Kategorie: AktuelleNEWS

Nachwuchs bei den Gorillas

Der Zoo und das Menschenaffenhaus Borgori-Wald sind zwar wegen der Corona-Pandemie zurzeit für Besucher geschlossen, aber das Familienleben bei Gorilla, Orang-Utan & Co. geht dennoch seinen gewohnten – zuweilen auch seinen besonderen – Gang. So hat es Anfang September Nachwuchs bei den Flachlandgorillas gegeben.

Der kleine Arco wurde am 7. September geboren. Er ist das vierte Jungtier der 16-jährigen Shira, die eine routinierte und entspannte Mutter ist. Vater ist Silberrücken Viatu, geboren 1998.

„Über die Nachricht, dass in unserem Zoo ein Gorilla-Jungtier zur Welt gekommen ist, habe ich mich gerade in diesen Zeiten sehr gefreut. Es ist wirklich schade, dass man den kleinen Arco zurzeit wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen kann“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Gorilla-Jungtiere haben eine vergleichsweise lange Kindheit und Jugend. Männliche Tiere verlassen erst mit etwa acht bis neun Jahren die Gruppe. Ich bin daher absolut zuversichtlich, dass wir Arco aufwachsen sehen können.“

Arco ist immer ganz nah bei der Mutter

Die ersten Monate verbringen Gorilla-Jungtiere ganz nah bei ihrer Mutter, lange werden sie eng am Körper getragen. Mit etwa acht Wochen kann Arco bereits auf dem Rücken seiner Mutter reiten und hat dadurch einen guten Überblick über sein Gehege und die Artgenossen. „Arco ist aufmerksam und munter, interessiert sich für die anderen Gruppenmitglieder und schaut sie aufmerksam an. Wer sich ihm nähern darf, wird aber noch von Mutter Shira bestimmt, die ihren Nachwuchs beschützt und die neugierige Verwandtschaft auch mal auf Abstand hält“, erzählt Zoodirektor Miguel Casares.

Gorilla-Jungtiere werden drei bis vier Jahre lang von ihrer Mutter gesäugt. Nach etwa sechs Monaten beginnen sie, auch pflanzliche Nahrung zu fressen. Gorillas ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern und Knospen.

Auffällig an Arco sind seine langen Augenbrauen, die ihm einen freundlichen Gesichtsausdruck verleihen. Die gleichen Augenbrauen hat auch seine große Schwester Wela, geboren 2016.

So leben Flachlandgorillas

Westliche Flachlandgorillas leben in kleinen Haremsgruppen von bis zu 20 Tieren. Ein dominantes Männchen führt die Gruppe an, in der neben einigen Weibchen auch Jungtiere verschiedener Altersgruppen zu finden sind. „Wir hoffen, dass Arco eines Tages seinen eigenen Beitrag zum Erhalt dieser hochbedrohten Tierart leisten kann, zumal der Frankfurter Zoo das Internationale Zuchtbuch (ISB) für die Westlichen Flachlandgorillas führt“, sagt Casares.

Der Bestand der Westlichen Flachland-Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in ihrem natürlichen Lebensraum ist durch Besiedlung und Rodung der Urwälder stark bedroht. Insbesondere im östlichen Kongogebiet ist die Zahl der Gorillas stark zurückgegangen. Der rote Liste-Status diese imposanten Tiere ist laut IUCN „vom Aussterben bedroht“.

Foto: Zoo Frankfurt

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Schulen bleiben (vorerst) im Regelbetrieb

In Hessen soll der Präsenzunterricht landesweit so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Frankfurt plant vorerst kein Wechselmodell. Mitschüler und Lehrer positiv getesteter Kinder werden hier nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne geschickt.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat in dieser Woche erneut erklärt, dass die Schulen in der Corona-Krise so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten sollten. Einen landesweiten Wechselunterricht zwischen Präsenz in den Klassen und Lernen von zu Hause aus soll es vorerst nicht geben. „Solange es infektiologisch vertretbar ist, werde ich für jedes Kind an jedem Ort in Hessen um jeden Tag Präsenzunterricht kämpfen“, sagte Lorz laut hr-online.

In Offenbach wird ab nächster Woche aufgrund der weiter steigenden Corona-Zahlen Wechselunterricht ab der Sekundarstufe II und an den berufsbildenden Schulen eingeführt. In Frankfurt ist das aktuell nicht geplant.

