Kategorie: AktuelleNEWS

Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel unterstützt erneut »KinderEngel RheinMain«

Scheckübergabe an Verein KinderEngel

Im vergangenen Dezember bewies der Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel e. V. erneut, wie viel sich mit Engagement und Gemeinschaftssinn bewegen lässt. Die Tombola, die traditionell zu den festen Programmpunkten des vom Verein organisierten Weihnachtsmarkts gehört, erzielte eine erfreuliche Summe von 810 Euro. Wie schon in den Jahren zuvor kommt die Spende auch diesmal dem gemeinnützigen Verein KinderEngel RheinMain e. V. zugute.

Im Rahmen einer kleinen Übergabezeremonie überreichte die Vorsitzende des Bürgervereins, Karin Kuhn, gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Harald und Thomas Helfrich den symbolischen Scheck an Astrid Pflug und Petra Bickermann von KinderEngel RheinMain. Die Freude über die erneute Unterstützung war den beiden Vertreterinnen deutlich anzusehen. Sie betonten, wie wertvoll solche verlässlichen Partnerschaften für die Arbeit des Vereins sind.

Der Verein KinderEngel RheinMain wurde im April 2020 in Frankfurt gegründet. Er unterstützt seitdem schwer oder lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Ziel ist es, den betroffenen Familien dort zu helfen, wo notwendige Maßnahmen von Krankenkassen oder anderen Kostenträgern nicht oder nicht vollständig übernommen werden.

Die Liste ist entsprechend lang: Gefördert werden unter anderem Behandlungsformen wie Reit- oder Musiktherapie, notwendige Hilfsmittel wie Rollstühle oder Pflegebetten sowie Familien in besonders schwierigen Lebenssituationen. Der Verein arbeitet eng mit ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten sowie weiteren Einrichtungen der Kinderhospiz- und Palliativarbeit in der Region zusammen.

Für einen gemeinnützigen Verein wie KinderEngel RheinMain bedeutet eine Spende von 810 Euro eine wertvolle Unterstützung. Mit Beiträgen wie diesen können beispielsweise Therapieeinheiten ermöglicht oder wichtige Hilfsmittel mitfinanziert werden. Das lokale Engagement des Bürgervereins Nordweststadt-Niederursel trägt so dazu bei, schwer erkrankten Kindern und ihren Familien konkrete Hilfe und neue Zuversicht im Alltag zu geben.

Auch Petra Bickermann von KinderEngel RheinMain unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen und verweist auf die vielen gemeinsamen Erfolge der Vergangenheit: „Haben wir nicht immer fast alles irgendwie zusammen geschafft, was wir uns vorgenommen haben?“ Ehrenamt und Unterstützung gehen Hand in Hand – und zeigen, wie viel ein soziales Engagement ermöglicht.

Der Bürgerverein Nordweststadt-Niederursel und die Freiwillige Feuerwehr Niederursel sind seit vielen Jahren wichtige soziale Anker im Stadtteil. Mit Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt schaffen sie nicht nur Begegnungsmöglichkeiten für die Nachbarschaft, sondern engagieren sich zugleich für soziale Projekte in der Region. Auch künftig ist geplant, die Tombola fortzuführen und mit den Erlösen erneut gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Damit zeigt sich einmal mehr, welche Außenwirkung starkes und lokales Engagement entfalten kann – weit über die Grenzen des eigenen Stadtteils hinaus.

Wer die Arbeit von KinderEngel RheinMain selbst unterstützen möchte, findet unter Unterstützen – KinderEngel RheinMain e.V. Informationen zur Mitgliedschaft sowie Möglichkeiten für einmalige oder regelmäßige Spenden.

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Der Kinderschutzbund sammelt wieder gut erhaltene Kleiderspenden

Symbolbild Kleiderspende für Hilton Basar

Am 18.04.2026 findet wieder der große Hilton-Basar statt. In den Räumlichkeiten des Frankfurt Hilton City Centre dürfen sich Besucher erneut auf ein besonderes Shopping-Erlebnis für den guten Zweck freuen.

„Wir freuen uns riesig und sind sehr dankbar, dass Marc Snijders, General Manager des Frankfurt Hilton City Centre, keine Sekunde gezögert hat, uns auch in diesem Jahr wieder die Räumlichkeiten für unseren Basar zur Verfügung zu stellen“, sagt Mela Krauß, Vorstandsmitglied beim Frankfurter Kinderschutzbund.

Hilton-Basar – Shoppen mit gutem Gewissen

Am Samstag, den 18. April 2026, heißt es wieder: nach Herzenslust shoppen – und das mit gutem Gewissen. Der gesamte Erlös des Basars kommt den Angeboten und Projekten des Frankfurter Kinderschutzbundes zugute und unterstützt damit direkt Kinder, Jugendliche und Familien in Frankfurt.

Vor dem Basar heißt es: Ran an die Kleiderschränke

Damit der Basar ein voller Erfolg wird, ist der Kinderschutzbund auf gut erhaltene Kleiderspenden angewiesen. Wer Platz für Neues schaffen möchte, kann aussortierte, hochwertige Kleidung als Spende abgeben.

Die Abgabestelle für Kleiderspenden befindet sich in diesem Jahr in der Bockenheimer Landstraße 24. Der Zugang zur Sammelstelle im Hinterhof erfolgt über die Wöhlerstraße 2. Bitte beachten Sie die Wegweiser des Kinderschutzbundes.

