Schlagwort: Lurgi-Gelände

Neues vom Lurgi-Gelände: Magistrat lehnt breitere Wege und Umplanungen ab

Lovely Lurgi Plan, Siegerentwurf

Auf dem ehemaligen Lurgi-Gelände im Mertonviertel schreiten die Planungen für das neue Wohnquartier voran, doch die Wünsche des Ortsbeirats 8 fanden beim Frankfurter Magistrat größtenteils kein Gehör. In einer aktuellen Stellungnahme hat die Stadtspitze die Änderungsvorschläge des lokalen Gremiums zum Bebauungsplan „Nördlich Lurgiallee“ weitgehend abgelehnt. Basis für die weitere Ausarbeitung bleibt damit das unveränderte Strukturkonzept, dem die Stadtverordnetenversammlung bereits am 29.01.2026 zugestimmt hatte.

Fußgängerzonen und Grünflächen bleiben wie geplant

Ein zentraler Streitpunkt war die Gestaltung der Verkehrs- und Freiflächen. Der Ortsbeirat hatte gefordert, die Fußgängerzone im Osten in Richtung der Olof-Palme-Straße und der U-Bahn-Haltestelle „Sandelmühle“ doppelt so breit wie geplant anzulegen. Zudem sollte die öffentliche Grünfläche entlang der Olof-Palme-Straße mindestens auf die Breite der Straße selbst erweitert werden.

Der Magistrat wies diese Forderungen mit der Begründung zurück, dass das an die Olof-Palme-Straße angrenzende Fußgängerareal bereits eine ausreichende Breite aufweise. Das Konzept berücksichtige schon jetzt die Wegeverbindungen, die Freiraumqualität, die Belichtung sowie die notwendige Klimaanpassung und Belüftung. Der Abstand zwischen den geplanten Gebäuden wird hier mindestens 20 Meter betragen.

Auch an der bestehenden Olof-Palme-Straße, die aktuell inklusive Fußweg 8,5 Meter misst, wird sich im Grundsatz nichts ändern. Allerdings soll der Straßenraum durch die Neuanlage eines beidseitigen Radweges sowie eines breiten Fußweges entlang der Baufelder C und D direkt in das neue Plangebiet hinein verbreitert werden.

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Lurgi-Gelände

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Lurgi-Gelände 50.170438, 8.641623

Keine Änderungen bei den Gebäudehöhen

Ebenfalls abgelehnt wurde der Vorschlag, die Gebäuderiegel entlang der Olof-Palme-Straße (Baufelder C und D) auf maximal drei Vollgeschosse zu begrenzen und dafür im Baufeld E aufzustocken. Der Magistrat argumentiert hier aus städtebaulicher Sicht: Das neue Quartier benötige eine homogene Höhenentwicklung und dürfe die bestehende Umgebungsbebauung nicht überragen. Eine Absenkung der Gebäude an der Olof-Palme-Straße würde zudem laut städtischen Analysen zu keinerlei zusätzlicher thermischer Entlastung des Wohnquartiers beitragen.

Belebung des Quartiersplatzes und Prüfung eines Kreisverkehrs

Trotz der Absagen gibt es auch konkrete Zusagen für die Detailplanung. Die Anregungen für eine qualitätvolle Begrünung der Fußgängerbereiche und des zentralen Quartiersplatzes sollen in der anstehenden Erschließungsplanung berücksichtigt werden. Auf dem Quartiersplatz sollen künftig kleinere Veranstaltungen und das Aufstellen von Infowagen möglich sein. Ob dort oder in der „Grünen Mitte“ auch ein Brunnen installiert wird, steht hingegen noch nicht fest und muss in weiteren Abstimmungen geprüft werden.

Spannung bleibt beim Thema Verkehr. Der Magistrat versichert, dass die Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsstraßen gewahrt bleibt und wertvolle Bäume in den Randbereichen erhalten werden. Neben neuen Radwegen wird aktuell intensiv geprüft, ob an der stark frequentierten Kreuzung Lurgiallee/Olof-Palme-Straße eine Kreisverkehrsanlage verkehrstechnisch sinnvoll und realisierbar ist.

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Die Planungen des Lurgi-Areals gehen in die nächste Runde

Das Stadtplanungsamt informiert über die Planungen des Baugebiets

Für den letzten Donnerstag hatte der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) im Rahmen seiner 24. Sitzung zwei Vertreter des Stadtplanungsamtes und der AGB Holding eingeladen, den derzeitigen Stand der Planungen zur Bebauung des ehemaligen Lurgi-Areals vorzustellen. Die Veranstaltung wurde als städtische Bürgerfragestunde durchgeführt und gab der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, eigene Fragen und Anregungen zu äußern.

