Alle Artikel von Melinka Barth

Kommunalwahl 2026: So hat Kalbach-Riedberg gewählt

Symbolbild hessische Kommunalwahl in FFM

Am 15. März war es wieder soweit: Auch die Kalbach-Riedberger waren zur hessischen Kommunalwahl aufgerufen. Inzwischen stehen die offiziellen Ergebnisse fest – ein Anlass, um einen genaueren Blick auf das Wahlergebnis im Stadtteil zu werfen.

Wer seine Stimme am Wahlsonntag nutzte, konnte seine Kreuzchen auf zwei oder drei Wahlzetteln setzen. Neben der Stadtverordnetenversammlung wurde auch die künftige Ausländervertretung gewählt. Für diese dürfen nur diejenigen eine Stimme abgeben, die in Frankfurt gemeldet und volljährig sind, aber keinen deutschen Pass besitzen. Außerdem wurde in allen Frankfurter Stadtteilen ein Wahlzettel für den jeweils zuständigen Ortsbeirat zur Verfügung gestellt.

Was macht der Ortsbeirat?

Der Ortsbeirat ist ein gewähltes kommunalpolitisches Gremium auf der Ebene von Stadt- oder Ortsteilen. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, die Interessen der Bürger eines Ortsbezirks gegenüber der Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu vertreten und als erstes Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der kommunalen Politik zu fungieren. Ortsbeiräte beschäftigen sich deshalb vor allem mit konkreten lokalen Anliegen, die den Alltag der Menschen direkt betreffen. Dazu gehören unter anderem Spielplätze, Probleme mit der Verkehrssicherheit oder Fragen der Ausstattung von Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen.

Die Mitglieder eines Ortsbeirats werden bei den Kommunalwahlen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei die Mitgliederanzahl des Gremiums je nach Größe des Bezirks zwischen drei und 19 Personen variiert. Angesichts der recht hohen Bevölkerungszahl von Kalbach-Riedberg (23.500 Einwohner) setzt sich der zuständige Ortsbeirat 12 aus 19 Mitgliedern zusammen. In der kommunalpolitischen Hierarchie stehen Ortsbeiräte unter der Stadtverordnetenversammlung oder Gemeindevertretung und verfügen meist über begrenzte Entscheidungskompetenzen. Ihre ehrenamtliche Rolle besteht vor allem darin, Anträge einzubringen, Vorschläge zu formulieren und Stellungnahmen zu wichtigen Vorhaben der Stadt abzugeben, die den jeweiligen Stadtteil betreffen. Die endgültigen Entscheidungen trifft jedoch in der Regel das zentrale kommunale Parlament – im Falle Frankfurts ist das die Stadtverordnetenversammlung.

Trotz dieser eingeschränkten formalen Macht können Ortsbeiräte in der Praxis Einfluss ausüben, indem sie Probleme sichtbar machen und politische Initiativen anstoßen. Durch ihren lokalen Bezug agieren sie nah am Interesse der Bürger, nehmen deren Anliegen auf und tragen dazu bei, dass kommunalpolitische Prozesse insgesamt transparenter und partizipativer gestaltet werden.

Wie setzt sich der Ortsbeirat (12) nun zusammen?

Im Ortsbeirat 12 werden insgesamt 19 Sitze vergeben. Wie viele Sitze jede Partei oder Wählergruppe erhält, richtet sich zunächst nach dem Anteil ihrer Stimmen am Gesamtergebnis. Dabei gilt in Hessen das sogenannte Hare-Niemeyer-Verfahren: Die Gesamtzahl der Sitze wird mit der Stimmenzahl einer Parteienliste multipliziert und anschließend durch die Summe aller gültigen Stimmen geteilt. So entsteht vorerst ein rechnerischer Sitzanteil, der häufig keine ganze Zahl ergibt.

Da Sitze natürlich nicht geteilt werden können, erhält jede Liste zunächst so viele Mandate, wie dem ganzzahligen Anteil ihres Ergebnisses entsprechen. Die noch verbleibenden Sitze werden anschließend an die Parteienlisten mit den größten Nachkommastellen vergeben. Auf diese Weise wird das Wahlergebnis möglichst proportional in Sitze übersetzt.