Sammeltermine

Montag 16.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Donnerstag 19.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Mittwoch 25.02.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Samstag 07.03.2026 10:30 Uhr -13:00 Uhr
Mittwoch 11.03.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr
Montag 16.03.2026 15:30 Uhr -18:00 Uhr

Gesucht werden sehr gut erhaltene:

  • hochwertige Kleidung für Damen, Herren und Kinder
  • ungetragene Damen- und Herrenschuhe
  • Taschen, Hüte und Accessoires und Modeschmuck

Gemeinsam für die Zukunft aller Kinder

Das Engagement der Frankfurter Bürgerschaft und der Unternehmen ist überwältigend. Der Basar wird von einem ehrenamtlichen Team organisiert. Mela Krauß koordiniert die Veranstaltung und wird dabei von den ehemaligen Vorstandsfrauen Elisabeth Gradl-Markl, Sigrid Hintze und der engagierten Ärztin Miriam Wiesenhütter sowie von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt.

Ebenso beteiligen sich die Deutsche Bank und weitere Unternehmen wie Clifford Chance, Blackstone und der Charity-Partner Morgan Stanley. Sie unterstützen den Basar mit firmeninternen Kleidersammlungen und vielen helfenden Händen.

Weitere Infos sind unter https://www.kinderschutzbund-frankfurt.de und auf Instagram zu finden.

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Stunde der Wintervögel – Vögel in Frankfurt unter Druck

Vogelzählung

Zählergebnisse spiegeln Herausforderungen wider, die in den Wahlprogrammen zur Kommunalwahl kaum eine Rolle spielen

Die Ergebnisse der vom NABU initiierten „Stunde der Wintervögel“ zeigen für Frankfurt am Main eine klare Tendenz: Die Zahl der beobachteten Vögel liegt deutlich unter den Werten früherer Jahre. Selbst häufige Arten wie Haussperling, Kohlmeise und Amsel wurden seltener gesichtet.

Insgesamt meldeten 797 Teilnehmende aus 590 Gärten 14.839 Vögel. Das entspricht einem Durchschnitt von 25 Vögeln pro Garten. Zum Vergleich: Bundesweit wurden durchschnittlich 32 Vögel pro Garten gezählt, im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 46 Vögeln.

Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit zwei zentralen Herausforderungen der Stadt: der zunehmenden Flächenversiegelung und dem Rückgang der Artenvielfalt. Beide Themen finden sich in den Wahlprogrammen zur anstehenden Kommunalwahl bislang kaum wieder.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei einzelnen Arten: Der Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn, wies bei der letzten Zählung in Frankfurt eine stabile Population auf – allerdings auf insgesamt niedrigem Niveau. Deutlich kritischer ist die Situation beim Steinkauz, der im Jahr 2025 einen besonders schlechten Bruterfolg verzeichnete.

Flächenversiegelung als strukturelles Problem – und politisches Kernthema

Frankfurt gehört zu den am stärksten verdichteten Städten Deutschlands. Die Wintervogelzählung macht sichtbar, was Fachleute seit Jahren betonen: Je stärker Flächen versiegelt werden, desto weniger Lebensräume bleiben für Vögel und andere Tierarten.

Typische Folgen der Flächenversiegelung, die sich auch in den Zählergebnissen widerspiegeln, sind:

  • Verlust von Hecken, Brachen und alten Bäumen
  • Rückgang naturnaher Gärten
  • Entstehung von Hitzeinseln in dicht bebauten Quartieren
  • Rückgang von Insekten – und damit der Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten

Der Rückgang vieler Vogelarten ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines umfassenden Verlusts biologischer Vielfalt. In Frankfurt wird dieser Trend insbesondere durch

  • intensive Bautätigkeit,
  • hohe Verkehrsbelastung,
  • Fragmentierung von Grünflächen sowie
  • den Verlust von Insektenlebensräumen

weiter verstärkt.

Die Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ zeigen, wie dringend gegengesteuert werden muss – denn zunehmend geraten auch bislang als robust geltende Arten unter Druck.

Fazit

Die Frankfurter Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ sind ein deutliches Warnsignal: Die Vogelwelt der Stadt steht unter zunehmendem Druck. Die damit verbundenen Herausforderungen spiegeln sich jedoch kaum in den aktuellen politischen Debatten zur Kommunalwahl wider – insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung, Grünflächenpolitik und Artenschutz.

Eine nachhaltige, naturfreundliche Stadtplanung ist entscheidend, um die biologische Vielfalt zu erhalten und Frankfurt auch künftig lebenswert zu gestalten.


Warum die Wintervogelzählung für die Kommunalpolitik relevant ist

Die Frankfurter Daten zeigen deutlich, wie sich städtische Entscheidungen langfristig auf die Natur auswirken. Sie machen klar:

  • Naturnahe Stadtentwicklung ist aktiver Artenschutz.
  • Flächenversiegelung hat messbare ökologische Folgen.
  • Naturnahe Strukturen sind kein Luxus, sondern notwendiger Bestandteil zukunftsfähiger Stadtentwicklung.