In einer Präsentation wurde der „Bebauungsplan Nr. 992“ – unter diesem Titel firmiert das Projekt – vorgestellt.

Wichtige Punkte:

  • Die Planungen umfassen das Grundstück Lurgiallee 5 (zwischen Olaf-Palme-Straße und Lurgi-Allee) sowie Teile angrenzender Verkehrsflächen. Das Gebiet ist insgesamt circa 8,55 Hektar groß.
  • Ziel der Planungen ist die „Schaffung eines kleinteilig strukturierten urbanen, gemischt genutzten, und durchgrünten Wohnquartiers mit tertiären Gewerbenutzungen, und einem Standort für eine Grundschule“ und zwei Kindertagesstätten
  • Der bisherige Gebäudebestand wurde abgerissen. Das Gelände liegt zur Zeit brach.

Bagger bei der Arbeit auf dem Lurgi-Gelände

zur Zeit beherrschen Bagger die Szenerie

Städtebauliches Ziel ist die „Entwicklung eines es urbanen Quartiers mit überwiegend Wohnnutzungen, wohnverträglichen Gewerbenutzungen (zum Beispiel Büroflächen, Hotel oder Coworking-Spaces), Einzelhandelsflächen, sonstige Kleinflächen und gastronomischen Angeboten“. Entstehen sollen geförderte Wohnungen (mindestens 30 %), gemeinschaftliche Wohnprojekte (15 %) sowie Miet- und Eigentumswohnungen. Es werden 840 bis 940 Wohneinheiten geplant. Die einzelnen Gebäude werden 5 bis 7 Geschosse hoch sein.

Im Areal soll ein „autoarmes Quartier“ verwirklicht werden: Zufahrt zu den Tiefgaragen besteht nur von außerhalb des Gebiets, innerhalb soll der Autoverkehr möglichst vermieden werden. Die Belange der Rettungsdienste, Anlieferung und Müllabfuhr werden eingeplant. Tiefgaragen werden nicht für jede Mieteinheit zur Verfügung stehen (max. 30 %), stattdessen kommt hier ein „reduzierter Stellplatzschlüssel“ zum Tragen.

Weitere Details können in der unten angegebenen „B922-Präsentation“ eingesehen werden.

Während der Veranstaltung wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass man immer noch in einer frühen Phase der Planung stecke:

  • zum einen sieht das Baugesetzbuches (BauGB) bis zur rechtsverbindlichen
    Bekanntmachung eine Reihe von Einzelschritten vor. Beim Stadtplanungsamt schätzt man bis zum finalen Entscheid durch die Stadtverordnetenversammlung einen Zeitraum von 3 Jahren.
  • zum anderen werden für diverse Einzelfragen (z.B. Entwässerung, Fernwärme) erst die Konzepte (zum Teil von externen Experten) erstellt.

Prozesskarte Bebauungsplan

Im dicken roten Rahmen die aktuelle Phase

Ein weitere Mitwirkung der Bürger kann bis zum 20.11.2023 erfolgen. Informationen gibt es hier:
Online:
https://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/fr_hzeitige_beteiligung_der_ffentlichkeit_19947.html?prid=24024
Persönlich:
Im Planungsdezernat: montags bis freitags von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Atrium, Kurt-Schumacher-Straße 10, 60311 Frankfurt am Main
Telefonisch:
Ansprechpartner: Felix Schoeler und Michael Theis
Telefon: 069 – 212-34598 und 069 – 212-44587
eMail: abteilung-2.amt61@stadt-frankfurt.de

Im letzten Teil der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, Anregungen und Kritik
vorzubringen oder einzelne Fragen zu stellen. Die Wortmeldungen wurden allesamt
protokolliert und sollen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung bei den Planungen
berücksichtigt werden.

Eine Auswahl der besprochenen Themen:

  • Abriss des alten Lurgi-Parkhauses: kritisiert wurde, dass eine spätere Nutzung als Park-and-Ride-Fläche nicht berücksichtigt wurde
  • Frischluftschneise: es wurden Zweifel geäußert, das bei der dichten Bebauung mit 5- bis 7-geschossigen Gebäuden eine ausreichende Belüftung des Areals gewährleistet ist
  • Mangelndes Parkplatzangebot
  • Kapazität der U-Bahn-Anbindung: es wurde in Frage gestellt, ob die bestehende U- Bahn-Linie das zusätzliche Aufkommen an Fahrgästen angemessen bedienen kann
  • Der Bedarf nach öffentlichen Sport- und Spielplätzen
  • Niederschlagswasser und Bewirtschaftung des Regenwassers
  • Wie vermeidet man die Entwicklung einer „Schlafstadt“?
  • Gibt es ein Gesamtkonzept für das Heizen im Quartier?


Weiterführende Links

Informationsmaterial des Stadtplanungsamtes:

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