Nur positive Kinder in Quarantäne

Hier gibt es im Gesundheitsamt ein Team, das sich nur um Tests und Kontaktverfolgungen in Kitas und Schulen kümmert. Deshalb sei es aktuell „nur in Ausnahmefällen notwendig, den Präsenzbetrieb in ganzen Klassen auszusetzen“, schreibt das Frankfurter Gesundheitsamt. Das bedeutet, dass Mitschüler und Lehrer positiv getesteter Kinder nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne geschickt werden.

Eltern aus unserem Stadtteil berichten, dass die Information der Schulen an die betroffenen Klassen oft nur mit Verzögerung erfolgen würde. Anders in der Europäischen Schule in der Nordweststadt. „Dort wird bei einem positiven Befund die gesamte Schule informiert. Dieses Recht auf Information sollte auch nicht einzelnen Eltern vorbehalten sein. Das ist in manchen Fällen enorm wichtig, um Risikopatienten schützen zu können“, erklärt eine Mutter, deren Kinder verschiedene Einrichtungen besuchen.

Photo by Taylor Wilcox on Unsplash.com

 

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Raub an der U-Bahn Kalbach – Zeugen gesucht

Brutaler Raub an der U-Bahnstation Kalbach: Bereits am Donnerstag, 5. November, hat ein 22-jähriger Mann einem 21-Jährigen unter Gewaltanwendung gegen den Hals das Handy entrissen. Die Kriminalpolizei sucht jetzt Zeugen.

Geschehen war das Ganze um 13 Uhr. An der Station Kalbach wartete der 21-Jährige auf die U-Bahn, als der 22-jährige Tatverdächtige mit einem Fahrrad vor ihm anhielt. Beide kennen sich und begrüßten sich per Handschlag. Im selben Moment soll der 22-Jährige sein Opfer attackiert und dabei gegen den Hals des 21-Jährigen gedrückt, beziehungsweise geschlagen haben. Gleichzeitig riss der Räuber das Handy aus der Hand. Nun forderte der Täter noch ein Gespräch mit ihm, was der 21-Jährige ablehnte. Anschließend fuhr er samt Beute davon.

Darum suchen die Ermittler jetzt Zeugen

Laut Ermittler bestehen Zweifel an der bisherigen Darstellung und es muss konkrete Hintergründe zu dieser Tat geben, die bislang nicht erhellt werden konnten. Daher sucht die Polizei Zeugen, die dieses Geschehen beobachtet oder sogar die Gespräche zwischen beiden Personen mitbekommen haben.

Ganz besonders suchen die Ermittler nach einer Frau, die sich zur Tatzeit neben dem 21-Jährigen befand. Diese Zeugin trug eine dunkle Jacke, dunkle Handschuhe, ein blaues/türkisfarbenes Kopftuch und einen gleichfarbigen Mund-Nasenschutz.

Zeugenhinweise werden unter 069 – 75551499 oder per Email an das 14. Polizeirevier (Mertonviertel) unter k14-hinweise.ppffm@polizei.hessen.de entgegengenommen.

Foto: Archiv

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So könnte der neue Stadtteil Nordwest aussehen

Neuer Stadtteil der Quartiere

Zwischen Niederursel und Praunheim, also nicht weit vom Riedberg entfernt, könnte der neue Stadtteil „Frankfurt Nordwest“ mit mehr als 8000 Wohnungen entstehen. Jetzt hat eine Jury das Siegerkonzept vorgestellt. Weitere Untersuchungen laufen.

Seit März haben sieben Teams aus Stadt- und Landschaftsplanern begleitet durch einen breit angelegten Bürgerdialog für den Neuen Stadtteil der Quartiere Studien zu Stadt und Landschaft erarbeitet. Am Mittwoch hat eine hochkarätig besetzte Jury diese Studien zu Stadt- und Landschaft bewertet – und als überzeugendsten Beitrag das Konzept „Quartiere im Kreislauf“ des Teams Cityförster und Urbane Gestalt ausgewählt. Mitglieder der Jury waren Vertreter der Frankfurter Regierungskoalition, Vertreter des Planungsdezernats und des Umweltdezernats sowie nationale und internationale Experten aus den Bereichen Stadtplanung, Landschaftsplanung, Verkehrsplanung, Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft.