Erst im zweiten Schritt wird entschieden, welche Personen tatsächlich in den Ortsbeirat einziehen. Maßgeblich ist dann nicht primär der Listenplatz, sondern die Zahl der persönlichen Stimmen, die die Kandidaten innerhalb ihrer jeweiligen Liste erhalten haben. Wer innerhalb der eigenen Partei oder Wählergruppe die meisten Stimmen erzielt, bekommt die entsprechenden Sitze. So wird sichergestellt, dass sowohl das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien als auch die individuelle Unterstützung einzelner Kandidaten berücksichtigt wird. Im Ortsbeirat 12 wird sich die Sitzverteilung für die kommende Wahlperiode also wie folgt gestalten:

Darstellung der Sitzverteilung für den künftigen Ortsbeirat 12.

Grafik von M. Barth

Mit der neuen Sitzverteilung beginnt für Kalbach-Riedberg nun eine neue kommunalpolitische Wahlperiode, in der zentrale Zukunftsfragen des Stadtteils verhandelt werden. Ob Verkehrsanbindungen, Schul- und Betreuungsangebote oder die Gestaltung öffentlicher Plätze, wie beispielsweise des Riedbergplatzes: Viele Entscheidungen, die den Alltag der Kalbach-Riedberger unmittelbar betreffen, werden im Ortsbeirat 12 diskutiert und angestoßen. Gerade in einem wachsenden Stadtteil wie Kalbach-Riedberg zeigt sich, wie wichtig Kommunalpolitik für das direkte Lebensumfeld ist. Die Wahlentscheidung vom 15. März ist damit mehr als ein politisches Stimmungsbild- sie legt den Grundstein dafür, wie sich der Stadtteil in den kommenden fünf Jahren weiterentwickeln wird.

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Weniger Müll, mehr Stadt: Frankfurts Weg zur Zero Waste City

Müll rund um den Eimer

Ein schneller Kaffee to-go am Morgen, der Wocheneinkauf samt Obst, Gemüse oder Milchprodukten und eine Online-Bestellung mit neuer Kleidung für den Frühling- und schon ist der Mülleimer wieder voll. Obwohl der Einsatz von Plastik in Bau, Verkehr, Verpackung oder Konsumgütern erst seit dem Zweiten Weltkrieg seinen weltweiten Durchbruch erlebte, ist der Werkstoff nicht einmal 100 Jahre später aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Jährlich werden demnach rund 280.000 Tonnen an Haushaltsabfällen produziert- nicht etwa deutschlandweit, sondern alleine in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit vielen anderen Städten will Frankfurt deshalb zur „Zero Waste City“ werden.

Was ist der Zero Waste Guide?

Entgegen der direkten Übersetzung soll der Müll aber nicht auf Null reduziert werden: Vielmehr bemüht man sich um eine möglichst geringe Ressourcenverschwendung. Bereits 2022 konzipierte die Stadt Frankfurt einen entsprechenden Maßnahmenplan zur Abfallvermeidung, der seitdem Schritt für Schritt umgesetzt wird. Durch Bürgerbeteiligung an Workshops und diversen Projekten soll zusätzlich ein bewussterer Umgang mit Ressourcen im Alltag entstehen. Gemeinsam mit Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und dem oekom Verein hat das Umweltamt der Stadt nun den „Zero Waste Guide“ als alltagstaugliche Hilfestellung entwickelt. Der rund 100-seitige Ratgeber ist seit Februar 2026 für alle Frankfurter Bürger kostenlos zugänglich und sowohl online als auch in gedruckter Form erhältlich. Die Broschüre soll mit praktikablen Tipps unter anderem zeigen, wie man an verschieden Stellen im Alltag einen Teil des eigenen Abfalls vermeiden kann. Dabei stößt man zunächst unweigerlich auf das Herzstück des Ratgebers: die 5 großen »R«.

Refuse: Ablehnen, was wir nicht brauchen

Der erste Schritt klingt simpel, ist aber überraschend wirkungsvoll: freundlich „Nein“ sagen. Gratisproben, Werbeflyer oder das fünfte Stoffbeutel-Give-away landen oft ungenutzt in der Schublade. Wer bewusst ablehnt, verhindert also Müll, bevor er entstehen kann. Ein „Bitte keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten oder das Mitbringen eines eigenen Kaffeebechers sind ebenso kleine Gesten mit großer Wirkung. Refuse bedeutet in dem Sinne nicht unhöflich zu sein, sondern sich klarzumachen, dass man nicht alles, was kostenlos ist, auch wirklich benötigt.

