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Mehr Grün, weniger Verkehr: Studierende geben Impulse für den Riedberg von morgen

Bushaltestelle Paul-Apel-Straße

Der Riedberg gilt als junger, dynamisch wachsender Stadtteil. Obwohl die Bebauung größtenteils erst vor rund zehn Jahren abgeschlossen wurde, zeigen sich bereits heute erste Herausforderungen: zu viele Autos, überlastete Parkplätze und eine stellenweise unzureichende Begrünung mindern langfristig die Lebensqualität. Im Mai 2025 besuchten 22 Studierende der Uni Kassel deshalb den Riedberg. Ihr Ziel: Eine umfassende Analyse, die aufzeigen sollte, welches zukunftsgewandte Entwicklungspotenzial im Stadtteil Riedberg steckt. Am 23. Januar stellte die Forschungsgruppe ihre Ergebnisse nun dem Ortsbeirat vor.

Reduktion des Autoverkehrs

Ein zentrales Problem geht laut der Bachelor- und Masterstudierenden insbesondere vom motorisierten Verkehr aus. Derzeit werden rund ein Drittel aller Wege innerhalb des Stadtteils mit dem Auto zurückgelegt. Um die Mobilität im Stadtteil zukunftstauglicher zu gestalten, schlagen Luca Krull und seine Kommilitonen das Konzept der „10-Minuten-Stadt“ vor: Alle wichtigen Alltagsziele sollten demnach vom Wohnort in etwa zehn Minuten zu erreichen sein- ohne Auto, dafür zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV.

Dazu soll der Riedberg in verschiedene Bereiche – sogenannte Quartiere – gegliedert werden, ohne die bestehende Straßenstruktur grundlegend verändern zu müssen. Der Verkehr wird in diesem Zukunftsszenario gezielt auf die umliegenden Straßen der Quartiere gelenkt, wobei auf dem gesamten Riedberg ein Tempolimit von 30 km/h gelten soll und innerhalb der Quartiere nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Großstädte wie Kopenhagen oder Paris setzten dieses Konzept bereits erfolgreich um.

Die Verlagerung des fließenden Verkehrs würde neue Räume für nachbarschaftliche Begegnungen eröffnen. Gleichzeitig entstünden durchgehende Grünflächen mit Platz für größere, zusammenhängende Lebensräume. Ziel ist es insgesamt also, den Straßenraum zu einem Ort der Begegnung umzugestalten.

Vortragender der Universität Kassel

Mehr Begrünung für den Riedberg

Darüber hinaus bewerteten die Studierenden den öffentlichen Raum insgesamt als stark versiegelt. Etwa bei den zahlreichen Bushaltestellen gebe es Handlungsbedarf, um vor allem bei hohen Außentemperaturen die Wartezeiten angenehmer zu gestalten.

Heiße Metallbänke und fehlende Bäume zwingen die Riedberger schon in den frühen Sommermonaten dazu, im Schatten einige Meter entfernt von der Haltestelle auf den Bus zu warten. Annemarie Tacke stellt anhand der Haltestelle „Paul-Apel-Straße“ deshalb vor, wie es am Riedberg künftig aussehen könnte: Holzbänke, Fassadenbegrünung, Schatten spendende Bäume und Fahrradparkplätze neben dem Wartehäuschen sollen die Nutzung des ÖPNVs ansprechender gestalten.

Als weitere Maßnahme zur Auflockerung der versiegelten Flächen schlagen die Studierenden außerdem bepflanzte Hochbeete vor, etwa auf dem Riedbergplatz. Die Pflege durch private Anwohner oder beispielsweise eine Schulklasse soll eine soziale Interaktion in der Nachbarschaft fördern. Neben dem positiven sozialen Effekt bieten die Beete außerdem gegenüber dicken Betonmauern eine ästhetischere Alternative zur Abtrennung gemeinschaftlicher Orte zum Verkehrsraum.

Am Abend der Beiratssitzung präsentierte die Forschungsgruppe eine Reihe an Gestaltungsideen, um den Riedberg für seine Bewohner lebenswerter zu gestalten. Die Rückmeldung fiel aus allen Fraktionen des Ortsbeirats 12 positiv aus. Ob und in welchem Umfang die Impulse der jungen Forschenden in Zukunft aufgegriffen werden, liegt nun bei den aktuellen und künftigen Mitgliedern des Ortsbeirats.

