Schlagwort: Niederursel

Ein Neubauprojekt gerät ins Straucheln

Blick über Felder auf FFM

Vor fünf Jahren entstand die Idee im Norden von Niederursel und Praunheim eine Neubausiedlung noch größer, als der Riedberg entstehen zu lassen. Man dachte an 8.000 bis 11.000 neue Wohnungen auf einem 550 Hektar großen Gelände (doppelt so groß wie der Riedberg) für etwa 30.000 Menschen. Damals fehlten in Frankfurt etwa 40.000 Wohnungen.

Wie in Frankfurt üblich, erfuhren die Ortsbeiräte 7+8 diese Nachricht aus den Medien. Bei den Bewohnern regte sich nach der ersten Überraschung schnell der Unmut. Die betroffenen Bauern wiesen zu Recht darauf hin, dass hier wieder erstklassige landwirtschaftliche Nutzfläche versiegelt würde. Die angrenzenden Nachbargemeinden Oberursel Steinbach/Weißkirchen und Eschborn waren auch nicht begeistert. Auch drei landwirtschaftliche Betriebe würden existenziell betroffen.

Alle drei Koalitionspartner (CDU, SPD und Grüne) hatten sich auf dieses Projekt verständigt und es im Geheimen auf den Weg gebracht. Wie bei solchen Riesenprojekten üblich, rechnete man mit 15 Jahren Vorlaufzeit, bis das erste Bauobjekt steht. Da Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dem Wohnungsbau oberste Priorität eingeräumt hatte, musste er auch liefern.

Nachdem mit viel persönlichem Einsatz des Dezernenten Mike Josef die Pläne den Bürgern vorgestellt worden waren, zeigten sich folgende Kernproblembereiche ab, die es zu untersuchen und zu entschärfen galt:

  • Teile des neuen Baugebietes liegen in den Landschaftsschutzzonen I und II. Es umfasst ökologische Ausgleichsflächen für den Riedberg, Trinkwassertransportleitungen, Gasleitungen, die Trasse einer Höchstspannungsleitung und Bodendenkmäler aus der Römerzeit.
  • Ein Konzept für die Wasserversorgung und die Wasserentsorgung
  • Ein Infrastrukturkonzept (Straßenanbindungen, Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr inklusive Regionaltangente West) unter Berücksichtigung des Ausbaus der Bundesautobahn 5
  • Ein Frischluftkonzept, damit kühlere Luft aus dem Taunus nach Frankfurt ziehen kann.

2018 kaufte die Stadt Frankfurt über die ABG Holding 1,75 Hektar des Geländes, auf dem gebaut werden soll und eine Option auf weitere 5,55 Hektar Grund, der für die Bebauung infrage kommt. Von den 201 Hektar zwischen A5 und Steinbach gehören 34 Hektar der Stadt, sowie 30 Hektar stadtnahen Stiftungen und Gesellschaften. Zusammen sind das 32 % der westlichen Josefstadt. 124 Hektar (62 % des Gebiets) gehören Privatleuten, Kirchen und Unternehmen. In Summe sind es 150 Eigentümer.

Das Bauprojekt wurde im Volksmund unter dem Namen „Josefstadt“ nach dem Baudezernenten Mike Josef bekannt. Im November 2019 kürt eine Jury den Siegerentwurf, der vier Quartiere – drei östlich und eines westlich der Autobahn – vorsieht, die Platz für 8.800 Menschen bieten könnten.