Der NABU Frankfurt fordert daher:

  • den Ausbau vernetzter Grünzüge,
  • die Förderung biodiverser Parks und Grünflächen,
  • wirksame Maßnahmen gegen das Insektensterben,
  • eine konsequent ökologische Stadtplanung,
  • strengere ökologische Vorgaben für Neubauprojekte,
  • den Schutz alter Baumbestände, insbesondere durch die Ausweisung von Prozessschutzflächen für einen Großteil des Stadtwaldes,
  • die Förderung naturnaher Gärten und Fassadenbegrünung,
  • eine naturnahe Pflege kommunaler Flächen („Mehr Wildnis wagen!“),
  • die zügige Umsetzung des Arten- und Biotopschutzkonzeptes (ABSK),
  • sowie die weitere Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für die Frankfurter Bäche.
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Endlich sorgenfreier Backen

Symbolbild Elektrogeräte Tauschaktion

Die Stadt Frankfurt schenkt Menschen mit Frankfurt-Pass und geringem Einkommen ab sofort ein energieeffizientes Haushaltsgerät

„Da kann das Backen ja wieder richtig Spaß machen und es geht vor allem sorgenfreier als früher“. Diese und ähnliche Aussagen hören viele Mitarbeiter in Sozialrathäusern aktuell von Bürgern.

Grund der Freude ist ein am Montag, 2. Februar, startendes Programm zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte. Dabei werden stromfressende Geräte kostenlos in neue energieeffiziente getauscht. Voraussetzung: Sie müssen älter als zehn Jahre sein oder sie entsprechen nicht der Energieklasse „D“. Konkret geht es um:

  • Kühlschränke
  • Kühl-/Gefrierkombinationen
  • Waschmaschinen
  • Herde
  • Geschirrspüler (für Familien oder Alleinerziehende mit mindestens drei Kindern)

Einen Antrag dafür können alle Personen stellen, die einen gültigen Frankfurt-Pass oder einen Bewilligungsbescheid über Asylbewerberleistungen, Bürgergeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe oder Wohngeld besitzen.

Haushalte mit geringem Einkommen, aber ohne Frankfurt-Pass, können ebenfalls teilnehmen. Interessierte bewerben sich per E-Mail an info@frankfurt-pass-spart-strom.de, in allen Sozialrathäusern oder per Post an die gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling GmbH (GWR), Lärchenstraße 131, 65933 Frankfurt am Main. Ob die alten Haushaltsgeräte die Kriterien erfüllen, prüft der Energiesparservice der Caritas Frankfurt. Fragen dazu beantwortet die GWR telefonisch unter 069-942163280. Sie bringt nicht nur die neuen Geräte in die Haushalte, sondern nimmt die Alten auch gleich mit.

Das Programm ist auf Initiative von Oberbürgermeister Mike Josef und Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, beschlossen worden. „Mir ist es sehr wichtig, Bürger mit geringem Einkommen im Alltag spürbar zu entlasten. Mit dem kostenfreien Austausch sollen die Stromkosten der Haushalte durch moderne energieeffiziente Geräte dauerhaft gesenkt werden. Dafür stellt die Stadt Frankfurt am Main 4 Millionen Euro bereit“, sagt Josef.

„Mit dem neuen Energiehilfefonds setzt Frankfurt ein klares Zeichen für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Denn wir denken das Soziale nicht isoliert, sondern als Teil eines nachhaltigen Ganzen“, sagt Voitl.

Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes, freut sich sehr, denn „gerade in diesen Zeiten, in denen Energie, Lebensmittel und Wohnen immer teurer werden, wollten wir ein Projekt entwickeln, um langfristig Stromkosten für Menschen zu reduzieren, die von Benachteiligung betroffen sind“.

Profitieren von dem Angebot können bis zu 68.000 Haushalte in der Stadt!

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Zwischen zwei Heimaten – mein Einsatz für Irans Freiheit

Demonstration für Demokratische Rechte im Iran

Seit zehn Jahren lebe ich auf dem Frankfurter Riedberg, einem Ort, den ich heute meine Heimat nenne. Hier erfahre ich täglich, was Freiheit, Selbstbestimmung und demokratische Werte bedeuten. Gleichzeitig schlägt mein Herz für eine zweite Heimat: den Iran. Meine Eltern mussten das Land verlassen, weil Repression, Unterdrückung und politische Verfolgung ihren Alltag vor Ort bestimmten.

Das freie Leben, das ich in Deutschland führen darf, hat in mir eine zentrale Frage aufgeworfen: Warum wird genau dieses Recht den jungen Menschen im Iran bis heute verwehrt?

Aus der Frage wurde Engagement. Heute setze ich mich als Menschenrechtsaktivistin im Verein »Junge Stimmen für Irans Freiheit« für einen demokratischen Wandel im Iran ein. Mir ist es ein besonderes Anliegen, den Menschen auf dem Riedberg, vor allem meinen iranischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, eine hoffnungsvolle Botschaft zu vermitteln. Die Proteste im Iran sind kein Zufall und kein kurzfristiger Trend. Sie sind in einem organisierten Widerstand verwurzelt, der maßgeblich von jungen Menschen getragen wird, die sich mutig gegen jede Form von Alleinherrschaft und Diktatur stellen.

Die Geschichte wird zeigen: Die Schah-Diktatur wird überwunden und auch das heutige Mullah-Regime wird durch den aufopferungsvollen Einsatz des iranischen Volkes gestürzt werden. Die Zukunft Irans liegt in den Händen seiner Bewohner und ihres organisierten Widerstands. Es ist Zeit für einen demokratischen Neubeginn auf Grundlage des 10-Punkte-Programms von Frau Maryam Rajavi, der iranischen Oppositionsführerin:

  1. die Trennung von Staat und Religion,
  2. Gleichberechtigung der Geschlechter,
  3. soziale und individuelle Freiheiten,
  4. ein Iran ohne Todesstrafe
  5. und ohne nukleare Waffen

Vor diesem Hintergrund organisiere ich derzeit eine Großdemonstration am 7. Februar 2026 in Berlin, zu der der Nationale Widerstandsrat Iran – die demokratische Hauptopposition – aufgerufen hat. Es wird die größte Demonstration seit Beginn der Proteste sein. Zehntausende Menschen aus aller Welt sowie hochrangige politische Persönlichkeiten werden erwartet.

