Alle Artikel von Andreas Woitun

Bücherschrank-Vandalismus in Niederursel

Eingeschlagene Scheiben am Bücherschrank

Leider mussten am Samstagmorgen, dem 7. Februar, einige Bürger von Niederursel mit Schrecken feststellen, dass der Bücherschrank im Weißkirchener Weg vor der Feuerwache schwer beschädigt wurde. Die Tür war beschmiert mit unleserlicher Graffiti, aber schwerer wiegen die vier eingeschlagenen Scheiben an der Seite des Schranks.

Roger Bohn, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Nord-West und einer der beiden Paten des Schranks, äußerte sich erschreckt und verärgert über den Vandalismus. Zusammen mit seinem Co-Paten Klaus Schulze von der Linken steckt er viel Zeit und Arbeit in die Pflege des Bücherschranks, der sich im Übrigen von den meisten anderen in Frankfurt unterscheidet.

Graffiti auf dem Bücherschrank

Bild: Stefan Ziegler

Es ist eine der schönen alten, roten Original-Telefonzellen aus London, die 2013 mit finanzieller Unterstützung des Ortsbeirats direkt aus Großbritannien eingeführt wurde. Eine Strafanzeige steht noch aus, ist aber geplant.


Kommentar

Vandalismus an Frankfurter Bücherschränken sorgt für Entsetzen

Sie sind Symbole der Nachbarschaftshilfe, Orte des kostenlosen Wissensaustauschs und aus dem Frankfurter Stadtbild kaum noch wegzudenken: die öffentlichen Bücherschränke. Doch das Erfolgsprojekt der Bürgerstiftung Frankfurt und zahlreicher lokaler Initiativen sieht sich einer wachsenden Bedrohung gegenüber. In den vergangenen Monaten häuften sich im gesamten Stadtgebiet Fälle von Vandalismus, die weit über bloße Schmierereien hinausgehen.

In der jüngeren Vergangenheit kam es mehrfach zu schweren Sachbeschädigungen. So wurden an Standorten wie dem Merianplatz oder im Nordend Glasscheiben mit Steinen oder schweren Gegenständen zertrümmert. Noch gravierender sind die Fälle von Brandstiftung: Mehrere Schränke wurden komplett ausgebrannt, wobei nicht nur die Gehäuse massiv beschädigt, sondern auch hunderte gespendete Bücher unwiederbringlich vernichtet wurden.

Für die Anwohner und Nutzer ist dies ein herber Schlag. „Ein Bücherschrank lebt vom Respekt und dem Miteinander“, erklärt ein Anwohner, der das lokale Angebot regelmäßig nutzt. „Wenn dieser Respekt durch blinde Zerstörungswut ersetzt wird, verliert das Quartier ein Stück Lebensqualität.“

Die finanziellen Folgen sind erheblich. Die Anschaffung und Aufstellung eines stabilen, wetterfesten Bücherschranks kostet – je nach Modell – zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Reparaturen nach Vandalismusfällen schlagen oft mit mehreren hundert oder gar tausend Euro zu Buche. Getragen werden diese Kosten meist von der Bürgerstiftung, Sponsoren oder durch Spendengelder.

Neben der finanziellen Last wiegt der emotionale Schaden für die Bücherpaten schwer. Diese Freiwilligen investieren wöchentlich viele Stunden, um die Bestände zu sortieren, beschädigte Bücher zu entsorgen und die Schränke sauber zu halten. Nach massiven Vandalismusschäden stehen viele Paten vor der Frage, ob sie ihre Arbeit fortsetzen können und wollen.

Die Bürgerstiftung Frankfurt hält trotz der Rückschläge an dem Konzept fest. Die Resonanz der Leser sei nach wie vor überwältigend positiv, und die Schränke seien ein wichtiger Beitrag zur Leseförderung. Man setze weiterhin auf die „soziale Kontrolle“ durch die Nachbarschaft. Je mehr Bürger ein wachsames Auge auf „ihren“ Schrank haben, desto schwerer haben es die Vandalen.

Am Ende bleibt die Hoffnung, dass die Wertschätzung für dieses kostenlose Kulturangebot in der Bevölkerung größer ist als die Zerstörungswut Einzelner. Die Frankfurter Bücherschränke sollen auch in Zukunft Orte der Begegnung bleiben – trotz der zerstörten Scheiben.

 

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Kommunalwahlen 2026: Wählen – aber bitte richtig!

Symbolbild hessische Kommunalwahl in FFM

Am 15. März findet erneut die Kommunalwahl statt. Auch hier in Frankfurt und auch im Ortsbezirk 12 (Kalbach-Riedberg). Viele Bürger haben inzwischen im Briefkasten ihre Wahlbenachrichtigungskarte gefunden. Für diejenigen, die sich für Briefwahl entscheiden beginnt der Wahlakt an dem Tag, an dem Sie die Wahlunterlagen zugeschickt bekommen haben.

Die Durchführung der Kommunalwahl 2026 ist ein logistisches Großprojekt. In Frankfurt finden an diesem Tag insgesamt 18 rechtlich selbstständige Wahlen gleichzeitig statt. Dies umfasst die Wahl der 93 Stadtverordneten, die Wahlen in 16 verschiedenen Ortsbezirken und die Wahl der 37 Mitglieder der Kommunalen Ausländervertretung (KAV).

