Kategorie: AktuelleNEWS

Maskenpflicht? Bildungsdezernentin fordert klare Regeln

Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat die hessische Landesregierung aufgefordert, vor dem Schulbeginn eine einheitliche Regelung für alle hessischen Schulen über zum Beispiel das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Schulgebäude vorzugeben, anstatt die Entscheidung und damit das Risiko den jeweiligen Schulleitungen zu überlassen.

„Dem Beispiel von Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und NRW folgend, sollte auch in Hessen für alle Schulleitungen eine klare Vorgabe zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb des Schulgebäudes erfolgen. Wer zum einen regelmäßige Tests für alle Landesbedienstete anbietet – was ich sehr begrüße – sollte auch für die entsprechenden präventiven Vorgaben sorgen“, sagte die Stadträtin. Nur zusammen ergäben beide Maßnahmen einen Sinn.

Zumindest in den ersten Wochen nach den Sommerferien halte Weber eine Maskenpflicht in allen Schulgebäuden für alle Erwachsenen und Kinder ab zehn Jahren für unbedingt geboten, das heißt in den Gängen, im Treppenhaus, auf dem Schulhof und in den sanitären Einrichtungen. „Die Lehrkräfte könnten je nach Abstandssituation entscheiden, dass dann im Klassenraum die Maske wieder abgelegt werden kann“, schlug die Dezernentin vor.

„Ich fordere das Land zudem auf, auch städtischen Beschäftigten in Schulen eine freiwillige Testung anzubieten. Wer die Pandemie in unseren Schulen im Griff haben will, muss auch unsere Schulsekretariate, Schulhausverwaltungen und die Beschäftigten im Ganztag und in der Jugendhilfe im Blick haben. Eine Ungleichbehandlung von Mitarbeitenden einer Schulgemeinde unter einem Dach halte ich für falsch, da es auch infektiologisch keinen Sinn macht, nur einen Teil der Erwachsenen in einer Schule zu testen“, kritisierte Weber. Sie sei bereits mit ihrem Kollegen, Stadtrat Stefan Majer, im Gespräch und biete an, auch gemeinsam mit dem Land in Verhandlungen zu treten.

Kommt die Fiebermessung am Schuleingang?

Eine weitere Überlegung sei, ob man bei allen Schülern morgens vor Beginn des Unterrichts Fieber messen könne, um eine potenzielle Infektion frühzeitig zu erkennen. Das Fieber messen sei eine der wenigen Möglichkeiten, um Menschen, die sich infiziert haben, aber selbst noch keine Symptome zeigen, zu erkennen. Wenn eine erhöhte Temperatur festgestellt werde, so könne das Kind oder der betreffende Erwachsene vorsorglich zu Hause bleiben und getestet werden.

„Oberstes Ziel muss es sein, erneut komplette Schulschließungen zu vermeiden. Wir wissen inzwischen nur zu gut, was für Folgen der Lockdown gerade für Kinder aus bildungsfernen Familien hat. Das Homeschooling ist kein Allheilmittel, sondern sollte nur die letzte Option sein. Denn Kinder brauchen auch zum Lernen andere Kinder. Wir als Schulträger möchten gemeinsam mit dem Land die bestmöglichen Vorkehrungen für unsere Schülerinnen und Schüler und die Beschäftigten in unseren Schulen treffen. Ich hoffe in diesem Sinne auf eine rasche und einheitliche Verordnung des Landes, damit alle Schulen und Familien rechtzeitig wissen, woran sie sind“, sagte Weber.

Photo by Taylor Wilcox on Unsplash

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Bio-Bäcker eröffnet neben Ernsting’s family

Endlich kein Leerstand mehr: Zwei Jahre lang blieben die Räume der ehemaligen Temma-Filiale gegenüber vom Riedbergplatz ungenutzt. Ende Mai startete dort eine Filiale des Textilunternehmens Ernsting’s family. Heute eröffnete an der Ecke zur Riedbergallee eine Filiale der Biobäckerei Kaiser mit Café.