 

 

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Zwischen Lärmschutz und Begrünung: Bilanz nach fünf Jahren Ortsbeirat

Riedbergplatz

Ergänzungspflanzungen auf dem Nelly-Sachs-Platz, neue Parkmöglichkeiten oder der alte Kampf um die Gestaltung des Riedbergplatzes? Der aktuelle Ortsbeirat 12 (Kalbach-Riedberg) begegnete seit seiner Amtseinführung im März 2021 nicht nur vielen neuen Herausforderungen, sondern auch langjährigen Problemen des Bezirks. Nun neigt sich die aktuelle Legislaturperiode dem Ende zu. Bevor am 15. März neu gewählt wird, lohnt sich ein Rückblick auf die Themen, die den Stadtteil in den vergangenen fünf Jahren besonders prägten.

Tempolimit A5

Die von der A5 ausgehende Lärmbelästigung sorgt bei ansässigen Riedbergern und Kalbachern schon seit Jahren für Ärgernis. Anwohner konnten wegen der stark befahrenen Autobahn im Sommer beispielsweise nicht im Garten sitzen oder nachts das Fenster geöffnet lassen. Bereits 2021 stellte der Ortsbeirat deshalb den Antrag auf ein Tempolimit von 100 km/h- solange es keine adäquaten Lärmschutzwälle gebe.  Auch der Ausbau der existierenden acht Spuren zu einer zehnspurigen Fahrbahn wurde vom Gremium entschieden abgelehnt. Im Oktober 2025 wurde jüngst ein neuer Antrag zum Tempolimit von der SPD eingereicht. Ob dieser Aussicht auf Erfolg haben wird, bleibt jedoch fraglich. Der Ortsbeirat sehe es als selbstverständlich an, die Bürger in ihrem berechtigten Interesse auf Lärmschutz zu unterstützen, so Ortsvorsteherin Ulrike Neißner. Allerdings sind dem Ortsbeirat rechtlich die Hände gebunden. Da es sich lediglich um ein beratendes Gremium handelt, können die Mitglieder zwar anregen und Stellung nehmen, jedoch selbst kein Tempolimit anfordern. Die Anträge gehen demnach zunächst beim Magistrat der Stadt Frankfurt ein, welcher dann mit den eigentlich zuständigen Straßenverkehrs- und Autobahnbehörden verhandeln muss.

Autobahn A5

Fertigstellung der Kleingartenanlagen

Positive Neuigkeiten gab es für die Kleingärtner in Riedberg. Zu Beginn des Jahres 2025 hatte der ansässige Kleingartenverein wiederholt bemängelt, dass die geplante Fertigstellung der Anlagen an der Kreuzerhohl sowie an der Hans-Leistikow-Straße noch nicht erfolgt sei. Obwohl einzelne Restarbeiten wie etwa Netzanschlüsse weiter ausstehen, sind die Bauarbeiten nun größtenteils abgeschlossen. Zäune, Hecken, Wege sowie Wasser- und Stromleitungen konnten im letzten Jahr demnach installiert werden. Die 74 übergebenen Kleingärten werden inzwischen bereits mit entsprechenden Gartenhütten bebaut, sodass die neuen Anlagen im Sommer 2026 ihre volle Funktion aufnehmen können.