Demonstration für Demokratische Rechte im Iran

Vom Riedberg aus bin ich mit zahlreichen jungen Menschen weltweit vernetzt. Gemeinsam tragen wir eine Botschaft der Hoffnung in die Welt: Die Opfer dieses Regimes sind nicht umsonst gestorben. Wir setzen ihren Weg fort und geben nicht auf, bis der Iran eine freie, demokratische Republik ist- ohne Monarchie und ohne religiöse Tyrannei. Ein Land, in dem demokratische Werte gelten, Talente sich entfalten können und in dem eines Tages auch Stadtteile entstehen, die ein friedliches Leben ermöglichen – so wie hier auf dem Riedberg.

Gastbeitrag Raha Ramin


Der 10 Punkte Plan für die Zukunft Irans

  1. Ablehnung von velayat-e faqih (Herrschaft der theologischen Rechtsgelehrten). Bekräftigung der Volkssouveränität in einer Republik, die auf allgemeinem Wahlrecht und Pluralismus beruht.
  2. Meinungsfreiheit, Freiheit politischer Parteien, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und freien Zugang zum Internet. Auflösung des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), der terroristischen Quods-Brigade, Zivilgruppen, der unpopulären Basidsch-Miliz.
  3. Bekenntnis zu individuellen und sozialen Freiheiten und Rechten gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Auflösung aller für Zensur und Inquisition zuständigen Behörden. Suche nach Gerechtigkeit für massakrierte politische Gefangene, Verbot der Folter und Abschaffung der Todesstrafe.
  4. Trennung von Religion und Staat sowie Religions- und Glaubensfreiheit.
  5. Vollständige Gleichstellung der Geschlechter im Bereich der politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte und gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an politischen Führungspositionen. Abschaffung jeglicher Form von Diskriminierung; das Recht, die eigene Kleidung frei zu wählen; das Recht, frei zu heiraten und sich scheiden zu lassen sowie Bildung und Beschäftigung zu erhalten.
  6. Ein unabhängiges Justiz- und Rechtssystem im Einklang mit internationalen Standards, basierend auf der Unschuldsvermutung, dem Recht auf einen Verteidiger, dem Recht auf Berufung und dem Recht, vor einem öffentlichen Gericht verhandelt zu werden. Volle Unabhängigkeit der Richter. Abschaffung des Scharia-Gesetzes der Mullahs und Auflösung der islamischen Revolutionsgerichte.
  7. Autonomie und Beseitigung doppelter Ungerechtigkeiten gegenüber iranischen Nationalitäten (bzw. die Autonomie des iranischen Kurdistans).
  8. Gerechtigkeit und Chancengleichheit in den Bereichen Beschäftigung und Unternehmertum für alle Menschen im Iran in einer freien Marktwirtschaft. Wiederherstellung der Rechte von Arbeitern, Landwirten, Krankenschwestern, Angestellten, Lehrern und Rentnern.
  9. Schutz und Sanierung der Umwelt, die unter der Herrschaft der Mullahs massakriert wurde.
  10. Ein Iran ohne Atomwaffen. Frieden, Koexistenz sowie internationale und regionale Zusammenarbeit.


Leserbrief (leicht gekürzt):

Im Beitrag wird der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) als „demokratische Hauptopposition“ dargestellt. Viele Iraner empfinden diese Beschreibung jedoch als irreführend. Der NWRI ist eng mit der Organisation MEK verbunden, die aufgrund ihrer gewaltsamen Vergangenheit und ihrer internen Strukturen seit Jahren umstritten ist. Deutsche Sicherheitsbehörden sowie internationale Menschenrechtsorganisationen haben sich wiederholt kritisch zu dieser Gruppierung geäußert.

Während das iranische Regime mit wachsender Repression gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, steigen die Hinrichtungszahlen, Journalisten und Aktivisten werden verfolgt, und die Meinungs- sowie Internetfreiheit werden massiv eingeschränkt. Dennoch fordern Millionen Iraner weiterhin Freiheit, Demokratie und einen säkularen Rechtsstaat auf Grundlage universeller Menschenrechte.

Viele Menschen im Iran sowie zahlreiche Iraner im Ausland sehen heute in Prinz Reza Pahlavi eine wichtige Persönlichkeit für einen demokratischen und friedlichen Übergang. Seit Jahren setzt er sich öffentlich für die territoriale Integrität Irans, die Trennung von Religion und Staat, freie Wahlen sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ein.

Für viele Iraner steht das Symbol von „Löwe und Sonne“ heute nicht nur für ein historisches Emblem, sondern auch für nationale Identität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Hoffnung auf eine freie Zukunft Irans. Die breite Unterstützung für die Botschaften und Aufrufe von Prinz Reza Pahlavi zeigt, dass ihn viele Menschen als eine verbindende Figur für die Übergangsphase nach der Islamischen Republik betrachten.

Gerade lokale Medien spielen eine wichtige Rolle dabei, gesellschaftliches Verständnis, demokratischen Dialog und Transparenz zu fördern. Eine ausgewogene Darstellung der unterschiedlichen Stimmen innerhalb der iranischen Community kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und den Leserinnen und Lesern ein differenzierteres Bild der aktuellen Situation im Iran zu vermitteln.

Hadi R.