Attraktiv und bestens zu Fuß und per U-Bahn erreichbar war die Gewerbefläche schon immer. Doch nach der Temma-Schließung standen die Räume lange leer, da 800 Quadratmeter für einen Supermarkt zu klein, für viele andere Anbieter zu groß und die Räume für Gastronomie ebenfalls nicht geeignet waren. Außerdem kam anscheinend hinzu, dass Temma-Mutter Rewe die Miete ohnehin noch weiter zahlen musste.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen startete erst die Textil-Kette Ernsting’s family und nun auch eine Filiale der Biobäckerei Kaiser aus Mainz-Kastel. Direkt an der Ecke Riedbergallee/ Otto-Schott-Straße wurde ein Teil der ehemaligen Temma-Fläche räumlich getrennt und umgebaut. Ein großes Städte-Print an der Wand, Wohnzimmer-Atmosphäre, ein paar Sitzplätze drinnen, Stühle und Tische draußen, plus Eröffnung-Angebote – so präsentierte sich der neue Biobäcker heute den Riedbergern.

Schon am Vormittag bildete sich eine kleine Schlange vor dem Laden. Da spielte vermutlich auch eine Rolle, dass die Vollkornbäckerei bisher auf dem Riedberger Wochenmarkt vertreten ist und zahlreichen Kundinnen und Kunden bekannt ist. Backen ohne High-Tech-Enzyme und Emulgatoren, dafür lang geführte Vorteige und andere natürliche Backverfahren – darauf legt man beim Wiesbadener Mittelständler schon seit fast vier Jahrzehnten Wert.

Die Filiale in Riedberg ist Montag bis Freitag bis 19 Uhr, am Samstag bis 18 Uhr und am Sonntag Vormittag bis 12 Uhr geöffnet.

Der Biobäcker ist damit die fünfte Bäckerei im Stadtteil. Hinzu kommen die Einkaufsmöglichkeiten von frischen Backwaren bei Rewe, Aldi und Lidl. Die ersten sprechen schon von einem „Verdrängungswettbewerb“. Kunden von Bioprodukten jedoch wird die Neueröffnung freuen.

Foto: MAINRiedberg

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„Wir müssen Kinder selbst befragen“

Kind

Geht es Dir gut – zu Hause, in der Schule, in Deinem Viertel? Machst Du Dir Sorgen, dass Deine Familie nicht genug Geld hat? Rund um den Erdball – von Neapel bis Norwegen, von Albanien bis Chile – wurden zwischen 2017 und 2019 acht- bis zwölfjährige Kinder zu ihrem Wohlbefinden befragt. Federführend waren auch Wissenschaftler der Goethe-Universität.

Bei der globalen Erhebung von 128.000 Kindern in 35 Ländern waren Wissenschaftler aus sechs Ländern involviert, darunter die Sozialpädagogin Prof. Sabine Andresen von der Goethe-Universität. Nun wurden erste allgemeine Ergebnisse des „Children´s World Report 2020“ veröffentlicht.

„Wenn wir wissen wollen, wie es Kindern geht und wo sie Mangel leiden“, erklärt Andresen, „und wenn Politik ihnen auch helfen soll, müssen wir Kinder selbst befragen. Dass uns nun Antworten aus so vielen Ländern vorliegen, deren Lebensstandard und Kultur kaum unterschiedlicher sein könnten, ist einzigartig. Das gibt uns Daten für viele vertiefende Fragen an die Hand.“ Gibt es Erfahrungen, interessierte die Wissenschaftler zum Beispiel, die alle Kinder ähnlich beantworten?

Wo auch immer sie auf dem Erdball wohnen – Kinder beantworten die Frage nach ihrem Wohlbefinden grundsätzlich positiv. Dabei mag überraschen, dass die Länder Albanien, Rumänien, Kroatien und Griechenland in der Wertung der Kinder die Spitzenplätze einnehmen (Deutschland rangiert auf Platz 20, am unteren Ende liegen Malaysia, Hongkong und Vietnam). Die Wissenschaftler vermuten, dass Zufriedenheit und Lebensstandard nicht unbedingt aneinander gekoppelt sind.

Noch ist es zu früh für Schlussfolgerungen, beginnen die Wissenschaftler erst, Antworten miteinander in Beziehung zu setzen. Ist es also Zufall, dass wiederum in Albanien, Indien und Griechenland Kinder überwiegend mit ihren Eltern zusammenleben? In Brasilien, Namibia und Südafrika sind es nur etwas mehr als die Hälfte. Dagegen machen sich Kinder in Malaysia, Brasilien, Namibia und Südafrika mehr Sorgen um die finanzielle Situation der Familie als etwa in Norwegen und Finnland. Und: Je jünger die Kinder sind, desto besorgter sind sie. Altersspezifische Unterschiede zwischen den befragten Acht-, Zehn- und Zwölfjährigen arbeitet auch die detaillierte Frage nach dem Wohlbefinden heraus: während die Zehn- bis Zwölfjährigen sich in Schule und Nachbarschaft weniger wohl fühlen, äußern die Achtjährigen ein Unbehagen zu Hause.