Reduce: Weniger besitzen und bewusster konsumieren

„Weniger ist mehr“- auch dieser Gedanke zieht sich durch den Guide. In vielen Haushalten sammeln sich unbenutzte Küchengeräte, doppelte Pflegeprodukte oder Kleidung, die nicht richtig passt. Reduce heißt, vor dem Kauf kurz innezuhalten und sich selber zu fragen: Brauche ich das wirklich? Kann ich es alternativ leihen oder gebraucht kaufen? Gerade bei Kleidung oder Elektronik spart bewusster Konsum eine Menge Ressourcen und CO₂. Wer zwei passende Kleidungsstücke vor Ort kauft, statt mehrere online zu bestellen und zurückzuschicken, spart ein Kilogramm CO₂ ein. Weniger Besitz schafft zudem Übersicht und oft auch ein Gefühl der Leichtigkeit.

Reuse: Wiederverwenden statt wegwerfen

Alte Dinge wiederzuverwenden, ist kreativ und gemeinschaftlich zugleich. Mehrwegflaschen, Brotdosen und Stofftaschen sind im Alltag schnell integriert. Auch Glasbehälter für Vorräte oder Essensreste ersetzen Plastikverpackungen dauerhaft. Besonders spannend wird Reuse, wenn Dinge repariert oder weitergegeben werden. Im Repaircafé Riedberg im Billabong Familienzentrum zeigen Ehrenamtliche immer am letzten Mittwoch des Monats, wie Toaster, Lampen oder Fahrräder wieder fit gemacht werden können. Hier wird nicht nur geschraubt, sondern Wissen geteilt. Reuse bedeutet also, zu nutzen, statt wegzuwerfen und dabei vielleicht sogar neue Fähigkeiten zu entdecken.

Recycle: Wertstoffe im Kreislauf halten

Auch wenn Vermeiden und Wiederverwenden Vorrang haben, bleibt Recycling ein wichtiger Baustein. Papier, Glas, Bioabfall oder Verpackungen gehören getrennt entsorgt, damit sie verwertet werden können. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden in der Gesamtbilanz besser ab als Einwegverpackungen, da sie mehrfach genutzt werden. Wer beim Einkauf auf Pfandsysteme achtet und Müll korrekt trennt, unterstützt funktionierende Kreisläufe. Recycling allein löst das Problem freilich nicht, aber es ist unumstritten ein unverzichtbarer Teil der Lösung.

Rot: Zurück zur Erde

„Rot“ steht für Kompostieren. Organische Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen sind kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff. In der Biotonne oder im eigenen Kompost verwandeln sie sich in nährstoffreiche Erde. Gerade in einem Stadtteil mit einigen Grünflächen und Gärten kann Kompost einen sichtbaren Beitrag leisten- egal, ob im Balkonkasten oder dem Gemeinschaftsgarten. Wer Bioabfälle richtig trennt, schließt den natürlichen Kreislauf und reduziert gleichzeitig Restmüll.

Der Zero Waste Guide zeigt: Nachhaltigkeit beginnt nicht mit radikalen Umbrüchen, sondern mit bewussten Entscheidungen im Alltag. Niemand muss von heute auf morgen plastikfrei leben, denn schon kleine Schritte summieren sich. Neben dem bewussten privaten Konsum sind allerdings gute Rahmenbedingungen, zugängliche Angebote und Orte der Begegnung genauso wichtig. Wenn Stadtverwaltung, lokale Initiativen, Bildungseinrichtungen und engagierte Bürger zusammenwirken, entsteht eine Kultur, in der Ressourcenschonung zu einem präsenteren Thema wird. Der Riedberg bietet mit Initiativen wie dem Repaircafé gute Voraussetzungen dafür. Zero Waste soll dabei kein perfektes Endziel, sondern vielmehr ein Prozess sein, der gemeinsam gestaltet wird. Je sichtbarer nachhaltige Alternativen im Stadtteil werden, desto leichter fällt es den Konsumenten, Teil dieser Entwicklung zu sein und Schritt für Schritt auf ein Frankfurt hinzuarbeiten, das Ressourcen klug nutzt und Verantwortung teilt.

Download Link Zero Waste Guide

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Wenn die Heizung kalt bleibt und Informationen fehlen

Martin Giehl, Vorstand Mainova AG (links) und Dirk Remmert, Geschäftsführer FES (rechts)

Am 23. Oktober 2025 blieb es am Riedberg sowie in Teilen der Nordweststadt und des Mertonviertels plötzlich kalt. Für viele begann der Herbstmorgen ungewohnt unerquicklich: Die Dusche war höchstens lauwarm und die Wohnung wollte einfach nicht richtig warm werden. Ursache war ein Ausfall der Fernwärmeversorgung.