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Mehr Grün, weniger Verkehr: Studierende geben Impulse für den Riedberg von morgen

Bushaltestelle Paul-Apel-Straße

Der Riedberg gilt als junger, dynamisch wachsender Stadtteil. Obwohl die Bebauung größtenteils erst vor rund zehn Jahren abgeschlossen wurde, zeigen sich bereits heute erste Herausforderungen: zu viele Autos, überlastete Parkplätze und eine stellenweise unzureichende Begrünung mindern langfristig die Lebensqualität. Im Mai 2025 besuchten 22 Studierende der Uni Kassel deshalb den Riedberg. Ihr Ziel: Eine umfassende Analyse, die aufzeigen sollte, welches zukunftsgewandte Entwicklungspotenzial im Stadtteil Riedberg steckt. Am 23. Januar stellte die Forschungsgruppe ihre Ergebnisse nun dem Ortsbeirat vor.

Reduktion des Autoverkehrs

Ein zentrales Problem geht laut der Bachelor- und Masterstudierenden insbesondere vom motorisierten Verkehr aus. Derzeit werden rund ein Drittel aller Wege innerhalb des Stadtteils mit dem Auto zurückgelegt. Um die Mobilität im Stadtteil zukunftstauglicher zu gestalten, schlagen Luca Krull und seine Kommilitonen das Konzept der „10-Minuten-Stadt“ vor: Alle wichtigen Alltagsziele sollten demnach vom Wohnort in etwa zehn Minuten zu erreichen sein- ohne Auto, dafür zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV.

Dazu soll der Riedberg in verschiedene Bereiche – sogenannte Quartiere – gegliedert werden, ohne die bestehende Straßenstruktur grundlegend verändern zu müssen. Der Verkehr wird in diesem Zukunftsszenario gezielt auf die umliegenden Straßen der Quartiere gelenkt, wobei auf dem gesamten Riedberg ein Tempolimit von 30 km/h gelten soll und innerhalb der Quartiere nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Großstädte wie Kopenhagen oder Paris setzten dieses Konzept bereits erfolgreich um.

Die Verlagerung des fließenden Verkehrs würde neue Räume für nachbarschaftliche Begegnungen eröffnen. Gleichzeitig entstünden durchgehende Grünflächen mit Platz für größere, zusammenhängende Lebensräume. Ziel ist es insgesamt also, den Straßenraum zu einem Ort der Begegnung umzugestalten.

Vortragender der Universität Kassel

Mehr Begrünung für den Riedberg

Darüber hinaus bewerteten die Studierenden den öffentlichen Raum insgesamt als stark versiegelt. Etwa bei den zahlreichen Bushaltestellen gebe es Handlungsbedarf, um vor allem bei hohen Außentemperaturen die Wartezeiten angenehmer zu gestalten.

Heiße Metallbänke und fehlende Bäume zwingen die Riedberger schon in den frühen Sommermonaten dazu, im Schatten einige Meter entfernt von der Haltestelle auf den Bus zu warten. Annemarie Tacke stellt anhand der Haltestelle „Paul-Apel-Straße“ deshalb vor, wie es am Riedberg künftig aussehen könnte: Holzbänke, Fassadenbegrünung, Schatten spendende Bäume und Fahrradparkplätze neben dem Wartehäuschen sollen die Nutzung des ÖPNVs ansprechender gestalten.

Als weitere Maßnahme zur Auflockerung der versiegelten Flächen schlagen die Studierenden außerdem bepflanzte Hochbeete vor, etwa auf dem Riedbergplatz. Die Pflege durch private Anwohner oder beispielsweise eine Schulklasse soll eine soziale Interaktion in der Nachbarschaft fördern. Neben dem positiven sozialen Effekt bieten die Beete außerdem gegenüber dicken Betonmauern eine ästhetischere Alternative zur Abtrennung gemeinschaftlicher Orte zum Verkehrsraum.

Am Abend der Beiratssitzung präsentierte die Forschungsgruppe eine Reihe an Gestaltungsideen, um den Riedberg für seine Bewohner lebenswerter zu gestalten. Die Rückmeldung fiel aus allen Fraktionen des Ortsbeirats 12 positiv aus. Ob und in welchem Umfang die Impulse der jungen Forschenden in Zukunft aufgegriffen werden, liegt nun bei den aktuellen und künftigen Mitgliedern des Ortsbeirats.

 

 

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20 Jahre Engagement für das Gemeinwohl: Stiftung Citoyen sucht Klimaschützer aus der Region

Klimawandel Symbolbild

Seit zwei Jahrzehnten prägt die Stiftung Citoyen das bürgerschaftliche Leben im Rhein-Main-Gebiet. Gegründet im Jahr 2004, feierte die Frankfurter Bürgerstiftung unlängst ihr 20-jähriges Bestehen im Frankfurter Literaturhaus. Mit einem klaren Fokus auf Bildung, Kultur und gesellschaftliches Miteinander hat sich die Institution als feste Größe für die Förderung von Projekten etabliert, die dort ansetzen, wo staatliche oder kirchliche Hilfe endet.

Von der Idee am Esstisch zur festen Institution

Die Entstehungsgeschichte der Stiftung ist eng mit der Familie des Verlegers Paul Dierichs verbunden. Dessen Tochter, die Journalistin Helga Dierichs, erbte gemeinsam mit ihren Brüdern die väterliche Stiftung. Während diese sich zunächst der Kunstförderung widmete, strebte Dierichs nach einer direkteren Wirkung in der Stadtgesellschaft. Da der Name „Frankfurter Bürgerstiftung“ bereits vergeben war, wählte sie die französische Entsprechung: Citoyen. Der Begriff steht dabei bewusst für mehr als nur den Status eines Bewohners; er atmet staatsbürgerliches Verantwortungsbewusstsein.

