Schlagwort: Senioren

Gemeinsam am Tisch: Ein neues Projekt bei Billabong gegen die Einsamkeit am Wochenende

Symbolbild Gemeinsames Essen

Ein neues Koch- und Essensangebot für Senioren startet am 13. Juni auf dem Riedberg – Gefördert durch die Initiative „LEA“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Das Wochenende gilt für viele Menschen als Zeit der Erholung, doch für alleinlebende Senioren ist es nicht selten die einsamste Phase der Woche. Um dem entgegenzuwirken, startet das Billabong Familienzentrum auf dem Riedberg am Samstag, den 13. Juni, ein innovatives Projekt: „Gemeinsam am Tisch – Kochen und Essen gegen Einsamkeit im Alter“. Bürger aus dem Ortsbezirk Kalbach-Riedberg sind herzlich eingeladen, Wochenenden aktiv und in Gemeinschaft zu gestalten.

Die Idee, eine Kochgemeinschaft ins Leben zu rufen, in der vorzugsweise auch gerettete Lebensmittel verwendet werden, existiert im Billabong Familienzentrum bereits seit den Anfängen des angeschlossenen Cafés. Konkretisiert hat sich das Vorhaben jedoch erst durch die Rückmeldungen der Besucher. Immer häufiger äußerten ältere Gäste den Wunsch nach einem offenen Treffpunkt am Wochenende. Aussagen wie „die Wochenenden sind oft die einsamsten Tage“ machten deutlich, dass im Stadtteil ein niedrigschwelliges Samstags- und Sonntagsangebot fehlt.

Förderung macht den Start möglich

Möglich wird das neue Angebot durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft (SPTG). Das Riedberger Projekt konnte sich erfolgreich bei der 2. Ausschreibungsrunde der Initiative „LEA – Projekte zur Linderung von Einsamkeit im Alter“ durchsetzen. Die Stiftung, deren Motto »Wir bauen am Wir« lautet, setzt sich gezielt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein, um Menschen im fortgeschrittenen Alter vor sozialer Isolation zu schützen und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Um die Ernährungs- und Alltagskompetenz optimal zu begleiten, strebt das Billabong Familienzentrum zudem eine zukünftige Kooperation mit der Verbraucherzentrale an.

Ein Konzept, das vom Mitmachen lebt

Das Projekt unterscheidet sich bewusst von klassischen, starren Betreuungsangeboten: Es wurde in dieser Form bisher noch nicht getestet und soll gemeinsam mit den Teilnehmern fortlaufend optimiert und angepasst werden.

Partizipation wird hier großgeschrieben. Das Vorhaben soll maßgeblich von den Ideen, Wünschen und der langjährigen Lebens- und Kochexpertise der Teilnehmer leben. Während das Familienzentrum Billabong den organisatorischen Rahmen stellt und als Gastgeber fungiert, liegt die Gestaltung der gemeinsamen Stunden ganz in den Händen der teilnehmenden Köche.

Hintergrund: Die unsichtbare Herausforderung

Wie drängend das Problem der Isolation im Alter ist, zeigen aktuelle statistische Daten: Nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts leben in Frankfurt am Main rund 53 % der Menschen in Einpersonenhaushalten – Tendenz im Alter steigend. Mobilitätseinschränkungen, Krankheiten, das Ende des Berufslebens oder eine große räumliche Distanz zu den Angehörigen führen oft schleichend in die Einsamkeit. Hinzu kommt, dass steigende Lebenshaltungskosten die Situation durch Altersarmut verschärfen können, da finanzielle Mittel für die Teilhabe am öffentlichen Leben fehlen.

Das Billabong Familienzentrum setzt genau hier an und bietet mit dem gemeinsamen Kochen eine kostenfreie, herzliche Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und ein lebendiges Miteinander im Stadtteil Riedberg zu pflegen. Alle interessierten Senioren sind eingeladen, den ersten Termin am 13. Juni wahrzunehmen und ihre eigenen Ideen einzubringen.

Informationen auf einen Blick
Projekt: „Gemeinsam am Tisch – Kochen und Essen gegen Einsamkeit im Alter“
Veranstalter: Billabong Familienzentrum Riedberg e.V.
Erster Termin: Samstag, 13. Juni 2026 von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Zielgruppe: Menschen, die das Wochenende in Gemeinschaft verbringen möchten.
Förderer: Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main (Initiative LEA)

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Die digitale Weiterentwicklung ist ein Problem für Senioren

Liebevolle Hände

Während in den letzten 20 Jahren die Digitalisierung sich noch relativ gemütlich entwickelte, hat die Geschwindigkeit in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gründe dafür sind …

  • Die zunehmende Verbreitung von Mobiltelefonen in der Gesellschaft.
  • Die hohe Akzeptanz in den jüngeren Generationen
  • Der Druck auf die Wirtschaft Kosten zu sparen und Dienstleistungen digital anzubieten.

Während bisher der digitale Vertriebsweg und die digitale Kommunikation zusätzlich zu den Standard-Verfahren wie Verkauf in Läden, Präsenz beim Kunden, Kommunikation über Fax, Telefon oder auf dem Postweg etabliert wurde, ändert sich das zunehmend.