Wer in dieser Situation zum Smartphone griff und online nach einer schnellen Erklärung suchte, wurde zunächst jedoch nicht fündig. Auf der Website der Mainova AG war keine aktuelle Störungsmeldung veröffentlicht. So blieben viele Betroffene erst einmal ratlos und suchten die Ursache in den eigenen vier Wänden. Nicht wenige vermuteten einen Defekt an der eigenen Heizungsanlage. Manche Anwohner reagierten deshalb umgehend und beauftragten vorsorglich einen Fachbetrieb – nur um später zu erfahren, dass die Störung gar nicht im eigenen Haus lag. Zu den kalten Räumen und dem ausgefallenen Warmwasser kam bei einigen somit auch noch der Ärger über vermeidbare Kosten hinzu.

Der Ortsbeirat 12 forderte daraufhin in einem Antrag vom 31. Oktober 2025, die Störungskommunikation der Mainova deutlich spürbar zu verbessern. Eine gut sichtbare Rubrik „Aktuelle Störung: Status und Ausblick“ auf der Startseite der Website sei aus Sicht des Gremiums diesbezüglich ein wichtiger Fortschritt. Zudem solle geprüft werden, ob betroffene Kunden aktiv per E-Mail oder SMS informiert werden können- dem Energieversorger liegen viele dieser Kontaktdaten ohnehin schon vor.

Als positives Beispiel nannte der Ortsbeirat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), die bei Störungen im Nahverkehr schnell und zuverlässig auf ihrer Website informiert. Bei der Fernwärmeversorgung käme es glücklicherweise seltener zu Ausfällen. Gerade dann sei aber eine klare Kommunikationsstrategie für den Ernstfall von großer Bedeutung.

Stellungnahme der Mainova AG

In der Folge des Antrags hat der Magistrat der Stadt Frankfurt die Mainova um Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen verweist nun in einer aktuellen Äußerung vom 09. Februar 2026 auf einen standardisierten Ablauf für öffentlichkeitswirksame Störungen. Im konkreten Fall vom Oktober war das Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH betroffen, an dem neben Mainova auch die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) beteiligt ist. Die FES übernahm die Kommunikation im konkreten Fall federführend und informierte nach eigenen Angaben am Morgen des 23. Oktobers per E-Mail-Verteiler. Darüber hinaus beantwortete die FES Presseanfragen und veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien. Auch Mainova meldete sich über ihren Service-Account auf der Plattform X.

Die Wärmeversorgung konnte noch am selben Vormittag wieder aufgenommen werden. Andere Kraftwerke im Verbund erhöhten ihre Leistung zwischenzeitlich, um den Ausfall auszugleichen. Allerdings braucht ein Fernwärmesystem Zeit: Bis die Wärme wieder alle Wohnungen erreichen konnte, vergingen mehrere Stunden- teils hielt die Störung sogar bis zum nächsten Tag an.

Der Vorfall vom 23. Oktober zeigt, wie eng technische Versorgung und eine transparente Kommunikation zusammenhängen. Wenn die Heizung und die Warmwasserversorgung im Stadtteil ausfallen, geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern konkret um den Alltag der Riedberger. Eine schnelle, zugängliche Meldung kann Unsicherheiten vermeiden und unnötigen Ärger leicht umgehen. Ob die bestehenden Informationswege im Ernstfall nun ausreichen oder gegebenenfalls optimiert werden müssen, wird nun weiter zu diskutieren sein.

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SPD fordert Überdachung der Bushaltestelle Campus Riedberg

Bushaltestelle Uni Campus Riedberg

Wer derzeit am Uni Campus Riedberg auf den Bus wartet, braucht vor allem zwei Dinge: eine wetterfeste Jacke und Geduld. An der zugehörigen Haltestelle fehlt es bislang an überdachten Wartebereichen und Sitzmöglichkeiten. Gerade bei Regen, Wind oder winterlichen Temperaturen stehen Fahrgäste oft ungeschützt am Straßenrand. Um die Situation langfristig zu verbessern, fordert die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 entsprechende Maßnahmen.

Im Rahmen des Antrags vom 09. Januar plädierte Susanne Kassold dafür, in beide Richtungen Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu errichten. Die Forderung knüpft unmittelbar an die Alltagserfahrung vieler Menschen vor Ort an. Neben Studierenden und Mitarbeitern der Universität nutzen auch zahlreiche Schulkinder sowie einkaufende Anwohner die Busverbindung regelmäßig. Besonders ältere Menschen sind auf ausreichende Sitzgelegenheiten angewiesen.