Was am Esstisch im privaten Kreis mit Ideen engagierter Frauen aus Politik und Journalismus begann, entwickelte sich schnell zu einem wirkungsvollen Netzwerk. In den vergangenen 20 Jahren unterstützte die Stiftung eine Vielzahl prominenter Vorhaben. Dazu zählen die Jugendbildungsstätte Anne Frank, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie Projekte zur Integration von Migranten wie „Frauen kommen an“. Auch bei der Restaurierung historischer Wandgemälde im Poelzig-Bau der Goethe-Universität leistete die Stiftung einen entscheidenden Beitrag.

Die „Citoyenne“: Ein Preis für den Bürgersinn

Ein zentrales Element der Stiftungsarbeit ist die Verleihung des Preises für Bürgersinn, genannt „Citoyenne“. Seit 2012 wird diese Auszeichnung alle zwei Jahre vergeben, um besonderes Engagement in den Bereichen kulturelle Vielfalt, Generationenprojekte und Umwelt zu würdigen. Die Trophäe selbst ist symbolträchtig gestaltet: Sie erinnert an ein Megafon oder ein Hörrohr und soll die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die oft unbemerkt Gutes tun.

Ausschreibung 2026: „Ran ans Klima!“

Für das Jahr 2026 hat die Stiftung nun die neue Runde des Wettbewerbs ausgerufen. Unter dem Motto „Ran ans Klima!“ werden Initiativen gesucht, die sich im Rhein-Main-Gebiet aktiv für den Klimaschutz, die Einsparung von Ressourcen oder die Bewahrung von Flora und Fauna einsetzen. Als prominente Patin für die aktuelle Ausschreibung konnte die Transformationsforscherin und Mitbegründerin von „Scientists for Future“, Maja Göpel, gewonnen werden. Sie betont die Bedeutung jedes Einzelnen für eine nachhaltige Zukunft.

Bewerben können sich Einzelpersonen und Gruppen aus Frankfurt, Offenbach und den angrenzenden Landkreisen bis zum 26. März 2026. Es winkt ein Preisgeld von insgesamt 9.500 Euro, das von Partnern wie der Bethmann Bank, der Mediengruppe Frankfurt und dem Lions-Club Frankfurt Römer zur Verfügung gestellt wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 15. Juni 2026 im Gallus-Theater statt.

Mit Blick auf die Zukunft plant die Stiftung, die Demokratieförderung in Schulen weiter zu stärken und Eltern beim Übergang ihrer Kinder zwischen den Bildungsstufen zu begleiten. Informationen zur aktuellen Ausschreibung sind auf der Webseite der Stiftung unter www.stiftung-citoyen.de abrufbar.

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„Meister Bockert“ am Erlenbach: Biber lockt hunderte Bürger nach Nieder-Erlenbach

Biber

Die Rückkehr eines tierischen Baumeisters sorgt in Frankfurt für großes Aufsehen: Rund 280 interessierte Bürger versammelten sich am vergangenen Sonntag im SAALBAU, um mehr über den neuen Bewohner des Erlenbachs zu erfahren. Zu der Informationsveranstaltung hatte der NABU Frankfurt Nord eingeladen, nachdem im November 2025 ein Biber in unmittelbarer Nähe zum Sportgelände der TSG Nieder-Erlenbach entdeckt worden war.

Ein Rückkehrer mit Geschichte

Andreas Frey, Vorstandsmitglied des NABU Frankfurt Nord, hatte das Tier und seinen eindrucksvollen Damm am Parkplatz der Fußballfelder gemeldet. Dass die Ansiedlung auf so großes öffentliches Interesse stößt, liegt auch an der Seltenheit des Tieres in der Region. Wie Manfred Sattler, ehrenamtlicher Revierbetreuer des Regierungspräsidiums Darmstadt, ausführte, galt der Biber in Europa aufgrund der Jagd auf sein dichtes Fell lange Zeit als fast ausgerottet.

Erst durch gezielte Auswilderungen im Spessart Ende der 1980er-Jahre konnte sich die Population in Hessen wieder erholen. Heute ist das Tier zwar nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht, genießt aber weiterhin einen strengen gesetzlichen Schutzstatus.

Ökologischer Nutzen und Herausforderungen

Der Biber gilt als natürlicher Landschaftsgestalter, der Lebensräume ohne bürokratischen Aufwand und kostenfrei umgestaltet. Seine Dämme schaffen wertvolle Stillwasserzonen, die zahlreichen Fischarten, Vögeln und Amphibien als Versteck dienen. Zudem fungieren die Bauwerke als Sedimentfallen, die Schadstoffe zurückhalten und die Selbstreinigung des Gewässers fördern. Ein wesentlicher Vorteil für die Anwohner ist der Hochwasserschutz: Bei Starkregen verlangsamen die Biberteiche den Abfluss des Wassers erheblich.

Trotz dieser Vorteile gibt es auch Konfliktpotenzial. Gottfried Lehr von der IG Nidda wies darauf hin, dass Biberdämme insbesondere bei niedrigem Wasserstand ein Hindernis für wandernde Fischarten wie die Meerforelle darstellen können.