Neubürger im Ortsbezirk

Für Personen, die erst kürzlich in den Stadtteil Kalbach-Riedberg gezogen sind müssen aktiv werden: Wer am 15. März wählen möchte, muss seinen Wohnsitz seit mindestens 6 Wochen in Frankfurt angemeldet haben. Wer also innerhalb Frankfurts umzieht, sollte sicherstellen, dass die Ummeldung rechtzeitig vor dem 1. Februar 2026 erfolgte, um im Ortsbezirk 12 stimmberechtigt zu sein.

Das Wählerverzeichnis wird in der Zeit von Montag, 23. Februar, bis Freitag, 27. Februar, im Wahlamt, Briefwahllokal, Stiftstraße 29, während der Öffnungszeiten für Wahlberechtigte zur Einsichtnahme bereitgehalten. Fehlt der Eintrag, obwohl Sie glauben, wahlberechtigt zu sein, kann das Verzeichnis noch auf Ihren Einspruch hin korrigiert werden.

Fehler beim Kumulieren und Panaschieren und Ihre Stimme wird ungültig!

Das hessische Wahlsystem bietet den Bürgern eine im Vergleich zu Bundes- oder Landtagswahlen enorme Gestaltungsmacht. Jeder Wähler verfügt über so viele Stimmen, wie Sitze im jeweiligen Parlament zu vergeben sind. Im Fall der Stadtverordnetenversammlung sind dies 93 Stimmen, im Ortsbeirat 12 sind es 19 Stimmen.

Kumulieren (Häufeln)

Beim Kumulieren kann ein Wähler einem einzelnen Kandidaten bis zu 3 Stimmen geben. Dies ermöglicht es, bevorzugte Personen gezielt zu fördern und innerhalb einer Parteiliste nach vorne zu bringen. Auf dem Stimmzettel befinden sich hierfür drei Kästchen hinter jedem Namen. Ob man nun drei Kreuze macht oder die Ziffer „3“ einträgt, ist für die Gültigkeit unerheblich, solange der Wille klar erkennbar ist.

Panaschieren (Mischen)

Panaschieren bedeutet, dass Stimmen über verschiedene Listen hinweg verteilt werden können. Ein Wähler im Ortsteil Kalbach-Riedberg kann somit beispielsweise Kandidaten aus mehreren Parteien gleichzeitig wählen. Diese Form der Personenwahl bricht die starre Bindung an Parteilisten auf und erlaubt die Bildung einer individuellen Wunsch-Mannschaft. In Kombination mit dem Kumulieren entsteht so ein hochgradig individualisierter Stimmzettel.

Das Listenkreuz als Sicherheitsinstrument

Um die Stimmabgabe zu vereinfachen und das Risiko einer ungültigen Stimme zu minimieren, kann am Kopf einer Liste ein Listenkreuz gesetzt werden. Dies hat zur Folge, dass alle Stimmen, die nicht explizit an einzelne Kandidaten (auch anderer Listen) vergeben wurden, automatisch den Bewerbern der angekreuzten Liste von oben nach unten zugutekommen. Dabei werden Kandidaten, die bereits durch Einzelstimmen die Höchstzahl von drei Stimmen erhalten haben, bei der Verteilung der Reststimmen übersprungen.

Fehlerquellen

Trotz der Heilungsvorschriften, die darauf abzielen, den Wählerwillen so weit wie möglich zu retten, gibt es strikte Grenzen, deren Überschreitung zur Ungültigkeit der Stimmabgabe führt.

Das Überschreiten des Stimmenkontingents

Der häufigste und folgenschwerste Fehler ist die Vergabe von zu vielen Stimmen. Wer bei der Wahl zum Ortsbeirat 12 mehr als 19 Einzelstimmen / bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung  mehr als 93 Einzelstimmen an Kandidaten vergibt, macht seinen Stimmzettel unweigerlich ungültig. Das System sieht keine Möglichkeit vor, bei einer Überschreitung des Kontingents nur die „überschüssigen“ Stimmen zu streichen; der gesamte Zettel wird entwertet. Da die Stimmzettel insbesondere bei der Stadtverordnetenwahl mit 93 Stimmen sehr unübersichtlich sein können, ist höchste Konzentration beim Zählen der Kreuze geboten.

Mehrere Listenkreuze ohne Einzelstimmen

Ein weiterer kritischer Fehler ist das Setzen von mehr als einem Listenkreuz, ohne gleichzeitig Einzelstimmen an Kandidaten zu vergeben. Wenn beispielsweise sowohl das Feld der CDU als auch das der SPD im Kopfbereich angekreuzt wird, kann die Wahlbehörde nicht feststellen, welche Liste bevorzugt werden soll. Dies führt zur Ungültigkeit der Stimmabgabe.

Unzulässige Zusätze und Kennzeichnungen

Ein Stimmzettel muss ein reines Dokument der Willensbekundung im Sinne der Wahlvorschläge sein. Zusätze wie persönliche Nachrichten an die Kandidaten, politische Parolen oder gar die eigene Unterschrift führen zur sofortigen Ungültigkeit. Solche Markierungen verletzen das Gebot der geheimen Wahl, da sie theoretisch Rückschlüsse auf die Identität des Wählers zulassen könnten. Ebenso sind „Nein“-Stimmen oder das Streichen ganzer Listen unzulässig. Wer eine Person oder Partei nicht wählen möchte, sollte sie einfach nicht kennzeichnen.