Läden, Bankfilialen, Bahnhöfe werden immer weniger für Transaktionen genutzt. Der Online-Handel gewinnt weiter dazu und der Kontakt zum Kunden kann einfacher und kostengünstiger über SMS, WhatsApp, eMail und ähnliche Kanäle erfolgen.

Wenn aber traditionelle Vertriebswege entfallen, wird es eng für einen Teil unserer Gesellschaft. Hier ein paar Beispiele:

  • Nur etwa 55 % der Senioren über 80 Jahre nutzt das Internet und nur 41 % dieser Senioren besitzt überhaupt ein Mobiltelefon.
  • Von Armut betroffene Bürger können sich oft kein Handy leisten.
  • Gesundheitlich eingeschränkte Menschen, Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen können gegebenenfalls kein Mobiltelefon bedienen.

Daraus ergeben sich für die Betroffenen bittere Konsequenzen:

  • Nur Online-Geschäfte werden günstig(er) angeboten. Rabatte gibt es oft nur bei Nutzung der Firmen-Apps.
  • Bahntickets, Bahncards gibt es zunehmend nur noch digital.
  • Termine bei Ärzten, Behörden und anderen werden nur online vergeben.
  • Die Teilnahme am Wirtschaftsverkehr muss stellvertretend für die Betroffenen von Drittpersonen erledigt werden. (Die eigene Familie, Freunde, Betreuer, …)
  • Gerade die ältere Generation wird zunehmend von Betrügern mit Schockanrufen, IT-Betrügereien (Fake-Shops, …), Identitätsdiebstahl und ähnlichen kriminellen Taktiken um ihre Ersparnisse gebracht. Pech für die Erben und die Solidargemeinschaft, die dann einspringen muss, wenn die Lebenshaltungskosten nicht mehr aus den bisher vorhandenen Ersparnissen bestritten werden können.
  • Vereinsamung: Wer am Geschäftsleben nicht mehr teilnehmen kann, hat einen weiteren Schritt in die Isolation zurückgelegt.

Was kann man dagegen tun?

  • Gesetzlicher Anspruch auf analoge Dienstleistungen
  • Digitale Trainingseinheiten für Senioren in Wohnortnähe.
    Beispielsweise bietet das Familienzentrum Billabong nach den Ferien wieder einmal im Monat im Rahmen der »Digitalen Senioren« individuelle Unterstützung an. Ehrenamtliche Helfer sind dabei herzlich willkommen.
  • Institutionen und Vertrauenspersonen, die für Betroffene digital aktiv werden.
  • Digitale Infrastruktur für Seniorenwohnheime und Altersheime (W-LAN, Computer, …)
  • Viel Aufklärungsarbeit was Internet-Betrug angeht.
  • Investition in Sicherheit im Internet und harte Bestrafung und Verfolgung von Internet-Betrügern.
Teile diesen Beitrag mit Freunden

Das BIAzza im Nordwestzentrum

Liebevolle Hände

Das Diakonische Werk für Frankfurt und Offenbach betreibt im Nordwestzentrum das „BIAzza-Nordwest“, eine Begegnungs-, Beratungs- und Informationsstelle für Senioren.

Im BIAzza-Komitee setzen sich engagierte Bürger ehrenamtlich für die Interessen der Senioren (in der Nordweststadt) ein. Sie geben Anregungen, bringen Ideen mit ein und unterstützen bei der Umsetzung. Wer Zeit und Lust hat, sich für andere Menschen zu engagieren, kann sich mit einbringen und das kommende Programm mit planen.

Das Begegnungszentrum wird von der Stadt Frankfurt und einigen anderen Institutionen finanziell gefördert. Details dazu finden sich auf der BIAzza-Homepage.

Ab sofort bietet das BIAzza nun auch an jedem 3. Dienstag im Monat einen „offenen Treff“ im neuen Kultur- und Sozialzentrum „Tassilo-Sittmann-Haus“ im Gerhart-Hauptmann-Ring 398, an.

Mit Ausflügen, Museums- und Kinobesuchen, sportlichen und kreativen Veranstaltungen lädt das Begegnungszentrum Senioren ein und bietet auch Beratung zu vielen Fragen des Alterns.

Am Dienstag, den 15.02.2022, gibt es von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr Informationen zum Forschungsprojekt „Allein aber vernetzt?“ der Goethe-Universität. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit Lebensbedingungen alleinlebender Menschen über 60 Jahren.

In Zusammenarbeit mit Interessierten soll mehr über das Beziehungsnetzwerk der Menschen im Alter herausgefunden werden. Unter anderem, wie es gelingt, praktische Aufgaben des Alltags zu bewältigen und welche Rolle dabei digitale Geräte spielen. Ziel des Projekts ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Um Anmeldung bis Freitag, den 11.02.2022, unter der
Rufnummer 069-24751496920 oder per
eMail an sandra.erb@diakonie-frankfurt-offenbach.de
wird gebeten.

Teile diesen Beitrag mit Freunden