8600 Wohnungen und „autoarme“ Quartiere

Planungsdezernent Mike Josef stellte die Ergebnisse gemeinsam mit der Jury-Vorsitzenden Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, und weiteren Stadtplanern und Experten vor. „Mit dem Konzept ‚Quartiere im Kreislauf‘ haben wir eine sehr gute Grundlage für die weiteren Untersuchungen und einen guten ersten Eindruck davon, wie das Gebiet künftig aussehen könnte.“ Geplant sind rund 8600 Wohnungen, die sich auf vier Quartiere mit vielfältigen Wohnformen verteilen. In den einzelnen autoarmen Quartieren sind sogenannte ‚Hubs‘ mit Mobilitätsangeboten, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Bildungseinrichtungen, Jugendzentrum und Quartiersgaragen anstelle von Tiefgaragen geplant.

Der Entwurf sieht vor, dass von dem Untersuchungsraum von 425 Hektar rund 75 Prozent für Landwirtschaft, Grünflächen, Gärten, Parks und begrünte Innenhöfe reserviert werden. Rund um den neuen Öko-Bauernhof ‚Agro-Hub‘ sollen kleinteilige Anbauflächen und Gartenland für die Bewohner der bestehenden und neuen Quartiere entstehen. „Der Entwurf hat die Frage, wie Stadt und Landschaft gemeinsam geplant werden können, hervorragend beantwortet“, sagte Planungsdezernent Mike Josef.

„Es hat sich gezeigt, dass der breit angelegte Bürgerdialog maßgeblich zur Qualität der Studien beigetragen hat“, sagte die Präsidentin der Bundesarhcitektenkammer. „Die vier vorgeschlagenen Quartiere respektieren gepaart mit einem schlüssigen Erschließungskonzept Landschaftsraum und Klimatologie vor Ort und geben gleichzeitig der Landwirtschaft eine Zukunftsperspektive“, fasste Martin Hunscher die Bewertung des Preisgerichts zusammen.

Bürgerbeteiligung bei den Planungen

Die vorbereitenden Untersuchungen zu „Frankfurt Nordwest – neuer Stadtteil der Quartiere“ werden als sogenanntes „kooperatives Verfahren“ mit einer breit aufgestellten Bürgerbeteiligung durchgeführt. Die unterschiedlichen Lösungsansätze wurden schon während der Bearbeitung diskutiert, die Entwürfe verbessert, geändert und konkretisiert. 

Die Empfehlung der Jury, die Studien, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und die fachlichen Grundlagen fließen bis Ende 2021 in einen Abschlussbericht ein. Erst danach kann die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, ob diese städtebauliche Entwicklungsmaßnahme sinnvoll ist und eingeleitet werden soll.

Informationen & Foto: Stadt Frankfurt

 

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Eine kleine Hexe gewinnt den Kinderbuchpreis

Kalbacher Klapperschlange

Die Kinderjury hat entschieden: Die 33. Kalbacher Klapperschlange geht an die Autorin Andrea Russo für ihr Buch „Green Witch“ über ein Mädchen namens Lizzy, das zur Hexe ausgebildet werden soll.

Eine denkwürdige Klapperschlangensaison ist zu Ende gegangen. „Trotz der ausgefallenen Eröffnung und der Schwierigkeiten der Ausleihstellen, die in den ersten Wochen geschlossen bleiben mussten, freuen wir uns sehr, dass es in diesem Jahr dennoch 135 Kinder und Jugendliche geschafft haben, mindestens 5 Bücher zu lesen und zu bewerten“, heißt es beim Kinderverein Kalbach.

Gesamtsieger und Sieger in der Altersgruppe 4.-6. Klasse ist das 2019 im Coppenrath Verlag erschienenen Buch „Green Witch“ von Andrea Russo. Dabei geht es um ein Mädchen namens Lizzy, die zur Hexe ausgebildet werden soll. Benita schreibt zum Inhalt des Buches „Lizzy darf als Junghexe in die Ausbildung zu einer ihrer Tanten gehen. Zu wem sie geht, entscheiden ihre Tanten an ihrem 12. Geburtstag! Ihre Tanten finden, dass sie zu ihrer Großtante Camilla in die Ausbildung sollte. Sie ist nicht gerade begeistert. Aber was soll`s? Doch während ihrer Ausbildung verschwindet Camilla. Wie kann das sein? Lizzy geht dem Geheimnis auf die Spur!“
Die Kinder-Jury fand das Buch „total wunderschön“. Und richtig cool, dass Lizzy eine Wasserhexe und Kräuterhexe ist.