Management und gesetzliche Schranken

Christian Kehrenberg von HessenForst erläuterte während der Veranstaltung die rechtlichen Rahmenbedingungen des hessischen Bibermanagements. Da Biber weder gestört noch vertrieben werden dürfen, stehen Präventionsmaßnahmen im Vordergrund. Dazu gehören etwa Umzäunungen zum Schutz von Bäumen vor Fraßschäden oder technische Lösungen zur Sicherung von Zu- und Abflüssen.

Eindringlich wurde davor gewarnt, Biberdämme eigenmächtig zu entfernen. Dies ist nicht nur illegal, sondern führt in der Regel dazu, dass das Tier an derselben Stelle einen noch größeren und stabileren Damm errichtet.

Das neue Biberrevier am Erlenbach mit seinen charakteristischen angenagten Bäumen und kleinen Wasserfällen wurde von Experten bereits als eines der schönsten Reviere der Region bezeichnet. Der NABU Frankfurt Nord zeigte sich erfreut über den gelungenen Abend und das große Interesse der Bürgerschaft an diesem besonderen neuen Nachbarn.


Weiterführender Link

Kontakt
NABU-KV Frankfurt am Main e.V.
Kasseler Straße 1 a
60486 Frankfurt am Main
E-Mail: nabu@nabu-frankfurt.de

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Stadtteil der Quartiere: BUND warnt vor hoher Verdichtung und Gefahren für die Landwirtschaft

Neuer Stadtteil der Quartiere

ie Planungen für den neuen „Stadtteil der Quartiere“ im Frankfurter Nordwesten treten in eine entscheidende Phase. Nach mehr als 8 Jahren Vorlauf hat der Magistrat der Stadt Frankfurt das Stadtplanungsamt beauftragt, einen konkreten Bebauungsplan auf Grundlage des Beschlusses vom 11.12.2025 zu entwickeln. Doch der BUND Kreisverband Frankfurt äußert in einer aktuellen Stellungnahme erhebliche Bedenken hinsichtlich der städtebaulichen Dichte, der Erreichbarkeit von Erholungsflächen und der Zukunft der lokalen Landwirtschaft.

Von 7 auf 3 Quartiere: Der Wandel der Planung

Ursprünglich basierten die Entwürfe auf dem Wettbewerbssieger »Büro Cityförster-Urbane Gestalt«, der unter dem Motto „Quartiere im Kreislauf“ eine durchgrünte Stadtlandschaft beiderseits der Autobahn A5 vorsah. Diese Vision wurde auch in der Bürgerbeteiligung im Jahr 2020 so vermittelt.

Die Realität sieht mittlerweile anders aus: Nachdem das Quartier „Neu-Steinbach“ bereits früher aus den Plänen gestrichen worden war, untersagte der Regierungspräsident in Darmstadt im März 2025 jegliche Bebauung auf der Westseite der Autobahn. Erlaubt sind westlich der A5 nur noch eine „Koproduktive Landschaft“, während die Wohnbebauung mit den Quartieren „Produktives Praunheim“, „Lachgraben-Quartier“ und „Neu-Weststadt“ vollständig auf die östliche Fläche konzentriert wird.

Kritik an der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM)

Trotz des Bauverbots auf der Westseite hält der Magistrat daran fest, diese Flächen in der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM) zu belassen. Ein entsprechender Antrag des Ortsbeirats 8, die westlichen Flächen aus der SEM herauszunehmen, wurde abgelehnt. Der Magistrat begründet dies damit, dass die Westflächen als notwendige Naherholungs- und Ausgleichsflächen für den nun deutlich verdichteten Osten dienen müssen, da dort kein Raum mehr für solche Angebote bleibe.

Der BUND hinterfragt kritisch, ob unter diesen Voraussetzungen die in den Wettbewerbsentwürfen versprochene „angenehm durchgrünte Stadtlandschaft“ überhaupt noch realisierbar ist. Es stelle sich die Frage, wie dicht und wie hoch – mit wie vielen Etagen – im verbleibenden Bereich tatsächlich gebaut werden soll.

Lange Wege und gefährdete Landwirtschaft

Ein zentraler Kritikpunkt des Umweltverbands ist die Erreichbarkeit von Grünflächen. Das Ziel einer „Green City“, in der jeder Bürger innerhalb von 15 Minuten fußläufig Erholungsräume erreichen kann, scheint für die neuen Bewohner unrealistisch, da hierfür die Autobahn überquert werden müsste. Auch für die Anwohner der bestehenden Quartiere Praunheim und Nordweststadt würden sich die Wege zu den verbleibenden Freiflächen deutlich verlängern.

Besonders besorgt zeigt sich der BUND über die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Durch die Versiegelung der fruchtbaren Lehmlössböden im Osten und die Umgestaltung der Westseite zur „Koproduktiven Landschaft“ verlieren die ansässigen Landwirte ihre Existenzgrundlage. Bisher gebe es keinen Landwirt, der die Vereinnahmung seiner Felder befürworte. Ersatzflächen auf schlechteren Böden würden zu geringeren Erträgen, höherem Düngereinsatz und einem gesteigerten Bewässerungsbedarf führen. Längere Anfahrtswege zu entfernteren Feldern würden zudem den CO2-Ausstoß erhöhen und die Klimaziele der Stadt konterkarieren.

Appell an die Entscheider

Wolf-Rüdiger Hansen vom Vorstand des BUND-Kreisverbands Frankfurt kritisiert, dass der außerordentliche Wert der Lehmlössböden sowie die wirtschaftlichen und klimatischen Zusammenhänge von den städtischen Gremien bisher nicht ausreichend gewürdigt werden. Angesichts des Klimawandels und der Bedeutung der Ernährungssicherheit sei der Verlust dieser wertvollen Flächen für einen hochverdichteten Stadtteil ein falsches Signal.


