Der Frankfurter Stadtteil Riedberg im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg steht vor einer wachsenden Herausforderung: Auf der dortigen Sportanlage an der Altenhöferallee 189 häufen sich Vorfälle von unbefugtem Betreten, Vandalismus und Einbrüchen. Insbesondere nach den regulären Öffnungszeiten dringen Unbefugte auf das Gelände vor.
Die Schäden sind steigend: Neben beschädigten Zeltplanen des provisorischen Clubhauses und eingeschlagenen Scheiben an den Trainerbänken kam es im Mai 2026 an zwei aufeinanderfolgenden Nächten zu Einbruchsversuchen in den als Versorgungsstation dienenden Bauwagen. Beim zweiten Versuch entwendeten die Täter das vorhandene Wechselgeld.
Hauptursache für die Taten ist die abgelegene Ortsrandlage, durch die nachts die soziale Kontrolle komplett fehlt. Zudem ist die Sportanlage entlang der Straßen am Weißkirchener Berg und Ricky-Adler-Straße nur durch niedrige Zäune abgegrenzt.
Da die Stadt Frankfurt (in dem Fall das Sportamt) eine Erhöhung oder Verstärkung dieser Zäune aus städtebaulichen und ästhetischen Gründen offiziell ablehnt, steht der Vereinsvorstand vor einem Problem. Der Vorstandsvorsitzende Jan Vitt, der gerade erst von den Mitgliedern für drei weitere Jahre im Amt bestätigt wurde, muss nun gemeinsam mit seinem Team alternative Wege finden, um das Vereinsgelände zu schützen.
Alternative Schutzmaßnahmen für den Verein
Da bauliche Lösungen am Zaun bislang keine Zustimmung gefunden, bieten sich dem SC Riedberg e. V. drei alternative Hebel, um der Zerstörungswut zu begegnen:
- Biologischer Schutz und Materialanpassung: Eine von Umwelt- und Grünflächenämtern meist problemlos genehmigte Maßnahme ist das sogenannte Defensive Landscaping. Durch das Pflanzen dichter Dornenhecken (wie Weißdorn oder Wildrosen) direkt an den Zäunen wird das Überklettern schmerzhaft und praktisch unmöglich. Zudem können Außenwände mit permanenten Anti-Graffiti-Beschichtungen geschützt und klassische Netze durch schnittfeste Anti-Vandalismus-Netze mit Stahlkern ersetzt werden. Mobiles Equipment wie Tore und Trainerbänke sollte nach Trainingsende fest im Boden verankert werden.
- Elektronische Absicherung: Als hocheffektiv erweisen sich smarte Erschütterungssensoren am Zaun, die bei einem Überkletterversuch einen stillen Alarm an den Vorstand oder Platzwart senden. Da diese Sensoren keine personenbezogenen Daten erfassen, greift die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hierfür nicht. Alternativ ist eine KI-gestützte Kameraüberwachung mit Live-Ansprache denkbar, bei der eine Sicherheitszentrale die Täter nachts direkt über Megafone des Platzes verweist. Eine solche Videoüberwachung ist DSGVO-konform möglich, sofern sie nur nachts außerhalb des Betriebs stattfindet, öffentliche Flächen verpixelt werden und eine Löschung nach maximal 72 Stunden erfolgt.
- Soziale Prävention: Die Einrichtung einer legalen Graffiti-Wand kann den Sprayern eine Alternative bieten und den Rest des Geländes schützen. Zudem setzt der Verein auf die Kooperation mit lokalen Streetworkern und die Aktivierung von Anwohnern als Nachbarschafts-Paten, die bei verdächtigen Geräuschen nachts schneller die Polizei rufen.
Der Einsatz von freilaufenden Wachhunden nach Dienstschluss ist aufgrund der Tierhalterhaftung, des Tierschutzes und der Gefahr von Giftködern keine Option. Sinnvoll wäre hier höchstens die Beauftragung eines professionellen Sicherheitsdienstes mit Diensthundeführern. Das ist für einen Verein finanziell aber nicht leistbar.