Fehler bei der Briefwahl

Die Briefwahl erfreut sich wachsender Beliebtheit, birgt jedoch eigene formale Hürden. Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der Unterschrift auf der eidesstattlichen Versicherung des Wahlscheins. Ohne diese Versicherung darf der Wahlbrief nicht geöffnet werden und die Stimmen bleiben unberücksichtigt. Zudem müssen die Stimmzettel zwingend in die dafür vorgesehenen inneren Umschläge gelegt werden, die wiederum in den roten Wahlbriefumschlag kommen. Ein loser Stimmzettel im Wahlbriefumschlag gefährdet das Wahlgeheimnis und kann zur Abweisung führen.

 

Wie sagt der Frankfurter: Pass uff, dann haut des hie! (Aufpassen, dann klappt es auch!)


Weiterführende Links

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Frische Ideen und Erfahrung: Das SPD Thema für Kalbach-Riedberg

Das 4 Personen Team der SPD am Riedbergplatz

Die SPD tritt für die Wahl zum Ortsbeirat Kalbach-Riedberg mit einem starken zukunftsorientierten Team aus erfahrenen und neuen Kräften an.

Die bisherige Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Ortsvorsteherin Susanne Kassold führt die Liste an. Sie kümmert sich um die großen und kleinen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Ihr Themenschwerpunkt ist die Klima- und Umweltpolitik.

Mit Matthias Jakob steht ein erfahrener Ortsbeirat auf Platz 2, der für naturnahe Erholungsflächen eintritt. Ausreichende Gewerbeflächen für eine starke Wirtschaft sind für ihn Voraussetzung für eine soziale Stadt.

Sabrina Geller (Platz 3) ist Sozialbezirksvorsteherin Riedberg, steht für Bürgernähe, soziale Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion. Sie engagiert sich beim FC Kalbach und der kath. Gemeinde Riedberg.

Detlef Precht (Platz 4) ist beruflich mit körperlich hart arbeitenden Kolleginnen und Kollegen täglich in Kontakt und weiß daher, dass Solidarität ein für ihn wichtiger Grundpfeiler unserer Demokratie ist.

Kandidat Daniel Mietzschke

Daniel Mietzschke, © SPD Kalbach-Riedberg

Digitale Teilhabe für alle und ein barrierefreier Zugang überall sind Daniel Mietzschke (Platz 5) ein Anliegen. Er ist ehrenamtlich bei Billabong, dem Kleingartenverein Riedberg sowie im Förderverein des Gymnasiums Riedberg aktiv.

Kandidatin Zuzana Pastyrik

Zuzana Pastyrik, © SPD Kalbach-Riedberg

Für Zuzana Pastyrik (Platz 6) sind bezahlbarer Wohnraum, ein familiengerechtes Umfeld und soziale Gerechtigkeit die politischen Schwerpunkte.

Kandidat Joachim Diesner

Joachim Diesner, © SPD Kalbach-Riedberg

Joachim Diesner (Platz 7) ist Experte für Landwirtschaft und Naturschutz. Zur Schaffung von Wohnraum ist er für die Nutzung von Baulücken und Sanierung alter Bausubstanz statt Versiegelung.

Die Ziele der SPD für 2026-2031 sind:

  • Mehr Biodiversität durch Entsiegelung und Begrünung (u. a. des Riedbergplatzes, vor der Sporthalle des Gymnasiums Riedberg), Regenwassernutzung, Konsequentes Nachpflanzen gefällter Bäume, Bau von Radwegen ohne Fällung von jahrzehntealten Bäumen
  • Verlässliche und bessere Taktung bei U-Bahn und Bussen. Eine Quartiersbuslinie soll für häufigere Verbindungen im Ortsteil sorgen. Lückenschluss der U-Bahn zum Hauptbahnhof. Mehr Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger durch u. a. Kontrollen der Ordnungsbehörden. Bessere Barrierefreiheit, Bau einer Ladeinfrastruktur für E-Autos und Lastenräder
  • Bau der 2. Sportanlage auf dem Riedberg, aber auch Ertüchtigung der Sportanlage in Kalbach, Bau von Umkleidecontainern auf der 1. Sportanlage Riedberg sowie die Sanierung der Sporthallen des „Sport- und Freizeitzentrums Am Martinszehnten“
  • Nachschulische Betreuungsangebote und Plätze für Jugendliche zur freien Entwicklung
  • Kein Ausbau der A 5. Lärmschutzanlagen entlang der A5 sowie der A661, Tempolimit im Bereich dieser Stadtautobahnen und Tempo 30 innerorts
  • Bezahlbarer Wohnraum bei neuen Bauprojekten

Mit diesen politischen Inhalten sowie den Kandidierenden bietet die SPD Kalbach-Riedberg allen Wählerinnen und Wähler ein breites Spektrum an Kompetenzen für ein gutes soziales Miteinander im Stadtteil.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.spd-kalbach-riedberg.de/gruppen/kommunalwahl-2026-kandidatinnen-und-kandidaten/

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Der Kinderschutzbund sammelt wieder gut erhaltene Kleiderspenden

Symbolbild Kleiderspende für Hilton Basar

Am 18.04.2026 findet wieder der große Hilton-Basar statt. In den Räumlichkeiten des Frankfurt Hilton City Centre dürfen sich Besucher erneut auf ein besonderes Shopping-Erlebnis für den guten Zweck freuen.

„Wir freuen uns riesig und sind sehr dankbar, dass Marc Snijders, General Manager des Frankfurt Hilton City Centre, keine Sekunde gezögert hat, uns auch in diesem Jahr wieder die Räumlichkeiten für unseren Basar zur Verfügung zu stellen“, sagt Mela Krauß, Vorstandsmitglied beim Frankfurter Kinderschutzbund.