Umgestaltung des Riedbergplatzes

Die Umgestaltung des Riedbergplatzes stellte in der vergangenen Legislaturperiode wohl die größte Herausforderung für den Ortsbeirat 12 dar. Vier Jahre nachdem die Pläne vorgestellt wurden, nimmt das Vorhaben nun Gestalt an. Insgesamt werden die Kosten des Umbaus auf rund 3,2 Millionen Euro geschätzt. Zudem sollen die Bauarbeiten frühestens im Herbst 2026, spätestens aber Anfang 2027 beginnen und etwa ein Jahr andauern. Geplant sind gleich eine ganze Reihe an Umgestaltungsmaßnahmen: Die Entsiegelung von rund 20 % der Fläche, deutlich mehr Schatten durch zusätzliche Bäume und Dächer, eine verbesserte Regenwassernutzung mithilfe von Zisternen und ein neuer Trinkbrunnen sollen den zentralen Platz vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer angenehmer gestalten. Für Diskussionen sorgten in diesem Zusammenhang jedoch vor allem die vom Magistrat ursprünglich geplanten Schattendächer aus Beton, welche der Ortsbeirat nicht als geeignete Auflockerung des ohnehin schon versiegelten Riedbergplatzes erachtete. Der fraktionsübergreifende Wunsch nach natürlichen Materialien konnte in den Plänen letztendlich berücksichtigt werden. Da ein reines Holzdach nicht langlebig genug wäre, einigte man sich nun auf eine Stahl-Holz-Konstruktion, die nicht nur eine ästhetisch ansprechende Gestaltung mit sich bringt, sondern auch noch günstiger ist: die Holzvariante spart rund 30 % gegenüber den angedachten Betondächern.

Nelly-Sachs-Platz mit Tischtennisplatte

Tiny Forest auf dem Nelly-Sachs-Platz

Das Projekt um den Nelly-Sachs-Platz stockt in seiner Umsetzung. Ursprünglich war ein sogenannter Tiny Forest auf dem Platz neben der Riedberger U-Bahn-Station angeregt. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei dem Konzept um einen dicht bepflanzten Mini-Wald. Bereits 2023 wurde dieses Vorhaben vom Ortsbeirat beschlossen: Auf zwei konkreten Standorten sollten die Bäume gepflanzt werden. Ulrike Neißner muss nun allerdings berichten, dass es den Wald leider nicht geben werde. Wie bei den Vorhaben um die A5, muss sich der Ortsbeirat auch in diesem Fall an den Magistrat der Stadt Frankfurt wenden. Für diesen sprechen gleich mehrere Umstände gegen das Projekt: Die vielen unterirdischen Leitungstrassen, Feuerwehrzufahrten sowie Wendehammer und die Anleiterstellen der Feuerwehrfahrzeuge stehen dem Tiny Forest entgegen. Auch das vom Ortsbeirat vorgeschlagene Jugendhaus eigne sich laut dem Magistrat nicht als Standort für den kleinen Wald. Als Kompromiss schlug die Stadt Ergänzungspflanzungen von einzelnen Bäumen angrenzend an die Katholische Kirche St. Edith Stein vor. Das wäre besser als nichts, so Neißner.

Kurz und knapp: Unsere Top 3 Good News

1. Nachtbus Knut erweitert bisheriges Angebot

Der On-Demand-Shuttle verkehrt seit Dezember 2025 zusätzlich im gesamten Stadtgebiet von Bad Vilbel.

2. Zusätzlicher Arztsitz in Kalbach-Riedberg

Um dem lokalen Hausärztemangel entgegenzuwirken, steht kassenärztlichen Patienten nun die bestehende Hausarztpraxis Sfendonis mit einer weiteren Ärztin in Kalbach (Talstraße 72A) zur Verfügung.

3. Aus dem Kinderwanderweg wird ein Rundwanderweg

Künftig soll der Wanderweg im Bonifatiuspark auf 17 Stelen erweitert werden, die jeweils ein UN-Nachhaltigkeitsziel repräsentieren. Es wird weiterhin Fragen für Kinder geben, die interaktiv und spielerisch Quizfragen zur nachhaltigen Entwicklung beantworten. Ältere können per QR-Code weitergehende Informationen einholen.

 

Der Rückblick zeigt: Kommunalpolitik beginnt nicht im Rathaus, sondern im direkten Lebensumfeld- vor der eigenen Haustür, auf Plätzen, Straßen und Grünflächen. Die Projekte der vergangenen Legislaturperiode forderten viel Engagement und können nur durch aktive Mitbestimmung auf lokaler Ebene ermöglicht werden. Die Kommunalwahl am 15. März bietet nun wieder die Chance, diese Entscheidungen aktiv mitzutragen und neue Impulse für den Stadtteil zu setzen.

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