Wer derzeit am Uni Campus Riedberg auf den Bus wartet, braucht vor allem zwei Dinge: eine wetterfeste Jacke und Geduld. An der zugehörigen Haltestelle fehlt es bislang an überdachten Wartebereichen und Sitzmöglichkeiten. Gerade bei Regen, Wind oder winterlichen Temperaturen stehen Fahrgäste oft ungeschützt am Straßenrand. Um die Situation langfristig zu verbessern, fordert die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 entsprechende Maßnahmen.
Im Rahmen des Antrags vom 09. Januar plädierte Susanne Kassold dafür, in beide Richtungen Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu errichten. Die Forderung knüpft unmittelbar an die Alltagserfahrung vieler Menschen vor Ort an. Neben Studierenden und Mitarbeitern der Universität nutzen auch zahlreiche Schulkinder sowie einkaufende Anwohner die Busverbindung regelmäßig. Besonders ältere Menschen sind auf ausreichende Sitzgelegenheiten angewiesen.
Dabei zählt der Campus Riedberg zu den dynamischsten Standorten in Frankfurt am Main. Als naturwissenschaftlicher Schwerpunkt der Goethe-Universität Frankfurt zieht er täglich tausende Studierende, Forschende und Beschäftigte an. Mit weiteren geplanten Gebäuden und wachsender Infrastruktur dürfte die Bedeutung des Standorts in den kommenden Jahren noch zunehmen – und damit auch die Zahl der Fahrgäste, die auf eine funktionierende und komfortable Busanbindung angewiesen sind.
Ursprünglich stand eine Verlegung der Haltestelle in Richtung Riedbergplatz im Raum. Angesichts seines geplanten Umbaus ab Herbst 2026 wurde dieses Vorhaben jedoch verworfen. Stattdessen soll der Fokus nun darauf liegen, die bestehenden Haltepunkte aufzuwerten und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.
Formell kann der Ortsbeirat lediglich eine Anregung gegenüber der Stadt Frankfurt aussprechen. Es liegt nun also erst einmal am Magistrat, die zuständige Nahverkehrsgesellschaft traffiQ um Prüfung und Umsetzung der Ideen zu bitten. Dabei müssen Fragen der baulichen Voraussetzungen ebenso wie die Finanzierung und die zeitliche Planung geklärt werden.
Ab wann tatsächlich neue Wartehäuschen entstehen könnten, bleibt noch offen. Erfahrungsgemäß vergehen zwischen einem solchen Antrag und dessen Umsetzung oft mehrere Monate oder sogar Jahre. Für die Fahrgäste am Campus Riedberg wäre ein überdachter Unterstand jedoch eine einfache, aber bedeutsame Erleichterung im Alltag. Gerade bei schlechtem Wetter würde er das Warten angenehmer machen und den öffentlichen Nahverkehr zukunftstauglicher gestalten. Nun bleibt abzuwarten, wie der Magistrat und traffiQ auf die Anregung reagieren und ob die Haltestelle künftig besser auf die Bedürfnisse seiner vielen Nutzer vorbereitet wird.

