Schlagwort: Kerbeburschen

Vom Wert urbaner Gärten

Rodung Kleingartenanlage

In Frankfurt gibt es ca. 15.000 Kleingärten in 107 Vereinen. Dazu kommen noch viele Freizeitgärten außerhalb von traditionellen und durch das Bundeskleingartengesetz geschützten Kleingartenanlagen sowie zunehmend auch Gemeinschaftsgärten.

Wie eine Studie ergab, die in Berlin und Stuttgart durchgeführt wurde, tragen urbane Gärten im doppelten Sinn reiche Früchte. Allein die Gärten in Berlin können den jährlichen Gemüsebedarf von etwa 50.000 Einwohnern decken. Viel wichtiger ist allerdings der gesellschaftliche Wert, der sich auch „in Mark und Pfennig“ berechnen lässt. So haben die Forscher ermittelt das beispielsweise der Berliner Gemeinschaftsgarten „Himmelbett“ einen gesellschaftlichen Nutzen von 1,5 Millionen Euro jährlich erbringt.

Auch am Riedberg leben viele Menschen, deren tägliches Leben von Büroarbeit geprägt ist und die von ihrem Homeoffice-Fenster aus keinen teuer bezahlten Skylineblick genießen können, sondern auf die Fassaden von Nachbarschaftsbauten blicken. Glücklicherweise bietet der Riedberg – noch viel mehr als andere Stadtteile – die Möglichkeit einen eigenen Garten zu bewirtschaften, die zahllosen Grünflächen in den Parks zu nutzen oder in nächster Zeit einen eigenen Schrebergarten zu bewirtschaften.

Auch bieten ortsansässige Vereine wie die IG Riedberg oder die Kalbacher Kerbeburschen die Möglichkeit, die örtlichen Streuobstwiesen in gemeinschaftlicher Arbeit zu hegen und zu pflegen. Das bietet einem die Möglichkeit, sich gärtnerisch einzubringen, wann immer der eigene Kalender eine passende Lücke anbietet.

Wie die Forscher weiterhin ermittelten, wurden in Berlin 7,6 Millionen kg Gemüse, Kräuter und Kartoffeln pro Jahr geerntet, was etwa 10 Millionen Euro Marktwert entspricht. Darüber hinaus wurde von den Forschern noch ermittelt, wie viel ein Berliner Bürger pro Quadratmeter Gartenanlage zahlen würde. Der Mix aus naturnahem Erholungsraum, Treffpunkt mit kulturellen Angeboten und Kontaktfläche zu Nachbarn ergab hochgerechnet einen gesellschaftlichen Nutzen von 1 bis 2 Millionen Euro jährlich.

Die Kleingartenanlagen bieten insbesondere denjenigen Frankfurtern einen Platz zur Naherholung, aber auch zum Anbau von Obst und Gemüse zur Selbstversorgung, die nicht über einen eigenen Garten an ihrer Wohnung verfügen. Sie bieten damit Abwechslung vom Alltag, schaffen Raum für Bewegung und bieten Familien die Möglichkeit, Kinder im Umgang mit der Natur zu schulen. Insbesondere in restriktiveren Pandemiezeiten waren Kleingärten für die Menschen ein Zufluchtsort und oft die einzige Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden rauszukommen.

Was sich nicht messen und in Geldwerten ausdrücken lässt, sind die sozialen und kulturellen Leistungen der städtischen Grünflächen. Doch man kann davon ausgehen, dass der Wert umso höher ist, je intensiver eine Stadt besiedelt wird. Und steigende Einwohnerzahlen verzeichnet Frankfurt seit Jahren.

Rodung Kleingartenanlage

Aufgrund der begrenzten Fläche der Stadt Frankfurt gehört es zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beziehungsweise zu einer umfassenden Stadtplanung, dass auf diesem begrenzten Raum auch Platz für Grün-, Frei- und Freizeitflächen und eben für Kleingärten geschaffen wird. Der Magistrat sollte daher bestehende Anlagen im Bestand schützen und die Möglichkeit zur Erweiterung oder Ausweisung neuer Anlagen schaffen. Daher hatte schon 2017 die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat aufgefordert, eine Kleingärten- und Freizeitgärtenstrategie zu erarbeiten, um Entwicklungsperspektiven für Gärten aufzuzeigen.

Der Magistrat hat daraufhin die Erstellung eines Kleingartenentwicklungskonzeptes beauftragt. Leider ist festzuhalten, dass 5 Jahre später immer noch keinen Konzeptentwurf vorgelegt wurde.

Zum Glück haben aber inzwischen die Rodungsarbeiten für die Kleingartenanlagen hier am Riedberg begonnen. Von daher besteht berechtigte Hoffnung, dass spätestens im nächsten Frühling die Pächter hier vor Ort eine Blütenpracht hervorzaubern können.

 


Weitere Ergebnisse zu den Untersuchungen zur Bedeutung von Gärten und Parkanlagen in Berlin und Stuttgart gibt es in einer Factsheet-Reihe auf http://www.gartenleistungen.de.

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Stadtteilpreis 2021

Füreinander da sein

Diese Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert und wird jedes Jahr vom Ortsbeirat zum Jahresende vergeben. Dieses Jahr haben sich der Kerbeverein Kalbach e.V. und das Demenzzentrum „Trotzdem Aktiv“, eine Pflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen darum beworben.

Herr Thomas Schmidt, Vertreter der CDU im Ortsbeirat 12, und zweiter Vorsitzender des 2016 gegründeten Kalbacher Kerbevereins stellte nun fest, dass der von ihm unterstützte Verein und das Demenzzentrum im Wettbewerb um den begehrten jährlichen Stadtteilpreis stehen.

Da die Unterstützung demenzkranker Menschen aber wichtiger ist, als Geld für Freizeitaktivitäten, zog Herr Schmidt mit Mandat seines Vereins die Bewerbung um den Preis zurück.

Beim Verein „Trotzdem Aktiv“ arbeiten auch Ehrenamtliche vom Riedberg und aus Bonames mit. Herkunftsländer oder Konfessionen spielen dabei keine Rolle. Jede Hilfe wird dankbar angenommen.

Mit dem Stadtteilpreis könnten zum Beispiel die Verträge für die Tablets verlängert werden, mit denen die Demenzkranken arbeiten. Auch neue Spiele könnten angeschafft oder Fahrtkosten für Ausflüge bezahlt werden.

Eine tolle Entscheidung, hier die Unterstützung von Demenz betroffener Menschen zu fördern.

Wer noch ein paar Euro dazusteuern möchte, kann seine Spende überweisen an:

Demenzzentrum TrotzDem-Aktiv
Raiffeisenbank im Hochtaunus eG
IBAN: DE28 500 617 41 0100 481 696

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