Sind Mädchen oder Jungs besser drauf?

Je nach Herkunftsland liegen einmal die Jungen, ein anderes Mal die Mädchen im Wohlbefinden vorn. Eine Tendenz zeichnet sich allerdings in der globalen Ländererhebung ab: Acht- bis zwölfjährige Mädchen fühlen sich – anders als gleichaltrige Jungen – sicherer in der Schule als in ihrem Viertel. Und: Sie rechnen fest mit der Unterstützung ihrer Freundinnen.

Wenig Überraschungen bringt die Frage nach der digitalen Vernetzung zutage: Während in Norwegen, Deutschland und Estland fast alle Kinder angeben, über einen Internetanschluss zu verfügen, ist dies bei Kindern in Indonesien nur bei knapp der Hälfte der Fall. In Nepal liegt ihr Anteil bei 30 Prozent.

Was Kids in Frankreich und Namibia verbindet

Kulturelle Unterschiede in der Erziehung und nicht finanzielle Gründe vermuten die Wissenschaftler allerdings bei unterschiedlichen Antworten zum Handygebrauch: In Frankreich und der Schweiz gibt nur die Hälfte der acht- bis zwölfjährigen Kinder an, über ein Handy zu verfügen (anders in Norwegen, Finnland und Kroatien, wo es 95 von hundert Kindern sind). Damit liegen Frankreich und Schweiz auf einer Linie mit Namibia.

„Wir müssen jetzt vertiefende Fragen an unsere Daten stellen“, so Sozialpädagogin Andresen. „Interessant ist doch, welche Erfahrungen Kinder aus Polen oder Rumänien machen, deren Eltern im europäischen Ausland arbeiten. Welche Unterschiede gibt es bei Kindern innerhalb eines Landes? Gibt es ein Armutserleben, das Kinder aus verschiedenen Ländern verbindet?“ Interessant sei auch, jüngere Kinder zu befragen und deren Antworten mit den vorliegenden Daten zu vergleichen.

Die repräsentative Befragung von Wissenschaftlern aus Bellville, Frankfurt, Girona, Jerusalem, Seoul und York wurde von der in Zürich ansässigen Jacobs Foundation gefördert. Die private Stiftung unterstützt Forschungsprojekte und wissenschaftliche Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung.

Sabine Andresen ist seit 2011 an der Goethe-Universität Professorin für Sozialpädagogik und Familienforschung und Mitglied im IDeA (Individual Development and Adaptive Education)-Zentrum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kindheits- und Familienforschung, Internationale Child Well-Being Forschung, Kinder- und Familienarmut, sexueller Kindesmissbrauch und seine Aufarbeitung.

Informationen: Goethe-Universität

Photo by Theme Inn on Unsplash

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Sportwagen aufgebrochen – Jugendliche festgenommen

Am frühen Donnerstagmorgen konnten am Riedberg drei Jugendliche festgenommen werden, die vorher mutmaßlich einen Sportwagen aufgebrochen haben.

Gegen 4.20 Uhr rissen „Knackgeräusche“ einen Anwohner in der Christiane-Vulpius-Straße aus dem Schlaf, der beim Blick auf die Straße zwei Personen beobachten konnte, welche wohl auf der Suche nach Wertsachen waren und den Innenraum eines abgestellten Sportwagen durchwühlten.

Als die Polizei mit mehreren Streifen vor Ort erschien, sahen die Beamten vier Personen auf Fahrrädern davonfahren. Diese warfen ihre Räder nach kurzer Zeit weg, um weiter zu Fuß zu flüchten. Drei von ihnen, zwei 16-Jährige und ein 18-Jähriger, konnten im Bereich der Riedbergallee / Kätcheslachpark festgenommen werden. Der vierten Person gelang die Flucht. Die Beamten stellten alle vier Fahrräder sicher sowie einen in der Nähe aufgefundenen Bolzenschneider.

Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen durften die drei Festgenommenen wieder gehen. Die Ermittlungen dauern an.

Foto: Archiv

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Bessere Nachtbus-Verbindung für den Riedberg

Erst kam die gute Nachricht vom 10-Minuten-Takt für die U-8 Richtung Riedberg. Jetzt wird bekannt, dass unser Stadtteil ab Fahrplanwechsel mit einer neuen Nachtbuslinie deutlich besser erreichbar ist – nicht nur am Wochenende. Ab 2022 könnte auch der Westflügel an das Netz angebunden werden.

Kürzlich stellte der Magistrat seine Pläne für den neuen ÖPNV-Nachtverkehr ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 vor. Neu ist die Einführung eines Nachtverkehrs auch in Werktagsnächten, der einen 24-Stundenbetrieb der wichtigsten Tageslinien durch einen schienennahen Nachtbusverkehr sicherstellen soll. Das ist eine deutliche Verbesserung des bisherigen Nachtverkehrsangebots. Darin enthalten ist auch die Buslinie N8 als Ersatz der U8, die zwei zentrale Haltestellen auf dem Riedberg hat.

Das sind die neuen Nachtbus-Haltestellen am Riedberg

Dabei zweigt der neue Nachtbus N8 ab der Haltestelle Heddernheim von der Linienführung „unserer“ U8 ab und überquert vom Mertonviertel kommend den Riedberg ausschließlich auf der Altenhöferallee. Dort sind unter anderem die Haltestellen Geozentrum und Max-Planck-Institut/FIZ vorgesehen, in deren Umfeld sich fast ausschließlich Gebäude des Unicampus befinden.

Nicht vom Nachbusverkehr angefahren werden allerdings die Riedberger Quartiere Bonifatiusbrunnen, Schöne Aussicht und Ginsterhöhe, die durch den bisherigen Nachtbusbetrieb zumindest am Wochenende bedient worden sind. Außerdem wird die geplante Linienführung der N8 der wachsenden Bedeutung des Quartiers Westflügel als neuestem Quartier auf dem Riedberg noch nicht gerecht.

Deshalb wollen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung den Plänen nur mit der Änderung zustimmen, dass der neue Nachtbus über Marie-Curie-Straße, Zur Kalbacher Höhe und Riedbergallee mit drei bis vier Haltestellen fährt und somit den Stadtteil wesentlich besser abdeckt. 

Fahren ab 2022 Nachtbusse auch über den Westflügel?

Der Magistrat soll zudem prüfen, ob es die Bevölkerungsentwicklung auf dem sogenannten Westflügel des Riedbergs rechtfertigt, den Nachtbus N8 ab dem Fahrplanwechsel 2022 auch über die Carl-Hermann-Rudloff-Allee und Graf-von-Stauffenberg-Allee zu führen. 

Foto: Fotolia/ Archiv

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Dreister Diebstahl im Familienzentrum Billabong

Es ist traurig, aber leider wahr: In den vergangenen Tagen wurde im Familienzentrum Billabong am Riedberg eine dreistellige Summe an Bargeld aus der Kasse des Cafés entwendet. Es handelt sich um Einnahmen und Spendengelder. 

„Wir sind unsagbar traurig darüber, dass in einem gemeinnützigen Verein, der sich so für den Stadtteil engagiert, gestohlen wird“, erklärt Sabine Fiedler vom Vorstand des Familienzentrums Billabong. Der Zeitraum der Tat war zwischen 15. Juli und 20. Juli. Der Verein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Der dreiste Diebstahl geschah vermutlich in einer Zeit, wo sich ausnahmsweise nur wenige Personen im Familienzentrum aufhielten, wo aber die Räumlichkeiten offen waren. Deshalb appelliert der Vorstand: „Vielleicht hat ja einer unserer zahlreichen Kursteilnehmer etwas oder jemanden Auffälliges bemerkt.“ Hinweise gerne unter info@billabong-family.de

Es wird wohl eine Sammelaktion für Billabong geben

Eine positive Nachricht gibt es dennoch: Nachdem der Verein einen Post auf Facebook gestellt hatte, „haben wir eine wahnsinnige Resonanz und Hilfsbereitschaft daraufhin bekommen“. Es wird wohl eine Sammelaktion für das Familienzentrum geben, was die Verantwortlichen riesig freut. „Das soll dem Dieb auch ein wenig ein schlechtes Gewissen machen, deshalb haben wir uns entschieden, es zu veröffentlichen“, so Sabine Fiedler.

