt grundsätzlich als Ebbelwei, Ebbelwoi, Schoppe oder als Stöffche. Eine Sonderform des Ebbelwois ist der Rauscher, ein junger, süßer und noch gärender Apfelwein. Die Bezeichnung Äppler, die teilweise auch verwendet wird, kam erst vor rund vierzig Jahren durch verschiedene Werbekampagnen größerer Keltereien auf, die sich erhofften, somit ein größeres Publikum anzusprechen. Trinken kann man seinen Schoppen entweder pur oder gespritzt. Der Sauergespritzte wird mit Mineralwasser vermischt und schmeckt dementsprechend etwas milder. Früher hat man dies jedoch nicht zum Verdünnen gemacht, sondern um dem Apfelwein, der während der Lagerung immer mehr Kohlensäure verliert, diese wieder hinzuzufügen. Süßgespritzter, also mit Limonade gemischter Apfelwein, gilt bei vielen Frankfurtern als Todsünde und so manch ein Wirt weigert sich, diese Abnormität in seinem Lokal zu servieren. Lediglich im Winter, wenn heißer Apfelwein ausgeschenkt wird, ist die Zugabe von Zucker und Gewürzen wie Nelke und Zimt gesellschaftlich akzeptiert.

Serviert wird der Apfelwein traditionell im graublauen Bembel aus Ton, der wahlweise im Faulenzer präsentiert wird, einer Einschenkhilfe aus Eisen. Getrunken wird aus dem Gerippten, dem markanten, geriffelten Glas, welches wahlweise noch mit dem hölzernen, teilweise verzierten, Deckelsche, geschützt wird. Die charakteristische Oberflächenstruktur sorgt nicht nur für spezielle Lichteffekte, die das Stöffche heller scheinen lassen. Sie dient auch der besseren Haptik, da die fettigen Speisen, die traditionell gereicht werden, oft nur mit Messer und den Händen gegessen wurden: Klassisch etwa Handkäs mit Musik oder die Frankfurter Grie Soß mit Kartoffeln und gekochten Eiern.

Für viele Frankfurter ist ihr Ebbelwoi weitaus mehr als bloßes Erfrischungsgetränk. Das Stöffche ist auch heute noch stark mit der Region verwurzelt, vom Anbau über die Produktion bis hin zum Konsum in der Gaststätte um die Ecke – und gilt über die Grenzen Frankfurts und Hessens hinaus als flüssiges Kulturgut. Die malerischen Streubostwiesen in und um Frankfurt prägen auch heute noch das Bild der Region, ebenso wie die charaktervollen Gaststätten in der Stadt mit ihren großen Tischen, an denen man mit Fremden schnell ins Gespräch kommt, und den markanten Fichtekränzen über dem Eingang, die seit mehr als hundert Jahren Wahrzeichen der Apfelweinkultur sind.

Apfelweinernte 2020

Und so warten die Frankfurter auch jedes Jahr gespannt auf die anstehende Ernte. Da sich das Wetter von Jahr zu Jahr unterscheidet und die Apfelbäume so verschieden viel Sonne und Regen abbekommen, schmecken auch die Äpfel jedes Jahr anders. Doch mit dem Klimawandel und mit den damit verbundenen starken Wetterveränderungen leidet nun zusehends auch der Apfel. Zwar bedeutet viel Sonne für das Stöffche viel Zucker, also viel Süße, und somit einen hohen Alkoholgehalt, doch die Dürrejahre 2018 und 2019 haben den Bäumen in und um Frankfurt besonders stark zugesetzt.

Andreas Schneider ist Bio-Landwirt und Betreiber des Obsthofs am Steinberg in Frankfurts nördlichstem Stadtteil. Bereits in zweiter Generation werden auf dem Hof in Nieder-Erlenbach Äpfel angebaut und gekeltert. Nachdem er den Hof vor knapp 30 Jahren von seinem Vater übernahm, baute Schneider diesen sukzessiv zum Bio-Hof um. Zwar sei es aktuell noch zu früh, um vorherzusagen, wie der Ebbelwoi dieses Jahr schmecken wird, doch Schneider zeigt sich grundsätzlich zuversichtlich. „Dieses Jahr wird sehr wahrscheinlich ertragreicher als die letzten“, prognostiziert der Bio-Landwirt. „Durch die heißen und trockenen Sommer hatten wir 2018 nur einen Ertrag von maximal 50 Prozent, 2017 sogar nur von 10 Prozent. Dieses Jahr sieht es mengenmäßig wieder besser aus. Wenn alles gut wird, können wir um die 70.000 Liter Stöffche keltern.“ Auf Schneiders Streuobstwiesen wachsen 135 verschiedene Apfel-, 40 Birnen- und 35 Kirschsorten. Die große Diversität von Pflanzen ist nur ein Merkmal der Streuobstwiese und lockt viele heimische Tier- und Insektenarten an.