In der Altersgruppe 2. – 3. Klasse gewinnt das 2019 bei Carlsen erschienene Buch „Marvin – Das Buch aus Feuer und Freundschaft“ von Stefan Gemmel.

„Dry“ von Neal und Jarrod Schusterman (Verlag Fischer Sauerländer, 2019, übersetzt von Kristian Lutze) ist Siegerbuch der Altersgruppe 7. – 9. Klasse. Xenia fasst den Inhalt zusammen: „In Kalifornien gibt es plötzlich kein Wasser mehr. Alyssa und ihr Bruder Garrett meinen die Situation unter Kontrolle zu haben, bis ihre Eltern spurlos verschwinden. Mit ihrem Nachbarn Kelton beginnt Alyssa ein Kampf ums Überleben, dem sie vielleicht nicht gewachsen sind.“ Simon meint: „Ich finde das Buch gut, es ist bis zum Ende spannend geschrieben. Es blieb auch immer abwechslungsreich, da oft neue Personen ins Spiel kamen.“

Preisverleihung auf YouTube abrufbar

Da aufgrund der Corona-Pandemie die Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg nicht stattfinden kann, mussten neue Wege gefunden werden, um die Leistung der Jury- Kinder angemessen zu würdigen und die Kalbacher Klapperschlange zu verleihen. So wurde in den letzten Wochen fleißig und heimlich geplant, gefilmt und geschnitten, um die Preisverleihung als Premiere auf YouTube durchzuführen.

Auch die Autorin des Gesamtsiegerbuches, Andrea Russo, und der Autor des Siegerbuchs in der Altersklasse 2. – 3. Klasse schickten ein Video bzw. einen Brief, in denen sie ihre Freude über den Gewinn der Klapperschlange zum Ausdruck brachten.

Die Auszeichnung des Siegertitels erfolgte am Samstag um 15.15 Uhr auf YouTube. Der Film ist für alle, die ihn verpasst haben oder noch einmal sehen möchten, auch weiterhin unter https://www.youtube.com/watch?v=aG9Xbt0UnAU, dem YouTube-Kanal von Kinderbücherei und Klapperschlange abrufbar.

Der Zuspruch zur Kinderjury war in diesem Jahr trotz der schwierigen Umstände groß. So haben 305 Kinder insgesamt 1217 Bewertungen abgegeben. Davon haben 135 Kinder in der Zeit von Mitte März bis Mitte Oktober mindestens 5 Bücher gelesen und bewertet und gehören somit zur Kinderjury. Es gewinnt aber nicht automatisch das Buch mit den meisten abgegebenen Bewertungen. Als Grundlage zur Ermittlung des Siegerbuches dient eine im Jahr 2009 von Schülern entwickelte Formel, die im Mathematik-Unterricht der damaligen Klasse 10F1 des Frankfurter Gymnasiums Wöhlerschule entstanden ist. Bei der Berechnung geht neben den abgegebenen Bewertungen auch die Häufigkeit der Bewertung eines Buchs in die Berechnung ein.

Das vollständige Rezensionsheft mit der gesamten Titelliste sowie einer Auswahl der abgegebenen Bewertungen ist auf der Homepage der Kalbacher Klapperschlange erhältlich.

Foto: Kinderverein Kalbach

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„Raubüberfall“ war Dreh für Rap-Video

Am Samstagnachmittag kam es in der Münchener Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Grund war ein vermeintlicher Raubüberfall auf einen Juwelier.

Passanten meldeten der Polizei um 16:10 Uhr per Notruf, dass zwei Personen mit Langwaffen das Juweliergeschäft überfallen. Dem entsprechend reagierte die Polizei und kam mit einem größeren Aufgebot zum vermeintlichen Tatort. Schließlich brachten die Polizeikräfte die Lage vor Ort schnell unter Kontrolle. Zur Überraschung aller stellte sich in diesem Moment heraus, dass es sich bei dem „Überfall“ um einen Videodreh des bekannten Rappers Kollegah handelte.