Der Widerstand wächst

  • Im Kreistag formierte sich in der Folge eine breite Allianz gegen den Bau des neuen Frankfurter Stadtteils. Auch der Hessische Bauernverband und die Umweltschützer des BUND sprachen sich gegen das geplante Bauvorhaben aus.
  • Veljko Vuksanovic, ein entschiedener Gegner des neuen Stadtteils und Ortsvorsteher von Praunheim engagierte sich in einem eigens dazu eingerichteten CDU-Arbeitskreis.
  • Der Landtagsabgeordnete Jürgen Banzer (CDU), half bei der Organisation eines Stern-Marsches gegen den geplanten Stadtteil.
  • 2019 wurde das Consilium „Frankfurt Nord-West“ gegründet. Es sollte die vorbereitenden Untersuchungen zum neuen Stadtteil fachlich begleiten.
  • Im Mai 2019 berichtete die Presse, dass das Projekt „Josefstadt“ zu scheitern droht. Die Regionalversammlung Südhessen mit Vertretern aus Städten und Landkreisen des Rhein-Main-Gebietes entschied über den Regionalplan, der die Entwicklung der Region festlegt. Hier wurde signalisiert, dass es für das Neubauprojekt keine Mehrheit gibt.
  • Im Dezember 2019 war die Regionalversammlung Südhessen mit der geplanten Josefstadt im Frankfurter Nordwesten einverstanden – allerdings nur bis zur Autobahn. Westlich der Autobahn in Richtung Steinbach, Oberursel und Eschborn blieb der Acker tabu. Das hatte die Regionalversammlung einstimmig beschlossen. Die bebaubare Fläche sank auf 100 Hektar.
  • Im Juli 2020 plädierte eine Arbeitsgruppe in Praunheim für eine lockere Randbebauung eine Mischung aus Geschossbau und Eigenheimen aus. Sie schätzten, dass so 2.000 bis 3.000 Wohneinheiten in Mehrfamilien- und 1.000 durch Reihen- oder Doppelhäuser entstehen könnten. Das Wasserwerk Praunheim II, dessen Erhalt als „unverzichtbar“ eingeschätzt wurde, sollte erhalten bleiben.
  • Im Juli 2022 entzieht die CDU dem neuen Stadtteil die Unterstützung. Die Stadt solle die Planungen stoppen, da ein regionalpolitischer Konsens fehle, erklärte Fraktionschef Nils Kößler. Die CDU-Fraktion macht Vorschläge für kleine Baugebiete mit bis zu 3.500 Wohnungen, angrenzend an Praunheim und Niederursel.

Es wird sicherlich noch ein paar Rückzugsgefechte geben, aber der große Wurf ist abgeblockt…


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Ein Pferdesprung ging daneben – Feuerwehr befreit Pferd aus misslicher Lage

Feuerwehr befreit Pferd

Gestern konnten die Einsatzkräfte der Frankfurter Feuerwehr in Niederursel ein Pferd aus einer misslichen Lage befreien.

Augenscheinlich hatte das Pferd namens Nova versucht ein Gatter auf einer Koppel zu überspringen. Dabei schaffte es den kompletten Sprung nicht und blieb zwischen den Vorder- und Hinterbeinen mit dem Bauch auf dem Gatter hängen.

Alleine konnte Nova sich aus dieser Lage nicht mehr befreien. Die Besitzerin traf die richtige Entscheidung und wählte gegen 13:45 Uhr den Notruf.

Feuerwehr befreit Pferd

Foto: Feuerwehr Frankfurt a.M.

Da das Gatter fest im Boden verankert war, konnte eine schnelle Befreiung nur mit Hilfe einer hydraulischen Schere durchgeführt werden. Nach etwa 15 Minuten hatten die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache 21 aus der Nordweststadt die Streben des Gatters durchtrennt und das sichtlich erschöpfte und verletzte Pferd befreit.

Die weitere Behandlung wurde von einem Tierarzt durchgeführt.


Rückfragen bitte an:
Feuerwehr Frankfurt am Main
Informations- u. Kommunikationsmanagement
Andreas Mohn
Feuerwehrstraße 1
60435 Frankfurt am Main
Telefon: 0170 / 338 2008 (PvD)
E-Mail: pressestelle.feuerwehr@stadt-frankfurt.de
Internet: http://www.feuerwehr-frankfurt.de

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Wohin mit der Europäischen Schule in Niederursel?

Europäische Schule

Diese Schule wurde 2002 errichtet. Ihr typisches Klientel sind Kinder von Eltern, die bei Europäischen Institutionen arbeiten (EZB, ESRB, EIOPA). Ziel der Schule ist, dass die Kinder der Familien, die oft umziehen müssen, jederzeit nahtlos in das jeweilige nationale Bildungssystem zurückkehren können. Das Abitur wird in allen Ländern anerkannt.

Die Schule wird von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union getragen und mitfinanziert. Die Europäische Schule ist aber weder eine Privatschule noch eine EZB-Schule, wie Schulleiter Ferdinand Patscheider immer wieder betont. Auch Kinder aus Frankfurter Familien können die Bildungseinrichtung besuchen, sofern es die Platzkapazitäten zulassen. Doch auch diese Schule platzt aus allen Nähten!

Die Europäische Schule am Praunheimer Weg 126 in Niederursel (Nordweststadt) wurde für maximal 900 Schüler konzipiert. Derzeit wird sie aber von 1.600 Kindern und Jugendlichen besucht. In den nächsten Jahren rechnet die Schule mit 2.200 Schülerinnen und Schülern.