Foto: Billabong

 

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Vierlinge bei den Fossas

Eins, zwei, drei – und nach ein paar Tagen war es klar – vier Jungtiere gab es Ende Mai bei den Fossas im Katzendschungel. Zwar bemüht sich Mutter Sissi noch, ihren quirligen Nachwuchs daran zu hindern, die sichere Wurfbox auch tagsüber zu verlassen, aber immer häufiger sind die vier jetzt bei nachmittäglichen Ausflügen zu beobachten.

Am 30. Mai brachte das sieben Jahre alte Fossa-Weibchen Sissi vier Jungtiere zur Welt. Schon knapp drei Wochen zuvor war das sonst sehr harmonische Paar getrennt worden, denn bei den einzelgängerischen Fossas hat das Männchen an der Wurfhöhle nichts verloren, und die siebenjährige Sissi reagierte zunehmend gereizt auf den elfjährigen Boraha. Eine Wurfbox und eine Sichtschutzmatte zwischen den Gehegen wurden eingebracht und nun hieß es warten. Der Leibesumfang der eher zierlichen Sissi ließ schon einen größeren Wurf erwarten.

Das gute, vertrauensvolle Verhältnis zwischen den Tieren und ihrem Pfleger-Team ermöglichte von Beginn an eine wöchentliche Sichtkontrolle der Wurfbox in Anwesenheit der Mutter. Im Alter von knapp sechs Wochen wurden die Vierlinge dann das erste Mal auch in die Hand genommen und von den Tierärztinnen untersucht. Dabei erhielten sie auch ihre Jungtierprophylaxe. Alle vier sind gesund und munter. Die Geschlechtsbestimmung bei sehr jungen Fossas ist nicht ganz einfach. Es sieht aber so aus, als ob es sich um zwei Weibchen und zwei Männchen handelt.

„Für mich ist es immer eine besondere Freude, wenn der Zoo Erfolge in seiner Kernaufgabe, dem Erhalt in der Natur hochbedrohter Arten, vermelden kann“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Angesichts der Bedrohung, der die Fossas in ihrem Ursprungsgebiet in Madagaskar ausgesetzt sind, ist der Erhalt einer Reserve-population in Menschenobhut möglicherweise die letzte Zuflucht vor der endgültigen Ausrottung.“

„Sissi ist eine sehr fürsorgliche Mutter. Ganz arttypisch wechselt sie mit den Jungtieren regelmäßig zwischen den beiden Wurfboxen. Bei vier zunehmend agilen Jungtieren ist das schon eine große Aufgabe, die die Mutter aber prima meistert. Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern auf die kommenden Monate, in denen die vier ihre Anlage unsicher machen werden“, erklärt Zoodirektor Miguel Casares.

Wissenswertes über Fossas

Die Fossa (Cryptoprocta ferox) wird gelegentlich auch Frettkatze genannt – dabei ist die Fossa (trotz einiger anatomischer Ähnlichkeiten) gar keine Katze. Sie gehört zur Familie der Madagaskar-Raubtiere (Eupleridae) und ist das größte Raubtier der Insel. Die territorialen Einzelgänger ernähren sich vorwiegend von Lemuren, kleineren Säugetieren und Vögeln.

In ihrer Heimat sind die Fossas als Hühnerdiebe verschrien und werden gezielt bejagt. Aber nicht nur aus diesem Grund gilt die Art als gefährdet. Durch Zersiedlung und Umwandlung von Regen- und Trockenwäldern in Ackerland verlieren sie ihren Lebensraum. Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt den Bestand ausgewachsener Tiere derzeit auf weniger als 3000 Individuen.

Foto: Zoo Frankfurt

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Nach Unfall: Eltern fordern Ampel oder Bremsschwellen

Nach dem tragischen Unfall am Zebrastreifen in der Graf-von Stauffenberg-Allee, wo ein elfjähriges Mädchen von einem Transporter erfasst wurde, wendet sich jetzt der Vorsitzende des Schulelternbeirates der Grundschule 3 an den Ortsbeirat. Der Appell: Zum Schutz der Kinder sollten eine Ampel oder zumindest Bremsschwellen gebaut werden!