Es konnten zehn Personen, darunter auch der Inhaber des Juweliergeschäftes angetroffen werden. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei fünf täuschend echte Waffenattrappen (zwei Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, zwei Faustfeuerwaffen) sicher. Schließlich kam heraus, dass zwar eine Drehgenehmigung der Stadt Frankfurt für die Dreharbeiten vorlag, jedoch hatte der Produzent es versäumt, das örtliche Polizeirevier darüber zu unterrichten. Welche Konsequenzen diese Aktion am Ende haben wird, steht noch nicht abschließend fest. Wegen des Führens von „Anscheinswaffen“ erwartet die Betroffenen jedoch ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Foto: Archiv

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„Nie wieder!“ – Gedenken an die Novemberpogrome von 1938

Es geschah vor 82 Jahren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November brannten die Synagogen, Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen geplündert. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet und deportiert. Oberbürgermeister Peter Feldmann gedachte heute gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und Bürgern den Opfern der Novemberpogrome von 1938.

Frankfurt hatte in den 1930er Jahren die zweitgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands. In der so genannten „Reichspogromnacht“ wurden 1000 Frankfurter Juden in die Messehalle verschleppt, einige starben in dieser Nacht, viele wurden ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

„Es wird oft gesagt, dass in dieser Nacht die Kulturgeschichte ins Mittelalter zurückfiel. Das stimmt. Es war ein Schritt, der in den Vernichtungslagern für Millionen Menschen mit ihrer Ermordung endete“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann während der Gedenkveranstaltung am Montag, 9. November, am Mahnmal vor der Paulskirche. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Gedenkveranstaltung im Freien vor der Paulskirche abgehalten. Gemeinsam mit Leo Latasch vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde, geladenen Gästen und Frankfurtern, gedachte das Stadtoberhaupt der Opfer des Novemberpogroms und des Nazi-Regimes.

Frankfurt wurde durch seine Jüdische Gemeinde wie kaum eine andere Stadt geprägt. „Wir sagen mit Stolz: Wir sind die jüdischste Stadt Deutschlands. Unsere Universität, das reiche Stiftungswesen Frankfurts, unsere Kultur wäre ohne den Beitrag der jüdischen Gemeinschaft undenkbar. Leopold Sonnemann, Charles Hallgarten oder Bertha Pappenheim. Sie stehe dafür. Paul Ehrlich, Ludwig Edinger, Max Horkheimer oder Martin Buber. Sie stehen dafür“, sagte das Stadtoberhaupt.

„Der 9. November ist und bleibt als Gedenktag unentbehrlich. Wir gedenken der Opfer und wir erinnern uns an die Untätigkeit vieler, die schweigend mitansahen, wie ihre jüdischen Nachbarn und Freunde gedemütigt, geschlagen und deportiert wurden, wie Synagogen brannten und die Hemmschwelle der Brutalität immer tiefer sank. Das Gedenken an den 9. November ist nur einmal im Jahr, aber die Lehren müssen wir auch an alle anderen 364 Tagen ziehen. Wenn Rechtspopulisten die Geschichte umdeuten wollen, wenn rechtsextreme Positionen in der Mitte der Gesellschaft sicht- und hörbar werden, dann darf die Mehrheitsgesellschaft nicht mehr schweigen. Dies ist und bleibt Aufgabe von allen“, sagte Latasch.

„Die vier großen Frankfurter Synagogen – errichtet zwischen 1860 und 1911 – waren sichtbarste Zeichen der Größe und des Stolzes der Jüdischen Gemeinde. 1938 wurden sie zu Terrorzielen der Nazis. Die Thorarollen – das Heiligste – wurden geschändet, Rabbiner gedemütigt und misshandelt. Der Weg, der zur Ermordung von Millionen führte, begann im Kleinen: in Schulen, am Arbeitsplatz, am Küchentisch in den Familien. Er begann überall dort, wo Nazis und deutschnationale Rassisten unwidersprochen Hassreden hielten“, sagte Feldmann.