Hilton-Basar – Shoppen mit gutem Gewissen

Am Samstag, den 18. April 2026, heißt es wieder: nach Herzenslust shoppen – und das mit gutem Gewissen. Der gesamte Erlös des Basars kommt den Angeboten und Projekten des Frankfurter Kinderschutzbundes zugute und unterstützt damit direkt Kinder, Jugendliche und Familien in Frankfurt.

Vor dem Basar heißt es: Ran an die Kleiderschränke

Damit der Basar ein voller Erfolg wird, ist der Kinderschutzbund auf gut erhaltene Kleiderspenden angewiesen. Wer Platz für Neues schaffen möchte, kann aussortierte, hochwertige Kleidung als Spende abgeben.

Die Abgabestelle für Kleiderspenden befindet sich in diesem Jahr in der Bockenheimer Landstraße 24. Der Zugang zur Sammelstelle im Hinterhof erfolgt über die Wöhlerstraße 2. Bitte beachten Sie die Wegweiser des Kinderschutzbundes.

Sammeltermine

Montag 16.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Donnerstag 19.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Mittwoch 25.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Samstag 07.03.2026 10:30 Uhr -13:00 Uhr
Mittwoch 11.03.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Montag 16.03.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr

Gesucht werden sehr gut erhaltene:

  • hochwertige Kleidung für Damen, Herren und Kinder
  • ungetragene Damen- und Herrenschuhe
  • Taschen, Hüte und Accessoires und Modeschmuck

Gemeinsam für die Zukunft aller Kinder

Das Engagement der Frankfurter Bürgerschaft und der Unternehmen ist überwältigend. Der Basar wird von einem ehrenamtlichen Team organisiert. Mela Krauß koordiniert die Veranstaltung und wird dabei von den ehemaligen Vorstandsfrauen Elisabeth Gradl-Markl, Sigrid Hintze und der engagierten Ärztin Miriam Wiesenhütter sowie von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt.

Ebenso beteiligen sich die Deutsche Bank und weitere Unternehmen wie Clifford Chance, Blackstone und der Charity-Partner Morgan Stanley. Sie unterstützen den Basar mit firmeninternen Kleidersammlungen und vielen helfenden Händen.

Weitere Infos sind unter https://www.kinderschutzbund-frankfurt.de und auf Instagram zu finden.

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Stunde der Wintervögel – Vögel in Frankfurt unter Druck

Vogelzählung

Zählergebnisse spiegeln Herausforderungen wider, die in den Wahlprogrammen zur Kommunalwahl kaum eine Rolle spielen

Die Ergebnisse der vom NABU initiierten „Stunde der Wintervögel“ zeigen für Frankfurt am Main eine klare Tendenz: Die Zahl der beobachteten Vögel liegt deutlich unter den Werten früherer Jahre. Selbst häufige Arten wie Haussperling, Kohlmeise und Amsel wurden seltener gesichtet.

Insgesamt meldeten 797 Teilnehmende aus 590 Gärten 14.839 Vögel. Das entspricht einem Durchschnitt von 25 Vögeln pro Garten. Zum Vergleich: Bundesweit wurden durchschnittlich 32 Vögel pro Garten gezählt, im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 46 Vögeln.

Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit zwei zentralen Herausforderungen der Stadt: der zunehmenden Flächenversiegelung und dem Rückgang der Artenvielfalt. Beide Themen finden sich in den Wahlprogrammen zur anstehenden Kommunalwahl bislang kaum wieder.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei einzelnen Arten: Der Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn, wies bei der letzten Zählung in Frankfurt eine stabile Population auf – allerdings auf insgesamt niedrigem Niveau. Deutlich kritischer ist die Situation beim Steinkauz, der im Jahr 2025 einen besonders schlechten Bruterfolg verzeichnete.

Flächenversiegelung als strukturelles Problem – und politisches Kernthema

Frankfurt gehört zu den am stärksten verdichteten Städten Deutschlands. Die Wintervogelzählung macht sichtbar, was Fachleute seit Jahren betonen: Je stärker Flächen versiegelt werden, desto weniger Lebensräume bleiben für Vögel und andere Tierarten.

Typische Folgen der Flächenversiegelung, die sich auch in den Zählergebnissen widerspiegeln, sind:

  • Verlust von Hecken, Brachen und alten Bäumen
  • Rückgang naturnaher Gärten
  • Entstehung von Hitzeinseln in dicht bebauten Quartieren
  • Rückgang von Insekten – und damit der Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten

Der Rückgang vieler Vogelarten ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines umfassenden Verlusts biologischer Vielfalt. In Frankfurt wird dieser Trend insbesondere durch

  • intensive Bautätigkeit,
  • hohe Verkehrsbelastung,
  • Fragmentierung von Grünflächen sowie
  • den Verlust von Insektenlebensräumen

weiter verstärkt.

Die Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ zeigen, wie dringend gegengesteuert werden muss – denn zunehmend geraten auch bislang als robust geltende Arten unter Druck.

Fazit

Die Frankfurter Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ sind ein deutliches Warnsignal: Die Vogelwelt der Stadt steht unter zunehmendem Druck. Die damit verbundenen Herausforderungen spiegeln sich jedoch kaum in den aktuellen politischen Debatten zur Kommunalwahl wider – insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung, Grünflächenpolitik und Artenschutz.

Eine nachhaltige, naturfreundliche Stadtplanung ist entscheidend, um die biologische Vielfalt zu erhalten und Frankfurt auch künftig lebenswert zu gestalten.