Schneiders Hof ist der letzte familiengeführte Betrieb auf Frankfurter Boden, der noch biologisch anbaut und auch selbst keltert. Für den Landwirt gehört es auch dazu, heimische und regionale Sorten zu erhalten und zu verbreiten. So etwa den Berkersheimer Rote, die Bischofsmütze, den Mollebusch und auch Speierlingssorten wie den Sossenheimer Riesen oder die Frankfurter Sonne.

Grundsätzliche Sorgen, dass der Klimawandel auch dem Apfelwein den Garaus macht, hat Schneider nicht. „Wir haben viele alte Bäume, deren Wurzeln tief reichen. Auch wenn wir viel nachpflanzen müssen, achten wir darauf, den Faktor Klimawandel bei Sortenwahl und Baumpflege miteinzubeziehen“, berichtet der Bio-Landwirt. Dass das Stöffche somit auch weiter eine Zukunft in den Gärten und Gaststätten Frankfurts hat, ist also erst einmal gesichert.

Text: Maximilian Scharffetter

Foto: Stadt Frankfurt/ Moritz Bäuml

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350 Unwetter-Einsätze im Frankfurter Norden

Ein kurzes, aber heftiges Unwetter sorgte gestern ab 17.45 Uhr für mehr als 350 Einsätze für die Feuerwehr Frankfurt. Hauptsächlich in den nord-westlichen Stadtteilen zwischen Riedberg und Eschersheim kam es zu Starkregen und Wind – aber zum Glück offenbar nur zu Sachschäden. 

Es ist kurz vor 18 Uhr, als Blitze am Himmel zucken und für viele völlig unerwartet ein Starkregen einsetzt. Mit solcher Wucht, dass das Wasser Minuten später teilweise sogar durch geschlossene Türen drang, und auch bei uns im Stadtteil Gartenstühle, Schirme und Pflanzen umgeworfen wurden. Besonders heftig wütete das Unwetter nur wenige Kilometer weiter in Heddernheim und Eschersheim. Hier liefen Keller voller Wasser, knickten Bäume und Äste ab und wurden Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Zum Glück wurde offenbar niemand verletzt. 

Im Norden Frankfurts knickten Bäume um und liefen Keller voll Wasser – die Feuerwehr war mehr als 350-mal im Einsatz Foto: Feuerwehr Frankfurt

Gestern Abend noch twitterte die Feuerwehr: „Wir verzeichnen innerhalb der letzten 2,5 Stunden knapp 300 Einsätze. Besonders betroffen ist der nördliche Teil von Frankfurt. Es sind derzeit noch über 100 Einsatzstellen offen, die nacheinander abgearbeitet werden. Bitte haltet den #Notruf 112 für dringliche Fälle frei.“

Letztlich wurde über 350-mal die Feuerwehr wegen des Unwetters um Hilfe gerufen und es waren mehrere hundert Feuerwehrfrauen und -männer im Einsatz. Das Personal der Zentralen Leitstelle Frankfurt am Main musste aufgrund des extrem erhöhten Notrufaufkommens verstärkt werden. Die Freiwillige Feuerwehr, die einen Großteil des Einsatzaufkommens in den betroffenen Stadtteilen bearbeitete, ist bis spät in die Nacht im Einsatz. Unterstützung kam von Einheiten des Technischen Hilfswerks und der DLRG.

Und auch auf dem Riedberg waren am nächsten Tag noch die Spuren des Unwetters zu sehen…

Kurz vor 18 Uhr ging das Unwetter los Foto: MAINRiedberg

Fotos: Feuerwehr Frankfurt (2)/ MAINRiedberg (1)

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