Dabei zählt der Campus Riedberg zu den dynamischsten Standorten in Frankfurt am Main. Als naturwissenschaftlicher Schwerpunkt der Goethe-Universität Frankfurt zieht er täglich tausende Studierende, Forschende und Beschäftigte an. Mit weiteren geplanten Gebäuden und wachsender Infrastruktur dürfte die Bedeutung des Standorts in den kommenden Jahren noch zunehmen – und damit auch die Zahl der Fahrgäste, die auf eine funktionierende und komfortable Busanbindung angewiesen sind.

Ursprünglich stand eine Verlegung der Haltestelle in Richtung Riedbergplatz im Raum. Angesichts seines geplanten Umbaus ab Herbst 2026 wurde dieses Vorhaben jedoch verworfen. Stattdessen soll der Fokus nun darauf liegen, die bestehenden Haltepunkte aufzuwerten und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Formell kann der Ortsbeirat lediglich eine Anregung gegenüber der Stadt Frankfurt aussprechen. Es liegt nun also erst einmal am Magistrat, die zuständige Nahverkehrsgesellschaft traffiQ um Prüfung und Umsetzung der Ideen zu bitten. Dabei müssen Fragen der baulichen Voraussetzungen ebenso wie die Finanzierung und die zeitliche Planung geklärt werden.

Ab wann tatsächlich neue Wartehäuschen entstehen könnten, bleibt noch offen. Erfahrungsgemäß vergehen zwischen einem solchen Antrag und dessen Umsetzung oft mehrere Monate oder sogar Jahre. Für die Fahrgäste am Campus Riedberg wäre ein überdachter Unterstand jedoch eine einfache, aber bedeutsame Erleichterung im Alltag. Gerade bei schlechtem Wetter würde er das Warten angenehmer machen und den öffentlichen Nahverkehr zukunftstauglicher gestalten. Nun bleibt abzuwarten, wie der Magistrat und traffiQ auf die Anregung reagieren und ob die Haltestelle künftig besser auf die Bedürfnisse seiner vielen Nutzer vorbereitet wird.

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Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel unterstützt erneut »KinderEngel RheinMain«

Scheckübergabe an Verein KinderEngel

Im vergangenen Dezember bewies der Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel e. V. erneut, wie viel sich mit Engagement und Gemeinschaftssinn bewegen lässt. Die Tombola, die traditionell zu den festen Programmpunkten des vom Verein organisierten Weihnachtsmarkts gehört, erzielte eine erfreuliche Summe von 810 Euro. Wie schon in den Jahren zuvor kommt die Spende auch diesmal dem gemeinnützigen Verein KinderEngel RheinMain e. V. zugute.

Im Rahmen einer kleinen Übergabezeremonie überreichte die Vorsitzende des Bürgervereins, Karin Kuhn, gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Harald und Thomas Helfrich den symbolischen Scheck an Astrid Pflug und Petra Bickermann von KinderEngel RheinMain. Die Freude über die erneute Unterstützung war den beiden Vertreterinnen deutlich anzusehen. Sie betonten, wie wertvoll solche verlässlichen Partnerschaften für die Arbeit des Vereins sind.

Der Verein KinderEngel RheinMain wurde im April 2020 in Frankfurt gegründet. Er unterstützt seitdem schwer oder lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Ziel ist es, den betroffenen Familien dort zu helfen, wo notwendige Maßnahmen von Krankenkassen oder anderen Kostenträgern nicht oder nicht vollständig übernommen werden.

Die Liste ist entsprechend lang: Gefördert werden unter anderem Behandlungsformen wie Reit- oder Musiktherapie, notwendige Hilfsmittel wie Rollstühle oder Pflegebetten sowie Familien in besonders schwierigen Lebenssituationen. Der Verein arbeitet eng mit ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten sowie weiteren Einrichtungen der Kinderhospiz- und Palliativarbeit in der Region zusammen.

Für einen gemeinnützigen Verein wie KinderEngel RheinMain bedeutet eine Spende von 810 Euro eine wertvolle Unterstützung. Mit Beiträgen wie diesen können beispielsweise Therapieeinheiten ermöglicht oder wichtige Hilfsmittel mitfinanziert werden. Das lokale Engagement des Bürgervereins Nordweststadt-Niederursel trägt so dazu bei, schwer erkrankten Kindern und ihren Familien konkrete Hilfe und neue Zuversicht im Alltag zu geben.