Warum die Wintervogelzählung für die Kommunalpolitik relevant ist

Die Frankfurter Daten zeigen deutlich, wie sich städtische Entscheidungen langfristig auf die Natur auswirken. Sie machen klar:

  • Naturnahe Stadtentwicklung ist aktiver Artenschutz.
  • Flächenversiegelung hat messbare ökologische Folgen.
  • Naturnahe Strukturen sind kein Luxus, sondern notwendiger Bestandteil zukunftsfähiger Stadtentwicklung.

Der NABU Frankfurt fordert daher:

  • den Ausbau vernetzter Grünzüge,
  • die Förderung biodiverser Parks und Grünflächen,
  • wirksame Maßnahmen gegen das Insektensterben,
  • eine konsequent ökologische Stadtplanung,
  • strengere ökologische Vorgaben für Neubauprojekte,
  • den Schutz alter Baumbestände, insbesondere durch die Ausweisung von Prozessschutzflächen für einen Großteil des Stadtwaldes,
  • die Förderung naturnaher Gärten und Fassadenbegrünung,
  • eine naturnahe Pflege kommunaler Flächen („Mehr Wildnis wagen!“),
  • die zügige Umsetzung des Arten- und Biotopschutzkonzeptes (ABSK),
  • sowie die weitere Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für die Frankfurter Bäche.
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Endlich sorgenfreier Backen

Symbolbild Elektrogeräte Tauschaktion

Die Stadt Frankfurt schenkt Menschen mit Frankfurt-Pass und geringem Einkommen ab sofort ein energieeffizientes Haushaltsgerät

„Da kann das Backen ja wieder richtig Spaß machen und es geht vor allem sorgenfreier als früher“. Diese und ähnliche Aussagen hören viele Mitarbeiter in Sozialrathäusern aktuell von Bürgern.

Grund der Freude ist ein am Montag, 2. Februar, startendes Programm zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte. Dabei werden stromfressende Geräte kostenlos in neue energieeffiziente getauscht. Voraussetzung: Sie müssen älter als zehn Jahre sein oder sie entsprechen nicht der Energieklasse „D“. Konkret geht es um:

  • Kühlschränke
  • Kühl-/Gefrierkombinationen
  • Waschmaschinen
  • Herde
  • Geschirrspüler (für Familien oder Alleinerziehende mit mindestens drei Kindern)

Einen Antrag dafür können alle Personen stellen, die einen gültigen Frankfurt-Pass oder einen Bewilligungsbescheid über Asylbewerberleistungen, Bürgergeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe oder Wohngeld besitzen.

Haushalte mit geringem Einkommen, aber ohne Frankfurt-Pass, können ebenfalls teilnehmen. Interessierte bewerben sich per E-Mail an info@frankfurt-pass-spart-strom.de, in allen Sozialrathäusern oder per Post an die gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling GmbH (GWR), Lärchenstraße 131, 65933 Frankfurt am Main. Ob die alten Haushaltsgeräte die Kriterien erfüllen, prüft der Energiesparservice der Caritas Frankfurt. Fragen dazu beantwortet die GWR telefonisch unter 069-942163280. Sie bringt nicht nur die neuen Geräte in die Haushalte, sondern nimmt die Alten auch gleich mit.

Das Programm ist auf Initiative von Oberbürgermeister Mike Josef und Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, beschlossen worden. „Mir ist es sehr wichtig, Bürger mit geringem Einkommen im Alltag spürbar zu entlasten. Mit dem kostenfreien Austausch sollen die Stromkosten der Haushalte durch moderne energieeffiziente Geräte dauerhaft gesenkt werden. Dafür stellt die Stadt Frankfurt am Main 4 Millionen Euro bereit“, sagt Josef.

„Mit dem neuen Energiehilfefonds setzt Frankfurt ein klares Zeichen für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Denn wir denken das Soziale nicht isoliert, sondern als Teil eines nachhaltigen Ganzen“, sagt Voitl.

Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes, freut sich sehr, denn „gerade in diesen Zeiten, in denen Energie, Lebensmittel und Wohnen immer teurer werden, wollten wir ein Projekt entwickeln, um langfristig Stromkosten für Menschen zu reduzieren, die von Benachteiligung betroffen sind“.

Profitieren von dem Angebot können bis zu 68.000 Haushalte in der Stadt!

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Zwischen zwei Heimaten – mein Einsatz für Irans Freiheit

Demonstration für Demokratische Rechte im Iran

Seit zehn Jahren lebe ich auf dem Frankfurter Riedberg, einem Ort, den ich heute meine Heimat nenne. Hier erfahre ich täglich, was Freiheit, Selbstbestimmung und demokratische Werte bedeuten. Gleichzeitig schlägt mein Herz für eine zweite Heimat: den Iran. Meine Eltern mussten das Land verlassen, weil Repression, Unterdrückung und politische Verfolgung ihren Alltag vor Ort bestimmten.

Das freie Leben, das ich in Deutschland führen darf, hat in mir eine zentrale Frage aufgeworfen: Warum wird genau dieses Recht den jungen Menschen im Iran bis heute verwehrt?

Aus der Frage wurde Engagement. Heute setze ich mich als Menschenrechtsaktivistin im Verein »Junge Stimmen für Irans Freiheit« für einen demokratischen Wandel im Iran ein. Mir ist es ein besonderes Anliegen, den Menschen auf dem Riedberg, vor allem meinen iranischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, eine hoffnungsvolle Botschaft zu vermitteln. Die Proteste im Iran sind kein Zufall und kein kurzfristiger Trend. Sie sind in einem organisierten Widerstand verwurzelt, der maßgeblich von jungen Menschen getragen wird, die sich mutig gegen jede Form von Alleinherrschaft und Diktatur stellen.