Diese Nachricht bewegt immer noch die Menschen am Riedberg: In der vergangenen Woche wollte ein Mädchen mit dem Rad den Zebrastreifen in Höhe der Graf-von-Stauffenberg-Allee 30 überqueren – also in unmittelbarer Nähe von zwei Grundschulen und in einem Straßenabschnitt, wo nur Tempo 30 erlaubt ist. Laut Polizei geschah Folgendes: Dabei wurde die Elfjährige von einem Mercedes Vito erfasst, der von einem 25-jährigen Mann gesteuert wurde. Das Mädchen wurde auf die Straße geschleudert und erlitt schwere Verletzungen.

Darum ist die Unfallstelle so gefährlich

Aufgrund dieses jüngsten Verkehrsunfalls wendet sich jetzt der Vorsitzende des Schulelternbeirat der Grundschule 3 mit einem Brief an die Ortsvertreter. Jörg Niegemann schildert die Gefahrenlage: Jeden Tag überqueren mehrere hundert Kinder an dieser Stelle die Straße, um einerseits zur Marie-Curie-Schule oder andererseits zur Grundschule 3 zu gelangen. Dasselbe gilt natürlich auch für den Rückweg. „Die Graf-von-Stauffenberg-Allee ist eine der vielbefahrensten Straßen in unserem Stadtteil und aufgrund der Bebauung (lange Gerade, breite Straße) verleitet die Straße zum schnelleren Fahren als erlaubt“, so der Elternvertreter und Vater.

Jörg Niegemann, Vorsitzender des Schulelternbeirates der Grundschule 3, sorgt sich um die Sicherheit der Grundschüler Foto: privat

Zwar gibt es auf Höhe der Marie-Curie-Schule zwei Zebrastreifen, allerdings ist zumindest einer der beiden sehr stark mit Pflanzen verwachsen. Eine gute Übersicht ist nicht gegeben. Gerade kleinere Kinder wie Grundschüler sind teilweise sehr schlecht zu sehen. Hinzu kommt: Sobald der Park „Römische Straße“, nur wenige Schritte von der Unfallstelle entfernt, fertiggestellt ist, wird sich das Aufkommen an Fußgängern nochmals drastisch erhöhen. Der zu erwartende erhöhte Verkehr nach Eröffnung der geplanten Kleingartenanlage hinter der Grundschule ist da noch nicht eingerechnet.

„Bitte prüfen Sie, ob eine Ampel möglich wäre“

„Es ist auf Dauer bzw. lange Sicht mit weiteren Personenschäden durch nicht angepasste Geschwindigkeit zu rechnen“, sagt Jörg Niegemann. „Daher bitte ich Sie zu prüfen, ob es möglich wäre, in diesem Bereich eine Fußgängerampel zu installieren oder zumindest Bremsschwellen vor den Zebrastreifen auf der Graf-von-Stauffenberg-Allee.“ Von Seiten des Elternbeirates der Grundschule 3 können die Ortspolitiker mit großer Unterstützung rechnen, auch die Elternvertreter der Marie-Curie-Schule sind schon angefragt. 

Wie MAINRiedberg erfahren hat, wollen sich jetzt mehrere Fraktionen darum kümmern und das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ortsbeiratssitzung setzen.

Fotos: MAINRiedberg/ privat

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Was Internet-Anbieter über uns wissen

Wie soll ein Hotelgast, der aus einem bundesweit bekannten Problemviertel stammt, wissen, dass ihm ein Hotelzimmer zu einem höheren Preis angeboten wird als jemandem aus einem bürgerlichen Viertel? Nicht immer sind es konkrete Daten zu einer bestimmten Person, die zu einer Benachteiligung führen können.

Wenn alle das nutzen, wird es schon nicht so schlimm sein – beim Handy- und Computergebrauch auf „Schwarmintelligenz“ zu setzen, ist nicht unbedingt eine gute Idee. „Denn wir wissen zum einen nicht, wer unsere Daten hat, wir wissen aber auch nicht, was über uns gewusst wird – und was mit diesem Wissen unternommen wird“, so die Frankfurter Datenrechtsexpertin Prof. Indra Spiecker in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität. Schwerpunktthema der gerade erschienenen jüngsten Ausgabe ist die digitale Transformation. Nur ein Zusammenspiel zwischen Rechtswissenschaft und Informatik, so die Direktorin der Forschungsstelle Datenschutz an der Goethe-Universität Frankfurt, könne Einzelne und bestimmte gesellschaftliche Gruppen vor Diskriminierung schützen.