Auch Petra Bickermann von KinderEngel RheinMain unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen und verweist auf die vielen gemeinsamen Erfolge der Vergangenheit: „Haben wir nicht immer fast alles irgendwie zusammen geschafft, was wir uns vorgenommen haben?“ Ehrenamt und Unterstützung gehen Hand in Hand – und zeigen, wie viel ein soziales Engagement ermöglicht.

Der Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel und die Freiwillige Feuerwehr Niederursel sind seit vielen Jahren wichtige soziale Anker im Stadtteil. Mit Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt schaffen sie nicht nur Begegnungsmöglichkeiten für die Nachbarschaft, sondern engagieren sich zugleich für soziale Projekte in der Region. Auch künftig ist geplant, die Tombola fortzuführen und mit den Erlösen erneut gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Damit zeigt sich einmal mehr, welche Außenwirkung starkes und lokales Engagement entfalten kann – weit über die Grenzen des eigenen Stadtteils hinaus.

Wer die Arbeit von KinderEngel RheinMain selbst unterstützen möchte, findet unter Unterstützen – KinderEngel RheinMain e.V. Informationen zur Mitgliedschaft sowie Möglichkeiten für einmalige oder regelmäßige Spenden.

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Mehr Grün, weniger Verkehr: Studierende geben Impulse für den Riedberg von morgen

Bushaltestelle Paul-Apel-Straße

Der Riedberg gilt als junger, dynamisch wachsender Stadtteil. Obwohl die Bebauung größtenteils erst vor rund zehn Jahren abgeschlossen wurde, zeigen sich bereits heute erste Herausforderungen: zu viele Autos, überlastete Parkplätze und eine stellenweise unzureichende Begrünung mindern langfristig die Lebensqualität. Im Mai 2025 besuchten 22 Studierende der Uni Kassel deshalb den Riedberg. Ihr Ziel: Eine umfassende Analyse, die aufzeigen sollte, welches zukunftsgewandte Entwicklungspotenzial im Stadtteil Riedberg steckt. Am 23. Januar stellte die Forschungsgruppe ihre Ergebnisse nun dem Ortsbeirat vor.

Reduktion des Autoverkehrs

Ein zentrales Problem geht laut der Bachelor- und Masterstudierenden insbesondere vom motorisierten Verkehr aus. Derzeit werden rund ein Drittel aller Wege innerhalb des Stadtteils mit dem Auto zurückgelegt. Um die Mobilität im Stadtteil zukunftstauglicher zu gestalten, schlagen Luca Krull und seine Kommilitonen das Konzept der „10-Minuten-Stadt“ vor: Alle wichtigen Alltagsziele sollten demnach vom Wohnort in etwa zehn Minuten zu erreichen sein- ohne Auto, dafür zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV.

Dazu soll der Riedberg in verschiedene Bereiche – sogenannte Quartiere – gegliedert werden, ohne die bestehende Straßenstruktur grundlegend verändern zu müssen. Der Verkehr wird in diesem Zukunftsszenario gezielt auf die umliegenden Straßen der Quartiere gelenkt, wobei auf dem gesamten Riedberg ein Tempolimit von 30 km/h gelten soll und innerhalb der Quartiere nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Großstädte wie Kopenhagen oder Paris setzten dieses Konzept bereits erfolgreich um.

Die Verlagerung des fließenden Verkehrs würde neue Räume für nachbarschaftliche Begegnungen eröffnen. Gleichzeitig entstünden durchgehende Grünflächen mit Platz für größere, zusammenhängende Lebensräume. Ziel ist es insgesamt also, den Straßenraum zu einem Ort der Begegnung umzugestalten.

Vortragender der Universität Kassel

Mehr Begrünung für den Riedberg

Darüber hinaus bewerteten die Studierenden den öffentlichen Raum insgesamt als stark versiegelt. Etwa bei den zahlreichen Bushaltestellen gebe es Handlungsbedarf, um vor allem bei hohen Außentemperaturen die Wartezeiten angenehmer zu gestalten.

Heiße Metallbänke und fehlende Bäume zwingen die Riedberger schon in den frühen Sommermonaten dazu, im Schatten einige Meter entfernt von der Haltestelle auf den Bus zu warten. Annemarie Tacke stellt anhand der Haltestelle „Paul-Apel-Straße“ deshalb vor, wie es am Riedberg künftig aussehen könnte: Holzbänke, Fassadenbegrünung, Schatten spendende Bäume und Fahrradparkplätze neben dem Wartehäuschen sollen die Nutzung des ÖPNVs ansprechender gestalten.