Der Oberbürgermeister betonte, dass auch heute wieder Synagogen Ziel von Terror und Juden- und Völkerhass in Parlamenten seien. Der Weg der Barbarei beginne mit vielen kleinen Schritten, mit Wegschauen und Weghören und mit klammheimlicher Zustimmung: „Stellen wir uns dem in den Weg: Heute, morgen, an jedem Tag! Beherzigen wir das Erbe unseres Landes und unseres Frankfurt in zwei Worten: Nie wieder!“, sagte Feldmann.

Foto: Bernd Kammerer/ Stadt Frankfurt

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Schnitzel und Grie Soß per App und im Drive-in

Burger am Drive-in war gestern – jetzt holen wir uns Handkäs, Schnitzel und Grie Soß! Zumindest beim „Lahmen Esel“ in Niederursel, wo ab sofort außerdem die Bestellung und Bezahlung per App möglich ist. Dank der innovativen Idee eines jungen Riedberger Start-ups.

Wenn einer das vor einem Jahr prophezeit hätte, hätte man ihn wohl für verrückt erklärt. Nicht nur die Sache mit dem weltweit ersten Drive-in bei einer Äppelwoi-Kneipe. Eine verrückt-geniale Idee von Gastronom Thomas Metzmacher , die sich schon während der ersten Corona-Welle mehr als bewährt hat.

Gefragtes Krisenmanagement: Gastronom Thomas Metzmacher wurde vom hr interviewt und sein „Drive-In“ ist heute bei bei den Bildern des Tages auf welt.de

Jetzt setzt der Wirt vom „Lahmen Esel“ noch eine Schippe drauf: Denn ab sofort ist es bei ihm auch möglich, das Essen per App zu bestellen, bargeldlos zu bezahlen und zur gewünschten Zeit einfach abzuholen. Eine „normale“ Bestellung per Telefon geht natürlich auch noch. „Damit bieten wir drei Möglichkeiten, um absolut kontaktlos an leckeres Essen zu kommen“, sagt Metzmacher, der so der Corona-Krise trotzen will.

Die App ist „made in Riedberg“ 

Der Lahme Esel nutzt die neue Bestell-App „piq“, die IT-Unternehmensberater Maxim Beizerov mit seinem Bruder und Co-Founder entwickelt hat. Erst Anfang Oktober haben die beiden Riedberger  die Einführungsphase ihrer App gestartet, zunächst bei uns im Stadtteil mit dem „House of Waffles“, „kebabiss“ sowie „Karrys & Barrys“ als erste Partner. Der Name der App klingt nicht zufällig nach einer trendigen Abkürzung von pick up. Also bestellen, abholen, fertig. 

Per piq-App bestellen, bargeldlos bezahlen und zur gewünschten Uhrzeit kontaktlos abholen – das ist neben drei Lokalen am Riedberg jetzt auch beim „Lahmen Esel“ möglich Foto: piq

Für die Kunden ist das Angebot kostenfrei. Während die Lokale iPads mit der piq-Software bekommen und weder Zeit noch Manpower für den Bestellvorgang benötigen, kann der User per App für eine Wunschzeit bestellen, bargeldlos bezahlen, den Lieferstatus verfolgen und sich ohne Verzögerung das Essen holen. Am besten zu Fuß. Die piq-Macher legen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie wollen auch anders als Lieferdienste, die empfindliche Provisionen verlangen, in der Krise auf Gewinnmargen verzichten. „Viele verstehen scheinbar erst angesichts des Lockdowns unsere Idee so richtig“, sagt Beizerov. Fast täglich kommen Interessenten und vor allem Kunden hinzu. Das soll erst der Anfang sein.

Foto: privat

 

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Jeder zehnte Frankfurter in Kurzarbeit

Was sagt der Blick zurück über die aktuelle zweite Corona-Welle und die Zukunft aus? Eine neue Statistik zeigt, wie im Frühjahr 2020 die Wirtschaft durch die Pandemie eingebrochen. Fast jeder zehnte Frankfurter war während der ersten Pandemie-Welle in Kurzarbeit. Zahlen zur gegenwärtigen Situation gibt es noch nicht.