Die Geschichte wird zeigen: Die Schah-Diktatur wird überwunden und auch das heutige Mullah-Regime wird durch den aufopferungsvollen Einsatz des iranischen Volkes gestürzt werden. Die Zukunft Irans liegt in den Händen seiner Bewohner und ihres organisierten Widerstands. Es ist Zeit für einen demokratischen Neubeginn auf Grundlage des 10-Punkte-Programms von Frau Maryam Rajavi, der iranischen Oppositionsführerin:

  1. die Trennung von Staat und Religion,
  2. Gleichberechtigung der Geschlechter,
  3. soziale und individuelle Freiheiten,
  4. ein Iran ohne Todesstrafe
  5. und ohne nukleare Waffen

Vor diesem Hintergrund organisiere ich derzeit eine Großdemonstration am 7. Februar 2026 in Berlin, zu der der Nationale Widerstandsrat Iran – die demokratische Hauptopposition – aufgerufen hat. Es wird die größte Demonstration seit Beginn der Proteste sein. Zehntausende Menschen aus aller Welt sowie hochrangige politische Persönlichkeiten werden erwartet.

Demonstration für Demokratische Rechte im Iran

Vom Riedberg aus bin ich mit zahlreichen jungen Menschen weltweit vernetzt. Gemeinsam tragen wir eine Botschaft der Hoffnung in die Welt: Die Opfer dieses Regimes sind nicht umsonst gestorben. Wir setzen ihren Weg fort und geben nicht auf, bis der Iran eine freie, demokratische Republik ist- ohne Monarchie und ohne religiöse Tyrannei. Ein Land, in dem demokratische Werte gelten, Talente sich entfalten können und in dem eines Tages auch Stadtteile entstehen, die ein friedliches Leben ermöglichen – so wie hier auf dem Riedberg.

Gastbeitrag Raha Ramin


Der 10 Punkte Plan für die Zukunft Irans

  1. Ablehnung von velayat-e faqih (Herrschaft der theologischen Rechtsgelehrten). Bekräftigung der Volkssouveränität in einer Republik, die auf allgemeinem Wahlrecht und Pluralismus beruht.
  2. Meinungsfreiheit, Freiheit politischer Parteien, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und freien Zugang zum Internet. Auflösung des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), der terroristischen Quods-Brigade, Zivilgruppen, der unpopulären Basidsch-Miliz.
  3. Bekenntnis zu individuellen und sozialen Freiheiten und Rechten gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Auflösung aller für Zensur und Inquisition zuständigen Behörden. Suche nach Gerechtigkeit für massakrierte politische Gefangene, Verbot der Folter und Abschaffung der Todesstrafe.
  4. Trennung von Religion und Staat sowie Religions- und Glaubensfreiheit.
  5. Vollständige Gleichstellung der Geschlechter im Bereich der politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte und gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an politischen Führungspositionen. Abschaffung jeglicher Form von Diskriminierung; das Recht, die eigene Kleidung frei zu wählen; das Recht, frei zu heiraten und sich scheiden zu lassen sowie Bildung und Beschäftigung zu erhalten.
  6. Ein unabhängiges Justiz- und Rechtssystem im Einklang mit internationalen Standards, basierend auf der Unschuldsvermutung, dem Recht auf einen Verteidiger, dem Recht auf Berufung und dem Recht, vor einem öffentlichen Gericht verhandelt zu werden. Volle Unabhängigkeit der Richter. Abschaffung des Scharia-Gesetzes der Mullahs und Auflösung der islamischen Revolutionsgerichte.
  7. Autonomie und Beseitigung doppelter Ungerechtigkeiten gegenüber iranischen Nationalitäten (bzw. die Autonomie des iranischen Kurdistans).
  8. Gerechtigkeit und Chancengleichheit in den Bereichen Beschäftigung und Unternehmertum für alle Menschen im Iran in einer freien Marktwirtschaft. Wiederherstellung der Rechte von Arbeitern, Landwirten, Krankenschwestern, Angestellten, Lehrern und Rentnern.
  9. Schutz und Sanierung der Umwelt, die unter der Herrschaft der Mullahs massakriert wurde.
  10. Ein Iran ohne Atomwaffen. Frieden, Koexistenz sowie internationale und regionale Zusammenarbeit.
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20 Jahre Engagement für das Gemeinwohl: Stiftung Citoyen sucht Klimaschützer aus der Region

Klimawandel Symbolbild

Seit zwei Jahrzehnten prägt die Stiftung Citoyen das bürgerschaftliche Leben im Rhein-Main-Gebiet. Gegründet im Jahr 2004, feierte die Frankfurter Bürgerstiftung unlängst ihr 20-jähriges Bestehen im Frankfurter Literaturhaus. Mit einem klaren Fokus auf Bildung, Kultur und gesellschaftliches Miteinander hat sich die Institution als feste Größe für die Förderung von Projekten etabliert, die dort ansetzen, wo staatliche oder kirchliche Hilfe endet.

Von der Idee am Esstisch zur festen Institution

Die Entstehungsgeschichte der Stiftung ist eng mit der Familie des Verlegers Paul Dierichs verbunden. Dessen Tochter, die Journalistin Helga Dierichs, erbte gemeinsam mit ihren Brüdern die väterliche Stiftung. Während diese sich zunächst der Kunstförderung widmete, strebte Dierichs nach einer direkteren Wirkung in der Stadtgesellschaft. Da der Name „Frankfurter Bürgerstiftung“ bereits vergeben war, wählte sie die französische Entsprechung: Citoyen. Der Begriff steht dabei bewusst für mehr als nur den Status eines Bewohners; er atmet staatsbürgerliches Verantwortungsbewusstsein.