Als weitere Maßnahme zur Auflockerung der versiegelten Flächen schlagen die Studierenden außerdem bepflanzte Hochbeete vor, etwa auf dem Riedbergplatz. Die Pflege durch private Anwohner oder beispielsweise eine Schulklasse soll eine soziale Interaktion in der Nachbarschaft fördern. Neben dem positiven sozialen Effekt bieten die Beete außerdem gegenüber dicken Betonmauern eine ästhetischere Alternative zur Abtrennung gemeinschaftlicher Orte zum Verkehrsraum.

Am Abend der Beiratssitzung präsentierte die Forschungsgruppe eine Reihe an Gestaltungsideen, um den Riedberg für seine Bewohner lebenswerter zu gestalten. Die Rückmeldung fiel aus allen Fraktionen des Ortsbeirats 12 positiv aus. Ob und in welchem Umfang die Impulse der jungen Forschenden in Zukunft aufgegriffen werden, liegt nun bei den aktuellen und künftigen Mitgliedern des Ortsbeirats.

 

 

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Zwischen Lärmschutz und Begrünung: Bilanz nach fünf Jahren Ortsbeirat

Riedbergplatz

Ergänzungspflanzungen auf dem Nelly-Sachs-Platz, neue Parkmöglichkeiten oder der alte Kampf um die Gestaltung des Riedbergplatzes? Der aktuelle Ortsbeirat 12 (Kalbach-Riedberg) begegnete seit seiner Amtseinführung im März 2021 nicht nur vielen neuen Herausforderungen, sondern auch langjährigen Problemen des Bezirks. Nun neigt sich die aktuelle Legislaturperiode dem Ende zu. Bevor am 15. März neu gewählt wird, lohnt sich ein Rückblick auf die Themen, die den Stadtteil in den vergangenen fünf Jahren besonders prägten.

Tempolimit A5

Die von der A5 ausgehende Lärmbelästigung sorgt bei ansässigen Riedbergern und Kalbachern schon seit Jahren für Ärgernis. Anwohner konnten wegen der stark befahrenen Autobahn im Sommer beispielsweise nicht im Garten sitzen oder nachts das Fenster geöffnet lassen. Bereits 2021 stellte der Ortsbeirat deshalb den Antrag auf ein Tempolimit von 100 km/h- solange es keine adäquaten Lärmschutzwälle gebe.  Auch der Ausbau der existierenden acht Spuren zu einer zehnspurigen Fahrbahn wurde vom Gremium entschieden abgelehnt. Im Oktober 2025 wurde jüngst ein neuer Antrag zum Tempolimit von der SPD eingereicht. Ob dieser Aussicht auf Erfolg haben wird, bleibt jedoch fraglich. Der Ortsbeirat sehe es als selbstverständlich an, die Bürger in ihrem berechtigten Interesse auf Lärmschutz zu unterstützen, so Ortsvorsteherin Ulrike Neißner. Allerdings sind dem Ortsbeirat rechtlich die Hände gebunden. Da es sich lediglich um ein beratendes Gremium handelt, können die Mitglieder zwar anregen und Stellung nehmen, jedoch selbst kein Tempolimit anfordern. Die Anträge gehen demnach zunächst beim Magistrat der Stadt Frankfurt ein, welcher dann mit den eigentlich zuständigen Straßenverkehrs- und Autobahnbehörden verhandeln muss.

Autobahn A5

Fertigstellung der Kleingartenanlagen

Positive Neuigkeiten gab es für die Kleingärtner in Riedberg. Zu Beginn des Jahres 2025 hatte der ansässige Kleingartenverein wiederholt bemängelt, dass die geplante Fertigstellung der Anlagen an der Kreuzerhohl sowie an der Hans-Leistikow-Straße noch nicht erfolgt sei. Obwohl einzelne Restarbeiten wie etwa Netzanschlüsse weiter ausstehen, sind die Bauarbeiten nun größtenteils abgeschlossen. Zäune, Hecken, Wege sowie Wasser- und Stromleitungen konnten im letzten Jahr demnach installiert werden. Die 74 übergebenen Kleingärten werden inzwischen bereits mit entsprechenden Gartenhütten bebaut, sodass die neuen Anlagen im Sommer 2026 ihre volle Funktion aufnehmen können.

