Schlagwort: Sondermann

Promotion für die Sondermann-Nase

Der Sondermann im Nordpark

Gestern fand im Nordpark ein Benefizkonzert der Band ‚Funplugged‘ statt. Anlass war, Spenden für die Restaurierung der ramponierten Sondermann-Sandsteinskulptur zu sammeln.

In der Spielpause erläuterte Thomas Hartmannshenn, Abteilungsleiter Umweltvorsorge im Umweltamt der Stadt und Leiter der Grüngürtel-Projektgruppe, das Zustandekommen dieses Auftritts. Mitglieder der Band hatten, nachdem sich lange Zeit nichts an dem jammervollen Zustand des „Sondermanns“ geändert hatte, vorgeschlagen, mit einem eintrittsfreien Konzert einige zusätzliche finanzielle Mittel aufzutreiben: die Besucher sollten stattdessen um Spenden gebeten werden . Der Vorschlag war vom Umweltamt natürlich begrüßt worden: es wurde ein Sonderkonto eingerichtet, auf dem die Spendengelder gesammelt werden, die für die Restaurierung eingesetzt werden sollen. Hartmannshenn kündigte an, dass für die Wiederherstellung der Skulptur nicht nur eine neue Nase angesetzt, sondern auch die gesamte Oberfläche gereinigt wird, so dass die originale rosa Sandsteinfarbe wieder zum Vorschein kommt.

Thomas Hartmannshenn informiert; Foto: D.Walz

 

Den Auftritt der Band besuchten etwa 80 Zuhörer: die Musiker Conny Schumacher, Hermann Praetorius, Joachim Martelock, unterstützt von einem befreundeten Bassisten, lieferten ein Programm aus dem Bereich „Best of sixties and seventies“.
Dem Publikum gefiel’s, gespendet wurde großzügig.

                                                                                                             die Band ‚Funplugged‘; Foto: D.Walz

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Sondermann und die Vandalen

Der Sondermann im Nordpark

„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“. Dieser Ausspruch findet sich bereits 1828 in der Ausgabe der Schulgesetze in Bayern. … zerstören Kunst und Haus, ihr Geistes Kraft ist uns ein Graus … so hätte ich damals weitergedichtet.

Aktuelle Opfer sind dieses Jahr unter anderem das Denkmal „Der Stürzende“ in Heddernheim und die „Sondermann-Skulptur“ im Nordpark. Im Oktober wurde mit viel Geld und Aufwand das Denkmal in Heddernheim von einer Restauratorin wieder instandgesetzt. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass die geistigen Tiefflieger dieses Mahnmal verschandelt hatten.

Kosten

Rund 2.300 Euro musste das Kulturamt dafür ausgeben. Und das bei einem Jahresbudget von 30.000 Euro, das der Behörde für den Unterhalt von Denkmälern in der Stadt zur Verfügung steht. Allein 7 Kulturdenkmäler gibt es in unserem Ortsteil.

Der Sondermann-Skulptur im Nordpark wurde im September gar ihre Nase abgeschlagen, die durch ihre Überlänge der Figur etwas betont Humoristisches verlieh. Es ist eine Cartoon-Figur des Künstlers und Karikaturisten Bernd Pfarr. In der Straftat »Sachbeschädigung an einem Kulturgut« ermittelt seitdem die Kriminalpolizei.

Der GrünGürtel

Insgesamt 14 Werke der „Komischen Kunst“ wurden im Frankfurter Grüngürtel aufgestellt. Der Sondermann ist das 13. Objekt, das entlang des GrünGürtel-Wanderwegs im Mai 2013 aufgestellt wurde. Die Skulptur formte Andreas Rohrbach aus rosa Mainsandstein, der für viele historische Frankfurter Bauten typisch ist.

Jeder Stadtteil freut sich, wenn eines der interessanten Werke in seiner Gemarkung aufgestellt wurde. Immerhin ist der Frankfurter GrünGürtel etwa 68 km lang und umfasst 80 Quadratkilometer Grünflächen. Bonames hat in seiner Reichweite sogar 2 humoristische Kulturinstallationen. Hätten Sie’s gewusst? Kleiner Hinweis: Die zweite Figur befindet sich am „Alten Flugplatz“! (Auflösung:  reiT-letrüGnürG sad)

Der Sondermann

Er trägt auf seinem Sockel die Inschrift: „… und wieder ist eine attraktive Dame an mir vorübergegangen“. (Hätte auch heißen können: „… und wieder hat sich ein Idiot an mir vergangen“)

Dies ist ein Zitat aus dem Sondermann-Cartoon „Sondermann wird nachdenklich“. Die witzigen Zeichnungen sind jahrelang in dem Frankfurter Satire-Magazin „Titanic“ erschienen. Der Charakterdarsteller mit der großen Nase ist Herr Sondermann, in dessen Firma und Privatleben jedoch die ungeheuerlichsten Dinge passieren. Da wird Nashornpaste verspeist, ein Kühlschrank gezüchtigt und Tapeten gestreichelt.

Er verkörperte den Stereotypen des langweiligen, unscheinbaren und spießbürgerlichen Buchhalters. Er ist alleinstehend und deshalb „empfänglich für erotische Reize“, wie das Kulturamt auf seiner Internetseite das Kunstwerk beschreibt. An die 200 Folgen der Cartoon-Reihe wurden veröffentlicht.


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