Was am Esstisch im privaten Kreis mit Ideen engagierter Frauen aus Politik und Journalismus begann, entwickelte sich schnell zu einem wirkungsvollen Netzwerk. In den vergangenen 20 Jahren unterstützte die Stiftung eine Vielzahl prominenter Vorhaben. Dazu zählen die Jugendbildungsstätte Anne Frank, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie Projekte zur Integration von Migranten wie „Frauen kommen an“. Auch bei der Restaurierung historischer Wandgemälde im Poelzig-Bau der Goethe-Universität leistete die Stiftung einen entscheidenden Beitrag.

Die „Citoyenne“: Ein Preis für den Bürgersinn

Ein zentrales Element der Stiftungsarbeit ist die Verleihung des Preises für Bürgersinn, genannt „Citoyenne“. Seit 2012 wird diese Auszeichnung alle zwei Jahre vergeben, um besonderes Engagement in den Bereichen kulturelle Vielfalt, Generationenprojekte und Umwelt zu würdigen. Die Trophäe selbst ist symbolträchtig gestaltet: Sie erinnert an ein Megafon oder ein Hörrohr und soll die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die oft unbemerkt Gutes tun.

Ausschreibung 2026: „Ran ans Klima!“

Für das Jahr 2026 hat die Stiftung nun die neue Runde des Wettbewerbs ausgerufen. Unter dem Motto „Ran ans Klima!“ werden Initiativen gesucht, die sich im Rhein-Main-Gebiet aktiv für den Klimaschutz, die Einsparung von Ressourcen oder die Bewahrung von Flora und Fauna einsetzen. Als prominente Patin für die aktuelle Ausschreibung konnte die Transformationsforscherin und Mitbegründerin von „Scientists for Future“, Maja Göpel, gewonnen werden. Sie betont die Bedeutung jedes Einzelnen für eine nachhaltige Zukunft.

Bewerben können sich Einzelpersonen und Gruppen aus Frankfurt, Offenbach und den angrenzenden Landkreisen bis zum 26. März 2026. Es winkt ein Preisgeld von insgesamt 9.500 Euro, das von Partnern wie der Bethmann Bank, der Mediengruppe Frankfurt und dem Lions-Club Frankfurt Römer zur Verfügung gestellt wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 15. Juni 2026 im Gallus-Theater statt.

Mit Blick auf die Zukunft plant die Stiftung, die Demokratieförderung in Schulen weiter zu stärken und Eltern beim Übergang ihrer Kinder zwischen den Bildungsstufen zu begleiten. Informationen zur aktuellen Ausschreibung sind auf der Webseite der Stiftung unter www.stiftung-citoyen.de abrufbar.

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„Meister Bockert“ am Erlenbach: Biber lockt hunderte Bürger nach Nieder-Erlenbach

Biber

Die Rückkehr eines tierischen Baumeisters sorgt in Frankfurt für großes Aufsehen: Rund 280 interessierte Bürger versammelten sich am vergangenen Sonntag im SAALBAU, um mehr über den neuen Bewohner des Erlenbachs zu erfahren. Zu der Informationsveranstaltung hatte der NABU Frankfurt Nord eingeladen, nachdem im November 2025 ein Biber in unmittelbarer Nähe zum Sportgelände der TSG Nieder-Erlenbach entdeckt worden war.

Ein Rückkehrer mit Geschichte

Andreas Frey, Vorstandsmitglied des NABU Frankfurt Nord, hatte das Tier und seinen eindrucksvollen Damm am Parkplatz der Fußballfelder gemeldet. Dass die Ansiedlung auf so großes öffentliches Interesse stößt, liegt auch an der Seltenheit des Tieres in der Region. Wie Manfred Sattler, ehrenamtlicher Revierbetreuer des Regierungspräsidiums Darmstadt, ausführte, galt der Biber in Europa aufgrund der Jagd auf sein dichtes Fell lange Zeit als fast ausgerottet.

Erst durch gezielte Auswilderungen im Spessart Ende der 1980er-Jahre konnte sich die Population in Hessen wieder erholen. Heute ist das Tier zwar nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht, genießt aber weiterhin einen strengen gesetzlichen Schutzstatus.

Ökologischer Nutzen und Herausforderungen

Der Biber gilt als natürlicher Landschaftsgestalter, der Lebensräume ohne bürokratischen Aufwand und kostenfrei umgestaltet. Seine Dämme schaffen wertvolle Stillwasserzonen, die zahlreichen Fischarten, Vögeln und Amphibien als Versteck dienen. Zudem fungieren die Bauwerke als Sedimentfallen, die Schadstoffe zurückhalten und die Selbstreinigung des Gewässers fördern. Ein wesentlicher Vorteil für die Anwohner ist der Hochwasserschutz: Bei Starkregen verlangsamen die Biberteiche den Abfluss des Wassers erheblich.

Trotz dieser Vorteile gibt es auch Konfliktpotenzial. Gottfried Lehr von der IG Nidda wies darauf hin, dass Biberdämme insbesondere bei niedrigem Wasserstand ein Hindernis für wandernde Fischarten wie die Meerforelle darstellen können.