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Millionenförderung für Archäologie: Kultbezirk der Römerstadt NIDA wird erforscht

In einem Brunnen fand sich neben einer Statuette der Göttin Diana und einer auf den 9. September 246 n. Chr. datierten Weihinschrift für Merkur Alatheus auch ein menschliches Skelett.

Ein bedeutender Meilenstein für die hessische Archäologie ist erreicht: Für die wissenschaftliche Auswertung eines neu entdeckten römischen Heiligtums auf dem Areal der antiken Stadt NIDA (Heddernheim) haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Fördermittel in Höhe von mehr als einer Million Euro bewilligt. Damit erhält ein internationales Forschungsteam in den kommenden 3 Jahren die Gelegenheit, eine der herausragenden Entdeckungen im Gebiet des römischen Germaniens umfassend zu untersuchen.

Zufallsfund bei Bauarbeiten

Der zentrale Kultbezirk wurde im Zuge von Ausgrabungen des Denkmalamtes in den Jahren 2016 bis 2018 sowie 2022 entdeckt. Anlass waren die Bauarbeiten für den Neubau der „Römerstadtschule“ in der Nordweststadt. Auf einer Fläche von fast einem halben Hektar legten die Archäologen im Zentrum der antiken Stadt ein von einer Mauer umgebenes Areal frei. Dank moderner Grabungstechnik konnten die Befunde nahezu vollständig dokumentiert werden, da sie fast ohne nachrömische Störungen erhalten geblieben sind.

Bronzestatuette eines Adlers, der auf einem Blitz steht. Adler und Blitz sind Symbole für Jupiter, den höchsten römischen Gott.

Bronzestatuette eines Adlers, der auf einem Blitz steht. Adler und Blitz sind Symbole für Jupiter, den höchsten römischen Gott, Foto: Denkmalamt Stadt Frankfurt

Einzigartige architektonische Befunde

Der Kultbezirk unterscheidet sich deutlich von anderen Fundplätzen. Während sich im Zentrum einer römischen Stadt üblicherweise das Forum befindet, wurde in NIDA ein mehrphasiges Heiligtum mit verschiedenen Tempeln entdeckt – ein Befund, der im gesamten Imperium seinesgleichen sucht. Das Areal umfasst 11 Steinbauten sowie rund 70 Schächte und 10 Gruben für (rituelle) Deponierungen. Die ungewöhnlichen Gebäudegrundrisse finden in den germanischen und gallischen Provinzen keine direkten Parallelen.

Hinweise auf eine aufwendige Gestaltung liefern mehr als 5.000 Fragmente von bemaltem Wandverputz sowie bronzene Tür- und Fensterbeschläge. Die Auswertung dieser Wandmalereien soll künftig Aufschluss über Raumhöhen und die Innenausstattung der Kultbauten geben.

Zwei von über 5.000 Fragmenten bemaltem Wandverputzes aus dem Kultbezirk.

Zwei von über 5.000 Fragmenten bemaltem Wandverputzes aus dem Kultbezirk, Foto: C. Wenzel / AMF

Opfergaben und rituelle Praktiken

In den Schächten und Gruben fanden die Wissenschaftler zahlreiche Keramikgefäße sowie große Mengen an pflanzlichen und tierischen Überresten, darunter Knochen von Fischen und Vögeln. Experten vermuten hierbei Reste kultischer Mahlzeiten und Opferhandlungen. Zur detaillierten Analyse wurden 150 Proben für archäozoologische und archäobotanische Untersuchungen entnommen.

Besondere Bedeutung für das Verständnis der religiösen Praxis haben zudem 254 römische Münzen und über 70 Gewandspangen (Fibeln) aus Silber und Bronze, die als Weihe- und Votivgaben dienten. Ein außergewöhnlicher Aspekt der Fundstätte sind zudem Hinweise auf mögliche Menschenopfer.

Trotz der guten Erhaltung ist die Bestimmung der verehrten Gottheiten bislang nur eingeschränkt möglich. Inschriften und Darstellungen belegen jedoch die Verehrung von Jupiter, »Jupiter Dolichenus«, »Mercurius Alatheus«, Diana, Apollon sowie der keltisch-römischen Fruchtbarkeitsgöttin Epona. Dies lässt auf ein überregional bedeutendes Heiligtum schließen, in dem verschiedene Gottheiten nebeneinander verehrt wurden.

Fingerring aus Silber mit Gemme (2./3. Jahrhundert n. Chr.)

Fingerring aus Silber mit Gemme (2./3. Jahrhundert n. Chr.), Foto: S. Martins / AMF

Interdisziplinäre Forschung

Das länderübergreifende Projekt wird von namhaften Institutionen getragen. Neben dem Archäologischen Museum Frankfurt und dem Denkmalamt der Stadt sind die Goethe-Universität Frankfurt, die Universität Basel sowie die Römisch-Germanische Kommission (RGK) beteiligt. Ziel ist es, die rituellen Praktiken zu rekonstruieren und den Kultbezirk kulturhistorisch in die Sakrallandschaft der römischen Nordwestprovinzen einzuordnen.

Nach aktuellen Erkenntnissen wurde der Bezirk zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. angelegt und bestand mindestens bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts. NIDA entwickelte sich in dieser Zeit vom militärischen Knotenpunkt zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Limesregion, bevor die Stadt um 275/280 n. Chr. aufgegeben wurde.

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