Umgestaltung des Riedbergplatzes

Die Umgestaltung des Riedbergplatzes stellte in der vergangenen Legislaturperiode wohl die größte Herausforderung für den Ortsbeirat 12 dar. Vier Jahre nachdem die Pläne vorgestellt wurden, nimmt das Vorhaben nun Gestalt an. Insgesamt werden die Kosten des Umbaus auf rund 3,2 Millionen Euro geschätzt. Zudem sollen die Bauarbeiten frühestens im Herbst 2026, spätestens aber Anfang 2027 beginnen und etwa ein Jahr andauern. Geplant sind gleich eine ganze Reihe an Umgestaltungsmaßnahmen: Die Entsiegelung von rund 20 % der Fläche, deutlich mehr Schatten durch zusätzliche Bäume und Dächer, eine verbesserte Regenwassernutzung mithilfe von Zisternen und ein neuer Trinkbrunnen sollen den zentralen Platz vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer angenehmer gestalten. Für Diskussionen sorgten in diesem Zusammenhang jedoch vor allem die vom Magistrat ursprünglich geplanten Schattendächer aus Beton, welche der Ortsbeirat nicht als geeignete Auflockerung des ohnehin schon versiegelten Riedbergplatzes erachtete. Der fraktionsübergreifende Wunsch nach natürlichen Materialien konnte in den Plänen letztendlich berücksichtigt werden. Da ein reines Holzdach nicht langlebig genug wäre, einigte man sich nun auf eine Stahl-Holz-Konstruktion, die nicht nur eine ästhetisch ansprechende Gestaltung mit sich bringt, sondern auch noch günstiger ist: die Holzvariante spart rund 30 % gegenüber den angedachten Betondächern.

Nelly-Sachs-Platz mit Tischtennisplatte

Tiny Forest auf dem Nelly-Sachs-Platz

Das Projekt um den Nelly-Sachs-Platz stockt in seiner Umsetzung. Ursprünglich war ein sogenannter Tiny Forest auf dem Platz neben der Riedberger U-Bahn-Station angeregt. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei dem Konzept um einen dicht bepflanzten Mini-Wald. Bereits 2023 wurde dieses Vorhaben vom Ortsbeirat beschlossen: Auf zwei konkreten Standorten sollten die Bäume gepflanzt werden. Ulrike Neißner muss nun allerdings berichten, dass es den Wald leider nicht geben werde. Wie bei den Vorhaben um die A5, muss sich der Ortsbeirat auch in diesem Fall an den Magistrat der Stadt Frankfurt wenden. Für diesen sprechen gleich mehrere Umstände gegen das Projekt: Die vielen unterirdischen Leitungstrassen, Feuerwehrzufahrten sowie Wendehammer und die Anleiterstellen der Feuerwehrfahrzeuge stehen dem Tiny Forest entgegen. Auch das vom Ortsbeirat vorgeschlagene Jugendhaus eigne sich laut dem Magistrat nicht als Standort für den kleinen Wald. Als Kompromiss schlug die Stadt Ergänzungspflanzungen von einzelnen Bäumen angrenzend an die Katholische Kirche St. Edith Stein vor. Das wäre besser als nichts, so Neißner.

Kurz und knapp: Unsere Top 3 Good News

1. Nachtbus Knut erweitert bisheriges Angebot

Der On-Demand-Shuttle verkehrt seit Dezember 2025 zusätzlich im gesamten Stadtgebiet von Bad Vilbel.

2. Zusätzlicher Arztsitz in Kalbach-Riedberg

Um dem lokalen Hausärztemangel entgegenzuwirken, steht kassenärztlichen Patienten nun die bestehende Hausarztpraxis Sfendonis mit einer weiteren Ärztin in Kalbach (Talstraße 72A) zur Verfügung.

3. Aus dem Kinderwanderweg wird ein Rundwanderweg

Künftig soll der Wanderweg im Bonifatiuspark auf 17 Stelen erweitert werden, die jeweils ein UN-Nachhaltigkeitsziel repräsentieren. Es wird weiterhin Fragen für Kinder geben, die interaktiv und spielerisch Quizfragen zur nachhaltigen Entwicklung beantworten. Ältere können per QR-Code weitergehende Informationen einholen.

 

Der Rückblick zeigt: Kommunalpolitik beginnt nicht im Rathaus, sondern im direkten Lebensumfeld- vor der eigenen Haustür, auf Plätzen, Straßen und Grünflächen. Die Projekte der vergangenen Legislaturperiode forderten viel Engagement und können nur durch aktive Mitbestimmung auf lokaler Ebene ermöglicht werden. Die Kommunalwahl am 15. März bietet nun wieder die Chance, diese Entscheidungen aktiv mitzutragen und neue Impulse für den Stadtteil zu setzen.

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