Moderne Datenauswertung mithilfe künstlicher Intelligenz arbeite längst damit, so Spiecker, „den Einzelnen Gruppen zuzuordnen und ihn nach den Kriterien der Gruppe zu beurteilen. Auf dieser Basis werden dann Preise für Produkte je nach Zielgruppe variabel bestimmt.“

Dabei kommt es nicht immer zu einer „Diskriminierung im juristischen Sinne“, erklärt die Professorin für Öffentliches Recht, Informationsrecht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaften. Diskriminierung könne auch verdeckt erfolgen – indem Ersatzkriterien gewählt werden, die vordergründig in keinem Zusammenhang mit Zuordnungen wie Geschlecht, Rasse, Herkunft oder Religion stehen. Die aber denselben Effekt haben. Solche Ersatzkriterien sind mit Hilfe digitaler Technik leicht zu finden – aber von Datenschützern schwer aufzudecken. So liegt es nicht auf der Hand, dass die Vorliebe einer Fernsehzuschauerin für eine bestimmte Serie ihre Kreditwürdigkeit senkt. Der wirklichen Ursache für die Benachteiligung ist kaum auf den Grund zu kommen, rechtliche Schritte dagegen sind folglich unmöglich.

Rechtswissenschaftlerin Spiecker plädiert deshalb für ein „enges Zusammenspiel von Technologie und der Werteordnung des Rechts“: Es müssten technische Lösungen gefunden werden, die rechtlichen Anforderungen entsprechen. Und umgekehrt müssten rechtliche Anforderungen so formuliert werden, dass sie technische Lösungen akzeptieren könnten. Auch müsse vom konkreten Programmierer oder seinem Unternehmen mehr Verantwortung eingefordert werden.

Hat der Einzelne dennoch eine Chance, sich vor dem ungewollten Datenabfluss zu schützen? „Was immer hilft“, sagt Spiecker im Interview mit „Forschung Frankfurt“, „ist die Macht der Masse.“ Wer seinem Kind nicht beibringe, „google das mal“, als ob es keine alternativen Suchmaschinen gäbe, oder beim Fernsehkauf nicht nur „toll, internetfähig!“ ausrufe, sondern auch mal nachhake, wer denn sonst noch von den familiären Sehgewohnheiten erfahre, trage dazu bei, dass Märkte sich verändern. Jeder intelligente Nutzer, der sein Verhalten ändere, könne etwas bewirken.

Informationen: Goethe-Universität

Photo by Sai Kiran-Anagani on Unsplash

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Wie ein Autofahrer in Kalbach sein falsches Kennzeichen erklärte…

Polizeikelle

Diese kuriose Begründung für das falsche Kennzeichen am Auto haben selbst erfahrene Polizisten wohl noch nie gehört…

Bei einer Verkehrskontrolle in Kalbach machte am späten Dienstagabend ein Autofahrer mit einem falschen Kennzeichen laut Polizei „negativ auf sich aufmerksam“. Fast noch ungewöhnlicher war seine anschließende Begründung. Nachdem durch Beamte des 14. Reviers zuvor bereits vereinzelte Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden konnten, kam es gegen 23:00 Uhr zur Kontrolle eines Opel mit älterem Baujahr. Bei der Überprüfung des Kennzeichens stellte sich schnell heraus, dass dieses dem Fahrer zugeordnet werden, konnte jedoch nicht zum angehaltenen Auto passte. Laut Kennzeichen hätte der Fahrer in einem Renault Kangoo und nicht in einem Opel sitzen dürfen.

Er wollte nicht, dass sein neues Auto „schmutzig“ wird

Der 55 Jahre alte Fahrer erklärte den verdutzten Beamten, dass er des Öfteren das Kennzeichen tauschen würde, „um den Renault nicht schmutzig werden zu lassen“. Eine mehr als ungewöhnliche Begründung. Letztendlich hatte dies zur Folge, dass die Beamten den „angestaubten“ Opel stilllegten und gegen den 55-Jährigen Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet wurden.

Foto: Archiv

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