Mit einem gemeinsamen Bürgerfest haben der Energiedienstleister Mainova, die Partnerkommunen Frankfurt am Main, Bad Homburg und Karben sowie die Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft eG (FraBeG) den Baustart des Windparks „Schäferköppel“ offiziell eingeläutet. Am gestrigen Freitag, dem 3. Juli, nutzten zahlreiche interessierte Bürger die Gelegenheit, sich direkt vor Ort auf dem zukünftigen Windparkgelände über das Großprojekt zu informieren.
Das Fest, welches nachmittags stattfand und über die Steinstraße erreichbar war, bot neben umfassenden Informationsständen auch ein Rahmenprogramm für Familien. Der Energieversorger stellte hierbei kostenlose Snacks, Getränke sowie ein spezielles Kinderprogramm bereit. Die Besucher gewannen direkt auf dem Areal im Dreieck zwischen Nieder-Erlenbach, Ober-Erlenbach und Kloppenheim einen persönlichen Eindruck vom aktuellen Baufortschritt.

Aufsichtsratsvorsitzender der FraBeG Andreas Heming und Oberbürgermeister Mike Josef (rechts)
Erstes Windenergieprojekt auf Frankfurter Gemarkung
Der Windpark Schäferköppel gilt als ein zentraler Meilenstein für die regionale Energiewende, da er die erneuerbare Stromerzeugung unmittelbar in das Rhein-Main-Gebiet bringt. Es handelt sich dabei um das erste Windenergieprojekt, welches anteilig auf Frankfurter Stadtgebiet realisiert wird. In einem ausgewiesenen Windvorranggebiet entstehen insgesamt 4 moderne Windenergieanlagen des Typs Nordex N175.
Die technischen Dimensionen der Anlagen sind beachtlich: Bei einer Nabenhöhe von 179 Metern und einem Rotorradius von 87,5 Metern weisen die Windräder eine Gesamthöhe von 266,5 Metern auf. Jede Anlage verfügt über eine Nennleistung von 6,8 Megawatt, was eine Gesamtleistung des Windparks von 27,2 Megawatt ergibt. Mit einem prognostizierten Jahresertrag von rund 54 Gigawattstunden grünem Strom können rechnerisch etwa 22.000 Zwei-Personen-Haushalte in der Region verlässlich versorgt werden. Der erzeugte Strom wird über eine noch zu verlegende Kabeltrasse in das bestehende Umspannwerk in Ober-Erlenbach eingespeist.
Politisches Lob für regionale Kooperation
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef hob im Rahmen des Baustarts die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit hervor: Wenn Kommunen Hand in Hand agieren und die Bürger aktiv beteiligt werden, schaffe dies das notwendige Vertrauen, Akzeptanz und einen konkreten Nutzen für die gesamte Region. Auch der Vorstandsvorsitzende der Mainova AG unterstrich den partnerschaftlichen Ansatz auf Augenhöhe, der eine faire Teilhabe an der Energiewende sichere.
Die umliegenden Kommunen profitieren auch finanziell direkt von dem Projekt. Über die gesetzliche Regelung nach § 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhalten betroffene Städte und Gemeinden eine freiwillige Zuwendung von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom.
Modell zur finanziellen Bürgerbeteiligung
Ein Kernaspekt des Projekts ist die direkte finanzielle Einbindung der Bevölkerung über die Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG). Die Genossenschaft übernimmt einen Anteil von 15 % am gesamten Windparkprojekt. Um eine faire und ausgewogene lokale Teilhabe zu garantieren, werden die Beteiligungen schrittweise in drei Zeichnungsrunden vergeben. In der ersten Runde haben ausschließlich Einwohner der direkt angrenzenden Ortsteile Nieder-Erlenbach, Ober-Erlenbach, Kloppenheim und Petterweil Zugriff auf die Anteile. Erst in den darauffolgenden Runden wird der Radius erweitert.

Bauarbeiten im Plan
Die vorbereitenden Maßnahmen auf dem Gelände laufen bereits seit März dieses Jahres. Bislang konzentrierten sich die Erdarbeiten auf den Ausbau der Transportwege sowie die Stabilisierung der Kranstellflächen und Fundamentbereiche. Der Zeitplan sieht vor, dass im vierten Quartal dieses Jahres der eigentliche Fundamentbau sowie die Verlegung der internen und externen Kabeltrassen beginnen. Die Anlieferung und Montage der tonnenschweren Turmbauteile und Rotorblätter sind für das Jahr 2027 projektiert.
Mit dem offiziellen Baustart wandelt sich die Schäferköppel nun sichtbar in einen modernen Produktionsort für saubere Energie, der Klimaschutz und regionale Wertschöpfung erfolgreich miteinander verknüpft.