Die Zahl der Personen in Kurzarbeit ist in Frankfurt von 250 im Februar auf rund 56.000 im März angestiegen. Damit ist nahezu jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der ersten Welle der Coronapandemie in Kurzarbeit gegangen. „Gleich zu Beginn der Coronapandemie waren viele Beschäftigte auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt direkt von den wirtschaftlichen Folgen betroffen“, stellt der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider fest. Je nach Branche traf es Arbeitnehmer allerdings unterschiedlich stark. Der überwiegende Teil der Personen in Kurzarbeit stammte aus den Branchen Handel, Verkehr und Lagerei (53,1 Prozent), Dienstleistungen (20,7 Prozent) und Gastgewerbe (18,4 Prozent). Die Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie der öffentliche Sektor meldete für deren Beschäftigte weitaus seltener Kurzarbeit an.

Im März wurde für den überwiegenden Teil der Kurzarbeitenden (62,7 Prozent) ein Arbeitsausfall zwischen 26 und 50 Prozent gemeldet. Im Vergleich lag während der Wirtschaftskrise 2009 der Arbeitsausfall zum Höchststand (Juni 2009) für 86,7 Prozent der Beschäftigten bei unter 25 Prozent der regulären Arbeitszeit. „Der Arbeitsausfall in Frankfurt zu Beginn der Coronakrise war enorm“, kommentiert Stadtrat Schneider die für März 2020 vorliegenden Zahlen. „Weil die angezeigte Kurzarbeit durchaus als Indikator für die tatsächliche Kurzarbeit interpretiert werden kann, müssen wir, auch wenn uns die tatsächlichen Zahlen noch nicht vorliegen, zumindest für den Monat April von einer Verdoppelung der Beschäftigten, die in Kurzarbeit waren, ausgehen.“ Im April lag die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, bereits bei über 100.000. Im Zeitraum von März bis August wuchs die Arbeitslosenquote in Frankfurt von 5,2 auf 7,7 Prozent.

„frankfurt statistik aktuell“ 15/2020 steht unter https://www.frankfurt.de/statistik_aktuell

Informationen: Stadt Frankfurt

Photo by Igor Flek on Unsplash

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Vorsicht, falsche „Microsoft-Mitarbeiter“!

Die Polizei warnt vor einer miesen Betrugs-Masche: In den letzten Tagen kam es in Frankfurt vermehrt zu Anrufen von Betrügern, die sich als Microsoft Support-Mitarbeiter ausgegeben haben und unter anderem sensible Bankdaten erbeuten wollen.

Die Masche ist unterschiedlich, aber nicht neu: Die Täter rufen entweder ihre Opfer an und geben sich als Mitarbeiter von Microsoft oder als Support-Mitarbeiter von meist frei erfunden Diensten für Computersicherheit aus. In anderen Fällen erscheint ein Popup-Fenster auf dem Rechner mit einer Telefonnummer, die angerufen werden soll.

Hintergrund der Kontaktaufnahme ist meist ein angeblicher Hackerangriff, gepaart mit der Installation einer Schadsoftware, die den Computer manipuliert. Die Opfer werden Schritt für Schritt angewiesen, ihren Rechner freizugeben und per Remote Zugriff erhalten die Täter dann uneingeschränkten Zugang zum Rechner des Opfers. Nun werden empfindliche Bankdaten manipuliert und so Überweisungen veranlasst. In einigen Fällen löschen die Täter auch den gesamten Datenbestand ihrer Opfer. Häufig werden die Opfer angewiesen, iTunes-Karten zu kaufen und die Codes zu übermitteln, um eine Fehlerbehebung durchzuführen.

In einem konkreten Fall konnte der Lebensgefährte des potentiellen Opfers gerade noch rechtzeitig verhindern, dass die Kreditkartendaten der Familie am Telefon an die angeblichen Support-Mitarbeiter preisgegeben wurden. In einem weiteren Fall kam es zu keinem Zugriff, da der Angerufene misstrauisch genug war, um gezielt nachzufragen. Dadurch entlarvte er den Anrufer letztendlich als Betrüger.

Das rät die Polizei

Die Polizei rät: „Gehen Sie keinesfalls auf die Forderungen des Anrufers ein – und legen Sie auf!“ Man sollte niemandem den Remotezugriff auf den Rechner erlauben und am besten auch ein Auge auf die Familie und den Bekanntenkreis haben und diese vor der Betrugs-Masche warnen. Man sollte auch nie Kreditkartendaten oder Onlinebanking-Zugangsdaten preisgeben oder anderen Aufforderungen folgen. 

Auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes gibt es weitere Information unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/falsche-microsoft-mitarbeiter/

Foto: Archiv

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