Brandgefahr in der Flüchtlings-Unterkunft am Alten Flugplatz

Undichte Dächer, Ungeziefer, enge Wohnverhältnisse, Hygienemängel und mangelndes Verständnis bei den Mitarbeitern des Trägers: Rund 100 Flüchtlinge haben Mitte Juni gegen die völlig unakzeptablen Zustände in der Unterkunft am Alten Flugplatz Bonames protestiert. Bei der Überprüfung der Stadt stellte man fest, dass wegen Überlastung des Stromnetzes sogar Brandgefahr besteht

Bei den Vorbereitungen zur Verbesserung der Situation in den Küchen der Flüchtlingsunterkunft Am Alten Flugplatz sind Schwierigkeiten aufgetreten. Vielen Familien reichten die vorhandenen Kochmöglichkeiten nicht aus. Vermehrt wurden in den vergangenen Monaten Herde angeschlossen, die das Stromnetz überforderten. Dadurch kam es zu angeschmorten Kabeln. Bei der Überprüfung der Leitungen zeigten sich nun Messwerte, die auch eine Beschädigung weiterer Leitungen als Ursache haben könnten.

Um kurzfristig die Sicherheit für alle Bewohner zu gewährleisten, dürfen ab sofort keine elektrischen Großverbraucher wie Herde betrieben werden. Am Freitag, 10. Juli, haben städtische Mitarbeiter den Bewohnern die Situation erklärt und für eine Entfernung und Einlagerung der Geräte aus den Appartements gesorgt. Stadträtin Daniela Birkenfeld sagt: „Die Brandgefahr auszuschließen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten hat selbstverständlich oberste Priorität.“

Die Versorgung mit warmem Essen wird durch den Arbeiter-Samariter-Bund gewährleistet. Die Zubereitung kalter Speisen durch die Bewohner ist weiterhin in den Appartements möglich, weil Kühlschranke und Warmwasserbereitung nicht betroffen sind.

Im laufenden Betrieb der Einrichtung ist die genaue Überprüfung der elektrischen Anlagen und die Durchführung eventuell nötiger Folgearbeiten nicht möglich. Derzeit wird noch geklärt, ob die Bauteile nacheinander abgearbeitet werden können. Das wäre für alle Beteiligten das geringere Übel, denn so müsste immer nur ein Teil der Bewohner vorübergehend in eine andere Unterkunft umziehen. Nach Abschluss der Arbeiten stehen den Menschen dann die Appartements wieder zur Verfügung. Eine Nutzung der Küchen ist dann auch wieder möglich. Stadträtin Birkenfeld sagt: „Diese Maßnahme ist für alle Beteiligten mit großem Umstand und Einschränkungen verbunden. Aber wir haben das Ziel, allen Bewohnerinnen und Bewohner Kochmöglichkeiten ohne Einschränkung zur Verfügung zu stellen.“

Doch die Lage spitzt sich weiter zu. Auch die Kritik am Betreiber und an der mangelnden Überprüfung durch die Stadt wird unterdessen lauter.

Foto: Archiv

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