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Buchrezension: Die Teehändlerin

Buchcover Die Teehändlerin

Die Ronnefeldt-Saga, Band 1 von Susanne Popp.

Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, leicht erdigen Duft der dunklen Teeblätter.

Doch tiefere Einblicke in den Handel bleiben ihr verwehrt. Das ändert sich, als Tobias 1838 zu einer monatelangen Reise nach China, dem Land des Tees, aufbricht. Ausgerechnet jetzt, wo sie schwanger ist.

Bald merkt sie, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt Friederike nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.


Haus Ronnefeldt

Tobias Ronnefeldt absolvierte eine Lehre in Frankfurt, wechselte dann nach Rotterdam um zusätzliche Erfahrungen im Kolonialwarenhandel zu erwerben. 1823 gründete er dann sein Geschäft „in allen Gattungen Tee, ostindischen Manufakturwaren, Cigarren und anderen ost- und westindischen Produkten“ in der „Neuen Kräme“ im Zentrum von Frankfurt.

Erst nach dem Tod von Tobias Ronnefeldt 1845 setzte seine Frau vorübergehend einen Prokuristen ein, bis Söhne Carl Adolph und Philipp Wilhelm 1860 die Firma übernahmen.

Herwarth Westphal, der Enkel von Carl Rudolf und Emma Ronnefeldt, wird 1962 Mitinhaber der Firma. Seine Frau Ursaula Westphal lebt heute noch in Frankfurt.

Ende der 1970er-Jahre kam Frank Holzapfel zu Ronnefeldt. Er übernahm 1984 das Unternehmen von Herwarth Westphal, der 1987 in Ruhestand ging. Sein Sohn Jan-Berend Holzapfel trat 2012 die Unternehmensnachfolge seines Vaters an. (Quelle: Wikipedia)

Die Firma Ronnefeldt bietet heute mit zwei Dutzend Markenpartnern exklusive Teesorten aus nachhaltiger Produktion und inzwischen sogar einen Tee-Gin an. Der Firmensitz ist seit 1951 am Kurfürstenplatz 38 in Bockenheim, seit 2009 unterhält Ronnefeldt wieder ein Einzelhandelsgeschäft im Einkaufszentrum My Zeil.

Susanne Popp

Die Schweizer Autorin, ist die Tochter von Jugendherbergseltern – Hagebuttentee, serviert in großen Metallkannen, gehört daher zu ihren Kindheitserinnerungen. Heute bevorzugt sie jedoch eine Tasse Darjeeling oder Oolong, und sie liebt es, in die Teeregionen der Welt zu reisen.

Mit der Schriftstellerei begann sie als Verfasserin von Privatbiographien. Die Geschichte der Familie Ronnefeldt zu erzählen, war ihr daher ein ganz persönliches Anliegen, denn in diesem Traditionsunternehmen verbindet sich die Sehnsucht nach fernen Ländern mit dem Schicksal einer Familie im Deutschland des 19. Jahrhunderts.

Verlag: FISCHER Taschenbuch
ISBN-13: 9783596706037
ISBN-10: 3596706033
Erstveröffentlichung im August 2021. Das Buch ist Teil einer Trilogie. Der 2. Band („Der Weg der Teehändlerin“) der Ronnefeldt-Saga ist geplant für den 30.03.2022.

Gastbeitrag

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Buchrezension: „Eine Stadt dreht durch – Frankfurter Short Storys“

Buch-Cover

Sticheleien in Frankfurt

Andreas Heinzel aus dem Nordend geht es nach seinen beiden satirischen Romanen „Die Monarchos“ und „Herr Neumann will auf den Olymp“ eine Nummer kleiner an: mit höchst unterhaltsamen Frankfurter Short Storys. In „Eine Stadt dreht durch“ knöpft sich der Autor das Leben und Treiben in seiner Heimatstadt Frankfurt vor: Die Bandbreite reicht von abstrusen, grotesken Geschichten voller Wahnwitz bis zu lustigen Alltagsbegebenheiten, die jeder von uns so oder so ähnlich schon erlebt hat.

„Ich wollte diesmal die alltäglichen Dinge aufs Korn nehmen“, sagt Heinzel. Und das offensichtlich mit ganz viel Spaß. Die EZB, die Grüne Soße und die Eintracht, sein Lieblingsverein, das alles sind für Heinzel Themen, über die er immer schon mal schreiben wollte. Und was aus einem kleinen Disput zwischen zwei Seckbacher Kleingärtnern werden kann, kann man in dem Buch auch nachlesen. Ein Ei, das Frankfurt ganz nach vorne bringt. Ein Eintracht-Sarg zum Geburtstag, Straßenschlachten vor dem Parkhaus, ein Bruderzwist, bei dem keiner klein beigibt. Ein Jahrhunderttalent, das keines sein will, und ein Abgeordneter, der sich um Kopf und Kragen redet. So macht Lesen Spaß!

Frankfurt hat eine lange Tradition im Genre der Satire, man denke nur an die großen Satiriker Eckhard Henscheid und Robert Gernhardt. Andreas Heinzel setzt diese Tradition fort und verleiht ihr einen eigenen Ton.

„Dieses Buch zu lesen, ist wie der Besuch auf einem hoch unterhaltsamen Kurzfilm-Festival zum Thema Frankfurt. Nur, dass man die Filme lesen muss und alle denselben Regisseur haben!“, sagt Henni Nachtsheim zu den kleinen und großen Großstadtdramen. Lustig, böse und bisweilen ganz schön schwarz.

„Eine Stadt dreht durch“
Frankfurter Satiren von Andreas Heinzel
mainbook Verlag
ISBN 9783948978060
252 Seiten
12,- Euro

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