Die Stadt Frankfurt hat vom Bund – der für den Bau dieser Bildungseinrichtungen verantwortlich ist – diese Aufgabe übernommen. Seit 2012 sucht sie nun nach einem neuen Standort für diese Schule auf Frankfurter Gebiet. Derzeit werden drei potenzielle Standorte geprüft:

  • ein Gelände in der Nähe des Kaiserleikreisels (Mainwasen)
    allerdings zu viel Verkehr und andere Hindernisse
  • der Festplatz am Ratsweg
  • eine Fläche nördlich der Heerstraße in Praunheim

Sollte sich in absehbarer Zeit in Frankfurt kein Platz finden lassen, könnte die Schule auch ins Umland ziehen. Für das Renommee der Stadt als Ort für Wissenschaft und Bildung ein herber Rückschlag. Für die Kinder der Familien in Frankfurt wäre das mit längeren Fahrtzeiten (und damit erhöhtem CO2-Ausstoß) verbunden.

Auch die kulturellen Impulse, die diese Schule in den Ortsteil ausstrahlt, kämen dann dem Frankfurter Speckgürtel zu Gute. Für die weitere Ansiedlung europäischer Institutionen in Frankfurt wäre das kein Aushängeschild.

Die Kommunikation zwischen der Stadt und der Schule bietet Optimierungspotenzial: Bisher erfuhr der Schulleiter aktuelle Entwicklungen (welche Gelände gerade im Gespräch sind) zuerst aus der Zeitung.

Vielleicht wären die gerade frei werdenden Flächen im Mertonviertel (Nähe zum Unicampus Riedberg!) hier eine Chance?

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„Falsche Polizeibeamte“ täuschen Seniorin

Teil eines Polizeiwagens

Eine 87-jährige Frau hat am Freitag, den 12.11.2021, in Niederursel Bekanntschaft mit zwei „falschen Polizeibeamten“ gemacht. Den beiden Männern gelang es, die Seniorin zu täuschen und in ihren Wohnräumen Schmuck zu erbeuten.

Die 87-jährige Frau kehrte gegen 16:00 Uhr von ihrem Einkauf nach Hause zurück. Zwei ihr unbekannte Männer sprachen sie an der Eingangstür ihres Wohnhauses an und behaupteten, dass bei ihr eingebrochen worden sei.

Durch ihr Auftreten und das kurzzeitige Vorzeigen eines angeblichen Ausweises suggerierten sie der Frau, dass sie Ermittlungspersonen seien. Die Dame gewährte den Männern daraufhin Einlass.

Im weiteren Verlauf verwickelte einer der beiden die 87-Jährige in ein Gespräch, während der andere im Wohnzimmer eine Schranktür und eine Schublade öffnete; mutmaßlich um den Eindruck eines Einbruches zu erwecken.

Da die Seniorin weiterhin durch einen „Ermittler“ abgelenkt war, konnte sich der zweite im Obergeschoss des Hauses auf die Suche nach Wertsachen begeben und eine Goldkette erbeuten.

Zurück bei seinem Komplizen behaupteten nun beide Männer, dass der Seniorin mehrere tausend Euro Bargeld gestohlen worden seien. Als die 87-Jährige dies verneinte, wollten die Männer nun wissen, ob sie noch Wertgegenstände besitzt.

Die Seniorin zeigte ihnen daraufhin eine Schmuckschatulle, in dem sich ein goldenes Armband befand. Die „falschen Ermittler“ nahmen das Armband an sich und gaben an, Fotos von dem Schmuckstück fertigen zu müssen.

Im Anschluss verließen die beiden Männer mit ihrer Beute im Wert von rund 1.000 Euro das Haus in unbekannte Richtung. Es ist lediglich bekannt, dass sie zwischen 20 und 30 Jahre alt und 1,80 m groß gewesen sein sollen.

Die Frankfurter Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Masche und weist darauf hin:

  • Die Polizei bittet nie um Geldbeträge oder sonstige Vermögenswerte.
  • Die Polizei bietet niemals an, ihr Vermögen zu überprüfen und in „Sicherheit“ zu bringen.
  • Die Polizei wird niemals dazu raten oder verlangen, Veränderungen bei Ihren Vermögenswerten vorzunehmen.
  • Lassen Sie sich den polizeilichen Dienstausweis genau zeigen.
  • Wie sehen die Dienstausweise der Hessischen Polizei aus?
    https://k.polizei.hessen.de/531163526
  • Sollten Sie Zweifel an der Echtheit des Dienstausweises haben,
    rufen Sie die Notrufnummer der Polizei „110“ an!

Quelle: Presseportal Blaulicht

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