Management und gesetzliche Schranken

Christian Kehrenberg von HessenForst erläuterte während der Veranstaltung die rechtlichen Rahmenbedingungen des hessischen Bibermanagements. Da Biber weder gestört noch vertrieben werden dürfen, stehen Präventionsmaßnahmen im Vordergrund. Dazu gehören etwa Umzäunungen zum Schutz von Bäumen vor Fraßschäden oder technische Lösungen zur Sicherung von Zu- und Abflüssen.

Eindringlich wurde davor gewarnt, Biberdämme eigenmächtig zu entfernen. Dies ist nicht nur illegal, sondern führt in der Regel dazu, dass das Tier an derselben Stelle einen noch größeren und stabileren Damm errichtet.

Das neue Biberrevier am Erlenbach mit seinen charakteristischen angenagten Bäumen und kleinen Wasserfällen wurde von Experten bereits als eines der schönsten Reviere der Region bezeichnet. Der NABU Frankfurt Nord zeigte sich erfreut über den gelungenen Abend und das große Interesse der Bürgerschaft an diesem besonderen neuen Nachbarn.


Weiterführender Link

Kontakt
NABU-KV Frankfurt am Main e.V.
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Stadtteil der Quartiere: BUND warnt vor hoher Verdichtung und Gefahren für die Landwirtschaft

Neuer Stadtteil der Quartiere

ie Planungen für den neuen „Stadtteil der Quartiere“ im Frankfurter Nordwesten treten in eine entscheidende Phase. Nach mehr als 8 Jahren Vorlauf hat der Magistrat der Stadt Frankfurt das Stadtplanungsamt beauftragt, einen konkreten Bebauungsplan auf Grundlage des Beschlusses vom 11.12.2025 zu entwickeln. Doch der BUND Kreisverband Frankfurt äußert in einer aktuellen Stellungnahme erhebliche Bedenken hinsichtlich der städtebaulichen Dichte, der Erreichbarkeit von Erholungsflächen und der Zukunft der lokalen Landwirtschaft.

Von 7 auf 3 Quartiere: Der Wandel der Planung

Ursprünglich basierten die Entwürfe auf dem Wettbewerbssieger »Büro Cityförster-Urbane Gestalt«, der unter dem Motto „Quartiere im Kreislauf“ eine durchgrünte Stadtlandschaft beiderseits der Autobahn A5 vorsah. Diese Vision wurde auch in der Bürgerbeteiligung im Jahr 2020 so vermittelt.

Die Realität sieht mittlerweile anders aus: Nachdem das Quartier „Neu-Steinbach“ bereits früher aus den Plänen gestrichen worden war, untersagte der Regierungspräsident in Darmstadt im März 2025 jegliche Bebauung auf der Westseite der Autobahn. Erlaubt sind westlich der A5 nur noch eine „Koproduktive Landschaft“, während die Wohnbebauung mit den Quartieren „Produktives Praunheim“, „Lachgraben-Quartier“ und „Neu-Weststadt“ vollständig auf die östliche Fläche konzentriert wird.

Kritik an der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM)

Trotz des Bauverbots auf der Westseite hält der Magistrat daran fest, diese Flächen in der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM) zu belassen. Ein entsprechender Antrag des Ortsbeirats 8, die westlichen Flächen aus der SEM herauszunehmen, wurde abgelehnt. Der Magistrat begründet dies damit, dass die Westflächen als notwendige Naherholungs- und Ausgleichsflächen für den nun deutlich verdichteten Osten dienen müssen, da dort kein Raum mehr für solche Angebote bleibe.

Der BUND hinterfragt kritisch, ob unter diesen Voraussetzungen die in den Wettbewerbsentwürfen versprochene „angenehm durchgrünte Stadtlandschaft“ überhaupt noch realisierbar ist. Es stelle sich die Frage, wie dicht und wie hoch – mit wie vielen Etagen – im verbleibenden Bereich tatsächlich gebaut werden soll.

Lange Wege und gefährdete Landwirtschaft

Ein zentraler Kritikpunkt des Umweltverbands ist die Erreichbarkeit von Grünflächen. Das Ziel einer „Green City“, in der jeder Bürger innerhalb von 15 Minuten fußläufig Erholungsräume erreichen kann, scheint für die neuen Bewohner unrealistisch, da hierfür die Autobahn überquert werden müsste. Auch für die Anwohner der bestehenden Quartiere Praunheim und Nordweststadt würden sich die Wege zu den verbleibenden Freiflächen deutlich verlängern.

Besonders besorgt zeigt sich der BUND über die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Durch die Versiegelung der fruchtbaren Lehmlössböden im Osten und die Umgestaltung der Westseite zur „Koproduktiven Landschaft“ verlieren die ansässigen Landwirte ihre Existenzgrundlage. Bisher gebe es keinen Landwirt, der die Vereinnahmung seiner Felder befürworte. Ersatzflächen auf schlechteren Böden würden zu geringeren Erträgen, höherem Düngereinsatz und einem gesteigerten Bewässerungsbedarf führen. Längere Anfahrtswege zu entfernteren Feldern würden zudem den CO2-Ausstoß erhöhen und die Klimaziele der Stadt konterkarieren.

Appell an die Entscheider

Wolf-Rüdiger Hansen vom Vorstand des BUND-Kreisverbands Frankfurt kritisiert, dass der außerordentliche Wert der Lehmlössböden sowie die wirtschaftlichen und klimatischen Zusammenhänge von den städtischen Gremien bisher nicht ausreichend gewürdigt werden. Angesichts des Klimawandels und der Bedeutung der Ernährungssicherheit sei der Verlust dieser wertvollen Flächen für einen hochverdichteten Stadtteil ein falsches Signal.


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